Willkommen

Als Begrüßung möchte ich die Zielstellung dieses Blogs kurz umreißen:

Dieser Blog wendet sich an alle, die sich mit den Grundlagen der Homöopathie beschäftigen wollen – mit den wissenschaftlichen Grundlagen im Speziellen. Damit möchte ich einen Beitrag leisten, dass sich die Diskussion um die Wirksamkeit der Homöopathie versachlicht.

Was ist das Problem?

Trotz der ungeheuren Vielzahl an Publikationen zum Thema Homöopathie sind dem ratsuchenden Patienten kaum objektive Informationen zur Wirkung der Homöopathie zugänglich. Diese sind in wissenschaftlichen Untersuchungen und Abhandlungen zwar prinzipiell verfügbar – aber für den Patienten kaum zugänglich, wenn er sich zwischen einer homöopathischen oder konventionellen Behandlung seiner Beschwerden entscheiden muss. Problematisch ist, dass Befürworter und Gegner der Homöopathie diese Quellen höchst unterschiedlich interpretieren und zur Untermauerung ihrer Aussagen verwenden, wonach die Homöopathie auf einem sicheren wissenschaftlichen Fundament steht – oder auch nicht. Und der Patient? Muss sich auf Treu und Glauben irgendwie nach Bauchgefühl entscheiden.

Wie soll das Problem gelöst werden?

Schlüssel für eine bessere Entscheidungsgrundlage sind sachliche Informationen. Die man auch versteht und nachvollziehen kann. Damit ist das wesentliche Ziel umrissen: Wie schon in meinem im März 2013 erschienenen Buch ‚In Sachen Homöopathie – eine Beweisaufnahme‘ sollen hier die wissenschaftlichen Veröffentlichungen zur Homöopathie dargestellt und analysiert werden, was sie wirklich aussagen. Die Ergebnisse dieser Betrachtungen sollen allgemeinverständlich dargestellt werden, und dieser Blog soll sich im Laufe der Zeit zu einem Nachschlagewerk der einschlägigen Veröffentlichungen entwickeln.

An wen wendet sich der Blog:

Zunächst natürlich an Sie als Patient, der sich über die Homöopathie informieren möchte. Sie sind der Kunde, für den dies hier entsteht. Sie entscheiden, ob die Artikel gut gelungen sind und Ihnen weiter geholfen haben. Scheuen Sie sich nicht, in Kommentaren nach besseren und klareren Erklärungen zu fragen. Nur so können diese Seiten zu einem positiven Werkzeug werden.

Aber auch Sie, als homöopathisch arbeitender Arzt oder Heilpraktiker sind herzlich eingeladen, diese Seiten zu besuchen und die Artikel zu kommentieren. Genau genommen ist dies sogar recht wichtig: Nach langen Recherchen komme ich als naturwissenschaftlich denkender Autor zu einer kritischen Bewertung der Homöopathie, möchte aber, dass in diesem Blog die Informationen so objektiv wie möglich sind. Dabei kann es nur von Nutzen sein, wenn ‚die andere Seite‘ auch zu Wort kommt und dafür sorgt, dass die Objektivität nicht doch verloren geht.

Damit dies auch gelingt, weise ich auf die Blogregeln hin, die ich bitte, bei Ihren Kommentaren zu beachten.

Als dann, viel Spaß beim Blättern in diesen Seiten.

Dr.-Ing. Norbert Aust, 28. April 2013

23 Kommentare zu Willkommen

  1. Das menschliche Kausalitätsbedürfnis wird benutzt, um aus der Selbstheilung Kapital zu schlagen. (siehe: http://www.dr-bertelsen.de/documents/Homoeopathie-Journal-8-11_2.pdf) Krankenkassen nutzen diesen billigen Seiltrick zu Marketing-Zwecken ebenso wie Selbsttäuscher im weißen Kittel. Das beim derzeitigen Stand der Erkenntnis noch immer von Ärztekammern und Zahnärztekammern Kurse angeboten werden, ist der eigentliche Skandal. Von Seiten der Kammern wird eine zweifelhafte „Therapiefreiheit“ zugunsten von Wirksamkeit priorisiert. Patienten werden mit Unterstützung einer Körperschaft öffentlichen Rechts in die Esoterik getrieben. Wo bleiben die mutigen Juristen, die hier endlich für Klarheit sorgen?

  2. Dr Michael Bauer sagt:

    Die bayerische Ärztekammer schreitet auch nicht dagegen ein, dass Ärzte an der Homöoakademie unterrichten, was ihre Pflicht wäre, weshalb ich sie angeschrieben habe. Immerhin empfiehlt sie Ärzten bei Anfragen, diese Unterrichtstätigkeit zu unterlassen, verbietet sie aber nicht. Auch werden ärztliche Kollegen, welche Tätigkeiten an der Homöoakademie ausüben, im Kollegenkreis nicht mehr Ernst genommen
    Viele Ärzte leben von Homöopathie
    Ärztliche Kollegen, mit denen ich mich gut verstehe, sehen bei mir wegen meiner Kritik an der Homöopathie eine „Kreuzzugmentalität“

  3. Dr. Michael Driesch sagt:

    Vielen Dank für eine weitere informative Seite zu einem sehr kontroversen Thema. Die placeboartige „Wirksamkeit“ der Homöpathie ist aber leider durchaus mit der „Wirkung“ zahlreicher schulmedizinischer bzw. naturwissenschaftlicher „Mittel“ zu vergleichen. Hilfreich wäre es insofern, auch die Unwirksamkeit der Legionen von Medikamenten intensiver zu beleuchten, die schulmedizinisch verordnet bzw. angeboten werden. (Von den meist völlig absurden IGEL ganz zu schweigen.) Wie heißt es so schön: Ein grippaler Infekt belästigt einen ohne Medikamente einen Viertel Monat, mit homöopathischen Mitteln eine ganze Woche, aber mit schulmedizinischen Medikamenten nur 7 Tage.

    • Norbert Aust Norbert Aust sagt:

      Herr Driesch,
      auf den ersten Blick ist dies sicher eine naheliegende Anregung. Schließlich müsste ein Patient, der sich für eine Therapie entscheiden muss – oder nur beschließt, noch gesünder zu werden – sicher auch im Bereich der konventionellen Medizin objektiv und zutreffend über das informiert werden, was ihn erwartet.

      Für die Auseinandersetzung mit der Homöopathie sind solche Betrachtungen aus meiner Sicht wenig hilfreich. Die homöopathische Therapie wird nicht deshalb besser oder wirksamer, weil die konventionelle Medizin auch ihre Schattenseiten hat. Die Potenzierung bis in das Nichtvorhandensein des Wirkstoffes wird nicht dadurch plausibler, wenn es auch in der konventionellen Medizin Verfahren geben sollte, die ebenfalls mehr an einen Glauben oder ein Ritual erinnern.

      Das zweite, und noch viel größere Problem ist aber, dass ich dies nicht leisten kann. Für mich ist die Homöopathie deshalb unplausibel, weil ich keine physikalisch denkbare Art und Weise erkennen kann, wie die dem ursprünglichen Wirkstoff innewohnende Fähigkeit zu heilen auf den Patienten übertragen wird. Bei allen Therapieformen, bei denen mit dem Patienten nachvollziehbar etwas geschieht – dass er Wirkstoffe aufnimmt, sein Körper mechanischen, thermischen oder anderen physikalischen Einflüssen ausgesetzt wird, ja auch, dass er Empathie und Zuwendung erfährt – dann wird es zu einer Fragestellung der Medizin, ob diese Einflüsse auch die Wirkung haben können, die ihnen zugeschrieben werden. Für solche Fragen fehlt mir allerdings die Kompetenz, sinnvolle Beiträge zu liefern. Eine Auseinandersetzung mit den ‚Fehlentwicklungen‘ der konventionellen Medizin muss ich also anderen Autoren überlassen. Ähnliches gilt für Verfahren der Komplementärmedizin, bei denen tatsächlich auf den Patienten eingewirkt wird (TCM, Akupunktur … )

  4. Thomas Kirschner sagt:

    Ich danke Ihnen für diese informative und vor allem aufklärerische Seite. ich selbst musste leider schon oft feststellen, wie naiv Menschen dieser Scheinwissenschaft verfallen sind. Da wird auf Zahnpasta mit Menthol verzichtet, kein Kräutertee und Kaffee getrunken oder die Globuli nur mit einem Plastikstab umgerührt, von der Ablehung gegen Impfen ganz zu schweigen (Übrigens super Ausreden, sollten die Kügelchen oder Tropfen einmal nicht wirken).
    Ich verstehe Skepsis gegenüber der Medizin an sich, sich dann jedoch auf solche fandescheinigen Begründungen zu verlassen, sehe ich als sehr gefährlich an.

  5. Susanne sagt:

    Schön, dass Sie bereits auf der Startseite deutlich machen, dass dies ein Anti-Homöopahtie-Blog ist.

    Das hat nichts mit Beweisaufnahme zu tun. Das ist eine Vorverurteilung.

    • Norbert Aust Norbert Aust sagt:

      Wieso ‚Vorverurteilung‘? Dass die Homöopathie als Therapie weder mit dem gegenwärtigen Kenntnisstand der Naturwissenschaften in Einklang zu bringen ist, und dass auch die in den vorliegenden Studien geführten Nachweise nicht sehr belastbar sind, ist eine Schlussfolgerung, die sich nach einiger Beschäftigung mit dem Thema zwangsläufig ergibt. Wenn man natürlich alle Kritik an der Homöopathie von vorne herein als ‚Vorurteil‘ abtut, braucht man sich natürlich nicht mit den Argumenten abzumühen – was sicher deutlich einfacher ist, aber auch nicht sonderlich originell, und was in der generellen gesellschaftlichen Debatte um die Homöopathie allerdings auch nicht gerade überzeugend ist.

    • Ute Parsch sagt:

      Hallo Susanne,

      dieser Blog ist das genaue Gegenteil einer Vorverurteilung. Warum? Weil er sich intensiv und sachlich mit den Behauptungen der Homöopathie auseinandersetzt.

      Wenn man wirklich ein Vorurteil hat, eine vorgefasste Meinung also, bei der man nicht mehr bereit ist, sie zu ändern – dann würde man doch nicht viel Zeit und Mühe investieren, um sich die Belege der Gegenseite immer wieder anzusehen.

      Was auf diesem Blog passiert, ist also das genaue Gegenteil einer Vorverurteilung: Es ist die immer wieder angebotene Offenheit für neue Argumente der Gegenseite. Es ist das permantente Angebot, die Diskussion zu versachlichen und die Beleglage mit naturwissenschaftlicher Gründlichkeit zu analysieren. Und das, obwohl sich bisher genau diese Argumente als nicht stichhaltig erwiesen haben.

      Offenheit verbietet ja nicht, dass man eine wohlbegründete Meinung zu einem Thema mitbringt, mit dem man sich schon lange auseinander gesetzt hat. Offenheit bedeutet, dass man sich trotz der rationalen Gründe für den eigenen Standpunkt auch weiterhin die Aussagen der Gegenseite anhört und diese auf Stichhaltigkeit überprüft. Denn genau mit dieser Vorgehensweise überprüft man auch den eigenen Standpunkt immer wieder: Man legt alle Argumente auf den Tisch und prüft immer wieder, wer die stichhaltigeren Argumente hat – und wer sich geirrt hat.

      Dass die Argumente, die Homöopathen vorlegen, einer kritischen Überprüfung nicht standhalten, ist nun aber allein deren Schuld. Dass also nicht stichhaltige „Belege“ hier entlarvt werden können, spricht nicht gegen den Blog, sondern gegen die Homöopathie. Ebensowenig wie die Art und Weise, wie mit dieser Kritik mitunter umgegangen wird.

      Grüße

      • Bruno Mettler sagt:

        >Wenn man wirklich ein Vorurteil hat, eine vorgefasste Meinung
        >also, bei der man nicht mehr bereit ist, sie zu ändern – dann
        >würde man doch nicht viel Zeit und Mühe investieren, um sich
        >die Belege der Gegenseite immer wieder anzusehen.

        könnte sein.
        Könnte aber auch sein, dass jemand einfach nichts vernünftiges mit seiner Zeit anzufangen weiss, aus welchen Gründen auch immer.

        >er sich intensiv und sachlich.
        Gerade dazu passend ist z.B. sein Geschwafel von seinem zukünftigen Reichtum weiter unten hier im Thread. Wenn auch offensichtlich ironisch, von Sachlichkeit weit entfernt.

        >Es ist das permantente Angebot, die Diskussion zu
        >versachlichen und die Beleglage mit naturwissenschaftlicher
        >Gründlichkeit zu analysieren
        Hierzu sollten sie sich den Thread nochmal durchlesen, indem ein Arzt anbietet unter Leitung von Hrn Aust eine Studie zu erstellen.
        Interessanterweise wurde seitens Kritiker im Vorfeld schon vorverurteilt und Argumente angeführt, die Studie nicht anzuerkennen. Oder den Thread, indem Hr Aust eine Heilpraktiker Prüfung Testweise bestanden haben will. Nur leider hat er sich in der Zeitberechnung geirrt und es wurde im nachgewiesen, dass er beschissen hat.
        Und das alles hier nennen sie sachlich und nicht vorverurteilt.

        Naja, jeder hat da so seinen Glauben

  6. Hans Hottmann sagt:

    Substantia ignis D 0 – D 12

    Homöopathisches Therapeutikum und Prophylaktikum gegen Verbrennungen

    Einleitung:

    Gemäß den vielfach erprobten Grundsätzen der Homöopathie, das Übel durch Anwendungen von Substanzen, die in einem gesunden Organismus angewandt, das gleiche Übel hervorbringen würden wie im Krankheitsfall, wurde in unserem Labor unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. Hehnemann ein hochwirksames Mittel gegen jede Art von Verbrennungen entwickelt.
    Da diese zu den häufigsten Unfallfolgen zählen, haben wir uns entschlossen, keinen Patentschutz für diese Substanz zu beantragen, sondern die Zubereitung derselbigen zu veröffentlichen, um jeden in der homöopathischen Zubereitung von Arzneien bewandertem Apotheker in die Lage zu versetzen, dieses zur Behandlung und Vorbeugung gegen Verbrennungen einzusetzende Mittel zuzubereiten.

    Grundprinzip:

    Verbrennungen werden hervorgerufen, wenn Flammen (= brennende Gase) auf die Haut treffen.
    Deshalb ist die Ausgangssubstanz zur Bereitung der Arznei, eine Flamme. Es ist gleichgültig, ob es sich dabei um eine brennende Kerze, ein Stück brennende Kohle oder Holz oder eine Flamme eines Feuerzeuges handelt.

    Man halte bereit:

    – eine brennende Flamme
    – eine leere, sterile Spritze ( 10 ml) mit Kanüle
    – ein Reagenzglas (25 ml) mit 10 ml normalem Aqua bidestillata ( D0)
    – 6 Reagenzgläser ( 25 ml) mit 9 ml linksdrehendem Aqua bidestillata (D1-6)
    – 6 Reagenzgläser ( 25 ml) mit 9 ml rechtsdrehendem Aqua bidestillata (D7-12)
    – 13 Reagenzglasverschlüsse aus Naturkorken

    Man führe aus:

    – drücke den Stempel der Spritze ganz nach unten bis zur Marke „Null“.
    – halte die Kanüle in den oberen Bereich der bereitstehenden, brennenden Flamme und ziehe die Spritze bis zur Marke 1 (= 1 ccm) auf. (d.h. 1 ccm Flamme wird in die Spritze aufgezogen)
    In der Regel brennt die Flamme in der Spritze nicht weiter, welches auch nicht nötig ist, da wir ja das „Prinzip“ der Flamme und damit ihre Wirkung in die Spritze überführen wollen.
    – die Spritze mit der 1 ml Flammensubstanz wird durch Niederdrücken des Stempels vollständig in das erste Reagenzglas mit den 10 ml normalen Aqua bidestillata überführt und 10 mal von oben nach unten geschüttelt.
    – dieses Reagenzglas enthält die sogenannte „Master-Verdünnung“ D 0
    – ziehe 1 ccm der D 0 -Verdünnung mit der gleichen Spritze auf und gebe sie in das erste Reagenzglas mit den 9 ml linksdrehendem Aqua bidestillata (D 1)
    – versehe dieses Reagenzglas mit dem passenden Naturkorken und schüttele es 10-mal für 30 sec von oben links nach unten rechts.
    – das gleiche Prozedere nehme man mit den Reagenzgläsern D 2-D6 vor.
    – mit den Reagenzgläsern welche mit rechtsdrehendem Aqua bidestillata D 7-D12 gefüllt sind, verfahre ebenso, mit dem Unterschied, dass diese von oben rechts nach unten links zu schütteln sind.

    Das folgende Diagramm zeigt die Abhängigkeit der Wirksamkeit von den Potenzen.

    Der Wirksamkeitstest wurde an der Universität Sheljabinsk unter der Leitung von Prof. Dr. Scharla im August 2013 durchgeführt.
    Weitere Informationen zum Test erhalten sie auf der Homepage : prof-scharla@shel.tan

    Um größere Volumina der einzelnen Potenzen zu erhalten, werden die Reagenzröhrchen der Potenzen D1 bis D12 in jeweils 10 Liter Aqua bidestillata ( normaldrehend) überführt, entsprechend gekennzeichnet, und können nun unter streng sterilen Bedingungen in dunkle Glasflaschen zu je 50 ml abgefüllt werden. Von jeder Potenz werden demnach 200 Endbehältnisse erhalten.

    Die Etikettierung erfolgt mit der Kennzeichnung “Substantia ignis” der jeweiligen D1-D12 Potenz, der Chargennummer, dem Verfallsdatum und dem Lagerungshinweis (+2 bis + 6 Grad Celsius).
    Die Abgabepreise variieren für die 50 ml Abfüllung zwischen 25.-€ pro Zubereitung der Potenzen D 1-D6, und 45,-€ für die Potenzen D 8- D 10.

    Nun ja, hier will ich abbrechen und die Aufmerksamkeit der Leser, die von Anfang an durchschauten, welchen Sinn vorstehendes haben sollte, nicht weiter strapazieren. Aber ich denke, wenn dieses Produkt von Marketingprofis bzw. ihnen gleichgestellten Scharlatanen beworben würde, hätte ich wahrscheinlich keine schlechten Chancen, meine Rente etwas aufzubessern.

    Aber zu Hahnemanns grandiosem Grundsatz der Homöopathie “Similia similibus curentur”
    hätte ich noch ein “Sim-wort” hinzuzusetzen:

    “Simsalabim” !

  7. Pingback: Eso-Gesundheitsministerin | Wirklich skeptisch

  8. Pingback: Homöopathie: Zwischen ganzheitlicher Medizin und Quacksalberei | Aktuelle Nachrichten

  9. Lieber Herr Dr. Aust,

    fühlen Sie sich von der Homöopathie bedroht? Ist das der Grund, dass Sie sich die Mühe gemacht haben, diese Seite aufzubauen?
    Wenn sie nicht funktionieren würde, wäre sie doch längst wieder in Vergessenheit geraten und Sie hätten keinen Grund, sich dagegen aufzulehnen.
    Ich möchte gar nicht anfangen, mit Ihnen auf wissenschaftlicher Basis über die Wirkweise der Homöopathie zu diskutieren.
    Ich war lange genug naturwissenschaftlich geprägt und habe selbst nicht an die hohen Verdünnungen geglaubt.
    Es war eher ein Zufall, dass ich zu einer Homöopathin in Behandlung geraten bin. Ich hatte gehört, sie kann gut zuhören und ich hatte einfach das Bedürfnis, mir etwas von der Seele zu reden.
    Zum Schluss gab sie mir drei Zuckerkugeln und ich dachte: Nützt zwar nichts, aber schaden kann es auch nichts. Also habe ich sie geschluckt.

    Ich hätte nie gedacht, dass drei Zuckerkügelchen so mein Leben verändern könnten!
    Ich hatte danach sofort ein ganz anderes Lebensgefühl.
    Ich habe mich weiter von der Homöopathin behandeln lassen und inenrhalb eines halben Jahres war ich von dem Asthma geheilt, unter dem ich 18 Jahre lang gelitten hatte.
    Es ist einfach schwierig, sein Leben zu genießen, wenn man so wenig Puste hat, dass der Lungenfunktionstest nur noch einen halben Liter Lungenvolumen feststellen kann!
    Seitdem ist meine Lebensqualität sehr gestiegen.

    Ich kann Ihnen nur raten: probieren Sie es einfach selber aus. Lassen Sie sich von einem erfahrenen Homöopathen ein zu Ihnen passendes Mittel raussuchen und erleben Sie die Wirkung.

    Wenn sie nur auf die Inhaltsstoffe eines Globulis schauen, ist es so, als würden Sie sich eine CD anschauen und danach die Musik beurteilen wollen, die darauf gespeichert ist.
    Es ist die Information, die auf der CD bzw. in den Globuli gespeichert ist, die den Wert ausmacht.

    Ich bin sicher, irgendwann wird die Wissenschaft Methoden entwickelt haben, sodass sie die Wirkung der Homöopathie erklären kann.

    Ich wünsche mir eine Welt, in der Schulmediziner, Homöopathen und andere ganzheitliche Therapeuten sich gegenseitig respektieren und sich gegenseitig unterstützen – zum Wohle der Patienten.

    Herzliche Grüße und viel Erfolg bei Ihrem Projekt eine Kommunikation zu fördern

    Ihre

    Gabriele Ermen
    Einfühlsames Marketing

  10. Norbert Aust Norbert Aust sagt:

    Liebe Frau Ermen,

    Danke für Ihren Kommentar, den ich hier gerne beantworte.

    >> fühlen Sie sich von der Homöopathie bedroht?

    Nein, das tue ich persönlich nicht, denn persönlich kann ich mich einer homöopathischen Therapie ja entziehen. Ich halte die Homöopathie und deren Ausbreitung jedoch für eine negative Entwicklung in unserer Gesellschaft. Mit der Homöopathie geht in hohem Umfang eine Verunglimpfung der wissenschaftsbasierten Medizin, ja der ganzen Wissenschaft selbst einher, ich möchte nur das Stichwort Impfskepsis nennen. Die Homöopathie beruht darauf, dass ihre Protagonisten und die Patienten glauben, dass es eine über Placebo hinausgehende Wirksamkeit der Homöopathika gibt, ohne den mindesten Beweis dafür antreten zu können, ja sogar von der Notwendigkeit desselben per Gesetz ausgenommen zu sein. Unsere Gesellschaft beruht auch darauf, dass man Behauptungen beispielsweise über seine Mitmenschen nicht einfach in den Raum stellen kann, sondern diese auch belegen muss. Wenn dieses Prinzip ausgehöhlt wird und irgendwann nicht mehr gelten soll, dann wird das auch meine Nachkommen betreffen – und das fände ich nicht gut.

    >> Wenn sie nicht funktionieren würde, wäre sie doch längst wieder in Vergessenheit geraten
    Vergleichen Sie wie lange der Aderlass allgemein angewandt wurde – ein paar Jahrtausende lang – und dennoch gilt er heute bis auf wenige Ausnahmen als kontraproduktiv. Oder das Ausbrennen von Wunden. Oder oder oder…

    >> Ich hätte nie gedacht, dass drei Zuckerkügelchen so mein Leben verändern
    Woher wissen Sie, dass es die Zuckerkügelchen waren, genauer, deren pharmazeutische Wirkung? Warum war es nicht das Gespräch? Mit einem naturwissenschaftlichen Hintergrund müsste Sie genau diese Frage brennend interessieren. Woher wieß ich, was ich glaube zu wissen? Kann es auch anders sein? Kann ich mich getäuscht haben?

    Dass Sie nicht mehr unter Asthma leiden freut mich für Sie. Dazu Stellung nehmen kann ich nicht, aber ich bin sicher, dass es die homöopathischen Mittel, sofern Sie nicht gerade mit der Urtinktur oder sehr niedrigen Potenzen behandelt worden sind, eher nicht waren. Eben mangels Wirkstoff.

    >> Wenn sie nur auf die Inhaltsstoffe eines Globulis schauen, ist es so, als würden Sie sich eine CD anschauen und danach die Musik beurteilen wollen, die darauf gespeichert ist.

    Sie sollten diesen Vergleich aber vollständig durchdenken: Erstens kann man eine CD anschauen und mit passender Vergrößerung durchaus die unterschiedlichen Strukturen erkennen, die zum Erzeugen der Musik in der zugehörigen Abspielanlage führen. Ich kann damit auch jederzeit und reproduzierbar immer die gleiche Musik erzeugen. Ich kann eindeutig eine CD mit einer Bach-Kantate von einer mit einem Pink Floyd Konzert unterscheiden. Ich kann auf dem ganzen Weg von der CD bis in den Lautsprecher und zu meinem Ohr zeigen, woraus die Information besteht und dass sie eindeutig von der Struktur der CD hervorgerufen wird.

    Zeigen Sie mir im Gegenzug, wie Sie verschiedene Globuli unterscheiden können. Eindeutig und reproduzierbar. Zeigen Sie mir, wo die Information auf den Globuli steckt. Zeigen Sie mir, mit welchem Verfahren, ob technisch oder biologisch, diese Information ausgelesen wird und was damit angefangen wird. Zeigen Sie mir, welcher Art diese Information ist.

    >> Ich bin sicher, irgendwann wird die Wissenschaft Methoden entwickelt haben, sodass sie die Wirkung der Homöopathie erklären kann.

    Ich nicht. Ich bin allerdings sicher, irgendwann einmal ganz schrecklich reich zu sein. Bekomme ich von Ihnen darauf schon mal einen Kredit? Doch, ich bin ganz sicher, ich spüre das genau! Und dann kriegen Sie ihr Geld zurück. Ganz bestimmt.

    Merken Sie, wie wenig eine Sicherheit, ein unwahrscheinliches Ereignis wird in der Zukunft eintreten, im täglichen Leben der Gegenwart taugt?

    >> Ich wünsche mir eine Welt, in der Schulmediziner, Homöopathen und andere ganzheitliche Therapeuten sich gegenseitig respektieren und sich gegenseitig unterstützen

    Das kann dann eintreten, wenn die Homöopathie einen Nachweis erbringt, dass ihr tatsächlich eine über die Wirkung eines Placebos hinausgehende Wirksamkeit innewohnt.

    Mit freundlichen Grüßen
    Norbert Aust

    • borstel sagt:

      Wäre ja auch mal etwas neues gewesen, wenn eine Dame, die „einfühlsames Marketing“ für Heilpraktiker betreibt, sich plötzlich gegen Homöopathie ausspräche – lieber hier einen Beitrag posten, um einen Link zur eigenen Website auf Deibel komm‘ ‚raus hinterlassen zu können.

      P.S.: Wie wäre es, liebe Frau Ermen, mit einer Partnervermittlung für Heilpraktiker beiderlei Geschlechts – das wäre aber so etwas von einfühlsam…

      • Bruno Mettler sagt:

        da habe ich von ihnen aber auch schon Besseres gelesen.
        Sie scheinen es nötig zu haben.

      • K. Wiech sagt:

        Hallo borstel,

        wunderbar „männlich getriebene“ Antwort auf den Artikel einer Frau. borstel – ist schon der Name Programm?

        Frauen wurden früher als Hexen verbrannt. Hier hat man das Gefühl, dass das nachwirkt! Warum verunglimpfen Sie das so vehement? Nur weil es eine Frau schrieb? Schämen Sie sich!

    • Lanzelot sagt:

      Tatsächlich ist eine der elementarsten Säulen der Homöopathen und Heilpraktiker, das diskreditieren von Medizin, Medizinern und allen möglichen Behandlungsmethoden.
      Gleichzeitig wird ständig versucht, sich als eine Alternative zur Medizin zu verkaufen
      Und dies ist tatsächlich eine Bedrohung für Menschen, die dringend ärztlicher Hilfe bedürfen und davon abgehalten werden
      Und DAS ist sehr real

      Aber am Ende läuft die Diskussion immer in’s Leere, da die Differenzen
      zwischen Wissen und Glauben schwer zu überbrücken sind

      • Bruno Mettler sagt:

        >Tatsächlich ist eine der elementarsten Säulen der Homöopathen
        >und Heilpraktiker, das diskreditieren von Medizin, Medizinern
        >und allen möglichen Behandlungsmethoden.

        Da stehen sich, wie z.B. hier auf diesem Blog zur Genüge zu lesen ist, beide Seiten in nichts nach.

        >Und dies ist tatsächlich eine Bedrohung für Menschen, die
        >dringend ärztlicher Hilfe bedürfen und davon abgehalten werden
        >Und DAS ist sehr real

        Blödsinn, Beweise ? Es steht ausser Frage, dass aus manchem Vorgehen auf beiden Seiten Gesundheitsgefährdung oder mehr folgen kann. Daher stellen sie Schul- und Alternativmedizin unter Pauschalverdacht.

        >Aber am Ende läuft die Diskussion immer in’s Leere, da die
        >Differenzen zwischen Wissen und Glauben schwer zu
        >überbrücken sind

        Und sie maßen sich in ihrer Arroganz an, es zu wissen und darüber urteilen zu können !

        • borstel sagt:

          „>Aber am Ende läuft die Diskussion immer in’s Leere, da die
          >Differenzen zwischen Wissen und Glauben schwer zu
          >überbrücken sind

          Und sie maßen sich in ihrer Arroganz an, es zu wissen und darüber urteilen zu können !“

          Das ist keine Arroganz. Es ist schlicht eine Erfahrung, die jeder macht, der diese Art von Auseinandersetzungen mit etwas Abstand betrachtet.

    • Bruno Mettler sagt:

      Was hat denn nun Impfskepsis mit Homöopathie zu tun.

      >Unsere Gesellschaft beruht auch darauf, dass man Behauptungen
      >beispielsweise über seine Mitmenschen nicht einfach in den Raum stellen
      >kann, sondern diese auch belegen muss.
      Ziemlich weit hergeholt ihre Argumente. Das ist, wenn überhaupt, nur ein homöopathischer Einwand in der Beurteilung, wie eine Gesellschaft funktioniert.

      >Warum war es nicht das Gespräch?
      Und dann ? Auch sie denunzieren damit im gleichen Maß die Schulmedizin. Da hier sehr oft Hilfmittel verwendet werden, die direkt nichts nützen.
      Auch hier wird der Patient nicht darüber aufgeklärt, dass er Placebo oder nichtfunktionale Hilfsmittel bekommt.
      Damit können sie vielen kranken Menschen schaden, denen ohne ihre vermeintliche Aufklärungsversuche, geholfen werden könnte.

      • borstel sagt:

        Daß zwar ironischerweise ausgerechnet Hahnemann ein Befürworter der Impfungen war, weil er darin das Simile-Prinzip zu erkennen glaubte, lassen seine Nachfolger nur allzu gern unter den Tisch fallen.

  11. Die Helga sagt:

    Sehr spannend!

    (Werbung für Homöopathika entfernt, Admin.)

    Viele Grüße

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