Antwort aus Europa zu unserem Brief bezüglich Tierarzneimittelverordnung

Im Februar hatte ich einen Brief an die deutschen Abgeordneten des EU-Parlaments zur Tierarzneimittelverordnung verfasst (Link). Nunmehr liegt eine doch recht deprimierende Antwort vor. Es scheint, wir haben noch einen sehr weiten Weg vor uns.

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Professor Walach antwortet auf unseren Brief zu seinem Blogbeitrag

Anfang März hatten wir, das sind Natalie Grams und ich, uns in einem Brief an Professor Walach gewandt, der sich in einem Beitrag auf seinem Blog zum Informationsnetzwerk Homöopathie geäußert hatte. Seine Antwort erfolgte ziemlich umgehend. Da ich erst noch etwas Quellenstudium betreiben musste, um zu antworten, hat es etwas länger gedauert, bis die Kommentare fertig waren.

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Antwort an Prof. Walach zu seiner Kritik am Informationsnetzwerk Homöopathie

Obwohl unser Informationsnetzwerk Homöopathie nach außen noch gar nicht richtig aktiv ist, erfahren wir eine sehr starke Beachtung von allen Seiten.

Vor Kurzem hat auch sich einer der prominentesten Vertreter der Homöopathie in Deutschland, Professor Harald Walach,  in einem längeren Artikel auf seiner Webseite zur Gründung unseres Informationsnetzwerks geäußert: hier

Natalie Grams und ich nehmen hierzu Stellung (Email ging heute raus):

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An das EU-Parlament: Homöopathika sollen keine Tierarzneimittel sein

Die EU plant, das Tierarzneimittelrecht zu reformieren. Dazu kommt vermutlich im April eine Verordnung im Europäischen Parlament zur Abstimmung, gegen die die Homöopathen übrigens schon eine Petition mit 50.000 Unterschriften lanciert haben. Man will erreichen, dass der Deutsche Bundestag beschließt, wie die deutschen Abgeordneten in Brüssel abstimmen. Nun ja, von der Verfassung verstehen sie also auch nichts.

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DZVhÄ zum Netzwerk Homöopathie: Ziel verfehlt

Am letzten Januar-Wochenende 2016 haben sich 30 engagierte Homöopathiekritiker in Freiburg getroffen, die als Ergebnis ein Netzwerk gegründet haben. Hier wollen wir unsere Aktivitäten koordinieren und die Zusammenarbeit organisieren.

Unsere Zusammenfassung als Pressemitteilung: hier
Ein sehr lesenswerter Bericht auf dem Blog von Wolfgang Vahle: hier

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Signifikante Ergebnisse in klinischen Studien (Teil1)

„Wie muss man sich signifikante Ergebnisse bei Homöopathiestudien so vorstellen? Wie sieht das denn bei wirksamen Arzneimitteln aus, z.B. Aspirin?“

Das war sinngemäß die Frage des Users 2xhinschauen auf dem GWUP-Blog (Link).

Ich nehme dies zum Anlass, mich einmal generell über die Signifikanz auszulassen, wie sie von den Protagonisten der Homöopathie gerne dargestellt wird – was da eigentlich dahinter steht und was der Patient für sich daraus ableiten kann.

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Prof. Frass kommentiert meine Studienkritik

Jetzt war es doch wieder recht ruhig hier, kein neuer Artikel in den letzten Wochen, aber im realen Leben hat sich einiges getan:

  • Prof. Frass hat auf meine hier im Blog veröffentlichte Studienkritik geantwortet und zu den einzelnen Punkten Stellung genommen.

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Nachtcafe ‚Wenn Medizin uns krank macht‘ – eine Kritik

Die Sendung ‚Nachtcafe‘ des SWR vom 30.10.2015 (Link) brachte nicht nur den für die Homöopathiekritiker erfreulichen Auftritt von Natalie Grams, sondern es wurde auch ein sehr negatives und aus meiner Sicht einseitig verzerrendes Bild der Universitätsmedizin vermittelt. Dies soll nicht unkommentiert bleiben.

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Wieder kein Master of Science für Homöopathie

In diesem Artikel hatte ich ausführlich über den neuen Lehrgang in Homöopathie berichtet, der zum ‚Master of Science (MSc)‘ führen sollte. Dieser wurde von einem ‚Homöopathie-Campus Trier‘ des Dr. (UCN) Peter-Matthias Kiefer und dem Berliner Heilpraktiker Rocco Kirch in Zusammenarbeit mit der ‚Interuniversitären Arbeitsgemeinschaft für Gesundheit und Entwicklung e.V. ‘ aus Graz in Österreichals als ein dualer Studiengang zum Master of Science angeboten.

Bereits in diesem Artikel wurde die Frage aufgeworfen, inwiefern der so verliehene Titel in Deutschland anerkannt worden wäre und ob und wenn ja in welcher Weise es sich um einen akkreditierten Studiengang gehandelt hätte. Schon damals lag die Vermutung nahe, dass es durch den internationalen Konstrukt gelungen sein könnte, dass sich seitens der Aufsichtsbehörden niemand so recht für dieses Gebilde zuständig fühlt – und das Pflänzchen in dem diffusen Schatten sein Auskommen findet.

Dass das Ganze noch verwickelter angelegt worden war, nun, das hat Ute Parsch herausgefunden. Sie hat mit einiger Beharrlichkeit die zuständigen Behörden in Österreich und Deutschland dazu veranlassen können, dass diesem unguten Treiben jetzt ein Ende bereitet wurde.

Hier ihr Bericht:

Homöopathie-Campus Trier und kein Master of Science

Gleich nach Erscheinen des Blog-Artikels zum neuen Master of Science habe ich Briefe an das österreichische Bildungsministerium und das rheinland-pfälzische Kultusministerium geschrieben. Ich wollte wissen, inwiefern die Vergabe dieses akademischen Grades MSc am Ende des beim Homöopathie-Campus Trier beschriebenen Lehrganges anerkannt ist, ob dieser Studiengang akkreditiert ist und welches der beiden Ministerien hierfür zuständig ist.

Als erstes bekam ich Antwort aus Wien. Das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft teilte mir am 23.7. mit:

Bei der Interuniversitären Arbeitsgemeinschaft für Gesundheit und Entwicklung e.V. in Graz/Schloss Seggau (aka Interuniversitäres Kolleg für Gesundheit und Entwicklung) handelt es sich um eine außeruniversitäre Bildungseinrichtung mit Sitz in Österreich.

An der Einrichtung werden im Rahmen einer wirtschaftlichen und organisatorischen Unterstützung von internationalen, auch universitären, Partnerbildungseinrichtungen Studienprogramme angeboten, die auch mit einem akademischen Grad abgeschlossen werden können. Hierbei handelt es sich jedoch um die Studienprogramme der jeweiligen ausländischen Partnereinrichtungen.

(…)

Der von Ihnen geschilderte Fall betrifft offenbar ein Studium, welches vom Homöopathie Campus Trier/Berlin getragen wird und in Österreich auch im Wege des interuniversitären Instituts Graz/Seggau angeboten werden soll.

Das österreichische Bundesministerium sah also den Trierer Homöopathie-Campus als die den Studiengang tragende Einrichtung.

Interessanterweise antwortete mir das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur in Rheinland-Pfalz am 12.08. auf meine Anfrage etwas ganz anderes:

Die Vergabe eines Hochschulgrades durch den Homöopathie-Campus Trier wäre tatsächlich nicht rechtmäßig und würde seitens des Ministeriums auch nicht genehmigt. (…) Da die Voraussetzungen erkennbar nicht erfüllt sind, käme eine staatliche Anerkennung nicht in Betracht.

Der Homöopathie-Campus Trier bietet allerdings nach meinen Recherchen selbst lediglich eine Ausbildung“Homöopathie“ über 3 Jahre berufsbegleitend an. Ein akademischer Abschluss wird dort nicht vergeben (…).

Auf der Internetseite www.homoeopathie-campus-trier.de wird lediglich darauf hingewiesen, dass als duales Modell basierend auf einer Kooperation mit dem Interuniversitären Kolleg in Graz/Schloss Seggau (Österreich) in Ergänzung der vorgenannten Ausbildung ein Universitätslehrgang als Upgrade besucht werden kann – mit der Möglichkeit eines Abschlusses „Master of Science (MSc). (…)

Die Zulassung von Studierenden, die Durchführung des Studiums, die Abnahme von Prüfungen und die Vergabe des akademischen Titels liegen somit allein in der autonomen Verantwortung der österreichischen Partnereinrichtung.

Während man in Wien also davon ausgegangen war, dass der Studiengang und die Titelvergabe in Trier getragen wird, wusste man im Kultusministerium in Mainz, dass diese Einrichtung dazu nicht berechtigt war – und hielt seinerseits das Interuniversitäre Kolleg für die den Studiengang tragende Einrichtung.

Auf diese Diskrepanz machte ich in einem zweiten Brief beide Ministerien aufmerksam und ließ dabei jeder Behörde das Antwortschreiben der jeweils anderen als Beleg für meine Bedenken zukommen. Dieses Vorgehen förderte tatsächlich eindeutige Ergebnisse zutage:

Bereits nach weniger als einer Woche antwortete mir das österreichische Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft:

Es handelt sich hierbei um ein Studienprogramm der Universidad Central de Nicaragua, welches in Österreich über das Interuniversitäre Kolleg für Gesundheit und Entwicklung angeboten wird. Träger des Studienganges ist also die Universidad Central de Nicaragua. Studierende sind formal Studierende der Universidad Central de Nicaragua, da das Interuniversitäre Kolleg ebenso wenig wie der Homöopathie Campus in Trier den Status einer anerkannten postsekundären Bildungseinrichtung hat. Der akademische Grad wird damit auch nicht vom Interuniversitären Kolleg verliehen, da dieses gar keine Kompetenz dafür hätte, sondern von der Universidad Central de Nicaragua.

Das Auftreten der Universidad Central de Nicaragua über das Interuniversitäre Kolleg am Homöopathie Campus Trier und die Art der Tätigkeit dort (Werbung, Abhaltung von Seminaren, Workshops, Durchführung von Studien oder nur administrative Tätigkeiten für Studieninteressierte, Aufnahme …) und allfällige rechtliche Konsequenzen sind gemäß den Bestimmungen des Rheinland-Pfälzischen Hochschulgesetzes vom für diese Normen zu vollziehenden Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur zu beurteilen.

Das war nun etwas, was so weder auf der Webseite des Homöopathie-Campus Trier noch auf der Seite des Berliner Heilpraktikers Rocco Kirch zu lesen gewesen war.

Ich denke, wenn man mehrere tausend Euro in einen Studiengang steckt, dann wäre es fair, wenn der Veranstalter vorab darüber informiert, wer denn der eigentliche Träger des Studienganges ist. Besonders dann, wenn es sich um einen Träger handelt, über den die Kultusministerkonferenz schreibt:

Die von der UCN in Deutschland und Österreich betriebenen Außenstellen genügen nicht den hiesigen Anforderungen und akademischen Standards einer hochschulischen Einrichtung. Die im Wege des Fernstudiums erworbenen Abschlüsse können daher hier nicht zur Anerkennung empfohlen werden.

(Quelle http://anabin.kmk.org/no_cache/filter/institutionen.html?p=2523, Stand 30.10.15)

Das ist besonders bedenklich, denn dies dürfte genau die Triebfeder sein, deretwegen potenzielle Interessenten diesen Ausbildungsgang durchführen wollen, nämlich einen klingenden Titel zu erreichen, der hierzulande gewinnbringend vermarktet werden kann.

Eine gemeinsame Bekannte von Dr. Aust und mir hatte versucht, als Interessentin mehr als nur mündliche Aussagen zu diesem Angebot zu erhalten, was seitens des Herrn Dr. (UCN) Kiefer sehr wortreich abgelehnt wurde. Liegt der Grund für die fehlende Verbindlichkeit darin, dass den Urhebern des Angebots diese Problematik bekannt ist?

Die endgültige Klärung des Sachverhaltes wurde mir schließlich am 20.10. in einem Schreiben mit sehr erfreulichem Inhalt vom rheinland-pfälzischen Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur mitgeteilt:

Das UCN betreibt in Trier keinen eigenen Campus oder Niederlassung nach § 117 Abs. 1 des rheinland-pfälzischen Hochschulgesetz (HochSchG), vielmehr wird das Programm, welches zum Abschluss des Titels Master of Science, (MsC) „Health Science“ und weitere Programme am Branch Campus Graz-Seggau, direkt unter der Verantwortung der Universidad Central de Nicaragua (UCN), angeboten. Das UCN entscheidet über alle Angelegenheiten der Lehre und Prüfung und vergibt den Mastergrad. Fallweise wurden in der Vergangenheit Informationsworkshops in Trier organisiert. Um alle Missverständnisse zukünftig auszuschließen, wird die UCN keine weiteren Informationsworkshops in Trier abhalten.

Ebenso ist das Institut UCN und das Institut von Herrn Dr. (UCN) Kiefer in Trier darüber übereingekommen, ihre Kooperation zu beenden. Das private Institut von Herrn Dr. (UCN) Kiefer führt zukünftig keine Workshops für die UCN durch. Die angebotenen Ausbildungen im Fachbereich „Homöopathie“ am Homöopathie-Campus Trier finden auf Basis des Heilpraktikergesetzes statt. Diese Workshops sind nicht Teil eines UCN-Curriculums.

Sämtliche Bezüge zu einer Ausbildung mit dem Abschluss „Master of Science Komplementäre Gesundheitswissenschaften, Schwerpunkt Homöopathieforschung“ wurden von der Interseite des Institutes des Herrn Dr. (UCN) Kiefer (www.homoeopathie-campus-trier) entfernt. Sie werden in Zukunft nicht mehr angeboten.

Die Erwähnung des MSc war tatsächlich bereits am 20.10. von der Webseite des Trierer Angebotes verschwunden. Auch von der Webseite des Heilpraktikers und Impfgegners Rocco Kirch (Link) sind mittlerweile (Stand 30.10.) die meisten Hinweise darauf verschwunden. Der Studiengang samt Abschluss kommt nur noch als anschließende Möglichkeit an den eigenen Lehrgang im Text vor.

Dem werde ich nun aber definitiv nicht mehr nachgehen.

Auch das Interuniversitäre Kolleg in Graz weist in seiner Webseite nicht mehr auf den Studiengang hin (Link).

Auf der Webseite von Rocco Kirch (Link) finden sich neben den Homöopathiekursen auch solche zur Astrologie oder verschwörungstheoretische Behauptungen über die angeblich allgegenwärtige „Manipulation der Medien“. Nur wegen übelster Machenschaften werde beispielsweise gemeinhin geglaubt, dass Vitamin C Ascorbinsäure ist oder dass HIV die Ursache von AIDS ist.

Wer tatsächlich davon ausgeht, dass man in einem solchen Umfeld einen dem an einer hiesigen Universität erworbenen MSc gleichwertigen Abschluss erwerben kann, dem gönne ich eigentlich sein böses Erwachen nach dem Zahlen einer teuren Ausbildung.

Schön, dass nun Klarheit darüber herrscht, dass tatsächlich nach wie vor niemand anderer als die UCN hinter dem Angebot steht und stand. Ich danke hiermit beiden Ministerien noch einmal ausdrücklich dafür, dass sie sich die Zeit genommen haben, sich mit meinen Fragen zu beschäftigen und den Sachverhalt zu klären.

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Soweit der Bericht von Ute.

Mir bleibt nur noch, Ute für ihr Engagement zu danken. Somit wird auch weiterhin diese Scheinmedizin nicht mit einem in Deutschland vergebenen akademischen Grad geadelt.

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