Drei Vorschläge zum Nachweis der Homöopathie…

… wollte Herr Dr. Stute jedem unterbreiten, der ihm eine Email schreibt. Diese Herausforderung hatte er in einer Diskussion gestellt. Da dort die Kommentarfunktion nicht mehr besteht, sei hier der Fortgang dokumentiert.

In Kürze:

Nach dieser Herausforderung ergab sich ein längerer Austausch von Emailbotschaften zwischen Herrn Dr. Stute und mir. Ich hatte erwartet, dass er seine Vorschläge unterbreitet. Soweit ich die etwas ungewöhnliche Ausdrucksweise von Herrn Dr. Stute richtig verstanden habe, wollte er anhand von Änderungen in Laborwerten nachweisen, dass die eingenommenen Homöopathika eine Wirkung hervorrufen. Dies entspricht nun überhaupt nicht irgendeiner wissenschaftlich akzeptierten Vorgehensweise – woraufhin sich Herr Dr. Stute offensichtlich zurückzog.

Ein von mir ins Spiel gebrachter Vorschlag eines Tests zur Erkennbarkeit von Hochpotenzen hatte er zunächst akzeptiert – soweit ich das verstanden habe – aber dies scheint jetzt offenbar auch erledigt zu sein.

Im Folgenden sind die ausgetauschten Emails dokumentiert.

Hintergrund

Die ganze Aktion geht darauf zurück, dass doc-check news über das Ende der Traunsteiner Homöo-Akademie berichtet hat (Link) und sich daraufhin eine sehr ausführliche Diskussion als Reaktion ergab. Einer der Teilnehmer ist Herr Dr. med. dent. Wolfgang Stute, der in Bielefeld als Zahnarzt eine Gemeinschaftspraxis ‚für ganzheitliche und innovative Zahnheilkunde‘ betreibt (Link). Über ihn gibt es einen Psiram-Eintrag, er ist also in der Szene einschlägig bekannt (Link).

Kommentare und Emails

Der Einfachheit halber – und um nicht einer verfälschenden Darstellung bezichtigt zu werden – habe ich im Folgenden die originalen Texte der Emails verwendet, allenfalls wurden Formate geändert, um hier eine einheitliche Form zu erhalten.

In Kommentar #180 rief Herr Dr. Stute zu einem Wettstreit auf:

Dr. Stute: (doc-check #180) 12. Juni 2014, 22.07 h

….
Jeder , der mir eine Email schreibt,dem schicke ich 3 Vorschläge , wie er/sie Isopathie/ Homöopathie ( Einnahme) nachprüfen kann . Die Bedingung :
1.ein vereidigter Notar kontrolliert
2.ein Arzt begleitet
3.ein leistungsfähiges Labor führt die Untersuchungen durch

4. das Ergebnis erhält ein neutraler Notar

Das klang vielversprechend. Daher habe mich bei ihm gemeldet, wie übrigens auch eine andere Diskussionsteilnehmerin.

Norbert Aust (doc-check #182) 12. Juni 2014, 22.56 h

Da kann ich doch nun nicht länger widerstehen:

Herr Dr. Stute, ich nehme die Herausforderung gerne an. Allerdings setze ich voraus, dass sie vorab aufschreiben, welche Symptome sich zeigen sollten, so 20 bis 30 Stück, dies ebenfalls beim Notar deponieren, und dass der zeitliche Rahmen begrenzt ist, sagen wir vier Wochen.

Sie haben gewonnen, wenn sich mehr als die Hälfte der Symptome einstellen, wobei dies natürlich keine jahreszeit-typischen sein dürfen (Hitzegefühl, Lust auf kühles Bier, Lust auf Eiscreme…).

Ich verlange allerdings auch von Ihnen eine Wette: Ich schicke Ihnen 10 anonymisierte Fläschchen mit Globuli und Sie finden innerhalb von 6 Wochen heraus, was drin ist. Der Name des Mittels reicht, die Potenz muss nicht erkannt werden. Wenn Sie mehr als sagen wir sechs richtig erkennen, haben Sie gewonnen. (Natürlich auch mit Notar und allem).

So einfach geht das natürlich nicht:

Dr. Stute (doc-check #208) 13. Juni2014, 23.04 h

Ich sehe noch keinen Email – Eingang – hatte ich letztlich auch gar nicht erwartet, denn dann könnte man vielleicht nicht mehr rumschwaffeln u. Oberflächliches, meist das noch nicht mal Verstandene auf Blödelseiten zur eigen ” geistigen Aufrüstung ” anführen . Was war denn noch mit Esowatch.

Ja, Herr Gerhard Wilhelm , langsam( noch schneller als erwartet ) wird es langweilig . Das war`s denn wohl .

hic rhodus , hic salta ??? !!!

Also habe ich die verlangte Mail geschrieben:

Norbert Aust (Email) 14.6.2014, 10.46 h

Hallo Herr Dr. Stute,
hier ist also die mail, die Sie so anmahnen.
Bin mal gespannt, was jetzt erfolgt.
Norbert Aust

Norbert Aust (doc-check #215), 14. Juni 2014, 10.56 h

@ Dr. Stute

Sie haben jetzt eine Mail.

Wenn dieser Schritt soooo wichtig war, dann wäre es ja sicher doch sinnvoll gewesen, hier die Eimailadresse anzugeben, oder zumindest, wo man sie findet. So musste ich eben über Ihren Psiram-Eintrag gehen.

Ich warte jetzt gespannt darauf, wie Ihre Testbedingungen aussehen.

Nur eine Kleinigekeit am Rande:
Die griechische Insel, auf die sich der Springer bezog, hieß und heißt Rhodos, mit zwei ‘o’.

Nun, jetzt gilt das Zitat für Sie.

#215 |

Und jetzt geht das wohl richtig los:

Dr. Stute (Email) 14. Juni 2014, 13.50 h

Grüß  Sie  Herr  Aust ,
ich  freue  mich  über  Ihre  Email .
Ich  mache  mich  an  die  Vorbereitung u.  schreibe  Ihnen  dann .  Soweit  für  Sie  vorab .:  
#
Sulfur, ein  Schmerzmittel  , ein  Tumormittel  

Sind  Sie  Arzt , bzw  wie  u wo  kann  ich  Sie  einordnen    ?  Welcher  Notar  Ihrerseits ? , Labor   voraussichtlich  IMD  in  Berlin  

alles  Gute  u.  Wahre    W. Stute

Dr. Wolfgang Stute        

Nun ja, schon etwas merkwürdig und undurchsichtig die Sache.

Norbert Aust (Email), 14. Juni 2014, 16.45

Hallo, Herr Stute,

ich bin kein Arzt und sitze hier am südlichen Ende des Schwarzwaldes. Es wäre jetzt angebracht, wenn Sie darlegen würden, was nachgewiesen werden soll und wie wir dabei vorgehen wollen.

Viele Grüße

N. Aust

Dr. Stute (Email) 14 Juni 2014 19:34:05

 Hallo , Herr  Aust  ,
habe  mir  ihre  webseite  angeschaut , ich  denke , wir  könnten  klar  kommen  . Habe  ich  mich  undeutlich  ausgedrückt   ?

SULFUR  wissen  Sie doch  schon  mal . Wir  wollen  doch  keinen  HokusPokus betreiben u. die  Kosten  müssen  auch  noch  abgeklärt  werden  !  ? ODER  ?

Dr. Wolfgang Stute        

Norbert Aust (Email) 14. Juni 2014, 19.40 h

Hallo, Herr Stute,

dass es um Sulfur gehen soll, habe ich verstanden.
Aber mir ist aus Ihren bisherigen Statements nicht klar, was geschehen soll. Welche Vorgehensweise schlagen Sie vor? Welches Studiendesign, wenn Sie so wollen? Ohne eine solche Erklärung Ihrerseits läuft gar nichts.

Viele Grüße

Norbert Aust

Dann gab es einige Feiertage, in denen Funkstille herrschte. Danach geht es aus meiner Sicht etwas verworren weiter.

Dr. Stute (Email) 20. Juni 2014 23.11 h

guten  Abend , Herr  Aust ,
ich  bekomme  gerade  die  ersten  Laborrückläufe, der  Feiertag  war  doch  zeitverzögernd .
alles  Gute  u.  Wahre  , ich  bin  am  Ball     W. Stute
 
Dr. Wolfgang Stute    

Norbert Aust (Email) 20. Juni 2014, 23.15 h

Guten Abend, Herr Stute,

was wollen Sie mit Laborrückläufen? Was soll das werden?
Sie wollten drei Vorschläge liefern, wie man die Wirksamkeit der Homöopathie nachweisen kann.
Darauf warte ich. Auf Versuchsprotokolle meinetwegen – aber vorher, bevor wir uns über solche Dinge abgestimmt haben, läuft gar nichts.

Viele Grüße

Norbert Aust

Dr. Stute (Email), 21. Juni 2014, 07.50 h

guten  morgen , Herr  Aust,
warum  diese  Unruhe,
haben  Sie  meine  Emails   nicht gelesen ?
erwarten sie  von  mir , daß ich  ihnen  erzähle ,  welche  magischen  Figuren  in   Luftschlößern  konfigurieren u.  der  Dschin  aus  der  Flasche auftaucht ?
alles  Gute  u.  Wahre  
 
Dr. Wolfgang Stute  

Dann war es sehr lange sehr still. Ich dachte, das hätte sich erledigt, aber dann, nach langer Zeit bekam ich eine Email:

Dr. Stute (Email) 14. Juli 2014, 21.26 h

Sehr geehrter Herr Aust,

es hat ein bißchen gedauert mit den Laboren und Lieferanten zu sprechen.

Ich denke, im Prinzip geht es grundsätzlich darum nachzuweisen , ob das Homöopathische , bzw. Isopathische Prinzip funktioniert.
D.h. ob ein Stoff nach den allgemeinen Grundsätzen „verdünnt und dynamisiert “ selbst in einem Verdünnungsbereich , wo keine Moleküle der Ursprungssubstanz vorhanden sein können – d.h. jenseits der Loschmidtchen -Zahl eine therapeutische Wirksamkeit zeigt, die unabhängig vom Placebo-Effekt ist und objektivierbar.

Dazu habe ich erwählt:
Arsenicum album , Sulfur, Platin                               und 2 schulmedizinische Mittel
das Schmerzmittel Tilidin und das Tumormittel Methotrexat ;
denn hier hält sich der labortechnische und finanzielle Aufwand im Rahmen und die Stoffwechselprodukte lassen sich befriedigend nachweisen.

Auch denke ich daran, da ich eine bestimmte Vorstellung über die Wirkweise und physikalische Basis habe, den Patienten / Probanden
1. das homöopathische / isopathische Mittel im üblichen Sinne als  Tropfen , Globuli , ggfl. subkutan zu verabreichen
2.  und das soll ein weiterer Nachweis einer Wirkungsweise sein – und das die homöopathischen / isopathischen Mittel aus einer geschlossenen Ampulle ( Glasampulle-ohne sie zu öffnen ) auf Wasser / Alkohol übergeschwungen werden  ( Resonaztransfer) .

Als Lieferant wähle  ich die Staufen-Pharma , Göppingen ( Arsenicum , Sulfur , Platin) .
Tilidin und Methotrexath und deren Potenzen könnten individuell selbst erstellt werden aus den anzuwendenden Chargen oder eine Fertigungsauftrag könnte über die Staufen-Pharma , Göppingen erfolgen.
Alles eine Kosten – und Vereinbarungsfrage.

Als Labore und Ansprechpartner  stehen zur Verfügung ( näheres siehe Merkblätter)  :

Dr. Köster – Bremen
Dr. von Baehr – IMD Berlin

Vor Beginn des Testes müssen folgende Basisuntersuchungen erfolgen :

Großes Blutbild
Mineralien- /Spurenelemente , Zink , Selen                        bei Dr. Bayer , Stuttgart
Fettsäurestatus ,                                                                         bei Dr. Bayer , Stuttgart
Hormonstatus : Progesteron , Östradiol, Testosteron , Cortisol , TSH       
                                                                                                       bei Ganzimmun , Mainz   MEA ( Multielementanalyse ) ,begrenzter Schwermetallstaus                                                                                                                            bei Köster ,Bremen
Zyxtokine / Interleukinstatus , TH1/TH2                              bei IMD Berlin

Kontrollen
Urin / Blut : 1ster, 2ter, 4ter , 6ter , 8ter und 10ter Tag
Urinproben am 1.ten Tag alle 4Std. , dann nach natürlichem Harnfall, keine Veränderung der Lebensweisen der Patienten .

Bezügl. der Texte hinsichtlich Homöopathie , Isopathie bevorzuge ich das Homöopathie -Lexikon nach Metzger  . Auch die allgemeinen Beschreibungen in Wikipedia sind diskutabel.

Weitere Fragen , welcher Arzt und welcher Notar begleitet das Ganze ?
Vorschlag Ihrerseits ?

Ich würde mich freuen , wenn Sie sich mit diesen Vorstellungen anfreunden könnten , teilen Sie mir bitte mit , was Sie sich anders vorstellen könnten – insb. auch das Prozedere zur Kontrolle.

Alles Gute und Wahre ,
mit freundlichen Grüßen,

Wolfgang Stute

(Im Anhang noch drei umfangreiche Untersuchungsbögen für Laboruntersuchungen und eine Einverständniserklärung für irgendwas.)

Was ich davon halte, kann man meiner Antwort entnehmen:

Norbert Aust (Email) 14. Juli 2014, 23.29 h

Hallo Herr Stute,

Donnerwetter, ich hätte nicht mehr damit gerechnet, dass Sie sich noch einmal melden.

Ich erlaube mir, Sie auf den Inhalt Ihrer ‚Herausforderung‘ aufmerksam zu machen. Da hatten Sie – verzeihen Sie die Vokabel, aber diese trifft den Sachverhalt am Besten – etwas großkotzig behauptet, jedem Skeptiker drei Vorschläge zu machen, wie die Wirkungsweise der Homöopathie nachzuweisen sei. Davon ist offenbar keine Rede mehr. Soweit haben Sie zunächst Ihre Zusage nicht eingehalten.

Dass einem Versuch eine Abstimmung über den Versuchsplan vorausgeht, dürfte eigentlich selbstverständlich sein. Darauf hatte ich Sie auch mehrfach hingewiesen, aber bisher von Ihnen keine diesbezügliche verständliche Aussage erhalten.

Nun übersenden Sie mir eine Liste von durchzuführenden Untersuchungen und Kontrollen – aber ohne einen abgestimmten Versuchsplan passiert nichts von alledem.

Ich kann über Ihre angestrebte Vorgehensweise nur Vermutungen anstellen, aber es läuft wohl darauf hinaus, dass man nach Einnahme von irgendwelchen Stoffen diese auch im Körper bzw. den Ausscheidungen wiederfindet. Das, lieber Herr Stute, hat nie jemand bezweifelt. Bei Homöopathika in niedrigen Potenzen ist das durchaus möglich, haben Sie vielleicht deshalb die zu testenden Potenzen nicht genannt? Demzufolge ist ein solcher Versuch auch völlig ungeeignet, die therapeutische Wirkung der Homöopathie nachzuweisen. Den ganzen Unfug können wir uns sparen. Es ist etwas unsinnig, einen riesigen Messaufwand zum Nachweis der Wirksamkeit der Homöopathie aufzufahren, denn bekanntlich gibt es Maß und Zahl in der Homöopathie ja nicht. Was immer Sie da auch messen wollten, mit welchen in der Homöopathie bekannten Daten und gesicherten Erkenntnissen wollten Sie das vergleichen?

Ein Nachweis einer therapeutischen Wirkung der homöopathischen Mittel muss die Grundlagen der Homöopathie zum Gegenstand haben, also das Ähnlichkeitsprinzip, die Potenzierung und die Erprobung an gesunden Testpersonen. Ihr Versuchsplan muss ergo das Auftreten von in der Homöopathie üblichen Symptomen nach Einnahme von Hochpotenzen, die ja besonders wirksam sein sollen, zum Inhalt haben. Und er muss eine Voraussage dessen enthalten, was passieren wird, anhand welcher Ergebnisse der Versuch als gelungen anzusehen wäre. Wir wollen doch keinen Texas Sharpshooter bauen, oder?

Das, was Sie dem Anschein nach hier vorhaben, ist Käse.

Sorry, Herr Stute, Thema verfehlt. Ihr erster Vorschlag, ist leider nicht geeignet. Aber Sie haben ja noch zwei…

Hinweis: Da die Kommentarfunktion bei doc-check nicht mehr aktiv ist, werde ich einen Beitrag auf meinem Blog, den Sie ja kennen, hierüber verfassen.

Viele Grüße

Norbert Aust

Jetzt entspann sich ein Email-Dialog über die Vorgehensweise, der inzwischen seinen (nur vorläufigen?) Abschluss gefunden hat:

Dr. Stute (Email), 15. Juli 2014, 08.03h

Also, Herr  Aust ,sie  blasen soviel  Vorurteile u. Unkenntnis heraus ,dass   Sie  nicht  merken , dass sie  mein  Schreiben    nicht  einmal  richtig gelesen  haben . Sie  wollen  auch  gar nicht  kommunizieren ,damit  sie  Ihren  Gefälligkeits-Bloc  bedienen  können .

So  jetzt  haben  wir  beide  genug  herausgepustet .

Wollen  Sie  jetzt  mal  vernünftig  diskutieren  oder  nicht  ? 

Eine  schönen    Tag , hier  scheint  jedenfalls  die  Sonne      W. Stute

ich  ziehe  das   auch  ohne  SIE durch  ,damit  endlich  Ruhe  einkehrt

Norbert Aust (Email) 15. Juli 2014, 15.46 h

Hallo Herr Stute,

natürlich will ich gerne mit Ihnen diskutieren. Ich wundere mich allerdings schon, dass Sie zu einem so frühen Zeitpunkt auf den Kunstgriff der argumentatio ad personam zurückgreifen müssen, anstatt darzulegen, was an meinen  Aussagen nicht zutrifft.

Offenbar habe ich auch bisher nicht deutlich machen können, was ich als Studienplan oder Versuchsplan gerne hätte. Ich unterbreite Ihnen daher einen Gegenvorschlag und mache das in der Form, wie ich denn auch Ihren Vorschlag gerne sehen würde, damit das Vorhaben verständlich wird:

(1) Hypothese

Ich behaupte, dass die Urtinktur auf die Eigenschaften von Hochpotenzen (über C15 / D30) keinen Einfluss hat, dass die entsprechenden Mittel bis auf die natürlichen Streuungen in den Zusammensetzungen der beteiligten Hilfs- und Trägerstoffe identisch sind. Daher lautet die Hypothese, dass bei homöopathischen Mitteln spätestens ab C15 / D30 die Urtinktur nicht mehr erkennbar ist.

(2) Beurteilungskriterium

Anzahl der korrekten Bestimmungen der Urtinktur in einer verblindeten Analyse von vorgelegten homöopathischen Hochpotenzen. Wenn die Homöopathika von den Eigenschaften der Urtinktur beeinflusst werden würden, müsste sich dies zu 100% erkennen lassen. Um zu berücksichtigen, dass es möglicherweise Verwechslungen zu ähnlichen Stoffen geben könnte, genügt es, dass die Mehrzahl der Proben richtig erkannt wird.

(3) Studiendesign

Ich beschaffe eine bestimmte Anzahl (mein Vorschlag: 10) homöopathischer Mittel als Globuli in einer Hochpotenz (mein Vorschlag: C30). Die beschaffende Apotheke entfernt die Etiketten der Fläschchen und ersetzt diese durch eine fortlaufende Numerierung. Die Aufzeichnung, welche Nummer welches Medikament enthält, wird in einem Umschlag versiegelt bei einer neutralen Stelle hinterlegt. Die Fläschchen werden Ihnen, Herr Stute, zur Verfügung gestellt. Ich selbst habe auf diese Weise keinen Einfluss auf die Zuordnung der Urtinkturen zu den Nummern und auch keine Kenntnis hierüber. Innerhalb einer bestimmten Frist (mein Vorschlag: drei Monate) versuchen Sie mit beliebigen Verfahren herauszufinden, welches Fläschchen welches Medikament enthält. Am Ende werden wir Ihre Ergebnisse mit den aufgezeichneten Zuordnungen vergleichen. Wenn die Mehrheit der Ergebnisse zutrifft (nach meinem Vorschlag wären das 6), ist Ihr Nachweis gelungen, sonst nicht.

Details wären abzustimmen, aber dies wäre das Gerüst.

Sie sehen, dass ich Wert darauf lege, dass klar ist, worin die zu testende Aussage besteht und nach welchen Kriterien die Richtigkeit am Ende beurteilt werden soll. Wichtig ist, dass dies vor Beginn der Untersuchungen festgelegt wird.

Eine solche Darstellung, Herr Stute, vermisse ich bisher von Ihnen. Vielmehr sieht es für mich so aus, als wollten Sie einen riesigen Datenfriedhof erzeugen, in dem Sie dann nach Ende der Datenerfassung nach irgendwelchen Veränderungen fahnden, um sie dann hinterher der Einnahme der Homöopathika als Ursache zuzuordnen. Dies wäre eine völlig inakzeptable Vorgehensweise, die man nach dem englischen Ausdruck Texas sharpshooter fallacy bezeichnet. Werden Sie bestimmt in der Wikipedia finden.

Herr Stute, Sie können Ihr Vorhaben gerne ‚durchziehen‘ und jede Menge Geld versenken. Wenn kein akzeptables Studiendesign dem Vorhaben zugrunde liegt, ist die Aussagekraft gleich Null.

So, jetzt zeigen Sie mal, was Sie unter einer vernünftigen Diskussion verstehen.

Viele Grüße

Norbert Aust

Dr. Stute (Email) 15. Juli 2014, 23.51 h

guten  Abend , Herr Aust ,

Sie  fordern  einen  Wirkungsnachweis des  HM  – Prinzips u.  wollen es an  Hand meiner mentalen(oder  sonstwelcher )  Fähigkeiten  akzeptieren ?

Wer  würde  denn  als  Wissenschaftler  dies akzeptieren  ?

Bei   Ihrem  des  Vorschlag  verstehe ich  richtig  , daß ich  die  C30  Amp  den  Urtinkturen  zuordne ?

oder  soll  ich  C 30- Lotto  spielen  aus  Tausenden von  HMmitteln ?

ich  würde  mich  auf  dieses  Spielchen(  Urtinktur – C30 ,( denn etwas  Ähnliches  habe  ich  schon  erfolgreich  praktiziert)   sogar  einlassen  , denn  ich  denke  es  ist  möglich ,es sogar  physikalisch  -dh.  ohne mich  nachzuweisen . Ich  brauche bei vorliegenden Testpräparaten  nur ein  paar  Tage .

Allerdings  müssten  einige  Erstellungskriterien  eingehalten  werden , die  ich  vorgebe .

Verstehe  ich  richtig  , Tiefpotenzen  schreiben  Sie  eine  Wirkung  zu ? Bis  zu  welcher  Potenz ?

So  weit  das .

Aber  es  besagt  noch nicht , dass  HM  am  Menschen   wirkt .   Die  PlaceboFrage ist  damit  nicht aus  der  Welt  geschaffen.

Also  nächster   Vorschlag  zur   HM-Wirkung   am  Menschen   ???

alle    Gute  u.  Wahre    W. Stute

Norbert Aust (Email) 16. Juli 2014, 18.03 h

Hallo Herr Stute,

zunächst ist festzuhalten, dass Ihr erster Vorschlag ohne weitere Diskussion erledigt ist. Schön. Ich kann also davon ausgehen, dass meine Vermutung hinsichtlich der Art Ihres Nachweises recht gut getroffenn habe.

Zu meinem Vorschlag:

Das haben Sie nicht richtig verstanden, denn das kann in der Tat kein  Wirkungsnachweis der Homöopathie sein. Ich bin auch nicht angetreten, mit meinem Vorschlag einen solchen zu liefern, hierzu haben Sie sich verpflichtet, nicht ich.

Nach der homöopathischen Lehre steigert die Potenzierung die Wirksamkeit der Mittel, und zwar über die Grenzen hinaus, ab der die Urtinktur in der Lösung nicht mehr vorhanden ist. Dass dies nicht so ein kann, ist ein zentraler Kritikpunkt am Konzept der Homöopathie, denn nach dem naturwissenschaftlichen Kenntnisstand sind Hochpotenzen spätestens ab dieser Grenze bis auf die Streuungen in den Zusammensetzungen der Hilfs- und Trägerstoffe nicht unterscheidbar. Eine spezifische Arzneimittelwirkung setzt demgegenüber Unterschiede der Arzneimittel voraus, die auf die Urtinktur zurückgeführt werden können. Es geht mir darum, diesen Sachverhalt zu bestätigen oder zu widerlegen. Wenn die Mittel tatsächlich unterscheidbar wären, dann wäre zwar dieser Vorbehalt ausgeräumt, aber dies ist bei Weitem kein Nachweis dafür, dass die Mittel tatsächlich einen therapeutischen Effekt erzielen.

Wenn Sie diese Identifikation jedoch reproduzierbar durchführen können – mit welchen Methoden auch immer (natürlich nicht durch Ausspionieren der Kodierung) – dann können Sie bei James Randi eine Million Dollar abräumen und auch ein Nobelpreis für Physik wäre da in greifbarer Nähe. Ich wage allerdings zu bezweifeln, dass Sie mit einem ‚Lotto‘ den gewünschten Erfolg haben werden. Anders herum, wenn dies aus Ihrer Sicht nur durch Raten möglich ist, dann würde ich meine obige Annahme als von Ihnen bestätigt betrachten.

> Allerdings  müssten  einige  Erstellungskriterien  eingehalten  werden , die  ich  vorgebe .

Falsch. Wir stimmen uns über diese Dinge ab, und zwar bevor der Versuch beginnt. Natürlich können Sie Vorschläge machen, wie die Einzelheiten zu gestalten sind, aber wir müssen über die endgültige Ausgestaltung Einvernehmen herstellen.

> Verstehe  ich  richtig  , Tiefpotenzen  schreiben  Sie  eine  Wirkung  zu ? Bis  zu  welcher  Potenz ?

Richtig. Tiefpotenzen, die noch Bestandteile der Urtinktur enthalten, können (!) abhängig von der Urtinktur selbst natürlich Wirkungen entfalten. Wo die Grenze genau liegt, ist sicher von den Eigenschaften des Stoffes abhängig. Bei Natrium Muriaticum behaupte ich zum Beispiel, dass Sie dies in den in der Homöopathie üblichen Mengen (3 oder 5 Globuli pro Gabe = 0,03 bis 0,05 g) sogar als Urtinktur / Urstoff einnehmen können, ohne dass dies irgendwelche fühlbaren Folgen hat. Bei anderen liegt die Grenze vielleicht bei D3, da kann man sicher nicht generalisieren.

Ob das aber die Wirkungen sind, wie sie in homöopathischen Arzneimittelprüfungen ermittelt wurden und die dann in Umkehrung beim Patienten wirken sollen, wage ich zu bezweifeln. Mit Arsenikum album D1 können Sie sich bestimmt vergiften, das glaube ich gerne, aber ob man damit die Beschwerden kurieren können, z. B. Erbrechen, Heuschnupfen, Magenentzündungen, Verbrennungen und was im nachfolgenden Link sonst noch so zu finden ist, ist damit nicht ausgesagt. (Link

> Also  nächster   Vorschlag  zur   HM-Wirkung   am  Menschen   ???

Ja, ich warte … (SIE wollten drei Vorschläge bringen, erinnern Sie sich?)

Viele Grüße

Norbert Aust

Dr. Stute (Email) 16. Juli 2014, 22.13 h

guten  Abend , Herr  Aust ,

ich  freue mich , daß   wir  uns  so  langsam  annähern    ; nur  by  the  way : ich  habe  eine komplette, anerkannte  HM- Ausbildung .

Ich   will  hier  auch  ohne  Abstimmung mit  Ihnen  nichts  zwingen ,wir  müssen nur den  Konsens  finden , der in HM darlegt   ,wo  2+2 =4  u. nicht falsch  verstanden  5 ist .

Allerdings  sehe ich somit  soll langsam die  Notwendigkeit  eines  Treffens  auf uns  zukommen , denn  Aussagen  wie “ mit  der  Potenzierung  steigt  die  Wirksamkeit “  sind   nicht  richtig ; denn  wirksam  ist  nur  die richtige , individuell  erarbeitete  Potenzierung  ,egal ob  D, LM, G, C -hoch , tief –  oder  sonstwas .

Für  ihr  Erkennungsspiel Urtinktur – welche  Potenz  auch  immer  reicht  das    .Die  Vorgaben , über  die  wir  uns  natürlich abstimmen  können  , sind  notwendig , damit  ich  keine  Störfrequenzen/Potentiale  in  den Testmaterialien  habe u. sichergestellt  ist  , daß  die Potenzierung  aus  der  Urtinktur  stammt , denn  eine  Potenzierung  Arnika D12   – DHU-  entspricht  sehr  wahrscheinlich  nicht  der  Arnika  D12  der  Staufen- Pharma .

Vorschläge  habe  ich  erbracht  , weil  es  am  Einfachsten u. labortechnisch  objektivierbar  ist :

Platin , Sulfur, Arsenicum , wobei  ich    nicht  von  Tiefpotenzen , sondern  von  der  individuell passenden Potenz spreche  ; das  kann durchaus  die  von  Ihnen  favorisiere  C30  sein  oder  eben  auch  nicht .

ich  wiederhole  mich  (s.weiter .o. ) :

es  geht  darum  nachzuweisen , ob  eine HM-Potenz  jenseits  der  D19  –   Loschmidt-Zahl  eine  Wirkung  hat  oder  nicht .

Es  hat  nicht jedes  HM- Mittel  bei  jedem  Menschen  die  ähnliche  Wirkung .Also  brauchen  wir  Grundvoraussetzungen/Ähnlichkeitssymptome / LABORNACHWEISE ,um  eine   Wirkung zu  erkennen ,erzielen ;

ich  denke  dieser  Allgemeinplatz  ist  selbstverständlich .

BSP . bei  einem  Patienten mit  labortechnisch  hohen  Arsenwerten weise  ich  Ihnen  mit  der  Gabe  einer wie  auch  immer  passend  getesteten Potenz/ ev. Potenzakkord )  nach , daß  die  Arsenwerte  sinken  u. die Zytokinwerte , Interleukine  sich  normalisieren  .

Wie  weit  der  Patient  letztlich subjektiv  eine Veränderung  bemerkt , hängt  von den  weiteren ihn  belastenden Faktoren  ab ;

und  dann sind ggf. weitere  HM- Folgemittel notwendig .

Isopathisch – das   Prinzip  ist  das   Gleiche    – Tilidin + Methotrexat  –   von  mir  aus  Hochpotenz oder auch  sinngemäß  ohne  jeglichen Materiekontakt  überschwungen ( Resonanzenergietransfer-DESY-Projekt ) dh. – die  Ampulle  wird  nicht   geöffnet –  wird  ihnen  der Betroffene- durch die  verstärkte  Ausscheidung  von    erneuten  Schmerzmittel-Nebenwirkungen  berichten  oder  der  Tumorpatient  von  einer Reaktion  wie  während   eines

Chemozyklus und  dieses Auftreten der  wirksamen Stoffe oder Reaktionen  im  Intermediärstoffwechsel  weise ich  Ihnen objektiv   nach !

dann  habe  ich  gleich 2 Fliegen  mit  einer  Klappe  erschlagen .

alles  Gute  u. Wahre    W.Stute

Norbert Aust (Email), 17. Juli 2014, 15.39 h

Hallo Herr Stute,

Sie schrieben:

> denn  Aussagen  wie “ mit  der  Potenzierung  steigt  die  Wirksamkeit “  sind   nicht  richtig ; denn  wirksam  ist  nur  die richtige , individuell  erarbeitete  Potenzierung 

Das ist ja das Schöne an der Homöopathie: jeder kann seine eigenen Ideen da hineinlegen und das Ganze dann Homöopathie nennen. Das liegt aus meiner Sicht daran, dass es in der Homöopathie keinen allgemein akzeptierten Standard gibt.

Aus Hahnemanns Organon kann man deutlich herauslesen, dass er die Potenzierung als eine Steigerung der Wirksamkeit betrachtet. Die DHU schreibt auf ihrer Webseite Ähnliches.

Wie muss ich mir denn jetzt eine homöopagthische Therapie in der Version Stute so vorstellen? Als eine langandauernde Suche nach dem richtigen Mittel in der richtigen Potenz – also nicht nur, dass es das richtige Mittel ist, das nicht mehr in der Lösung vorhanden ist, sondern dass es das auch noch in der richtigen Art und Weise tut – bis irgendwann die Selbstheilungskräfte des Patienten und alle unspezifischen Effekte irgendwann zu einer Verbesserung der Situation geführt haben – woraufhin die zuletzt gegebene Potenz als die richtige bezeichnet wird. ‚Die Kunst der Medizin besteht darin, den Kranken so lange bei Laune zu halten, bis die Natur die Krankheit geheilt hat.‘ (Voltaire).

> denn  eine  Potenzierung  Arnika D12   – DHU-  entspricht  sehr  wahrscheinlich  nicht  der  Arnika  D12  der  Staufen- Pharma .

Heisst das, die unvermeidlichen Verunreinigungen haben eine arzneiliche Wirkung? Oder woher sollen denn die Unterschiede kommen, wo sich alle doch hoffentlich an das homöopathische Arzneibuch halten?

> ob  eine HM-Potenz  jenseits  der  D19  –   Loschmidt-Zahl  eine  Wirkung  hat  oder  nicht

Da scheiden sich die Geister. Es geht nicht darum, ob Homöopathika in Hochpotenz IRGENDEINE Wirkung haben – die will ich dem Zucker ja gar nicht absprechen – sondern ganz BESTIMMTE Wirkungen haben, sei es auch nur, dass diese aus einem mehr oder weniger eng begrenzten Spektrum stammen. Wäre die Wirkung eines homöopathischen Mittels völlig beliebig, das heißt, es kann alles Mögliche passieren, dann sind diese Mittel als Therapeutika ungeeignet, denn Sie spielen dann mit Ihren Patienten Russisches Roulette.

> BSP . bei  einem  Patienten mit  labortechnisch  hohen  Arsenwerten weise  ich  Ihnen  mit  der  Gabe  einer wie  auch  immer  passend  getesteten Potenz/ ev. Potenzakkord )  nach , daß  die  Arsenwerte  sinken

Was würde das beweisen? Nichts. Arsen ist ein vergleichsweise häufig vorkommendes Element und der menschliche Organismus kann bei kleinen Mengen wohl recht gut damit umgehen – das heißt, das Arsen ausscheiden. Hier bildet sich die von mir unterstellte Therapiemethode besonders gut ab: Es wird so lange nach dem richtigen Mittel gesucht, bis der Körper Zeit genug hatte, eine deutliche Senkung der Arsenwerte zu erzielen…

> Isopathisch – das   Prinzip  ist  das   Gleiche    – Tilidin + Methotrexat  –   von  mir  aus  Hochpotenz oder auch  sinngemäß  ohne  jeglichen Materiekontakt  überschwungen ( Resonanzenergietransfer-DESY-Projekt ) dh. – die  Ampulle  wird  nicht   geöffnet –  wird  ihnen  der Betroffene- durch die  verstärkte  Ausscheidung  von    erneuten  Schmerzmittel-Nebenwirkungen  berichten  oder  der  Tumorpatient  von  einer Reaktion  wie  während   eines Chemozyklus und  dieses Auftreten der  wirksamen Stoffe oder Reaktionen  im  Intermediärstoffwechsel  weise ich  Ihnen objektiv   nach !

Irgendwie scheinen sich da drei oder mehr Sätze zu überlagern. Ich verstehe Ihre Aussage hier sprachlich nicht, die Grammatik erschließt sich mir nicht.

Herr Stute, so wie ich das sehe, kommen wir derzeit nicht näher zusammen, ganz im Gegenteil, wir sind weiter auseinander denn je. Ich halte das, was Sie als homöopathische Behandlung darstellen – zumindest so, wie ich es aus Ihrem nicht immer ganz klaren Schreibstil entnehme – nicht für eine zielgerichtete Vorgehensweise.

‚Es  hat  nicht jedes  HM- Mittel  bei  jedem  Menschen  die  ähnliche  Wirkung‘ ist ein Scheinargument, das dazu führt, dass Sie eine falsifizierbare Aussage vermeiden. Damit haben Sie nichts vorliegen, was Sie beweisen oder widerlegen könnten. So, wie die Sache bisher steht, können Sie also eine therapeutische Wirksamkeit nicht beweisen (ihre Ausgangsbehauptung). Diese Vorgehensweise ist ungeeignet.

Viele Grüße

Norbert Aust

Dr. Stute (Email), 17. Juli 2014, 16.20 h

tut  mir  leid  , Herr, Aust ,dafür  ist  mir  meine  Zeit  zu  schade .  denn Sie  verfallen  wieder  in den  alten  Dictus .Entweder  wollen  Sie  es  oder  sind   nicht in

der  Lage es  zu  verstehen , wieso  maßen Sie  sich  dann  an Homöopathie  zu  beurteilen , wenn Sie  sie noch  nicht  mal verstanden haben oder  irgendwelche  Sprüche  von  wem  auch  immer  kolportieren .

Ich  bin  hier auch  mit der  Uni  Bi gut  im  Gespäch , weise  es  nach u. informiere ggf. auch Sie . Notar  beglaubigt ! So   jetzt  können sie  sich  wieder  auf  Ihrem  Bloc  aufblasen .

alles  Gute  u. Wahr  W. Stute

Norbert Aust (Email) 18. Juli 2014, 15.36 h

Hallo Herr Stute,

damit ist diese Aktion also beendet.

Ich fasse zusammen:

Von den drei Vorschlägen, die Sie jedem, der Ihnen ein Email schreibt, machen wollten, wie die therapeutische Wirksamkeit der Homöopathie nachgewiesen werden soll, haben Sie nicht einen einzigen halbwegs verständlich dargelegt, von einem Versuchsplan ganz zu schweigen.

Das was Sie etwas holperig beschrieben haben, sah offenbar vor, dass eine Versuchsperson – offenbar sollte ich das sein – erst einmal kreuz und quer durch Deutschland reist um eine Datenhalde von Laborwerten zu produzieren. Dann sollten offenbar homöopathische Medikamente eingenommen werden und wieder jede Menge Daten erfasst werden. Sollte sich dann irgendwo in dem Datenwust etwas geändert haben, was alleine schon durch die begrenzte Auflösung und unvermeidliche Streuung der Messverfahren unumgänglich ist, dann hätten Sie diese Veränderungen als Nachweis dafür angesehen, dass das homöopathische Medikament eine Wirkung entfaltet hätte.

Sorry, Wirkungsnachweise gehen anders.

Ohne einen Vergleich zwischen dem, was mit Homöopathika passiert, und dem was sich ohne die Einnahme ergibt, geht gar nichts. Eine falsifizierbare Hypothese ist ebenfalls eine Grundvoraussetzung sowie eine Angabe darüber, anhand welcher Daten die Hypothese geprüft werden soll. Ein grober Entwurf eines Versuchsplans, der darauf aufgebaut hätte, wäre das gewesen, was ich als Vorschlag erwartet hätte.

Wissenschaft, insbesondere das Erbringen von aussagekräftigen Nachweisen, ist schwieriger als man sich das als nur gefühlsmäßig überzeugter Verfechter der Homöopathie wohl vorstellt. Ich denke, Ihre Gespräche mit der Universität in Bielefeld sollten Ihnen da tiefere Aufschlüsse geben.

Sollten wir uns je wieder auf einem Blog oder Diskussionsforum begegnen, dann wünsche ich mir auch eine Argumentation mit Argumenten, weniger ad hominem. Dies könnte man nämlich so auffassen, als hätten Sie gar keine Argumente.

Viele Grüße

Norbert Aust

Dr. Stute (Email) 18. Juli 2014, 19.35 h

für  Sie  vielleicht  , für  mich nicht  ;  , ich  rücke immer  nur  einmal  was  zurecht . Es  war  nicht  mehr  mein Niveau ,wohlgemerkt  die  Art  u. Weise  des  Umgangs ; ich  glaube  Sie  müssen noch  einiges  lernen. 

nach  wie  vor  alles  Gute  u.  Wahre   W.. Stute

Ich habe ihm das letzte Wort gelassen. Sonst zieht sich wahrscheinlich die Diskussion ohne weiteren Fortschritt ewig hin.

Wir werden wohl noch eine Weile auf den ultimativen Wirkungsnachweis der Homöopathie warten müssen.

Dieser Beitrag wurde unter Blog, Hintergrund veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

54 Kommentare zu Drei Vorschläge zum Nachweis der Homöopathie…

  1. Vicky sagt:

    Mit viel Phantasie lassen sich dort schon drei „Vorschläge“ erraten:

    Bei Versuchsperson 1 wird aufgrund einer riesen Latte Tests irgendeine „Auffälligkeit“ herausgesucht, die Dr. med. dent. Stute meint, mit Platin, Sulfur oder Arsenicum „behandeln“ zu können. Innerhalb von 10 Tagen Blut- und Urintest wird sich dann schon die eine oder andere Veränderung finden, die man der „Behandlung“ zuschreiben kann – vielleicht nicht die, die vorher angekündigt wurde, aber wie mir einmal ein angehender Homöopath erklärte ist das ja gerade das wunderbare an der Homöopathie: sie regt den Körper an das „für ihn Richtige“ zu tun, wenn also eine andere als die erwartete Veränderung eintritt hat der Körper diese als wichtiger für seine Gesundheit erachtet!

    Versuchsperson 2 hat bereits zu einem früheren Zeitpunkt Tilidin eingenommen und nicht gut vertragen. Muss er/sie nun eine Tilidin-Zubereitung (freundlicherweise wäre Dr. med. dent. Stute dazu bereit, eine Hochpotenz oder eine „überschwungene“ Zubereitung zu benutzen) zu sich nehmen, wird er/sie wieder die Tilidin-Nebenwirkungen verspüren.

    Versuchsperson 3 ist ein (ehemaliger?) Tumorpatient, der mindestens eine Chemotherapie hinter sich hat. Er/sie erhält eine Methotrexat-Zubereitung (freundlicherweise wiederum eine Hochpotenz oder eine „überschwungene“ Zubereitung), woraufhin er/sie wieder Chemotherapie-Nebenwirkungen verspürt.

    Dass keiner dieser Vorschläge sinnvoll ist, sollte klar sein – was bei Versuchsperson 1 die natürliche Entgiftung/Regulation des Körpers ist, ist bei Versuchsperson 2 und 3 der Nocebo-Effekt.

  2. Hümmer sagt:

    Sorry,
    aber all das ist keine Homöopathie sondern bestensfalls „Isopathie“ oder „Hämobadie“!!!
    Leider wird mit solchen Therapieansätzen der Ruf der Homöopathie (z.T. aus den eigenen Reihen) arg beschädigt!
    Auch wenn das Wirkprinzip noch nicht gefunden wurde, kann man die Homöopathie doch „wissenschaftlich“ betreiben, AUSSCHLIESSLICH nach dem Gesetz „Gleiches mit Gleichem“ (Resonanzphänomen??) und läßt sie sich sehr wohl durch anerkannte Doppelblindstudien verifizieren!
    Vielleicht wollen sie, Herr Aust, sich mal in Ihrer wohltuend differenzierenden Weise mit der Studie von HEINER FREI zu ADS beschäftigen, die bisher von keinem Statistiker angezweifelt wurde?

  3. Hümmer sagt:

    Lieber Herr Aust,
    ich habe IHRE Analyse der FREI-Studie jetzt gelesen und kann Ihnen in Teilen zustimmen.
    Nach dem „Zugemüteführen“ des zweiten Links ist mir aber klar geworden, was Ihnen die außergewöhnliche „Kraft“ für diesen Blog, für Ihr Buch und für den Kreuzzug gegen die Homöopathie gibt:
    Sie haben sicherlich eine schlimme Enttäuschung wenn nicht gar Verlust oder Trauma durch AUSSCHLIESSLICHE homöopathische Therapie erleiden müssen, was ich bestens nachvollziehen kann.
    Auch ich mußte im nahen Umfeld das völlige Versagen homöopathischer Therapie erkennen und durfte das lebensrettende (!) Wunder der Akutchirurgie erleben!
    Das macht einen bescheiden und zurückhaltend!
    Ich darf aber auch tagtäglich die Wunder der Homöopathie erleben und bin unendlich dankbar, dieses Werkzeug ZUSÄTZLICH zu konventioneller Therapie in die Hand bekommen zu haben (auch wenn ich es noch nicht erklären kann).
    Und oft kann ich es selbst nicht ganz glauben, was da abläuft weit jenseits jeglichen Placeboeffektes und intensiver Zuwendung!
    Aber auch mein Vater haderte als Mathematik- und Physiklehrer mit seiner Fähigkeit zum Rutengehen und war zeit seines Lebens bestrebt, zusammen mit Professoren der TU München das Phänomen zu ergründen……

    • Norbert Aust Norbert Aust sagt:

      Ihre Vermutung stimmt – zum Glück – nicht.

      Am Anfang stand zwar tatsächlich eine misslungene homöopathische Behandlung, aber nichts so Dramatisches, wie Sie vermuten. Es kam mir einfach merkwürdig vor, dass die angeblich immer wirksameren Medikamente immer weniger Wirkstoff enthielten, am Ende gar keinen mehr (erst D6, dann D12, dann LM18). Das brachte mich dazu, mich ausgiebig mit den Grundlagen zu beschäftigen. Das Ergebnis dürfte nicht überraschen: Ich kam zu dem Schluss, dass die Homöopathie in deutlich mehr als nur in einem Punkt in krassem Widerspruch zu den Erkenntnissen der Naturwissenschaften steht.

      Inzwischen halte ich die zunehmende Verbreitung sogar für eine schädliche gesellschaftliche Fehlentwicklung, geht sie doch zumeist mit einer Diskreditierung der konventionellen Medizin und der Wissenschaft im Allgemeinen einher. Schauen Sie sich einschlägige Diskussionen im Internet an, da finden Sie dann gebetsmühlenartig das Bild von der bösen Pharmaindustrie, die die Menschen nur krankmachen will. Die konventionellen Medikamente zeichnen sich offenbar hauptsächlich durch ihre Nebenwirkungen aus, die konventionellen Ärzte sind in der Hauptsache unfähig und profitgierig. Wir sind uns einig, dass es unangenehme Auswüchse gibt, aber diese als charakteristisch für das ganze Gesundheitswesen anzusehen, ist völlig überzogen. Dies kreiert einen gesellschaftlichen Nocebo-Effekt, der nicht vorteilhaft sein kann.

      Zudem halte ich es für ausgesprochen gefährlich, wenn die Homöopathie – oder zumindest einige Vertreter davon – für sich in Anspruch nimmt, auch ernsteste Beschwerden zu heilen, Krebs, Diabetes etc. Auch der Verzicht von Impfungen zugunsten homöopathischer Prophylaxe kann Geister entfesseln, die wir alle schon sicher in der Flasche glaubten. Sie können jetzt anführen, dass das ja nur die Sichtweise einzelner Vertreter ist – aber wo ist das Verfahren in der Homöopathie, solche Irrlehren zu erkennen und zu eliminieren? Wie soll der Laie sich da zurechtfinden?

      Dazu kann die Homöopathie eine Einstiegsdroge in die Hardcore-Esoterik sein, denn sind die Errungenschaften der modernen Medizin erst einmal hinreichend in Misskredit gebracht, dann sind Tür und Tor für weiteres Geschwurbel offen – und am Ende steht dann so etwas wie die Behandlung von Autismus mit MMS. Hier wird den Kindern dann der Darm mit Chlorbleiche verätzt – und wenn sie sich dann anders verhalten als vorher, ist das ein Erfolg der Therapie.

      Natürlich hat die moderne Medizin und unser Gesundheitswesen einen ganzen Schwung von Problemen – aber dann soll man die lösen und nicht auf unbewiesene Heilslehren ausweichen.

      Ich möchte mich ein wenig dagegen verwahren, dass ich hier einen Kreuzzug führe. Sicher, ich halte die Homöopathie für eine Irrlehre, noch dazu mit einem gewissen Gefahrenpotenzial. Aber ich biete nur die Informationen an, auf die sich meine Schlussfolgerungen aufbauen, in dem vielleicht etwas naiven Glauben, dass der Eine oder Andere zum Nachdenken angeregt wird. Wir sind ein freies Land, jeder kann sich die Therapie auswählen, der er sich unterziehen will. Er sollte dies nur aufgrund objektiver Informationen tun, nicht aufgrund irgendwelcher einseitig verzerrender positiver Darstellungen. Dazu gehört beispielsweise auch das Vermitteln der Einsicht, dass auch eine hohe Anzahl von Einzelfällen nichts weiter besagt. Sie sagen nämlich nicht aus, in wie vielen Fällen die gleiche Behandlung NICHT zum Erfolg geführt hat, was aber eine wichtige Information wäre, das Risiko der Behandlung abzuschätzen.

      Wie gesagt, ich informiere nur, ich bekämpfe keine Menschen, ob sie an Homöopathie glauben oder sie gar ausüben. Mit unpersönlichen Institutionen, Hochschulen für Homöopathie beispielsweise, ist das etwas anderes. Aber ein Kreuzzug, bei dem die Gegner entweder bekehrt oder vernichtet werden sollen, ist das nicht.

  4. Hümmer sagt:

    „– aber wo ist das Verfahren in der Homöopathie, solche Irrlehren zu erkennen und zu eliminieren? Wie soll der Laie sich da zurechtfinden?“

    Deswegen schreibe ich hier!
    Aber ich komme mir manchmal wie ein einsamer Imam vor, der den unschuldigen, friedfertigen und unverfälschten Kern des Islam erklären soll….

    • Ute Parsch sagt:

      … eine höchst schwache Antwort auf die ganze Liste der berechtigten Kritik.

      Sie empfehlen Dr. Aust eine Studie von Frei, die angeblich beste Qualität aufweist. Wenn sich heraus stellt, dass die Studie miserable Qualität aufweist und vor allem in der Crossover-Phase für die Homöopathie desolate Ergebnisse aufweist, ziehen Sie in den Behauptungen einfach kommentarlos weiter.

      Genau das ist das Problem im pseudowissenschaftlichen Betrieb der Homöopathie: Das absolute Fehlen von Konsequenzen aus den negativen Ergebnissen. Dem nächsten Kritiker jubeln Sie wieder die Frei-Studie unter. Und wenn Sie Glück haben, erwischen Sie jemanden, der diesen Blog nicht kennt und als wissenschaftlicher Laie auch nicht in der Lage ist, die Studie auf Englisch zu lesen (in der deutschen Variante hat Frei die Crossover-Phase ja nicht mehr ausführlich beschrieben).

      Die große Zahl von Studien zur Homöopathie und die große Zahl schlampiger Arbeiten darunter, die nie zurückgezogen werden, richtet großen gesellschaftlichen Schaden an: Sie mindern das Vertrauen der Öffentlichkeit in Studien und wissenschaftliches Arbeiten ganz allgemein. Es entsteht ja gerade erst dadurch der Eindruck eines Gelehrtenstreites, der so gar nicht existiert.
      Beim Kunden soll der Eindruck erzeugt werden, dass man mit Studien alles belegen kann, was man halt unten raus haben will. Das lässt in der öffentlichen Meinung ein völlig falsches Bild eines hervorragenden medizinischen Messinstrumentes entstehen.

      Aber in gewisser Weise ist die öffentliche Diskreditierung wissenschaftlichen Arbeitens von homöopathischer Seite natürlich beabsichtigt. Weil eben unüberbrückbare Widersprüche zu den Naturwissenschaften existieren, muss der Öffentlichkeit eingeredet werden, dies sei nicht ernst zu nehmen.
      Das untergräbt fatal das für eine aufgeklärte demokratische Gesellschaft so wichtige kritische Denken.

  5. Hümmer sagt:

    Liebe Frau Parsch,
    zumindest Sie scheinen auf dem Kreuzzug gegen die Homöopathie (und alle die mit ihr liebäugeln) zu sein. Ihnen gegenüber kommt Herr Aust ja richtig versöhnlich und offen rüber!
    Haben Sie einfach über alles, was ich oben geschrieben habe, hinweggelesen?
    Sagte ich nicht oben, dass ich nach dem Lesen der Analyse von Herrn Aust ihm bzgl. der Frei-Studie in Teilen zustimmen kann?
    Ich bin im homöopathischen Lager sicherlich der kritischste Geist und Heretiker und habe an anderer Stelle in diesem Blog konzidiert, dass „die Studienlage in der Homöopathie miserabel“ ist.
    Ich weiß aber auch, dass die Studien in der konventionellen Medizin nicht viel besser daherkommen und zum Teil heftig und gefährlich manipuliert sind (stöbern sie dazu mal im ARZNEITELEGRAMM, dem einzigen wirklich unabhängigen medizinischen deutschen Journal). Das Gefährdungspotential der Homöopathie ist (bei kritischem Einsatz) demgegenüber vernachlässigbar!

    • Ute Parsch sagt:

      Herr Hümmer,

      ich bin keineswegs auf einem Kreuzzug, sondern einfach nur nicht bereit, den angerichteten Schaden stillschweigend zu ignorieren.

      Die Studienlage zur Homöopathie ist keineswegs „miserabel“. Zu kaum einem Verfahren existieren so viele Studien, wie zur Homöopathie.

      Nur:

      Die Qualität der Studien lässt zu wünschen übrig. Ein Großteil erfüllt nicht die einfachsten Qualitätsstandards. Aber noch schlimmer: Es findet keine Selbstkontrolle statt. Fehlerhafte Studien werden nie zurückgezogen.

      Aber das ist in gewisser Weise nur konsequent. Denn man ist ja niemals losgezogen, herauszufinden ob die Grundprinzipien der Homöopathie zutreffen, sondern um der Homöopathie einen wissenschaftlichen Anstrich zu geben.

      Und nein, das sagen nicht irgendwelche Kritiker auf dem Kreuzzug, sondern die Carstens Stiftung auf ihrer Homepage: „Das langfristige Ziel ist die Integration der Komplementärmedizin in Forschung und Lehre der Hochschulmedizin“ heißt es da. Es wird also das Ergebnis – dass da etwas aufnahmewürdig ist – bereits vorweg genommen.

      Und genau so stellt sich die Praxis der „Homöopathie-Forschung“ dar: Negative Studienergebnisse werden nur quittiert mit „wir müssen noch mehr Studien produzieren“, positive Studien werden nie auf ihre Qualität hin geprüft, sondern auch dann noch aktiv auf den Webseiten der Verbände als „Belege“ geführt, wenn deren Fehler längst bekannt sind. (Nicht selten Fehler bei denen man sich fragt, wie sie überhaupt niemanden in diesen Verbänden auffallen konnten.)

      „Sagte ich nicht oben, dass ich nach dem Lesen der Analyse von Herrn Aust ihm bzgl. der Frei-Studie in Teilen zustimmen kann?“
      Nur haben Sie keine Konsequenz bezüglich der Homöopathie daraus gezogen. Da haben wir eine auf zahlreichen Webseiten von Verbänden (DZVHÄ, Carstens Stiftung, LMU) hochgelobte Studie, eine, die auch Sie als beispielhaft weiter empfohlen haben, bei der die Autoren so einfach die entscheidende, den gezogenen Schlussfolgerungen eigentlich widersprechende Ergebnisgrafik durch eine zu ihren Aussagen passendere ersetzen. Und alles, was Ihnen dazu einfällt ist: Ah, jetzt verstehe ich, Sie sind auf dem Kreuzzug gegen die Homöopathie, weil einmal bei Ihnen eine Behandlung erfolglos verlief.

      Nein, falsch. Ganz falsch. Vielleicht lesen Sie den Link einfach noch einmal. Und danach die anderen. Und danach das Buch. Und danach Weymayrs Buch.

      Die Studienlage ist nicht miserabel. Sie ist extrem aussagekräftig. Nach 200 Jahren lässt sich keine Überlegenheit gegen Placebo nachweisen. Das ist ein Ergebnis. Eines, das ignoriert wird. Genauso wie die umfangreichen Widersprüche zu gesichertem naturwissenschaftlichem Wissen. Auch diese sind aussagekräftig. Besonders, wenn man die beiden Befunde, die ja unabhängig voneinander zustande kommen, verbindet.

      Niemand(!) „forscht“ an den wirklichen Problemen der Homöopathie, an den inneren und äußeren Widersprüchen, an den verschiedenen Schulen, die sich alle gleichermaßen auf Erfahrung berufen. – In der Naturwissenschaft ein Unding. Stattdessen macht man Versorgungsstudien – Null Aussagekraft, aber hoch werbewirksam, wenn die genesenen Patienten hinterher ankreuzen, sie seien zufrieden gewesen.

      Der ganze „Studienbetrieb“ zur Homöopathie ist ein Werbebetrieb. Während die Idee, die Natur halte mit dem Simile genau für „meine“ Krankheit eine sanft wirkende „Information“ bereit, die mich heilt, die naturromatische, emotionale Seite bedient, bedient der Studienbetrieb die rationale Seite des modernen Kunden. Der ist ja meist wissenschaftlicher Laie und kann nicht erkennen, wie hanebüchen das ist, was da geschrieben wird. Hauptsache, es schaut schön wissenschaftlich aus.

      „Ich weiß aber auch, dass die Studien in der konventionellen Medizin nicht viel besser daherkommen“
      Sie glauben wirklich, ein „Tu quoque-Fehlschluss“ ändert daran etwas? Im Gegenteil.

  6. Hümmer sagt:

    Liebe Frau Partsch,
    gut gebrüllt Löwin, und ich brülle mit: ja, die Qualität der Studien läßt zu wünschen übrig, und ich nenne das eben „miserabel“!
    Bisher war ich es gewohnt, aus der Ecke der Homöopathie-Anhänger Verschwörungstheorien in Richtung Pharmaindustrie gebrüllt zu hören- jetzt schallt es in eben der Weise aus Ihrer Richtung!
    Welche Schäden richten wir denn effektiv an, wenn wir kritische Homöopathie betreiben mit Berücksichtigung Ihrer Möglichkeiten aber auch Ihrer Grenzen?
    Seit 30 Jahren bin ich im wesentlichen damit beschäftigt, Schäden der Schulmedizin zu „reparieren“, das ist die Realität!

  7. Norbert Aust Norbert Aust sagt:

    Hallo Herr Hümmer,
    was ist ‚kritische Homöopathie‘? Die normale Homöopathie – was immer das auch ist – aber mit einem zweifelnden Blick und etwas schlechtem Gewissen? Was machen Sie aus Sicht der Patienten anders, worin unterscheidet sich Ihre Therapie von dem was irgendein anderer Homöopath tut?

    Woher wissen Sie, dass die Therapie, wie Sie sie ausführen, die kausale Ursache für das Wohlergehen Ihrer Patenten ist? Wie stellen Sie das fest? Eine Kausalität bedeutet, dass mit der Therapie der Effekt eintritt – und ohne diese eben nicht. Gerade der zweite Teil wird bei den homöopathischen Erfolgsgeschichten gerne weggelassen und alleine aus der zeitlichen Abfolge auf eine Ursache-Wirkungs-Beziehung geschlossen. Das machen die Homöopathen seit Anbeginn ihrer Zeitrechnung nicht anders, die ganze Arzneimittelprüfung funktioniert nach diesem Prinzip. Das nennt man einen Post-hoc-ergo-propter-hoc Fehlschuss. Der Hahn kräht vor Sonnenaufgang, also ist der Hahn die Ursache für den Sonnenaufgang? Alle Repertorien der Homöopathie ruhen auf solch wackeligen Füßen.

    Ich habe mir Ihre Veröffentlichungen, soweit im Internet zugänglich, einmal angesehen. Ihre dabei zutage tretende differenzierte Haltung zur Homöopathie ist dabei deutlich zu erkennen, wenn Sie beispielsweise die gleiche Evidenz für die Homöopathie fordern, wie sie für EbM üblich ist. Aber wenden Sie diese für sich auch an?

    Sie kommen auf Ihren Vortragsfolien ‚Klassische Homöopathie – Chancen und Grenzen in der Behandlung von Brustkrebs‘ zu dem Fazit

    ‚Alle Patientinnen, die mit Homöopathie allein oder in Kombination mit der Schulmedizin stabile Zahlen der zirkulierenden epithelantigenpositiven Zellen aufweisen, sind in Remission und Gesund.‘

    Was sagt das? Aus meiner Sicht nicht allzu viel – es fehlt der Vergleich zu einer vergleichbaren Gruppe, die nur konventionell, also ohne Homöopathie behandelt wurde. Wenn die auch alle in Remission und gesund sind, dann hat der Erfolg mit der Homöopathie schlicht nichts zu tun.

    Woher wissen Sie, dass die Homöopathie für den Verlauf ursächlich war? Um wie viele Patientinnen ging es überhaupt? Wie lange liegt die Therapie zurück? Es fehlen alle Angaben, um die Ergebnisse einzuordnen.

    In Ihrem Aufsatz ‚Adjuvante homöopathische Therapie bei konventionell behandeltem Mammakarzinom‘ führen Sie fünf Fallstudien vor, bei denen vier Frauen zwei bis vier Jahre nach der Operation noch lebten – nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin (5 Jahre Befundfreiheit) also den Krebs noch nicht überwunden hatten. Eine Patientin war verstorben, was auf die nicht abgeschlossene konventionelle Behandlung zurückgeführt wird.

    Dies sind also fünf Fälle, deren Ergebnis Ihre Argumentation stützen. Ohne dies in Zweifel zu ziehen stellt sich aber die Frage: Gab es auch nicht so positiv verlaufene Fälle? Wie viele? Das wäre eine interessante Auswertung.

    Sehen Sie, ein Nachweis einer Wirksamkeit, ob jetzt als wissenschaftliche Studie oder einfach so als Erfolgsstatistik für eine Praxis, erfordert immer einen Vergleich. Wieviele Fälle waren bei gleichem Setting erfolgreich, wieviele nicht? Was ist in einer vergleichbaren Gruppe ohne die Therapie passiert? Und wenn es tatsächlich Unterschiede gab: wie signifikant sind diese, das heißt, kann es sich um Zufallsergebnisse handeln?

    Also nochmals die Frage: woher wissen Sie, dass Sie mit Ihren Therapien erfolgreich sind?

    In diesem Beitrag (Link) hat Edzard Ernst einmal recht einfühlsam dargestellt, wie man sich langsam aber sicher in die Selbsttäuschung begeben kann, dass die eigene Therapie erfolgreich sei. Recht lesenswert. Kann Ihnen das auch so gegangen sein?

    • MK sagt:

      Herr Stute eröffnet hier (in geradezu entwaffnender Ahnungslosigkeit pharmakologischer Zusammenhänge) ein völlig neues Problemfeld innerhalb der Homoöpathiediskussion – die Potenzierung von Prodrugs.
      Der Wirkstoff Tilidin (den Herr Stute so instinktsicher herausgepickt hat) ist insofern interessant, da er an sich keine analgetische Wirkung entfaltet. Erst durch den first-pass Metabolismus unter Einfluss der Cytochrom P450 Isoenzyme 2C19 und 3A4 kommt es zu einer Demethylierung des Stickstoffs und somit zu einer Umwandlung in den aktiven Metaboliten Nortilidin (und später Bis-Nortilidin). Vereinfacht: die Substanz wird durch die Verstoffwechselung im menschlichen Körper, vornehmlich der Leber, in seine wirksame, also schmerzlindernde Form überführt.
      Die Frage, die sich nun stellt, lautet: was passiert nun eigentlich beim Potenzieren einer Tilidin-Lösung? Man verdünnt eine weitestgehend unwirksame Substanz. Sollte diese Substanz nun ihre Information an das Wasser abgegeben haben (was von Homöopathen ja immer wieder postuliert wird, aber natürlich nicht der Wirklichkeit entspricht, wie die Untersuchungen zu Wasserstoffbrückenbindungen zweifelsfrei belegen; den „Resonanztransfer“ kommentiere ich erst gar nicht), dann frage ich mich, wieso eine Person nach der Behandlung Schmerzmittel-Wirkungen/Nebenwirkungen erleiden sollte? Oder erkennt der Körper des Patienten, dass der Clusterabdruck meines Wirkstoffs im Wasser fehlerhaft ist und eine große Beule zu viel aufweist (= die Methylgruppe, die durch den fehlenden Metabolismus ja nicht abgespalten wurde)…?

      Herr Aust, ich bewundere Ihre sachliche und unaufgeregte Art, mit der Sie hier die Diskussionen führen.

  8. Hümmer sagt:

    Lieber Herr Aust,
    ich bin Ihnen zu tiefstem Dank verpflichtet, bietet Ihr Blog doch eine Gelegenheit, mit vielen Irrtümern bzgl. der Homöopathie aufzuräumen und sie neu zu positionieren, obwohl ich mir nicht sicher bin, ob das im Sinne des Erfinders war und ist.
    Nun zu den einzelnen Fragen und Kritikpunkten:
    „was ist ‘kritische Homöopathie’? Die normale Homöopathie – was immer das auch ist – aber mit einem zweifelnden Blick und etwas schlechtem Gewissen? Was machen Sie aus Sicht der Patienten anders, worin unterscheidet sich Ihre Therapie von dem was irgendein anderer Homöopath tut?“

    ‚Kritische Homöopathie‘ bedeutet zum einen, dass ich um die Grenzen homöopathischer Therapie weiß (und rechtzeitig zu allopathischer Diagnostik und Therapie greife), zum anderen um meine ganz persönlichen Grenzen, die sich aus meinem Wissen, meiner Urteilsfähigkeit und meiner Objektivität ergeben.
    Narzistischer Größenwahn ist dabei der schlechteste Berater. Jede homöopathische Einzelgabe wird von mir (gerade in Akutfällen) engstmaschig auf ihre Wirkung hin überprüft und im Falle nicht eindeutiger und sofortiger Verbesserung vitaler Parameter korrigiert. Meiner Erfahrung nach spürt der Patient innerhalb von 24 h sehr genau, ob das Mittel bei ihm eine Wirkung entfaltet oder nicht! In dieser Weise verfahren auch viele andere Homöopathen, aber es gibt auch das „Vertrösten“ auf eine Rückmeldung in 3 Monaten, in denen natürlich vieles passieren kann….
    Den „zweifelnden Blick“ behalte ich mir trotz aller positiver Erfahrung, er läßt mich wach und selbstkritisch bleiben! Ein „schlechtes Gewissen“ brauche ich angesichts des Gesamtergebnisses nach 30 Jahren Homöopathie gewiss nicht mehr zu haben.

    „Woher wissen Sie, dass die Therapie, wie Sie sie ausführen, die kausale Ursache für das Wohlergehen Ihrer Patenten ist? Wie stellen Sie das fest? Eine Kausalität bedeutet, dass mit der Therapie der Effekt eintritt – und ohne diese eben nicht.“

    Mein täglich Brot ist immer auch der „Nichteffekt“ trotz größter Erwartungen auf meiner und der Patientenseite beim ersten, zweiten und dritten…Mittel. Und dann ist die Rückmeldung unerwarteterweise beim nächsten Versuch plötzlich glasklar und weit jenseits der Suggestion und dem Placeboeffekt positiv.
    Als ein objektiver Parameter konnte bei Mamma-Ca Patientinnen die Veränderung der zirkulierenden antigenpositiven Epithelzellen herangezogen werden, was natürlich noch in einer statistisch einwandtfreien Studie zu überprüfen wäre.

    „Sie kommen auf Ihren Vortragsfolien ‘Klassische Homöopathie – Chancen und Grenzen in der Behandlung von Brustkrebs’ zu dem Fazit

    ‘Alle Patientinnen, die mit Homöopathie allein oder in Kombination mit der Schulmedizin stabile Zahlen der zirkulierenden epithelantigenpositiven Zellen aufweisen, sind in Remission und Gesund.’

    Was sagt das?“

    Es geht hier um die Bestätigung der wissenschftlichen Ergebnisse von Frau Prof. Pachmann, dass stabile Zahlen der zirkulierenden epithelantigenpositiven Zellen statistisch mit einer längeren Remission verbunden sind. Es geht hier nicht um einen Beweis für die homöopathische Wirkung.

    „In Ihrem Aufsatz ‘Adjuvante homöopathische Therapie bei konventionell behandeltem Mammakarzinom’ führen Sie fünf Fallstudien vor, bei denen vier Frauen zwei bis vier Jahre nach der Operation noch lebten – nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin (5 Jahre Befundfreiheit) also den Krebs noch nicht überwunden hatten. Eine Patientin war verstorben, was auf die nicht abgeschlossene konventionelle Behandlung zurückgeführt wird.

    Dies sind also fünf Fälle, deren Ergebnis Ihre Argumentation stützen. Ohne dies in Zweifel zu ziehen stellt sich aber die Frage: Gab es auch nicht so positiv verlaufene Fälle? Wie viele? Das wäre eine interessante Auswertung.“

    In meiner „kleinen“ Praxis konnte ich nur sog. Fallkontrollstudien durchführen, Interesse und Geld für eine fundierte Doppelblindstudie war leider nirgends zu finden.
    Wie in der Arbeit ersichtlich habe ich auch den Fall eines „Nichtansprechens“ aufgeführt, in dem auch die Zahl der epithelantigenpositiven Zellen keinerlei Reaktion bzw. Reduktion auf jedwede Therapie erkennen ließen.

    „Also nochmals die Frage: woher wissen Sie, dass Sie mit Ihren Therapien erfolgreich sind?

    In diesem Beitrag (Link) hat Edzard Ernst einmal recht einfühlsam dargestellt, wie man sich langsam aber sicher in die Selbsttäuschung begeben kann, dass die eigene Therapie erfolgreich sei. Recht lesenswert. Kann Ihnen das auch so gegangen sein?“

    Scio nescio!
    Und ja, die Befürchtung der Selbsttäuschung befällt mich auch noch nach 30 Jahren homöopathischer Therapie regelmäßig – und dann kommt wieder eine Rückmeldung, die mich ungläubig (!) den Kopf schütteln läßt ob ihrer Eindeutigkeit weit jenseits der Suggestion und des Placeboeffektes und einfach nur Freude beim Patienten und mir hinterläßt…..

    • MK sagt:

      Lieber Herr Hümmer,
      es ist erfreulich, dass sich hier in diesem Forum die Diskussion in solch höflicher und sachlicher Form führen lässt. Deswegen melde ich mich hier zu Wort.
      Ich bin seit mehreren Jahren im Bereich der Erforschung und v.a. Sicherheitsbewertung von neuen Arzneistoffen tätig. Ich stelle immer wieder fest – und dies mache ich zunächst niemandem zum Vorwurf- dass in Laienkreisen (und dazu zähle ich auch alle niedergelassene Mediziner, die noch nie als Prüfärzte an Phase I bis III Studien beteiligt waren) stark vereinfachte Vorstellungen von der Entwicklung bis zu Wirksamkeitsevaluierungen neuer Wirkstoffe vorherrschen. Es handelt sich um einen hochregulierten Bereich, deren Komplexität von early bis late discovery & development (molekulare Medizin, Target-Identifizierung, Medizinische Chemie, Strukturoptimierung, Pharmakologie, Immunologie, Pharmakokinetik, Sicherheitspharmakologie, Toxikologie etc. pp.) kaum von einer Person überblickt werden kann. Alleine in meinem Bereich der Toxikologie gilt mehr denn je der Satz des berühmten Toxikologen Hayes „You too can become a toxicologist in two lessons, each ten years long“. Diese Spezialisierung auf bestimmte Fachbereiche innerhalb eines Gebietes (wie beispielsweise der Pharmakologie) lässt sich also aufgrund des stetigen Wachstums an Erkenntnissen nicht vermeiden. Ich schreibe dies, um Ihnen vor Augen zu führen, und das meine ich absolut nicht herablassend, dass Sie als niedergelassener Arzt eine Wirksamkeitsbeurteilung eines Wirkstoffes oder einer homöopathischen Therapie mit den Ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln (ich unterstelle jetzt einfach mal, dass Sie kein Multimillionär sind) nicht durchführen können, jedenfalls nicht nach den wissenschaftlichen Kriterien, die in der Arzneimittelentwicklung gefordert sind. Somit sind die von Ihnen berichteten Erfahrungen für Sie sicherlich bereichernd und auch befriedigend, mich jedoch lassen sie – mit Verlaub – völlig unbeeindruckt (insbesondere der von Ihnen erwähnte Surrogatparameter). Mir lagen PK/PD-Kurven aus Proof of Concept Studien neuentwickelter Wirkstoffe vor, bei denen mit Therapiebeginn eine deutliche Krankheitsremission eintrat – nur um nach Entblindung festzustellen, dass es sich um die Placebogruppe gehandelt hatte. Wenn man so etwas nicht selbst erlebt hat, dann ist der Begriff Placeboeffekt nur eine leere Phrase. Und ich spreche hier nicht von leichten Beschwerden, sondern beispielsweise Erkrankungen des rheumatoiden Formenkreises etc.
      Nicht umsonst fährt Big Pharma eine Heerschar von Biostatistikern auf, um eine Wirksamkeit und/oder Überlegenheit der neuen Therapie gegenüber der etablierten Standardtherapie aufzuzeigen… und eine Entwicklung ggf frühzeitig zu stoppen, wenn diese Wirkung ausbleibt (oder natürlich schwere Nebenwirkungen auftreten). Somit sollten Sie Ihre Aussage, ein Effekt wäre glasklar, weit jenseits der Suggestion und dem Placeboeffekt positiv, nochmals überdenken.
      Was ich als Patient wünsche, ist eine Arznei, die schnell und zuverlässig wirkt. Sie soll ein gutes Sicherheitsprofil und einen klinisch relevanten Nutzen haben (was aber auch bedeutet, dass wir 30 – 40% unseres Altlast-Arzneimittelbestandes in die Tonne kloppen müssten). Bis auf den Punkt „gutes Sicherheitsprofil“, und dies nur bei Potenzen ab ca. D6, sehe ich hier aber keinen Anhaltspunkt bei Homöopathika.

      Viele Grüße,
      MK

    • Jochen Machatschke sagt:

      Ich kann mir unter „weit jenseits der Suggestion und des Placeboeffektes“ einfach nichts vorstellen, was meinen Sie damit?

  9. Hümmer sagt:

    Lieber Herr MK, lieber Herr Machatschke, lieber Herr Aust,
    „weit jenseits der Suggestion und der Placeboeffektes“ beschreibt natürlich nur meine subjektiv-euphorisch erlebten Reaktionen beim Patienten, die prompt, zum Teil unerwartet (wie oben erwähnt z.B. erst nach dem 5. Mittel), mit Reaktionen, die ich erhofft aber dem Patienten nicht genannt hatte usw. ablaufen.
    Meine immer wieder auftauchende „Befürchtung der Selbsttäuschung“ würde sich natürlich wünschen, dass sie irgenwann durch fundierte Studien aufgelöst wird. Insofern ist die Analyse der FREI-Studie durch Herrn Aust natürlich enttäuschend und wir von mir nicht mehr als Beispiel einer perfekten Studie für die Homöopathie angeführt werden.
    Für MK:
    Die Anzahl der zirkuliereden epithelantigenpositiven Zellen bei Z.n. MammaCa ist kein Surrogatparameter, denn sie korreliert signifikant mit der Remissionserhaltung bzw. dem Überleben (s. MAINTRAC-Studien durch Prof. Pachmann).

    • MK sagt:

      „…denn sie korreliert signifikant mit der Remissionserhaltung bzw. dem Überleben“
      Und genau das versteht man unter dem Begriff „Surrogatparameter“ .

  10. Norbert Aust Norbert Aust sagt:

    Hallo Herr Hümmer,
    ’subjektiv-euphorisch‘ ist – bei aller Freude, wenn es dem Patienten besser geht – nicht unbedingt die geeignete Herangehensweise an erzielte Ergebnisse, um sie einigermaßen objektiv zu prüfen.

    Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, wie man nach einem Medizinstudium, das bei aller Kritik daran, doch auf wissenschaftlichen Standards beruht, sich der Homöopathie zuwenden kann, um am Ende beides zu praktizieren. Diese beiden Therapien beruhen doch auf Grundannahmen, die sich gegenseitig ausschließen, zumindest nach meinem Verständnis. Entweder es gibt eine vis vitalis, deren Verstimmung zu einer Krankheit führt, oder es gibt Bakterien, Viren und sonstige Ursachen, die auf einem chemisch-physikalischen Weg die Körperfunktionen stören. Wie schafft man es denn, beide Modellvorstellungen gleichzeitig für zutreffend zu halten?

    Sehen Sie, wenn man die bisherige Erkenntnisse der Naturwissenschaften für zutreffend hält – was nichts über deren Vollständigkeit aussagen soll – dann müssen einem doch die offenen Fragen in der Homöopathie ins Auge springen. Das muss doch zu einer sehr kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Beobachtung führen.

    Offene Fragen an die Homöopathie (sicher nicht vollständig):
    – Warum werden die Verunreinigungen der Lösungsmittel nicht mitpotenziert?
    – Warum werden beim Potenzieren nur die aus Sicht des Menschen positiven Eigenschaften verstärkt, die negativen aber nicht (Giftigkeit beispielsweise)?
    – Wie erfolgt die Weitergabe der Wirksamkeit von Potenz zu Potenz, wenn die Urtinktur nicht mehr vorhanden ist?
    – Wie erfolgt beim Potenzieren überhaupt die Verstärkung der Wirkung?
    – Wie wird diese Wirksamkeit dann im trockenen Globulum gespeichert?
    – Wie wird die Wirksamkeit aus dem Globulum herausgelöst und im Körper transportiert?
    – Wie findet die Heilkraft im gesunden Körper die Stelle, an der sie bei einem Kranken wirken wird?
    – Wie kommt die heilende Wirkung überhaupt zustande?
    – Wie unterscheidet sich diese Wirkung zwischen gesunden und kranken Zellen?
    – Warum werden bei gesunden Menschen Symptome hervorgerufen, bei Kranken aber nicht?
    – Wenn die Wirkung der homöopathischen Medikamenten so hoch-individuell ist, wieso können dann die Symptome x-beliebiger Prüfer die zu erwartende Wirkung anzeigen?

    Für alle diese Fragen gibt es keine passenden Antworten, die mit der Physik im Einklang wären. Und wenn auch nur eine der mit diesen Fragen umrissenen Funktionen und Mechanismen nicht existiert, dann kann Homöopathie nicht funktionieren oder zumindest sind die Arbeitsgrundlagen obsolet. Ich halte es für extrem unwahrscheinlich, dass es für alle diese Fragen eine befriedigende Erklärung gibt, daher halte ich es für extrem unwahrscheinlich, dass im Rahmen einer Therapie diese Mittel zielgerichtet und erfolgreich eingesetzt werden können.

    Dem gegenüber stehen Ihre Beobachtungen und die Tatsache, dass die von Ihnen angenommene Kausalität sich nur auf die zeitliche Abfolge von Mitteleinnahme und Änderung des Befindens abstützt. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Ihre Beobachtungen auf andere Ursachen zurückführen lassen, halte ich für recht hoch.

    Natürlich können Sie in Ihrer Praxis keine Studien durchführen. Aber Sie könnten sich sicher eine Statistik aufbauen. Nicht im Rückblick, das geht schief, da spielt einem das eigene Gedächtnis einen Streich, indem es sich vorrangig an die Erfolge erinnert und die Misserfolge vergisst. Aber Sie könnten ja von jetzt an bei Neupatienten aufzeichnen:

    – Befund
    – Vor Behandlungsbeginn: Was soll die Behandlung erreichen, möglichst konkret?
    – Nach der Behandlung: Wurde das Ziel erreicht, wenn ja, in welcher Zeit?

    Nach einem Jahr hätten Sie – wenn Sie ehrlich zu sich sind – eine Datenbasis Ihren Erfolg zu beurteilen. Wenn man dann für den einen oder anderen Befund irgendwo Vergleichszahlen findet, dann könnten Sie auch feststellen, ob Ihre Behandlung möglicherweise auch die Ursache dafür war.

  11. Ute Parsch sagt:

    Hallo Herr Hümmer,

    ich wollte Sie keineswegs mit einer „Verschwörungstheorie“ überrumpeln, habe ich doch nicht unbekannte „Sie“ als Täter vermutet, sondern eigentlich ganz konkrete Aussagen gemacht. Auch habe ich die gesellschaftlichen Schäden beschrieben, die eben entstehen, wenn genau das passiert, was Sie nun ebenfalls als gewohnteres Bild einräumen, nämlich dass „aus der Ecke der Homöopathie-Anhänger Verschwörungstheorien in Richtung Pharmaindustrie gebrüllt“ werden.
    Ergänzen möchte ich: Nicht nur in Richtung Pharmaindustrie, sondern gegen Medizin und Naturwissenschaft, naturwissenschaftlicher Erkenntnis, rationalem Hinterfragen und kritischem Denken ganz allgemein.

    Glauben Sie wirklich, dass ein aktives Verbreiten dieser Verschwörungstheorien zum Zwecke der Immunisierung der Homöopathie gegen Kritik keine gesellschaftlichen Auswirkungen hat?

    Vielleicht finden Sie ja noch Gelegenheit, wenn Sie Ihre erste Überraschung überwunden haben, auf meine konkreten Aussagen auch eine sachliche Antwort zu geben.

    Ergänzend zu den anderen Repliken möchte ich aber noch auf folgende offensichtliche Fehlerquellen in Ihren Überlegungen hinweisen:

    Mehrmals weisen Sie darauf hin, dass ein großer Teil Ihrer Patienten nach erfolgloser medizinischer Behandlung zu Ihnen kommt.
    Egal, was Sie nun konkret daraus folgern wollen (eine Schwäche der Medizin oder eine spezifische Wirksamkeit der Homöopathika), beides ist nicht gerechtfertigt: Es ist vielmehr vollkommen logisch, dass der größte Teil der Patienten, der zu Ihnen kommt, vorher medizinisch relativ erfolglos behandelt wurde. Warum? Wenn diese Patienten bereits erfolgreich behandelt worden wären, würden sie ja nicht mehr zu einem weiteren Therapeuten gehen müssen.

    Das heißt also, dass Sie zwangsweise ein Zerrbild der Effektivität der Medizin sehen. Sie sehen immer und ausschließlich als Homöopath nur die Patienten, bei denen die Behandlung bislang keinen Erfolg zeigte. Es ist also unvermeidbar, dass bei Ihnen mit der Zeit der subjektive Eindruck schädlicher oder zumindest nicht hinreichend wirksamer medizinischer Behandlungen entsteht. Tatsächlich können Sie aber nicht ausschließen, dass Sie nur einen verschwindend kleinen Bruchteil aller Patienten, die die jeweiligen Beschwerden hatten, überhaupt je zu Gesicht bekommen. Das heiß also allein von daher fehlt Ihnen der statistische Überblick.

    Nun weisen Sie außerdem mehrmals darauf hin, dass Sie gerade erstaunt, wenn eine Besserung erst nach dem 3., 4. oder 5. Mittel eintritt. Doch aus daraus ist keineswegs zu folgern, dass nun diese Besserung durch das zuletzt gegebene Mittel verursacht wurde. Denn dasselbe beobachten Sie auch dann, wenn eine Genesung auf Grund des natürlichen (aber durch das Mittel vollkommen unbeeinflussten) Krankheitsverlaufes eingetreten wäre: Wenn die Krankheit grundsätzlich irgendwann von selbst ausheilt, Sie aber ein Mittel nach dem anderen durchtesten, so gibt es notgedrungen ein „letztes“, das zu dem Zeitpunkt der Besserung gegeben wird. Dass es dieses Mittel war, ist dann Zufall – dass es irgendein Mittel erwischt, ist aber unausweichlich.
    Neben dem natürlichen Krankheitsverlauf kann es auch einfach nur sein, dass der Patient die medizinische Therapie zu früh abbrach oder zu früh noch weitere Verfahren zusätzlich ausprobieren wollte. Es gibt durchaus ungeduldige Patienten… Gerade wenn parallel noch weitere Maßnahmen ergriffen wurden (die Ihnen, wenn Sie ausschließlich als Homöopath konsultiert wurden noch nicht einmal bekannt sein müssen), ist eine Besserung keineswegs ein Hinwes darauf, dass die Besserung gerade durch die Globuli eintrat.

    Und zu guter Letzt darf man auch die ausführlichen Anamnesegespräche nicht unterschätzen, die auf den Patienten wie eine „Minipsychoanalyse“ wirken können. Besonders bei chronischen Krankheiten können diese dem Patienten helfen, die Krankheit anzunehmen, loszulassen und dadurch das Leiden weniger in den Lebensfocus zu stellen. Allein das kann zu einer gewaltigen Linderung des subjektiv empfundenen Leidensdruckes führen, ohne dass die Globuli selbst den geringsten Anteil daran hätten.

    Zu dem von Dr. Aust gemachten Vorschlag einer sauberen Statistik in Ihrer Praxis möchte ich nur anmerken, dass man hier streng genommen natürlich bei allen Patienten irgendwann einmal nachfragen müsste, wie es ihnen denn geht: Denn sonst ist unklar, wie Patienten einzubeziehen sind, die irgendwann nicht mehr kommen. Kommen sie nicht mehr, weil es ihnen nun besser geht und sie keinen Arzt mehr brauchen – oder weil sie keinerlei Besserung verspürten und den Arzt wechselten?
    Und zusätzlich sollte man bedenken, dass Ihr auf diese Weise gewonnenes Bild mit Sicherheit immer noch einen positiven Bias enthält: Rechnet Ihnen Ihr Patient nur Ihr persönliches Engagement oder empfindet Dankbarkeit für die viele Zeit, die ausführlichen Gespräche, dann wird er eine Hemmschwelle haben, Ihnen zu sagen, dass es überhaupt nicht besser geworden ist. (Möglicherweise hat er diese Hemmschwelle sogar sich selbst gegenüber wegen des betriebenen Aufwandes). Die Rückmeldungen werden also auch bei mäßigem Erfolg mitunter positiv ausfallen, allein aufgrund der Höflichkeit.

    Und zuletzt noch der Hinweis: Wenn Sie schreiben: „Meine immer wieder auftauchende “Befürchtung der Selbsttäuschung” würde sich natürlich wünschen, dass sie irgendwann durch fundierte Studien aufgelöst wird.“
    Dann müsste sich „Ihre Befürchtung der Selbsttäuschung” aber auch wünschen, dass sich nahezu unser gesamtes gesichertes naturwissenschaftliches Wissen in Physik, Chemie und Biologie als falsch oder gröbst unvollständig erweist. Denn genau das ist der Fall, wenn Stoffe in kompletter Abwesenheit spezifisch wirken können.

    Grüße

  12. Hümmer sagt:

    Puuhh, lieber Herr Aust,
    Sie wollen es wirklich wissen! Und da ich spüre, dass Sie insgeheim von der Homöopathie fasziniert sind, das ganze aber mit Ihrem rationalen Verstand nicht in Einklang bringen können (was meinem Vater als Physiker mit der Gabe zum Rutengehen genauso ging), hier die Hausaufgaben!
    Nach Studium und während der klinischen Ausbildung wurde mir immer bewußter, dass die Hochschulmedizin mit Ausnahme der Chirurgie NICHTS HEILT, sondern nur substituiert und supprimiert ( was im Notfall sehr segensreich ist).
    Da beginnen sie dann, wenn sie einen kritischen Geist besitzen, zu suchen, ob es nicht noch ein anderes Prinzip der Heilung gibt. Und finden vielleicht die Akupunktur, Phytotherapie oder eben die Homöopathie.
    Und sehen, dass sich die beiden keinesfalls ausschließen sondern bestens kombinieren lassen, auch wenn die verschiedenen Ansätze einen enormen geistigen Spagat erfordern.
    Beispiel:
    Ein Patient kommt mit einer akuten Streptokokken-Angina. Sie geben natürlich reflexartig ein Antibiotikum, um ein Streuen der Erreger zu vermeiden.
    Sie ahnen aber auch, dass der Patient bald wiederkommen wird mit exakt den selbigen Beschwerden! Und nach dem 3. Antibiotikum erkennen Sie, dass sie jetzt irgendwann etwas für sein Immunsystem und den Ort seiner Auswirkungen-nämlich die Schleimhäute mit Ihrer Empfänglichkeit für Streptokokken (Terrain!)- tun müssen! Und dann beginnt erst die wirkliche Arbeit….
    Zur Wirkung der homöopathischen Mittel:
    ICH WEISS ES NICHT!
    Nur, die Potenzierung scheint garnicht das wesentliche zu sein, vielmehr scheint das Ähnlichkeitsprinzip entscheidend zu sein!
    Zum Abschluß: Ihre diversen Kritikpunkte bzgl. Arzneimittelprüfung etc. sind leider allzu berechtigt und habe ich in diversen Veröffentlichungen schon aufgeführt….

    • Jochen Machatschke sagt:

      Ihrer Ansicht nach ist das Einsatzgebiet der „Hochschulmedizin“ (wie Sie es nennen) auf die Symptombekämpfung bzw -unterdrückung (als ITIL ausgebildeter Techniker würde ich das Incident-Management nennen) beschränkt während dessen die tatsächlich dahinter liegende Ursache (ITIL: Problem-Management) nur mit „alternativen Heilmethoden“ behandelt werden kann. Ist das so korrekt? Wenn ja, möchte ich nicht an so einen Arzt geraten.

      Sie beobachten also, dass es Ihren Patienten nach ihrer Behandlung besser geht, das ist schön. Ich glaube auch nicht, dass das jemand hier in Frage stellt. Die Frage ist, *warum* es den Patienten besser geht und welche Implikationen es hat, sich auf die so gemachten „Erfahrungen“ zu verlassen. Ich habe auch schon Beobachtungen gemacht: ich habe Elefanten von einer Bühne verschwinden sehen. Vor meinen Augen. „Aus Echt“ würden meine Kinder sagen. Nun glaubt ein Teil des Publikums, dass es eine gut gemachte Show ist, bei der mit z.B. Hilfe von Beleuchtungstricks, Ablenkungsmanövern und evtl. starken Hebebühnen die Illusion eines verschwindenden Elefanten erzeugt wird. Alles im Einklang mit physikalischen Gesetzen aber trotzdem beeindruckend. Ein Teil besteht aber darauf, das der Elefant von Ausserirdischen entführt wurde. Es gibt weder Anhaltspunkte für diese Annahme, noch ist sie in irgendeiner Weise physikalisch denkbar. Die Gruppe insistiert aber darauf, und wird der anderen Gruppe vor ignorant zu sein und immer die selben Argumente vorzubringen. Wieso diskutieren erwachsene Menschen darüber, ob Naturgesetze gelten oder nicht? Wenn nicht, Herr Richter, dann habe nicht ich den Mann erschossen, sondern der Geist, der durch die Wand kam und wieder verschwand – beweisen Sie mir das Gegenteil. Es tut mir leid, ich kann mich dieser Denkweise nicht anschliessen.

      • Jochen Machatschke sagt:

        Zu kritischen Geist: Es ist lobenswert und Kernelement des „Schaffens neuen Wissens“, Beobachtungen zu machen. Diese unterliegen aber immer bestimmten Randbedingungen und persönlichen, subjektiven Eindrücken. Deshalb wurden im Laufe der Zeit Ideen entwickelt, die diese Einflüsse weitestgehend ausschalten sollen. Die Ergebnisse werden somit für Dritte nachvollziehbar, wiederholbar, belastbar. Wenn ich das ignoriere und einfach wieder nur beobachte, ist das eben *nicht* kritisch sondern ein Rückschritt. Ich kann mich auf die so gemachten „Erkenntnisse“ nicht verlassen und laufe Gefahr, ernsthafte Fehler zu machen. Ich schaffe so kein Wissen, sondern Vermutungen.

    • MK sagt:

      Hallo Herr Hümmer,
      dass die Hochschulmedizin nichts heilt, sondern nur substituiert und supprimiert (mit Hervorhebung des „nichts heilt“) ist eine interessante Behauptung. Ihrem Duktus nach also wieder eine schlechte Eigenschaft der wissenschaftlichen Medizin.
      Zunächst gebe ich Ihnen Recht, dass –und ich bleibe bei meinem Fachgebiet – mit beispielsweise pharmakologischen Ansätzen hauptsächlich substituiert und supprimiert wird.* Allerdings mit großartigen Erfolgen; diese doch nicht ganz unbedeutende Tatsache ging in Ihrer Darstellung ein wenig unter. Und dies bezieht sich beileibe nicht nur auf Notfälle.
      Sie Substitution von z.B. unterschiedlichsten Hormonen und Enzymen, die Suppression von Schmerzen, Entzündungsreaktionen, Krampfanfällen, Blutzuckerentgleisungen, von Atemnot bei Asthma oder COPD, von Viruslast bei HIV, des Immunsystems zur Verhinderung von Organabstoßungen (die Liste könnte seitenweise fortgesetzt werden) ist eine Errungenschaft der modernen und wissenschaftlichen Forschung und nichts weniger als ein Segen für die betroffenen Patienten. Auch kann eine zeitweilige Suppression von Symptomen den natürlichen Heilungsprozess fördern oder einfach auch nur erträglicher machen. Dass man durch eine pharmakologische Intervention ein medizinisches Problem auch kausal beseitigen kann (also heilen kann), zeigt die u.a. Lysetherapie, die Behandlung bestimmter onkologischer Erkrankungen, diverse Antidot-Therapien bei Vergiftungen und – ausgerechnet – die antivirale und antibiotische Therapie. Die Homöopathie hat hier nichts, aber auch gar nichts Vergleichbares zu bieten.
      Sie erwähnen die Antibiotikatherapie in Ihrem Beispiel – aber gerade hier wird doch die Ursache der Erkrankung angegangen und der Patient geheilt, bzw. in einen Zustand versetzt, der seinem Organismus erlaubt, sich zu regenerieren. Wenn Sie regelmäßig zwei bis drei Antibiotika für die Behandlung einer bakteriellen Infektion benötigen (und offensichtlich ja auch schon mit der Erwartung therapieren, dass der Patient demnächst mit der gleichen Problematik wieder vorstellig wird), dann muss ich Ihnen leider die Fähigkeit absprechen, das richtige AB zu verschreiben, die richtige Dosis , und die richtige Dauer der Anwendung festzulegen. Selbstverständlich kann man mit der Problematik hartnäckiger und resistenter Keime konfrontiert werden, dies ist aber nicht die Regel. Wenn die Erfolglosigkeit einer konventionellen medizinischen Intervention aber zu der Anwendung sinnfreier Therapien, wie der Homöopathie führt, dann halte ich dies für grob fahrlässig (natürlich in Abhängigkeit des Schweregrades der Erkrankung), mindestens aber für unfair dem Patienten gegenüber.
      Den Ansatz, das Immunsystem zu stärken, höre ich von Seiten alternativmedizinischer Ärzte aber auch medizinischen Laien, wie Heilpraktikern immer wieder, vor allem den Begriff der „Immunmodulation“ (was auch immer er bedeuten soll). Natürlich gibt es Wirkstoffe, die auf das Immunsystem einwirken – allerdings mit einer Qualität, die Ihren Einsatz nur bei schweren und schwersten Erkrankungen erlauben. Alle anderen Mittelchen aus der Phyto-Apotheke (beisplw. Echinacea), die durch geschicktes Marketing der Hersteller den Ruf erworben haben, das Immunsystem zu stärken, sind völlig wirkungslos. Was es überhaupt bedeuten soll, das Immunsystem zu stärken, bleibt nebulös.
      Herr Hümmer, so nett es war, Ihre Ausführungen zu lesen, sie unterscheiden sich nicht wirklich von denen anderer homöopathischer Ärzte oder Heilpraktiker, mit denen ich ins Gespräch kam. Es kommen keine substanziellen Argumente, die Ihre Anwendung von Homöopathie stützen würden – und ich bezweifle mittlerweile, dass ich jemals welche hören/lesen werde. Sie erwähnen neben der Homöopathie natürlich die Akupunktur, Phytotherapie (die bei einem Wirkungsnachweis ganz schnell zur konventionellen Medizin wird) und zu allem Überfluss auch noch das Wünschelrutengehen. Dies dokumentiert leider auch eine gewisse Uninformiertheit zur Datenlage dieser Methoden.
      Beste Grüße, MK

      *im weiteren Sinn – wobei ich mir gerade nicht sicher bin, ob wir diese Begriffe auch im gleichen Sinne gebrauchen

  13. Norbert Aust Norbert Aust sagt:

    Autschn!

    Herr Hümmer, der ging aufs Auge.

    Okay, eine gewisse Faszination spüre ich schon – aber nicht für die Homöopathie als eine Heilslehre, sondern als Beispiel für ein gelungenes Marketing, ansonsten gebildeten Leuten wirkungslosen Zucker als Medikament zu verkaufen – und auch eine Faszination für die Wahrnehmungstäuschungen, die involviert sein müssen, dies auch noch zu glauben und zu bestätigen.

    Ihrem Vater hätte man wahrscheinlich helfen können, wenn man einen aussagekräftigen verblindeten Versuch mit ihm durchgeführt hätte. Zumindest ist dies die Schlussfolgerung, die sich aus den bisherigen Ergebnissen der PSI-Tage der GWUP ergibt. Für den Anfang vielleicht dieser Link: https://www.youtube.com/watch?v=ZY0NcLEl4Mw

    > sich die beiden keinesfalls ausschließen sondern bestens kombinieren lassen, auch wenn die verschiedenen Ansätze einen enormen geistigen Spagat erfordern

    So kann man es auch nennen, wenn man sich widersprechende Weltbilder passend macht, damit man sie zwängungsfrei in ein einziges Gedenkengebäude einbauen kann. Die Erde wurde vor rund 6000 Jahren in sechs Tagen erschaffen aber es gibt Fossilien, die sind hunderte von Millionen Jahre alt. Zu einer rationalen Vorgehensweise gehört auch, Widersprüche als solche zu erkennen und die Konsequenzen daraus zu ziehen, nämlich die Informationen zu prüfen und die unzutreffenden zu eliminieren. Nur einzelne Aspekte aus den widersprüchlichen Sichtweisen zu kombinieren und irgendwie zu lernen, den Rest via geistiger Klimmzüge zu ignorieren, kann nicht zu einer einigermaßen zutreffenden Erkenntnis führen.

    > Ein Patient kommt mit einer akuten Streptokokken-Angina. Sie geben natürlich reflexartig ein Antibiotikum, um ein Streuen der Erreger zu vermeiden.(…) Und nach dem 3. Antibiotikum erkennen Sie..

    Ich bin kein Arzt, um beurteilen zu können, ob das in der konventionellen Medizin die angemessene Vorgehensweise ist. Aber das, was Sie da beschreiben, klingt nach einem Vorgehen, wie man es der konventionellen Medizin immer wieder vorwirft: Kurzdiagnostik (Sie haben Reflex gesagt, nicht ich), rumprobieren und den Patienten mit immer neuen Mitteln – auch noch Antibiotika obendrein – nach Hause zu schicken. Ich kann auch nicht beurteilen, welche Resistenzen dies in den Bakterienstämmen so erzeugt.

    > etwas für sein Immunsystem und den Ort seiner Auswirkungen (…) tun müssen!

    Hätte man das nicht konventionell-medizinisch auch schon früher tun können oder müssen?

    Gut, ich bin kein Mediziner, daher kann das, was ich jetzt schreibe, auch danebenliegen. Es wird aber als Denkanstoß sicher reichen: Nach dem dritten Antibiotikum haben Sie mit (in meinen Augen) unwirksamen Methoden begonnen, etwas zu tun, mit dem Ziel, das Immunsystem zu stärken. Das tun Sie, ohne ein Maß dafür zu haben, woran Sie erkennen können, ob das Immunsystem auch tatsächlich gestärkt worden ist. Irgendwann haben die Antibiotika ihren Job getan – oder Mutter Natur – das Ergebnis beziehen Sie jedoch auf die Einnahme der Homöopathika – ohne sich zu vergewissern, ob das Immunsystem jetzt auch gestärkt ist. Sie haben einen Maßstab – die Änderung der Symptomatik des Patienten – den Sie nach Belieben der einen oder anderen Therapie zuordnen können. Da Sie die ‚Stärke des Immunsystems‘ nicht messen, beruht diese Zuordnung einzig und alleine auf Ihrem Gefühl.

    Wie gesagt, da beginnt das für mich neu entdeckte Faszinosum – nämlich die Mechanismen, die kognitive Irrtümer oder Fehlschlüsse verursachen. Diesen letzten Satz meine ich nicht abwertend. Gerade wenn man sich mit diesen Themen beschäftigt – und über ein klein wenig Eigenreflexion verfügt – fragt man sich wirklich, wie zuverlässig und zutreffend das eigene Weltbild ist.

  14. Rolf Wagels sagt:

    Moin
    Wie so oft bewundere ich die Geduld und die Genauigkeit, mit der hier gearbeitet wird. Weiter so und vielen Dank!!
    Grüße
    Der Rolf

  15. Hümmer sagt:

    Liebe Frau Parsch, lieber MK, lieber Herr Dr. Aust,
    ein letztes mal möchte ich die Gelegenheit wahrnehmen, im gegnerischen Luftraum mit dem Werbebanner für eine ehrliche, selbstkritische und verantwortungsvolle Homöopathie herumzufliegen, um dann abzudrehen, bevor ich endgültig abgeschossen werde.
    Nur soviel, ich behandle auch als Homöopath immer hochschulmedizinisch ABSOLUT LEITLINIENGERECHT, d.h. zum Beispiel im Falle einer erforderlichen Antibiose nur gemäß Antibiogramm des Rachenabstrichs! Jeder HNO-Arzt wird Ihnen jedoch das Phänomen der mehrfach erforderlichen Antibiose (mangels „Ansprechen“ trotz Berücksichtigung des Antibiogramms oder nach symptomfreiem Intervall!) bestätigen, die Unterstellung einer fehlerhaften Therapie muß ich also schärfstens zurückweisen.
    @MK: Ich muß Ihnen recht geben, dass die supprimierende und substituierende schulmedizinische Therapie nicht nur in Notfällen wichtig ist, sondern generell ein weites segensreiches Feld ist.
    Mit Ihrer Einschätzung, durch die Antibiotikatherapie werde die Ursache der Erkrankung angegangen, liegen sie jedoch definitiv falsch: Es wird lediglich die bakterielle Besiedelung z.B. der Rachenschleimhäute beseitigt, nicht jedoch der mangelhafte Schutz der Schleimhäute vor Besiedelung (z.B. via ausreichender IgA-Antikörperproduktion- um weniger Angriffsfläche (s.o.) zu bieten vermeide ich das Wort Immunsystem). Und diesen Schutz, Herr Aust, können sie durch „konventionelle Medizin“ weder „früher“ noch später irgendwie beeinflussen!
    @Frau Parsch: Natürlich wirkt die homöopathische Anamnese mit ihrer Einlassung und Empathie wie eine „Minipsychoanalyse“, die Parameter, an denen ich den Erfolg einer Mittelgabe ablese, und die ich vor der Gabe festlege (z.T. ohne darüber den Patienten zu informieren), gehen jedoch weit über eine reine Befindensbesserung hinaus. Und sie müssen innerhalb 24 h eintreten, nicht erst „wenn die Krankheit…irgendwann von selbst ausheilt“. Die optimale Reaktion ist zu meinem Leidwesen selten schon mit dem ersten Mittel erzielt……Ich werde daran arbeiten!
    Und Tschüs!
    P.S. zu Risiken und Nebenwirkungen der Homöopathie bleibe ich ansprechbar!

  16. Ute Parsch sagt:

    Herr Hümmer,

    „Und sie müssen innerhalb 24 h eintreten, nicht erst “wenn die Krankheit…irgendwann von selbst ausheilt”. “
    „Die optimale Reaktion ist zu meinem Leidwesen selten schon mit dem ersten Mittel erzielt…“

    Ihnen fällt also wirklich nicht auf, wie sehr sich diese beiden Sätze logisch ergänzen?

    😉

    „Es wird lediglich die bakterielle Besiedelung z.B. der Rachenschleimhäute beseitigt, nicht jedoch der mangelhafte Schutz der Schleimhäute vor Besiedelung“

    Warum Sie allerdings darauf hoffen, diese Anfälligkeit mit einem esoterischen Verfahren besser in den Griff zu bekommen als mit medizinischen Methoden, erklären Sie nicht. Abgesehen davon, dass Ihr Argument natürlich etwas kurz greift: Richtig ist, dass das Antibiotikum zunächst nur die bakterielle Infektion beseitigt. Dass das Eindringen der Bakterien aber die Krankheitsursache ist, wissen Sie dennoch nicht aus der Homöopathie, sondern aufgrund medizinischer Erkenntnisse. Dass unterschiedliche Anfälligkeit für Bakterien und ein angegriffenes Immunsystem, das sich erst wieder erholen muss, auch der Medizin bekannt sind, unterschlagen Sie ebenfalls.

    Da Sie sich nun zurückziehen, darf ich wohl nicht mehr auf eine Antwort hoffen, die so etwas enthält, was ich „Argument“ nennen würde? Aber immerhin nennen Sie es zuletzt ja auch selbst nicht mehr so, sondern „Werbebanner“. Wenn ich Ihre Posts lese, trifft es das deutlich mehr. Aus diesem Grund wirken Ihre Aussagen auch in keiner Weise auf mich überzeugend, im Gegenteil.

    Grüße

  17. Hümmer sagt:

    Liebe Frau Parsch,
    Sie wußten, dass ich als Überzeugungstäter (wie sich auch Herr Aust nennt) nocheinmal an den Tatort zurückkehren würde, um nach dem Rechten zu schauen……
    Wenn Sie Sich intensiver mit dem Wesen der Homöopathie beschäftigt hätten, wüßten Sie , dass es ein Herantasten an das Simillimum ist und kein ehrlicher Homöopath behaupten wird, das passenste Mittel immer im ersten Anlauf zu erkennen. Wenn das Mittel aber stimmt, ist die gewünschte Reaktion glasklar innerhalb von 24 h ablesbar!

    Auch das „Eindringen der Bakterien“ ist NICHT die URSACHE der Erkrankung, sondern nur FOLGE der mangelhaften Schleimhautbarrierefunktion! Und ich betone nocheinmal: Für die URSACHEN der Erkrankungen hat die konventionelle Medizin KEINERLEI MITTEL parat!
    Ihr Kämpfer gegen die „esoterischen Verfahren“ solltet selbst zumindest die grundlegenden medizinische Erkenntnisse der Physiologie besitzen, um Ursachen und Folgen einer Erkrankung nicht durcheinanderzubringen!
    Dies ist jetzt kein Werbebanner, sondern Aufräumen am Tatort und Hinterlassen der wiederholt geforderten Argumente!
    Aber die „Täterschaft“ steht ja ohnehin von vornherein unverrückbar fest……

    • MK sagt:

      Herr Hummer,
      zunächst auch von mir eine gewisse Anerkennung, dass Sie sich der Diskussion hier stellen, stehen Sie doch so ziemlich alleine da. Ich kenne dieses Gefühl, es beschlich mich regelmäßig, wenn ich auf Homöopathie-freundlichen Seiten schrieb. Allerdings habe ich auch dort nie überzeugende Argumente zu lesen bekommen. Auch Sie hinterlassen keine überzeugenden Argumente, und es gibt keinen Grund einen wie auch immer gearteten Tatort aufzuräumen. Und das mit der Täterschaft vergessen wir mal gleich. Ihr Argument, die Diskutanten verfügten über keine ausreichenden Kenntnisse der Physiologie/Pathophysiologie greift nicht, da Sie einfach nur von anderen Grundannahmen ausgehen.
      Natürlich kann ich mich auf den Standpunkt begeben, dass ein gewisses immunologisches Unvermögen der Schleimhautbarriere, Pathogene vom Körper fernzuhalten (und IgA ist ja hier nur einer von vielen Mechanismen), die Ursache einer Erkrankung ist. Dass sich der Organismus Mensch nicht in völligem Einklang mit seiner Umwelt befindet, die Homöostase gestört ist etc. pp. Man kann auch behaupten, dass ein Antibiotikum, – mykotikum auch nur wieder supprimiert – und zwar die Zahl der Bakterien/Pilze etc. Fakt ist, dass ich aber mit der richtigen Antibiose dieses Gleichgewicht durch Beseitigung des Pathogens wieder herstellen kann. Dass sich der Körper danach, wenn Sie so wollen, selber heilt, das ist allgemein bekannt, macht diese Therapie aber nicht weniger notwendig und wertvoll. Und, bitte, dass ein immunsupprimierter Organismus empfänglicher für eine Infektion ist, das ist nun wirklich trivial. Sie setzen jedenfalls an einer Ebene an, die für eine praktische Therapie völlig irrelevant ist. Spinnt man Ihren Gedankengang konsequent weiter (die gestörte Schleimhautbarriere ist die Ursache, Bakterien die Folge, kein konventionelles Mittel hilft), dann bedeutet dies, dass man einen Patienten schon behandeln müsste, bevor er irgendwelche Symptome zeigt, schlichtweg um die Ursache (in Ihrem Sinne) zu beseitigen. Dieser Ansatz wird lediglich bei speziellen Risikopatienten verfolgt, z.B. mit einer Antibiose – und offensichtlich von Ihresgleichen mit Homöopathika (wenn ich Sie recht verstanden habe). Da ich aber keinen Hinweis auf eine irgendwie geartete Wirksamkeit für Homöopathika finde, erachte ich das momentan in der konventionellen Medizin verfolgte Konzept, nur wirklich Kranke pharmakologisch zu behandeln, überzeugender. In letzter Konsequenz könnte man nun auch sagen, die Ursache für die Erkrankung ist die bloße Exposition gegenüber dem Pathogen, und Expositionsvermeidung beherzigt man ja mittlerweile schon; vielleicht ist das ja auch der wahre Schlüssel zum Erfolg bei dem einen oder anderen Ihrer Patienten. Die rezidivierende Angina brauche ich dank des Beitrags von Herrn Vahle nicht mehr kommentieren – hier ist alles gesagt.
      Eine Erkrankung ist in seiner Gesamtheit natürlich ein multifaktorielles Ereignis, schlichtweg durch das Zusammenspiel vieler (patho-)physiologischer Mechanismen. Dennoch bleibt natürlich das Bakterium Ursache für die spezifische Symptomatik einer Lungenentzündung oder einer Meningokokken-Meningitis, bleibt das Virus Ursache für die Hepatitis B, bleibt Plasmodium Ursache für Malaria etc.; dass einen Schritt davor natürlich immer eine Infektion steht, die wiederum einen Schritt davor AUCH aus einer reduzierten Immunlage des Patienten resultieren kann (aber auch andere Gründe haben kann), ist klar. Aber dieses Herunterbrechen auf die prima causa hilft mir nicht, auch wenn Sie behaupten, hier homöopathisch Einfluss nehmen zu können. Wie lässt sich Ihr Konzept beispielsweise auf die Bilharziose anwenden? Was wäre hier die Ursache? Ist z.B. Praziquantel auch wieder nur ein Wirkstoff der supprimiert?

      Grüße + schönes WE, MK

  18. Norbert Aust Norbert Aust sagt:

    Hallo Herr Hümmer,

    sollten Sie doch noch einmal an den Tatort zurückkehren, dann würde ich mich freuen, wenn Sie dieses hier auch lesen.

    Sie hatten sich – und das verdient Respekt – in dieser Runde als Homöopath geoutet und wir haben, denke ich, alle ganz sachlich diskutiert – ohne in die sonst übliche Diskussionsrhetorik zu rutschen, die sonst zu diesem Thema zu gehören scheint. Freut mich sehr.

    Wir müssen aber auch sehen, dass zwischen unseren Arten, die Welt zu betrachten und unsere Lehren daraus zu ziehen, tiefe und weite Abgründe liegen. Sie sind von der Ausbildung her ein von der Wissenschaft geprägter Mann, scheinen aber nicht Willens zu sein, aus den Widersprüchen, die Sie ja erkennen, die naheliegenden Schlussfolgerungen zu ziehen. Sie bewerten das, was Sie mit der Homöopathie erleben, ganz offensichtlich völlig anders, als man das als Wissenschaftler tun würde.

    Es sieht ganz danach aus, dass Sie schlicht und einfach von der Homöopathie überzeugt sind – und dann werden auch die Beobachtungen passend interpretiert, ohne dass sie das weiter hinterfragen. ‚Woher weiss ich das?‘ ‚Kann das so sein?‘ ‚Könnte es auch ganz anders sein?‘ Dass wären die Fragestellungen, denen man folgen würde, spätestens, wenn man auf Widersprüche stößt. Sie wären es Ihren Patienten schuldig, denn Sie wollen ja bestimmt Erfahrungen sammeln und nicht bei jedem Patienten immer wieder von vorne anfangen, sondern vielleicht auf frühere Erkenntnisse aufbauen.

    Weiterhin haben Sie sich ein passendes kuscheliges Nest gebaut, das Ihnen gestattet, sich als ‚Häretiker‘ zu sehen, wenn es gerade passt, oder auch als glühender Verfechter der Homöopathie wenn diese Rolle gerade passend erscheint. Ein Häretiker ist nach Definition jemand, der eine andere als die offizielle Lehre vertritt.

    Welche Lehre vertreten Sie denn?

    Aus meiner Sicht keine. Auf meine Fragen zu den Widersprüchen der Homöopathie antworten Sie, Sie würden zumindest einen Teil auch so sehen. Auch die Analyse der Frei-Studie sehen Sie zumindest zum Teil so wie ich. Zuletzt schreiben Sie ‚Wenn Sie sich näher mit dem Wesen der Homöopathie beschäftigt hätten…‘. Ja was ist denn das Wesen der Homöopathie? Welche Sammlung an Versatzstücken haben Sie sich denn zur passenden Verwendung zusammengebastelt? Für welche Art oder welche Inhalte der Homöopathie stehen Sie denn?

    Die Arzneimittelprüfung erregt Ihre Kritik. Die Potenzierung scheint Ihnen nicht so wichtig. Das Ähnlichkeitsprinzip? Woher wissen Sie denn um die Homöopathika, die bei Einnahme durch Gesunde einen Mangel an IgA Antikörpern hervorrufen? In welchem Repertorium steht das denn geschrieben? Wäre interessant zu wissen, wie sie das Mittel herausfinden, das die Schleimhautbarrierefunktion verstärkt. Das ist ja wohl doch aus Ihrem Vorwurf herauszulesen, dass die konventionelle Medizin keine Mittel dafür hat, aber in der Homöpathie dies kein Problem ist.

    Das ist der Punkt, weshalb hier geschrieben wurde, dass Sie eigentlich Argumente schuldig geblieben sind. Im Endeffekt haben wir Ihnen unsere Argumente dargelegt – aber Sie haben nicht dargelegt, was denn an diesen Argumenten nicht stimmt. Sie haben noch nicht einmal beschrieben, was die Grundsätze Ihrer Überzeugung zur Homöopathie sind. Alles ist weich und unverbindlich geblieben, ein paar Verweise auf erfolgreiche Behandlungen – und das wars.

    Sie haben natürlich Recht, ich habe nicht die leiseste Spur einer Ahnung von Physiologie, da sind Sie im Vorteil. Aber, wenn Sie diese Kenntnisse anwenden würden – wie könnten Sie dann glauben, dass ein im Arzneimittel nicht mehr vorhandener Wirkstoff irgendeine physiologische Wirkung entfaltet? Auch hier bedienen Sie sich nur passender Versatzstücke, wie bei der Homöopathie auch, die Ihnen gerade nützlich sein könnten. Wenn dies im Widerspruch zu anderen Aussagen von Ihnen steht? Kein Problem, ein geistiger Spagat, und schon geht das klar. Wissen Sie, das macht eine zielgerichtete Diskussion etwas schwierig.

    Jetzt aber mal etwas zur Logik, für die man keine physiologischen Kenntnisse braucht:

    Worauf beruhen Ihre Erfolge mit der Homöopathie?

    > dass es ein Herantasten an das Simillimum ist und kein ehrlicher Homöopath behaupten wird, das passenste Mittel immer im ersten Anlauf zu erkennen. Wenn das Mittel aber stimmt, ist die gewünschte Reaktion glasklar innerhalb von 24 h ablesbar!

    Genau. Solange herumprobieren, den Patienten damit bei Laune halten, bis sich eine Verbesserung einstellt – und dann das Mittel, das man zuletzt gegeben hat, als das Simillimum bezeichnen, das den Erfolg herbeigeführt hat. Post hoc ergo propter hoc. Blieb der Erfolg aus – na das braucht man in einer Diskussion ja nicht zu zitieren. Wie könen Sie diese zugegeben provokante – aber aus meiner Sicht naheliegende – Erklärung Ihrer Heilerfolge mit der Homöopagthie entkräften? Wie wollen sie mich überzeugen, dass ein nicht verabreichter Wirkstoff wirkt? Was ist Ihr Arkanum der Homöopathie?

    Also, Herr Hümmer, wie gesagt, ich finde es bewundernswert, dass Sie sich hier der Diskussion gestellt haben und in diesem Umfeld Flagge gezeigt haben. Das machen nicht allzu Viele. Ich hoffe auch, dass Sie diese Diskussion vielleicht als durchaus engagiert empfunden haben, aber nicht als auf die Person gerichtet.

    Aber Sie lassen zumindest mich etwas ratlos zurück. Denn dass diese Diskussion zu keinem Ergebnis geführt hat, lag nicht an guten und stichhaltigen Argumenten Ihrerseits, die zu einer Patt-Situation geführt hätten, sondern daran, dass Sie sich eigentlich der Argumentation entzogen haben, indem Sie nach Belieben zwischen den verschiedenen sich eigentlich gegenseitig ausschließenden Lehren hin und her gehüpft sind.

    Vielleicht beim nächsten Mal….

  19. Lieber Herr Aust,

    vielen Dank für diesen Blogbeitrag! Ich bewundere Ihre Geduld und die Sachlichkeit, mit der Sie – und die anderen wissenschaftlich orientierten Diskussionsteilnehmer auch – auf immer wieder vorgebrachte Einlassungen („Argumente“ möchte ich das gar nicht nennen) der Homöopathen eingehen und sie widerlegen.

    Überzeugte Homöopathen wollen und werden sich ihren Irrtum nicht korrigieren lassen. Aber vielleicht sind ja auch unvoreingenommene Leser auf dieser Seite; sie können sich sehr gut ein Bild machen, was der Unterschied ist zwischen „Wissenschaft“ und „Pseudowissenschaft“.

    Ein wenig von meinem eigenen „Senf“ möchte ich auch noch beisteuern, als Erläuterung für die eben genannte Gruppe der unvoreingenommenen und sich auf der Suche befindenden Leser.

    Immer wieder hört man das Argument (so auch von Herrn Hümmer): Man wisse zwar nicht, warum und wie Homöopathie wirke, aber man wisse, dass sie wirke, denn man kenne Leute / habe Patienten, bei denen HM gewirkt habe. Und jetzt kommt mein Satz: Ich habe viele Patienten, bei denen HM nicht gewirkt hat. Sie kommen zu mir und berichten freizügig, dass sich mit den Kügelchen nichts verbessert habe und sie wollen auch keine mehr.

    Und welche Schlüsse kann man jetzt daraus ziehen? Gar keine! Sollte man etwa Strichlisten machen und auszählen, wer von uns – Herr Hümmer oder ich – mehr Patienten hat, die in unser jeweiliges „Weltbild“ passen?

    Sowohl die Homöopathen (vertretungsweise nenne ich Herrn Hümmer) als auch ich (als Vertreter der wissenschaftlichen Medizin) haben ja nur ein eingeschränktes Patientengut. Außerdem sind wir nicht unbefangen. Wir sind beide „Opfer“ des Wunschdenkens. Und wir unterliegen der „selektiven Wahrnehmung“. Herr Hümmer wird sich wohl kaum an eine erfolglose Homöopathie-Therapie erinnern und ich kaum an eine erfolgreiche. Für jeden Therapieversager wird Herr Hümmer eine Erklärung finden (falsches Mittel, falsche Potenz, falsche Anwendung). Und für jeden scheinbaren Therapieerfolg finde ich auch eine Erklärung (Spontanheilung, Placebo-Effekt). Wenn man also wissen will, ob Homöopathika wirken oder nicht, dann muss man das gleiche tun, was man mit allen anderen Medikamenten auch macht: Man muss systematische Untersuchungen – Studien – durchführen und sorgfältig alle störenden Einflüsse eliminieren – zu denen auch das „Subjekt des Untersuchers“ gehört.

    Was zu diesen systematischen Studien gehört und wie man sie sorgfältig vorbereitet (Stichwort „Studiendesign“), ist in diesem Blog mehrfach klar dargelegt worden. Derartige werden aber von den Homöopathen nicht akzeptiert.

    Wenn Herr Hümmer sich als „kritischen Homöopathen“ betrachtet, dann wäre es eigentlich folgerichtig, wenn er sich bei der Regierung (und auch bei der Carstens-Stiftung) dafür einsetzen würde, dass der „Binnenkonsens“ aufgehoben wird und den Homöopathika keine Sonderrechte (eine staatliche Entbindung von der Nachweispflicht von Wirkungen ist schrecklicher als nur ein schlechter Witz!) mehr zugestanden werden. Aber das wird wohl nicht geschehen…

    Noch eine Anmerkung zu dem genannten Beispiel mit den immer wieder auftretenden Anginen, die trotz Antibiotikabehandlung nicht zur dauerhaften Ausheilung kommen: Die HNO-Heilkunde als Fachbereich der wissenschaftliche Hochschulmedizin fordert bei einer chronischen Mandelentzündung nicht die endlose Antibiotikumtherapie! In der Tat kann man mit Antibiotika nur akute Mandelentzündungen behandeln. Bei einer chronischen Mandelentzündung sind die Bakterium tief im Mandelinneren und können von Antibiotika gar nicht erreicht werden. Die empfohlene Behandlung ist dann natürlich die operative Entfernung der Mandeln. – Man kann doch nicht erst die falsche Therapie auswählen und anschließend das Versagen der Therapie zum Anlass nehmen, sich esoterischen Methoden zuzuwenden…

  20. Hümmer sagt:

    Lieber Herr Aust,
    als Rückfalltäter zum Tatort zurückgekehrt, und Ihre Notiz entdeckt!
    Nun ein erneuter Versuch, Indizien=Argumente für meine Unschuld zu hinterlassen!

    Die „tiefen und weiten Abgründe“ der Weltbetrachtung, die sie zu sehen glauben, kann ich einfach nicht wahrnehmen. Hier die konventionelle Medizin mit Suppression und Substitution auf Materie-Ebene mit den SEGENSREICHEN Wirkungen- dort die regulative Therapie vermutlich (ich höre schon wieder den Aufschrei!) auf der Ebene der Genexpression oder der Epigenetik jenseits molekularer Wirkung. Und wer hier immer noch in mittelalterlichem „Erdscheibendenken“ auf den nicht „vorhandenen Wirkstoff“ verweist, der hat noch nicht nicht zur Kenntnis genommen, dass Madame Cyrie´s Hände nicht durch Moleküle verbrannt wurden sondern durch MATERIEFREIE Strahlen! Sie verleugnen doch auch nicht die Wirkung von Kernspintomographie und Stoßwellentherapie, Computer (Programmbefehl) und Sonnenstrahlung!
    Ich frage öfter als sie denken „Woher weiss ich das? Kann das sein? Könnte es auch anders sein?“
    Um meine Position wie gefordert noch etwas zu präzisieren, füge ich jetzt ein Schreiben an den Schriftleiter der AHZ ( Allgemeine homöopathische Zeitschrift) ein, von dem ich erhofft hatte, dass er veröffentlicht würde, was aber aus „unerklärlichen“ Gründen nicht geschah:

    Lieber Herr Kollege Teut,
    Sie „freuen sich über weitere Erklärungshypothesen“- hier die meinige, die, wenn Sie als Diskussionbeitrag Ihre Zustimmung findet, auch gerne zur Veröffentlichung in der AHZ bereitgestellt sei.

    Eine weitere (häretische) Hypothese für fehlende Signifikanz in verblindeten homöopathischen Arzneimittelprüfungen

    Legt man die Hypothese zugrunde, dass die Wirkung höher potenzierter Substanzen über ein (wie auch immer geartetes) Resonanzphänomen zustandekommt, so widersprachen die (unverblindeten) Arzneimittelprüfungen an Gesunden von Anfang an dem Urgedanken des auf einen individuellen Gesamtorganismus bezogenen homöopathischen Simile-Wirkprinzips. Auch sorgfältig durchgeführte verblindete AMPs werden unter dieser Prämisse möglicherweise kein eindeutiges Arzneimittelbild erzeugen können.
    Bei den Prüfern haben wir es (im Idealfall) mit einer Anzahl von Individuen zu tun, die eben nicht auf jeden beliebigen Wirkstoff, der potenziert in einer Verdünnung jenseits der Avogadro´schen Konstante vorliegt, reagieren, da sie nur in einzelfällen (zufällig) der Prüfsubstanz nach dem Simile-Prinzip entsprechen dürften (es sei denn, sie sind vom hysteroid angehauchten Wesen eines Hr. Langhammer, des „berühmten“ Schülers und Prüfers von Hahnemann, der auf verschiedene Prüfsubstanzen mit ähnlichen Symptomen zu reagieren glaubte….).
    Lediglich der gedankliche Ansatz, dass homöopathisch zubereitete Substanzen auf sich ähnelnde Teilbereiche von Individuen einwirken (quasi im Sinne der Organotropie), erlauben meines Erachtens eine eingeschränkte Zulassung der sog. homöopathischen AMP als Instrument zur Charakterisierung der Wirkungen einer Prüfsubstanz.
    Damit aber verlassen wir paradoxerweise das von Hahnemann postulierte, fundamentale Wirkprinzip homöopathisch aufbereiteter Substanzen auf einen Gesamtorganismus.
    Zur Klärung obiger Hypthesen dürften die Arbeiten des MMRH-Projekts und der Arbeitsgruppen um Andre Saine in hervorragender Weise beitragen, indem sie die Arzneimittelprüfungssymptome von klinisch verifizierten bzw. toxikologischen Symptomen zu differenzieren und damit möglicherweise „die Spreu vom Weizen“ (Teut) zu trennen vermögen.
    Aber achtung:
    Es könnte sich zeigen, dass Hahnemanns visionäres Simile-Prinzip zwar revolutionär und segensreich für die Medizin war und ist, die von ihm konzipierte und als Standart propagierte homöopathische Arzneimittelprüfung am Gesunden allerdings durch Suggestiveffekte äußerst fehleranfällig ist und zudem auf einem gedanklichen Fehlschluss basiert.
    Die gläubigen Jünger Hahnemanns mögen mir diese häretischen Gedanken verzeihen!

    Dr. Heinrich Hümmer
    Weinhartstr. 4
    82211 Herrsching

    Ich vertrete als Häretiker also in der Tat eine „andere als die offizielle Lehre“!!!
    Und welche vertrete ich?
    Wie schon mehrfach ausgeführt, eine deutlich „abgespeckte Version“:
    Einzig das Simile-Prinzip (Gleiches möge mit Gleichem geheilt werden) kann meinem kritischen Geist genügen.
    „Solange herumprobieren bis…sich eine Verbesserung einstellt“…..
    Ich kann Ihnen sagen, oft stellt sich KEINERLEI Verbesserung ein und es ist zum Verzeifeln, und oft ist die Verbesserung SOFORT da und ohne Zweifel. Seriöse Homöopathen wie MASI aus Argentinien konzidieren, dass sie nur bei etwa 25% ihrer Patienten das Simillimum gefunden haben, welches zur umfassenden Besserung geführt hat->Aufschrei Nr. 2: „Das ist ja noch unterhalb der Placebo-Rate..“)
    @ Dr. Vahle: Wie können sie wissen, dass sich die Homöopathen im Irrtum befinden (siehe, die Erde ist eine Scheibe)?
    Wie oben schon angedeutet, habe viele Patienten, bei denen die Homöopathie nicht gewirkt hat und die seit fast 30 Jahren allopathische Medikation erhalten. Meine Patientengut ist also „gut gemischt“ und keineswegs einseitig selektiert.
    und zuletzt:
    Warum kommen immer noch so viele Patienten nach „erfolgloser“ 3-facher Antibiose vom HNO-Arzt zu mir- liegt das am Weißwurst-Äquator?
    Und zu Abschluß noch einen Artikel aus der MMW (die sicher nicht im Verdacht steht, homöopathiefreundlich zu sein…)
    http://www.springermedizin.de/obwohl-die-haut-brennt-und-der-eiter-fliesstso-sieht-ein-zufriedener-patient-aus/166502.html
    Der Gesamttext in der MMW Nr.41/2005 lautet:
    „Ein 26-jähriger Patient stellt sich wegen eines Attestes in der Sprechstunde vor. Bei der Untersuchung zeigen sich am gesamten Halsbereich eine hochrote erythematöse Glanzhaut und teilweise mit Schorf belegte Ödeme. Zusätzlich finden sich erhabene, kreisförmig-schuppende Effloreszenzen an Thorax und Extremitäten und zäh-gelbliches Sekret im Bereich der Augenwinkel und in der Ohrmuschel. Insgesamt zeigt sich das Bild einer ausgeprägten Verbrennung II. Grades.
    Nach Angaben des Patienten besteht dieser Befund seit nahezu zwei Tagen, wobei ihm am Vortag noch blasige Veränderungen aufgefallen waren, die zwischenzeitlich jedoch abgeheilt sind. Erst auf Nachfrage gibt der Patient an, sich wegen ungerichteter Ängste und Neurodermitis in homöopathische (!) Behandlung begeben zu haben. Seinen Angaben zufolge sind die entsprechenden Herde nun akut im Rahmen einer homöopathischen Behandlung mit Stramonium C 1000 (Engelstrompete) exazerbiert.
    Er selbst ist mit dem Verlauf hochzufrieden, da dieses Aufflammen als Erstverschlimmerung einer bereits wirkenden Konstitutionstherapie auftrete und Heilung in Aussicht stelle. Ihm gehe es unter dieser Therapie schon wesentlich besser.
    Die Hautersscheinungen waren somit nur ein äußerst beeindruckender Nebenbefund, der tatsächlich innerhalb einer Woche von selbst abheilte.“
    Dr. med Christine Lenz, Ärztin für Allgemeinmedizin, Geretsried
    Zufall? Hysterie? Einzelfall!“Ohne Aussagekraft“!……….

  21. Ute Parsch sagt:

    Herr Hümmer,

    als ich Ihren Satz las, die Wirkung der Homöopathie beruhe Ihrer Meinung nach vermutlich „auf der Ebene der Genexpression oder der Epigenetik“, habe ich mir noch gedacht: Toll, wenigstens haben die Biologen diesmal das Problem und nicht wieder ich als Physiker mit dem üblichen Quantenschwurbel. (Obwohl mich Ihre Vorstellungen, wie schnell der menschliche Körper so eben mal sein Genom umstellt, amüsieren…)

    Ja. Und dann kam Ihr nächster Absatz:

    „Und wer hier immer noch in mittelalterlichem “Erdscheibendenken” auf den nicht “vorhandenen Wirkstoff” verweist, der hat noch nicht nicht zur Kenntnis genommen, dass Madame Cyrie´s Hände nicht durch Moleküle verbrannt wurden sondern durch MATERIEFREIE Strahlen! Sie verleugnen doch auch nicht die Wirkung von Kernspintomographie und Stoßwellentherapie, Computer (Programmbefehl) und Sonnenstrahlung!“

    Autsch.
    Herr Hümmer, als Arzt haben Sie doch mal eine Nebenfächlerprüfung in Physik abgelegt. Vorlesung, Praktikum, Prüfung. Und da schreiben Sie allen Ernstes diese Zeilen?

    Gehen wir das mal miteinander durch: Sie schreiben
    „dass Madame Cyrie´s Hände nicht durch Moleküle verbrannt wurden sondern durch MATERIEFREIE Strahlen!“
    Richtig. Und wo kommen die radioaktiven Strahlen her?
    Richtig: Aus den radioaktiven Kernen.
    Und warum hatten viele Kernphysiker dieser Zeit Strahlenschäden?
    Richtig: Weil sie radioaktives Material angefasst haben.
    Was lernen wir also daraus: Die Strahlenschäden traten genau deshalb auf, weil radioaktives Material ZUGEGEN war. Also genau das Gegenteil von dem, was Sie mit diesem Beispiel sagen wollen.

    An diesem Beispiel lernen wir: Strahlung kann sehr wohl spezifische Wirkung haben, klar. Nur tritt Strahlung – alle Arten, die Sie nennen – nicht auf, wenn nicht die Materie anwesend ist, die sie verursacht. Sonnenstrahlung trifft genau deshalb auf die Erde, weil die Sonne DA IST. Ist das jetzt wirklich so schwierig?

    Und genau dasselbe gilt auch für die Kernspintomographie, die genau deshalb funktioniert, weil in diesen Geräten drin ist, was die Effekte verursacht. Ohne Kernspingerät funktioniert Kernspintomographie EBEN GERADE NICHT. Auch ein elektromagnetisches Feld entsteht durch die Anwesenheit bewegter elektrischer Ladungen. In Abwesenheit dieser Ladungen haben die elektromagnetischen Fehler den langweiligen Wert Null. Und auch dieselbe Wirkung.

    Ein wenig (wenn auch nicht viel) mehr nachdenken muss man beim Computerbefehl. Doch schnell wird klar, dass auch der ohne die Hardware im Nichts verpufft.

    Und bevor Sie weitere oft zitierte, aber völlig hanebüchene falsche Analogien zitieren wollen: Nein, auch der berühmte CD-Vergleich zieht nicht. Ja richtig: Wenn wir einen Rohling und eine Mozart-CD zerkrümeln, bleibt von beiden dasselbe übrig – die Information steckte also scheinbar nicht in der Materie. Sie steckte jedoch in der Anordnung derselben, weshalb sie ja gerade verschwunden ist, wenn man die CDs zerkrümelt. Für die Homöopathie bedeutet das, dass der Vergleich komplett unbrauchbar ist, denn im flüssigen, verschüttelten Lösungsmittel kann man genau keine Information in der Anordnung der Moleküle zueinander speichern.

    Was mich an den wunderbaren Satz von Vince Ebert zur Homöopathie erinnert: Homöopathie ist, wenn man seinen Autoschlüssel in Würzburg in den Main wirft und in Frankfurt versucht, sein Auto mit Mainwasser aufzusperren.

    Bei Ihrem Neurodermitis-Beispiel überlasse ich es den anwesenden medizinisch versierten Mitlesern, Ihnen den „Cum hoc ergo propter hoc“ bezeichneten Fehlschluss noch einmal zu erklären. Ich beschränke mich auf den Hinweis, dass im Mittelalter längst bekannt war, dass die Erde keine Scheibe ist. Und egal, wie oft man diesen schiefen Vergleich auch bemüht: Die Scheibenform der Erde ist widerlegt, steht im Widerspruch zum gesicherten Wissen – und kommt genau deshalb auch nicht mehr zurück. Und das ist das einzige, was sie mit der Homöopathie gemeinsam hat.

  22. Norbert Aust Norbert Aust sagt:

    Herr Hümmer,

    doch, glauben Sie mir, es klaffen riesige Abgründe zwischen unseren Weltbildern, zumindest in der Art und Weise, sich diese zu erschließen. Bei einem naturwissenschaftlichen Weltbild ist es unumgänglich, dass man Widersprüche ausräumt und grundsätzlich versucht, ein einigermaßen stimmiges Wissensgebäude aufzubauen, das alle (!) Informationen berücksichtigt. Ich weiß auch, dass ich mich irren kann, denn es gibt Dinge, von denen ich keine Ahnung habe, die auch noch Widersprüche enthalten können. Für mich ist zum Beispiel die Quantenphysik so ein Teil, das sich mir nicht erschließt.

    Ihnen hingegen springen die Widersprüche und Ungereimtheiten der Homöopathie geradezu ins Gesicht.

    Ich frage Sie, was muss dennn noch passieren, das Sie überzeugen könnte, dass der Homöopathie keine spezifische Wirksamkeit innewohnt?

    Fassen wir zusammen:

    Die Homöopathie hat üblicherweise drei Säulen, nämlich das Simileprinzip, die Potenzierung und die Erprobung der Mittel an Gesunden. Dazu kommt die oft angeführte durch Erfahrung bestätigte Wirksamkeit jenseits aller fehlenden Erklärungen einer Wirkungsweise, gipfelnd in dem Pseudoargument ‚Wer heilt, hat Recht‘.

    Was davon hat denn für Sie Bestand?

    – Das Simileprinzip halten Sie hoch. Schön, aber auf welcher Basis? Bei Ihnen ist das ein ‚gedanklicher Ansatz‘, mehr nicht. Eine irgendwie geartete Bestätigung, dass es dieses Prinzip überhaupt gibt, liefern Sie nicht. Ganz im Gegenteil, die daraus abgeleiteten Arbeitsgrundlagen, nämlich die Repertorien, lehnen Sie als fehlerhaft zustande gekommen ab. Sie könnten also noch nicht einmal das, was Sie an Ihren Patienten feststellen, dahingehend überprüfen, ob dies dem Simileprinzip entspricht, denn Sie haben keine zuverlässige Datenbasis.

    – Das Potenzieren – so haben Sie in einem früheren Kommentar geschrieben – ist Ihrer Meinung nach auch nicht wirksam, bzw. wird bei Weitem überschätzt.

    – Die Erprobung der Mittel bei Gesunden, siehe oben, ist sehr fehleranfällig, die Arbeitsgrundlagen sind damit weitgehend unbrauchbar. Das gesammelte Wissen über die angebliche Wirksamkeit der Mittel ist damit wertlos.

    Jetzt schreiben Sie noch, dass es oft keinerlei Verbesserung gibt und dass sie in anderen Fällen sofort eintritt, ohne Zweifel. Nur 25 % Erfolgsrate? Damit ist Ihr Hauptargument – alles egal, wir wissen dass es wirkt – auch vom Tisch. Dabei bezweifle ich nicht die aufgetretenen Verbesserungen, sondern dass die homöopathische Therapie die Ursache war.

    Wohl gemerkt, die Einschätzungen teile ich im vollen Umfang – insofern sind wir uns schon einig – aber welche Konsequenzen ziehen Sie?

    Herr Hümmer, ich wiederhole mich, was muss denn eigentlich noch passieren, damit Sie zu zweifeln beginnen, dass Sie mit Ihren homöopathischen Therapien irgend etwas Anderes als Zufallsergebnisse und Placeboeffekte erzielen? Wie offensichtlich muss denn die Faktenlage noch sein? Viel mehr geht doch eigentlich nicht mehr? Muss Hahnemann reinkarnieren und selbst seine Lehre widerrufen? Muss irgendeine andere höhere Wesenheit die Homöopathie als unsinnige Heilslehre in den Hades verbannen?

    Sehen Sie, das ist die Gegend des tiefen und weiten Abgrundes zwischen unseren Ansichten. Sie nehmen das alles offenbar nicht zum Anlass, Ihre eigene Position zu hinterfragen, der Spagat wird für Sie nur etwas schwieriger, aber bekanntlich ist nichts unmöglich.

    Sehen Sie, ich bin Ingenieur von Beruf und habe als verantwortlicher Entwicklungsleiter einige Produkte entwickelt, von denen im Schadensfall ein erhebliches Gefahrenpotenzial ausgeht. In einer Turbomaschine bewegen sich einzelne auch relativ schwere Teile locker mit Schallgeschwindigkeit (1000 km/h). Wenn es da mechanische Probleme gibt und das Ding fliegt auseinander, gibt es eventuell Schwerverletzte oder gar Tote.

    Ich könnte nicht mehr schlafen, wenn ich derart deutliche Hinweise bekommen würde wie Sie, die darauf hindeuten, dass meine Annahmen und Arbeitsgrundlagen verkehrt sein könnten, oder wenn auch nur die Möglichkeit dazu bestünde.

    Die Situation, in der Sie sich befinden, wäre für mich unerträglich.

  23. MK sagt:

    Lieber Herr Hümmer,
    bitte erklären Sie anhand Ihrer Neurodermitis Kasuistik (Behandlung mit D. stramonium C1000) das Simile-Prinzip. Danke!

    Gruß, MK

  24. Sehr geehrter Herr Hümmer,

    Woher weiß ich, dass Homöopathen irren?

    Wenn mir jemand sagt, er sei auf einem Teppich geflogen, ohne Flugzeug drumherum, dann weiß ich, dass er sich irrt – oder lügt. Wenn mir jemand sagt, dass etwas wirken soll, was gar nicht vorhanden ist, dann weiß ich, dass dieser jemand sich irrt – oder lügt. Böse Absicht möchte ich Ihnen allerdings nicht unterstellen…

    Herr Aust hat Ihnen weiter oben eine Reihe von Fragen gestellt zum Wirkprinzip der Homöopathie, auf die Sie nur eine Antwort hatten: „Ich weiß es nicht“ (sogar in Großbuchstaben gesetzt). Da sind Sie in guter Gesellschaft: Niemand weiß es. Tatsache ist: Homöopathie widerspricht den Naturgesetzen.

    Dass Sie als Arzt der Meinung sind, Radioaktivität müsse quasi „übernatürlich“ sein und das als Analog-Argument für die Wirksamkeit der Homöopathie anführen, löst bei mir ein starkes Gefühl von „Fremdschämen“ aus. Aber Frau Parsch hat Ihnen ja bereits etwas dazu geschrieben.

    Das Argument mit der Erdscheibe wird auch fast jedes Mal gebracht. Manchmal muss auch noch Galileo herhalten. Dabei ist es doch gerade so, dass die Homöopathie 200 Jahre alt ist und die moderne, wissenschaftliche Medizin etwa 100 Jahre. Die Homöopathen nehmen also den Standpunkt ein, dass die Erde eine Scheibe sei und sie lassen sich durch die moderne Wissenschaft nicht vom Gegenteil überzeugen. Oder, um auf Galileo zurückzukommen: Die Homöopathie hält an alten, längst widerlegten Argumenten fest und lässt sich auch nicht durch „Galileo“ vom Gegenteil überzeugen.

    Nur mal so zum Nachdenken: Die Homöopathie hatte 100 Jahre Zeit, ohne „Störfeuer“ durch die wissenschaftliche Medizin zu zeigen, was sie „drauf hat“. Was ist passiert? Die Lebenserwartung ist unverändert bei etwa 35 Jahren geblieben. Seit die wissenschaftliche Medizin aufgetreten ist, ist die Lebenserwartung auf derzeit fast 80 Jahre hochgeschnellt. Sollte das nicht zu denken geben?

    Auf Ihr Einzelbeispiel möchte ich nicht eingehen. Nach einer solch ausführlichen Diskussion wie diese hier, sollte doch klar sein, dass es gerade nicht um Einzelbeispiele geht. Es geht um Statistik und nicht um Kasuistik! – Ich selbst bin bezüglich der Homöopathie sogar über den Punkt der Statistik hinaus: Selbst, wenn sich ein statistischer Effekt zeigen sollte, bin ich der Meinung, dass sich darin nur die Irrtumswahrscheinlichkeit manifestiert, denn vor der Statistik ist die Tatsache, dass Homöopathie den Naturgesetzen widerspricht, nicht zu leugnen.

    Für mich sind folgende Punkte ausschlaggebend:
    1. Das Simile-Prinzip funktioniert nicht. Es kommt in der Natur nicht vor (mit Ausnahme homöopathiegläubiger Menschen wird es von keinem anderen Lebewesen zur Anwendung gebracht).

    2. Homöopathie widerspricht den Naturgesetzen. Nicht anwesende Stoffe können nicht wirken. Es gibt keine Möglichkeit, Informationen materiefrei zu speichern. Wasser speichert keine Information – jedenfalls nicht so lange, dass man sie nutzen könnte. Könnte Wasser Informationen speichern: Warum hat die Evolution dann die DNA erfunden?

    3. Der Placebo-Effekt (in Kombination mit seinem Gegenspieler, dem Nocebo-Effekt) erklärt zwanglos alle scheinbaren Wirkungen. Er ist auch bei Neugeborenen und bei Tieren nachgewiesen. Er funktioniert sogar, wenn der Patient weiß, dass die Wirkung seines Medikaments nur eine Placebowirkung ist. Placebo hat nichts mit „Einbildung“ zu tun.

    4. Menschen können sehr gut Muster erkennen. Manche Dinge scheinen sich zu einem Muster zusammenzufügen. Aber ein „erkanntes“ Muster kann dennoch falsch sein: Es gibt eben falsch positive Befunde. Menschen suchen auch sehr schnell nach Kausalitäten. Es wird sehr leicht aus einem „danach“ ein „deswegen“. Und auch das ist oftmals falsch.

    5. Homöopathie hat verschiedene Methoden, um sich gegen Fehler zu immunisieren. So werden nicht nur „Erfolge“ zu Erfolgen, sondern sogar Misserfolge über das Immunisierungsprizip „Erstverschlimmerung“.

    Zusammengefasst gibt es auf Seiten der Natur nichts, was die Zufriedenheit der Homöopathieanwender erklären kann, aber auf Seiten der Psyche (im weitesten Sinne) alles.

    Und wenn ich dann noch lese, dass selbst Sie nur Zufallsergebnisse produzieren, dann kann auch ich nicht nachvollziehen, wie man damit 1. Kranke behandelt und 2. sogar zur Homöopathie missioniert!

    Wenn Sie wirklich so kritisch sind, wie Sie schreiben, dann müssten Sie jetzt langsam erkennen, dass Sie mehreren fundamentalen Irrtümern aufgesessen sind.

  25. C.W. sagt:

    Es ist bewundernswert, wie Sie Herr Aust und auch Ute Parsch sich mit der Sache auseinandersetzen, und immer sachlich und logisch argumentieren und (für mich jedenfalls) zu einem eindeutigen Ergebnis kommen. Danke dafür!!Wenn man logisch denkt, kann man doch an den Argumenten nicht vorbei???? Ich versteh das nicht. Warum dürfen denn die positiven Ergebnisse der Homöopathie nicht auf die diversen Placeboeffekte zurückgeführt werden? Man könnte diese doch viel ehrlicher und auch sinnvoller einsetzen, wenn man sich darüber bewußt wäre, dass es nicht die Zuckerkügelchen als solche sind, die da wirken.Warum kann ein Homöopathieanhänger diese Möglichkeit nicht durchdenken und in Betracht ziehen? Warum darf das nicht sein Herr Hümmer? Was Sie hier so als Beispiele so geschrieben haben, bzw. ließe sich für mein Verständnis alles mit dem Placeboeffekt und ein bisschen Psychologie erklären.
    Die Studie zu der Sie auf Ihrer Homepage einen Artikel in der AHZ verlinkt haben, dass sich auch “ unter alleiniger homöopathischer Therapie des Mammakarzinoms eine Reduktion der im Blut zirkulierenden, tumorverdächtigen epithelantigen-positiven Zellen nachweisen lässt“ würde mich noch interessieren, d.h. ich würde gerne jemanden Kritischen dazu hören, der davon etwas versteht und diese Studie bearbeitet.
    Warum ziehen sich die Homöopathie -Anhänger immer dann zurück, wenn es ans Eingemachte geht? Da kommt dann immer das Argument, dass man die Gegner eh nicht überzeugen kann. Doch das könnte man schon, wenn irgendetwas Substantielles dran wäre, das man nicht zerpflücken könnte und es dann nicht immer im Vagen und Mystischen enden würde. Und wenn es nicht so grundlegend den Naturgesetzen widersprechen würde, sodass man diese gleich nochmal neu miterklären müsste damit das Phänomen Homöopathie plausibel wäre. Warum lässt es SIE nicht zweifeln? Jedenfalls nicht bis zum Umdenken…?
    Immerhin gibt es bei den Rezensionen zur „Homöopathielüge“ auf amazon 2 Kollegen von Ihnen, die eine homöopathische Ausbildung haben, Patienten und auch die eigene Familie jahrelang homöopathisch behandelt haben und irgendwann zu der Erkenntnis gekommen sind: ES WIRKT NICHT! Es hat mich irgendwie gefreut, dass sich da irgendwann doch der Verstand durchgesetzt hat. Vielleicht lesen Sie dort mal die Rezension von „nosce te ipsum“ mit den Kommentaren….vor allem die der letzten Wochen…..

  26. Hümmer sagt:

    Liebe Frau Parsch, lieber Herr Dr. Aust, lieber Herr Dr. Vahle ( viel Feind , viel Ehr),
    wenn ich aus unaufgeregter Distanz den gegnerischen Blog-Luftraum beobachte (einige kommen ja mit ziemlich persönlicher Wut daher – nicht so mit wohltuend objektivem Ton der Gründer dieses Blogs- ) , kann ich erkennen, dass die Homöopathie-Debatte auf beiden Seiten Schwächen auf einem Flügel der Verteidigung bzw. des Angriffs aufweist.
    Befürworterseite:
    Die Homöopathen können BISHER keinen stichhaltigen Beweis für die Wirkung homöopathischer Mittel und die dahinter stehenden Theorien liefern (<-das haben sie sich u.a. durch ihr Sektierertum eingebrockt!).
    Kritikerseite:
    Es gibt beim DERZEITIGEN WISSENSSTAND keine plausible Erklärung für die Wirkung der Homöopathie, also kann sie nicht wirken (<-dies ist eine kapitale Unlogik, die in narzistischer Weise vom totalen Wissen ausgeht und jeglichen Zuwachs an wissenschaftlicher Erkenntnis ausschließt!)
    Wie man sieht, haben beide Seiten ihre offensichtlichen Schwächen und sehen ( im Sinne einer Übertragung) nur den Splitter im Auge des Gegenüber.
    Ein paar Punkte möchte ich noch richtigstellen:
    @Parsch
    1) "eben so mal sein Genom umstellt, amüsieren…"
    Ich sprach von Genexpression und Epigenetik! Bitte belesen sie sich zu dem Unterschied zwischen Genom einerseits und Genexpression sowie Epigenetik auf der anderen Seite!
    2)Madame Curie hat sich schon allein durch den Aufenthalt im Röntgenstrahlengang die Schäden zugezogen, sie mußte dazu noch kein radioaktives Material angefasst haben.
    3) auch wenn ein Stern schon längst verglüht ist (puff-keine Materie mehr da!), ist seine Strahlung noch munter unterwegs zu uns!
    3) Wenn ihr Chef oder Professor ihnen einen Auftrag erteilt hat, führen sie ihn aus, obwohl der Auftraggeber materiell schon längst auf einem Kongress in Neuseeland ist.
    4) WIR können NOCH keine Informationveränderung im Lösungsmittel messen.
    @Dr. Aust
    1)"was muß denn noch passieren, das sie überzeugen könnte, dass…."
    Es passiert täglich etliche Male, daß prompte, eindeutige, erhoffte und vorhergesagte Reaktionen auf die homöopathische Gabe eintreten, sodass meine Zweifel keine Chance mehr haben….
    2) Das Simile -Prinzip existiert mannigfaltig in der Natur um uns herum: man kann es auch Resonanz-Prinzip nennen (siehe z.B. auch Geigenton und mitschwingender Klavierseitenton)
    3) Eine Erfolgsrate von 25% im Sinne einer durchgreifenden Besserung im Gesamtorganismus widerspricht nicht automatisch dem homöopathischen Wirkprinzip und gegen die Anwendung der Homöopathie, sondern erst mal für die Begrenzungen in der Homöopathie selbst (subjektiver Behandler etc.) und die Grenzen, die durch das zu therapierende Krankheitsbild gegeben werden.
    @Dr. Vahle:
    1) Also schicke ich die akute Virus-Otitis, die nicht BINNEN STUNDEN auf ein homöopathisches Mittel reagiert, sofort in eine HNO-Abteilung, auf dass sie hochdosiert mit Cortison behandelt werde!
    2) "die Homöopathie widerspricht (NOCH!) den (BEKANNTEN!) Naturgesetzen"

    Und zum endgültigen (!?!) Schluß noch eine Anekdote ( wie die Kritiker es bei den Homöopathen ja so lieben!) aus der Anfangszeit meiner homöopathischen Laufbahn , allerdings mit einem etwas tieferen Hintergrund:
    Eine junge Frau kommt in die Konsultation mit etlichen psychischen Problemen.
    Der frischgebackene Homöopath erkennt natürlich sofort das erfoderliche Mittel (ich hoffe, sie nehmen den selbstironischen Ton wahr und antworten nicht wieder stockernst!) und verabreicht ihr (ohne ihr das Mittel zu nennen!!!) Belladonna C200, damit es ja intensiv wirke!
    Als die Frau zuhause ankommt, entwickelt sie allerlei eigentümliche körperliche und neue psychische Symptome und der besorgte Ehemann weiß sich nicht anders zu helfen, als im Giftnotruf des Klinikums Rechts der Isar anzurufen.
    Nach Zusammenschau der Symtome teilt der diensthabende Arzt dem Anrufer mit, seine Frau habe alle Anzeichen einer Tollkirschenvergiftung!*
    Als der Ehemann, Berufssoldat bei der Bundeswehr, wiederum in der Praxis anruft, ist ihm die "Sache mit den ungefährlichen Verdünnungen" nur schwer nahezubringen…….

    *diese Art von kurz andauernder (sofern das Mittel nicht immer wieder wiederholt wird), nicht vital gefährdender Reaktion kann auftreten, wenn das ausgewählte Mittel "knapp daneben" liegt…
    Und Tschüs!

  27. Norbert Aust Norbert Aust sagt:

    Mutta, hol mich vonne Zeche, ich kann dat Schwaaze nich mehr sehn! (sacht man im Kohlenpott). Himmel hilf!

    Herr Hümmer, Sie hatten mir, so hatte ich es jedenfalls verstanden, vorgehalten, dass mein Wissen über Physiologie begrenzt ist. Aber ich muss sagen, Ihre Kenntnisse von Physik sind auch nicht besser.

    Ich beschränke mich auf den Part, in dem Sie mich direkt ansprechen. Ich befürchte nämlich, dass Sie Ihr Beispiel mit dem Professor in Neuseeland tatsächlich ernst meinen könnten – und dann entgleist mir möglicherweise meine Wortwahl.

    > Es passiert täglich etliche Male,

    … aber Sie müssen auch betrachten, wie oft es das nicht tut. Mit 25 % Erfolgsquote haben sie eine Misserfolgsquote von 75 %, die sich wohl nicht vom Zufall unterscheidet. Die gleichen Erfolge hätten Sie wahrscheinlich, wenn Sie mit dem Patienten einfach ein Bier trinken gehen. Oder eine Partie Golf spielen oder was weiß ich.

    > Das Simile – Prinzip existiert mannigfaltig in der Natur um uns herum: man kann es auch Resonanz-Prinzip nennen (siehe z.B. auch Geigenton und mitschwingender Klavierseitenton)

    …aber noch mannigfaltiger existiert es NICHT. Wenn ich zu einem Ort hinkommen will, dann ist es nicht zielführend stehenzubleiben. Wenn man Fenster putzen will, dann bringt es nichts, schwarzen Ruß draufzuschmieren. Wenn ich Durst habe, dann ist es kontraproduktiv, Salz zu nehmen. Wenn ich mein Haus heizen will, hilft es nicht, wenn ich Eis hineinlege. Wenn ich schwimmen will, dann ist es dumm, wenn ich mir Steine an die Füße binde. Will ich mein brennendes Haus löschen, habe ich relativ wenige Chancen, wenn ich brennende Fackeln hineinwerfe. Wenn der Luftdruck in meinem Reifen zu niedrig ist, lasse ich den Rest von Luft nicht auch noch raus. Wenn ich Geld sparen will, verschenke ich es nicht. Wenn ich Blumen im Garten haben will, dann pflanze ich welche an und betoniere nicht. Wenn ich meiner Frau meine Liebe erklären will, trete ich sie nicht vors Schienbein. Wenn ich Freunde einladen will, dann schicke ich sie nicht zum Teufel. Ich denke, Sie können die Liste nach den paar einfachen Beispielen selbst fortführen.

    Was ich allerdings nicht begreife, ist, was das physikalische Phänomen der Resonanz mit dem Ähnlichkeitsprinzip zu tun hat, so wie es die Homöopahie versteht. Die Klaviersaite schwingt nämlich mit einer Frequenz und regt die Geigensaite an, das Gleiche (!) zu tun, nämlich mit der gleichen Frequenz zu schwingen. Nach dem Ähnlichkeitsprinzip der Hömöopathie müsste ich ja im Gengenteil mit der Klaviersaite die Geige zum Schweigen bringen.

    Resonanz ist eher ein Beispiel, das gegen die Homöopathie ins Feld geführt werden kann – oder wirkt das dann doch als Bestätigung, weil es ja ein Gegenbeispiel ist, wegen des Ähnlichkeitsprinzips?

    > Eine Erfolgsrate von 25% im Sinne einer durchgreifenden Besserung im Gesamtorganismus widerspricht nicht automatisch…

    …bestätigt sie aber auch nicht,

  28. MK sagt:

    Nochmals Herr Hümmer,
    bitte erklären Sie anhand Ihrer Neurodermitis Kasuistik (Behandlung mit D. stramonium C1000) das von Ihnen so vehement verteidigte Simile-Prinzip. Ich möchte das jetzt wirklich wissen.

    Gruß, MK
    PS: Die Belladonna-Anekdote ist übrigens lahm, insbesondere bei einem psychisch auffälligen Patienten.

  29. Herr Hümmer,

    nun verlassen Sie sich mal nicht darauf, dass in Zukunft irgendjemand herausfindet, dass die Homöopathie doch nicht den Naturgesetzen widerspricht! Das wird ziemlich sicher nicht geschehen.

    Es geht ja nicht darum, dass lediglich Erkenntnisse fehlen, die möglicherweise später gewonnen werden. Es geht darum, dass Homöopathie und die Naturgesetze, so wie wir sie kennen und anwenden, nicht gleichzeitig wahr sein können. Und da Sie sich mit uns über Computer und Internet unterhalten, ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Naturgesetze richtig sind und nicht die Homöopathie, außerordentlich hoch!

    Ich möchte ein Beispiel nennen. Ein Schachbrett hat 8 x 8 = 64 Felder, 32 weiße und 32 schwarze Felder. Wenn man Dominosteine nimmt, die so beschaffen sind, dass sie jeweils zwei Schachbrettfelder abdecken, dann kann man mit 32 Dominosteinen das gesamte Schachbrett lückenlos, aber auch ohne „Überstand“ parkettieren.

    Wenn nun jemand die beiden Eckfelder oben links und unten rechts herausschneidet, dann hat das Schachbrett nur noch 64 – 2 = 62 Felder. Ist es möglich, dieses Schachbrett nun mit 31 Dominosteinen komplett zu parkettieren?

    Bislang hat es noch niemand geschafft! Vielleicht hat man aber immer zu früh aufgegeben bei der Suche? Wird vielleicht in 500 oder 1000 Jahren jemand eine Lösung finden, die uns heute noch verborgen ist?

    Nein, dass wird nicht geschehen! Die beiden Eckfelder oben links und unten rechts haben die gleiche Farbe (weiß). Von den 62 Feldern des „gestutzten“ Schachbrettes sind nach wie vor 32 Felder schwarz, aber nur noch 30 Felder weiß. Da die Dominosteine zwangsläufig immer genau ein schwarzes und ein weißes Feld abdecken, gibt es keine Möglichkeit, alle Felder lückenlos mit Dominosteinen zu parkettieren.

    Das Warten auf die Zukunft ist hoffnungslos. Und so ist es auch mit der Homöopathie!

    Die Möglichkeit, dass die Naturgesetze falsch sein könnten, ist lediglich von theoretischer Natur. Für die Erklärung der Homöopathie reicht es aber nicht aus, nur eine einzige zusätzliche Erkenntnis zu gewinnnen. Nein es müssten sehr viele Naturgesetze falsch sein. Wenn Sie sich belesen möchten: Prof. Martin Lambeck hat ein Buch geschrieben „Irrt die Physik?“. Am Ende des Buches wird man wissen, dass es sich lediglich um eine rhetorische Frage handelt. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Physik irrt, ist „irre“ klein. Prof. Lambeck schätzt, dass mehr als 70 neue Nobelpreise fällig würden, wenn sich herausstellen würde, dass Homöopathie im Einklang mit den Naturgesetzen wirkt.

    Und solange diese 70 Nobelpreise nicht verteilt sind, springe ich lieber nicht vom Hochhaus auf die Straße in der Hoffnung, dass unsere Vorstellung von der Gravitation vielleicht falsch ist! Und aus dem gleichen Grunde empfehle ich jedem Patienten, die Finger von der Homöopathie zu lassen. Es geht schließlich in beiden Fällen um die Gesundheit – ja sogar um Leben und Tod!

    Ich kann mich mit folgendem Satz einverstanden erklären. Homöopathika haben keinerlei Wirkung. Wenn etwas wirkt, dann ist es der Homöopath (Stichwort „Droge Arzt“), der durch seine zugegebenermaßen oftmals sehr empathische und vertrauenserweckende Art Placebo-Effekte beim Patienten sehr begünstigt.

    Aber man kann auch empathisch und vertrauenserweckend sein, ohne die Hilfskonstruktion der Homöopathie. Die wissenschaftliche Hochschulmedizin verbietet es Ärzten keineswegs, empathisch und vertrauenserweckend zu sein! Wenn sich Ärzte nicht so verhalten, ist es verständlich, wenn sich Patienten andere Therapeuten suchen – solche, die empathisch und vertrauenserweckend sind. Aber das hat nichts mit der Lehre der Homöopathie zu tun!

  30. Ute Parsch sagt:

    Herr Hümmer,

    das ist jetzt nicht wirklich Ihr Ernst, dass Sie auch noch auf Ihren Beispielen beharren, oder?

    Also versuchen wir noch einmal ganz gezielt den Unterschied zwischen Ihren „Beispielen“ und den Behauptungen der Homöopathie aufzuzeigen:

    „Madame Curie hat sich schon allein durch den Aufenthalt im Röntgenstrahlengang die Schäden zugezogen, sie musste dazu noch kein radioaktives Material angefasst haben.“

    Es geht hier in keiner Weise um die Berührung. Lesen Sie noch einmal, was ich geschrieben habe: „Und wo kommen die radioaktiven Strahlen her? Richtig: Aus den radioaktiven Kernen.“
    Der Punkt ist: Sie haben keine radioaktive Strahlung, wenn Sie kein radioaktives Material haben, denn die Strahlung kommt aus den radioaktiven Kernen. Ob Sie das Gestein anfassen, oder die Strahlen noch ein wenig durch die Luft geflogen sind, ist vollkommen unerheblich für die Frage, ob Ihre Argumentation zur Homöopathie passt.
    In Wahrheit ist sie ein Argument gegen eine Wirkung eines Stoffes in seiner Abwesenheit: In Ihrem Homöopathikum haben Sie keine Atome des Wirkstoffes. Genau deshalb können Sie das nur mit dem Fall vergleichen, dass Sie KEIN radioaktives Material vor sich haben. Und dann gibt es eben keine Strahlenwirkung. Hätte Marie Curie nur mit Material ohne radioaktive Kerne gearbeitet, wäre sie auch nicht an den Strahlenfolgen gestorben; es hätte also auch keine Wirkung gegeben.

    „auch wenn ein Stern schon längst verglüht ist (puff-keine Materie mehr da!), ist seine Strahlung noch munter unterwegs zu uns!“

    Vollkommen richtig. Einmal ausgesendete Lichtquanten breiten sich selbstverständlich weiter durch den Raum aus, auch wenn die Lichtquelle hinten irgendwann mal wegfällt. Allerdings: Das ausgesendete Licht sehen wir nur, wenn es auf dem Weg zwischen dem (meinetwegen längst erloschenen) Stern und uns nicht anderweitig absorbiert wurde. Es muss sich ungestört zu uns ausgebreitet haben. Die Lichtwelle stellt also eine direkte Verbindung zwischen Stern und Auge dar.
    Genau hier besteht der Unterschied: Die Homöopathie beruht ja nicht auf einer Bestrahlung des Patienten. Wenn der Patient seine Globuli erhält, sind von Anfang an keine Atome des Wirkstoffes enthalten. Es besteht also keinerlei direkte Verbindung zwischen Patient und Wirkstoff. Und deshalb passt das Beispiel nicht.

    „Wenn ihr Chef oder Professor ihnen einen Auftrag erteilt hat, führen sie ihn aus, obwohl der Auftraggeber materiell schon längst auf einem Kongress in Neuseeland ist.“

    Dieses Beispiel hinkt allein schon deshalb, weil mir die „Information“ offensichtlich schon vorliegt, bevor mein Chef abwesend ist, nicht wahr? 😉

    „WIR können NOCH keine Informationsveränderung im Lösungsmittel messen“

    Das ewige „NOCH“ des postulierten Wassergedächtnisses. Von Homöopathen oft und gerne zitiert – völlig ungeachtet der Tatsache, dass ein Wassergedächtnis die Homöopathie weit mehr in Erklärungsnot bringen würde, als dass es ihr nützt. Zum einen deshalb, weil Globuli offensichtlich kein Lösungsmittel enthalten. Zum anderen aber, weil beim Herstellen der Globuli das Lösungsmittel von den Herstellern hemmungslos in den Ausguss gekippt wird. Bei D-Potenzen in jedem Schritt zu 90%, bei C-Potenzen bei jedem Schritt zu 99%. Ineffektiver könnte man gar nicht mehr arbeiten, wäre das Lösungsmittel der Träger der Heilinformation.

    „Es gibt beim DERZEITIGEN WISSENSSTAND keine plausible Erklärung für die Wirkung der Homöopathie, also kann sie nicht wirken (<-dies ist eine kapitale Unlogik, die in narzisstischer Weise vom totalen Wissen ausgeht und jeglichen Zuwachs an wissenschaftlicher Erkenntnis ausschließt!)“

    Es ist eine beliebte rhetorische Taktik, das Argument der Gegenseite falsch wiederzugeben – und dann diese verzerrte Darstellung als unhaltbar darzustellen. Genau das machen Sie mit diesem Satz.

    Es ist keineswegs so, dass nur eine plausible Erklärung für die Wirkung der Homöopathie fehlt. Das wird von Homöopathen gerne so dargestellt, trifft die Situation jedoch in keinster Weise.
    Es existieren vielmehr umfangreiche Widersprüche der Grundprinzipien der Homöopathie zum seit Hahnemann erreichten Verständnis über die Vorgänge in der Natur, vor allem im molekularen Bereich. Wir können also mit unserem naturwissenschaftlichen Wissen erklären, warum die Homöopathie in 200 Jahren keine Überlegenheit gegen Placebo nachweisen konnte.

    Und das ist eigentlich genau das Gegenteil, von dem, was Sie den Kritikern unterstellen: Sie behaupten, es fehle eine Erklärung für ein offensichtliches Phänomen. Tatsächlich haben wir eine hervorragende Erklärung für das Fehlen der Beobachtung eines eindeutigen Phänomens.

    Das ist ein ganz wesentlicher Punkt: Die Aussagen der Naturwissenschaften Physik, Chemie und Biologie, denen die Homöopathie umfangreich widerspricht, bewähren sich zuverlässig und lückenlos in unserem Alltag. Wir haben nicht den geringsten Hinweis auf deren Fehlerhaftigkeit oder darauf, dass sie alltägliche Vorgänge wie das Verdünnen mit Wasser grob unvollständig beschreiben.

    Und nein, niemand geht hierzu von „totalem Wissen“ aus. Das ist hier einfach eine falsche Unterstellung. Niemand muss „totales Wissen“ haben, um eine konkrete Frage zu beantworten. Andernfalls wären überhaupt keine Antworten mehr möglich. Man kann durchaus in der Lage sein, den Weg zum Bahnhof korrekt zu erklären, auch wenn man nicht den gesamten Stadtplan kennt.

    Entscheidend ist hier eben, dass sich das vorhandene Wissen tagtäglich zuverlässig, reproduzierbar und lückenlos bewährt und es keinerlei Hinweis auf seine Unzuverlässigkeit gibt. Auch das ist ein Beobachtungsergebnis: Im Rahmen all dessen, was wir heute tun, erweist sich unser Wissen über die Natur als so falsch nicht. Jedweder zukünftige Wissenszuwachs – der mit Sicherheit erfolgen wird – wird mit dem sich heute bewährenden Wissen kompatibel sein müssen, denn die Natur ist widerspruchsfrei.

    Wenn Sie sich also verzweifelt in zukünftige Erkenntnis flüchten, dann übersehen Sie,
    – dass niemand das Fortschreiten der Erkenntnis angezweifelt hat,
    – dass es keinerlei Anlass zu der Annahme gibt, dass unser gesichertes Wissen so umfangreich falsch ist, wie es die Homöopathie eigentlich bräuchte
    – dass sich dieses gesicherte Wissen im Alltag bestens bewährt, während die Homöopathie seit 200 Jahren daran scheitert, ihre Überlegenheit gegen Placebo in Studien nachzuweisen
    – dass somit das Postulat, das heutige naturwissenschaftliche gesicherte Wissen sei umfänglich falsch, werde sich aber schon in die von Ihnen gewünschte Richtung entwickeln, reine Spekulation ist.

    Und hier kann man nur sagen: Was Sie mit Ihrem spekulativem Hinweis auf die Zukunft tun, ist erheblich narzisstischer als nur auf die Zuverlässigkeit der heute vorliegenden Erkenntnisse hinzuweisen (denn mehr machen die Kritiker der Homöopathie nicht):

    Sie behaupten nämlich gänzlich ohne reproduzierbare Beobachtungsdaten, die dies rechtfertigen würden, dass unser sich bewährendes Wissen falsch ist. Und sogar, dass Sie heute schon wüssten, in welche Richtung sich die naturwissenschaftliche Erkenntnis entwickeln wird. Sie halten Ihre persönlichen und rein subjektiven Eindrücke – denn um mehr handelt es sich bei Einzelfällen nicht – für aussagekräftiger als zigtausend täglich widerspruchsfrei funktionierende Anwendungen unseres naturwissenschaftlichen Wissens und die Erfahrungen zigtausender Patienten, die in etlichen Studien keine Überlegenheit der Homöopathie nachweisen konnten.

    Und noch einmal darüber hinaus: Diese ganze Diskussion ist völlig irrelevant.
    Denn Sie brauchen nach wie vor eine Erklärung dafür, dass die Homöopathie in sauberen placebokontrollierten Studien nicht besser abschneidet als ein Placebo. Bei einem echten Naturphänomen wäre genau das nämlich kein Problem.

  31. Steffen Uhlig, PhD sagt:

    Sehr geehrter Herr Dr. Hümmer,

    ein paar Kommentare zu Ihrem letzten Post:

    „Die Homöopathen können BISHER keinen stichhaltigen Beweis für die Wirkung homöopathischer Mittel und die dahinter stehenden Theorien liefern“

    Bitte unterscheiden Sie streng zwischen der Wirkung, d.h. dem Ergebnis eines experimentellen Nachweises, und den Theorien für dessen Erklärung. Erst wenn der Nachweis erbracht ist und Arbeitshypothesen bestätigt sind dann können Theorien diskutiert werden.

    Die Studienlage zur Homöopathie ist eindeutig: sauber durchgeführt zeigt sich keine Wirkung / kein Effekt über den Placeboeffekt hinaus. Alles andere ist Selbstäuschung. Somit ist es sinnlos sich weiter mit diesem Themengebiet zu befassen. Keine Wirkung – keine Theorie notwendig.

    Herr Dr. Hümmer, haben Sie Laborpraxis? Haben Sie Erfahrung mit der Durchführung von medizinischen Studien? Wissen Sie wie man Experimente von Anfang bis Ende betreut? Verzeihen Sie mir meine Arroganz, aber lassen Sie mir die Freiheit experimentelle Arbeit zu diskutieren. Folgende Liste sollte immer und sehr präzise abgearbeitet werden, wenn es um das aufstellen von Theorien geht.

    1) Arbeitshypothese erstellen (in diesem Fall für den Homöopathen „Homöopathie wirkt nicht“ und für den Homöopathiegegner „Homöopathie wirkt“)
    2) Experiment definieren (Berücksichtigung von Statistik (Präparat und Placebo) und gängiger Praxis, d.h. im Fall von Arzneimitteln doppelte Verblindung –> Patient und Arzt wissen nicht wann das Placebo und wann das Präparat verabreicht wird.)
    3) Aufnahme & Auswertung der Ergebnisse durch eine dritte Person, die nicht an der Durchführung (Punkt 2) beteligt war.
    4) statistische Bewertung der Ergebnisse durch eine vierte Person, die nicht am Schritt 3 beteiligt war.
    5) Schlussbewertung der Ergebnisse durch fünfte Person, die nicht an den Schritten 2-4 beteiligt war.

    Erst wenn die Liste sauber abgearbeitet wurde und sich in Punkt 5 zeigt, dass durch das Präparat eine statistisch signifikante Wirkung erziehlt wurde dann kann die Arbeitshypothese widerlegt werden und die Alternativhypothese angenommen werden. Somit ist auch die Tür offen für Diskussion um Theorien, denn ein Effekt ist erwiesenermassen da.

    Ihre Beobachtungen in Ihrer täglichen Praxis unterliegen folgenden Schwächen:
    1) kein Vergleich zwischen Präparat und Placebo
    2) (kontrollierte) Patientgruppe zu gering
    3) keine Verblindung (maximal einfach (Patient weiss nichts)) -> der verabreichende würde unbewusst signalisieren ob ein Präparat oder ein Placebo verabreicht wird
    4) keine Verblindung bei der Auswertung (subjektive „positive“ Beeinflussung der Ergebnisse, da bekannt ist was herauskommen soll)

    Weiter oben wurde schon vorgeschlagen dass Sie Strichlisten über die Behandlung in Ihrer Praxis führen, d.h. Behandlungszeit, Zeit bis Erstverschlimmerung, Anzahl Mittelwechsel. Dies würde einen ersten Anhaltspunkt geben, wie Erfolgreich Homöopathie ist. Diese empirische Studie ist aber nicht besonders Aussagekräftig, da es zuviele Einflussparameter um das eigentliche Experiment herum gibt (andere Medikamente mit nachweislich bestehender Wirkung, andere Placebotherapien, familiäre Umstände). Aber es könnte Ihnen einen ersten Anhaltspunkt geben. Die (nicht triviale) statistische Auswertung könnte dann hier im Blog diskutiert werden (glaube nicht, dass hier ein einfacher F-Test reicht).

    Herr Dr. Hümmer, kennen Sie eigentlich den Donner Report?
    http://www.gwup.org/infos/nachrichten/986-der-donner-report-das-desaster-der-homoeopathie-im-dritten-reich

    „… Hoffentlich falle ihm [H. Rabe] noch etwas ein, denn sonst müsse er zum Reichsgesundheitsführer Dr. Conti gehen und ihn dringend auffordern, die Überprüfungen der Homöopathie sofort abbrechen zu lassen, denn ‚wir können doch das gar nicht, was wir behaupten‘ “

    Herr Dr. Hümmer, bitten weisen Sie explizit nach dass Homöopathie eine Wirkung über den Placeboeffekt hinaus hat und danach können wir gern über Theorien diskutieren.
    Aber: keine Wirkung – keine notwendigkeit zur Diskussion

    Mit freundlichen Grüßen,
    Steffen Uhlig

  32. MX sagt:

    @ Hümmer: Ich hätte auch zwei Fragen. In Ihrem Kommentar vom 21.7. sprechen Sie im Zusammenhang mit der Behandlung von fünf Brustkrebspatientinnen davon, dass Sie in Ihrer Praxis nur „sog. Fallkontrollstudien“ durchführen könnten. Meinen Sie wirklich Fallkontrollstudien (falls ja: wie sah sie hier aus?) oder wollten Sie nur sagen, dass Sie kasuistisch den Verlauf der Fälle beobachten? Die zweite Frage: Welche Erfahrung, welches Argument oder welche Studie würde Sie denn davon überzeugen, dass Homöopathie nicht wirkt?

  33. MK sagt:

    Lieber Herr Hümmer,
    danke für die Beantwortung meiner Frage zum Simile-Prinzip (Datura/Neurodermitis), auch wenn es nur die Nennung einiger Internet-Adressen war. Ich komme gleich darauf zurück, möchte aber bemerken, dass es langsam etwas mühsam wird mit Ihnen.
    Sie zitierten: „…gesamten Halsbereich eine hochrote erythematöse Glanzhaut und teilweise mit Schorf belegte Ödeme. Zusätzlich finden sich erhabene, kreisförmig-schuppende Effloreszenzen an Thorax und Extremitäten und zäh-gelbliches Sekret im Bereich der Augenwinkel und in der Ohrmuschel. Insgesamt zeigt sich das Bild einer ausgeprägten Verbrennung II. Grades.“
    Dies schieben Sie nun auf die Einnahme des Stramonium C1000; jedenfalls nennen Sie diese Kasuistik zur Stützung Ihrer Argumentation und garnieren das mit der rhetorischen Frage „Zufall? Hysterie? Einzelfall! ”Ohne Aussagekraft”. Ich möchte Ihnen die Antwort geben, sie lautet: „ohne Aussagekraft“. Zu Ihrem Unglück bin ich nun aber Toxikologe und kann Ihnen versichern, dass ich über äußerst umfangreiche Kenntnisse zur Wirkung von Naturstoffen verfüge. Auch habe ich schon mit diversen GIZ zusammengearbeitet.
    Kurz: die Einnahme von Stechapfeltee oder Pflanzenteilen der Pflanze D. stramonium wird niemals zu Symptomen führen, die Sie oben beschrieben haben. Sie wird niemals zu einem Neurodermitis-artigen Bild führen. Die Hauptsymptomatik ist anticholinerger Natur, peripher, wie auch zentral, da die beiden für die Wirkung verantwortlichen Hauptbestandteile die BHS überwinden können.
    Daraus resultiert schließlich auch der (in höherer Dosis) massive Realitätsverlust und Psychose-ähnliche Zustand des Patienten. Schleimhautreizung kann vereinzelt vorkommen ist aber nicht die Regel, und hat nichts, aber auch gar nichts mit einem Krankheitsbild zu tun, das Sie (bzw. die Autorin Frau Lenz) beschrieben haben. Häufiger sieht man eine leichte Hautrötung und erhöhte Temperatur. Dies können Sie alles in der wissenschaftlichen Literatur nachlesen.
    Ich muss mich also fragen, wer auf die Idee gekommen ist, ausgerechnet Datura stramonium als Simile für Neurodermitis auszusuchen. Wie so oft jemand, der keine Ahnung hatte, der noch nie einen Patienten mit einer entsprechenden Vergiftung gesehen hat. Die akute Exazerbation der Neurodermitis dann auch noch auf eine Erstverschlimmerung zurückzuführen, hinterlässt bei mir nur noch Sprachlosigkeit. Was hat das mit dem similia similibus curentur zu tun? Hier wurden einer Pflanze also wieder Effekte angedichtet, die sie gar nicht hat (siehe auch Hahnemanns Erstversuch mit Chinarinde) – und dies wird offenbar völlig unkritisch in den Kanon der Homöopathen überführt. Man geht also von völlig falschen Grundannahmen aus, therapiert eine Person, und wenn diese Person dann die auf den falschen Grundannahmen beruhenden Symptome zeigt, dann wird dies als auch noch als Hinweis für die Wirksamkeit einer homöopathischen Therapie gesehen. Das ist für den Wissenschaftler schwer verdauliche Kost. Hätte der Patient in der beschriebenen Kasuistik doch wenigstens homöopathisches Senfgas oder Toxicodendron eingenommen, dann wäre das Similie wenigstens (einigermaßen) schlüssig gewesen – die Geschichte allerdings auch nicht überzeugender. Über den schubhaften Verlauf einer Neurodermitis mit all seinen Spielarten brauche ich Ihnen doch wirklich nichts erzählen.
    Herr Hümmer, Sie werfen Ihren Diskussionspartnern mangelnde Kenntnisse vor (Ihre Kommentare vom 24. Und 26. Juli); das einzige was Sie allerdings bislang aufzuwarten haben, ist „zusammengegoogeltes“ Halbwissen, mit dem Sie sich – mit Verlaub- um Kopf und Kragen schreiben.

    Viele Grüße aus München,
    MK

  34. Ute Parsch sagt:

    Herr Hümmer,

    „@Parsch
    Vielleicht können sie mir mal erklären, wo die Materie-Übertragung im Spiel ist, wenn Herr Professor oder Vorgesetzter-ohne ein Wort zu sagen- Sie grimmig anschaut und Sie sich ziemlich unwohl fühlen und vegetativ reagieren?“

    Eine Notwendigkeit dazu sehe ich erst, wenn Sie mir vorab erklären, wie mich mein Chef ohne den Einsatz seiner anwesenden Materie wütend anschaut. 😉

    Auch in Ihrem neuen Beispiel wird Ihr Unwohlsein letztlich dadurch ausgelöst, dass die Moleküle im Gesicht Ihres Chefs eine andere Anordnung im Raum annehmen, diese Tatsache optisch übermittelt wird, was über sehr viele evolutionäre und soziokulturelle Kontexte Ihnen eine Information vermittelt. Beides ist ganz offenbar für die atomare Ebene (und auf dieser findet „Potenzieren“ statt) komplett irrelevant.

    Sie drehen sich im Kreis: Sie versuchen ein schiefes Beispiel nach dem anderen. Sie werden keines finden. Natürlich kennt die Physik Wirkungen ohne direkten Materiekontakt. Die Physik hat den Begriff der „Kraftwirkung“ und des „Feldes“ überhaupt erst erfunden. Das ist aber gar nicht die Frage: Die Physik kennt sehr viele Arten „Information“ zu übertragen. Aber nicht mit nichts.
    Abgesehen davon, dass sich diese Pseudoerklärung nie darum bemüht hat, worin denn die „Information“ bestehen soll. Auf atomarer Ebene ist keine komplexe „Information“ mehr möglich.

    „Deshalb hält uns das, was wir dank Schrödinger wissen, weiter im Bewusstsein, was wir nicht wissen. Die Welt bleibt trotz aller Lösungen komplex, und Schrödingers Texte insbesondere schärfen mit jeder neuen Lösung das Bewusstsein für Ungelöstes.“

    Ein schöner Satz, den Ihnen jeder Naturwissenschaftler unterschreiben wird. Nur hat er leider nichts mit der Homöopathie zu tun. Die Homöopathie ist – wie oben erklärt – nichts „Ungelöstes“: Wir können erklären, warum wir in Studien keine Überlegenheit gegen Placebo messen können. Wir können gleichzeitig erklären, warum dennoch so viele Menschen den Eindruck haben, es würde „wirken“. Es gibt keine offenen Fragen.

    Wie ich oben schon ausgeführt habe: Niemand behauptet, unser naturwissenschaftliches Wissen wäre vollständig oder endgültig. Wir überprüfen aber unsere Erkenntnisse tagtäglich in zahlreichen Anwendungen und stellen fest, dass sie sich lückenlos bewähren. Und der Naturwissenschaftler wird nie sich reproduzierbar bestätigendes Wissen als gleichwertig zur blanken Spekulation sehen – insbesondere, wenn diese Spekulation explizit im Widerspruch zum sich durch zahlreiche Anwendungen bestätigendem Wissen steht.

    Auch und gerade die Quantenmechanik, die zum Beispiel als zentrale Aussage von der Ununterscheidbarkeit von Atomen spricht, bewährt sich in unserem Alltag hervorragend. Kein PC weltweit, der nicht auch quantenmechanische Effekten nutzt. Und gerade diese Ununterscheidbarkeit gleichartiger Atome ist ein dickes Problem für die Homöopathie.

    Der Naturwissenschaftler macht also nichts weiter auf die Widersprüche zum sich tagtäglich bewährenden Wissen hinzuweisen. Sie behaupten zu wissen, welche Aussagen im gesicherten Wissen falsch sind – obwohl es keinerlei Hinweise darauf gibt – und sogar noch, schon zu wissen, in welche Richtung die naturwissenschaftliche Erkenntnis gehen wird. Gänzlich ohne Messdaten.

    Und nein, auch Ihr Zitat „Damit meine ich genau dasselbe, was auch oftmals die ‘Hypothese der realen Außenwelt’ genannt wird.“ hilft Ihnen da nicht weiter. Die Quantenmechanik macht die Welt keineswegs willkürlich, gibt keinen Freibrief, sie sich so zurecht zu behaupten, wie es einem passt. Das Zitat meint etwas gänzlich anderes.

  35. Steffen Uhlig, PhD sagt:

    Hallo Herr Hümmer,

    vielen Dank für Ihre Antwort. Eine Frage, haben Sie meinen Ausführungen folgen können? Können Sie mir sagen ob es einen Nachweis über die Wirksamkeit der Homöopathie gibt? Wenn ja, wo?

    Ihre Antwort auf meinen Hinweis zum Donner-Report ist inhaltlich leider etwas dünn. Von einem promovierten Hochschulabsolventen hätte ich mehr erwartet.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Steffen Uhlig

  36. Herr Hümmer,

    helfen Sie mir bitte auf die Sprünge. Ich habe jetzt überhaupt nicht verstanden, was Schrödinger mit der Homöopathie zu tun hat. Konkretisieren Sie doch mal bitte, wie man glauben kann, mit Hilfe von Schrödingers Ideen erklären zu können, dass – und wie – Homöopathie wirkt.

    Sie verkennen, dass wir den Bereich der Schwafelei längst hinter uns gelassen haben. Es sind hier konkrete Fragen an die Homöopathie formuliert worden. Gibt es konkrete Antworten darauf oder nicht? Einen allgemeinen Hinweis auf Schrödinger akzeptiere ich nicht (ich denke, die anderen wissenschaftlich orientierten Diskussionsteilnehmer ebenfalls nicht).

  37. rectus sagt:

    Herr Huemmer,
    Ihren Spekulationen zur Wirkung von Homoeopathika auf Genexpression und Epigenetik kann ich ja mal gar nichts abgewinnen. Auch hierbei gelten sebstverstaendlich alle physikalisch-chemischen Gesetzmaessigkeiten samt konventioneller materiell-energetischer Wechselwirkungen. Jedenfalls ist mir aus der Fachliteratur nichts Gegenteiliges bekannt. Andererseits: falls ich als Arzt (bin keiner) oder Therapeut den Verdacht haette, meine Behandlung wuerde in solch hochkomplexe Systeme eingreifen, wuerde ich doch wie ein aufgeregtes Huhn umher rennen und vorher abklaeren, ob und welche Nebenwirkungen diese haette. Kaum vorstellbar, dass
    der Eingriff an einer Stelle der Genexpression oder gar der Epigenetik (waere das Arzneimittel dann womoeglich auch irgendwie in der Folgegeneration wirksam, womoeglich schaedlich? Sollte man das nicht vorab pruefen?) isoliert von den restlichen molekularbiologischen Vorgaengen erfolgt! Oder haben Sie gar einfach zwei Fachbegriffe aus einem Ihnen nicht gelaeufigen Fachgebiet gewaehlt in der Hoffnung, niemand merkt es?

  38. MG sagt:

    Immer wenn ich höre, dass die Homöopathie im Wiederspruch zur Naturwissenschaft steht, muss ich ans Mittelalter denken, wo man dachte die Erde ist eine Scheibe. Ich bin Diplomingenieur und habe schon ein erweitertes pysikalisches Wissen. Ich erkenne auch keinen Wiederspruch zwischen Naturwissenschaft und Homöopathie. Nur weil man etwas nicht erklären kann, heiß es ja nicht, dass es das nicht geben kann.

    Das einzige Argument das zählt ist meiner Meinung nach, ob die Homöopathie wirkt.

    • Norbert Aust Norbert Aust sagt:

      > Ich erkenne auch keinen Widerspruch zwischen Naturwissenschaft und Homöopathie.

      Dass ein Mittel durch Verdünnen mit Wasser und Alkohol immer wirksamer wird, wenn man es nur dabei kräftig schüttelt, wundert Sie nicht? Dass die wirksamsten Medikamente sogar gar keinen Wirkstoff mehr enthalten, ist in Übereinstimmung mit den Naturwissenschaften? Ich bin auch Ingeieur mit ‚erweitertem physikalischen Wissen‘, aber dieser behauptete Sachverhalt hat mich dazu gebracht, mich tiefer mit der Homöopathie zu beschäftigen. Dabei kommt dann vieles zutage, was den erweiterten naturwissenschaftlichen Kenntnissen eines Ingenieurs kräftig zuwiderläuft.

      Wenn Sie sich da informieren wollen, ist für den Einstieg durchaus der Wikipedia-Artikel über Homöopathie zu empfehlen. Die GWUP hat ein Faltblatt herausgebracht, das die wesentlichen Kritikpunkte zusammenfasst (Link). Die Antwort des DZVhÄ wurde ausführlich in diesem Blog besprochen (hier und hier). Im ersten der Links gibt es eine Auflistung der offenen Fragen zur Wirkungsweise der Homöopathie, die naturwissenschaftlich nicht zu erklären sind. Professor Lambeck (Physiker) hat einmal abgeschätzt, dass die Klärung der Wirkungsweise der Homöopathie etwa 70 Nobelpreise für Physik, Chemie und Medizin mit sich brächte.

      Eine wesentlich tiefer gehende Auseinandersetzung finden Sie in meinem Buch (link)oder auch in den Büchern von Weymayr/Heißmann oder Singh/Ernst.

      > Nur weil man etwas nicht erklären kann, heiß es ja nicht, dass es das nicht geben kann.

      Nur dass es etwas nicht nichtgeben kann, heißt aber auch nicht, dass es das tatsächlich gibt.

      > Das einzige Argument das zählt ist meiner Meinung nach, ob die Homöopathie wirkt.

      Richtig. Und, wirkt sie? Das heißt, geht die Wirkung über eine Placebowirkung hinaus? Woher wissen Sie das, wie haben Sie das festgestellt? Bei den Homöopathen versucht man seit über 200 Jahren ziemlich verzweifelt einen belastbaren Wirkungsnachweis zu erbringen. Dies ist bisher nicht gelungen. Die Studien, in denen dieses behauptet wird, sind samt und sonders recht fehlerbehaftet. Davon können Sie sich hier auf menem Blog überzeugen.

  39. Pingback: Umfrage-Sensation: 87 Prozent der Homöopathie-Fans finden Homöopathie gut @ gwup | die skeptiker

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.