Homöopathika wirken auch in tiefen Potenzen nicht über Placebo hinaus

Nochmal, auch für Betriebswirte: Homöopathika wirken nicht über den Placeboeffekt hinaus.

Dass dies bei Homöopathika in hoher Potenz so ist, ist vollkommen einsichtig, schließlich ist spätestens oberhalb von D23 / C12 von dem eingesetzten Wirkstoff nichts mehr vorhanden, was eine spezifische Wirkung auslösen könnte. Und andere Erklärungsmodelle der Homöopathen, wie Nanopartikel, Wassercluster, Imprints oder Übertragung von Information stehen in eklatantem Widerspruch zu Wissenschaft und Technik.

Ebenfalls Rohstoffe für Homöopathika

Aber wie ist das bei Niederpotenzen? D12, D6 oder gar noch niedriger? Dort sind doch Bestandteile der Urtinktur vorhanden. Müsste man da nicht von einer Wirksamkeit ausgehen? Also sind bei niedrig potenzierten homöopathischen Präparaten Wirkungen über Placebo hinaus denkbar? Wobei wir davon ausgehen, dass man nicht irgendeine Wirkung haben will – dass Arsenicum album etwa Vergiftungserscheinungen auslöst – sondern dass es um die von den Homöopathen erwarteten Wirkungen geht.

Diese Frage wurde verschiedentlich auf Facebook und per E-Mail an mich gerichtet. Daher hier eine Betrachtung zu diesem Thema, zweckmäßigerweise in drei Schritten:

  • Welche Tagesdosis an Urtinktur und Wirkstoff ergibt sich, wenn man ein Homöopathikum in Niederpotenz entsprechend der Verordnung einnimmt?
  • Sind homöopathische Präparate auf dem Markt, also ohne ärztliche Verordnung käuflich, die bei dieser Tagesdosis einen spezifischen Effekt hervorrufen?
  • Wäre diese Wirkung auch diejenige, die die Homöopathen ihnen zuschreiben?

Angesichts der schier unübersehbaren Menge von denkbaren homöopathischen Mitteln und der großen Zahl von Anbietern kann dies hier natürlich nicht mit dem Anspruch auf Vollständigkeit beantwortet werden. Im Gegenteil, es kann nur anhand einzelner Beispiele versucht werden, die Vorgehensweise zu erkennen und zu beschreiben – was natürlich widerlegt werden kann.

In diesem Artikel werden nur reguläre Homöopathika betrachtet, wie sie von den verschiedenen eingeführten Herstellern nach Arzneibuch oder internen Vorschriften hergestellt und vertrieben werden. Schließlich haben Beispiele in der Vergangenheit durchaus gezeigt, dass bei Produktionsfehlern mitunter Wirkstoffmengen auf die Zuckerkügelchen oder Tinkturen gelangen, die unerwünschte Wirkungen hervorrufen können.

Spoiler:

Nein, nach dem, was sich hier abzeichnet, wirken die frei verkäuflichen Niederpotenzen nicht über den Placeboeffekt hinaus. Natürlich ist es denkbar, dass es von extremen Giftstoffen homöopathische Präparate gibt, bei denen auch Niederpotenzen eine Wirkung haben, aber ob dies dann diejenige ist, von der die Homöopathen in ihren Therapien ausgehen, ist zu bezweifeln. Im freien Handel sind solche Präparate aber nicht.

Die Tagesdosis

Die Deutsche Homöopathie Union (DHU), der größte deutsche Hersteller von Homöopathika, gibt für tiefe Potenzen unter D23 bzw. C11 folgende Dosierungsempfehlung für Erwachsene [1]:

  • Bei akuten Beschwerden stündlich 5 Tropfen, 5 Globuli oder 1 Tablette bis zum Eintritt der Besserung, höchstens 6-mal täglich
  • Danach 3-mal täglich 5 Tropfen, 5 Globuli oder 1 Tablette

Für pharmazeutische Zwecke bilden 20 Tropfen einen Kubikzentimeter, das heißt, ein Tropfen wiegt 0,05 g [2]. Die Tagesdosis beträgt bei Einnahme von Tropfen somit im Akutfall 30 Tropfen oder 1,5 g, danach die Hälfte, also 0,75 g.

Für Globuli verwendet die DHU, wie viele andere Hersteller auch, Zuckerkügelchen der Größe 3, von denen etwa 1200 Stück 10 g wiegen. Darauf wird das Mittel als Dilution im Verhältnis 1 : 100 aufgebracht und verdunstet. Daraus ergibt sich, dass der Patient im Akutfall 0,25 g = 250 mg Globuli einnimmt, auf denen sich die Rückstände von 2,5 mg verdunsteter Dilution befinden. Übrigens auch 1,5 mg zufälliger Verunreinigungen des Zuckers. Nach Ende des Akutfalles ist nur noch die Hälfte einzunehmen, der Patient nimmt also die Verdunstungsrückstände von 1,25 mg Dilution ein. Für die Tabletten konnte keine Herstellvorschrift gefunden werden, allerdings ist die Annahme plausibel, dass die Tagesdosis hier den Globuli entspricht, weshalb diese Darreichungsform nicht weiter gesondert betrachtet wird.

Damit ergeben sich die in der folgenden Tagesdosen an Urtinktur:

PotenzDilution Globuli 
akutregulärakutregulär
D1150 mg75 mg250 µg125 µg
D2 / C115 mg7,5 mg25 µg12,5 µg
D31,5 mg750 µg2,5 µg1,25 µg
D4 / C2150 µg75 µg250 ng125 ng
D515 µg7,5 µg25 ng12,5 ng
D6 / C31,5 µg750 ng2,5 ng1,25 ng
D7 150 ng75 ng250 pg125 pg
D8 / C415 ng7,5 ng25 pg12,5 pg
D91,5 ng750 pg2,5 pg1,25 pg
D10 / C5150 pg75 pg250 fg125 fg
D1115 pg7,5 pg25 fg12,5 fg
D12 / C61,5 pg750 fg2,5 fg1,25 fg

mg: Milligramm – Tausendstel Gramm
µg: Mikrogramm – Millionstel Gramm
ng: Nanogramm – Milliardstel Gramm
pg: Pikogramm – Billionstel Gramm
fg: Femtogramm – Billiardstel Gramm

Dreh- und Angelpunkt ist nun: Woraus besteht eigentlich die Urtinktur? Nicht nur, weil dies der Ausgangsstoff für die homöopathischen Präparate darstellt, sondern auch, weil mit der Urtinktur, soweit sie verfügbar ist, die höchste Tagesdosis eines homöopathischen Mittels erreicht werden kann.

Man hat ja irgendwie die Vorstellung, die Urtinktur sei der reine Wirkstoff – aber das ist nicht der Fall. Im Europäischen Arzneibuch [3], in das offenbar die Vorschriften des deutschen und des französischen Homöopathischen Arzneibuchs eingeflossen sind, wird detailliert aufgeführt, wie die Urtinkturen hergestellt werden müssen.

Ohne auf die Details eingehen zu wollen, sei das Folgende festgehalten:

  • In den Rohstoffen tierischen oder pflanzlichen Ursprungs wird der Gehalt an Wirkstoff nicht überprüft. Je nach Pflanze liegt er damit mehr oder weniger weit unter 100 % und ist als Naturprodukt von erheblichen Schwankungen betroffen.
  • Die Urtinktur ist zumeist ein alkoholischer Auszug (in speziellen Fällen wird auch Glycerin verwendet). Dabei ist der Wirkstoffanteil weiter herabgesetzt, da die zwei- oder dreifache Menge des in den Pflanzen vorhandenen Safts verwendet wird. Bei der ersten Potenzierung wird dies jedoch durch eine verminderte Zugabe von Lösemittel berücksichtigt. (Edit 14.07.2019: Die Saftmenge als Basis für die Menge des Lösungsmittels ergänzt.)
  • Bei tierischem Material, bei getrockneten Pflanzen und löslichen Feststoffen wird die neunfache Menge Lösungsmittel benutzt, die Urtinktur hat dann bereits eine D1-Konzentration.
  • Für unlösliche Feststoffe gibt es keine Urtinktur, da hier die ersten Potenzstufen durch Verreibung mit Zucker hergestellt werden, die erst ab einem Niveau C4 in Lösemittel weitergeführt wird.

Erstes Beispiel: Belladonna (Tollkirsche):
Die höchste Konzentration des Giftes Atropin befindet sich in den Blättern mit bis zu 1,5 %. Dieses ist „gut löslich in Wasser (2,2 g /l)“ und „löslich in Alkohol“, letzteres leider ohne Mengenangabe, aber sicher weniger gut als in Wasser [4]. Gleichgültig: Die Urtinktur ist eine höchstens 0,2%-ige Lösung des Atropins. Zuzüglich natürlich aller anderen in Alkohol löslichen Bestandteile aus der Pflanze.

Zweites Beispiel: Aconitum napellus (Blauer Eisenhut):
Den höchsten Gehalt an Aconitin hat mit bis zu 3 % die Wurzel. Aconitin ist eines der stärksten Pflanzengifte [5], die tödliche Dosis liegt für einen erwachsenen Menschen bei 5 mg [6]. Die Löslichkeit wird in Alkohol mit 35 g/l angegeben, also 3,5 % ist der maximale Gehalt in der Urtinktur.

Drittes Beispiel: Apis mellifica, die Honigbiene:
Der Stich einer Biene verursacht Hautrötungen, Schwellungen, schmerzt. Dafür verantwortlich ist das Bienengift, das kein einheitlicher Stoff ist, sondern aus verschiedenen Proteinen und anderen Molekülen besteht. Eine Arbeiterin wiegt 80 bis 100 mg, sie kann bis zu 0,1 mg Bienengift einsetzen [7]. Wir können also davon ausgehen, dass ein, höchstens zwei Promille der Masse der Biene aus Bienengift bestehen. Da die Bienen mit dem Zehnfachen des Gewichts mit Alkohol versetzt werden, liegt in der D1-Urtinktur (s. oben) der Wirkstoff bestenfalls in D5-Konzentration vor, aber auch das nur, wenn die Biene bei ihrer Verwendung über einen vollen Giftapparat verfügte.

Die Wirkstoffe in der Homöopathie

Es gibt nichts, was absolut ungeeignet wäre, ein homöopathisches Mittel zu sein. Wirklich nichts. Zumindest ist das die Sichtweise, die sich aufdrängt, wenn man eine umfassende Zusammenstellung homöopathischer Mittel betrachtet. Beispiel: www.provings.info, eine von Homöopathie-Wichmann zusammengestellte Seite, auf der (Stand Juni 2019) mehr als 8.500 homöopathische Mittel verzeichnet sind. Ich beschränke mich hier weiter auf die Mittel, für die Wichmann auch Lieferanten nennt, wobei ich dies durch einen Blick auf die Webseiten der genannten Hersteller verifiziert habe. Damit ist aus meiner Sicht sichergestellt, dass es für diese Mittel eine Nachfrage gibt, entweder von Patienten in der Selbstmedikation oder von einem Therapeuten verordnet. Letzteres spräche dafür, dass es mindestens eine Stilrichtung der Homöopathie gibt, in der das Mittel angewandt wird.

In dieser Betrachtung fehlen also die bei Wichmann verzeichneten völlig abstrusen Dinge wie „US-Dollar“, „German Mark“, usw., für die es zwar jeweils eine Arzneimittelprüfung gibt, allerdings kein Lieferant genannt wird. Dies wäre sicher auch kein sonderlich sinnvolles Produkt, schließlich würde das Homöopathikum das bekämpfen, was es bei einem Gesunden hervorrufen kann. Was kann das sein? Reichtum? Finanzielle Unabhängigkeit? Oder ist das eine Anspielung auf den hohen Zuckerpreis, der die beim Patienten vorhandenen Mark und Dollar reduziert?

Oder „Cubus“. Hier ist die Form (!) des Würfels das Ausgangsmaterial. Oder „Meditation“. Ausgangsmaterial ist hier eine Flasche Alkohol, die während einer Gruppenmeditation von 60 Leuten in der Mitte des Raumes stand, in dem diese Meditation stattfand.

Also: Alle im Folgenden genannten Mittel werden ernsthaft hergestellt und irgendwer benutzt die auch.

Immaterielle Ausgangsstoffe

Zunächst gibt es die „Imponderabilia“: In verschiedenen Untergruppen zusammen 123 Mittel, denen Urtinkturen zugrunde liegen, die offenbar nicht aus materiellen Dingen bestehen. Beispiele:

  • Lux iritis – Regenbogen – Hersteller Freeman‘s, Ainsworths – drei Arzneimittelprüfungen
  • Lux lunae – Mondlicht – Hersteller unter vielen anderen: Gudjons – vier Arzneimittelprüfungen
  • Gamma radiatia – Gammastrahlung – Hersteller Freeman‘s – keine Arzneimittelprüfung
  • Microwave 750 MHz – Mikrowelle 750 MHz – Hersteller Helios – keine Arzneimittelprüfung
  • Radiatio TV – Fernseher-Strahlung – Hersteller Helios, eine Arzneimittelprüfung

Es bedarf wohl keiner weiteren Erörterung, dass diese Dinge als homöopathische Mittel verordnet in keiner Potenz eine materielle Wirkung erzielen können, die mit den Lehren der Pharmazie erklärbar wären.

Lebensmittel, Material aus der Umgebung

Eine ganze Reihe von homöopathischen Mitteln basiert auf Lebensmitteln, die wir alle in mehr oder minder großen Mengen zu uns nehmen. Beispiele:

  • Cervisia – Bier – Hersteller Remedia-Apotheke, ab C12
  • Cheddar cheese – Cheddar Käse, Hersteller Helios, ab C3
  • Lac condensatum – Kondensmilch, Hersteller Remedia-Apotheke,
  • Panis tritici albi – Weißbrot, Hersteller Ainsworths, ab C1
  • Whisky – Whisky, Hersteller Ainsworths, ab C6
  • und viele andere Mittel mehr

Weiterhin gibt es Homöopathika, die auf Dingen beruhen, die in großer Zahl und Häufigkeit in unserer täglichen Umgebung vorkommen:

  • Aer automobilis – Autoabgas, Hersteller: Ainsworths, Helios
  • Nylon – Nylon (Kunstfaser), Hersteller: Ainsworths
  • Sapo domesticus – Kernseife, Hersteller: Remedia ab C5
  • Vacuum cleaner dust – Staubsaugerstaub, Hersteller: Helios ab C12
  • Tap water – Leitungswasser, Hersteller: Ainsworths ab C1.
  • und sehr viele andere mehr.

Auch hier dürfte es unstrittig sein, dass eine Tagesdosis im Milligrammbereich keinerlei Wirkung hervorrufen kann, einfach weil wir diesen Stoffen bereits in derartigen Mengen ausgesetzt sind, dass die homöopathische Dosis keinen Unterschied macht, da sie kleiner ist als die täglichen Schwankungen.

Folgerung bisher: Es gibt homöopathische Mittel in Hülle und Fülle, die entweder keine beständige materielle Erscheinungsform haben und somit auf keine pharmakologisch verständliche Weise eine Wirkung ausüben könnten, oder Mittel, denen wir im täglichen Leben in derartigen Mengen ausgesetzt sind, dass selbst die größtmögliche Tagesdosis unterhalb der Toleranz liegt und nicht bemerkt wird.

Konventionelle Arzneimittel

Am anderen Ende der Skala gibt es Mittel, die auf synthetischen Arzneimitteln beruhen (Gruppe „Synthetische Arzneimittel innerhalb der „Mineralia“), zusammen 680 Mittel. Hier handelt es sich um Wirkstoffe, wie sie auch in der evidenzbasierten Medizin angewandt werden. Beispiel:

Ibuprofenum – Ibuprofen – Hersteller Remedia, Ainsworths etc. – keine Arzneimittelprüfung

Remedia bietet Ibuprofenum als Globuli ab den Potenzen D5 und C3 an, als flüssige Dilution ab D4 und C2, was eine Tagesdosis von maximal 25 ng (Nanogramm, Milliardstel Gramm) als Globuli oder oder 0,15 mg als Dilution ergibt.

Auf dem Beipackzettel von Ibuprofen selbst findet sich die Angabe, dass die Tagesdosis für Kinder bei 200 mg liegen sollte, maximal bis 600 mg pro Tag. Bei Erwachsenen maximal 1200 mg pro Tag [8]. Das ist um Größenordnungen mehr als bei den Homöopathika. Selbst ein ganzer Liter des Homöopathikums als Dilution, das größte Gebinde, enthält nur ein Viertel der Wirkstoffmenge einer einzigen Tablette von Ibuprofen 400.

Natürlich existieren Medikamente, die auch bei deutlich niedrigerer Tagesdosis als 200 mg eine Wirksamkeit entfalten – aber die homöopathischen Präparate tragen dem Rechnung, indem sie erst in höherer Potenzierung, also in stärkerer Verdünnung, angeboten werden.

Beispiel:
Estriol, ein Hormon, wird nach Angaben des Herstellers bis max 4 mg / Tag eingenommen [9]. Das entsprechende Homöopathikum wird als Globuli ab D12/C6 oder als Dilution ab D12 / C9 angeboten (Remedia), sowie ab C6 (Ainsworths) und ab C6/D12 (Homeocur). Die Tagesdosis läge demnach im Bereich Billionstel und Billiardstel Gramm.

Es sei angemerkt, dass diese Betrachtungen nur gelten, wenn wirklich der reine Wirkstoff das Ausgangsmaterial wäre – und nicht etwa eine Tablette des konventionellen Medikaments. Ein solches Vorgehen ohne große Berücksichtigung des tatsächlichen Gehalts an Wirkstoff wäre für die Homöopathie nicht überraschend, denn auch bei anderem Ausgangsmaterial ist wie oben beschrieben die Überprüfung des Wirkstoffgehalts nicht vorgesehen.

Man kann hier sicher davon ausgehen, dass extreme Mengen der Homöopathika eingenommen werden müssten, um eine pharmakologische Wirkung zu erreichen, was bedeutet, dass die aus den Arzneistoffen hergestellten regulären Homöopathika keine Wirksamkeit über den Placeboeffekt hinaus entfalten können.

Giftstoffe

Es gibt natürlich Stoffe, die selbst in kleinsten Mengen eine furchtbare Wirkung entfalten können, Giftstsoffe, die auch zu Homöopathika verarbeitet werden. Prinzipiell könnte bei den stärksten Giften durchaus bei den mit Niederpotenzen eingenommenen Tagesdosen eine Wirkung auftreten.

Beispiel: Botulinum – Botulintoxin,
Hersteller Helios (ab C12), Remedia-Apotheke (ab D12), Ainsworths (ab C12) und Homeocur (ab C6). Zum Vergleich: Der LD50-Wert, also die Giftmenge, die bei der Hälfte der Menschen zum Tode führt, liegt bei nur 1 ng/kg Körpergewicht. Für die niedrigste angebotene Potenz gilt:

Mensch 90 kg, LD50 90,0 ng
Tagesdosis D12 Dilution: 0,001 5 ng
Tagesdosis D12 Globuli: 0,000 002 5 ng

Bitte die interessante Anmerkung zum Gebrauch von Botox im Kommentar von borstel beachten (hier). Danke für den Hinweis.

Wobei diese Rechnung wiederum nur gilt, wenn tatsächlich das unverdünnte Gift als Ausgangsbasis für die Urtinktur herangezogen werden würde. Dies würde aber Sicherheitsvorkehrungen erfordern, die bisher von keinem Homöopathiehersteller berichtet werden, und hätte auch eine entsprechende Entsorgungsproblematik zur Folge. Insbesondere im Hinblick darauf, dass das eingesetzte Gift praktisch vollständig im Ausguss landet. In einer früheren Darstellung zu Botulinum schrieb die Remedia Apotheke hingegen, dass die Urtinktur lediglich ein alkoholischer Auszug aus verdorbenem Schweinefleisch sei (leider ist diese Eintragung inzwischen verschwunden, dies kann somit nicht belegt werden).

Soweit hier ersichtlich, ist die Tagesdosis um den Faktor 60.000 kleiner als LD50. Nun ist sicher nicht der Tod des Patienten Ziel der Behandlung, aber die Tagesdosis erscheint weit genug von LD50 entfernt, um sicher keine Wirkung zu erzeugen.

Dieses Vorgehen scheint für die in der Homöopathie verwendeten Giftstoffe typisch zu sein. Hier einige Beispiele von Giftstoffen, deren LD50-Werten umgerechnet auf einen 90 kg schweren Erwachsenen und der Vergleich mit der niedrigsten Potenz der Remedia-Apotheke:

NameLD50 [mg/kg]LD50 bei 90 kg [mg]Min. Potenz GlobuliMin. Potenz Dilution
Aflatoxin0,4843,2HochpotenzHochpotenz
Natriumcyanid6,4576C5C6
Aconit0,16614,9C7C9
Strychnin2,35211,5D12D15
Cyankali8,5765D10D10

Wie ersichtlich, liegt bei allen diesen Mitteln die höchste Konzentration in der Dilution bei D10, was nach obiger Tabelle eine maximale Tagesdosis im Akutfall von 150 pg ergibt, das sind 0,000 000 150 mg.

Schlussfolgerung: Giftstoffe, die bei extrem niedriger Potenzierung durchaus eine Wirkung hervorrufen könnten, sind nicht in diesen Potenzen erhältlich. Die Tagesdosis ist um mindestens den Faktor 50.000 niedriger als LD50 und damit wohl weit außerhalb einer therapeutischen Wirksamkeit.

Heilpflanzen und andere pflanzliche oder tierische Quellen

In der Homöopathie werden viele Mittel angewandt, die pflanzlichen oder tierischen Ursprungs sind. Natürlich gibt es Heilpflanzen, die Stoffe enthalten, die in passender Dosierung spezifische Wirkungen entfalten können. Man denke an Kamille, Johanniskraut oder Baldrian. Auch Tiere können Quellen sein, etwa die Gifte von Schlangen oder Quallen. Es erstaunt aber schon, von welchen Tierarten Material genommen wird, das dann in minimalen Mengen eine Wirkung erbringen soll, hier Beispiele aus dem Liefersortiment von Remedia:

  • Lac elefantis – Indische Elefantenmilch
  • Mus musculus – Hausmaus
  • Bos taurus – Stier
  • Giraffa camelopardalis – Giraffe
  • Cyprinus carpio – Karpfen
  • und viele andere mehr.

Auch viele eigentlich harmlose Pflanzen, die zudem in großem Umfang als Nahrungsmittel verzehrt werden, finden sich als homöopathische Mittel wieder, einige Beispiele ebenfalls aus dem Lieferprogramm der Remedia-Apotheke:

  • Solanum tuberosum – Kartoffel
  • Cucumis sativus – Salatgurke
  • Rubus idaeus – Himbeere
  • Juglans – Walnuss
  • Oryza sativa – Reis
  • Triticum e seminibus – Weizen
  • und so weiter.

Leider wird nichts über die Natur der Urtinktur ausgesagt, welche Bestandteile verarbeitet werden. Denkbar wäre ja, dass zum Verzehr ungeeignete Bestandteile zum Einsatz kommen, etwa die oberirdischen Fruchtstände von Kartoffeln. Es erscheint indes schwer vorstellbar, dass irgendetwas aus diesen Tieren oder Pflanzen, in einer Tagesdosis von weit unter einem Gramm eingenommen, irgendeine fühlbare Wirkung auslösen sollte.

Arzneipflanzen oder auch einzelne Organe von Tieren zeichnen sich dadurch aus, dass sie tatsächlich einen Wirkstoff enthalten können, der medizinisch wirksam eingesetzt werden kann. In der Homöopathie kommen nach HAB jedoch wie oben beschrieben nicht die Wirkstoffe, sondern die Pflanzen- und Körperteile als Ausgangsstoffe zum Einsatz. Entsprechend niedrig ist der Gehalt in der Urtinktur. Für die oben dargestellten Beispiele ergeben sich folgende Tagesdosen:

Aus dem Lieferprogramm der Remedia-Apotheke:

  • Belladonna:
    Globuli ab D2 – Tagesdosis max. 0,2 % von 25 µg
    Dilution ab D4 – Tagesdosis max. 0,2 % von 150 µg
  • Aconitum napellus:
    Globuli D2 – Tagesdosis max. 3,5 % von 25 µg
    Dilution D4 – Tagesdosis max. 3,5 % von 150 µg
  • Apis mellifica:
    Globuli D1 – Tagesdosis max. 0,02 % von 250 µg
    Dilution D3 – Tagesdosis max. 0,02 % von 1,5 mg

Es ergeben sich in diesen Beispielen folglich Tagesdosen von maximal 5,2 µg, zumeist deutlich darunter, bei einer LD50-Dosis für einen Erwachsenen bei oraler Aufnahme von mindestens 90 mg.

Für Atropin beträgt die Dosis zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen für einen Erwachsenen 0,5 mg (Danke borstel für den Hinweis mit Quelle in den Kommentaren)

Vergleichen wir die Dosierungsempfehlungen für Phytopharmaka des Herstellers Wilmar Schwabe mit den Tagesdosen, wie sie bei den Homöopathika mit dem gleichen Ausgangsmaterial möglich sind:

  • Ginkgo-Trockenextrakt gegen Schwindel: 120 – 240 mg/Tag [12]
    Der Trockenextrakt wird aus der 35 bis 65-fachen Menge Blättern gewonnen, die Menge entspricht also 4.600 bis 15.600 mg Ginkgo Blätter,
    Remedia: Globuli und Dilution D1: 250 µg / 150 mg.
  • Pelargonium-sidoides-Wurzeln-Auszug bei Atemwegsinfekten: 60 mg / Tag,
    Remedia: Globuli D3, Dilution D6: 2,5 µg / 1,5 µg
  • Sägepalmenfrüchte und Brennesselwurzel gegen Prostatabeschwerden: 329 / 240 mg / Tag,
    Sägepalme: Globuli D2, Dilution D4: 25 µg / 150 µg
    Brennesselwurzel: Globuli D2, Dilution D3: 25 µg / 1,5 mg
  • Johanniskraut bei Niedergeschlagenheit: 600 mg.
    Globuli D4, Dilution D6: 250 ng / 1,5 µg

Was mit dieser Aufstellung klar werden sollte: Mit den in der Homöopathie erreichbaren Tagesdosen erreicht man auf keinen Fall die in der Phytotherapie erforderlichen Einnahmemengen. Auch bei diesen Präparaten ist eine Wirksamkeit über Placebo hinaus bei regulär hergestellten Homöopathika nicht möglich.

Wirkung

Wir können also davon ausgehen, dass es ausschließlich extreme Giftstoffe sein können, die bei extremen Niederpotenzen bei verordnungsgemäßer Einnahme eine Wirkung hervorrufen könnten. Solche Mittel sind zwar nicht im Handel, aber es könnte sein, dass sie auf Rezept einzeln hergestellt und mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen verabreicht werden.

Für Belladonna, Atropin, wird die pharmazeutische Wirkung bzw. die Giftwirkung wie folgt beschrieben [4]:

  • Beschleunigung der Herzfrequenz
  • Weitstellung der Bronchien
  • Weitstellung der Pupillen
  • Austrocknung der Schleimhäute
  • Vergiftungserscheinungen: Rötungen der Haut, Herzrasen, Verwirrtheit, Halluzination, Bewusstlosigkeit, Atemlähmung, Tod.

Zur medizinischen Verwendung werden für Atropin folgende Einsatzgebiete angegeben:

  • Kreislaufstillstand
  • Bradykardie (zu niedrige Herzfrequenz)
  • (therapeutische) Erweiterung der Pupillen
  • Gegengift bei Vergiftungen durch Pflanzenschutzmittel und Nervenkampfstoffe (Tabun, Sarin)
  • Entspannung von Krämpfen der glatten Muskulatur

In der Homöopathie wird hingegen davon ausgegangen, dass folgende Beschwerden gut auf Belladonna ansprechen, ggf. auch nur begleitend zur konventionellen Therapie [11]:

  • Mandelentzündung
  • Fieber
  • Harnblasenentzündung
  • Brustentzündung
  • Gelenkentzündung
  • Grippale Infekte
  • Nasennebenhöhlenentzündung
  • Ohrenschmerzen, Mittelohrentzündung
  • Kopfschmerzen
  • Sonnenstich
  • Sonnenbrand
  • Verbrennungen
  • Hautinfektionen
  • Zahnschmerzen
  • Bluthochdruck
  • eitrige Mandelentzündung
  • Blinddarmentzündung
  • Scharlach
  • Masern
  • Mumps
  • Fieberkrämpfe
  • Grippe
  • Hirnhautentzündung
  • Hepatitis

Dies deckt sich weder mit den beschriebenen Wirkungen des Atropin noch mit den Einsatzgebieten in der Medizin. Selbst wenn – beispielsweise durch einen Produktionsfehler – zu viel Atropin auf den Zuckerkügelchen gelandet sein sollte, dann ist auf keinen Fall mit den Wirkungen zu rechnen, die seitens der Homöopathie erwartet werden.

Schlussfolgerung

Die Tagesdosen der Homöopathika sind auch bei Niederpotenzen sehr niedrig, wesentlich niedriger als für die therapeutische Anwendung des eingesetzten Wirkstoffs erforderlich ist. Wobei es eine unüberschaubare Menge an Mitteln gibt, bei denen unklar ist, dass sie überhaupt eine Arzneiwirkung entfalten könnten. Natürlich gibt es auch einige wenige Giftstoffe, die in den niedrigsten Potenzen oder gar als Urtinktur heftige Wirkungen hervorrufen könnten, jedoch sind diese Präparate nicht als Homöopathika im Handel und die niedrigsten Potenzen sind vieltausendfach stärker verdünnt als es für die Wirkung erforderlich wäre.

Diese Betrachtung beruht, das muss wiederholt werden, nur auf einer stichprobenartigen Sichtung der Angebote weniger Lieferanten für wenige Mittel. Bei weit über 8000 in der Homöopathie bekannten Mitteln bei vermutlich Dutzenden oder gar Hunderten von Herstellern ist eine systematische Übersicht nicht zu leisten. Andererseits ist die Unbedenklichkeit der Präparate – aka deren hinreichend niedrige Dosierung, um Schäden zu vermeiden – die einzige Anforderung, die bei der Zulassung oder Registrierung an homöopathische Präparate gestellt wird.

Daher:

Homöopathie wirkt nicht über ein Placebo hinaus – auch bei niedrig potenzierten Mitteln nicht.

Literatur

[1] NN: Wie viel – Globuli richtig dosieren; Webseite der DHU, (Link) abgerufen 01.07.2019.

[2] NN: Der Tropfen als Maßeinheit, (Link) abgerufen 01.07.2019

[3] Europäisches Arzneibuch, 8. Ausgabe 6. Nachtrag, pp 7469 – 7482

[4] Eintrag „Atropin“ auf Chemie.de, (Link) , abgerufen 30.06.2019

[5] Eintrag „Blauer Eisenhut“ auf www.giftpflanzen.com (Link), abgerufen 30.06.2019

[6] Eintrag „Aconitin“, auf Chemie.de (Link) , aberufen 20.06.2019

[7] NN, „Westliche Honigbiene“ (Link), abgerufen 01.07.2019, Kapitel „Körperbau“ und „Verteidigung“.

[8] NN: Gebrauchsinformation Ibuprofen 400 (Link), abgerufen 30.06.2019

[9] NN: OeKolp(R)-Tabletten 2 mg, Beipackzettel der Fa. Dr. Kade Besins (Link), abgerufen 30.06.2019

[10] NN: Gift, Wikipedia (Link), abgerufen 01.07.2019, LD50-Tabelle

[11] Mai M: Belladonna, Eintrag auf NetDoktor (Link)

[12] https://www.tebonin.de/schwindel#/behandlung

[13] https://www.umckaloabo.de/

[14] https://www.prostagutt.de/prostagutt-forte/darreichungsformen-von-prostagutt-und-prostagutt-forte/

Webseiten der Hersteller und Homöopathika-Verzeichnis

Ainsworths: https://www.ainsworths.com/RemedyStore3/

Freeman‘s Homeopathic Pharmacy: https://www.freemans.scot/index2.html

Gudjons: https://www.gudjons.com/unsere-arzneien/

Helios: https://www.helios.co.uk/

Homeocur: https://www.homeocur.com/member/

Homöopathie Wichmann: www.provings.info

Remedia-Apotheke: https://www.remedia-homoeopathie.de/homoeopathie-liste-von-a-bis-z/la

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Aktuell: Manifest gegen Pseudomedizin

Analog zur Aktion „Scientists for future“ hat die spanische Vereinigung zum Schutz der Kranken vor Pseudomedizin (APETP, www.apetp.com) ein Manifest verfasst, das sich gegen die weitere Verbreitung von Pseudomedizin richtet. Man wünscht sich, dass möglichst viele Wissenschaftler, Ärzte und andere im Gesundheitswesen tätige Menschen aus möglichst vielen Ländern dieses Manifest mit unterzeichnen.

Sicher ist der Text anders formuliert, als wir ihn verfasst hätten, indem sehr polemisch mit Todesfällen und Risiken für Leib und Leben argumentiert wird oder man den Anwendern Lüge und Betrug vorwirft. Andererseits wendet sich das Manifest direkt gegen die Europäische Richtlinie 2001/83/EG, in der bindend für alle Mitgliedstaaten der EU, die Sonderregelungen für Homöopathie, TCM und Phytotherapie festgeschrieben werden. Könnte man erreichen, die Artikel 13 bis 16 entfallen zu lassen, dann wäre ein beträchtlicher Fortschritt erzielt.

Somit erscheint das Grundanliegen der Initiative durchaus sinnvoll zu sein. Wer diese Initiative unterstützen will, kann dies auf zweierlei Weise tun:

(1) Unterzeichnen des Manifests (Link)

(2) Für die weitere Verbreitung sorgen, indem man entsprechende Hinweise auf eigenen Webseiten postet, in den sozialen Medien oder auch Kollegen direkt darauf anspricht.

Das Thema hat es sicherlich verdient, eine ähnliche Medienaufmerksamkeit zu erreichen wie die Initiative „Scientists for future“, wo auch mehr über die Intention als über den genauen Wortlaut der Erklärung diskutiert wird.

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Vielen Dank, Homeopathy Research Institute

dafür, dass Ihr nun auch offiziell eingesteht, dass es keine belastbaren Nachweise für die Wirksamkeit der Homöopathie gibt.

Ja, richtig. Wir Kritiker brauchen uns nicht mehr aufwändig mit den angeblichen Nachweisen zur Homöopathie auseinandersetzen, wir können auf diesen Artikel auf der Webseite des Homeopathy Research Institute verweisen, also die Forschungsvereinigung der britischen Homöopathen. Eine zuverlässigere Quelle kann es nicht geben. Grundregel: Ergebnisse, die der eigenen Interessenlage widersprechen, sind mit Sicherheit zigmal überprüft und von allen denkbaren Blickwinkeln analysiert worden, bevor sie verbreitet wurden.

Es geht um die zusammenfassende Darstellung der insgesamt vier systematischen Reviews von Robert T. Mathie, mit der die gesamte vorliegende Evidenz aus klinischen randomisierten Vergleichsstudien ausgewertet wurde. Das HRI berichtet über die erste der Meta-Analysen, bei der individualisierte homöopathische Behandlungen im Vergleich zu Placebo untersucht wurden:

„… dass die Wirkung individuell verschriebener homöopathischer Arzneimittel signifkant höher ist als die Wirkung von Placebos,“

was noch recht optimistisch klingt, weiter unten jedoch – aber wir wollen nicht vorgreifen.

Für die drei anderen Analysen, in denen (1) nicht-individualisierte Behandlungen gegen Placebo verglichen werden, sowie nicht-placebokontrollierte Studien zu (2) individuellen und (3) nicht-individuellen homöopathischen Behandlungen, verzichtet das HRI auf Angaben zu den Ergebnissen. Es wird jeweils ausgeführt, dass man die Literaturrecherche entsprechend der verstrichenen Zeit aktualisiert hätte und dass es Listen gäbe, welche Studien betrachtet und welche ausgeschlossen wurden. Weniger Ergebnis kann man eigentlich nicht berichten. Was kann der aufmerksame Leser daraus schließen? Eben, dass die Ergebnisse dieser drei Arbeiten nicht so ausgefallen sind, dass das HRI gerne darüber berichten würde. Man hat auch offenischtlich keinen Kunstgriff finden können, die Ergebnisse schönzureden. Komplette Fehlanzeige also.

Bleibt also die individualisierte Homöopathie übrig.

Da spricht das HRI dann weiter von „zumindest geringen spezifischen Wirkungen“ – um weiter unten auszuführen, dass aufgrund der schlechten methodischen Qualität der Studien selbst dieses – in meinen Augen kümmerliche – Ergebnis nur mit Vorsicht zu interpretieren ist. Was im Klartext nichts anderes heißt, als dass man sich nicht darauf verlassen sollte, das dies auch zutrifft.

Was wollen wir Homöopathiekritiker mehr?

Selbst die Gralshüter der Homöopathie, die nota bene vor noch nicht allzu langer Zeit gegen das NHMRC mobil gemacht hatten, weil dort das gleiche Ergebnis erzielt und veröffentlicht wurde, schreiben jetzt, dass es keine belastbare Evidenz für die vielfach beschworene eminente Wirksamkeit der Homöopathie gibt.

Eine schönere Quelle als Beleg für diesen Sachverhalt kann es eigentlich nicht geben.

I rest my case.

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Endlich eine gute Studie, die eine Wirksamkeit der Homöopathie belegt – oder doch nicht?

Allgemein

Seit einiger Zeit macht eine Studie die Runde, in der Homöopathie bei Schlafstörungen erprobt wird – und zwar erfolgreich, so schreiben es jedenfalls die Autoren [1]. Das Besondere an der Studie ist, dass Edzard Ernst auf seinem Blog (Link) schrieb, er könne auf Anhieb keine Schwachstelle finden, worauf er seine Leser um Stellungnahme bat.

Also endlich eine hochwertige Studie, bei der ein positiver Effekt der Homöopathie gefunden wurde, bei der sich eine Überlegenheit gegenüber Placebo zeigte? Der eine oder andere Homöopath freut sich schon so sehr, dass es ihm sogar eine Pressemeldung wert ist (Link). Spoiler: Eher nicht. Es zeigt sich lediglich, dass die üblichen Qualitätsmerkmale klinischer Studien nicht ausreichen, um die Validität des Ergebnisses abschließend zu beurteilen. Hier haben die Autoren einen kleinen Trick angewandt, um das Ergebnis signifikant erscheinen zu lassen. Wobei ich fairerweise zugestehen muss, dass nicht erkennbar ist, ob sie dies bewusst getan haben oder ob sie es nicht besser wussten.

Untersuchungsgegenstand

Untersucht wurden Patienten mit „chronischer Schlaflosigkeit“ („chronic insomnia“) nach Klassifizierung ICD-10 F51 „nichtorganische Schlafstörungen“ und G47.0 „Ein- und Durchschlafstörungen“. In diese Klassifikationen fallen höchst unterschiedliche Beschwerden wie Schlafwandeln, Nachtangst oder Albträume, was aber in der Arbeit nicht weiter beachtet wird (Link).

Sechzig Patienten wurden in die Studie aufgenommen, dreißig erhielten Placebo und dreißig individuell verordneten Mitteln in C- oder Q-Potenzen, wie es dem Therapeuten angemessen erschien. Die Behandlung lief über drei Monate. Die Verordnung wurde in einem Team von drei Homöopathen im Konsens abgestimmt. Einer davon war ein Doktor der Homöopathie (die Studie wurde in Indien durchgeführt, da gibt es das) mit zwanzig Jahren Erfahrung. Die anderen beiden waren das, was man hierzulande wohl Assistenzärzte nennen würde, mit jeweils drei Jahren Erfahrung.

Alle Patienten erhielten eine homöopathische Anamnese, die Randomisierung und Verblindung erfolgte durch eine Randomisierungsliste, nach der die Apotheke entweder das verordnete Mittel oder Placebo ausgab.

Neben der homöopathischen Therapie wurden alle Patienten dazu ermuntert, eine gute „Schlafhygiene“ zu entwickeln, also das Bett nicht für andere Dinge zu verwenden, regelmäßige Zeiten einzuhalten, nach 15:00 Uhr keine Schläfchen mehr zu halten, kein Koffein am Nachmittag etc.

Die Patienten erfassten den Verlauf ihrer Symptome in sogenannten Schlaftagebüchern, darin die Zeiten, wann sie zu Bett gingen und aufstanden, die geschätzte Dauer des Schlafes, Anzahl und Dauer der Wachphasen und die Qualität des Schlafes. Daraus wurden dann die Daten extrahiert, anhand derer die Wirksamkeit der Homöopathika beurteilt werden sollte.

Hier liegt schon die erste Problematik: Die Ergebnisse beruhen auf Schätzungen der Patienten, nicht auf exakten Messungen. Dies kann gegebenenfalls problematisch sein, da Patienten nicht immer in der Lage sind, Schlaf von Wachsein zu unterscheiden: In einer Studie am Schlafzentrum in Freiburg zeigte sich beispielsweise, dass Patienten gelegentlich auch nur davon träumen, dass sie nicht schlafen könnten, und dies dann für real halten [2].

Wie gut oder schlecht man das schätzen kann, können Sie ja einmal selbst versuchen, indem Sie einfach morgen früh versuchen, diese Punkte für sich selbst zu schätzen. Mir geht es jedenfalls so, dass ich mich außerstande sehe, die Dauer meiner Wachphasen in der Nacht irgendwie abzuschätzen, oder wie lange ich zum Einschlafen brauche. Entsprechend groß dürften die Streubreiten und Unsicherheiten der Ergebnisse der Studie sein.

Alles, was die Autoren zu ihrer Vorgehensweise beschreiben, ist ohne Zweifel gut, die Studie kann mit Recht als qualitativ hochwertig angesehen werden. Nach den im Cochrane Handbook for Systematic Reviews [3] angegebenen Kriterien ergibt sich:

  • Erzeugung der Zuordnung (Sequence generation): Zufallszahlen aus einem Statistikprogramm
  • Verschleiern der Zufallsfolge (Allocation concealment): nicht erforderlich wg. Zufallszahlen
  • Verblindung (Blinding): Die Codeliste verblieb beim Apotheker. Die Patienten, Betreuer, Auswerter kannten die Zuordnung nicht. Der Code wurde erst geöffnet, nachdem die Daten ermittelt und festgeschrieben waren.
  • Vollständige Berichterstattung (Incomplete outcome data): Soweit erkennbar ist alles da.
  • Selektive Ergebnisauswahl (Selective outcome reporting): Nicht gegeben.

Nach den üblichen Kriterien zur Gütebewertung ist an der Studie also nichts auszusetzen. Daher auch der Stoßseufzer von Edzard Ernst, dass er an der Studie nichts zu kritisieren fand.

Und dennoch liefert die Studie keinen Beleg für die Überlegenheit der Homöopathie über Placebo, denn das positive Ergebnis kommt nicht durch einen Bias in den obigen Kriterien zustande, sondern durch einen recht subtilen Trick in der statistischen Auswertung.

Ergebnisse

Als hauptsächliches Beurteilungskriterium wurden die von den Patienten ausgefüllten Schlaftagebücher ausgewertet und folgende Daten errechnet:

  • (1) Einschlafdauer („latency to fall asleep“)
  • (2) nächtliche Wachliegedauer („minutes awake in the middle of the night“)
  • (3) Vorzeitiges Erwachen („minutes awake too early“)
  • (4) Bettliegezeit („hours spent in bed“)
  • (5) Schlafdauer („total sleep time in hours“)
  • (6) Schlafeffizienz („sleep efficiency“).

Was diese Werte bedeuten, dürfte sich zumeist selbst erklären. Die Schlafeffizienz ist der zeitliche Anteil des Schlafes an der gesamten Bettliegezeit. Was „Vorzeitiges Erwachen“ bedeutet, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Vorzeitig vor was? Der von den Autoren verwandte Schlafrechner (Link) nutzt diese Angabe nicht, um die Kennzahlen zu bilden.

Wie erkennbar, sind diese Daten nicht unabhängig voneinander: Die Schlafdauer ergibt sich aus der Bettliegezeit, wenn man Einschlafdauer und Wachliegedauer abzieht.

 VerumVerumPlaceboPlacebo
AnfangEndeAnfangEnde
Einschlafdauer (min)65,855,282,477,4
Wachliegedauer (min)123,1107,2129,0120,9
Vorzeitiges Erwachen (min)57,453,959,449,3
Bettliegezeit (h)6,67,07,67,4
Schlafdauer (h)2,53,43,13,3
Schlafeffizienz (%)37,548,239,743,6

Tabelle 1

Auf den ersten Blick fällt auf, dass die Randomisierung nicht sehr gut gelungen ist. Durch die zufällige Verteilung der Teilnehmer auf die Placebo- und Verumgruppe soll erreicht werden, dass die Ausgangsbedingungen in beiden Gruppen möglichst gleich sind. Dies ist hier nicht der Fall, siehe z.B. die Ausgangsdaten der Einschlafdauer oder der Bettliegezeit. Andererseits sieht es auf den ersten Blick auch nicht danach aus, als sei ein überwältigender Effekt eingetreten.

Die Problematik, warum dieses Ergebnis als eine Überlegenheit der Homöopathie gegenüber Placebo erscheint, liegt in der Form, wie die Autoren diese Daten auswerten und interpretieren.

Zunächst werden nur die Ausgangsdaten der beiden durch Randomisierung zustande gekommenen Gruppen gegenübergestellt und ein p-Wert errechnet. Der p-Wert ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Unterschiede in den Gruppen durch die Zuordnung entstanden sind. Analog zur Auswertung eines Versuchs werden Wahrscheinlichkeiten unter einem bestimmten Grenzwert als signifikant angesehen, also als Hinweis, dass es andere Ursachen als die zufällige Verteilung gegeben haben muss.

 HomöopathiePlacebop-Wert
AnfangAnfang
Einschlafdauer65,882,40,261
Wachliegedauer123,1129,00,642
Vorzeitiges Erwachen57,459,40,803
Bettliegedauer6,67,60,002*
Schlafdauer2,53,10,113
Schlafeffizienz37,539,70,611

Tabelle 2; * Signifikantes Ergebnis

Dass trotz des großen Unterschiedes, beispielsweise bei der Einschlafdauer, der p-Wert recht hoch ist, ist auf die hier nicht wiedergegebene große Streuung der Daten zurückzuführen.

Aus den p-Werten, die angeblich alle oberhalb dem in dieser Studie angewandten Grenzwert von 0,01 liegen, wird geschlossen, dass die Gruppen ähnlich sind, der Unterschied in der Bettliegezeit sei dem Zufall zuzuschreiben. Was denn sonst, möchte man fragen! Das ist doch das Ergebnis einer Randomisierung, also einer Zufallsverteilung!

Aber auch sonst ist diese Betrachtung Unsinn. Dass die Gruppen per Zufall entstanden sind, wurde durch die Randomisierung sichergestellt, das braucht nicht überprüft zu werden. Und zu etwas anderem taugt der p-Wert auch nicht, denn er ist kein Maß für eine Effektstärke, schon gar nicht für die medizinische Relevanz. Weil in den Gleichungen zur Bestimmung des p-Werts immer auch die Zahl der Teilnehmer auftritt, würden die gleichen Zahlenwerte bei einer deutlich höheren Anzahl von Teilnehmern zu einem signifikanten Ergebnis führen. Man müsste hingegen die Unterschiede der Ausgangsdaten bei der Betrachtung der Ergebnisse berücksichtigen – und da liegt der Hase im Pfeffer.

In der Arbeit wird nämlich der Unterschied zwischen den beiden Gruppen bewertet, der sich aus der obigen Tabelle errechnet und zu folgenden Ergebnissen führt:

 VerumPlacebop-Wert
Einschlafdauer+ 10,6+ 5,00,299
Wachliegedauer+15,9+8,10,249
Vorzeitiges Erwachen+ 3,5+ 10,20,233
Bettliegedauer- 0,4+ 0,20,001*
Schlafdauer- 0,9- 0,2< 0,001*
Schlafeffizienz- 10,8- 3,9< 0,001*

Tabelle 3; * Signifikante Ergebnisse

Hier erscheinen die drei unteren Ergebnisse als statistisch signifikant, was die Autoren zu der Schlussfolgerung veranlasst, die verabreichten Homöopathika hätten einen positiven Effekt erzielt. Schließlich haben sich Bettliegezeit, Schlafdauer und Schlafeffizienz deutlich vorteilhafter entwickelt (Anmerkung: Negative Zahlen bedeuten hier, dass der Wert nach der Therapie höher war als der vor der Therapie, also eine Veränderung in die erwünschte Richtung.)

Befassen wir uns nur mit diesen drei Ergebnissen, die die positive Einschätzung erzeugt haben. In der Tat sehen die Zahlen für sich beeindruckend aus – aber das ist ein Effekt, der nur dadurch entsteht, dass man Differenzen gebildet hat und dabei vergleichsweise kleine Änderungen wesentlich deutlicher erscheinen, die allerdings auch an Aussagekraft einbüßen.

Bettliegedauer

In der Verum-Gruppe ändert sie sich von 6,6 auf 7 Stunden, in der Placebogruppe von 7,6 auf 7,4 Stunden. Die Gruppen sind nach der Therapie näher beieinander als zuvor, dabei ist die Situation in der Placebogruppe nach wie vor besser als in der Verumgruppe. Die Betrachtung der Änderungen suggeriert allerdings einen Effekt, der sich bei gleicher Ausgangsbasis tatsächlich in einem Anwachsen des Unterschieds zwischen Verum und Placebo zugunsten von Verum zeigen müsste, hier aber in Richtung auf einen Ausgleich abläuft. Die Gruppen sind nach der Therapie gleicher als zuvor. Vorher waren sie eine ganze Stunde auseinander, jetzt nur noch 0,4 Stunden, immer noch mit einem Vorteil für Placebo.

Ohne Weiteres wäre dieses Ergebnis mit dem zu erklären, was man Regression zur Mitte nennt. Man kann sicher davon ausgehen, dass die Werte einer zeitlichen Fluktuation unterliegen, das heißt irgendwie in Bewegung sind. Offenbar ist der Unterschied zu Anfang einer Laune des Zufalls bei der Randomisierung zu verdanken, dass sich zu diesem Zeitpunkt mehr Teilnehmer mit höherer Bettliegezeit auf der einen, die mit niedrigeren Werten auf der anderen Seite gefunden haben. Über alle Teilnehmer betrachtet hat sich der Mittelwert der Bettliegezeit kaum verändert, von 7,1 auf 7,2 Stunden, was einem Unterschied von 6 Minuten entspricht. Allerdings sind diejenigen, die zuvor länger als der Durchschnitt im Bett waren, jetzt etwas weniger lange, die die kürzer im Bett waren, etwas weniger kurz. Mehr ist da nicht passiert.

Die Frage, ob man eigentlich die Bettliegezeit als Wirkung der Homöopathika sehen kann, sei nur am Rande gestellt. Die Bettliegezeit ist die Zeit zwischen dem endgültigen zu Bett gehen am Abend und dem finalen Aufstehen am Morgen. Beides von Willensentscheidungen oder Zwängen des realen Lebens abhängig. Man möchte bezweifeln, dass die Globuli auf diese Dinge einen Einfluss haben.

Schlafdauer

Auch hier ist der wahre Sachverhalt anders als es die Betrachtung auf die Änderung alleine nahelegt. In der Verumgruppe hat sich diese von 2,5 auf 3,4 Stunden erhöht, in der Placebogruppe „nur“ von 3,1 auf 3,3 Stunden. Auch hier haben sich die Ergebnisse beider Gruppen nur dem Durchschnitt angenähert, der sich allerdings im Laufe der Therapie verbessert hat. Vor der Therapie lag der Durchschnitt bei 2,8 Stunden, nachher bei 3,35 Stunden. Die Unterschiede sind aber von +- 0,3 Stunden auf +- 0,05 Stunden kleiner geworden. Möglicherweise haben alle Patienten von den Ratschlägen zur Schlafhygiene profitiert, nur diejenigen, die schlechter dran waren, eben mehr als diejenigen, die eine günstigere Ausgangssituation hatten. Ob dem Unterschied von 0,1 Stunde (6 Minuten) zwischen Placebo und Verum überhaupt eine Bedeutung zukommt, darf man aufgrund der eher unscharfen Erfassungsmethodik bezweifeln.

Schlafeffizienz

Die Schlafeffizienz ist aber nun in der Homöopathiegruppe wirklich deutlicher angestiegen als in der Placebogruppe, das ist wohl wahr. Aber wo kommt der Unterschied her? Die Schlafeffizienz ist der zeitliche Anteil an der Zeit, die der Teilenehmer im Bett verbringt, den er auch schläft. Damit ist dies eine Kennzahl, die unmittelbar von den beiden vorherigen Daten abhängt.

Die Zunahme von fast 11 %-Punkten bei Verum und mickrigen 3,4 %-Punkten bei Placebo bedeutet nicht, dass die Patienten, die Homöopathika eingenommen hatten, auch tatsächlich länger geschlafen hätten als die anderen Teilnehmer. Genau das ist ja – siehe Schlafdauer – nicht eingetreten. Das Ergebnis resultiert alleine daraus, dass die Bettliegezeit unterschiedlich war und nun weniger unterschiedlich ist, für die Verum-Patienten aber immer noch kürzer. Ob selbst hartgesottene und in der Wolle gefärbte Homöopathen glauben können, dass die Globuli einen Einfluss darauf haben, wann das Fernsehprogramm endet und wann der Wecker klingelt – oder was das indische Pendant zu diesen Zwangspunkten sein mag – das möchte ich doch in Frage stellen.

Zusammenfassung

Die Studie ist vom klinischen Standpunkt her gut gemacht, allerdings führt die Auswertung aufgrund der Betrachtung und Bewertung nur aufgrund der eingetretenen Veränderungen in die falsche Richtung. Letztendlich sind die Ergebnisse der beiden Gruppen am Ende der Beobachtungszeit wesentlich dichter beisammen als am Anfang, was eher gegen als für eine fühlbare Wirksamkeit der verabreichten Homöopathika spricht. Es ist bedauerlich, dass die Autoren keine Zeitreihe liefern, also die Verläufe der einzelnen Werte über die Beobachtungszeit angeben, denn der zeitlichen Fluktuation der Daten könnte man weitere Hinweise entnehmen, ob die hier dargelegte Interpretation der Daten zutreffen kann.

Man muss schon einen recht tiefen Blick in die Studie werfen, um zu erkennen, dass die Daten die Schlussfolgerung nicht stützen. Allerdings dürfte das kaum einen der Homöopathen stören, die in Zukunft diese Studie wohl als ein Beispiel dafür zitieren werden, dass auch gute Studien positive Ergebnisse für die Homöopathie erbringen können. Da enststeht sicher viel Diskussionsbedarf.

Literatur

[1] Michael J, Singh S, Sadhukan S, Nath A et al.: Efficacy of individualized homeopathic treatment of insomnia: Double blind, randomized, placebo-controlled clinical trial, CTIM (2019);43:53-59 Link…

[2] Feige b: Schlaflosigkeit nur ein böser Traum? Pressemeldung des Universitätsklinikums Freiburg vom 13.06.2018; Link

[3] Higgins JPT, Green S.: “Cochrane Handbook for Systematic Reviews of Interventions“; The Cochrane Library, 2008 (Link)

Bild: Pixabay, Autor: Gerhard Gellinger

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Homöopathie bei Zahnungsproblemen – oder was?

Man kommt gar nicht mehr nach mit dem Stellungnehmen, so schnell wächst der Unsinn an Studien nach – oder was für eine solche gehalten wird. Der neueste Erguss: Eine angebliche Studie angeblich zur Homöopathie bei Zahnungsproblemen bei Kindern [1]:

Bild: Pixabay
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Ibuprofen vs. Belladonna C6 in der Kieferorthopädie

Im Indian Journal of Research in Homeopathy wurde vor einiger Zeit eine Studie veröffentlicht, in der homöopathisch aufbereitetes Belladonna als Schmerzmittel erprobt wurde [1]. Diese Arbeit hat auch Herrn Behnke von der Carstens-Stiftung auf Twitter dazu veranlasst, homöopathisches Belladonna mit wirksamen Schmerzmitteln gleichzusetzen (Link), was genug Veranlassung ist, diese Studie näher zu betrachten.

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Faktencheck von Jens Behnkes Faktencheck zu NDR-Info „Redezeit“ vom 21.11.2018

Am 21. November 2018 wurde von NDR Info eine Live-Sendung im Radio ausgestrahlt, in der sich Zuhörer und Studiogäste zum Thema „Streit um die Homöopathie – Wie sinnvoll sind Globuli?“ äußern konnten. Als Studiogäste waren Dr. Jens Behnke von der Carstens Stiftung, Hinnerk Feldwisch-Drendrup von MedWatch und ich vom INH beteiligt (Link). Weiterlesen

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Nanopartikel und Homöopathie – wie soll das gehen?

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Antworten an einen Anhänger der Homöopathie

Vor ein paar Tagen erhielt ich auf einen älteren Artikel hier im Blog einen Kommentar eines offenbar überzeugten Homöopathen, der mir allerhand Unverständnis, Voreingenommenheit und überhaupt … vorgeworfen hat (Link). Andererseits liefert der Kommentar eine Übersicht über die grundlegenden Fehlinterpretationen und Missverständnisse, wie sie für viele Befürworter der Homöopathie typisch scheinen, wie man in jeder Diskussion zu diesem Thema erleben kann. Daher soll die Entgegnung als eigenständiger Blogbeitrag erscheinen, denn es wäre zu schade, wenn er nur als Kommentar auf einen alten Blogbeitrag ungelesen verschwinden würde.

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Leserbrief: Wir widersprechen Wursters unbelegten Behauptungen zur Homöopathie in der Onkologie

In der Deutschen Zeitschrift für Onkologie (DZO) wurde in der Ausgabe 2/2018  ein Artikel von Jens Wurster zum (angeblichen) Zusatz-Nutzen der Homöopathie in der Onkologie. Mein Leserbrief dazu, unterzeichnet von namhaften Mitgliedern des Informationsnetzwerks Homöopathie und des Münsteraner Kreises ist soeben in der Ausgabe 3/2018 erschienen und offenbar frei zugänglich:

https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/a-0663-3158

Edit / Ergänzung (28.09.2018):

Das INH hatte schon einmal Probleme mit der „Deutschen Zeitschrift für Onkologie“. Trotz des seriös klingenden Titels bei einem respektablen Verlag ist sie doch eher der Alternativmedizin verhaftet und ist Verbandszeitschrift der „Gesellschaft zur biologischen Krebsabwehr“, die durchaus auch Homöopathie und andere CAM-Verfahren zur Krebstherapie propagiert. Die Redaktion hatte beim INH nach einem „kritischen“ Beitrag zur Homöopathie gefragt – und hatte dann ein Problem damit, als sie einen solchen bekam. Wir haben den Artikel dann allerdings zurückgezogen, als die Redaktion beschloss, im gleichen Heft einen Homöopathen Stellung nehmen zu lassen. Stichwortgeber für eine Darstellung pro Homöopathie wollten wir nicht sein. Wir haben den Artikel dann bei Krebs-Rat Hilfe veröffentlicht (http://www.krebs-rat-hilfe.de/homoeopathie-in-der-onkologie/)

Aber das Geschwurbel von Wurster konnte nun wirklich nicht unbeantwortet bleiben!

 

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