… mich

AutorGeboren 1952 habe ich nach dem Abitur das Fach ‚Allgemeiner Maschinenbau‘ studiert und als Diplom-Ingenieur (TU) abgeschlossen. Nach einigen Jahren in der Industrie im Bereich Großanlagenbau habe ich als wissenschaftlicher Assistent dann im Gebiet Thermische Turbomaschinen promoviert. Mehr als zwanzig Jahre lang war ich danach bei verschiedenen großen Firmen in verantwortlicher Position in Forschung und Entwicklung sowie Qualitätsmanagement im Bereich Vakuumpumpen und Kompressoren tätig. Die Finanzkrise 2008 ist an meinem Arbeitgeber nicht ganz spurlos vorüber gegangen, daher habe ich in der Folge meine aktive Berufslaufbahn beendet und kann mich jetzt voll meinen Interessen widmen. Mit Wirkung vom 1. 10. 2013 bin ich der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V. beigetreten.

Wie Sie sehen, bin ich kein Mediziner.

Mit der Homöopathie kam ich in Berührung, als meine Frau eine solche Behandlung begann, die allerdings auch nach längerer Zeit und verschiedenen Versuchen nicht zum Erfolg führte. Ich begann zu ergründen, was Homöopathie ist, habe intensiv in der wissenschaftlichen Literatur recherchiert – und muss mich sehr darüber wundern, wie wenig glaubhaft das Ganze ist, ein krasser Gegensatz zum gegenwärtigen wirtschaftlichen Erfolg der Homöopathie. Dies war für mich der Anlass, meine Ergebnisse in Buchform zu veröffentlichen.

Warum halte ich mich für qualifiziert, mich mit diesem Thema zu beschäftigen?

Was meine Skepsis erregt, ist die Tatsache, dass es für die Wirkung homöopathischer Arzneimittel keine auf anerkannten physikalischen Erkenntnissen basierende Erklärung gibt, dass noch nicht einmal belastbare Nachweise dafür existieren, dass es eine solche Wirkung überhaupt gibt. Sich mit diesen Fragen zu beschäftigen, dazu fühle ich mich sehr wohl qualifiziert. Hierzu genügen intensive Kenntnisse in der Physik, in Versuchsgestaltung und Auswertung, in Mathematik, Statistik und allgemeiner Logik. Es geht um die Frage, wie kommt das Belladonna als homöopathisches Medikament dazu, auf den Patienten zu wirken? Ist überhaupt eine Wirkung nachweisbar? Ob Belladonna dann, wenn eine dieser Fragen positiv zu beantworten wäre, tatsächlich geeignet wäre, Kopfschmerzen wirksam zu bekämpfen, welche Reaktionen dann im Körper ablaufen müssten, ob die Art der Einwirkung überhaupt die spezielle medizinische Wirkung erzeugen könnte – das sind Fragen, zu denen ich nichts beitragen kann, die ich folglich nicht behandle, weder in meinem Buch noch in diesem Blog.

In meinem früheren Arbeitsgebiet hat man es in hohem Umfang mit klassischer Physik zu tun: Mechanik, Thermodynamik, Strömungslehre sind die Grundlagenfächer. Im Bereich Forschung und Entwicklung beschäftigt man sich mit wissenschaftlicher Literatur, man untersucht Wirkzusammenhänge experimentell und steht oft vor der Frage, ob die erlangten Ergebnisse auch aussagekräftig sind. Prinzipiell würde man zwar ’nur‘ Geld vernichten, wenn man das falsch macht, aber die Problematik, warum ein Produkt beim Kunden nicht wie erwartet funktioniert, die Suche nach Abhilfemaßnahmen, die Überprüfung der Wirksamkeit eingeführter Produktänderungen, ist prinzipiell nicht sehr verschieden von dem, wie bei der Bewertung der Wirksamkeit von Therapien und Arzneien vorgegangen wird. Daher glaube ich, hier wesentliche Beiträge liefern zu können. Genaueres können Sie auf der Seite über diesen Blog lesen.

Zum Abschluss:

Ich sagte, ich bin kein Mediziner, ich habe also keine wirtschaftlichen Interessen daran, ob Patienten einen Homöopathen aufsuchen oder nicht. Ich habe auch im näheren und weiteren Verwandten- und Freundeskreis keine Mediziner oder andere Therapeuten, die davon profitieren würden. Ich werde von keiner Organisation, besonders nicht von der Pharmaindustrie oder irgendeiner ihrer Interessenvertretungen, bezahlt. Der einzige Gewinn, den ich erziele, liegt in dem Verkaufserlös meines Buches (den Sie natürlich nach Kräften unterstützen sollten :-)). Daher sei hier festgestellt:

Es liegen keine Interessenkonflikte vor.

Norbert Aust, 7. Dezember 2013

Bildquelle: Aufnahme Dirk Vespermann, Wehr.

31 Kommentare zu … mich

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  6. Andreas sagt:

    Hallo Herr Aust,
    ein kleiner Schreibfehler ist mir im zweiten Absatz aufgefallen: „Homöopaghie“.
    Soll nur ein Hinweis sein, diesen Kommentar müssen Sie nicht veröffentlichen.
    Gruß
    Andreas

  7. Lukas Buess sagt:

    Vielen Dank für diesen Blog. Hoffentlich hilft es diese Pseudolehre zu entlarven!

  8. Prof. Dr. med. Mathias Bartels, Tübingen sagt:

    Hallo Herr Aust,
    ein sehr lobenswertes Unterfangen! Aber leider sehr mühsam, denn mit der Angst und er Dummheit, beide gepaart oder nicht, kann man leider die besten Geschäfte machen. Die ehrwürdige Firma Weleda verwendet für ihre homöopathische Weltproduktion von Johanniskraut einen einzigen Busch! Wenn das keine Lizenz zum Gelddrucken ist! Als langjähriger stellvertretender Direktor eine universitären Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie habe ich dieses skrupellose Spiel zu Lasten und auf Kosten der Patienten leider allzuoft miterleben müssen.
    Das Heilpraktikergesetz aus der Nazizeit gehört wie in Österreich nach dem 2. Weltkrieg geschehen, abgeschafft.
    Für sämtliche Heilmittel sollten Indikationsgebiete und Wirkungsnachweise gefordert werden! Die vernünftigen müssen sich zusammenschliessen!

  9. Anonymus sagt:

    Ich bezweifle auch die Wirksamkeit einiger „Verdünnungen“, jedoch sind in der Homöopathie, rein von den Stoffen her einige wirksame Präparate dabei.

  10. Aleki sagt:

    Sehr geehrter Herr Aust,
    die Wirkung homöopathischer Mittel ist sehr leicht auch für Laien zu ermitteln. Die Testperson nimmt über einen Zeitraum – sagen wir jetzt spaßeshalber ein halbes Jahr – eines der Polychreste der Homöopathie zu sich – vielleicht Thuja C30 täglich 2 Kügelchen. Die Einsicht, dass die Loschmidt-Konstante nicht alles ist, was auf dieser Welt zählt, stellt sich dann ganz von alleine ein.

    Alles Gute für Ihren Blog

    PS: Neulich habe ich eine CD analysieren lassen: jede Menge Polykarbonat sonst nix meinte der Chemiker. Ich hätte schwören können da war ein Violinkonzert von Max Bruch drauf – so kan man sich irren…

  11. Norbert Aust Norbert Aust sagt:

    @ Aleki

    Wunderbar, ich stelle mich dem Versuch, wenn wir uns auf gewisse Details verständigen können.
    Sie werden mir sicher zustimmen, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass sich bei mir innerhalb von sechs Monaten irgendwelche Änderungen im Gesundheitszustand ergeben – auch wenn ich das Mittel nicht einnehme. Ich könnte mich erkälten, an irgendetwas infizieren, generell könnten Altersbeschwerden zunehmen (ich bin jetzt 63!).

    Sie werden also verstehen, dass es notwendig sein wird, zu unterscheiden, welche Änderungen von der Einnahme des Mittels verursacht worden sind und welche nicht. Das Einzige, was mir dazu einfällt ist, dass Sie aufschreiben, welche Veränderungen infolge der Einnahme von Thuja eintreten müssten. Dies stecken Sie in einen Umschlag und wir lassen den bei einem Notar hinterlegen. Ich will nicht wissen, was Sie aufschreiben, aber es sollte fixiert werden. Hinterher jeden aufgetretenen Zahnschmerz als Folge des Thuja zu erklären, ist sicher kein beweis. Nach den sechs Monaten können wir vergleichen ob das, was vorhergesagt wurde auch eingetreten ist.

    Es müsste sich natürlich um außergewöhnliche Veränderungen handeln. Also nicht Frühjährserkältung, Wärmegefühl mit starkem Durst im Sommer, Neigung zum Frösteln im Winter oder ähnliches was dem ’normalen‘ Gesundheitsverlauf eines ’normalen‘ Durchschnittsmenschen entspricht.

    Sind Sie bereit? Wer verliert zahlt die Kosten für den Notar und die Party beim Öffenen des Umschlags?

  12. Ich sagt:

    @Aleki:
    Geben Sie mir zwei unterschiedliche unbeschriftete CDs. Ich lege sie in den Player ein und sage Ihnen dann, auf welcher das Violinkonzert ist, und auf welcher ich Metallica hören kann.

    Dann gebe ich Ihnen zwei unbeschriftete Packungen Globuli C30. Auch wenn man Ihne alle fremde Hilfe zugesteht, die Sie wünschen, Sie werden nicht in der Lage sein, sie voneinander zu unterscheiden.

    Erkennen Sie den Unterschied?

    • Jochen Machatschke sagt:

      Ein evtl. unbewusster Manipulationsversuch in der Argumentation ist es, die vorhandenen Möglichkeiten zuerst einzuschränken. Danach wird dann scheinbar einleuchtend dargelegt, dass ein Sachverhalt ja nicht anders sein kann als behauptet. In diesem Beispiel wird das gesamte Spektrum der Wissenschaften zuerst auf die Chemie eingeschränkt und dann behauptet, die Wissenschaft könne bestimmte Dinge (Hier die Information auf der CD) nicht erklären bzw. nachweisen. Sie müssen natürlich schon die richtige Fachrichtung fragen. Ich erlebe diese Art der Argumentation sehr häufig…

  13. Norbert Aust Norbert Aust sagt:

    Nochmal Aleki:

    Die Eigenschaften einer CD zu beschreiben, in dem man nur den Werkstoff analysiert, ist ähnlich vollständig wie die Angabe ‚Das Auto ist rot‘ als vollständige Beschreibung.

    Weitere Info (zum Einstieg): http://www.muenster.de/~asshoff/physik/cd/cdplayer.htm

  14. Pingback: VT0100: Pharma-Meute instrumentalisiert GWUPS | FSMoSophica

  15. E. Böttger sagt:

    Hergott, gibt es nichts Wichtigeres auf der Welt. Wie zum Besispiel sich um Menschen zu kümmern, die auf der Straße leben müssen, Kindearmut etc. Diese Kindergartenallüren die zwischen Homöopathie und Schulmedizin immer wieder dazu führen wiedet und wieder ein Fass aufzumachen ist einfach Zeitverschwendung. Wer heilt hat recht und nichts anderes zählt. Ob das nun erfolgt durch Homöopathie, Akupunktur, Schulmedizin und sonst welcher Heillehren. Wer sind wir denn wissen zu wollen, das nur wissenschaftlich nachgewiesene Medikamente helfen? Bei Contergan hat man das auch behauptet. Fehler werden auf allen Seiten gemacht. Schlussendlich geht es um die Gesundheit der Menschen und nicht um den Wirtschaftsfaktor Mensch in der Praxis. Da würde sich eine Webseite viel mehr lohnen.

    • Norbert Aust Norbert Aust sagt:

      Hhmm, Ihnen war es jetzt offenbar wichtig, Kinderarmut und Menschen, die auf der Straße leben müssen, hintenanszustellen und hier einen Kommentar zu schreiben.

      Wer heilt hat Recht – aber woher weiß man denn, wer oder was geheilt hat, ob überhaupt eine Heilung erfolgt ist oder überhaupt eine behandlungswürdige Indikation vorlag?

  16. ringo74 sagt:

    @E. Böttger
    Wenn sie der Meinung sind „Wer heilt hat recht und nichts anderes zählt.“ dann ist das doch genau ihr Blog hier. Schließlich geht es genau darum herauszufinden wer heilt.

  17. PSIRAM sagt:

    Richtig, man sollte die Leute und dessen Taktiken endlich entlarven.

    Sie z.B. https://blog.psiram.com/2013/11/naturheilzentrum-bottrop-maximal-qualifizierte-heilpraktiker/

  18. Dr. med. Harald Unrein sagt:

    Sehr geehrter Herr Aust,
    nach Lektüre Ihres Buches konnte ich Sie gestern auch bei einem Vortrag erleben und bewundere Ihr Engagement. In 30 Berufsjahren als Facharzt für Anaesthesie u. Operative Intensivmedizin sind mir die permanenten Schattenseiten des homöopathischen Weltbildes für Patienten, Angehörige und Arzt, besonders im Kreißsaal, sehr geläufig. Gegen Fehllagen, Missverhältnisse (Kindsgröße/Beckenmaß) usw. helfen keine Globuli, auch nicht bei Peritonitis, AVK etc.. Vielen Dank für die Unterstützung von naturwissenschaftlicher Seite!
    In rationaler Verbundenheit
    Ihr H. U.

  19. Sabine Krümmer sagt:

    Alles schön, recht und gut. Die homöopathischen Mittel werden an Menschen geprüft. Allopathische Mittel an Affen, Mäusen usw. getestet. Was ist nun wissenschaftlicher? Ein krankes Meerschweinchen mit angeblich degenerierten Kiefer (Diagnosevom TA) bekam ich mit Staphisagria im Trinkwasser innerhalb von zwei Stunden wieder zum Fressen. Bei Pflanzen funktioniert Homöopathie auch. Gruß Dipl. Ing. FH S. K.

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