Homöopathische Krebsbehandlung nach den Banerji-Protokollen

An anderer Stelle hatte ich geschrieben, dass es keine wissenschaftlichen Studien zur Wirksamkeit einer homöopathischen Behandlung von Krebs gäbe, lediglich für die Behandlung von Nebenwirkungen einer konventionellen Krebstherapie wurden randomisierte Studien zur Wirksamkeit veröffentlicht.

Eine Leserin machte mich darauf aufmerksam, dass es auch die Banerji-Protokolle gäbe, nach denen eine recht erfolgreiche homöopathische Behandlung von Krebs möglich sein soll. Eigentlich wollte ich mich auf diesem Blog nur mit wissenschaftlichen Studien zur Homöopathie befassen, die es über die Banerji-Protokolle nicht gibt. Wenn man sich aber etwas intensiver damit befasst, auch die zugehörige Webseite studiert [1], dann fühlt man sich doch an die Märchen aus 1001 Nacht erinnert (die zwar in der heutigen Form aus Persien stammen, aber in ihren Wurzeln auf indische Quellen zurückgehen – wie die Banerji-Protokolle auch). Da auch viele deutschsprachige Webseiten (Google listet bei der Suche nach ‚banerji protokolle‘ über 5000 Treffer auf) diese Weisheiten propagieren, fühle ich mich doch verpflichtet, darüber zu berichten.

Homöopathie in Indien

Die Homöopathie wurde in Indien bereits recht früh, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, unter anderem von einem Arzt aus Siebenbürgen eingeführt [2]. Ob aus politischen Gründen – Deutschland war später Kriegsgegner der Indien beherrschenden Kolonialmacht England – oder schlicht aus Kostengründen sei dahingestellt, jedenfalls ist die Homöopathie bei der indischen Bevölkerung heute weit verbreitet und ein wesentlicher und anerkannter Bestandteil des staatlichen Gesundheitswesens (was allerdings nur etwas über die geglaubte Wirksamkeit aussagt, nicht über die tatsächliche).

Die Herren Prasanta und Pratip Banerji – Vater und Sohn – sind beides homöopathisch arbeitende Ärzte, die damit die Familientradition bereits in der dritten und vierten Generation fortführen. Insgesamt verfügt die Familie nach eigenem Bekunden über ca. 150 Jahre Erfahrung in der Homöopathie. Bereits 1958 hat man die seit 1918 bestehende homöopathische Klinik nach Kalkutta verlegt, wie ausdrücklich betont wird, in eine eher arme Gegend. In recht großem Umfang ist man als Wohlfahrtseinrichtung tätig: man behandelt angeblich täglich 1000 bis 1200 Patienten davon etwa 400 kostenlos [1], wobei die Zahlenangaben gelegentlich etwas variieren, aber auf jeden Fall von beeindruckender Größe sind. 1993 wurde die Prasanta Banerji Homeopathic Research Foundation  (PBHRF) als Forschungseinrichtung für Homöopathie gegründet. Interessanterweise wird als Grund angegeben, dass man damit die Menschen unterstützen wollte, die selbst einfachste Diagnosen und Behandlungen nicht bezahlen konnten. Man fragt sich unwillkürlich, wie bezahlen diese Menschen ihre Behandlungen jetzt, wo es die Forschungseinrichtung gibt? Der Hauptzweck besteht nach den Angaben auf der Webseite im Sammeln von Daten. Wie kommt man damit zu Geld, um die Behandlungen zu finanzieren?

Die Banerji-Protokolle

Ein wesentlicher Bestandteil der Homöopathie ist die Individualisierung der Behandlung, also das Bestimmen des genau für den Patienten als Ganzes passenden Medikaments. Hierfür ist eine ausführliche Erstanamnese erforderlich, die Zeit in der Größenordnung von ein bis zwei Stunden erforderlich macht. Zeit, die man bei dem hohen Durchsatz an Patienten einfach nicht zur Verfügung hat. Banerji-Vater hat aus dieser Not eine Tugend gemacht und sich auf die sehr große Erfahrung bei der homöopathischen Behandlung aller möglichen Krankheiten besonnen. Er hat analysiert, welche homöopathischen Medikamente bei welchen Krankheitsbildern die besten Erfolge ergaben und hat dies in ausführlichen Listen – den Banerji-Protokollen – zusammengestellt.

Man verfährt jetzt ähnlich wie die konventionelle Medizin, das heißt, man führt die Diagnose ganz konventionell mit Diagnose- und Analysegeräten und -Verfahren durch, verabreicht aber homöopathische Medikamente zur Therapie. Die Auswahl der Medikamente erfolgt nach dem festgestellten Krankheitsbild anhand der Banerji-Protokolle. Hierbei ist unter ‚Protokoll‘ nicht die Aufzeichnung eines Vorgangs zu verstehen, sondern eher eine Vorschrift, wie vorzugehen ist, begrifflich ähnlich dem Protokoll bei Hofe, das auch der König selbst zu befolgen hat.

Das führt natürlich bei den Homöopathen zu einer tiefgreifenden Diskussion, ob dies überhaupt noch als Homöopathie anzusehen ist, sind doch wesentliche Elemente der Lehre Hahnemanns, die man hier kurz beschrieben findet, einfach beiseite geschoben worden. Dies ist aber für uns weniger von Belang. Viel wichtiger ist die Tatsache, dass Vater und Sohn Banerji mit den in ihren Protokollen festgelegten Therapien ganz beträchtliche Heilungserfolge, nicht nur bei Krebs, sondern auch bei anderen schweren Erkrankungen, erzielt haben wollen – bei Multipler Sklerose, Nieren- und Leberversagen, Diabetes, Schilddrüsenerkrankung, Asthma usw.

In [3] wird für die Erfolge der Krebstherapie angegeben, bei 21 % der Behandelten käme es zum völligen Verschwinden des Tumors, bei 23 % verkleinere sich der Tumor oder er wachse zumindest nicht weiter, 24 % hätten die Behandlung aufgegeben und nur bei 32 % käme es zu Verschlechterung des Befundes oder zum Tod des Patienten. Dieses Ergebnis stütze sich auf die Zahl von über 30.000 Fällen von Krebs, die zwischen 1990 und 2008 behandelt worden seien.

Diese angeführten Ergebnisse wirken schon recht attraktiv im Vergleich zur konventionellen Medizin. Nach [4] liegt die Überlebensrate 5 Jahre nach Erstdiagnose in Deutschland für alle Krebsarten zusammen bei rund 55 %, danach ist die Sterblichkeit nicht mehr höher als beim Rest der Bevölkerung. In Anbetracht dessen, dass die Behandlung nach den Banerji-Protokollen nur in der Einnahme von homöopathischen Mitteln besteht, also keine Bestrahlung, Operation oder Chemotherapie erfolgt, wäre diese Therapie durchaus eine ernsthafte und vorteilhafte Alternative – wenn die angeführten Ergebnisse nur belastbar wären. Aber nicht von ungefähr hat die größte und bedeutsamste Sammlung von Märchen der Welt ihre Wurzeln in Indien.

Erstes Märchen:
Die Banerji-Protokolle sind als wirksame Behandlung anerkannt und zertifiziert

Auf der Webseite [1] findet man einen Link zu einer Beschreibung der Banerji-Protokolle. Wie überall auf der ganzen Webseite und in allen Veröffentlichungen wird die Methode als sehr erfolgreich beschrieben, die in allen möglichen Ländern verbreitet sei. Es fehlen aber Hinweise darauf, wo dies von unabhängiger Stelle bestätigt wird. Dies können wir also getrost als bloße Werbeaussage ignorieren.

Es findet sich aber die Aussage, das Nationale (US-)Amerikanische Krebsinstitut (NCI) hätte die Behandlungsmethode als sehr wirksam akzeptiert und zertifiziert (‚The National Cancer Institute of USA invited us to see the effectiveness of our treatment and after stringent scrutiny they have accepted our treatment as a very effective one and certified the cures‘).

Das NCI ist ein Forschungszentrum in den USA, das unter anderem nach neuen Therapien für die Behandlung von Krebserkrankungen sucht. Eine der Aktionen ist das Programm BCS (‚Best Case Series‘), mit dem im Bereich der Komplementär- und Alternativmedizin (‚CAM‘) nach möglicherweise Erfolg versprechenden Therapien gesucht wird [5]. Das Programm wendet sich an alle Therapeuten, die erfolgreiche Krebsbehandlungen durchgeführt haben. Diese werden aufgefordert, an diesem Programm teilzunehmen, indem sie Fallstudien einreichen, aus denen ihre Behandlungserfolge ersichtlich sind. Dazu gehören die Unterlagen, aus denen die Krebsdiagnose des Patienten einwandfrei hervorgeht, die Beschreibung der Behandlung selber und der Befund am Ende, aus dem eine Verbesserung des Krebsleidens ersichtlich wird. Das alles wird von den Fachleuten des NCI begutachtet und bewertet und entweder als unbrauchbar (‚unevaluable‘) eingestuft oder weiter verfolgt. Es erfolgt dann eine genauere Prüfung, ob weitere Forschung auf diesem Gebiet sinnvoll ist, im Erfolgsfall erfolgt eine Empfehlung an das NCI, entsprechende Forschungsaktivitäten anzustoßen (und wahrscheinlich auch zu finanzieren).

Was das NCI offenbar nicht tut, ist, von sich aus auf irgendwelche Therapeuten zuzugehen und sie zur Teilnahme an dem Programm aufzufordern oder einzuladen.

Was das NCI auch nicht tut, ist, die Wirksamkeit einer Therapie zu bewerten. Dies erfolge ausschließlich in gut geplanten und gut durchgeführten klinischen Studien, wie im FAQ-Kapitel ausdrücklich festgestellt wird. Ziel ist es ausschließlich, erfolgversprechende Forschungsfelder zu finden. Insoweit ist die Behauptung auf der Banerji-Webseite schon vom Ansatz her unzutreffend.

In der Tat hat man an diesem Programm teilgenommen und eine Reihe von Fallstudien vorgestellt [6]. Insgesamt wurden 14 Fälle ausgewählt, wobei die Auswahlkriterien interessant sind. In Frage kamen Patienten, bei denen sich (a) die Ärzte der Klinik daran erinnern konnten (!), dass bei den Patienten unter der Behandlung eine Verbesserung eingetreten ist, (b) die pathologischen Befunde zur Krebsdiagnose verfügbar waren und (c) Röntgenbilder verfügbar waren, die den Rückgang der Größe des Tumors dokumentieren. Diese Unterlagen wurden 1999 beim NCI eingereicht und dort bewertet.

Von den 14 Fällen wurden vier als brauchbar eingestuft (‚evaluable‘). In [6] wird dargestellt, dass das NCI angeregt hätte, dass weitere Fälle in einer Ergebnisstudie betrachtet werden sollten und wie die Ergebnisse besser zu dokumentieren seien.

Das war 1999. Wir schreiben heute das Jahr 2013, es sind also 14 Jahre seither vergangen – aber weitere Forschungsergebnisse wurden bislang nicht veröffentlicht. Es gibt lediglich eine Arbeit [7] aus 2003, die sich hauptsächlich mit der Wirkung des homöopathischen Medikaments Ruta 6 auf isolierte Krebszellen von Hirntumoren bezieht und zu der ein paar Fallstudien beigesteuert wurden. Die Studie wurde allerdings an der University of Texas durchgeführt, die Herren Banerji sind nur als Co-Autoren aufgeführt. Aber wann die Untersuchungen ausgeführt wurden und ob diese auf die Initiative NCI zurückgehen, ist dort nicht dargestellt.

Zusammenfassung: Die in den Banerji Protokollen festgelegten Therapien sind entgegen der Behauptung auf der Webseite nicht vom NCI anerkannt worden. Die angeregten Forschungsaktivitäten sind nicht erfolgt.

Zweites Märchen:
Die Behandlungsergebnisse bei Krebs sind überzeugend

Betrachten wir die Angaben der Herren Banerji zu ihren Ergebnissen, die sie an verschiedenen Stellen gemacht haben.

– Kaplan-Meier Analysen

Kaplan-Meier Grafiken zeigen die Überlebenswahrscheinlichkeit über der Zeit auf. Eine prinzipielle Beschreibung solcher Analysen findet sich in [8]. Aus Gründen des Copyrights will ich darauf verzichten, die von Banerji aufgestellten Bilder hier einzufügen.

Auf der Webseite findet man einen Downloadbereich, in dem ein Bericht als PDF heruntergeladen werden kann [9], der eine Kaplan-Meier Analyse zur Überlebensrate von Patienten mit Hirntumoren enthält, die von 1996 bis 2001 behandelt wurden. Je nach Art des Tumors ergaben sich Überlebenswahrscheinlichkeiten nach 5 Jahren von 32 bis 35 %, wobei es ebenfalls je nach Art des Tumors zwischen 20 und 22 % der Fälle zu kompletten Remissionen gekommen sein soll.

Zum Vergleich: Nach [4] betrug die Überlebensrate nach 5 Jahren für alle Hirntumore zusammen in Deutschland nur etwa 20%. Überlegenheit der Banerji-Therapie also erwiesen?

Auf der Webseite [1] selbst finden sich unter dem Menüpunkt ‚Cancer and the Banerji-Protokols‘ weitere Kaplan-Meier Grafiken, die die Überlegenheit sogar noch verstärken [10]. Hiernach betrug die Überlebensrate für 5 Jahre (Stichtag April 2013) sogar über 70 %, war also noch viel besser als früher. Nur, warum wird über diese sensationellen Ergebnisse nicht in wissenschaftlichen Fachzeitschriften berichtet? Neben der einen Million Dollar, die von James Randi für den Nachweis ausgesetzt sind, dass Homöopathie wirksam ist, wäre ein Nobelpreis für Medizin doch so gut wie sicher.

Möglicherweise wird dies von den zwar nur am Rande erwähnten aber dennoch sehr bedeutsamen Umständen verhindert, die die Integrität der Daten in Frage stellen.

Zunächst fehlt jedwede Information zu den Eingangsdaten, auf die sich die Ergebnisse beziehen. Generell gibt es keinen Hinweis auf die soziologischen und medizinischen Gegebenheiten der in die Statistik eingeflossenen Patienten. Lebensalter, genereller körperlicher Zustand, Krebsstadium, Krankengeschichte und Vorbehandlung etc., nichts von alledem wird angegeben.

Viel wichtiger noch, es fehlt jedwede Angabe darüber, wie die Diagnose zustande gekommen ist. Wie erinnerlich, befindet sich die Klinik in einer sehr armen Gegend Kalkuttas, rund ein Drittel aller Patienten können für die ärztlichen Leistungen überhaupt nicht bezahlen. Nach den Angaben in der Wikipedia sind für die genaue Diagnose von Gliomen, Astrocytomen und Meningiomen, um die es sich hier handelt, bildgebende Verfahren (MRT oder Computertomopraphie) erforderlich, sowie die Entnahme und Analyse von Gewebeproben. Ist dies wirklich erfolgt? Wenn nicht – und der Bericht schweigt sich hier völlig aus – könnte ein großer Teil des Behandlungserfolgs auch schlicht auf einem fehlerhaften Eingangsbefund basieren.

Es wird an anderer Stelle angegeben, die Forschungseinrichtung wurde gegründet, um den Patienten diese Diagnosemöglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Wie die aber bezahlt werden, ist völlig offen – wer also hätte diese teuren Untersuchungen finanziert? Ist es glaubhaft, dass in einer homöopathischen Klinik operativ Gewebeproben aus dem Schädel des Patienten entnommen werden? Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass dem NCI offenbar keine Fallstudie zu Hirntumoren vorgestellt worden waren, die die Ergebnisse solcher Untersuchungen erfordert hätten.

Ein weiterer, nicht minder bedeutsamer Umstand ist darin zu sehen, dass die Forscher nur solche Patienten in die Auswertung übernommen haben, für die Ergebnisse aus der weiteren Nachbehandlung oder mindestens einer Nachuntersuchung vorlagen. An anderer Stelle wird ausgeführt, was das bedeutet:

In [10] wird beschrieben, man habe nur die Patienten in die Auswertung einbezogen, die mindestens eine der 6 Monate oder länger nach der Behandlung erfolgenden Nachuntersuchungen wahrgenommen hätten. Die Hälfte bis 2/3 der Patienten würden nicht an den Nachuntersuchungen teilnehmen. Außer der Aussage, dass man somit eine kleinere Anzahl von Patienten in die Analyse einbezogen habe als zuerst in die Klinik kamen, erhalten wir keine weitere Aussage, wie viele Patienten konkret aus dieser Statistik herausgefallen sind. Aus dieser Bescheidenheit ist vermutlich zu schließen, dass dieser Effekt immens ist und das ganze Ergebnis zunichte machen könnte.

Natürlich mag es schwierig sein, die Gründe dafür in Erfahrung zu bringen, warum die Patienten nicht zur Nachuntersuchung kamen. Aber diese komplett aus der Statistik zu entfernen, ist nach den Qualitätskriterien für klinische Studien ein Mangel ersten Ranges. Was ist, wenn die besagten 2/3 der Patienten nicht erschienen wären, weil sie innerhalb der ersten 6 Monate verstorben sind? Dies ist nicht unwahrscheinlich. In Deutschland versterben bei Hirntumoren innerhalb des ersten Jahres nach der Erstdiagnose rund 50 % der Patienten. Gehen wir davon aus, dass die Situation der Bewohner der Slums von Kalkutta eher schlechter ist als in Deutschland, dann ist wohl anzunehmen, dass die Hemmschwelle, zum Arzt zu gehen, deutlich höher liegt, dass man diesen Schritt erst dann tut, wenn es gar nicht mehr anders geht. Unter diesen Umständen könnte der Tumor bei der Erstdiagnose schon weiter fortgeschritten sein, als es bei der zum Vergleich herangezogenen deutschen Population der Fall ist. Dann wäre eine Mortalitätsrate innerhalb des ersten halben Jahres von 50 % und darüber durchaus denkbar. Die in [9] reklamierten Zahlen würden sich mehr als halbieren, das positive Ergebnis würde sich gerade umkehren.

Natürlich sind diese Ausführungen nur Vermutungen und wir können nichts davon belegen, geschweige denn irgendwelche besser zutreffenden Zahlenwerte abschätzen. Aber die Beweislast ist hier auch anders herum. Die Herren Banerji behaupten nichts weniger, als nobelpreiswürdige sensationelle Behandlungserfolge in einer der am heftigsten erforschten Pathologien erzielt zu haben. Dann sind sie auch gehalten, die Beweise dafür zu liefern, dass ihre Behauptungen stimmen. Banerji sen. verfügt über keinen akademischen Grad, aber Banerji jun. hat einen medizinischen Doktortitel vorzuweisen, mit dem die Befähigung zu wissenschaftlicher Arbeit nachgewiesen ist. Zumindest er muss diese Zusammenhänge kennen. (Anmerkung: Im Gegensatz zu den Gepflogenheiten in Deutschland steht im angelsächsischen Sprachraum – und damit auch in der früheren englischen Kolonie Indien – der akademische Grad hinter dem Namen. Banerji M.D. weist also den Sohn als Träger eines medizinischen Doktorgrades aus. Die Bezeichnung vor dem Namen, Dr. Banerji, sagt lediglich aus, dass der Träger in einem Heilberuf arbeitet, sonst nichts.)

– Zahlenmäßige Ergebnisse

Zu den Ergebnissen der Therapie bei der Behandlung von menschlichen Patienten werden weiterhin die folgenden Angaben gemacht:

In [6] wird angegeben, man hätte in 1999 über Aufzeichnungen von 1260 Krebsfällen aller Art verfügt, bei denen in ca. 21 % der Fälle vollständige Remissionen (Verschwinden des Tumors) eingetreten seien. Eine Usergroup im Internet verzeichne mehr als 400 Fälle von Hirntumor in verschiedenen Ländern, von denen mehr als 70 % von der Behandlung profitiert hätten.

Bezüglich der hohen Totalremission gelten die oben gemachten Vorbehalte zum Eingangsbefund in vollem Umfang. Die Usergroup als Argument für die gute Wirkung heranzuziehen, ist eine fast klassisch zu nennende Täuschung. Wer schreibt denn darin? Doch nur die, die überlebt haben. Folge: auch wenn 95 % der Patienten gestorben wären, die Newsgroup besteht zu 100 % aus lebenden Patienten.

In [3] hingegen wird angegeben, man habe zwischen 1990 und 2008 insgesamt 30.288 bösartige Tumore behandelt, bei 21 % sei es zu einer kompletten Remission gekommen, bei weiteren 23 % wären Verbesserungen oder eine Stabilisierung des Zustandes eingetreten, 32 % hätten eine Verschlechterung zu verzeichnen oder wären verstorben, 24 % hätten die Behandlung abgebrochen. Für den Zeitraum von August 2006 bis August 2007 werden 1132 Fälle von speziellen Krebsarten aufgeführt, wonach rund 70 % der Patienten von der Behandlung profitiert haben sollen, bei denen also eine Remission, eine Verbesserung oder eine Stabilisierung des Zustands erreicht worden sein soll.

Ich denke, zu diesen Zahlen nicht groß getrennt Stellung nehmen zu müssen, die im vorhergehenden Abschnitt dargestellten Vorbehalte gelten sinngemäß. Auch hier fehlen die elementaren Angaben, um die Ergebnisse bewerten zu können.

Drittes Märchen:
Die Ergebnisse sind in Fachzeitschriften veröffentlicht

Da gibt es also zwei Ärzte in Kalkutta, die angeblich die größte Geißel der Menschheit ohne weitere Eingriffe allein durch die Gabe von ein paar Kügelchen oder Tropfen täglich vergleichsweise zuverlässig und erfolgreich bekämpfen können. Es sind schon Nobelpreise für Weniger vergeben worden. Aber – Zahl und Inhalt der Veröffentlichungen hierzu halten sich in sehr überschaubaren Grenzen. Eine komplette Bibliographie passt gut auf eine halbe Schreibmaschinenseite.

– Übersicht

Die Webseite [1] bemüht sich sehr darum, den Eindruck zu erwecken, dass man sich in einem wissenschaftlich geprägten Umfeld bewege. Neben [3] und [6] findet man folgende Angaben zu Veröffentlichungen:

Unter dem Menupunkt ‚Publications and Presentations / Scientific Papers Published‘ sind nur zwei Arbeiten verzeichnet, nämlich [7] und eine Arbeit zur Behandlung von Zystizerkose (Einlagerungen von Bandwurmlarven im Gewebe), die uns aber vom Thema her hier nicht interessiert.

Unter dem Menupunkt ‚Publications and Presentations / Papers/Posters presented …‘ findet man eine lange Liste, an welchen Konferenzen, Seminaren und Schulungen man teilgenommen und vorgetragen hat. Darin wird gelegentlich der Titel von Veröffentlichungen erwähnt, die man vorgestellt hat, sowie die Titel der Vorträge, die man gehalten hat. Die Inhalte dieser Papers und Vorträge findet man allerdings nicht.

Dazu gibt es unter ‚Publications and Presentations / Published Monographs‘ noch ein Büchlein, in dem im Wesentlichen die gleichen Angaben wie vorher zusammengefasst werden.

Dazu wird irgendwo aufgezählt, welche Institutionen sich schon einmal um eine Zusammenarbeit mit der Forschungseinrichtung bemüht haben, und viele Photos, die die Herren Banerji mit anderen wichtig aussehenden Menschen zeigen und die belegen sollen, wie gut die Banerji Protokolle allgemein anerkannt sind.

– Arbeit von Pathak (2003)[7]

In dieser Arbeit werden zwei verschiedene Ergebnisse vorgestellt. Hauptsächlich werden die Ergebnisse von recht umfangreichen Untersuchungen an isolierten menschlichen Zellen beschrieben. Dabei wurden Krebszellen und gesunde Zellen mit den Wirkstoffen behandelt, die an der PBHRF angeblich mit großem Erfolg zur Behandlung von Hirntumoren eingesetzt werden. Als Beleg hierfür werden einige Ergebnisse aus Indien angeführt.

Es wird angegeben, dass man 15 Patienten mit Ruta C6 und Calcarea phosphorica D3 behandelt hätte. Von diesen 15 Patienten hatten neun ein Gliom, bei acht davon kam es zur vollständigen Remission, bei dem Neunten kam das Tumorwachstum zum Stillstand. Bei den anderen 6 Patienten war man offenbar nicht so erfolgreich. Man erfährt, dass die Diagnosen ‚durch Radiologie und/oder Gewebeuntersuchung‘ getroffen wurden und dass sich die Patienten in einem späten Stadium befanden. Das war es im Wesentlichen, mehr erfährt man nicht zur Methodik der Diagnose und Behandlung, ganz zu schweigen von irgendwelchen weiteren eventuell für den Eingangsbefund der Patienten wesentlichen Aussagen.

Die Zellen wurden ebenfalls mit diesen Wirkstoffen behandelt, und, siehe da, es zeigte sich, dass die Krebszellen abgetötet wurden und die gesunden Zellen das unbeschadet überstanden haben. Wirksamkeit also nachgewiesen.

Tatsächlich?

Die Patienten schluckten täglich zwei Tropfen Ruta 6 (etwa 0,1 ml) und fünf Globuli (‚grains‘) Calcarea Phosphorica D3. Frage: was kommt davon bei den Krebszellen im Gehirn an? Letztendlich müssen die Wirkstoffe, die in den genannten Potenzen ja noch vorhanden sind, durch den Verdauungstrakt und den Blutkreislauf in das Gehirn transportiert werden und sich bei den Krebszellen einfinden. Dabei müssen verschiedene Barrieren überwunden werden. Ohne weitere medizinische Kenntnisse kann ich nicht abschätzen, was da ankommt und an der richtigen Stelle wirksam wird, aber sicher ist das nur ein winziger Bruchteil dessen, was der Patient eingenommen hat. Der Einfachheit halber sei einfach angenommen, dass sich der Wirkstoff gleichmäßig im Körper verteilt hat.

Bei dem Laborexperiment hingegen wurde mit ganz anderen Dosierungen gearbeitet. Die Zellen schwammen in jeweils 10 ml Trägerflüssigkeit, von der Menge her also etwa in einem halbvollen Schnapsglas. Die zugegebenen Wirkstoffe konnten sich also auf ein Volumen konzentrieren, das irgendwo um den Faktor 5.000 bis 10.000 kleiner war als im Körper eines Menschen. In diese Probeflüssigkeiten wurden die Wirkstoffe in verschiedenen Dosierungen eingebracht. Die ’schwache Dosierung Ruta 6′ bestand aus dem 140-fachen einer Tagesdosis, die ‚hohe Dosierung Ruta 6‘ entsprach etwa dem 210-fachen. Nicht genug damit, es wurde auch noch Ruta 1 getestet, bezogen auf die Wirkstoffmenge wurden 1.000.000.000.000 Tagesdosen in die Versuchsflüssigkeiten eingebracht, bei der Erprobung der Ruta Urtinktur sogar noch mehr. Die einzelnen Krebszellen sahen also millionen- und billionenfach größere Mengen des Wirkstoffs als sie im Kopf des Patienten durch die Einnahme des Medikaments erreichbar sind. Was sagt dann das Ergebnis der  Zelluntersuchung bezüglich der Therapie aus?

Eben. Nichts.

– Zusammenfassende Betrachtung

Mehr ist nicht. Wissenschaftliche Anerkennung macht man aber so nicht, in dem man sich mit freundlich blickenden anderen Wissenschaftlern photographieren lässt, das geht anders. Wissenschaftliche Anerkennung entsteht, indem man seine Ergebnisse veröffentlicht und damit der wissenschaftlichen Öffentlichkeit zur Diskussion stellt. Es reicht auch nicht, dass man irgendetwas auf irgendwelchen Konferenzen vorträgt und den freundlichen Applaus über sich ergehen lässt, sondern das vorgestellte Ergebnis muss auch schriftlich verfügbar und einsehbar sein, damit es in aller Ruhe überprüft und nachvollzogen werden kann. Dies geschieht üblicherweise durch die Veröffentlichung in Fachzeitschriften, die ein Peer-Review System unterhalten. Auf dem Gebiet der Medizin gibt es über 3000 solcher Journale, so dass sich für jedes Spezialgebiet eine Plattform zur Veröffentlichung findet.

Der wesentliche Punkt ist das Peer-Review System. Wenn ein Autor seine Forschungsarbeit einreicht, dann wird diese nicht sofort veröffentlicht, sondern die Arbeit wird vorher bezüglich ihrer Qualität überprüft. Da ein einzelner Redakteur oder auch ein Redaktionsteam sachlich damit überfordert wäre, die Fülle der anspruchsvollen bis sehr anspruchsvollen Aufsätze zu beurteilen, wird die Arbeit mehreren anerkannten Fachleuten auf dem Forschungsgebiet zur Begutachtung vorgelegt, in der Regel sind das Fachkollegen des Autors (‚Peers‘). Sie achten darauf, dass die Arbeit in sich schlüssig ist, formal die Anforderungen an eine nachvollziehbare wissenschaftliche Ausarbeitung erfüllt, die anerkannten Grundlagen des Fachs angemessen berücksichtigt und auch einen Grad an Neuheit besitzt, der eine Veröffentlichung überhaupt rechtfertigt.

In der Fachwelt werden nur solche Arbeiten überhaupt zur Kenntnis genommen, die unter einem solchen Peer-Review System veröffentlicht wurden, nur diese werden in den verschiedenen Verzeichnissen wissenschaftlicher Veröffentlichungen (z.b. PubMed oder MEDLINE) aufgenommen und heutzutage zumindest als Kurzfassung im Internet publiziert. Nach der Veröffentlichung nimmt die Fachöffentlichkeit mit Leserbriefen oder Kommentaren Stellung, und der Autor hat Gelegenheit, darauf wieder zu antworten. Wenn die Arbeit die Wissenschaft tatsächlich vorangebracht hat, dann zeigt sich das darin, dass spätere Autoren darauf aufbauen und dieses Paper in ihren Arbeiten zitieren. So ist das Maß, wie oft eine Veröffentlichung von anderen Autoren zitiert wird, ein Maß für die Bedeutung der Arbeit. Dies wird sogar nach gewissen Kriterien offiziell gemessen und ergibt letztendlich für den Autor den sogenannten Impact-Factor. Je größer der ist, desto bedeutender ist der Autor in der akademischen Welt seines Fachgebiets. Das gleiche kann man für eine Fachzeitschrift tun, um die Bedeutung dieser Zeitschrift für die wissenschaftliche Welt zu ermitteln. (Es sei angemerkt, dass der Impact-Factor nur innerhalb eines Fachgebiets vergleichbar ist. Bei Fachgebieten, die von vielen Forschern bearbeitet werden, fallen naturgemäß mehr Zitate an als bei kleinen randständigen Spezialgebieten.)

Wie sieht das jetzt mit den Banerji-Protokollen aus?

Die einzige Veröffentlichung zur Krebsbehandlung außer [7], die da passt, ist [6], ein Bericht über die Teilnahme an den Best Case Series des amerikanischen NCI. Als wesentlichen Inhalt enthält sie aber nur vier einzelne Fallstudien, sie entspricht damit überhaupt nicht den Anforderungen an eine Forschungsarbeit, in der haarklein die angewandte Methodik, die Eingangsbefunde, die Ergebnisauswertung, eine Diskussion der Ergebnisse und auch eine Schlussfolgerung enthalten sein müssen. Man wundert sich etwas, dass diese Arbeit das Peer-Review der Fachzeitschrift überstanden hat, aber auch innerhalb der Fachzeitschriften gibt es unterschiedliche Ansprüche. Als Beispiel für eine qualitativ hochwertige Studie sei auf die Arbeit von Oberbaum (2001) [11] hingewiesen, die zwar einen anderen Studientyp zum Inhalt hat, die aber sehr gut zeigt, wie die Anforderungen an einen nachvollziehbaren Bericht umgesetzt werden können.

Einzelne Fallstudien sind überhaupt nicht dazu angetan, die Wirksamkeit einer Behandlung zu beurteilen. Sie sind ein Hilfsmittel zur Ausbildung oder, wie bei den Best Case Series, bestenfalls ein Ausgangspunkt für eine wissenschaftliche Untersuchung, aber niemals der Inhalt derselben. Auf diese Weise weiß man einfach zu wenig über das Medikament oder die Therapie. Steht der Befund überhaupt mit dem Medikament in Zusammenhang? Für welchen Anteil von Patienten ist denn mit einer Wirkung zu rechnen? Gab es auch negative Wirkungen? Das kann eine Fallstudie oder auch eine Sammlung von Fallstudien nicht beantworten.

Google Scholar, die Suchmaschine für wissenschaftliche Veröffentlichungen, zeigt für diese einzige wissenschaftliche Veröffentlichung zu den Banerji-Protokollen seit der Veröffentlichung in 2008, also seit nunmehr fünf Jahren, insgesamt 14 Zitierungen an. Dies ist also bei Weitem keine als Grundlage akzeptierte Arbeit. Zum Vergleich: Die Arbeit von Jacobs über die Behandlung von Durchfallerkrankungen bei Kindern wurde seit 2003, also in 10 Jahren, 163 Mal zitiert.

Warum werden nicht mehr Veröffentlichungen geschrieben?

In [3] wird dargestellt, dass von den 1000 bis 1200 Patienten, die die PBHRF-Klinik täglich aufsuchen, 120 bis 200 Patienten an Krebs leiden. An möglichen Teilnehmern für eine prospektive Verlaufsstudie kann daher doch wirklich kein Mangel herrschen. Wenn es bei den Diagnosen und Therapien wirklich mit rechten Dingen zuginge, dann dürfte es kein Problem sein, dies angemessen zu beschreiben. Wenn man davon ausgeht, dass heutzutage alle Daten aus einem Diagnosegerät und alle Berichte irgendwie in einem PC anfallen, dann kann es auch kein allzu großes Problem sein, die Daten zu sammeln und auszuwerten. Eigentlich müsste dies in der täglichen Praxis fast automatisch anfallen, vielleicht nicht gerade zum Nulltarif, aber auch nicht mit einem allzu großen Aufwand. Man braucht doch eigentlich nur einen Studenten der Medizin, der als Thema seiner Abschlussarbeit die gesammelten Daten auswertet. Dennoch wartet die Welt seit nunmehr weit über zehn Jahren vergebens auf die Fortführung der Arbeit, die mit den Best Case Series für das NCI begonnen wurde und zu der man 1999 angeregt wurde.

Warum?

Geht es doch nicht so ganz mit rechten Dingen zu? Erfolgt die Diagnose ‚Krebs‘ recht schnell und daher auf nicht sicherer Grundlage und beinhaltet daher nur eine vergleichsweise niedrige Trefferquote? Die Erfolgsrate würde dann durch die früheren Fehldiagnosen aufgebläht. Dafür könnte sprechen, dass Banerji sen. angeblich jeden Tag alleine 50 bis 60 Krebspatienten behandelt, die Hälfte davon Neupatienten. Wieviel Zeit hat man da für die Diagnose zur Verfügung? Welche Diagnostika kann man da anwenden und deren Ergebnisse auswerten? Was sind also die Grundlagen für die hohe Erfolgsrate?

Auf jeden Fall erscheint es sehr merkwürdig, dass eine Organisation, die eine Webseite aufrechterhält, die sehr stark daraufhin ausgerichtet ist, die Wissenschaftlichkeit außenwirksam darzustellen, diese Gelegenheit zum Erreichen höchster Reputation auslässt.

Nachtrag (12.11.2014):

Im Kommentar zu einem neueren Blogartikel wies der User Hümmer auf eine weitere Arbeit hin, die sich mit den von Banerji angewandten Methoden und Mitteln befasst, eine in vitro (‚im Reagenzglas‘) ausgeführte Studie an menschlichen Brustkrebszellen.  Link zum Volltext).

Eine sehr kompetente Auseinandersetzung damit ist 2010 auf dem Blog Respectful Insolence erschienen (Link). Diese Rezension von orac liegt bei Psiram in einer deutschen Übersetzung vor (Link) . Quintessenz: Es fehlt an essentiellen Angaben, noch nicht einmal eine statistische Auswertung der Daten ist gegeben. Die Arbeit ist eigentlich Müll. Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

Danke an ajki für den Hinweis auf die Rezension.

Fazit:

Die angeblichen Erfolge der Therapie nach den Banerji-Protokollen basieren alleine auf den recht schwammigen Angaben der Erfinder dieses Vorgehens. Sie sind aus nicht nachvollziehbaren Gründen der Fachwelt bisher noch nicht in angemessener Form zur Diskussion gestellt worden. Damit fehlt jede Möglichkeit, diese Ergebnisse zu prüfen. Der prestigeheischende Internetauftritt kann über diese Schwachstellen der Argumentation nicht hinwegtäuschen. Der wissenschaftliche Anstrich scheint alleine der Werbung zu dienen, die womöglich dazu geführt hat, dass Vater und Sohn Banerji an recht vielen Tagungen und Schulungen als Vortragende teilgenommen haben. Wer allerdings auch nur die Anfangsgründe einer wissenschaftlichen Vorgehensweise kennt, durchschaut dieses Vorgehen aber sehr rasch.

Literatur

[1] http://www.pbhrfindia.org/, abgerufen 25. 6. 2013

[2] Wikipedia, Stichwort Homöopathie, aufgerufen 25. 6. 2013

[3] Banerji P, Banerji P, Homeopathy: Treatment of Cancer with the Banerji Protokols. In: Bhattacharya A (Ed.). Compendium of Essays on Alternative Therapy, 2012, Link zum Volltext

[4] Robert Koch Institut (Hrsg.) Krebs in Deutschland 2007/2008, Berlin (2012), (Link zum Volltext erloschen), vgl. Angaben für 2009 / 2010: Link zum Volltext (S. 18)

[5] Best Case Series Programm des National Cancer Institute, Link

[6] Banerji P, Campbell DR, Banerji P: Cancer patients treated with the Banerji protocols utilising homoeopathic medicine: A Best Case Series Program of the National Cancer Instutute USA. Oncology Reports (2008) 20: 69-74, Link zum Volltext

[7] Pathak S, Multani AS, Banerji P, Banerji P: Ruta 6 selectively induces cell death in brain cancer cells but proliferation in normal periferal blood lymphocytes: A novel treatment for human brain cancer. Internationall Journal of Oncology 23 (2003): 975-982, Link zum Volltext

[8] Wikipedia-Beitrag ‚Kaplan-Meier Schätzer‘, abgerufen 26. 6. 2013

[9] Download ‚Kaplan Meier Survival Analysis of Brain Cancer Cases‘, der Link funktioniert scheinbar nicht mehr, es erscheint eine 404-Fehlermeldung.

[10] Kaplan Meier Analyse April 2013
18.1.2015: Der Link scheint nicht mehr verfügbar zu sein:

http://www(punkt)pbhrfindia(punkt)org/images/publications/Kaplan-Meier-survival-analysis-of-Brain-Cancer-Cases(punkt)pdf

[11] Oberbaum M, Yaniv I, Ben-Gal Y, Stein J, Ben-Zwi N, Freedman LS, Branski D. A Randomized, Controlled Trial of the Homeopathic Medication TRAUMEEL S in the Treatment of Chemotherapy-induced Stomatitis in Children Undergoing STem Cell Transplantation. Cancer (2001) 92 (3) Link zum Volltext

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45 Kommentare zu Homöopathische Krebsbehandlung nach den Banerji-Protokollen

  1. Pingback: Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie / Krebsbehandlung nach den Banerji-Protokollen | entropy wins!

  2. Breß sagt:

    Hi,

    Nur so als Kommentar: „Ein Doktortitel ist kein Doktortitel ist kein Doktortitel.“

    Ein „ausländischer“ medizinischer Doktortitel ist nicht vergleichbar mit einem deutschen medizinischen Doktortitel, ist nicht vergleichbar mit einem naturwissenschaftlichen Doktortitel.

    Im Ausland ist es durchaus gängige Praxis direkt nach dem Abschluss des Studiums den Dr. med (MD) direkt zu erhalten (ohne extra Doktorarbeit). Die Praxis in Deutschland zum Erlangen eines Dr. med. ist allerdings auch durchaus sehr fragwürdig.

    Ansonsten wurde das Thema Homöopathie mal wieder sehr interessant und treffend analysiert.
    Ich bin richtig glücklich über diesen Blog, gerade in Bezug auf die Diskussionen zur Homöopathie, die ich dank dieser Sammlung immer mehr versachlicht werden können.

  3. Norbert Aust Norbert Aust sagt:

    deutschen medizinischen Doktortitel, ist nicht vergleichbar mit einem naturwissenschaftlichen Doktortitel.

    Ich weiß. Ich habe in Darmstadt studiert und unsere Studentenzeitung hatte immer Themen der medizinischen Doktorarbeiten der Frankfurter Universität publiziert. Auf der Unterhaltungsseite ….

    • Regine Sattel sagt:

      Guten Tag,
      ich bin zwar keine Medizinerin, habe aber schon viele Erfahrungen mit Homöopathie gemacht. Sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. Jedes Mittel hat seine Wirkung und seine Nebenwirkung, ganz wie in der Allopathie auch. Die Homöopathie habe ich immer wieder selbst und auch bei meiner Familie als hochwirksam erlebt. Ich kann allen Zweiflern nur raten, einfach ein paar Mal irgendwelche hochpotenzierten „Mittelchen“ auszuprobieren, um am eigenen Leib die Wirkung zu erspüren. Aber diesen Mut habe ich bisher bei noch keinen Kritikern erlebt. Dumm rummaulen und alles in Frage zu stellen ist ja viel einfacher. Da kann man sich natürlich an solchen Einzelfällen wie Banjeri gut austoben und die „Unwissenschaftlichkeit“ anprangern. Wer Beweise fordert, der sollte sich doch einfach mal dazu durchringen, diese Mittel selbst einzunehmen. Es kann ja nach Ihrer Theorie nix passieren, da nur Placebo!

      • Norbert Aust Norbert Aust sagt:

        Hallo Frau Sattel,
        ich habe inzwischen mehrfach Homöopathika ausprobiert, Arsenicum Album C30, in Überdosis. Das heißt, ein ganzes Fläschchen voll. Erstmals im April 2014 in Traunstein, zuletzt am 23. Oktober 2016 in Hamburg. Bisher ist nichts passiert. Mit mir haben das im Übrigen jeweils recht viele Homöopathiekritiker gemacht. Auch anderenorts. Von irgendwelchen positiven oder negativen Folgen ist mir nichts bekannt.
        Es würde mich interessieren, woran Sie zweifelsfrei erkennen, dass die homöopathischen Mittel bei Ihnen eine Wirkung hervorgerufen haben.
        Banerji ist übrigens kein Einzelfall. Sie wissen vielleicht, dass regelmäßig Schulungen und Kongresse zu den Banerji-Protokollen stattfinden, auf denen diese krude unbewiesene Lehre weiter verbreitet wird. In Deutschland zuletzt im April 2016.

        • Alena Jiricka sagt:

          Sehr geehrter Schreiber und Leser
          Ich finde es immer wieder sehr spannend, wie hier der Ausdruck „Wissenschaftlich erwiesen, resp. Wissenschaftliche Studie“ gedehnt und verdreht wird.
          Klartext: eine wissenschaftliche Studie besagt, dass ich einen Versuch 2-mal, 20-mal oder auch 10 000-mal machen kann und ich immer das gleiche Ergebnis bekommen. Wissenschaftlich bedeutet, es findet unter klar definierten Bedingungen statt!!
          Bei allen schulmedizinischen oder Naturheilkundlichen Studien spielt der Faktor – Geld!!, Patient (Alter, Zustand, Geschlecht, Gewicht, ….), das zu testende Produkt oder Behandlungsweise (interessant, unangenehm, ..), der Tester (ist er nett, überzeugend, charismatisch, oder eine Flusche, ….) und viele noch weitere Zusatzfaktoren wie Jahreszeit, etc…. = also wir finden keine klar definierten Bedingungen!!! Somit sind es nur Bestandsaufnahmen, welche von den Betreffenden (diese unterliegen auch verschiedenen Faktoren) wiederum unwissenschaftlich ausgewertet werden.
          Zudem werden die meisten Schulmedizinischen Studien so ausgeführt wie man/Frau Doktor resp. Financier es braucht!! Gefakte Studien gibt es wohl im Überfluss. Also seien wir mal einfach nur ehrlich.
          Übrigens ich habe einen Dr. Titel, aber auch ein Dr. Titel sagt nichts über Qualität aus – mein Vatter sagte immer es gibt Akademiker und Kakademiker.

          • Norbert Aust Norbert Aust sagt:

            Ich muss Ihnen etwas widersprechen. Eine wissenschaftliche Studie ist zunächst einmal die Beschreibung eines Versuchs oder einer Untersuchung und deren Ergebnisse. Sollte sich dies nicht reproduzieren lassen, dann ändert das erst einmal nichts daran, dass in dieser Untersuchung die zitierten Ergebnisse angefallen sind. Das Merkmal der Reproduzierbarkeit kann der Autor ja gar nicht selbst erzeugen bzw. überprüfen und er tut gut daran, seine Folgerungen aus dem Ergebnis entsprechend vorsichtig zu ziehen.

            Außerdem: Was heißt „gleiches Ergebnis“? Jede Messung, jeder Versuch unterliegt Streuungen, die auf nicht kontrollierte – und häufig nicht kontrollierbare – Störgrößen zurückgehen. Das heißt also, dass die Ergebnisse, wenn man die Untersuchung wiederholt, nur in Etwa den früheren Daten gleichen. In der Medizin besteht nun das Problem, dass die Störgrößen durch die Effekte, die Sie aufzählen, wesentlich zahlreicher und stärker sind, als das in der Technik der Fall ist. Man trägt dem dadurch Rechnung, dass Untersuchungen beispielsweise zur Wirksamkeit von Arzneimitteln mit sehr vielen Teilnehmern durchführt, mit Kontrollgruppe, Randomisierung und Verblindung, um diese Effekte möglichst auszuschalten. Die Auswertung erfolgt entsprechend mit den Mitteln der Statistik. Systematische Reviews fassen die Ergebnisse der vorliegenden Arbeiten zu einem Thema zusammen.

            Frage an Sie: Was ist daran unwissenschaftlich?

            Gleich die nächste Frage: Woher wissen Sie, dass die meisten universitätsmedizinischen Studien verfälscht sind? Welche Zahlenangaben liegen Ihnen vor? Oder ist das nur ein Bauchgefühl, dessen Existenz darauf beruht, dass es Ihnen in Ihr Weltbild passt, wenn es denn zuträfe?

            Und es steht Ihnen natürlich völlig frei, die Qualität Ihres Doktortitels abzuwerten.

        • Mary sagt:

          Lieber Norbert Aust,
          Finde es voll faszinierend, dass Sie schreiben, Sie hätten schon mehrmals Arsenicum Alba C30 in Überdosierung genommen!Sie wissen dann wohl leider nicht was eine Überdosierung, genau so wenig was Hoch Potenziert ist! Ich kann darüber nur schmunzeln, dass Sie eine Reaktion, auf eine niedrigdosiertes C30 (dafür ein Fläschchen voll), statt mal eine C 1000, LM oder XM und das täglich über einen längeren Zeitraum, so sagen wir mal 3-4 Wochen zu nehmen, denn wenn sie dann immer noch nix merken, können wir, wieder über Ihr lächerliches gebaren über Homöopatie hier weiter diskutieren. Noch zu dem Protokoll und der Anwendung, es gibt halt auch bei der Homöopathie Erfahrungswerte, sowie Doppelblindstudien und da die meisten Krebspatienten, auch fast die gleichen Symptome aufweisen, ist so ein Protokoll, nicht mal so abwegig. Aber Hauptsache, man kann sich unsachlich über etwas mal ein wenig Lustig machen gell?

          • Norbert Aust Norbert Aust sagt:

            Liebe Mary,
            es mag durchaus sein, dass meine Definition von Überdosierung (deutlich über der im Rahmen einer Therapie empfohlenen Menge) oder Hochpotenz (soweit verdünnt, dass kein Atom / Molekül der Urtinktur mehr enthalten ist) von der Ihren abweicht. Damit ich Ihre Angaben verstehen kann, wäre es nett, wenn Sie sagen würden, was Sie darunter verstehen. In meinem Sprachgebrauch ergibt sich die Dosierung aus der eingenommenen Menge und nicht aus der Potenz. Ein „Fläschchen voll niedrig dosiertes C30“ ist eine für mich unverständliche Bezeichnung.
            Aber zum Wesentlichen: Was soll denn passieren, wenn ich drei oder vier Wochen lang jeden Tag „eine C 1000, LM oder XM“ einnehme? Wobei – und da sind wir offenbar einer Meinung – es völlig gleichgültig ist, welches Mittel aus dem Präparat herausverdünnt wurde. Sie sind nicht die Erste, die einen solchen Versuch vorschlägt – aber Sie wären die Erste, die angeben könnte, wie wir dann feststellen, ob das Homöopathikum tatsächlich die Ursache einer möglichen Veränderung des Gesundheitszustandes war. Sehen Sie, dass sich innerhalb von vier Wochen Änderungen im Befinden ergeben, ist ja nicht so sehr unwahrscheinlich. Ist mir selbst schon viele hundert Mal so ergangen, ohne dass ich ein Homöopathikum eingenommen hätte. Woran unterscheiden wir also, was das Homöopathikum verursacht hat, von dem, was normalerweise ohne Homöopathikum eingetreten wäre? Wenn Sie diese Frage beantworten können, bin ich gerne bereit, mich auf einen solchen Versuch einzulassen.
            Aber Vorsicht: Sollte sich tatsächlich zeigen, dass ein Homöopathikum fühlbare Wirkungen hervorrufen kann, dann muss dies als mögliche Nebenwirkung auf den Beipackzettel und dann wäre es auch notwendig, je nach schwere dieser Wirkungen, eine Rezeptpflicht einzuführen.
            Wollen Sie das?
            Übrigens: Woher wissen Sie, dass die meisten Krebspatienten die gleichen Symptome aufweisen?

          • Vincent sagt:

            Da Herr Aust mal wieder stoisch Ihre Impertinenz ignoriert, noch eine kurze Bemerkung von mir:
            Welcher Art von Diskussionsstil erwarten Sie, wenn schon Ihr Eingangspost Unterstellungen („… hätten … genommen; …wissen nicht… was Überdosierung ist …“), eigene Überhöhung („Ich kann darüber nur schmunzeln“) bis hin zu Beleidigungen („…lächerliches Gebaren…; …unsachlich über etwas lustig machen…“) enthält?
            Werden Sie doch einmal konkret: was ist denn Ihrer Definition nach eine Überdosierung homöopathischer Mittel? Und was erwarten Sie, wenn jemand Ihren Vorschlag annimmt und über mehrere Wochen durchführt? Dass der Proband, in diesem Fall Hr. Aust nur doch im Bette liegend dahinsiecht und den Tod erwartet? Und wenn das nicht der Fall ist, werden – natürlich hinterher eine lange Liste aufgeführt, was dabei falsch gemacht wurde und so natürlich kein Effekt auftreten konnte?
            Bene, das kennen wir alles schon.

  4. Ute Parsch sagt:

    Hallo Herr Aust,

    vielen Dank für den ausführlichen und wie immer hervorragenden Artikel!

    Als ich mich vor ein paar Monaten mit den Banerji-Protokollen beschäftigt habe, kam es mir auch merkwürdig vor, dass man nach der Aufnahme in das Best Case Programm keine Veröffentlichungen von Banerji mehr findet. Es scheint auch wirklich keine zu geben. Dafür sprechen folgende Quellen:

    Das von Ihnen oben zitierte NCI erwähnte 2005 Banerji noch in seinem CAM Jahresbericht. Ihre Quelle [6] aus dem Best Case Programm wird dort erwähnt. Und das NCI regt gezielt weitere Studien an:

    „OCCAM’s review of these cases submitted by PBHRF lead to the development of a protocol for an observational study which would seek to provide an independent, prospective documentation and assessment of the outcomes that occur in 30–45 new
    lung cancer patients treated in the PBHRF clinic. The goal of this study is to estimate the frequency with which such responses occur and to thoroughly document all therapies received by these patients.“

    Im Bericht vom Frühjahr 2009 ist Banerji aber nur noch im „small grant“ Rahmen erwähnt, explizit deshalb, weil zuwenig Daten vorgelegt wurden:

    „The addition of the small grant (R03) mechanism allows investigators the opportunity to collect preliminary data on CAM that can provide the basis for future
    more extensive research. (…) These collaborations are particularly relevant to CAM practices that have been identified through the NCI Best Case Series Program and
    warrant NCI-initiated research but have not ascertained enough data for a larger project. Examples of such therapeutic regimens include the treatment approach of the P. Banerji Homeopathic Research Foundation,….“

    Die 2005 vorgeschlagene Studie wurde also scheinbar nicht durchgeführt, was angesichts der Patientenzahlen schon erstaunlich ist.

    Auch Banerji selber erwähnt ja keine weiteren Veröffentlichungen seinerseits in Ihrer Quelle [3]. Dort stellt er im Kapitel 7 die Aufnahme ins Best Case Programm als „großen Sieg für die Homöopathie“ vor. Man sollte doch davon ausgehen, dass er neuere Arbeiten erwähnen würde und vor allem eine Bestätigung seiner Arbeit durch das NCI als noch größeren Erfolg darstellen würde, wenn neuere Studien dies hergeben würden.

    Grüße

  5. Pingback: Die Banerji-Protokolle: Homöopathie gegen Krebs? @ gwup | die skeptiker

  6. Pingback: Der Wahnsinn: Homöopathie gegen Krebs und Bach-Blüten bei Kindesmissbrauch @ gwup | die skeptiker

  7. Sabine Gorski sagt:

    Warum ist Homöopathie doch so bedrohlich für die Althergebrachten? Die Schulmedizin hat ja keine Antworten! Vergiften und Verbrennen (Krebs) kann man ja schwerlich heilen nennen.
    Ja, an Kügelchen kann sich Big Pharma keine goldene Nase verdienen. Da weiss ich zumindest, dass der Arzt mir das Mittel nicht deswegen verschreibt, weil der Hersteller ihn nach St. Moritz einlädt. Von Homöopathie wird niemand reich aber auch bestimmt nicht kranker als er vorher war!

    • Norbert Aust Norbert Aust sagt:

      Ich habe lange überlegt, ob ich diesen unsachlichen Kommentar freischalte, der zur Sache nichts beiträgt.

      >> Von Homöopathie wird niemand reich
      Meine Güte, mit welchen Scheuklappen kann man denn durch die Welt gehen. DHU, Heel, Boiron etc. verdienen kein Geld?

    • Ute Parsch sagt:

      Hallo Sabine Gorski,

      darf ich kurz ein paar Anmerkungen zu Ihren Aussagen treffen?

      „Da weiss ich zumindest, dass der Arzt mir das Mittel nicht deswegen verschreibt, weil der Hersteller ihn nach St. Moritz einlädt.“

      Ich fürchte, da muss ich Sie etwas wachrütteln. Exakt an dieser Methode sind auch Herstellerfirmen von Homöopathika sehr wohl beteiligt. Christian Weymayr und Nicole Heißmann beschreiben dies in ihrem Buch „Die Homöopathie-Lüge“ sehr eindringlich. Ich zitiere: „…bepunktete Fortbildungen und eine Weiterbildung für das Apothekerzertifikat ‚Homöopathie und Naturheilverfahren‘. Sie fanden nicht etwa in einem deutschen Tagungszentrum statt, sondern auf der griechischen Insel Kos, in der 5-Sterne-Anlage ‚Neptune-Resort‘ mit beeindruckender Pool- und Spa-Landschaft. Begleitpersonen und Kinder durften laut Einladungsprospekt gern mitgebracht werden, für Familienappartements und eine Kinderbetreuung vor Ort war gesorgt. (…) Natürlich zahlten die Apotheker für diese Reise eine Menge Geld. (…) Deshalb konnten sie den Luxustrip hinterher von der Steuer absetzen, worauf im Prospekt eindrücklich hingewiesen wurde. Des Weiteren fanden die Seminare mit freundlicher Unterstützung eines Pharmaherstellers statt: Der Deutschen Homöopathie-Union (DHU) in Karlsruhe….“ (S. 184)

      „an Kügelchen kann sich Big Pharma keine goldene Nase verdienen.“

      Auch hier sollten Sie die wirtschaftlichen Tatsachen noch etwas genauer ergoogeln. Der Jahresumsatz der französischen Firma ‚Boiron‘, des weltweit größten Herstellers für Homöopathika beträgt rund eine halbe Milliarde Euro. Die größten deutschen Firmen auf dem Homöopathiemarkt sind die DHU und Heel, die es zusammen auf rund 300 Millionen Euro Umsatz bringen.
      Das ist zwar weniger als die großen Pharamunternehmen einnehmen, doch sollte man bedenken, dass die Hersteller von Homöopathika im Gegensatz zu diesen auch keinerlei Vorfinanzierungsrisiko bei der Erforschung und Zulassung neuer Medikamente tragen. Neue Homöopathika können (in Deutschland, im Ausland sind die Regelungen etwas anders) völlig ohne den geringsten Wirksamkeits- oder Unschädlichkeitsnachweis nach AMG §§38/39 einfach registriert werden. Unter diesem Aspekt erscheinen zumindest mir derartige Beträge durchaus als „eine goldene Nase“.

      „Warum ist Homöopathie doch so bedrohlich für die Althergebrachten?“

      Mit Ihrer Formulierung bedienen Sie gleich mehrere Klischeevorstellungen, die so einfach nicht zutreffen.

      Dieser Satz legt nämlich zunächst einmal nahe, die Homöopathie wäre neu, jung und innovativ – und dies im Gegensatz zu einem festgefahrenen herkömmlichen Etablissement der Medizin. Das Gegenteil entspricht jedoch erheblich mehr der Realität. Während sich die Medizin seit Hahnemanns Zeiten in atemberaubender Weise entwickelte, steht die Homöopathie als per definitionem unveränderliche _Lehre_ genauso da, wie vor 200 Jahren. Die Homöopathie ist das „Althergebrachte“, auch wenn sie sich selbst gerne anders inszeniert.

      Zweitens unterstellen Sie eine Ablehnung, die zudem drittens aus Angst geboren sein soll. Auch das macht bei genauer Betrachtung keinen Sinn. Die Medizin hat ihre enorme Entwicklung parallel zur bereits existierenden Homöopathie geleistet. Hätte sich die Homöopathie in diesem Zeitraum als nachweislich effektiv bewährt, so wäre sie heute ein Teilgebiet der Medizin. Niemand hätte im Laufe dieser Zeit Grund gehabt, ein effizientes, nebenwirkungsfreies und nachweislich besser als Placebo wirkendes Verfahren abzulehnen.

      „Die Schulmedizin hat ja keine Antworten!“

      Nun, ohne im Einzelnen darauf eingehen zu wollen, so muss man doch sagen, dass die Ergebnisse eine andere Sprache sprechen. Die Entdeckung von Viren und Bakterien und ihre Bedeutung bei der Entstehung von Krankheiten, die Bedeutung der Hygiene bei der Wundheilung, die Entwicklung der Anästhesie und damit der Chirurgie, die Entwicklung von Impfstoffen, … haben in den letzten 200 Jahren sehr wohl zu einer Steigerung der Lebenserwartung und der Lebensqualität geführt. Auch Krebspatienten haben heute erheblich bessere Überlebenschancen als zu Hahnemanns Zeiten. Blinddarmentzündung und Diabetes waren unausweichliche Todesurteile, Wundbrand und Lungenentzündung gefürchtet .

      Aber ganz abgesehen davon: Ihr Einwand ist für die Bewertung der Homöopathie komplett irrelevant. Die Homöopathie wird nicht dadurch zu einem über Placebo wirksamen Verfahren, dass die Medizin ihre offenen Fragen hat und nicht jeden Patienten retten kann. Ob die Homöopathie das ist, was sie zu sein vorgibt, eine echte, über Placebo wirksame Alternative – muss man vielmehr in Frage stellen und untersuchen.

      Und bei den hier diskutierten Banerji-Protokollen spricht leider nichts dafür, dass die Wirkung auch nur ansatzweise so spektakulär ist, wie behauptet.

      Grüße

      • Alena Jiricka sagt:

        Noch zu der Wissenschaftlichkeit:
        Klinische Untersuchungen zu Medikamenten und anderen medizinischen Therapien werden sorgfältig ausgeführt und sind die Grundlage wissenschaftlicher Beweise, richtig? Nach einer eingehenden Prüfung dieser Frage, die in der Zeitschrift British Medical Journal (BMJ) veröffentlicht wurde, lautet die Antwort jedoch tatsächlich: Nein!
        Es tut mir Leid, dass ich die Schulmedizin so treten muss, aber Sie gehen mit der Alternativmedizin sehr kritisch um. Also müssen Sie eigentlich auch zugeben, dass schulmedizinische Studien – na ja genau so unspektakulär sind.

        • Norbert Aust Norbert Aust sagt:

          Zunächst einmal: „Beweise“ gibt es nur in der Mathematik und bei den Juristen. In den Naturwissenschaften nicht. Es wäre sinnvoll, wenn Sie die Quelle, auf die Sie sich beziehen, genauer angeben würden, auf dass man dazu Stellung nehmen könnte. Universitätsmedizinische Studien sind hier nicht Thema. Also erübrigt es sich, da etwas zuzugeben oder nicht.

  8. Pingback: Begrenzte Homöopathen-Denke @ gwup | die skeptiker

  9. Ulf Ulrich sagt:

    Ich erinnere mich anhand Ihres sehr gut aufgebauten Artikels /Postings an den italienischen Spiegelautor Terziani.
    Das ist kein Werben um das Buch. Einfach ein Hinweis, wie die Homöopathie auch bei kritischer Betrachtung ihren Weg zum Kunden findet.
    http://www.amazon.de/Noch-eine-Runde-auf-Karussell/dp/3426779560/ref=pd_sim_b_1
    Ernst ist die Ausgangslage des verstorbenen Autoren. Unterhaltsam seine Beschreibung der vielen Angebote der Pseudomedizin. Reiki etc. Einen hohen Stellenwert erfährt die Homöop. gerade was Indien anbelangt. Wie Sie auf Amazon sehen, hat diese Buch einiges leisten können. Kritisches zu etlichem Budenzauber. Bei der Homöop. jedoch bleibt es kuschelig, wie schon Asimov einst postulierte.

    Desweiteren entsinne ich mich über ein im Haushalt befindliches Buch zur homöop. Behandlung bei Krebs von einem Schweizer Arzt mit Erfolgsgeschichte. Faszinierend abstoßend, wenn man erkennt, was die Ausrichtung ist. Ansonsten ist es ein Goldesel.

  10. axel tausch sagt:

    Zur Homöopathie sei festzustellen: sie ist keine Naturheilkunde, in der Natur gibt es keine Potenzierungen! Naturheilkunde wie mikrobiologische oder Phyto-therapie ist per Def. Allopathie, Gott sei Dank.

  11. Pingback: Homöopathie bei Krebs – es ist alles noch viel schlimmer @ gwup | die skeptiker

  12. Pingback: Homöopathie heute in der FAZ: Wie war das mit der wissenschaftlichen Redlichkeit? @ gwup | die skeptiker

  13. ron doll sagt:

    Hallo alle zusammen-
    es grenzt schon an peinlichkeit die lobhudelei auf die schulmedizin zu lesen. leider auch die aussage des herrn aust,der ja ein äusserst grosser inquisitor gegen homöopathie und alternative heilmethoden ist. würden wir im mittelalter leben,wäre herr aust grossinquisitor- es wird nur das veröffentlicht,was selber ins schaubild der „überzeugung“ passt. natürlich brauchen die menschen immer wieder neue götzen,und diese götzen sind noch nicht einmal etwas mehr als 150jahre alt-die sogenannte schulmedizin. die menschen leben seit über tausenden jahren,die schulmedizin existiert mit ihrer „wissenschaftsgläubigkeit“ ein bruchteil von zeit-ein sandkorn. wie sind nur all die menschen früher gesund geworden,wenn sie etwas hatten? scheinbar-ohne die schulmedizin- müssen alle bereits am schnupfen gestorben sein…
    wer die homöopathie verteufelt,hat eines nicht begriffen- der mensch besteht nicht allein aus dem symptom und dem körper-da spielt der geist und die „seele“ mit eine grosse rolle.wegen platzmangel nur so angerissen.ach so, herr aust ,wenn sie so mutig mit arsenicum c 30 waren,was lachhaft ist- empfehle ich ihnen die urtinktur von lachesis-(ist ja nur…ein homoöp.mittel) wenn sie das zu sich genommen haben und dann immer noch leben sollten- dann zieh ich den hut vor ihrem mut-mehr aber auch nicht. -falls hier nicht zensiert wird…

    • Norbert Aust Norbert Aust sagt:

      Wer Fakten bewusst ignoriert, hat nicht verstanden, worauf unsere Freiheit und unser Wohlstand beruhen. Ein Fakt, über den Sie mal nachdenken sollten, ist zum Beispiel die Lebenserwartung und Lebensqualität heute im Vergleich zu derjenigen ‚vor über Tausenden von Jahren‘. Übrigens: Welchen Sinn sollte es machen, eine Urtinktur einzunehmen, wenn man aufzeigen will, dass Hochpotenzen unwirksam sind? Denken sie vielleicht noch etwas nach – und finden in der Zwischenzeit sogar heraus, wie das mit den Großbuchstaben funktioniert.

      • ron doll sagt:

        Sehr geehrter Herr Aust, ich weiss, dass es müssig ist mit Ihnen zu diskutieren… trotzdem versuch ich es: ab hier nicht mehr mit Grossbuchstaben!
        Umgekehrt lieber herr aust, ich wollte ihnen mit der urtinktur einen beweis antreten lassen,sie als versuchskaninchen,das homöopathie wirkt. ausserdem sind tiere in der therapie mit diesen unwirksamen mittelchen die besten beweise-sie stellen es nciht in frage,sondern es wirkt.
        Welche freiheit und welchen wohlstand meinen sie? mit geschichte scheinen sie- sorry- wohl nichts am „hut“ zu haben. wer sagt ihnen,dass die menschen damals unglücklich waren. umso mehr „freiheit“ und „wohlstand“ umso unzufriedener und unglücklicher sind die menschen. aber das scheint ihnen abhanden gekommen zu sein- dieses WISSEN.Und erfragen sie aus der vergangenheit,wieviel krankheiten es damals gab und wieviel es heute gibt. und gehen sie mal zu den ägyptern welche medizinischen glanzleistungen diese kultur hervor brachte,an die wir heut so technikbegeisterte menschen immer noch nicht heran kommen… wohlstand…puuh einige wenige,ich freu mich für sie,dass sie sich damit so identifizieren können…
        Interessant eine heutige meldung, die doch in ihr feinbild Homöopathie so gar nicht passen sollte:“ 10 Todesfälle in den USA auf Grund eines homöopathischen Mittels- Belladonna“ (Tollkirsche)- wenn also Homöopathie absolut unwirksam sein soll,wie soll es zu den todesfällen kommen? Mal abgesehen,dass die reinheit !!(Verschüttelungsprozess) m.E. dort nicht eingehalten wurde,wie hier in deutschland, so dass es ev. !! zu diesen fällen kam, beweist es eines: Ihre „Beweise“ sind null und nichtig.

        • Norbert Aust Norbert Aust sagt:

          „dass es müssig ist mit Ihnen zu diskutieren“
          Wenn Sie gute Sachargumente hätten, wäre das nicht der Fall.

          Dass die Ausgangsstoffe der homöopathischen Präparate mitunter heftige Wirkungen zeigen können, stellt doch niemand in Abrede. Bei besonders giftigem Zeug auch nicht, dass das in niedrigen Potenzen der Fall sein könnte. Was ich allerdings bezweifeln möchte ist, dass die Symptome auftreten, die die Homöopathen ihnen zuschreiben.

          Arsen gehört beispielsweise schon nicht mehr in die Kategorie „besonders giftiges Zeug“. Bei einem Körpergewicht von 75 kg liegt die tödliche Dosis von Arsen bei 1g. Bei C1 wären das 100g Lösung. Die werden auf 10 kg Kügelchen aufgebracht. Folge: Sie müssten 10 kg Zuckerkügelchen essen, um sich mit Arsen C1 zu vergiften, was wohl kaum zu schaffen ist.

          Wenn Sie nicht wissen, was die Begriffe ‚Freiheit‘ und ‚Wohlstand‘ bedeuten, dann empfehle ich Ihnen, sich die Zustände in anderen Teilen der Welt anzusehen. Indien vielleicht? Oder Afrika? Schon die ländliche Türkei dürfte da sehr aufschlussreiche Einsichten ermöglichen.

          Ihr Gedankengang bezüglich der Zahnungsmittel in USA ist einigermaßen unverständlich. Dass die Präparate zu Vergiftungen geführt haben, ist nun wirklich kein Gegenargument dafür, dass Homöopathika schon ab vergleichweise niedrigen Potenzen zu wenig Wirkstoff enthalten, um irgendeine Wirkung zu entfalten. Es zeigt nur, dass man bei der Herstellung von homöopathischen Mitteln irgendetwas grundfalsch machen kann.

          Da ich, wenn Sie genau lesen würden, keine Beweise für die Unwirksamkeit liefere – schon aus dem Grunde, dass das erkenntnistheoretisch nicht geht – werden auch keine solchen null und nichtig.

  14. Angela Merklel sagt:

    Aus sprachhygienischen Gründen und wegen der offensichtlich unzutreffenden Namensangabe gelöscht – Admin.

  15. Hartmut Winkelmann sagt:

    https://www.spandidos-publications.com/ijo/36/2/395

    Warum verweisen Sie nicht auf obigen Link, wo an der Universität in Texas von US Forschern eine Studie zu den homöopathischen Verdünnungen und der Wirkung auf Brustkrebszellen gemacht wurde, die dann im International Jounal of Oncology am 1.2. 2010 veröffentlicht wurde und positive Resultate hatte.
    Entgangen oder Absicht?

  16. borstel sagt:

    „Nachtrag (12.11.2014):

    Im Kommentar zu einem neueren Blogartikel wies der User Hümmer auf eine weitere Arbeit hin, die sich mit den von Banerji angewandten Methoden und Mitteln befasst, eine in vitro (‚im Reagenzglas‘) ausgeführte Studie an menschlichen Brustkrebszellen. Link zum Volltext).

    Eine sehr kompetente Auseinandersetzung damit ist 2010 auf dem Blog Respectful Insolence erschienen (Link). Diese Rezension von orac liegt bei Psiram in einer deutschen Übersetzung vor (Link) . Quintessenz: Es fehlt an essentiellen Angaben, noch nicht einmal eine statistische Auswertung der Daten ist gegeben. Die Arbeit ist eigentlich Müll. Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

    Danke an ajki für den Hinweis auf die Rezension.“

    Dieses Zitat stammt von dem Blogbeitrag, den Sie gerade kommentiert haben, und die darin enthaltenen Links führen zu der von Ihnen aufgeführten Arbeit.

    Wer sich nicht nur die Kommentare, sondern auch den vorangestellten Beitrag des Blogs ganz durchliest, ist klar im Vorteil. Aber ein netter Versuch, zu verwirren war es trotzdem.

  17. Pingback: ARD-Mittagsmagazin: „Mit Homöopathie gegen Krebs?“ @ gwup | die skeptiker

  18. Jörg Pantel sagt:

    Ich kann ja alle Argumente der Hom.-Gegner verstehen. Allerdings:….. und sie wirkt trotzdem. Ich habe in den letzten 30 jahren Tausende von Patienten erfolgreich behandelt. Mal passte das erste Mittel, mal auch erst das Fünfte. Mal war ich zuversichtlich, mal unsicher, das hatte keinen Einfluss auf die Wirkung. Soll heißen, die Mittel wirken auch, wenn ich mir nicht sicher bin. Im Übrigen, der Patient „merkt“ es, wenn ich ihm ein für ihn Passendes Mittel in die Hand gebe. Er merkt es auch, wenn es nicht passt bzw. nur geringe Wirkung auf ihn hat.
    Ok, muss man nicht glauben, ich beschreibe meine Erfahrungen.
    Zu erwähnen noch, dass natürlich Kinder, Säuglinge oder auch Tiere zu meinen Patienten zählen. Die ebenfalls positiv reagieren, auch wenn sie nichts vom Placebo-Effekt wissen.
    Abschließend mein Angebot: ich sende Ihnen 7 Globuli Opium XM, also C 10.000, von denen Sie je eines an 7 aufeinander folgenden Tagen einnehmen. Wenn Sie dann immer noch der Meinung sind, dass Hom. Mittel in Hochpotenz keine Wirkung haben, dann werde ich gestehen: ich habe Tausenden die Wirkung der Homöopathie nur suggeriert und dadurch sind sie geheilt worden. LG Jörg Pantel, Heilpraktiker

  19. Jörg Pantel sagt:

    ……….und schade, dass das „Recht haben Wollen“ so eine große Rolle spielt. Auf beiden Seiten. Vielleicht kann man einfach tolerieren, dass es DIE Wahrheit nicht gibt bzw die Realität unterschiedlich wahrgenommen wird. Also Leute, schön locker bleiben. Glaubenskriege gab und gibt es genügend bzw viel zu viele

  20. Norbert Aust Norbert Aust sagt:

    Hallo Herr Pantel,
    aus dem Text Ihres Kommentars ist zu ersehen, dass Sie vollumfänglich davon überzeugt sind, Ihren Patienten mit der Homöopathie etwas Gutes zu tun. Daher möchte ich Sie hier auf ein paar Irrtümer und Fehlschlüsse hinweisen, denen Sie offenbar unterliegen.

    (1) Sie haben tausende von Patienten erfolgreich behandelt.
    Diese Aussage impliziert zwei Gegenfragen:
    (a) Woran machen Sie fest, dass das IHR Erfolg ist? Also dass Sie mit Ihrer Therapie kausal die Genesung Ihrer Patienten herbeigeführt oder wesentlich gefördert haben? Wie konnten Sie erkennen, dass es die Homöopathie war, die zu dem für den Patienten ohne Zweifel positiven Effekt geführt hat? Aus der einfachen Betrachtung der Abfolge aus Krankheit, Therapie und Genesung folgt dies eben nicht zwangsläufig. Es gibt natürliche Krankheitsverläufe, z.B. bei Erkältungskrankheiten und vielen anderen Allerweltsleiden. Oder die Regression zur Mitte. Ein Patient lässt sich dann therapieren, wenn es ihm schlechter als gewöhnlich geht. Da aber normalerweise extreme Zustände nicht lange aufrecht erhalten werden, kommt es entweder zu einer dramatischen Verschlimmerung oder zu einer Besserung. Oder: Woher wissen Sie, dass nicht eine parallel zur Homöopathie durchgeführte andere Maßnahme den Erfolg herbeigeführt hat? Von den möglichen Irrtümern in der Einschätzung bezüglich der Zustände „krank“ und „geheilt“ will ich hier gar nicht reden. Üblicherweise würde es einer Kontrollgruppe (mit Randomisierung und Verblindung) bedürfen, ob sich Ihre Patienten unter der Therapie anders entwickelt haben als ohne.
    (b) Bei wie vielen Patienten waren Sie denn nicht erfolgreich? Das gehört in eine Betrachtung zur Wirksamkeit unbedingt hinein. Wenn Sie darüber nicht genau Buch führen, sondern sich eher auf Ihre Erinnerung verlassen, dann könnten Sie sehr leicht einer Selbsttäuschung unterliegen. Man erinnert sich einfach besser an Erfolge, Misserfolge werden in hohem Maße verdrängt. Stichwort Bestätigungsfehlschluss („confirmation bias“).

    (2) Mal passte das erste Mittel, mal auch erst das Fünfte.
    Mit diesem Vorgehen kann ich Ihnen auch beweisen, dass man durch Tanzen Regen machen kann. Ich tanze jeden Abend, mal diesen, mal jenen Tanz. Bei manchen stelle ich fest, dass sie offenbar passen, denn am nächsten Tag regnet es. Wobei das natürlich sehr individuell ist: Ein Tanz der an einem bestimmten Tag passt, muss nicht unbedingt beim nächsten Mal ebenfalls zum Erfolg führen. Dass der gleiche Tanz vielleicht nicht zweimal hintereinander zum Erfolg führt, kann an minimalen Unterschieden im Wetterverlauf liegen, die man erst mit sehr, sehr viel Erfahrung im Regentanz erkennen und in seiner Auswahl berücksichtigen kann. Es gibt natürlich auch hartnäckige Fälle, dass es erst nach dem fünften oder gar sechsten Tanz gelungen ist, Regen zu machen. Das Ergebnis war stets das gleiche, ob ich mir unsicher war, was ich tanzen sollte oder nicht, also kann es nicht an mir liegen, es muss der Tanz gewesen sein. Ich muss allerdings zugeben, manchmal, wenn das Wetter völlig desorientiert war, also von irgendwelchen Schul-Regenmachern verpfuscht, hatte ich auch Therapieversager. Da läuft den ganzen Monat nichts, üblicherweise wird es aber danach umso heftiger regnen. Irgendwann findet man den richtigen Tanz – und dann ist der Erfolg geradezu dramatisch.
    Nun, überzeugt Sie das von meinen Künsten? Wenn nein, warum nicht? Was ist bei Ihrer Argumentation anders?

    (3) Kinder, Säuglinge, Tiere reagieren
    Natürlich tun sie das. Gerade diese sind dafür empfänglich, auf ihre Bezugspersonen zu reagieren. Übrigens wurde überhaupt der Placeboeffekt bei Tieren entdeckt und erstmals untersucht, Stichwort Pavlowscher Hund.
    Für Details möchte ich der Einfachheit halber auf einen Artikel auf unserer Netzwerkseite verweisen: https://www.netzwerk-homoeopathie.eu/faq/22-aber-bei-kindern-und-tieren-hilfts-doch-auch-die-koennen-sich-die-wirkung-doch-nicht-einbilden

    (4) 7 Globuli Opium XM …
    Können wir gerne machen. Ich bin aber derzeit noch mit einem anderen Selbstversuch beschäftigt. Ich würde es allerdings bevorzugen, die Globuli direkt vom Hersteller zu beziehen. Nur um auszuschließen, dass es irgendwelche Effekte geben könnte, die auf andere Einflüsse als dem reinen Zucker, als den ich dieses Präparat sehe, zurückgeführt werden könnten.
    Nun ist es nicht unwahrscheinlich, dass sich im Laufe einer Woche Änderungen des Gesundheitszustandes ergeben. Gerade wenn auch das Wetter oder andere äußere Umstände wechseln. Bevor wir beginnen müssten Sie mir daher noch darlegen, wie Sie feststellen wollen, ob die „Wirkung“ tatsächlich auf das Mittel zurückzuführen ist oder nicht.

    (5) … dadurch sind sie geheilt worden.
    Siehe oben, unter (1).

    (6) Vielleicht kann man einfach tolerieren, dass es DIE Wahrheit nicht gibt
    Wenn es sich um kleine Bagatellen handeln würde, dann wäre das in der Tat egal. So wie jemand an das Horoskop in der Tageszeitung glauben kann oder auch nicht. Allerdings stellt ja die Homöopathie durchaus den Anspruch, auch ernsthafteste Krankheiten behandeln zu können. Alle Krankheiten, die keiner intensivmedizinischen oder chirurgischen Behandlung bedürfen, akute Erkrankungen oder chronische, auch Infektionskrankheiten, schreibt Frau Bajic, Vorsitzende des Zentralvereins homöopathischer Ärzte. Schauen Sie sich das Programm des LMHI-Kongresses 2017 in Leipzig an. Da wird auch über den Einsatz in der Intensivmedizin berichtet, bei Krebs, Autismus, MS, Diabetes, Neonatologie etc.. Ja sogar über die Bewältigung ganzer Epidemien wird berichtet. Erinnern Sie sich noch an den Versuch der HOG sogar Ebola homöopathisch zu therapieren?
    Glauben Sie nicht, dass zumindest diese Patienten, die derartig ernsthaft betroffen sind, ein Anrecht haben, „die Wahrheit“ über das zu wissen, womit sie traktiert werden? Eine Wahrheit, die es sehr wohl gibt, die nur von den Homöopathen konsequent geleugnet wird.

    Ich nehme Ihnen, wie oben gesagt, durchaus ab, dass Sie von der Homöopathie überzeugt sind, aber kann da nicht in vielen Fällen durchaus handfestes wirtschaftliches Interesse dahinterstecken? Ist es ethisch zu vertreten, Menschen zu suggerieren, reiner Zucker sei ein Heilmittel, um ihnen dann Therapie und mittel zu verkaufen?

  21. ringo74 sagt:

    Herr Aust hat ja eigentlich bereits alles gesagt.

    Aber mal ernsthaft: „Mal passte das erste Mittel, mal auch erst das Fünfte. Mal war ich zuversichtlich, mal unsicher, das hatte keinen Einfluss auf die Wirkung.“

    Viel besser kann man Zufall nicht beschreiben.

  22. Leonard B sagt:

    Mal ganz allgemein:

    wie kann denn Homöopathie überhaupt jemals Krebs heilen, wenn es nur der Placebo Effekt sein soll? Dieser wirkt nicht curativ auf chronische Krankheiten.

    Wenn die Homöopathie auch nur einen einzigen Fall darlegen könnte, dass sie Krebs heilt, wäre das statistisch gesehen schon ein Hammer.

    Deshalb weiß ich nicht, was ich von solchen Kliniken halten soll. Die müssten ja theoretisch niemals einen Erfolg haben?

    • Norbert Aust Norbert Aust sagt:

      Richtig, genau das stellen wir in Abrede. Der Homöopathie, genau genommen den homöopathischen Präparaten, fehlt jede Wirksamkeit, irgendwelche Krankheiten zu heilen. Mit ihrem besonderen Vorgehen bei der Anamnese und der Therapie mag es sein, dass gewisse unspezifische Kontexteffekte (darin auch den Placeboeffekt) hervorgerufen werden, dies dürfte aber kaum für eine erfolgreichen Therapie einer Krebserkrankung genügen.
      Dies wäre in der Tat zu widerlegen, indem man nachweisen könnte, dass die homöopathische Therapie ursächlich für eine Heilung einer Krebserkrankung gewesen ist. Dazu muss man allerdings wissen, was ohne die Homöopathie passiert wäre – was bei einem Einzelfall nicht funktioniert. Dass eine Heilung eingetreten ist, während der Patient in homöopathischer Behandlung war, sagt noch nichts darüber, dass diese Behandlung auch die Ursache dafür war oder wesentlich dazu beigetragen hätte. Man braucht hierzu eine kontrollierte Vergleichsstudie, die es aber meines Wissens noch nicht gibt.

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  24. Maria von Streben sagt:

    Die Disskusion hier erinnert mich an jene Tafeln, die angeblich in der „Steinzeit“ erschaffen wurden, und obwohl es eine Steinzeit nie wirklich gab. Triviale Namensfindungen für eine beliebige Zeit, rein „wissenschaftlich“ natürlich!
    Natur und Wissenschaft haben miteinander soviel zu tun, wie…..!
    Findige Menschen mit Profitgedanken erschaffen täglich die Wissenschaften neu.

    Demütige Menschen, wie die Banerji´s, die täglich aus dem Herzen heraus handeln, mittellosen Menschen helfen durch ihr Wissen, diese edlen Menschen werden hier zerrissen und unmöglich dargestellt. Die Degeneration des Menschen und die Mutation zum zahlenden Affen wird hier in einem Umfang vorangetrieben, es ist einfach ohne Worte besser zu beschreiben.
    Informatorische Prozesse, ausgelöst durch ein gewisses Quantenverhalten findet in Hohlköpfe keinen Einzug, da die Quanten sich in den zu großen Schädelkalotten einfach aussichtslos verirren. Homöopathie ist ein informatorischer Prozess, nicht mehr aber auch nicht weniger. Zur richtigen Zeit, die richtige Information in Form von schwingender Essenz bringt immer den Erfolg.
    Fragt mal in der NASA nach. Die leben sehr gut mit Banerji- Protokollen für raumbedingte Erkrankungen und alle die es annehmen können, komischerweise auch.

    • Norbert Aust Norbert Aust sagt:

      Frau von Streben,

      auch nach öfterem Lesen und längerem Grübeln bleibt Ihr Beitrag unverständlich.

      Es gab sicher eine Zeit, in der die damals lebenden Menschen Werkzeuge vor allen Dingen aus Stein gefertigt und verwendet haben. Dies ist durch viele Funde eindeutig belegt. Diese Zeit wird daher allgemein als Steinzeit benannt. Von welchen „Tafeln“ sie reden, wie sie darauf kommen, dass Menschen mit Profitgedanken täglich neue Wissenschaften erfinden, bleibt unverständlich.

      Woher wollen Sie wissen, dass die Banerjis a) demütig sind und b) aus ihrem Herzen heraus mittellosen Menschen helfen? Was wissen Sie über die Ziele, die die Banerjis verfolgen?

      Aus Ihrem restlichen Wortschwall sticht außer Ihrer Ahnungslosigkeit zur Quantenmechanik noch hervor, dass Sie die Banerji-Protokolle mit der NASA in Zusammenhang bringen. Sicher, einer der Banerjis hat einmal auf einem von der NASA gesponserten Symposium zur möglichen Besiedlung des Mondes einen Vortrag gehalten, in dem der Vortragende jede Menge verschiedene homöopathische Mittel für einen solchen Einsatz empfahl. Und tatsächlich, es ist bisher kein Fall bekannt, bei dem diese Mittel auf der Mondbasis versagt hätten. Was zwei Ursachen haben kann: Entweder sind die Mittel tatsächlich gut oder die Mondbasis gibt es nicht. Was meinen Sie?

  25. borstel sagt:

    Frau von Streben, Ihre Wortwahl ist, wie es sich für einen echten Troll gehört, außerordentlich unhöflich (gut, das kann ich auch…). Ihre Argumente sind unfundiert. Und die Banerjis (ohne den Deppenapostroph bitte!) – woran machen Sie deren Demut fest? Bleibt nicht eher jeglicher gescheiter Umgang mit den Menschen auf der Strecke, wenn durch die Klinik täglich hunderte geschleust werden? Die Frage, wie auf diese Art und Weise Medizin möglich sein soll, wurde im Beitrag ja schon angesprochen. Und ich frage nicht die NASA, sondern Sie: Um welches Protokoll soll es sich handeln? Was hat die NASA bezüglich einer vorgeblichen Anwendung verlautbaren lassen? Quellen bitte, keine plumpen Behauptungen! Unabhängig davon: Was haben „raumbedingte Erkrankungen“ denn bitte mit Krebstherapien zu tun? So kann man doch nicht argumentieren. Oder sind Sie etwa dem Argument „Mit einer Operation kann man einen Abszeß zuverlässig heilen, also gilt das auch für, sagen wir mal, Skorbut.“ zugeneigt? Auf derselben Argumentationsebene sind Sie nämlich gerade unterwegs. Peinlich das.

  26. RainerO sagt:

    Und wie so oft, werden wieder einmal die Quanten vergewaltigt.
    @ Maria von Streben
    Hier tummeln sich hauptsächlich naturwissenschaftlich gebildete Menschen. Wir sind hier nicht beim Kaffeekränzchen einer esoterikaffinen Helikopterelterngruppe. Hier weiß man etwas mit Quantenmechanik anzufangen. Wenn Leute wie sie, die offensichtlich absolut überhaupt keinen Plan davon haben, mit Quanten daherkommen, erstarrt hier niemand vor Ehrfurcht, sondern greift rasch zum Beißholz und rollt die Fußnägel wieder nach unten. Mir tut es fast schon körperlich weh, immer wieder so einen Schmarrn lesen zu müssen.

  27. Dietmar Heuel sagt:

    An alle Kontrahenten,
    ich war Jahrzehnte lang überzeugt, daß homöopathische Verdünnungen das bewirken, was die Schulmedizin und ihre medialen Verbreitungsorgane einem immer wieder vermittelt haben.
    Wenn die „Verdünnung“ von homöopathischen Stoffen immer wieder als abstrus und wirkungslos angeführt wird, betrifft das sowohl spirituelle bzw. esoterische als auch (quanten)physikalische Fragestellungen und Denkweisen. Kurz: es prallen letztlich beide Weltbilder aufeinander
    Meine anfangs beschriebene Kritik an der Homöophatie hat sich erst gelegt, nachdem ich eigene Erfahrungen und sehr unterschiedlichen Meinungen und Erkenntnissen verarbeitet habe habe.
    Heutzutage verstehe ich , soweit das für einen medizinischen Laien überhaupt möglich ist. Es hat lange gedauert, der Massensuggestion der herrschenden Wissenschaftsdogmen zu entkommen und Alternativen als möglicherweise plausibel zu erkennen.
    Deshalb bin ich für die Rundum-Kritik an diesem System kaum empfänglich.
    Womit aber der eigentliche Knackpunkt, ob die Banjeri-Methode sinnvoll und erfolgreich sein kann (und sogar besser als die Schulmedizin) kaum gelöst wird.

    Da bei vielen Tumorarten die Ergebnisse der konventionellen Behandlung leider miserabel bis bescheiden sind, sollte man verstehen, daß Verzweifelte nach jedem Strohhalm greifen. Leider hat es die Schulmedizin seit Jahrzehnten, ausgehend von den USA, viel getan, um ihre Konzepte massiv zu propagieren und z.T. mit allen Mitteln durchzusetzen. Vgl. die Krebsfälle und Heilungen der Wilhelm-Reich-Klinikin den USA.
    Kürzlich habe ich ein neues Buch gelesen, das mir die Banjeri-Protokolle argumentativ erstmalig erschlossen hat.
    Es ist von Dr. Miguel Corty Friedrich :“Die Krebsrevolution – Wege aus der Angst durch integrative Medizin“, Europa-Verlag, 2016.
    Ich halte das Buch für seriös, detailreich und hilfreich. Zumindest für
    das grundlegende Verständnis homöopathischer Wirkungen, aber auch für Heilungskonzepte.
    Was im Einzelnen diskutabel oder irrig ist, kann ich (noch) nicht abschließend beurteilen. Ich empfehle jedoch jedem Betroffenen oder Interessierten, mit einigermaßen Neutralität und Objektivität, diesen dicken Strohhalm “ zur Kenntnis zu nehmen und im Interesse der Hilfleistung für Verzweifelte ernsthaft zu prüfen.
    Die massive Kritik an dem Buch wird hier wohl nicht lange auf sich warten lassen.
    D.H.

    Das

    • borstel sagt:

      Nö, wirdse nicht. Die Kritik ist allerdings ziemlich kurz: Friedrich bezieht sich auf die Banerjis – die haben aber nun einmal keine vernünftig überprüfbaren Daten vorgelegt – bis heute nicht. Wahrscheinlich haben sie halt viel zu viel zu tun damit, ihre hunderte Patienten täglich durch ihre Klinik zu schleusen, um Geld zu verdienen.

      „Massensuggestion der herrschenden Wissenschaftsdogmen“: Es war ja klar, das so ein Anwurf kommen würde – das hätte ich doch ganz gerne mal spezifiziert bekommen. Dogmen? Welche? Meinen sie die philosophischen Grundlagen von Popper und Wilhelm von Occam? Das naturwissenschaftliche formale Vorgehen bei Experimenten? Oder gar die sog. good clinical practice nebest ihren ethischen Implikationen, welche den klinischen Forscher leiten sollte? Bislang jedenfalls halte ich unsere Naturwissenschaften in Theorie und Praxis für brauchbar, schlüssig und objektiv.

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