Vorträge zur Homöopathie täuschen den Verbraucher …

… und niemand interessiert sich dafür. Es ist eigentlich ein Skandal! ‚Wir müssen Sie darauf hinweisen, dass im Fisch Gräten vorkommen können‘ muss ein Fischgeschäft in Hamburg Altona entsprechend der Auflage des Amtsgerichts seine Kunden informieren (Der Spiegel, Nr. 40 / 2014, S. 28). Auf Tabakprodukten muss der Kunde gewarnt werden, dass Rauchen schädlich ist. Als wenn das nicht jeder wüsste, der nicht gerade erst unter einem Stein hervorgekrochen ist!

Gilt diese staatliche Fürsorge für den Verbraucher auch im Gesundheitswesen? Besonders bei der Alternativmedizin?

… Denn legt man Studien über das tatsächliche Verbraucherverhalten zugrunde, so wird deutlich, dass der Verbraucher nicht nur auf Informationen des Unternehmers angewiesen ist, sondern auch nur eine bestimmte Menge an Information verarbeiten kann (information overload) und zudem auch nicht immer rational handelt. Diese Erkenntnisse nutzt die Anbieterseite, indem sie in ihrer Werbung nicht umfassend und objektiv über ihre Produkte informiert, sondern unter Nutzung psychologischer Erkenntnisse bestrebt ist, sachlich nicht begründete Kaufanreize unterschwellig zu transportieren.

Aus Sicht des Verbraucherschutzes begründet sich das Leitbild des schutzbedürftigen Verbrauchers, weil dieser den Anbietern von Produkten und Dienstleistungen strukturell unterlegen sei. Dieses Leitbild hat sich auch in der Arbeit des Gesetzgebers weitgehend durchgesetzt (siehe unten). (Wikipedia, Stichwort ‚Verbraucherschutz‚)

Schön wärs ja.

Die Homöopathie ist bekanntlich eine Heilslehre, die sich auf ein Verständnis der Abläufe im menschlichen Körper abstützt, das zu Zeiten der französischen Revolution vor über 200 Jahren entwickelt wurde. Sie stammt aus einer Zeit, lange bevor man auch nur Puls, Körpertemperatur oder Blutdruck messen konnte, geschweige denn, deren Bedeutung für die Beurteilung des Gesundheitszustandes erkannt hätte.

In der Homöopathie werden Wirkstoffe aus den Mitteln schrittweise entfernt und durch rituelle Prozeduren einfachen mechanischen Schüttelns ersetzt, was das am Ende vorhandene reine Wasser noch wirkungsvoller machen soll als die Ausgangssubstanz selbst. Wenn den verwendeten Ausgangsstoffen überhaupt eine therapeutische Heilwirkung innewohnt.  Denn selbst dies ist in der Homöopathie nicht selbstverständlich der Fall, werden doch Allerweltsstoffe wie beispielsweise Kochsalz (Link) oder Bad Gasteiner Wasser (Link) als solche verwendet. Das wäre im Prinzip nicht schlimm, wenn man dies nur bei nicht ernstzunehmenden von selbst vorübergehenden Bagatellen einsetzen würde. Dies ist aber nicht der Fall, denn die Homöopathie wird sehr eifrig auf allen Kanälen als wirksame Alternative zur evidenzbasierten Medizin beworben. Es gibt sogar Vertreter, die eine genau auf diesen kruden Grundlagen basierende Therapie auch für ernsthafteste Beschwerden empfehlen.

Einige Schlaglichter mögen das verdeutlichen:

Jens Wurster ist bekanntermaßen ein Mitarbeiter der Clinica Santa Croce in der Schweiz, die sich auf die homöopathische Behandlung von Krebserkrankungen spezialisiert hat. Er hat auch ein Buch zum Thema verfasst, das den vielsagenden Titel trägt ‚Die homöopathische Behandlung und Heilung von Krebs und metastasierter Karzinome‘ (Hervorhebung von mir). Nein, ich gebe hier keine Bezugsquellen an, denn ich möchte keinen Anteil daran haben, dass sich dieser Inhalt weiter verbreitet.

Genau mit diesem Thema, ‚Die homöopathische Behandlung von Krebs- und Tumorerkrankungen‘ ist Dr. med. Jens Wurster am 6. Juni 2014 auf einem Patienteninformationsabend der ‚Akademie der Klassischen Homöopathie‘ aufgetreten. Beim Publikum dürfte es sich demnach in hohem Maße um Betroffene gehandelt haben, wohl kaum um medizinisch vorgebildete Fachleute auf diesem Gebiet. Ein Foto auf der Webseite des Veranstalters zeigt in der überwiegenden Mehrzahl Frauen aller Altersstufen als Zuhörer (01.05.2015: Link erloschen). Am folgenden Wochenende fand dann eine Weiterbildungsveranstaltung für Therapeuten statt. Jens Wurster hat auch dort vorgetragen, denn er ist nicht nur für einen Info-Abend den weiten Weg vom Lago Maggiore nach Unterfranken gereist. Daraus folgt, dass es jetzt ein paar mehr Heilpraktiker gibt als zuvor, die meinen, Krebs sei mittels Homöopathie heilbar.

Inhaber und fachlicher Leiter der Akademie ist Michael Leisten, ein Heilpraktiker, der nach eigenen Angaben (Edit 27.10.2015: Auf der offenbar überarbeiteten Webseite findet sich diese Angabe nicht mehr, Link daher erloschen) über eine mehrjährige medizinische Ausbildung (also nicht Studium, sondern Heilpraktikerschule?) sowie über einen Hochschulabschluss als Religionspädagoge verfügt, natürlich auch in Homöpathie ausgebildet ist.

Auszüge dieser Veranstaltung sind im September 2014 auf YouTube hochgeladen worden (Link). Nach einer langen Vorrede von Michael Leisten kommt Wurster ab Minute 4.14 zu Wort. Wegen des Schnittes fehlt die Einleitung und er kommt gleich auf eine Studie zu sprechen, die hier auf dem Blog bereits besprochen worden ist (Link), nämlich der Studie von Rostock et al. zur homöopathischen Krebsbehandlung. Er führt sinngemäß aus:

  • Wegen der dort erfolgten spektakulären Tumorheilungen sei man an die Clinica Santa Croce mit dem Wunsch herangetreten, eine große Vergleichsstudie durchzuführen.
  • Man habe die Ergebnisse mit denen einer onkologischen Schwerpunktspraxis in Freiburg verglichen.
  • Doppelblindstudien seien in der Homöopathie nicht möglich.
  • Man habe eine Matched Pair Studie ausgeführt, in der die Behandlungserfolge von Patienten mit weitgehend gleichem Krankheitsbild miteinander verglichen wurden.
  • Als Ergebnis habe sich gezeigt, dass sich speziell in Bezug auf die Lebensqualität große Vorteile für die homöopathisch behandelten Patienten ergeben hätten.
  • Die Studie sei von Schulmedizinern durchgeführt worden.

Beschäftigen wir uns zunächst mit diesem Teil des Vortrags. Das lässt sich relativ einfach zusammenfassen:

Nichts von dem, was Wurster da sagt, trifft zu. Nicht ein Satz!

  • Die Studie wurde auf Betreiben der Clinica Santa Croce durchgeführt, nicht von außen wegen der großen Erfolge vorgeschlagen. Dies ergibt sich aus der Danksagung am Ende des Aufsatzes (Link):
    ‚Wir bedanken uns sehr bei Dr. Dario Spinedi, dem Gründer und Direktor der Clinica Santa Croce, der zu dieser Studie eingeladen hat….‘ (Übersetzung von mir).
  • Nicht nur die genannte onkologische Schwerpunktspraxis in Freiburg gehörte zum Vergleich, sondern auch die Klinik für Onkologie und Hämotologie in Offenburg. Auf der einen Seite wurde also eine Klinik der homöopathischen Nachsorge (Santa Croce) mit einer allgemeinen Klinik verglichen, die das gesamte Spektrum der konventionellen Krebstherapie umfasst.
  • Entsprechend kam auch der Matched Pair Vergleich nicht zustande. Bei 259 bzw. 380 Patienten in den beiden Gruppen konnten nur 11 Vergleichspaare gebildet werden, zu wenig für eine sinnvolle Auswertung. Es wurde stattdessen ein Gruppenvergleich durchgeführt. Dort wurden dann aber Äpfel mit Birnen verglichen, da der Vergleich nicht auf einem aus dem Krankheitsverlauf resultierenden einheitlichen Startpunkt basierte.
  • Der angebliche große Vorteil beruht zum Teil auf Rechenfehlern, die die Ergebnisse ‚zufällig‘ in Richtung auf Vorteile für die Homöopathiegruppe verschoben haben. Selbst dann scheinen die angeblich großen Vorteile durchaus noch in der Größenordnung der Messunsicherheit zu liegen. Von einem ‚deutlichen Unterschied‘ ist nichts zu sehen.
  • Die Studie ist nicht von reinen Schulmedizinern durchgeführt worden. Die Autoren der Studie waren an den folgenden Instituten tätig:
    (1) Tumor Biology Center at Albert Ludwig’s University Freiburg, Germany
    (2)
    Dept. of Evaluation Research in Complementary Medicine, University Hospital Freiburg, Germany
    (3)
    Institute for Transcultural Health Studies and Samueli Institute, European Office, Europa Universität Viadrina, Frankfurt an der Oder, Germany
    (4)
    Institute for Complementary Medicine, Uniersity Hospital, Zurich, Switzerland
    (5) Institute for General Practice, Johann Wolfgang Goethe University Frankfurt, Germany
    Schwarz hervorgehoben die Institute, die sich intensiv mit der Alternativmedizin beschäftigen. Für die Zugehörigkeit der sechs Autoren zu diesen Instituten wird genannt:Matthias Rostock: 1 und 4
    Johannes Neumann: 1 und 2
    Corina Guethlin: 2 und 5
    Lars Günther: 2
    Hans H. Bartsch: 1
    Harald Walach: 3
    Außer Herrn Bartsch haben also alle Autoren einen Hintergrund in der Komplementär- und Alternativmedizin. Bartsch wird in der Liste der Autoren erst an fünfter Stelle genannt, das heißt, er ist sicher nicht derjenige gewesen, der die Studie inhaltlich geprägt hat. Vielleicht haben wirklich alle Beteiligten (außer Walach) ein Medizinstudium abgeschlossen – aber die Alternativmedizin ist der dominierende Hintergrund der Autoren.

Dass, nebenbei bemerkt, doppelblinde Studien in der Homöopathie möglich sind, zeigt das Vorliegen von nunmehr fast 200 solcher Studien. Üblicherweise wird das Verfahren immer dann kritisiert, wenn eine solche Studie für die Homöopathie zu keinem vorteilhaften Ergebnis gekommen ist, ein Einwand, den man bei Studien mit (vermeintlich) positiven Ergebnissen seltsamerweise nicht hört.

Die Äußerungen Wursters zu der Studie lassen diese also in einem wesentlich besseren Licht erscheinen, als es ihr tatsächlich zukommt. Die Zuhörer, wie gesagt, vermutlich in großem Umfang von einer Krebserkrankung betroffene Menschen, erhalten hier also ein völlig falsches in die positive Richtung verzerrtes Bild von der Studienlage vermittelt.

Zur Studie selbst sei an dieser Stelle nur so viel gesagt, dass dort Äpfel mit Birnen verglichen werden, denn die Messzeitpunkte sind in Bezug auf den Studienbeginn gelegt, nicht auf den Zeitpunkt der Erstdiagnose (ED). Daher werden in der Homöopathiegruppe Patienten im Schnitt zehn Monate nach ED mit konventionell behandelten Patienten im Schnitt drei Monate nach ED verglichen. Die konventionelle Gruppe beinhaltet folglich in höherem Maße Patienten während der evidenz-medizinischen Eingriffe (Bestrahlung, Chirurgie, Chemo) als die Homöopathie-Gruppe, mit allen Einflüssen auf die Lebensqualität, die diese Rosskuren so mit sich bringen. Die Homöopathiegruppe ist mit 54 Jahren auch deutlich jünger (konventionell: 60). Das dürfte ebenfalls einen erheblichen Einfluss auf den gemessenen Parameter ‚Lebensqualität‘ gehabt haben. Weitere Details siehe hier (Link).

In den nächsten knapp 15 Minuten des Videoausschnittes wird der Fall einer einzigen Krebspatientin ausführlich dargestellt und in allen Facetten beleuchtet. Bei ihr waren entgegen der Prognose der konventionellen Medizin die Lungenmetastasen, die von einer Erkrankung an Brustkrebs herrührten, zurückgegangen und schließlich verschwunden. Dies wird auf die homöopathische Behandlung zurückgeführt, die in allen Einzelheiten besprochen wird. Da wird erläutert, wie wichtig das Symptom für die richtige Behandlung der Patientin ist, dass sie im Winter Hautrisse auf dem Handrücken entwickelt oder nichts Beengendes um sich herum erträgt. Auch die Bedeutung des später während der Behandlung auftretenden Traums von Pferden wird dargestellt. Unterstützt wird dies von dem durchaus kompetent wirkenden Auftreten Wursters, garniert durch richtig kompliziert aussehende Grafiken. Da die hauptsächlich weiblichen Zuhörer wahrscheinlich genau von diesem Problem betroffen sind – Brustkrebs ist bei Frauen die häufigste Krebsart – dürfte dieser Vortrag seine Wirkung nicht verfehlt haben.

Zum Schluss kann M. Leister noch ein paar Fälle vortragen. Das gipfelt dann in der Aussage, ‚die Schulmedizin kann zwar einen Tumor beseitigen, aber keinen Krebs heilen‘ (19:20 min).

Welche Abgründe tun sich auf!

Mit welcher Dreistigkeit werden da Patienten, die ein massives Problem haben, in eine Richtung informiert, die geeignet ist, dass sie eine eventuell folgenreiche Fehlentscheidung treffen? Wieso schreitet da niemand ein? Warum greift da kein Gesundheitsamt ein, kein Verbraucherschutz oder was es sonst so gibt? Vor zu krummen Gurken und zu geraden Bananen werden wir effektiv geschützt, vor Gräten im Fisch muss gewarnt werden – aber hier werden Menschen, die vermutlich zumeist nicht über nennenswerten medizinischen oder naturwissenschaftlichen Hintergrund verfügen, in einer Notlage richtiggehend eingeseift. Ihnen wird das Urteilsvermögen durch einen Kompetenz heischenden Wortschwall, gespickt mit Fehlinformationen, bei durchaus seriös und überzeugend wirkendem, sympathischen Auftreten regelrecht zugekleistert und vernebelt.

Herrn Dr. med. Jens Wurster, also einem promovierten Mediziner, muss es doch klar sein, dass aus einem Einzelfall, selbst aus mehreren Einzelfällen, kein Rückschluss auf die Wirksamkeit einer Behandlung möglich ist. Hierzu bedarf es auch der Zahl derjenigen Patienten, bei denen die gleiche Behandlung keinen Erfolg hatte – und natürlich auch einer Vergleichsgruppe von Patienten, wie es ihnen ohne die homöopathische Therapie ergangen ist. Ohne diese Angaben ist keine Aussage zu einer Wirksamkeit einer Therapie möglich, wie ein Dr. med. eigentlich wissen müsste. Mit einem wortreich dargestellten Einzelfall werden Patienten nicht informiert, sondern manipuliert, nicht über Chancen und Risiken aufgeklärt, sondern einseitig desinformiert.

Die Veröffentlichung dieses Zusammenschnitts auf YouTube wird sicher ebenfalls eine mehr oder weniger große Anzahl von potenziellen Patienten erreichen.

Also, was tun der Herr Dr. med Jens Wurster und sein Kollege da? Ich darf hier nicht unterstellen, dass sie diese Falschinformationen absichtlich verbreiten, denn das wäre üble Nachrede und kann mich vor Gericht bringen. Daher, liebe Anwälte, die Ihr das lest, tue ich das nicht. Nein. Ich unterstelle, man hat sich einfach geirrt, hat diese Dinge, die sich zum Teil beim bloßen Lesen der Studie erschließen, einfach nicht bemerkt. Hoffentlich ist das jetzt keine Beleidigung für einen studierten und promovierten Mann.

Man kann sich auch fragen, wie ein Mann wie Michael Leisten ohne ein medizinisches Studium absolviert zu haben, eine solche Akademie fachlich leiten und solche Aussagen, wie oben zitiert, vor Betroffenen tätigen darf. Wieso dürfen sich Heilpraktiker überhaupt mit dem Thema Krebs beschäftigen?

Ist das ein Einzelfall, in dem ein paar Geschäftsleute eine vielleicht etwas anrüchige Werbung für ihre Unternehmen betreiben?

Ganz, ganz sicher nicht. Leider nicht.

Seit Mitte September 2014 führe ich eine kleine Erhebung durch. Google ermöglicht, dass man sich Alarme setzt. Man kann Stichworte definieren, und wenn die dann im Internet auftauchen, erhält man eine Nachricht. Dies habe ich für das Stichwort ‚Homöopathie‘ getan und sichte seit Mitte September täglich die Ergebnisse, ob sie eine Ankündigung oder einen Bericht über einen Publikumsvortrag zur Homöopathie enthalten. Also keine Aus- und Weiterbildungsangebote für Heilpraktiker beziehungsweise Ärzte, sondern nur Informationsveranstaltungen, die sich explizit an das allgemeine (Laien-) Publikum wenden.

Seit Mitte September habe ich bis heute (8. Oktober 2014) 48 solcher Ankündigungen für Vortragsveranstaltungen in Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz gesammelt. Vortragende sind

  • Ärzte und Tierärzte: 12 Vorträge
  • Apotheker: 1
  • Heilpraktiker und Tierheilpraktiker: 28
  • sonstige und ohne Angaben: 7

Was aber richtig schockiert, ist die Trägerschaft, das heißt, die jeweiligen Veranstalter, die letztendlich den Rahmen bieten und dem Vortragenden die Glaubwürdigkeit ihrer jeweiligen Organisation zugute kommen lassen:

  • Volkshochschulen und ähnlich: 18 Vorträge
  • kirchliche Träger: 4
  • Apotheken: 5
  • Hebammenvereinigungen: 2
  • Krankenhäuser: 2
  • Deutsches Rotes Kreuz: 1
  • Schule: 1
  • sonstige: 15

Wie man sieht, wird die überwiegende Anzahl der Vorträge durchaus von Organisationen gefördert, die ein hohes Ansehen genießen, und die eigentlich wichtige Aufgaben für die Bildung der Bürger wahrnehmen sollten. Volkshochschulen, Apotheken, Krankenhäuser, kirchliche Träger sind sicher mit einem hohen Vertrauensbonus ausgestattet. Was von dort kommt, genießt sicher eine große Glaubwürdigkeit, weil es in einem ’neutralen‘ Rahmen stattfindet. Sie stehen bestimmt nicht in dem Generalverdacht, der Homöopathie alleine aus geschäftlichem Interesse heraus Vorschub zu leisten. Und dort erreicht man auch sein Publikum. Gerade war in der Badischen Zeitung zu lesen, dass alleine in Baden Württemberg über 4,5 Millionen Menschen im Jahr an Kursen der VHS oder der kirchlichen Träger teilgenommen haben (Link).

Vorträge, die sich mit den naturwissenschaflichen Aspekten der Homöopathie beschäftigen, sind in meiner Erhebung nicht aufgetaucht, nicht einer. Es geht um homöopathische Haus- und Notfallapotheken, um Homöopathie für Kinder aller Altersstufen, um die Anwendung bei bestimmten Krankheitsfällen wie Erkältungen, Demenz und Frauenkrankheiten oder auch um Homöopathie allgemein oder für die Tiefen des Seins. Sogar für Tiere und Pflanzen gab es Vorträge. Ich halte es nicht für sehr wahrscheinlich, dass irgendeiner der Vortragenden innerhalb seines Vortrages sehr ausführlich darauf eingeht, dass der Homöopathie jede naturwissenschaftliche Erklärung der Wirkungsweise fehlt und keine belastbaren Wirkungsnachweise vorliegen. Wenn es denn tatsächlich erwähnt wird, wird dieser doch wichtige Aspekt sicher als belangloser Kleinkram beiseite geschoben. Ich selbst habe mir einmal einen solchen Vortrag angehört, in dem dies genau so gehandhabt wurde. Die daraus folgenden Betrachtungen können hier nachgelesen werden.

Zu diesen angekündigten Vorträgen kommt die ganz normale mehr oder weniger tägliche Berieselung in den Medien von Presse, Funk und Fernsehen, den diversen Seiten im Internet, auf denen homöopathisch arbeitende Therapeuten ihre Leistungen mit Bildern von schönen Pflanzen und glücklichen Menschen bewerben, das Heil einer sanften, ganzheitlichen, ungefährlichen aber dennoch ungemein leistungsfähigen Heilslehre verkünden. Nicht zu reden von den Abertausenden von Büchern der einschlägigen Verlage. Nicht umsonst scheint die Homöopathie gerade bei den gebildeteren Schichten besonders Anklang zu finden, nämlich offenbar bei Leuten, die sich informieren wollen – und auf die dann die ganze Phalanx von positiven Informationen herabregnet, mit klingenden Titeln und beeindruckenden akademischen Weihen gesegnet. Kritische Stimmen zur Homöopathie sind da doch nur einzelne Tropfen im Ozean. Bis jemand, der sich informieren will, die in der Werbung nicht zur Sprache kommenden Aspekte wahrnimmt, sind 100 andere Quellen konsumiert, ist die Meinungsbildung bereits abgeschlossen.

Wundern wir uns da wirklich, dass die Homöopathie auf dem offensichtlich unaufhaltsamen Vormarsch ist?

Wer kümmert sich hier eigentlich um Verbraucherschutz? Gerade auf dem Gebiet der Medizin und Scheinmedizin geht es um eventuell nicht mehr umkehrbare Entscheidungen, gerade wenn man den seriös, aber mit falschen Informationen auftretenden Scharlatanen ausgesetzt ist. Gerade hier hat auch der Verbraucher normalerweise sehr wenig Hintergrundwissen, um sich mit den Argumenten auseinanderzusetzen. Dort braucht er professionelle Unterstützung, nicht mit dümmlichen Warnhinweisen, dass Heißgetränke heiß sind und man sich daran verbrühen kann.

Kann es außerdem eine gute und erstrebenswerte gesellschaftliche Entwicklung sein, die sich da vollzieht? Ist es für ein Land, das sich so gerne auf seine Dichter und Denker bezieht, das für sich in Anspruch nimmt, in vielen wissenschaftlichen und technischen Gebieten die Vorreiterrolle zu spielen, wirklich sinnvoll, wenn die Wissenschaft diskreditiert wird, sie geradezu ein versponnener Unsinn zu sein scheint, den man zwar irgendwie betreiben kann, der mit dem richtigen Leben aber nichts zu tun hat? Sollen weitgehend gefühlte Erfahrungen wichtiger und aussagekräftiger werden als rationale Überlegung und von vielen Forschern zusammengetragenes nachvollziehbares und belastbares Wissen? Sollen wirklich die unter harter Arbeit und sicher auch mit Irrtümern erarbeiteten Fortschritte der Medizin und der Wissenschaft einfach weggeworfen werden, soll es so sein, dass die Pharmaindustrie grundsätzlich böse ist, Schulmediziner grundsätzlich geldgierige Schurken sind, Medikamente sich in der Hauptsache durch furchtbare Nebenwirkungen auszeichnen und Impfungen sowieso nur für Impfschäden gut sind?

Wollen wir das?

Es ist sicher nicht zu vermeiden, dass irgendwelche Scharlatane und Quacksalber auch in Zukunft ihre Produkte bewerben. Müssen wir aber akzeptieren, dass Institutionen, die prinzipiell mit hohem öffentlichen Ansehen ausgestattet sind, sich dazu hergeben, dies auch noch zu unterstützen? Warum müssen diese Einrichtungen nicht verpflichtet werden, einem Esoterik-Vortrag auch die reale Seite entgegenzustellen? Sicher gibt es da ein Personalproblem. Heilpraktiker, Apotheker und Ärzte werben mit ihren Aktivitäten für ihre Praxen und Geschäfte. Mit der Skepsis kann man leider kein Geschäft machen – und so furchtbar viele Idealisten gibt es offensichtlich nicht. Aber wieso muss da kein Aufdruck drauf:

Achtung: Wenn Sie diesen Ratschlägen folgen, kann das für Ihre Gesundheit unangenehme Auswirkungen haben, denn das, was hier zur Sprache kommt, ist nicht wissenschaftlich belegt.

Wir leben in einem Zeitalter der Meinungs- und Informationsfreiheit. Jeder darf seine Weltsicht publizieren und mit den zur Verfügung stehenden Mitteln verbreiten, sofern bestimmte Mindeststandards eingehalten werden. Dies soll bestimmt nicht eingeschränkt werden – aber die Mitglieder der Gesellschaft einfach dem werbenden Trommelfeuer der Interessengruppen ausgesetzt zu lassen, kann auch keine Lösung sein. Verbraucherschutz ist eigentlich nirgendwo wichtiger als in Gesundheitsfragen, wo aus Laienmeinung, Scharlatanerie und Wissenschaft ein für den Laien undurchschaubares Gemenge entsteht.

Gerade in Gesundheitsfragen muss es doch Möglichkeiten geben, dem Interessenten zuverlässige Informationsquellen zur Verfügung zu stellen, aus denen er sich informieren kann – und die nicht wie der Beipackzettel zu einem Instrument der Risikominimierung für den Hersteller verkommen. Dass die Apotheken vermutlich aus wirtschaftlichen Interessen heraus dies nicht tun, obwohl der Gesetzgeber ihnen genau diese Aufgabe zugeteilt hat, ist an anderer Stelle auf diesem Blog nachzulesen. Dass auch andere Institutionen dies ebenfalls nicht tun, ist in der Vergangenheit deutlich geworden:

  • Homöopathieanhänger sind auch Wähler, daher wird die Politik nicht aktiv, zumal wenn Meinungsumfragen die Grundlagen der politischen Weichenstellungen sind.
  • Homöopathieanhänger zahlen ihre Krankenkassenbeiträge dort, wo man ihre Wünsche auch finanziell unterstützt, deshalb haben die Krankenkassen dieses Leistungsmerkmal als Merkmal erkannt, sich vom Wettbewerb abzuheben – daher besteht auch hier kein Interesse zum Handeln.
  • Die Ärzteschaft hat zumindest zu einem kleinen Teil erkannt, dass man mit dem Angebot der Homöopathie den Zwängen der Kostendämpfung im Gesundheitswesen entgehen kann.

Wer also vertritt die Interessen der Verbraucher und Patienten und sorgt dafür, dass sie zumindest die Möglichkeit haben, sich die Informationen gezielt zu verschaffen, die sie als mündige Patienten für ihre Entscheidungsgrundlagen benötigen, und von dieser Möglichkeit auch wissen?

Ich habe leider keine Antwort.

Ich habe hier nur wieder einen kleinen Tropfen im großen Ozean liefern können. Schade, es fehlt das Verschütteln…

Erratum (28.07.2015):

Die Studie von Rostock ist 2011 tatsächlich mit dem Hufeland Forschungspreis ausgezeichnet worden, worauf mich jetzt ein Leser aufmerksam gemacht hat. Entsprechend wurden die Textstellen korrigiert, an denen ich aufgrund einer Verwechslung mit dem ‚Hufeland-Preis‘ dies fälschlicherweise in Abrede gestellt hatte.

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20 Antworten auf Vorträge zur Homöopathie täuschen den Verbraucher …

  1. Rolf Wagels sagt:

    Moin
    ja, sehr gut formuliert. Genau das ist eine der Antworten auf die Frage: „Warum engagierst Du Dich da so, lass die doch machen, schadet ja nichts…!“.
    Oh doch, das tut es…
    Danke
    R. Wagels

  2. Statistiker sagt:

    Sehr guter Artikel, aaaber…

    Einige Äußerungen sind leider etwas mehr als unglücklich:

    a) Der Fisch mit Gräten: Komischerweise findet sich in keiner Quelle ein Aktenzeichen. Entweder handelt es sich um einen Hoax oder, was wahrscheinlicher ist, um ein Urteil, welches einen Hinweis auferlegt, dass FischFILET Gräten enthalten KANN o.ä.

    b) Gurkenkrümmung: Da gibt es keine Verordnung mehr zu. Ist von der EU abgeschafft worden gegen den Protest von Produzenten und Händlern.

    c) Bananenkrümmung: Da hat es nie eine Regelung gegeben.

    • Norbert Aust Norbert Aust sagt:

      Bananenverordnung:
      Es stimmt, die Krümmung ist dort nicht geregelt. Aber sonst zum Beispiel:
      ‚Laut der Verordnung müssen Bananen, die in die EU eingeführt werden, sowie innerhalb der EU produzierte Bananen eine Länge von mindestens 14 cm und eine Dicke von mindestens 27 mm besitzen.‘
      ‚Das Messverfahren wird dabei insofern vorgeschrieben, als dass die Länge der Frucht über ihre Außenwölbung vom Stielansatz bis zum Blütenende gemessen und die Dicke der Frucht durch den Durchmesser in der Mitte der Frucht bestimmt wird. Maßgeblich für die Messung sind dabei die mittlere Banane der äußeren Reihe sowie die äußerste Frucht der äußeren Reihe.‘
      Ich hätte wohl ‚zu kleine Bananen‘ schreiben sollen.


      Gurkenverordnung:

      Es ist richtig, diese Verordnung gilt seit 2009 nicht mehr, das hatte ich übersehen, sie war aber vorher rund 20 Jahre in Kraft. Bei Gelegenheit finde ich sicher noch ein passenderes Beispiel.

      Grätenfisch:
      Die Beleglage für diesen Fall scheint mir auch nicht schlechter als die für die Wirksamkeit der Homöopathie. 😉

      Ich hoffe aber dennoch, dass diese Beispiele illustrieren, wie sich der Gesetzgeber, egal ob EU oder in DE, nicht zu schade ist, kleinste Details per Gesetz zu regeln – der Bürger aber bei der Alternativmedizin, die ihn direkt körperlich betrifft, ziemlich alleine gelassen wird.

  3. Jochen Machatschke sagt:

    „…ist nicht wissenschaftlich belegt.“ wäre für mich nicht ausreichend. Was kann man daraus lesen?

    „…ist (noch) nicht wissenschaftlich belegt“? Die Homöopathie ist mit ihren Erfahrungen 200 Jahre weiter als die Wissenschaft, da muss letztere halt noch Hausaufgaben machen um mitreden zu können. Oder:

    „…ist nicht *wissenschaftlich* (aber sonst sehr wohl) belegt.“. Die Wissensachaft ist *nur ein* Erklärmodell für die Welt um uns herum. Unvollständig und fehlerhaft dazu. Wen wunder es da, dass sie nicht alles erklären kann? Homöopathieanhänger würden eher darüber schmunzeln.

    Die versprochenen Effekte kommen in der Realität einfach nicht vor. Da die Homöopathiefreunde die Wissenschaft gerne ignorieren und sich nur auf ihre Erfahrungen berufen, müsste man genau dort ansetzen. In einer entsprechenden Praxis ohne Wissen des Behandlers alle Mittel gegen unbehandelte Zuckerkügelchen zu ersetzen und ihn weiter von „herausragenden Effekten weit über den Placebo-Effekt hinaus“ berichten zu lassen wäre evtl. etwas zu progressiv, allerdings in meinen Gedanken reizvoll.

    Vielleicht wäre ein kleines Experiment aber durchaus machbar. Das richtig ausgewählte Mittel wollen die Homöopathen mit der „Arm-Runterdrück-Methode“ (Sie wissen, welche ich meine?) bestätigen können – zumindest wird mir dieses immer ganz begeistert erzählt. Es ist wirklich ein Leichtes, jedem Patienten und auch dem Behandler *wiederholbar erfahrbar* zu machen, dass wenigstens diese Prüfung ein Jahrmarkt-Trick ist: Mittel-A seit das ausgewählte Mittel. Der Behandler und/oder der Patient soll nun versuchen, das einmal erfolgreich getestete Mittel unter zwei weiteren herauszufinden, indem der Versuch wiederholt wird. Gerne dürfen auch Fläschchen geprüft werden, die gänzlich andere Mittel enthalten, aber dem Patienten als „Mittel-A“ vorgestellt werden. Sollte so der o.g. Test als nicht vielfach weiderholbar gelten, so nehmen sie für jeden Patienten immer dasselbe Fläschchen aus ihrem Schreibtisch. Ich bin gespannt auf die Ergebnisse.

  4. Norbert Aust Norbert Aust sagt:

    Ich muss gerade ganz ganz laut schreien…

    http://www.zeitschrift-homoeopathie.de/notfallmedizin-das-faszinierende-an-der-homoeopathie-ist-ihre-wirksamkeit/

    Höhepunkt:

    Frage: Können etwa konventionelle Medikamente oder Eingriffe durch die Homöopathie zu Teilen oder ganz ersetzt werden?

    Antwort: Ja, das funktioniert sehr gut. Beispielsweise bei der üblichen Infusion mit Natriumchlorid. Aber auch Antiarrhythmatika, die gegen Herzrhythmusstörungen eingesetzt werden und ebenso Beruhigungsmittel können durch homöopathische Medizin ersetzt werden. Bei der Behandlung von beispielsweise Asthma bronchiale können homöopathische Ärzte die Gabe von Antiasthmatika durch die Nutzung von Homöopathie teilweise oder komplett vermeiden.

    Kein Kommentar.

    • AlteWeser sagt:

      Ein leitender Notarzt tritt für Homöopathie in der Notfallpraxis ein. Ich verstehe seine Gedankenwelt nicht.

      • gnaddrig sagt:

        Sollte man sich überlegen, einen Zettel an den Perso geheftet bei sich zu tragen mit dem Vermerk:

        „An den Rettungsdienst/Notarzt: Ich möchte mit echten Medikamenten nach den Methoden der evidenzbasierten Medizin behandelt werden. Ich möchte keinerlei homöopathische Behandlung, nicht zusätzlich und schon gar nicht als Ersatz „schulmedizinischer“ Behandlung!“

        Das ist ja gruselig!

  5. AlteWeser sagt:

    Vielen Dank einmal mehr für die Arbeit. Ich sah im Fernsehen vor einigen Monaten einen Film über Wurster und konnte nicht fassen, was dort dargestellt wurde. Immerhin war es ein öffentlich rechtlicher Sender. Schön, dass es hier nun eine Art Gegendarstellung gibt.

    Was ich im Freundeskreis interessant finde: Es gibt die Menschen, die praktisch nichts über Homöopathe wissen und auch kein Interesse daran haben. Dann gibt es da ein paar wenige die wissen, dass Homöopathie eine Pseudomedizin ist. Und es gibt die, die daran glauben, aber jeder Diskussion aus dem Weg gehen. Ich verstehe diese Abwesenheit von Neugier einfach nicht, warum will man nicht mehr wissen???

  6. ajki sagt:

    Bevor ich möglicherweise falsch verstanden könnte dies vorweg: ich stimme den Ausführungen von Herrn Aust inhaltlich völlig zu bzw. ich war und bin in einem durchaus deutlicheren Sinne der Ansicht, dass es sich bei den beobachtbaren Marketingstrategien der homöop. Produzenten um bewußten und gewollten Betrug handelt (mir ist bewußt, dass dies tatsächlich mindestens den Tatbestand einer üblen Nachrede erfüllt und möchte daher deutlich betonen, dass diese meine Meinung nichts mit Herrn Aust und seinen Ausführungen hier im Blog oder sonstwo zu tun hat).

    Und andererseits…

    Dieser Blogbeitrag ist übertitelt mit dem Satz „Vorträge zur Homöopathie täuschen den Verbraucher“. Ich war immer davon überzeugt, dass dies real nicht zutrifft. Meiner Ansicht nach können diejenigen Verbraucher bzw. Kunden, die ihre Zeit und ihr Geld in „alternativmedizinische“ Produkte aller Art stecken, sich ausdrücklich nicht darauf berufen getäuscht zu werden von irgendwelchen „finsteren“ Mächten. Es ist deren ureigene Verantwortlichkeit sich selbst gegenüber, ihr Markt- und Konsumverhalten zu steuern. Es steht selbst in denjenigen Ländern, die weit vom Bildungs- und Einkommensstandard westlicher Industrienationen entfernt sind, weit mehr als genügend Information zur Verfügung, um hinsichtlich der Beurteilung von Heilverfahren (oder anderer Produktlinien) zu einer bewußten Entscheidung zu gelangen.

    Der Fluchtweg der Täuschung durch Dritte ist Konsumenten von Esoterika genauso verwehrt wie die unnütze nachträglicher Aufheulerei von Anlegern in Risikofinanzprodukte, die ihre lügnerischen Fabelrenditen nicht erzielen. Und wenn im Analogiefall „Finanzprodukt“ der Anleger tatsächlich überhohe Renditen erzielt, dann weiß er auch im vorhinein genauso wie im Fall esoterischer Heilprodukte, dass dies auf Betrug und Lüge beruht.

    In den hier genannten Vorträgen wird also kein Verbraucher getäuscht sondern im Gegenteil der Kundschaft jeweils genau das verkauft, das diese aktiv nachfragt.

    • Jochen Machatschke sagt:

      Dem stimme ich in nicht zu, da ich selber zunächst in diese Falle getappt bin. Ich habe der Behandlung meiner Tochter durch eine Heilpraktikerin zugestimmt, da ich a) der (naiven) Meinung war, dass es in einem so wichtigen Bereich wie der Medizin nur ernstzunehmende staatliche Prüfungen und Zulassungen geben kann und b) ich mich mit den Heilmethoden nicht intensiv auseinander gesetzt habe. Ich habe jedoch auch noch niemals die Baupläne eines Kernspintomographs studiert oder Studien über das Röntgen gesichtet (Wer macht das bitte schon)?

      Das Argument „Die Leute müssen wissen, worauf sie sich einlassen, wenn sie zu einem Heilpraktiker gehen!“, halte ich für gefährlich falsch. Deshalb ist eine Aufklärung der Bevölkerung und eine gesetzliche Regelung überfällig.

      • ajki sagt:

        Mein Argument war *nicht*:
        „Die Leute müssen wissen…“

        sondern:

        „Die Leute könnten wissen…“

        Derjenige Verbraucher, der astrologischen „Voraussagen“ vertraut, seine Räumlichkeiten nach „Feng Shui“-Prinzipien einrichtet oder auf Heilmittel setzt, die ausdrücklich damit *werben*, keine Wirkmittel zu beinhalten, weiß, dass derartige Praktiken im fundamentalen Widerspruch stehen zu allem Alltagswissen – auch und gerade dem persönlich gewonnenen. Das hat nichts damit zu tun, sich auf irgendeinem Feld notwendig ein Form des Expertenwissens anzueigen (mit Bezug auf den Strohmann „Baupläne eines Kernspintomographen“).

        Man kann selbstverständlich – und hier komme ich Ihrem Einspruch ganz ausdrücklich entgegen – eine Konsumentscheidung treffen ohne besonderes Bedenken vorher. Warum auch sollte man jede einzelne Kaufentscheidung im Vorhinein daraufhin bewußt untersuchen, ob diese im Einklang mit dem derzeit verfügbaren Weltwissen einer Person steht? Das wäre sowohl überfordernd als auch weltfremd. Wenn zum Beispiel eine Person, der man ansonsten als Freund vertraut, einem in irgendeiner Gesundheitsfrage den Ratschlag gibt, man solle doch mal zu irgendeinem Heilpraktiker geben (meist unter Berufung auf gemachte eigene gute Erfahrung), dann ist es keineswegs abwegig, diesem Ratschlag zu folgen und es ist zumindest bei nicht-existenziellen gesundheitlichen Bedrohungen auch völlig verständlich, nicht erstmal das halbe Internet nach Informationen abzusuchen.

        Der entscheidende Punkt ist ein anderer: der Verbraucher kann nicht im Nachgang abstreiten, dass es eben letztlich genau seine, von ihm allein zu vertretende Entscheidung war. Er hätte auch anders entscheiden können, er hätte sich informieren können, er hätte bewußter handeln können.

        Und das ist der Widerspruch zu Ihrem Einspruch: die zur Entscheidung erforderlichen Informationen standen und stehen zur Verfügung und beschränken sich eben nicht auf irgendwelches schwierig zu erwerbende Fachwissen, sondern sind im Gegenteil natürlicher Part desjenigen Wissens, mit dem jeder jeden Tag den normalen Alltag zu meistern hat. Die Verantwortlichkeit für das eigene Glauben, Meinen und Entscheiden obliegt der Person, nicht einem verhütenden Gesetz. Würde diese Verantwortlichkeit delegiert auf irgendwelche institutionalisierten Steuerungssysteme wären wir alle miteinander Unfreie im Wortsinn.

        • Norbert Aust Norbert Aust sagt:

          Ich denke, das Problem liegt darin, dass das Wort ‚täuschen‘ im Deutschen doppeldeutig ist, wir mir jetzt klar wird. Zum einen hat es die Bedeutung als ’sich täuschen‘, also einem Irrtum unterliegen. Ich habe den Eindruck, Sie argumentieren in diese Richtung. Hier ist es tatsächlich so, dass der Betroffene dem durch eigene Aktivitäten entgegensteuern kann – wenn erd ie Möglichkeiten dazu hat.

          Es gibt aber auch das ‚jemanden täuschen‘ im Sinne von ‚falsche Informationen liefern‘ oder ‚von einer richtigen Tatsache ablenken‘. Das ist das, was ich in der Überschrift zu meinem Artikel gemeint habe. Dies ist die Aktion einer Partei gegenüber einer zweiten, die diesem erst einmal ausgeliefert ist.

          > … die ausdrücklich damit *werben*, keine Wirkmittel zu beinhalten, weiß, dass derartige Praktiken im fundamentalen Widerspruch stehen zu allem Alltagswissen

          Genau darüber täuschen ja die vielen Informationen und Vorträge hinweg, in denen aus berufenem Munde – von Apothekern und Ärzten – auf allen möglichen Kanälen mit undurchschaubarem pseudowissenschaftlichem Geschwurbel genau das Gegenteil beschworen wird. Was macht denn Otto Normalverbraucher mit seinem Alttagswissen, wenn ein Dr.med. ihm erklärt, dass man einfach ’noch nicht genau‘ wisse, wie die Homöopathie funktioniert und dabei vielleicht Wörter wie Biophotonen oder Quantenverschränkung fallen lässt? ODer wenn leibhaftige Professoren in der Notfallmedizin über den erfolgreichen Einsatz berichten? Lesen Sie einmal die letzten Beiträge hier auf diesem Blog, in dem entweder im Artikel oder in den Kommentaren Apotheker zu Worte kommen (hier und hier und hier). Schauen Sie mal, was sich da für Abgründe auftun – und überlegen dann, wie viele solcher Einwände ein wissenschaftlich eher weniger vorgebildeter Mensch braucht, um diese Angaben für zutreffend zu halten.

          > er hätte sich informieren können, er hätte bewußter handeln können.

          Das ist ja genau mein Kritikpunkt an der gegenwärtigen Situation: Auf eine kritische Informationsquelle, in der über die kontroversen Meinungen zur Homöopathie informiert wird, kommen hundert andere, die das nicht tun und die Homöopathie als eine wirksame Therapie darstellen. Wie soll sich der Normalverbraucher da ein zurteffendes Bild machen?

          • ajki sagt:

            Wenn Sie den Eingang meiner Einrede rekapitulieren werden Sie feststellen, dass ich beide Formen der Täuschung im Auge habe. Für mich gab und gibt es bei dem langjährig betrachteten Phänomen des Esoterik-Konsums nie auch nur einen leisen Zweifel daran, dass die Produzenten- und Anbieterseite sehr bewußt Marketingstrategien einsetzt, die ihre Produkte systematisch verfälscht darstellt. Oben habe ich von absichtsvollem „Betrug“ geschrieben, was jedoch im jeweiligen Einzelfall juridisch nur selten durchgehen würde – solange jeweils glaubhaft verdeutlicht würde im Rahmen einer Markenprüfung, der Produzent wäre selber im Glauben an das jeweilige System zumindest ungefähr begriffen. Darüber hinaus könnte bestenfalls bewußte übertreibende oder sachlich unzutreffende Behauptung durchgehen und auch das ist in den vielen letzten Jahrzehnten angesichts der insgesamt riesigen Zahl an Anbietern schon nur in wenigen Einzelfällen gelungen. Hamer oder Rath oder vglb. sind als kriminalisierbare Fälle die absolute Ausnahme und erfordern in jedem Fall eine erdrückende Beweislage. Gegen die vielen Fälle „normaler“ Esoterika-Vertreiber wird es jedoch niemals ein wirksames gesetzliches Verfahren geben.

            Das hat neben anderem einen einfachen Grund. Inwieweit jemand ein Betrogener oder Getäuschter überhaupt sein kann hängt eben auch davon ab, ob er Sachverhalten aufsitzt, die einem „Jeden [jedermann] ohne weiteres oder ohne besondere Kenntnisse“ als falsch, falsch/übertrieben dargestellt oder offensichtlich unzutreffend erkannt werden können. Hierbei kommt es auf den „gesunden Menschenverstand“, den „common sense“ bzw. auf normale Alltagserfahrung an und diese Verantwortlichkeit reicht weit und gilt zuminest in unserem basalen Rechtsverständnis als fundamental. Zum Beispiel kann es die reguläre Werbeindustrie nicht einfach dafür angegriffen werden, dass in einem TV-Spot über Margerine ein Zuseher einen Anspruch erhebt, durch Konsum des Produkts in den Besitz eines Mannequins, schöner wohlgeratener Kinder und das reiche Wohlleben eines immergrünen Sommertags zu gelangen. Der TV-Spot ist *offensichtlich* irreal.

            Die Allagserfahrung eines Jeden zeigt ebenfalls unmißverständlich über die Zeitachse, dass beispielsweise Astrologie nicht funktioniert – sonst wäre seit langem jeder Lotto-Millionär und jedwedes Elend umgangen. Oder Homöopathie nicht funktioniert – sonst bräuchte der jahrzehntelange bekennende Anwender homöopathischer Produkte die aufwändige medizinische EBM-Versorgung nicht und es gibt ja überhaupt keinen Zweifel daran (auch von den Homöos nicht!), *dass* sie auch von diesen breit benutzt wird (zahlt ja die Kasse….). Oder dass das Channeling von Engelwesen ziemlich offensichtlich nicht nur Unfug an sich ist, sondern ebenso offensichtlich keinerlei wirkliche Konfliktlösung oder Hilfsstellung im praktischen Leben anbieten kann – sonst würden ja zumindest ab einer gewissen Zeit Konflikte der Verbraucher enden und das Leben sich verbessern. Es ist genau dieses von jedem verstehbare Schneeballsystem des sich immer wieder verlängernden Konsums von unwirksamen Produkten, der einem auf Autonomie und Autarkie in Dingen des geschäftlichen Alltags Bedachten den Rückzug auf die Ausrede des Getäuschtwerdens verwehrt – fool me once, shame on you; fool me twice, shame on me.

          • Norbert Aust Norbert Aust sagt:

            Sie machen aus meiner Sicht den Fehler, von sich auf andere zu schließen. Sie gehen offensichtlich davon aus, dass jeder potenzielle Patient das gleiche Verständnis hat wie Sie. Das heißt, dass jeder Ihre Sicht über ‚die einem “Jeden [jedermann] ohne weiteres oder ohne besondere Kenntnisse” ‚ verfügbaren Informationen teilt und zweitens, das jeder über die gleichen Mittel und über die gleichen Herangehensweisen zur Informationsbeschaffung und -bewertung verfügt wie Sie.

            Das möchte ich bezweifeln und ich kritisiere, dass jemand, der nicht über diese Herangehensweise verfügt, ziemlich sicher in der verkehrten Ecke landet.

            Wir sind uns in den wesentlichen Dingen ja einig – Homöopathie hat keine über den Plazeboeffekt hinausgehende Wirksamkeit und wird von den entsprechenden Anbietern mit unzutreffend beschönigenden Aussagen beworben. Der Punkt, in dem wir uns unterscheiden, ist die Verantwortlichkeit dafür, dass sich das Individuum für die Homöopathie entscheidet. Sie geben dem Individuum die Verantwortung dafür, was auch zutreffend wäre, wenn jeder über die gleiche Kompetenz verfügen würde wie Sie. Dann wäre es so etwas wie Faulheit, nicht zu der richtigen Schlussfolgerung zu kommen.

            Ich gehe hingegen davon aus und kritisiere, dass ein Individuum, dass über diese Qualifikation nicht verfügt, praktisch automatisch mit positiven Aussagen zur Homöoapthie überschüttet wird. Da sich eine Meinungsbildung recht schnell vollzieht und zumeist den am ehesten und am häufigsten wahrgenommenen Aussagen folgt, ist es unausweichlich, dass eine Auseinandersetzung mit der vefügbaren Informationen zu einer Befürwortung der Homöopathie führt.

            Es wäre eine Frage, was im Falle der Homöopathie ‚common sense‘ ist, gerade in Anbetracht der einseitig verfälschten Informationslage, der sich vermutlich auch die beurteilenden Richter nicht entziehen könnten. Es ist die Frage, ob es in den komplexen Dingen wie medizinischen Therapien für den Normalverbrauchwer etwas wie common sense geben kann. Wer definiert den? Sie? Auf welcher Basis?

    • Elke Brados sagt:

      Warum sollte es überhaupt legal sein, sein Geld mit Scharlatanerie zu „verdienen“?

  7. ajki sagt:

    Antwort auf http://www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/?p=2152#comment-8616
    (das genutzte Blogsystem läßt anscheinend die weitere geschachtelte thread-Antwort nicht zu)

    Dass uns in der Sache kein wesentlicher Dissenz trennt war – so hoffe ich – vor allem Beginn an klar.

    „… etwas wie common sense geben kann. Wer definiert den? Sie? Auf welcher Basis?“

    Ich hatte schon einige Anwendungsbeispiele (leider orthografisch arg verunglückt, aber nun ja…) angegeben. Besonders der Bezug auf den regulären Werbemarkt (Beispiel TV-Spot) scheint mir hier wichtig. Es steht ja nicht in Abrede, dass zum Beispiel die Bewerbung mit produktfernen Mitteln (die unbekleidetmöglichste Frau…) wirksam in dem Sinne ist, dass positive Konsumanreize daraus erwachsen. Der Punkt dabei ist, dass jemand nicht von sich behaupten würde, er erwarte durch entsprechenden Margarine-Konsum ein spot-gleiches glückliches und gesundes Leben (wir wollen im Margarine-Fall nicht vergessen, dass jahrzehntelang und andauernd eine der Werbebotschaften war/ist, Margarine sei aus durch zahlreiche „Studien“ „zweifelsfrei“ belegten Gründen im Durchschnitt „gesünder“ als Butterkonsum – genau solche Studien, wie sie von Ihnen, geehrter Herr Aust, hier im Blog immer wieder zuverlässig als untauglich entlarvt werden – übrigens mit den Ihnen eigenen Mitteln, die zwar sehr wohl Expertenwissen umfassen, aber eben nicht notwendiges medizinisches Fachwissen und eben kein Wissen mit einer besonderen Exklusivität).

    Ein Verbraucher, der im Falle der Margarine-Werbung von sich selbst als „Getäuschter“ sprechen würde, wäre zweifellos auch sich selbst gegenüber unglaubwürdig. (Einschub: zumindest im kontinenalen Rechtsverkehr – im anglo-amerikanischen Schadensersatzrecht kann er bekanntermaßen unter Aufrechterhaltung seiner Opferrolle unter Umständen zu Fabelsummen kommen; die Kolportage über die merkwürdig anmutenden Schadensersatzklagen im vor allem US-Verbraucherrecht halte ich übrigens für eine der Ursachen, warum auch in Kontinentaleuropa in den letzten Jahrzehnten eine Art Sehnsucht des Endverbrauchers entstanden ist, „denen“ mal den durch Konsum empfundenen Verlust es mal so richtig heimzuzahlen und gleichzeitig die Verbraucherseite sich häufig als zu ohnmächtig „fühlt“ gegenüber der Anbieterseite und nach stärkerer Regulierung verlangt)

    Es stimmt und insofern stimme ich Ihrer Einschätzung völlig zu, dass mir als Person informierte Entscheidung und Verantwortlichkeit der handelnden Person besonders wichtig ist (aus einer Vielzahl von Gründen, die sich keineswegs „nur“ auf die Ökonomie beschränken). Es ist auch keineswegs abstreitbar, dass meine persönliche Position hier nicht verallgemeinerungsfähig ist; auch stelle ich nicht in Abrede, dass auf große Zahlen gesehen eine unkritische Verbraucherhaltung im Sinne einer konstatierbaren „Leichtgläubigkeit“ als Normalfall anzusehen ist. Darüber hinaus gibt es die besonderen und gleichzeitig typischen Probleme der Abgrenzbarkeiten – zum Beispiel die Schwierigkeit, bei einer pharmazeutischen Fachkraft in einer Apotheke zu unterscheiden, wann diese (genau) überredet statt berät bzw. der Sortimentsbestückung entsprechend erkennbare Verbraucherunsicherheit bewußt zugunsten Mehrverkaufs auch unwirksamer Produktlinien ausnutzt. Es wird auch immer schwierig bleiben, hierbei zu urteilenden Einteilungen zu gelangen – egal, welches Regularium jeweils in Kraft gesetzt würde. Hinsichtlich der Sonderproblematik „Apothekenpflicht“ für Homöopathika ist ja schon viel Tinte geflossen – und vielleicht wäre es im Ganzen hilfreich, diese endgültig fallenzulassen und klare Signale an den Verbraucher zu senden (z.B. durch entsprechenden Aufdruck auf Drogerieprodukten, z.B. des Inhaltes, dass der Verpackungsinhalt keine erwiesenen Heilerfolge gelten machen kann o.ä.). Das alles widerspricht jedoch nicht dem einen Punkt, der mir hier wichtig scheint:

    Kein mir in Diskussionen jemals begegneter Anwender von „alternativmedizinischen“ Produkten hat von sich behauptet, er hätte sich nicht genügend informiert (ganz im Gegenteil – wie Sie, lieber Herr Aust, aus Kommentaren hier in Ihrem eigenen Blog ganz oft erleben) oder wäre nicht (vollkommen) von den angewendeten Produkten überzeugt.

    Wenn mir gegenüber ein anderer Bürger diesen Standpunkt einnimmt, dann werde ich ihn dementsprechend ernst nehmen (und muß dies auch tun). Seine Entscheidung, seine Verantwortung.

  8. AlteWeser sagt:

    Nicht alle Menschen sind überhaupt in der Lage, sich selbst aktiv ein Bild zu machen.

    Zitat von einer Frau, 75 Jahre alt, einfache Verhältnisse: „Sieh mal, da kommt der Doktor von xyz!“ und meinte damit dessen Heilpraktiker. Sie ist gar nicht in der Lage, dessen Tun zu hinterfragen, geschweige denn sich zu informieren. Sie bekommt eine schwammiges Bild von dessen „Fähigkeiten“ von Verwandtschaft und Umfeld vermittelt.

    Ich meine, diese Art Mensch wird getäuscht und braucht ein Umfeld, das emotional erfahrbar ist. Z.B. Homöopathika raus aus der Apotheke, deutliche Hinweise auf allen Packungen, dass es keinen Wirkungsnachweis gäbe, Inhaltsstoffe in Deutsch, usw. usw.

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