Homöopathie als Wahlpflichtfach an der Universität?

Viele Universitäten, darunter auch ‚Elite-Universitäten‘ bieten im Medizinstudium Homöopathie als Wahlpflichtfach bzw. Wahlfach an. Was ist davon zu halten? Diese Frage hat mir Hans Zauner vom Laborjournal gestellt, hier meine 2 bis 3 Cent.

In Kürze

Ganz kurz: Homöopathie hat als Wahlfach in der Ausbildung der Mediziner nichts zu suchen. Das ist eine Fehlentwicklung – wie Apothekenpflicht und Binnenkonsens auch – die dringend eine Korrektur erfordert.

Weniger kurz:

Homöopathie ist nach Lage der Dinge eine Therapieform, deren Wirkung nicht über die eines Placebos hinausgeht. Weder gibt es eine auch nur halbwegs plausible Erklärung für einen wie auch immer gearteten Wirkmechanismus, noch gibt es belastbare Evidenz dafür, dass die behaupteten Effekte überhaupt existieren.

Insofern ist es ein Unding, dass Universitäten, gleichgültig ob Elite oder nicht, Inhalte der homöopathischen Lehre in ihr Curriculum integrieren, sei es nun als eigenständiges Wahlfach oder als Unterkapitel anderer Fächer. Grundlage ist jedoch die Approbationsordnung für Ärzte, die den Universitäten diesen Freiraum lässt, Homöopathie als Wahlfach anzubieten. Dort wird dann als Prüfungsleistung nicht die kritische Auseinandersetzung mit der Homöopathie und vielleicht anderen der Esoterik zuzurechnenden Therapieformen gefordert, sondern die Kenntnis der fachlichen Grundlagen und Verfahren nach Hahnemann und seinen Nachfolgern.

Vermutlich wird in Zukunft die Akzeptanz der Homöopathie als vermeintlich etabliertes Verfahren noch zunehmen, wenn die heute durchgehend in allen Lebenslagen mit Globuli traktierte Generation an die Universitäten kommt. Es kann keine positiven Folgen für die Qualität des Gesundheitswesens haben, wenn unwirksame Therapien in der Arztpraxis selbstverständlich werden. Ebenso wenig wie die damit üblicherweise einhergehende Abwertung von Wissenschaft und Forschung, deren Erkenntnisse darauf hinauslaufen, dass der Homöopathie eine über Placebo hinausgehende Wirksamkeit abzusprechen ist.

Daher muss die Approbationsordnung für Ärzte um die Inhalte der Homöopathie bereinigt werden. Ebenso gegebenenfalls die Approbationsordnungen und Ausbildungsordnungen der anderen Heilberufe (Apotheker, Zahnärzte, Tiermediziner) und der Medizinalfachberufe.

Dass auch die ärztliche Weiterbildung zum Homöopathen, der Binnenkonsens, das Homöopathische Arzneibuch als amtliches Dokument, die Apothekenpflicht der Homöopathika sowie die Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen als eine Randepisode der Medizingeschichte entsorgt gehören, versteht sich von selbst.

Homöopathie muss auf den Status von Astrologie, Kartenlegen oder Wahrsagerei zurückgeführt werden: Wer unbedingt daran glauben und dafür sein Geld investieren will – bitte, wir sind ein freies Land. Aber die Homöopathie sollte als eine Form der Quacksalberei zu erkennen sein und nicht mit wirksamen Therapien in einem Atemzug genannt werden (müssen).

In Länge (Begründung)

Homöopathie – Wirksamkeit mehr als nur zweifelhaft

Die Homöopathie gilt als eine der bekanntesten und am weitesten verbreiteten alternativen Heilmethoden, nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen Ländern in allen Kontinenten. Diese ‚Beliebtheit‘ wird oftmals als Beleg für eine Wirksamkeit angeführt, was aber ein ungerechtfertigter Rückschluss ist, denn die zugrundeliegende Wahrnehmung der Menschen ist bekanntermaßen in hohem Maße fehlerbehaftet. (Link)

Es ist davon auszugehen, dass der Homöopathie keine über ein Placebo hinausgehende Wirksamkeit anhaftet. Wobei diese Aussage in der öffentlichen Diskussion häufig fehlerhaft wiedergegeben wird. Dabei wird unter ‚Placebowirkung‘ ausschließlich ein positiver Effekt verstanden, der sich auf die Erfahrung und/oder positive Erwartungshaltung des Patienten gründet. Somit kommt es zu einer vermeintlich ausschließlichen Alternative, entweder ‚Placebowirkung‘ oder wirksames Medikament.

Tatsächlich sind aber unter Placebo auch andere Effekte gegeben, etwa ein natürlicher Verlauf selbstlimitierender Beschwerden, die Wirkung des Immunsystems, der Effekt der Regression zur Mitte und viele andere. Würde es diese Effekte nicht geben, dann wäre alles Leben auf der Erde bereits ausgestorben, lange bevor es überhaupt Menschen und in der Folge Medizin gab.

Eine über Placebo hinausgehende Wirkung der Homöopathie erscheint praktisch ausgeschlossen, denn in den nunmehr zweihundert Jahren der Existenz dieser Lehre ist es nicht gelungen, einen tragfähigen Nachweis für ihre spezifische Wirksamkeit zu liefern, wie eine Betrachtung der verschiedenen Meta-Analysen zu klinischen Studien in der Homöopathie deutlich aufzeigt (Link Link Link).

Es gibt weiterhin keine naturwissenschaftlich überzeugende oder auch nur halbwegs plausible Erklärung dafür, wie eine Wirksamkeit zustande kommen soll, warum ein Präparat Arsenicum album C30 auf den Patienten eine andere Wirkung haben soll als beispielsweise Natrium muriaticum C30.

Selbst bei niedrigsten Potenzen ergeben sich Tagesdosen weit unterhalb pharmazeutisch wirksamer Größenordnungen. Bei Hochpotenzen über D24 / C12 ist der Wirkstoff aus den Präparaten vollkommen herausverdünnt, so dass keine durch den Ausgangsstoff determinierte Wirkung auf den Patienten übertragbar ist. Dass diese Situation so ist, ist auch unter Homöopathen als Tatsache akzeptiert.

In seiner Buchbesprechung zu Grams ‚Homöopathie neu gedacht‘ geht der DZVhÄ sogar so weit, auszusagen, dass jedem Arzt, der die Zusatzausbildung Homöopathie durchläuft, von Anfang an klar sei, dass die Homöopathie den Naturgesetzen widerspricht (Link). Das heißt, es ist auch in Zukunft nicht zu erwarten ist, dass sich dies ändert, sofern in den Naturwissenschaften keine Umwälzungen eintreten, die in ihrer Tragweite die Einführung von Relativitätstheorie und Quantenmechanik weit in den Schatten stellen würden.

Selbst ein Nachweis, dass es überhaupt eine über Placebo hinausgehende Wirksamkeit gibt, vielleicht nicht für die Homöopathie als Ganzes, sondern beschränkt auf besondere Situationen, liegt nicht vor.

Will man die Wirksamkeit einer Therapie darstellen, dann kommt man nicht umhin, einen Vergleich anzustellen, was ohne die Gabe des Medikaments geschehen wäre. Eine Wirkung müsste sich dadurch zeigen, dass im Vergleich zu unbehandelten Patienten eine Heilung besser oder schneller eintritt. Kann ein solcher Vergleich nicht vorgelegt werden, entbehrt jede Aussage zur Wirksamkeit eines Medikaments jeder belastbaren Grundlage und ist als eine Art Glaubensbekenntnis zu sehen.

Jedwede Studie muss also Daten ermitteln, aus denen hervorgeht, welche Verbesserung nach der Einnahme des vermeintlich wirksamen Medikaments erfolgt ist und was sich unter den gleichen Bedingungen bei einer Vergleichsgruppe ergeben hat, die nur ein wirkstoffloses Placebo erhalten hatte. Durch geeignete Maßnahmen ist sicherzustellen, dass die erfassten Differenzen nur auf die Unterschiede in der Medikamentengabe beruhen können, also kein Placeboeffekt das Ergebnis verfälscht (durch Verblindung) und die Ausgangslage in beiden Gruppen vergleichbar ist (durch Randomisierung).

Dies ergibt den Typ einer randomisierten verblindeten und kontrollierten Vergleichsstudie, ein Verfahren, das von den Homöopathen grundsätzlich als nicht aussagekräftig abgelehnt wird – zumindest dann, wenn eine solche Studie für die Homöopathie nachteilige Ergebnisse liefert. Solche Studien würden den speziellen Ausprägungen einer homöopathischen Therapie mit ihren individuellen, auf den ganzen Menschen zugeschnittenen Mitteln nicht gerecht. Interessanterweise wurde die erste derartige Untersuchung 1835 in Nürnberg bereits als Versuch eines Nachweises der Wirkung von homöopathisch zubereitetem Speisesalz durchgeführt – und verlief negativ (Link).

In den 180 Jahren seit dem Nürnberger Versuch haben die Homöopathen allerdings auch kein auf ihre Belange besser zugeschnittenes Studiendesign entwickeln können, mit dem der oben genannte objektive Vergleich möglich wäre.

Dennoch: es gibt eine Reihe von doppelt verblindeten placebokontrollierten Vergleichsstudien und auch eine Reihe von Metaanalysen hierzu, in denen die Ergebnisse mehrerer Einzelstudien zusammenfassend betrachtet werden. Stellvertretend für diese sei hier nur das Ergebnis der letzten Meta-Analyse von Mathie et al. aus dem Jahr 2014 zitiert, der die Studienlage für die klassische Homöopathie betrachtete – also der Königsdisziplin der Homöopathie, die konsequent die Lehren des Gründers Hahnemann anwendet und als besonders wirkungsvoll gilt, da die Mittel nach eingehender Anamnese individuell verordnet werden.

„Schlussfolgerungen: Individuell verordnete homöopathische Arzneien zeigen möglicherweise (‚may have‘) kleine spezifische Behandlungseffekte. (…) Die generell geringe oder ungeklärte Qualität der Nachweise erfordert einige Vorsicht in der Interpretation dieser Ergebnisse‘.

Diese Untersuchung stammt beileibe nicht von einem Gegner der Homöopathie. RT Mathie ist seines Zeichens der Forschungschef (‚Research developemnt advisor‘) der British Homeopathic Association, in einer Position also, die obsolet wäre, wenn die Unwirksamkeit der Homöopathie erwiesen wäre (Link). Dass diese Arbeit selbst nur mit höchst fragwürdigen Methoden zu diesem extrem bescheidenen Ergebnis kommt, kann hier  nachgelesen werden.

Also, wir dürfen als Fakt sehen, dass homöopathische Präparate die Wirksamkeit von Placebos nicht übertreffen, was auch Claudia Witt vor Kurzem in einem Interview formuliert hatte:

„Seit über fünf Jahren finden Sie von mir eine offizielle Stellungnahme zur Homöopathie im Internet. Meine Aussage – dass nicht belegt ist, dass homöopathische Arzneimittel mehr als ein Placebo sind – gilt auch heute noch.“ (Link)

Auch Claudia Witt ist keine Gegnerin der Homöopathie. Ganz im Gegenteil: Die Carstens-Stiftung, die die Verbreitung der Homöopathie im Gesundheitswesen zum Ziel hat, finanzierte von 2008 bis 2013 eine Stiftungsprofessur an der Charité in Berlin (Link), auf der eben Claudia Witt sehr umfangreich zur Homöopathie geforscht hat, deren Ergebnisse sie in dem obigen Zitat zusammenfasst.

Bevor man mir einseitigen Dogmatismus vorwirft:

Ja, ich gehe davon aus, mich auch irren zu können und suche daher die Diskussion mit den Homöopathen und Forschern, die auf diesem Gebiet tätig sind. Ich war und bin in persönlicher Diskussion mit den Professoren Frass und Endler, mit Stephan Baumgartner, Klaus von Ammon und Herbert Möllinger und habe eine Tagung von Homöopathen besucht (Link). Ich werde meine Thesen im Dezember 2015 vor der StudentInnen Initiative Homöopathie der Meduni Wien zur Diskussion stellen: Wo bleibt die belastbare Evidenz?

Eine sehr schöne Zusammenfassung und Übersicht liefert Wolfgang Vahle in seinem Aufsatz ‚Homöopathie in Kürze‘ (Link).

Homöopathie im Studium der Humanmedizin

Die Eingangsfrage bezog sich in besonderem Maße auf die Eliteuniversitäten, die Ludwigs-Maximilian-Universität (LMU) und die Technische Universität (TU) in München. Allerdings ist es fast unbedeutend, ob es sich um eine Eliteuniversität handelt oder nicht – letztendlich muss sich jede Universität in ihrem Studiengang Humanmedizin nach der gültigen Approbationsordnung für Ärzte richten (Link). Dies ist eine vom Bundesgesundheitsministerium erlassene Rechtsverordnung, die die Ausbildung zum Arzt sehr detailliert und verbindlich regelt. Eine Eliteuniversität kann vielleicht in bestens ausgestatteten Unikliniken und Laboren eine besonders hochwertige Ausbildung anbieten, mit vielen Professoren im Lehrkörper, die in ihrem Fach Herausragendes geleistet haben und weiterhin erstklassige Forschung betreiben – aber sie ist an die Approbationsordnung gebunden.

Da liegt der Hase im Pfeffer.

Einerseits regelt die Approbationsordnung in § 1, ‚Ziele und Gliederung der ärztlichen Ausbildung‘:

(1) Ziel der ärztlichen Ausbildung ist der wissenschaftlich und praktisch in der Medizin ausgebildete Arzt, der zur eigenverantwortlichen und selbständigen ärztlichen Berufsausübung, zur Weiterbildung und zu ständiger Fortbildung befähigt ist. (…) Die Ausbildung zum Arzt wird auf wissenschaftlicher Grundlage und praxis- und patientenbezogen durchgeführt. Sie soll
– …

– (diverse Punkte zu Wissen, Kenntnissen und Fertigkeiten)
– …

auf der Basis des aktuellen Forschungsstandes vermitteln.
(Hervorhebungen nicht im Original)

Schon im ersten Absatz des ersten Paragraphen des 46 Seiten und 44 Paragraphen langen und 19 Anlagen umfassenden Werks wird dreimal auf die fundamentale Rolle der Wissenschaft und Forschung Bezug genommen – nur um dann die Homöopathie in Anlage 3 als Wahlfach für die Zulassung zum zweiten Teil der ärztlichen Prüfung expressis verbis aufzuführen, gleichrangig etwa mit Augenheilkunde oder Gefäßchirurgie, Flugmedizin oder Rechtsmedizin und noch vielen anderen mehr. Diese Fächer, also auch die Homöopathie, kommen auch als Wahlfach zum ersten Teil der Prüfung in Frage. Das Wahlfach steht dann in der Prüfung gleichberechtigt neben anderen Pflichtfächern der medizinischen Ausbildung, als beispielsweise Neurologie, Pathologie, Pharmakologie/Toxikologie.

Der Spagat zwischen wissenschaftlichem Anspruch einerseits und der Pseudomedizin in Form der Homöopathie andererseits ist also bereits in der Approbationsordnung verankert. Eine Universität, Elite oder nicht, die das anbietet – es besteht offenbar keine Verpflichtung das zu tun – bewegt sich nur als Vollsortimenter im Rahmen der quasi gesetzlichen Vorgaben.

Der Student muss in den Prüfungsfächern, also auch in seinem Wahlfach, Leistungsnachweise erbringen. In allen Fächern muss der Student nachweisen, dass er die Grundsätze und Grundlagen des geprüften Stoffgebiets beherrscht. Das steht zwar so nur in den Vorgaben für den ersten Prüfungsabschnitt, gilt aber sicher auch als Grundlage für den zweiten, wenn auch dort eher von den Kenntnissen und Fähigkeiten gesprochen wird, deren ein Arzt in seiner Arbeit bedarf.

Das heißt, im Curriculum ist nicht die kritische Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Fach gefragt – das macht auch in den anderen Fächern außer der Homöopathie wenig Sinn – sondern die zu dem Fach gehörenden Kenntnisse und Fertigkeiten. In den anderen Fächern mag man sich zwar vielleicht mit dem einen oder anderen Verfahren kritisch auseinandersetzen – aber niemand wird wohl allen Ernstes etwa die Pathologie oder die Neurologie als solches grundsätzlich in Frage stellen. Wie soll der Student darauf kommen, die Homöopathie anders zu betrachten?

Bestätigt findet man diese Überlegungen beispielsweise im Blog von Natalie Grams, in dem sie beschreibt, wie unkritisch, alleine auf Wissensvermittlung ausgerichtet die Homöopathie in ihrem Studium gelehrt wurde (Link).

Die LMU / TU München bietet zum ersten Prüfungsabschnitt eine Vorlesungsreihe ‚Grundlagen der Homöopathie und ihre klinische Anwendung‘ und zum zweiten Prüfungsabschnitt ‚Praktische Anwendung der Homöopathie‘ an (Link Link). Verantwortlich zeichnen Sigrid Kruse und Joachim Siebenwirth. Erstere ist Leiterin der Abteilung Homöopathie im von Haunerschen Kinderspital der Uni München, letzterer ist offenbar praktizierender homöopathischer Arzt in Wolfratshausen unweit von München. Es findet sich die Mischung der verschiedenen Themen aus dem Organon, wie Anamnese, Potenzierung, Materia Medica etc., diverse Arzneimittelbilder, auch ein kleines Kapitelchen über Forschung ist dabei, kurzum, alles das, was man in einer Heilpraktikerschule in der Ausbildung zum Homöopathen auch findet.

Mehr nicht.

Zukunftsszenario

Grundsätzlich ist die Homöopathie für einen Arzt ja recht attraktiv. Entweder wird eine homöopathische Behandlung über eine Privatkasse abgerechnet oder neuerdings per Sondervertrag zwischen DZVhÄ und Krankenkassen auch im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung (Link). Vermutlich kann man damit der Kostendämpfung im Gesundheitswesen entgehen und die je Praxis festgelegten Obergrenzen für das Abrechnungsvolumen überschreiten. Dazu ist das Investitionsvolumen recht gering, das erforderlich ist, die Praxis mit den nötigen Einrichtungen zu versehen: ein PC-Programm zum Heraussuchen des Simillimums und eine gewisse Sammlung von homöopathischen Präparaten ist vollkommen ausreichend. Dass man sich dazu noch ein gewisses Gutmenschen-Image zulegt, indem man offenkundig nicht mit den Bösen aus der Pharmaindustrie zusammenarbeitet, dürfte die Attraktivität gerade für junge Ärzte mit einer großen Portion Idealismus noch steigern.

Vorbei sind die Zeiten der Marburger Erklärung, in denen die Homöopathie als Irrlehre gebrandmarkt wurde, die keinen Platz in der Medizin hätte (Link). Selbst in der Marburger Universität hält die Homöopathie leise schleichend Einzug, zwar (noch?) nicht als Wahlfach, aber untergeordnet im Rahmen anderer Veranstaltungen, etwa zur Krankheitslehre (Link) ist sie schon präsent – aber vielleicht wird sie ja im Rahmen dieser Lehrveranstaltung kritisch hinterfragt – hoffentlich.

Wenn ein Medizinstudent geleitet entweder von obigen Überlegungen oder aufgrund grundsätzlich positiver Einstellung oder aus bloßer Neugier Homöopathie als Wahlfach wählt, dann wird ihm die Lehre der Homöopathie durch Homöopathen beigebracht – von wem auch sonst – die notwendigerweise von ihrem Fach überzeugt sind.

Dem zukünftigen Arzt wird die Homöopathie als ein gleichwertiges Fach der Heilkunde dargestellt, dessen Inhalte er zur Prüfung beherrschen muss, wenn er dieses Fach wählt. Die Vorlesungen und Praktika in Physik und Chemie sind am Ende der Ausbildung lange her – und ich möchte bezweifeln, dass ein Dozent der Physik oder der Chemie auf die abstruse Idee kommt, ausführlich darlegen zu müssen, dass eine medikamentöse Wirkung ohne einen materiellen Wirkstoff nicht möglich ist. Die Dozenten der Homöopathie werden den Part sicher übernehmen, indem sie die bekannten den Naturwissenschaften entlehnten aber als Worthülsen gebrauchten Begriffen in den Raum werfen, vom Wassergedächtnis, von Informationen, Quantenphysik, Nanobubbles oder was auch immer.

Kurz: Wer als Student aus irgendwelchem Interesse heraus Homöopathie als Wahlfach wählt, den Stoff dann irgendwie bewältigt – aus dem kann nichts anderes werden als ein überzeugter Homöopath. Zu oft hat er die positiven Darlegungen der Dozenten gehört, in den anderen Fachgebieten hört man sicher nicht viel Gegenteiliges. Steter Tropfen höhlt den Stein.

Dabei stehen wir vermutlich erst am Anfang einer großen Welle. Die Homöopathie hat erst ab etwa den 1980er Jahren wieder einen Aufschwung erlebt. Die durchgehende ‚Homöopathisierung‘ des Alltags, bei der jedes Schulkind seine Arnica-Globuli für und gegen alles im Ranzen hat, hat erst viel später eingesetzt, gefühlt vielleicht in den letzten zehn Jahren. Da wächst eine Generation heran, die bei jeder noch so kleinen Blessur oder bei Bagatellbeschwerden irgendwelche Globuli verabreicht bekommt. Die lernt und verinnerlicht, dass die spätere Besserung nicht von selbst kommt, sondern von den Kügelchen. Und die aus den Gesprächen der Erwachsenen schon früh gelernt hat, dass es eine böse Schulmedizin und eine gute Homöopathie gibt.

Was passiert, wenn diese Generation an die Universitäten kommt? Wird die Zahl derer, die sich der Homöopathie zuwenden, weil sie sie für eine hocheffektive Therapieform halten, zunehmen oder abnehmen? Noch dazu wenn einschlägige Interessenvertreter um die Studenten buhlen und ihnen – auch das Genießen von Kongressen will gelernt sein – Tagungen und Kongresse bieten, etwa zu einem dreitägigen ‚Wilseder Forum‘ einladen, für Studenten schon alleine dadurch attraktiv, dass die Carstens Stiftung nicht nur die Veranstaltung abhält, sondern auch die Kosten für Reise, Unterbringung und Verpflegung übernimmt (Link).

Wir dürfen also erwarten, dass wir in Zukunft mit einer zunehmenden Anzahl von Ärzten konfrontiert werden, die von der Homöopathie überzeugt und begeistert sind, denen prinzipiell unverständlich ist, wie man dieses Fach generell in Frage stellen kann – und auf dahingehende Äußerungen ihrer Patienten vielleicht ebenso pikiert reagieren, wie manche selbst erklärten Koryphäen in ihrem Fach das auch heute schon tun.

Folgen

Die Folgen sind fatal und recht vielschichtig.

Ganz offensichtlich scheint die Homöopathie ja, da an der Uni gelehrt und von den Ärztekammern auch als Weiterbildung angeboten, ein akademisch anerkanntes Fach zu sein. Welcher Volkshochschule wird man ausreden können, Informationsveranstaltungen zur Homöopathie in der Öffentlichkeit anzubieten, wenn die Universitäten das vorleben? Welchem Buchhändler oder welcher Stadtbibliothek kann man nahebringen, das Sortiment an populären Ratgebern zur Homöopathie zu reduzieren, wenn die medizinischen Fachbuchhandlungen dies nicht tun? Wie kann man eine Hebamme davon überzeugen, dass Homöopathie nichts bringt, wenn der die Geburt überwachende Arzt ebenfalls darin ausgebildet ist und den gegenteiligen Standpunkt vertritt?

Wenn es immer mehr homöopathiegläubige Ärzten geben wird, dann wird es immer selbstverständlicher, dass die Lehre auch im normalen Alltagsbetrieb eines Arztes ohne Vorbehalte eingesetzt wird – sicher nicht nur zur Placebobehandlung mit einem wohlklingenden Medikamentennamen, sondern ganz normal als ‚wirksames Medikament‘.

Was ist nun schöner: von der konventionellen Medizin als wandelnde Liste von Positionen der Gebührenordnung gesehen zu werden oder sich mit unwirksamen Pseudomedikamenten behandeln zu lassen? Wird man in Zukunft seinem Arzt vertrauen können, oder muss man scharf aufpassen, was er anwendet? Nicht mehr nur, ob er aus finanziellen Überlegungen heraus übertherapiert – aber immerhin therapiert – sondern jetzt auch, ob er überhaupt eine sinnvolle Therapie wählt?

Zudem ist die Homöopathie die Brücke, die Einstiegsdroge für jede Form der Pseudo- und Eso-Medizin. Wenn der Arzt mit seiner Homöopathie nichts ausrichtet – na dann bleibt ja immer noch der homöopathisch arbeitende Heilpraktiker, der zunächst die gleiche Lehre vielleicht besser vertritt, aber dann noch alles mögliche krude Zeug anbieten kann, Reiki, Ayurveda, Farbtherapie, Heileurythmie und was es sonst noch für Quacksalbereien geben mag, inklusive Aderlass, Baunscheidtieren und Ausleitungen von irgendwelchen Giften und Schlacken und der Anwendung irgendwelcher obskurer Säfte und Mixturen, von denen MMS nur ein besonders übles Beispiel ist. Warum denke ich jetzt, beim Schreiben dieses Artikels, an die Hexen von Macbeth (Link)?

Ich mag es vielleicht etwas zu schwarz sehen, aber ich kann nicht glauben, dass sich eine solche Entwicklung völlig losgelöst vom gesellschaftlichen Kontext abspielt. Man kann nicht einerseits an Lebenskraft und Miasmen glauben ohne gleichzeitig die Wissenschaft zu diskreditieren, die entweder der verlängerte Arm von irgendwelchen im Geheimen agierenden Interessengruppen ist oder sonst vom realen Leben, von ‚altem Wissen‘ keine Ahnung hat und darauf beharrt, dass eine spezifische Wirkung eines homöopathischen Präparats ausgeschlossen ist. Ehrlich, ich möchte nicht in einer solchen Welt leben, in der wieder anhand des rechten Glaubens und nicht aufgrund wissenschaftlicher Belege entschieden wird, was richtig ist und was falsch.

Dies ist kein Weg vorwärts, sondern zurück.

Forderungen

In der Verbreitung der Homöopathie nimmt die für den Laien wahrnehmbare immer festere Verankerung der Homöopathie im öffentlichen Gesundheitswesen eine Schlüsselrolle ein. Dazu gehören neben der ärztlichen Ausbildung in Homöopathie im Studium bzw. die Weiterbildung zur Zusatzbezeichnung Homöopathie auch die Apothekenpflicht der homöopathischen Mittel, Binnenkonsens und Homöopathisches Arzneibuch sowie die Kostenübernahme durch die Krankenkassen.

All dieses darf es für eine nach Lage der Dinge bestenfalls als Placebomedizin oder allenfalls noch als Gesprächstherapie anzusehende Lehre nicht geben. All dieses fördert die Verbreitung der Homöopathie mit sicher nicht positiven Folgen. Die Approbationsordnung und damit die Ausbildung der Mediziner ist um die auf die Homöopathie bezogenen Inhalte zu bereinigen. Gleiches gilt für die Ausbildungsvorschriften für die anderen Heilberufe, beispielsweise der Approbationsordnung für Apotheker, die in § 17 Anlage 13 als Prüfungsvoraussetzung Kenntnisse über die Anforderungen an die Herstellung homöopathischer Zubereitungen fordert – aber nicht die kritische Auseinandersetzung fördert (Link).

Kurz: Es muss eine neue Marburger Erklärung geben, die entsprechend an den Universitäten umzusetzen ist. Homöopathie ist vielleicht von medizinhistorischem oder erkenntnistheoretischem Interesse – aber sicher kein Lehrstoff zur praktischen Anwendung durch approbierte Heilberufler.

Wir werden sehen, ob das erste Strategietreffen der Homöopathiekritiker vom 29. bis 31. Januar 2016 in Freiburg zu ähnlichen Schlussfolgerungen gelangt (Link).

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14 Kommentare zu Homöopathie als Wahlpflichtfach an der Universität?

  1. borstel sagt:

    Gemach, gemach! Ich mußte mich vor Jahren schon mit Homöopathie während des Studiums herumschlagen (war irgendwo in eine geschmacksarme Mischung mit physikalischer Medizin und Naturheilkunde verpackt) – das Abendland ist trotzdem nicht untergegangen. Mit anderen Worten: Das Phänomen ist nicht neu, die Auswirkungen halte ich für begrenzt.
    Trotzdem gehört selbstverständlich Homöopathie nicht in das Medizinstudium, auch nicht als rein freiwilliges Curriculum, und selbstverständlich sollten die Approbationsordnungen der Medizinalberufe geändert werden: Weder vom Aspekt der Heilkunst, noch der Naturwissenschaft her, die in der Medizin gleichbereichtigt nebeneinander stehen sollten, hat die Homöopathie in der Ausblidung etwas zu suchen.
    Zudem: Der Lernstoff ist schon umfangreich genung, als daß wir uns auch noch damit herumschlagen müßten, die Budgets sind begrenzt, so daß hierfür kein Cent ausgegeben werden sollte.

  2. omnibus56 sagt:

    Zu der Allgegenwart der Globuli mit denen Hubschraubermütter (und – väter) meinen jeden Pups „behandeln“ zu müssen, fällt mir in letzter Zeit immer wieder die aktuelle Bepathen-Werbung unangenehm auf, die in eine ähnliche Richtung zielt, wenn sie den Leuten einredet, dass man auch bei einem kleinen Kratzer die Unterstützung durch diese Salbe braucht (OT: „Was für sie nur ein kleiner Kratzer ist, ist für ihre Haut harte Arbeit“)…

    Zum „alles halb so schlimm“ des Vorposters: Tatsächlich erlebe ich es (als „praktizierender Opa“ :-)) immer wieder, dass anderer Mütter Kinder (meine Tochter hat eine gesunde Skepsis gegen bloße Behauptungen und Anekdoten, insbesondere den Eso-Pseudotherapien) von sich aus angerannt kommen und nach Globuli verlangen, wenn sie sich beim Spiel gestoßen haben. Einen Lerneffekt, den Selbstheilungskräften des eigenen Körpers zu misstrauen, kann man da durchaus beobachten. Meinem Enkel reicht Trost und Pusten völlig aus – glücklicherweise. Nervig sind diese Mütter, die dann unbedingt einem trotzdem die Globuli aufschwätzen wollen und nicht verstehen, wie man an ihren Aussagen (Anekdoten) über die „Wunderheilungskräfte“ der Homöopathika zweifeln kann.

    Ich halte es für durchaus nicht unwahrscheinlich, dass solcherart vorbelastete Kinder als angehende Ärzte die notwendige kritische Distanz zu den Voodoo-Therapien gar nicht erst aufbauen können. Einen ähnlichen Effekt sieht man in anderen (z. B. religiotischen) Glaubensvorstellungen ja auch.

  3. Danke für die gelungene Stellungnahme!
    Ich habe zum Thema gestern mit einem Münchner Medizin-Studenten gesprochen. Der meinte (immerhin), dass er an der TU eher „angefeindet“ würde, weil er sich für alternative Methoden interessiert. Zumindest an der TU sei die Homöopathie unter „ferner liefen“ und mit dem Zusatz „wirkt eh nicht“ vorgestellt worden. Eine kritische Auseinandersetzung hätte aber nicht stattgefunden. Zu den Wahl(Pflicht)fächern und zur Situation an der LMU, die ja die schlimmere Uni von beiden zu sein scheint, konnte er leider nichts sagen.

  4. Rolf Wagels sagt:

    Moin Norbert
    Danke, in der Tat! Es ist absolut unverständlich, dass das so gehandhabt wird. Wird eigentlich EbM in irgendeiner Pflichtform gelehrt? Wird gelehrt wie man Literatur liest und bewertet?
    Bei uns in der Tiermedizin kommt dieser Teil recht kurz. Ich habe es mal als Wahlpflichtfach an der TiHo in Hannover angeboten und der Zulauf war groß. Leider komme ich momentan nicht mehr dazu, da ich ein anderes Betätigungsfeld habe.
    Homöopathie kommt in Hannover in der Tiermedizin soweit ich weiß nicht vor, außer in der Pharmavorlesung, in der (zumindest früher) korrekt über die Homöopathie aufgeklärt wird.
    Ich habe mal Google bemüht, um zu sehen, wie es an anderen Fakultäten aussieht:
    Berlin hat ein paar Treffer, unschön ist das hier:
    http://www.vetmed.fu-berlin.de/einrichtungen/kliniken/we17/fort_weiterbildung/Veranstaltungsarchiv/fta_module/modul03/index.html aus der Weiterbildung zum FTA Pferd. Auch die Kollegen der AG Kleintiere in der Fortpflanzungsmedizin scheinen obskuren Dingen nicht abgeneigt:
    http://www.vetmed.fu-berlin.de/einrichtungen/kliniken/we19/arbeitsschwerpunkte/kleintiere/sonstiges/index.html (WTF ist biologische Tiermedizin?)
    Die Homepage der Kollegen in Leipzig, München und Gießen sind homöopathiefrei, was nicht heißt, dass es nicht doch irgendwo vorkommt.
    Grüße
    Rolf

  5. 2xhinschauen sagt:

    @Rolf, Berlin und seine Hochschulen sind eh verloren 🙁

    @Norbert, Dein Artikel, bearbeitet, gehört nicht in ein Blog, sondern in eine Festschrift zur Gründung eines MPI für Aufklärung. Große Worte, ich weiß, aber ich teile Deinen Pessimismus. Schauen wir nur in die USA, wo sie den wissenschaftlichen Boden, auf dem ihr Erfolg als Industrienation beruht, schon viel weiter verlassen haben als wir hier. Da sind sogar schon bedeutende Teile der Politik antiwissenschaftlich.

    Ich sehe es in der Tat so, dass wir dabei sind, die Aufklärung teilweise rückgängig zu machen, und die Gründe dafür sind nicht alleine Unbildung (dagegen könnte man langfristig was tun – im Sinne einer Eindämmung – und das schlage ich ja jeden Tag vor), sondern gerade die Komplexität, die sich die entwickelten Gesellschaften durch ihren Fortschritt eingefangen haben und das urmenschliche Bedürfnis nach einfachen Rezepten (das ironischerweise ja auch die Wissenschaft antreibt).

  6. Susanne A. sagt:

    http://www.zeit.de/zeit-wissen/2011/04/Dossier-Esoterik-Esoterisierung/komplettansicht

    Selbst von der Existenz von Klabautermännern sind manche überzeugt.

  7. Die Universität Viadrina gilt ja schon als Hogwarts an der Oder. Da ist man schon weiter und beschäftigt sich nicht nur mit Homoöpathie sondern auch mit weiterer Esoterik. Das wird eben nicht von der „bösen“, sondern von der der „guten“, da alternative Pharmaindustrie gesponsort.
    Eso-Wiki: http://preview.tinyurl.com/oz9hrb7
    Zeit-Artikel: tinyurl.com/4ychfch

  8. Pingback: Was erlaube Grams? Die Homöopathie-Kritikerin, die der Homöopathie schadet @ gwup | die skeptiker

  9. Christian Becker sagt:

    Prinzipiell sollten, so lange die Homöopathie ihren jetzigen Status behält, Mediziner und Pharmazeuten meiner Meinung nach in ihrer Ausbildung auch die Homöopathie kennenlernen. Das sollte jedoch nicht unkritisch und schon gar nicht in der Weise geschehen, dass Homöopathie als echte Alternative bezeichnet wird, sondern kritisch.
    Ich stelle es mir nämlich sehr komisch vor, wenn jemand in die Apotheke oder zum Arzt kommt und nach Homöopathie fragt, weil das z.B. Bekannte empfohlen haben, und Arzt und Apotheker davon keine Ahnung haben.
    Man kann die Leute ja kaum aufklären, wenn man nicht drüber Bescheid weiß.

  10. Paula sagt:

    Wo soll man bzw. sollen die Universitäten denn die Grenze ziehen?
    Heute Homöopathie, morgen Schüßler-Salze und Bachblüten und übermorgen….?

  11. abcdef sagt:

    Meine zwei Cent:

    Es MUSS ein Pflichtfach Homöopathie geben – mit Ihnen als Dozenten.
    Wie sonst kann man Ärtzten das Handwerkszeug geben, um nicht diesem Glauben zu verfallen? Das geht nur mit Wissen.

  12. Dr. Edmund Berndt sagt:

    Es muss sich ein Prüfling im Fach Homöopathie finden, der in einer komissionellen Prüfung eine entsprechende Frage negativ, das heißt nicht im Sinne Hahnemanns, beantwortet. Wenn jemand das tut, bekommt er eine negative Note und diese Beurteilung ist dann zu beeinspruchen. Die Prüfungskommission muss dann die Benotung korrigieren.

  13. PJler sagt:

    Ich persönlich kann über eine andere „Elite-Uni“ im Badischen berichten, dass die Homöopathie, Neuraltherapie und co. Teil eines ein-nachmittäglichen Seminars im chirurgischen Block waren — dieses jedoch sicherlich niemanden zur Homöopathie „bekehrt“ hat, der nicht schon vorher entsprechende Tendenzen hatte.

    Insgesamt ist es zwar unerfreulich, dass dafür Platz in der ÄAppO vorgesehen wird; den tatsächlichen Effekt auf die Studenten halte ich für glücklicherweise absolut vernachlässigbar. Das Problem ist eher die symbolische Wirkung über die Verankerung im Curriculum und die „Adelung“ durch die Unis und damit die Wirkung auf die breite Masse.

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