Homöopathische Krebsbehandlung nach den Banerji-Protokollen

An anderer Stelle hatte ich geschrieben, dass es keine wissenschaftlichen Studien zur Wirksamkeit einer homöopathischen Behandlung von Krebs gäbe, lediglich für die Behandlung von Nebenwirkungen einer konventionellen Krebstherapie wurden randomisierte Studien zur Wirksamkeit veröffentlicht.

Eine Leserin machte mich darauf aufmerksam, dass es auch die Banerji-Protokolle gäbe, nach denen eine recht erfolgreiche homöopathische Behandlung von Krebs möglich sein soll. Eigentlich wollte ich mich auf diesem Blog nur mit wissenschaftlichen Studien zur Homöopathie befassen, die es über die Banerji-Protokolle nicht gibt. Wenn man sich aber etwas intensiver damit befasst, auch die zugehörige Webseite studiert [1], dann fühlt man sich doch an die Märchen aus 1001 Nacht erinnert (die zwar in der heutigen Form aus Persien stammen, aber in ihren Wurzeln auf indische Quellen zurückgehen – wie die Banerji-Protokolle auch). Da auch viele deutschsprachige Webseiten (Google listet bei der Suche nach ‚banerji protokolle‘ über 5000 Treffer auf) diese Weisheiten propagieren, fühle ich mich doch verpflichtet, darüber zu berichten.

Homöopathie in Indien

Die Homöopathie wurde in Indien bereits recht früh, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, unter anderem von einem Arzt aus Siebenbürgen eingeführt [2]. Ob aus politischen Gründen – Deutschland war später Kriegsgegner der Indien beherrschenden Kolonialmacht England – oder schlicht aus Kostengründen sei dahingestellt, jedenfalls ist die Homöopathie bei der indischen Bevölkerung heute weit verbreitet und ein wesentlicher und anerkannter Bestandteil des staatlichen Gesundheitswesens (was allerdings nur etwas über die geglaubte Wirksamkeit aussagt, nicht über die tatsächliche).

Die Herren Prasanta und Pratip Banerji – Vater und Sohn – sind beides homöopathisch arbeitende Ärzte, die damit die Familientradition bereits in der dritten und vierten Generation fortführen. Insgesamt verfügt die Familie nach eigenem Bekunden über ca. 150 Jahre Erfahrung in der Homöopathie. Bereits 1958 hat man die seit 1918 bestehende homöopathische Klinik nach Kalkutta verlegt, wie ausdrücklich betont wird, in eine eher arme Gegend. In recht großem Umfang ist man als Wohlfahrtseinrichtung tätig: man behandelt angeblich täglich 1000 bis 1200 Patienten davon etwa 400 kostenlos [1], wobei die Zahlenangaben gelegentlich etwas variieren, aber auf jeden Fall von beeindruckender Größe sind. 1993 wurde die Prasanta Banerji Homeopathic Research Foundation  (PBHRF) als Forschungseinrichtung für Homöopathie gegründet. Interessanterweise wird als Grund angegeben, dass man damit die Menschen unterstützen wollte, die selbst einfachste Diagnosen und Behandlungen nicht bezahlen konnten. Man fragt sich unwillkürlich, wie bezahlen diese Menschen ihre Behandlungen jetzt, wo es die Forschungseinrichtung gibt? Der Hauptzweck besteht nach den Angaben auf der Webseite im Sammeln von Daten. Wie kommt man damit zu Geld, um die Behandlungen zu finanzieren?

Die Banerji-Protokolle

Ein wesentlicher Bestandteil der Homöopathie ist die Individualisierung der Behandlung, also das Bestimmen des genau für den Patienten als Ganzes passenden Medikaments. Hierfür ist eine ausführliche Erstanamnese erforderlich, die Zeit in der Größenordnung von ein bis zwei Stunden erforderlich macht. Zeit, die man bei dem hohen Durchsatz an Patienten einfach nicht zur Verfügung hat. Banerji-Vater hat aus dieser Not eine Tugend gemacht und sich auf die sehr große Erfahrung bei der homöopathischen Behandlung aller möglichen Krankheiten besonnen. Er hat analysiert, welche homöopathischen Medikamente bei welchen Krankheitsbildern die besten Erfolge ergaben und hat dies in ausführlichen Listen – den Banerji-Protokollen – zusammengestellt.

Man verfährt jetzt ähnlich wie die konventionelle Medizin, das heißt, man führt die Diagnose ganz konventionell mit Diagnose- und Analysegeräten und -Verfahren durch, verabreicht aber homöopathische Medikamente zur Therapie. Die Auswahl der Medikamente erfolgt nach dem festgestellten Krankheitsbild anhand der Banerji-Protokolle. Hierbei ist unter ‚Protokoll‘ nicht die Aufzeichnung eines Vorgangs zu verstehen, sondern eher eine Vorschrift, wie vorzugehen ist, begrifflich ähnlich dem Protokoll bei Hofe, das auch der König selbst zu befolgen hat.

Das führt natürlich bei den Homöopathen zu einer tiefgreifenden Diskussion, ob dies überhaupt noch als Homöopathie anzusehen ist, sind doch wesentliche Elemente der Lehre Hahnemanns, die man hier kurz beschrieben findet, einfach beiseite geschoben worden. Dies ist aber für uns weniger von Belang. Viel wichtiger ist die Tatsache, dass Vater und Sohn Banerji mit den in ihren Protokollen festgelegten Therapien ganz beträchtliche Heilungserfolge, nicht nur bei Krebs, sondern auch bei anderen schweren Erkrankungen, erzielt haben wollen – bei Multipler Sklerose, Nieren- und Leberversagen, Diabetes, Schilddrüsenerkrankung, Asthma usw.

In [3] wird für die Erfolge der Krebstherapie angegeben, bei 21 % der Behandelten käme es zum völligen Verschwinden des Tumors, bei 23 % verkleinere sich der Tumor oder er wachse zumindest nicht weiter, 24 % hätten die Behandlung aufgegeben und nur bei 32 % käme es zu Verschlechterung des Befundes oder zum Tod des Patienten. Dieses Ergebnis stütze sich auf die Zahl von über 30.000 Fällen von Krebs, die zwischen 1990 und 2008 behandelt worden seien.

Diese angeführten Ergebnisse wirken schon recht attraktiv im Vergleich zur konventionellen Medizin. Nach [4] liegt die Überlebensrate 5 Jahre nach Erstdiagnose in Deutschland für alle Krebsarten zusammen bei rund 55 %, danach ist die Sterblichkeit nicht mehr höher als beim Rest der Bevölkerung. In Anbetracht dessen, dass die Behandlung nach den Banerji-Protokollen nur in der Einnahme von homöopathischen Mitteln besteht, also keine Bestrahlung, Operation oder Chemotherapie erfolgt, wäre diese Therapie durchaus eine ernsthafte und vorteilhafte Alternative – wenn die angeführten Ergebnisse nur belastbar wären. Aber nicht von ungefähr hat die größte und bedeutsamste Sammlung von Märchen der Welt ihre Wurzeln in Indien.

Erstes Märchen:
Die Banerji-Protokolle sind als wirksame Behandlung anerkannt und zertifiziert

Auf der Webseite [1] findet man einen Link zu einer Beschreibung der Banerji-Protokolle. Wie überall auf der ganzen Webseite und in allen Veröffentlichungen wird die Methode als sehr erfolgreich beschrieben, die in allen möglichen Ländern verbreitet sei. Es fehlen aber Hinweise darauf, wo dies von unabhängiger Stelle bestätigt wird. Dies können wir also getrost als bloße Werbeaussage ignorieren.

Es findet sich aber die Aussage, das Nationale (US-)Amerikanische Krebsinstitut (NCI) hätte die Behandlungsmethode als sehr wirksam akzeptiert und zertifiziert (‚The National Cancer Institute of USA invited us to see the effectiveness of our treatment and after stringent scrutiny they have accepted our treatment as a very effective one and certified the cures‘).

Das NCI ist ein Forschungszentrum in den USA, das unter anderem nach neuen Therapien für die Behandlung von Krebserkrankungen sucht. Eine der Aktionen ist das Programm BCS (‚Best Case Series‘), mit dem im Bereich der Komplementär- und Alternativmedizin (‚CAM‘) nach möglicherweise Erfolg versprechenden Therapien gesucht wird [5]. Das Programm wendet sich an alle Therapeuten, die erfolgreiche Krebsbehandlungen durchgeführt haben. Diese werden aufgefordert, an diesem Programm teilzunehmen, indem sie Fallstudien einreichen, aus denen ihre Behandlungserfolge ersichtlich sind. Dazu gehören die Unterlagen, aus denen die Krebsdiagnose des Patienten einwandfrei hervorgeht, die Beschreibung der Behandlung selber und der Befund am Ende, aus dem eine Verbesserung des Krebsleidens ersichtlich wird. Das alles wird von den Fachleuten des NCI begutachtet und bewertet und entweder als unbrauchbar (‚unevaluable‘) eingestuft oder weiter verfolgt. Es erfolgt dann eine genauere Prüfung, ob weitere Forschung auf diesem Gebiet sinnvoll ist, im Erfolgsfall erfolgt eine Empfehlung an das NCI, entsprechende Forschungsaktivitäten anzustoßen (und wahrscheinlich auch zu finanzieren).

Was das NCI offenbar nicht tut, ist, von sich aus auf irgendwelche Therapeuten zuzugehen und sie zur Teilnahme an dem Programm aufzufordern oder einzuladen.

Was das NCI auch nicht tut, ist, die Wirksamkeit einer Therapie zu bewerten. Dies erfolge ausschließlich in gut geplanten und gut durchgeführten klinischen Studien, wie im FAQ-Kapitel ausdrücklich festgestellt wird. Ziel ist es ausschließlich, erfolgversprechende Forschungsfelder zu finden. Insoweit ist die Behauptung auf der Banerji-Webseite schon vom Ansatz her unzutreffend.

In der Tat hat man an diesem Programm teilgenommen und eine Reihe von Fallstudien vorgestellt [6]. Insgesamt wurden 14 Fälle ausgewählt, wobei die Auswahlkriterien interessant sind. In Frage kamen Patienten, bei denen sich (a) die Ärzte der Klinik daran erinnern konnten (!), dass bei den Patienten unter der Behandlung eine Verbesserung eingetreten ist, (b) die pathologischen Befunde zur Krebsdiagnose verfügbar waren und (c) Röntgenbilder verfügbar waren, die den Rückgang der Größe des Tumors dokumentieren. Diese Unterlagen wurden 1999 beim NCI eingereicht und dort bewertet.

Von den 14 Fällen wurden vier als brauchbar eingestuft (‚evaluable‘). In [6] wird dargestellt, dass das NCI angeregt hätte, dass weitere Fälle in einer Ergebnisstudie betrachtet werden sollten und wie die Ergebnisse besser zu dokumentieren seien.

Das war 1999. Wir schreiben heute das Jahr 2013, es sind also 14 Jahre seither vergangen – aber weitere Forschungsergebnisse wurden bislang nicht veröffentlicht. Es gibt lediglich eine Arbeit [7] aus 2003, die sich hauptsächlich mit der Wirkung des homöopathischen Medikaments Ruta 6 auf isolierte Krebszellen von Hirntumoren bezieht und zu der ein paar Fallstudien beigesteuert wurden. Die Studie wurde allerdings an der University of Texas durchgeführt, die Herren Banerji sind nur als Co-Autoren aufgeführt. Aber wann die Untersuchungen ausgeführt wurden und ob diese auf die Initiative NCI zurückgehen, ist dort nicht dargestellt.

Zusammenfassung: Die in den Banerji Protokollen festgelegten Therapien sind entgegen der Behauptung auf der Webseite nicht vom NCI anerkannt worden. Die angeregten Forschungsaktivitäten sind nicht erfolgt.

Zweites Märchen:
Die Behandlungsergebnisse bei Krebs sind überzeugend

Betrachten wir die Angaben der Herren Banerji zu ihren Ergebnissen, die sie an verschiedenen Stellen gemacht haben.

– Kaplan-Meier Analysen

Kaplan-Meier Grafiken zeigen die Überlebenswahrscheinlichkeit über der Zeit auf. Eine prinzipielle Beschreibung solcher Analysen findet sich in [8]. Aus Gründen des Copyrights will ich darauf verzichten, die von Banerji aufgestellten Bilder hier einzufügen.

Auf der Webseite findet man einen Downloadbereich, in dem ein Bericht als PDF heruntergeladen werden kann [9], der eine Kaplan-Meier Analyse zur Überlebensrate von Patienten mit Hirntumoren enthält, die von 1996 bis 2001 behandelt wurden. Je nach Art des Tumors ergaben sich Überlebenswahrscheinlichkeiten nach 5 Jahren von 32 bis 35 %, wobei es ebenfalls je nach Art des Tumors zwischen 20 und 22 % der Fälle zu kompletten Remissionen gekommen sein soll.

Zum Vergleich: Nach [4] betrug die Überlebensrate nach 5 Jahren für alle Hirntumore zusammen in Deutschland nur etwa 20%. Überlegenheit der Banerji-Therapie also erwiesen?

Auf der Webseite [1] selbst finden sich unter dem Menüpunkt ‚Cancer and the Banerji-Protokols‘ weitere Kaplan-Meier Grafiken, die die Überlegenheit sogar noch verstärken [10]. Hiernach betrug die Überlebensrate für 5 Jahre (Stichtag April 2013) sogar über 70 %, war also noch viel besser als früher. Nur, warum wird über diese sensationellen Ergebnisse nicht in wissenschaftlichen Fachzeitschriften berichtet? Neben der einen Million Dollar, die von James Randi für den Nachweis ausgesetzt sind, dass Homöopathie wirksam ist, wäre ein Nobelpreis für Medizin doch so gut wie sicher.

Möglicherweise wird dies von den zwar nur am Rande erwähnten aber dennoch sehr bedeutsamen Umständen verhindert, die die Integrität der Daten in Frage stellen.

Zunächst fehlt jedwede Information zu den Eingangsdaten, auf die sich die Ergebnisse beziehen. Generell gibt es keinen Hinweis auf die soziologischen und medizinischen Gegebenheiten der in die Statistik eingeflossenen Patienten. Lebensalter, genereller körperlicher Zustand, Krebsstadium, Krankengeschichte und Vorbehandlung etc., nichts von alledem wird angegeben.

Viel wichtiger noch, es fehlt jedwede Angabe darüber, wie die Diagnose zustande gekommen ist. Wie erinnerlich, befindet sich die Klinik in einer sehr armen Gegend Kalkuttas, rund ein Drittel aller Patienten können für die ärztlichen Leistungen überhaupt nicht bezahlen. Nach den Angaben in der Wikipedia sind für die genaue Diagnose von Gliomen, Astrocytomen und Meningiomen, um die es sich hier handelt, bildgebende Verfahren (MRT oder Computertomopraphie) erforderlich, sowie die Entnahme und Analyse von Gewebeproben. Ist dies wirklich erfolgt? Wenn nicht – und der Bericht schweigt sich hier völlig aus – könnte ein großer Teil des Behandlungserfolgs auch schlicht auf einem fehlerhaften Eingangsbefund basieren.

Es wird an anderer Stelle angegeben, die Forschungseinrichtung wurde gegründet, um den Patienten diese Diagnosemöglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Wie die aber bezahlt werden, ist völlig offen – wer also hätte diese teuren Untersuchungen finanziert? Ist es glaubhaft, dass in einer homöopathischen Klinik operativ Gewebeproben aus dem Schädel des Patienten entnommen werden? Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass dem NCI offenbar keine Fallstudie zu Hirntumoren vorgestellt worden waren, die die Ergebnisse solcher Untersuchungen erfordert hätten.

Ein weiterer, nicht minder bedeutsamer Umstand ist darin zu sehen, dass die Forscher nur solche Patienten in die Auswertung übernommen haben, für die Ergebnisse aus der weiteren Nachbehandlung oder mindestens einer Nachuntersuchung vorlagen. An anderer Stelle wird ausgeführt, was das bedeutet:

In [10] wird beschrieben, man habe nur die Patienten in die Auswertung einbezogen, die mindestens eine der 6 Monate oder länger nach der Behandlung erfolgenden Nachuntersuchungen wahrgenommen hätten. Die Hälfte bis 2/3 der Patienten würden nicht an den Nachuntersuchungen teilnehmen. Außer der Aussage, dass man somit eine kleinere Anzahl von Patienten in die Analyse einbezogen habe als zuerst in die Klinik kamen, erhalten wir keine weitere Aussage, wie viele Patienten konkret aus dieser Statistik herausgefallen sind. Aus dieser Bescheidenheit ist vermutlich zu schließen, dass dieser Effekt immens ist und das ganze Ergebnis zunichte machen könnte.

Natürlich mag es schwierig sein, die Gründe dafür in Erfahrung zu bringen, warum die Patienten nicht zur Nachuntersuchung kamen. Aber diese komplett aus der Statistik zu entfernen, ist nach den Qualitätskriterien für klinische Studien ein Mangel ersten Ranges. Was ist, wenn die besagten 2/3 der Patienten nicht erschienen wären, weil sie innerhalb der ersten 6 Monate verstorben sind? Dies ist nicht unwahrscheinlich. In Deutschland versterben bei Hirntumoren innerhalb des ersten Jahres nach der Erstdiagnose rund 50 % der Patienten. Gehen wir davon aus, dass die Situation der Bewohner der Slums von Kalkutta eher schlechter ist als in Deutschland, dann ist wohl anzunehmen, dass die Hemmschwelle, zum Arzt zu gehen, deutlich höher liegt, dass man diesen Schritt erst dann tut, wenn es gar nicht mehr anders geht. Unter diesen Umständen könnte der Tumor bei der Erstdiagnose schon weiter fortgeschritten sein, als es bei der zum Vergleich herangezogenen deutschen Population der Fall ist. Dann wäre eine Mortalitätsrate innerhalb des ersten halben Jahres von 50 % und darüber durchaus denkbar. Die in [9] reklamierten Zahlen würden sich mehr als halbieren, das positive Ergebnis würde sich gerade umkehren.

Natürlich sind diese Ausführungen nur Vermutungen und wir können nichts davon belegen, geschweige denn irgendwelche besser zutreffenden Zahlenwerte abschätzen. Aber die Beweislast ist hier auch anders herum. Die Herren Banerji behaupten nichts weniger, als nobelpreiswürdige sensationelle Behandlungserfolge in einer der am heftigsten erforschten Pathologien erzielt zu haben. Dann sind sie auch gehalten, die Beweise dafür zu liefern, dass ihre Behauptungen stimmen. Banerji sen. verfügt über keinen akademischen Grad, aber Banerji jun. hat einen medizinischen Doktortitel vorzuweisen, mit dem die Befähigung zu wissenschaftlicher Arbeit nachgewiesen ist. Zumindest er muss diese Zusammenhänge kennen. (Anmerkung: Im Gegensatz zu den Gepflogenheiten in Deutschland steht im angelsächsischen Sprachraum – und damit auch in der früheren englischen Kolonie Indien – der akademische Grad hinter dem Namen. Banerji M.D. weist also den Sohn als Träger eines medizinischen Doktorgrades aus. Die Bezeichnung vor dem Namen, Dr. Banerji, sagt lediglich aus, dass der Träger in einem Heilberuf arbeitet, sonst nichts.)

– Zahlenmäßige Ergebnisse

Zu den Ergebnissen der Therapie bei der Behandlung von menschlichen Patienten werden weiterhin die folgenden Angaben gemacht:

In [6] wird angegeben, man hätte in 1999 über Aufzeichnungen von 1260 Krebsfällen aller Art verfügt, bei denen in ca. 21 % der Fälle vollständige Remissionen (Verschwinden des Tumors) eingetreten seien. Eine Usergroup im Internet verzeichne mehr als 400 Fälle von Hirntumor in verschiedenen Ländern, von denen mehr als 70 % von der Behandlung profitiert hätten.

Bezüglich der hohen Totalremission gelten die oben gemachten Vorbehalte zum Eingangsbefund in vollem Umfang. Die Usergroup als Argument für die gute Wirkung heranzuziehen, ist eine fast klassisch zu nennende Täuschung. Wer schreibt denn darin? Doch nur die, die überlebt haben. Folge: auch wenn 95 % der Patienten gestorben wären, die Newsgroup besteht zu 100 % aus lebenden Patienten.

In [3] hingegen wird angegeben, man habe zwischen 1990 und 2008 insgesamt 30.288 bösartige Tumore behandelt, bei 21 % sei es zu einer kompletten Remission gekommen, bei weiteren 23 % wären Verbesserungen oder eine Stabilisierung des Zustandes eingetreten, 32 % hätten eine Verschlechterung zu verzeichnen oder wären verstorben, 24 % hätten die Behandlung abgebrochen. Für den Zeitraum von August 2006 bis August 2007 werden 1132 Fälle von speziellen Krebsarten aufgeführt, wonach rund 70 % der Patienten von der Behandlung profitiert haben sollen, bei denen also eine Remission, eine Verbesserung oder eine Stabilisierung des Zustands erreicht worden sein soll.

Ich denke, zu diesen Zahlen nicht groß getrennt Stellung nehmen zu müssen, die im vorhergehenden Abschnitt dargestellten Vorbehalte gelten sinngemäß. Auch hier fehlen die elementaren Angaben, um die Ergebnisse bewerten zu können.

Drittes Märchen:
Die Ergebnisse sind in Fachzeitschriften veröffentlicht

Da gibt es also zwei Ärzte in Kalkutta, die angeblich die größte Geißel der Menschheit ohne weitere Eingriffe allein durch die Gabe von ein paar Kügelchen oder Tropfen täglich vergleichsweise zuverlässig und erfolgreich bekämpfen können. Es sind schon Nobelpreise für Weniger vergeben worden. Aber – Zahl und Inhalt der Veröffentlichungen hierzu halten sich in sehr überschaubaren Grenzen. Eine komplette Bibliographie passt gut auf eine halbe Schreibmaschinenseite.

– Übersicht

Die Webseite [1] bemüht sich sehr darum, den Eindruck zu erwecken, dass man sich in einem wissenschaftlich geprägten Umfeld bewege. Neben [3] und [6] findet man folgende Angaben zu Veröffentlichungen:

Unter dem Menupunkt ‚Publications and Presentations / Scientific Papers Published‘ sind nur zwei Arbeiten verzeichnet, nämlich [7] und eine Arbeit zur Behandlung von Zystizerkose (Einlagerungen von Bandwurmlarven im Gewebe), die uns aber vom Thema her hier nicht interessiert.

Unter dem Menupunkt ‚Publications and Presentations / Papers/Posters presented …‘ findet man eine lange Liste, an welchen Konferenzen, Seminaren und Schulungen man teilgenommen und vorgetragen hat. Darin wird gelegentlich der Titel von Veröffentlichungen erwähnt, die man vorgestellt hat, sowie die Titel der Vorträge, die man gehalten hat. Die Inhalte dieser Papers und Vorträge findet man allerdings nicht.

Dazu gibt es unter ‚Publications and Presentations / Published Monographs‘ noch ein Büchlein, in dem im Wesentlichen die gleichen Angaben wie vorher zusammengefasst werden.

Dazu wird irgendwo aufgezählt, welche Institutionen sich schon einmal um eine Zusammenarbeit mit der Forschungseinrichtung bemüht haben, und viele Photos, die die Herren Banerji mit anderen wichtig aussehenden Menschen zeigen und die belegen sollen, wie gut die Banerji Protokolle allgemein anerkannt sind.

– Arbeit von Pathak (2003)[7]

In dieser Arbeit werden zwei verschiedene Ergebnisse vorgestellt. Hauptsächlich werden die Ergebnisse von recht umfangreichen Untersuchungen an isolierten menschlichen Zellen beschrieben. Dabei wurden Krebszellen und gesunde Zellen mit den Wirkstoffen behandelt, die an der PBHRF angeblich mit großem Erfolg zur Behandlung von Hirntumoren eingesetzt werden. Als Beleg hierfür werden einige Ergebnisse aus Indien angeführt.

Es wird angegeben, dass man 15 Patienten mit Ruta C6 und Calcarea phosphorica D3 behandelt hätte. Von diesen 15 Patienten hatten neun ein Gliom, bei acht davon kam es zur vollständigen Remission, bei dem Neunten kam das Tumorwachstum zum Stillstand. Bei den anderen 6 Patienten war man offenbar nicht so erfolgreich. Man erfährt, dass die Diagnosen ‚durch Radiologie und/oder Gewebeuntersuchung‘ getroffen wurden und dass sich die Patienten in einem späten Stadium befanden. Das war es im Wesentlichen, mehr erfährt man nicht zur Methodik der Diagnose und Behandlung, ganz zu schweigen von irgendwelchen weiteren eventuell für den Eingangsbefund der Patienten wesentlichen Aussagen.

Die Zellen wurden ebenfalls mit diesen Wirkstoffen behandelt, und, siehe da, es zeigte sich, dass die Krebszellen abgetötet wurden und die gesunden Zellen das unbeschadet überstanden haben. Wirksamkeit also nachgewiesen.

Tatsächlich?

Die Patienten schluckten täglich zwei Tropfen Ruta 6 (etwa 0,1 ml) und fünf Globuli (‚grains‘) Calcarea Phosphorica D3. Frage: was kommt davon bei den Krebszellen im Gehirn an? Letztendlich müssen die Wirkstoffe, die in den genannten Potenzen ja noch vorhanden sind, durch den Verdauungstrakt und den Blutkreislauf in das Gehirn transportiert werden und sich bei den Krebszellen einfinden. Dabei müssen verschiedene Barrieren überwunden werden. Ohne weitere medizinische Kenntnisse kann ich nicht abschätzen, was da ankommt und an der richtigen Stelle wirksam wird, aber sicher ist das nur ein winziger Bruchteil dessen, was der Patient eingenommen hat. Der Einfachheit halber sei einfach angenommen, dass sich der Wirkstoff gleichmäßig im Körper verteilt hat.

Bei dem Laborexperiment hingegen wurde mit ganz anderen Dosierungen gearbeitet. Die Zellen schwammen in jeweils 10 ml Trägerflüssigkeit, von der Menge her also etwa in einem halbvollen Schnapsglas. Die zugegebenen Wirkstoffe konnten sich also auf ein Volumen konzentrieren, das irgendwo um den Faktor 5.000 bis 10.000 kleiner war als im Körper eines Menschen. In diese Probeflüssigkeiten wurden die Wirkstoffe in verschiedenen Dosierungen eingebracht. Die ’schwache Dosierung Ruta 6′ bestand aus dem 140-fachen einer Tagesdosis, die ‚hohe Dosierung Ruta 6‘ entsprach etwa dem 210-fachen. Nicht genug damit, es wurde auch noch Ruta 1 getestet, bezogen auf die Wirkstoffmenge wurden 1.000.000.000.000 Tagesdosen in die Versuchsflüssigkeiten eingebracht, bei der Erprobung der Ruta Urtinktur sogar noch mehr. Die einzelnen Krebszellen sahen also millionen- und billionenfach größere Mengen des Wirkstoffs als sie im Kopf des Patienten durch die Einnahme des Medikaments erreichbar sind. Was sagt dann das Ergebnis der  Zelluntersuchung bezüglich der Therapie aus?

Eben. Nichts.

– Zusammenfassende Betrachtung

Mehr ist nicht. Wissenschaftliche Anerkennung macht man aber so nicht, in dem man sich mit freundlich blickenden anderen Wissenschaftlern photographieren lässt, das geht anders. Wissenschaftliche Anerkennung entsteht, indem man seine Ergebnisse veröffentlicht und damit der wissenschaftlichen Öffentlichkeit zur Diskussion stellt. Es reicht auch nicht, dass man irgendetwas auf irgendwelchen Konferenzen vorträgt und den freundlichen Applaus über sich ergehen lässt, sondern das vorgestellte Ergebnis muss auch schriftlich verfügbar und einsehbar sein, damit es in aller Ruhe überprüft und nachvollzogen werden kann. Dies geschieht üblicherweise durch die Veröffentlichung in Fachzeitschriften, die ein Peer-Review System unterhalten. Auf dem Gebiet der Medizin gibt es über 3000 solcher Journale, so dass sich für jedes Spezialgebiet eine Plattform zur Veröffentlichung findet.

Der wesentliche Punkt ist das Peer-Review System. Wenn ein Autor seine Forschungsarbeit einreicht, dann wird diese nicht sofort veröffentlicht, sondern die Arbeit wird vorher bezüglich ihrer Qualität überprüft. Da ein einzelner Redakteur oder auch ein Redaktionsteam sachlich damit überfordert wäre, die Fülle der anspruchsvollen bis sehr anspruchsvollen Aufsätze zu beurteilen, wird die Arbeit mehreren anerkannten Fachleuten auf dem Forschungsgebiet zur Begutachtung vorgelegt, in der Regel sind das Fachkollegen des Autors (‚Peers‘). Sie achten darauf, dass die Arbeit in sich schlüssig ist, formal die Anforderungen an eine nachvollziehbare wissenschaftliche Ausarbeitung erfüllt, die anerkannten Grundlagen des Fachs angemessen berücksichtigt und auch einen Grad an Neuheit besitzt, der eine Veröffentlichung überhaupt rechtfertigt.

In der Fachwelt werden nur solche Arbeiten überhaupt zur Kenntnis genommen, die unter einem solchen Peer-Review System veröffentlicht wurden, nur diese werden in den verschiedenen Verzeichnissen wissenschaftlicher Veröffentlichungen (z.b. PubMed oder MEDLINE) aufgenommen und heutzutage zumindest als Kurzfassung im Internet publiziert. Nach der Veröffentlichung nimmt die Fachöffentlichkeit mit Leserbriefen oder Kommentaren Stellung, und der Autor hat Gelegenheit, darauf wieder zu antworten. Wenn die Arbeit die Wissenschaft tatsächlich vorangebracht hat, dann zeigt sich das darin, dass spätere Autoren darauf aufbauen und dieses Paper in ihren Arbeiten zitieren. So ist das Maß, wie oft eine Veröffentlichung von anderen Autoren zitiert wird, ein Maß für die Bedeutung der Arbeit. Dies wird sogar nach gewissen Kriterien offiziell gemessen und ergibt letztendlich für den Autor den sogenannten Impact-Factor. Je größer der ist, desto bedeutender ist der Autor in der akademischen Welt seines Fachgebiets. Das gleiche kann man für eine Fachzeitschrift tun, um die Bedeutung dieser Zeitschrift für die wissenschaftliche Welt zu ermitteln. (Es sei angemerkt, dass der Impact-Factor nur innerhalb eines Fachgebiets vergleichbar ist. Bei Fachgebieten, die von vielen Forschern bearbeitet werden, fallen naturgemäß mehr Zitate an als bei kleinen randständigen Spezialgebieten.)

Wie sieht das jetzt mit den Banerji-Protokollen aus?

Die einzige Veröffentlichung zur Krebsbehandlung außer [7], die da passt, ist [6], ein Bericht über die Teilnahme an den Best Case Series des amerikanischen NCI. Als wesentlichen Inhalt enthält sie aber nur vier einzelne Fallstudien, sie entspricht damit überhaupt nicht den Anforderungen an eine Forschungsarbeit, in der haarklein die angewandte Methodik, die Eingangsbefunde, die Ergebnisauswertung, eine Diskussion der Ergebnisse und auch eine Schlussfolgerung enthalten sein müssen. Man wundert sich etwas, dass diese Arbeit das Peer-Review der Fachzeitschrift überstanden hat, aber auch innerhalb der Fachzeitschriften gibt es unterschiedliche Ansprüche. Als Beispiel für eine qualitativ hochwertige Studie sei auf die Arbeit von Oberbaum (2001) [11] hingewiesen, die zwar einen anderen Studientyp zum Inhalt hat, die aber sehr gut zeigt, wie die Anforderungen an einen nachvollziehbaren Bericht umgesetzt werden können.

Einzelne Fallstudien sind überhaupt nicht dazu angetan, die Wirksamkeit einer Behandlung zu beurteilen. Sie sind ein Hilfsmittel zur Ausbildung oder, wie bei den Best Case Series, bestenfalls ein Ausgangspunkt für eine wissenschaftliche Untersuchung, aber niemals der Inhalt derselben. Auf diese Weise weiß man einfach zu wenig über das Medikament oder die Therapie. Steht der Befund überhaupt mit dem Medikament in Zusammenhang? Für welchen Anteil von Patienten ist denn mit einer Wirkung zu rechnen? Gab es auch negative Wirkungen? Das kann eine Fallstudie oder auch eine Sammlung von Fallstudien nicht beantworten.

Google Scholar, die Suchmaschine für wissenschaftliche Veröffentlichungen, zeigt für diese einzige wissenschaftliche Veröffentlichung zu den Banerji-Protokollen seit der Veröffentlichung in 2008, also seit nunmehr fünf Jahren, insgesamt 14 Zitierungen an. Dies ist also bei Weitem keine als Grundlage akzeptierte Arbeit. Zum Vergleich: Die Arbeit von Jacobs über die Behandlung von Durchfallerkrankungen bei Kindern wurde seit 2003, also in 10 Jahren, 163 Mal zitiert.

Warum werden nicht mehr Veröffentlichungen geschrieben?

In [3] wird dargestellt, dass von den 1000 bis 1200 Patienten, die die PBHRF-Klinik täglich aufsuchen, 120 bis 200 Patienten an Krebs leiden. An möglichen Teilnehmern für eine prospektive Verlaufsstudie kann daher doch wirklich kein Mangel herrschen. Wenn es bei den Diagnosen und Therapien wirklich mit rechten Dingen zuginge, dann dürfte es kein Problem sein, dies angemessen zu beschreiben. Wenn man davon ausgeht, dass heutzutage alle Daten aus einem Diagnosegerät und alle Berichte irgendwie in einem PC anfallen, dann kann es auch kein allzu großes Problem sein, die Daten zu sammeln und auszuwerten. Eigentlich müsste dies in der täglichen Praxis fast automatisch anfallen, vielleicht nicht gerade zum Nulltarif, aber auch nicht mit einem allzu großen Aufwand. Man braucht doch eigentlich nur einen Studenten der Medizin, der als Thema seiner Abschlussarbeit die gesammelten Daten auswertet. Dennoch wartet die Welt seit nunmehr weit über zehn Jahren vergebens auf die Fortführung der Arbeit, die mit den Best Case Series für das NCI begonnen wurde und zu der man 1999 angeregt wurde.

Warum?

Geht es doch nicht so ganz mit rechten Dingen zu? Erfolgt die Diagnose ‚Krebs‘ recht schnell und daher auf nicht sicherer Grundlage und beinhaltet daher nur eine vergleichsweise niedrige Trefferquote? Die Erfolgsrate würde dann durch die früheren Fehldiagnosen aufgebläht. Dafür könnte sprechen, dass Banerji sen. angeblich jeden Tag alleine 50 bis 60 Krebspatienten behandelt, die Hälfte davon Neupatienten. Wieviel Zeit hat man da für die Diagnose zur Verfügung? Welche Diagnostika kann man da anwenden und deren Ergebnisse auswerten? Was sind also die Grundlagen für die hohe Erfolgsrate?

Auf jeden Fall erscheint es sehr merkwürdig, dass eine Organisation, die eine Webseite aufrechterhält, die sehr stark daraufhin ausgerichtet ist, die Wissenschaftlichkeit außenwirksam darzustellen, diese Gelegenheit zum Erreichen höchster Reputation auslässt.

Nachtrag (12.11.2014):

Im Kommentar zu einem neueren Blogartikel wies der User Hümmer auf eine weitere Arbeit hin, die sich mit den von Banerji angewandten Methoden und Mitteln befasst, eine in vitro (‚im Reagenzglas‘) ausgeführte Studie an menschlichen Brustkrebszellen.  Link zum Volltext).

Eine sehr kompetente Auseinandersetzung damit ist 2010 auf dem Blog Respectful Insolence erschienen (Link). Diese Rezension von orac liegt bei Psiram in einer deutschen Übersetzung vor (Link) . Quintessenz: Es fehlt an essentiellen Angaben, noch nicht einmal eine statistische Auswertung der Daten ist gegeben. Die Arbeit ist eigentlich Müll. Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

Danke an ajki für den Hinweis auf die Rezension.

Fazit:

Die angeblichen Erfolge der Therapie nach den Banerji-Protokollen basieren alleine auf den recht schwammigen Angaben der Erfinder dieses Vorgehens. Sie sind aus nicht nachvollziehbaren Gründen der Fachwelt bisher noch nicht in angemessener Form zur Diskussion gestellt worden. Damit fehlt jede Möglichkeit, diese Ergebnisse zu prüfen. Der prestigeheischende Internetauftritt kann über diese Schwachstellen der Argumentation nicht hinwegtäuschen. Der wissenschaftliche Anstrich scheint alleine der Werbung zu dienen, die womöglich dazu geführt hat, dass Vater und Sohn Banerji an recht vielen Tagungen und Schulungen als Vortragende teilgenommen haben. Wer allerdings auch nur die Anfangsgründe einer wissenschaftlichen Vorgehensweise kennt, durchschaut dieses Vorgehen aber sehr rasch.

Literatur

[1] http://www.pbhrfindia.org/, abgerufen 25. 6. 2013

[2] Wikipedia, Stichwort Homöopathie, aufgerufen 25. 6. 2013

[3] Banerji P, Banerji P, Homeopathy: Treatment of Cancer with the Banerji Protokols. In: Bhattacharya A (Ed.). Compendium of Essays on Alternative Therapy, 2012, Link zum Volltext

[4] Robert Koch Institut (Hrsg.) Krebs in Deutschland 2007/2008, Berlin (2012), (Link zum Volltext erloschen), vgl. Angaben für 2009 / 2010: Link zum Volltext (S. 18)

[5] Best Case Series Programm des National Cancer Institute, Link

[6] Banerji P, Campbell DR, Banerji P: Cancer patients treated with the Banerji protocols utilising homoeopathic medicine: A Best Case Series Program of the National Cancer Instutute USA. Oncology Reports (2008) 20: 69-74, Link zum Volltext

[7] Pathak S, Multani AS, Banerji P, Banerji P: Ruta 6 selectively induces cell death in brain cancer cells but proliferation in normal periferal blood lymphocytes: A novel treatment for human brain cancer. Internationall Journal of Oncology 23 (2003): 975-982, Link zum Volltext

[8] Wikipedia-Beitrag ‚Kaplan-Meier Schätzer‘, abgerufen 26. 6. 2013

[9] Download ‚Kaplan Meier Survival Analysis of Brain Cancer Cases‘, der Link funktioniert scheinbar nicht mehr, es erscheint eine 404-Fehlermeldung.

[10] Kaplan Meier Analyse April 2013
18.1.2015: Der Link scheint nicht mehr verfügbar zu sein:

http://www(punkt)pbhrfindia(punkt)org/images/publications/Kaplan-Meier-survival-analysis-of-Brain-Cancer-Cases(punkt)pdf

[11] Oberbaum M, Yaniv I, Ben-Gal Y, Stein J, Ben-Zwi N, Freedman LS, Branski D. A Randomized, Controlled Trial of the Homeopathic Medication TRAUMEEL S in the Treatment of Chemotherapy-induced Stomatitis in Children Undergoing STem Cell Transplantation. Cancer (2001) 92 (3) Link zum Volltext

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14 Kommentare zu Homöopathische Krebsbehandlung nach den Banerji-Protokollen

  1. Pingback: Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie / Krebsbehandlung nach den Banerji-Protokollen | entropy wins!

  2. Breß sagt:

    Hi,

    Nur so als Kommentar: „Ein Doktortitel ist kein Doktortitel ist kein Doktortitel.“

    Ein „ausländischer“ medizinischer Doktortitel ist nicht vergleichbar mit einem deutschen medizinischen Doktortitel, ist nicht vergleichbar mit einem naturwissenschaftlichen Doktortitel.

    Im Ausland ist es durchaus gängige Praxis direkt nach dem Abschluss des Studiums den Dr. med (MD) direkt zu erhalten (ohne extra Doktorarbeit). Die Praxis in Deutschland zum Erlangen eines Dr. med. ist allerdings auch durchaus sehr fragwürdig.

    Ansonsten wurde das Thema Homöopathie mal wieder sehr interessant und treffend analysiert.
    Ich bin richtig glücklich über diesen Blog, gerade in Bezug auf die Diskussionen zur Homöopathie, die ich dank dieser Sammlung immer mehr versachlicht werden können.

  3. Norbert Aust Norbert Aust sagt:

    deutschen medizinischen Doktortitel, ist nicht vergleichbar mit einem naturwissenschaftlichen Doktortitel.

    Ich weiß. Ich habe in Darmstadt studiert und unsere Studentenzeitung hatte immer Themen der medizinischen Doktorarbeiten der Frankfurter Universität publiziert. Auf der Unterhaltungsseite ….

  4. Ute Parsch sagt:

    Hallo Herr Aust,

    vielen Dank für den ausführlichen und wie immer hervorragenden Artikel!

    Als ich mich vor ein paar Monaten mit den Banerji-Protokollen beschäftigt habe, kam es mir auch merkwürdig vor, dass man nach der Aufnahme in das Best Case Programm keine Veröffentlichungen von Banerji mehr findet. Es scheint auch wirklich keine zu geben. Dafür sprechen folgende Quellen:

    Das von Ihnen oben zitierte NCI erwähnte 2005 Banerji noch in seinem CAM Jahresbericht. Ihre Quelle [6] aus dem Best Case Programm wird dort erwähnt. Und das NCI regt gezielt weitere Studien an:

    „OCCAM’s review of these cases submitted by PBHRF lead to the development of a protocol for an observational study which would seek to provide an independent, prospective documentation and assessment of the outcomes that occur in 30–45 new
    lung cancer patients treated in the PBHRF clinic. The goal of this study is to estimate the frequency with which such responses occur and to thoroughly document all therapies received by these patients.“

    Im Bericht vom Frühjahr 2009 ist Banerji aber nur noch im „small grant“ Rahmen erwähnt, explizit deshalb, weil zuwenig Daten vorgelegt wurden:

    „The addition of the small grant (R03) mechanism allows investigators the opportunity to collect preliminary data on CAM that can provide the basis for future
    more extensive research. (…) These collaborations are particularly relevant to CAM practices that have been identified through the NCI Best Case Series Program and
    warrant NCI-initiated research but have not ascertained enough data for a larger project. Examples of such therapeutic regimens include the treatment approach of the P. Banerji Homeopathic Research Foundation,….“

    Die 2005 vorgeschlagene Studie wurde also scheinbar nicht durchgeführt, was angesichts der Patientenzahlen schon erstaunlich ist.

    Auch Banerji selber erwähnt ja keine weiteren Veröffentlichungen seinerseits in Ihrer Quelle [3]. Dort stellt er im Kapitel 7 die Aufnahme ins Best Case Programm als „großen Sieg für die Homöopathie“ vor. Man sollte doch davon ausgehen, dass er neuere Arbeiten erwähnen würde und vor allem eine Bestätigung seiner Arbeit durch das NCI als noch größeren Erfolg darstellen würde, wenn neuere Studien dies hergeben würden.

    Grüße

  5. Pingback: Die Banerji-Protokolle: Homöopathie gegen Krebs? @ gwup | die skeptiker

  6. Pingback: Der Wahnsinn: Homöopathie gegen Krebs und Bach-Blüten bei Kindesmissbrauch @ gwup | die skeptiker

  7. Sabine Gorski sagt:

    Warum ist Homöopathie doch so bedrohlich für die Althergebrachten? Die Schulmedizin hat ja keine Antworten! Vergiften und Verbrennen (Krebs) kann man ja schwerlich heilen nennen.
    Ja, an Kügelchen kann sich Big Pharma keine goldene Nase verdienen. Da weiss ich zumindest, dass der Arzt mir das Mittel nicht deswegen verschreibt, weil der Hersteller ihn nach St. Moritz einlädt. Von Homöopathie wird niemand reich aber auch bestimmt nicht kranker als er vorher war!

    • Norbert Aust Norbert Aust sagt:

      Ich habe lange überlegt, ob ich diesen unsachlichen Kommentar freischalte, der zur Sache nichts beiträgt.

      >> Von Homöopathie wird niemand reich
      Meine Güte, mit welchen Scheuklappen kann man denn durch die Welt gehen. DHU, Heel, Boiron etc. verdienen kein Geld?

    • Ute Parsch sagt:

      Hallo Sabine Gorski,

      darf ich kurz ein paar Anmerkungen zu Ihren Aussagen treffen?

      „Da weiss ich zumindest, dass der Arzt mir das Mittel nicht deswegen verschreibt, weil der Hersteller ihn nach St. Moritz einlädt.“

      Ich fürchte, da muss ich Sie etwas wachrütteln. Exakt an dieser Methode sind auch Herstellerfirmen von Homöopathika sehr wohl beteiligt. Christian Weymayr und Nicole Heißmann beschreiben dies in ihrem Buch „Die Homöopathie-Lüge“ sehr eindringlich. Ich zitiere: „…bepunktete Fortbildungen und eine Weiterbildung für das Apothekerzertifikat ‚Homöopathie und Naturheilverfahren‘. Sie fanden nicht etwa in einem deutschen Tagungszentrum statt, sondern auf der griechischen Insel Kos, in der 5-Sterne-Anlage ‚Neptune-Resort‘ mit beeindruckender Pool- und Spa-Landschaft. Begleitpersonen und Kinder durften laut Einladungsprospekt gern mitgebracht werden, für Familienappartements und eine Kinderbetreuung vor Ort war gesorgt. (…) Natürlich zahlten die Apotheker für diese Reise eine Menge Geld. (…) Deshalb konnten sie den Luxustrip hinterher von der Steuer absetzen, worauf im Prospekt eindrücklich hingewiesen wurde. Des Weiteren fanden die Seminare mit freundlicher Unterstützung eines Pharmaherstellers statt: Der Deutschen Homöopathie-Union (DHU) in Karlsruhe….“ (S. 184)

      „an Kügelchen kann sich Big Pharma keine goldene Nase verdienen.“

      Auch hier sollten Sie die wirtschaftlichen Tatsachen noch etwas genauer ergoogeln. Der Jahresumsatz der französischen Firma ‚Boiron‘, des weltweit größten Herstellers für Homöopathika beträgt rund eine halbe Milliarde Euro. Die größten deutschen Firmen auf dem Homöopathiemarkt sind die DHU und Heel, die es zusammen auf rund 300 Millionen Euro Umsatz bringen.
      Das ist zwar weniger als die großen Pharamunternehmen einnehmen, doch sollte man bedenken, dass die Hersteller von Homöopathika im Gegensatz zu diesen auch keinerlei Vorfinanzierungsrisiko bei der Erforschung und Zulassung neuer Medikamente tragen. Neue Homöopathika können (in Deutschland, im Ausland sind die Regelungen etwas anders) völlig ohne den geringsten Wirksamkeits- oder Unschädlichkeitsnachweis nach AMG §§38/39 einfach registriert werden. Unter diesem Aspekt erscheinen zumindest mir derartige Beträge durchaus als „eine goldene Nase“.

      „Warum ist Homöopathie doch so bedrohlich für die Althergebrachten?“

      Mit Ihrer Formulierung bedienen Sie gleich mehrere Klischeevorstellungen, die so einfach nicht zutreffen.

      Dieser Satz legt nämlich zunächst einmal nahe, die Homöopathie wäre neu, jung und innovativ – und dies im Gegensatz zu einem festgefahrenen herkömmlichen Etablissement der Medizin. Das Gegenteil entspricht jedoch erheblich mehr der Realität. Während sich die Medizin seit Hahnemanns Zeiten in atemberaubender Weise entwickelte, steht die Homöopathie als per definitionem unveränderliche _Lehre_ genauso da, wie vor 200 Jahren. Die Homöopathie ist das „Althergebrachte“, auch wenn sie sich selbst gerne anders inszeniert.

      Zweitens unterstellen Sie eine Ablehnung, die zudem drittens aus Angst geboren sein soll. Auch das macht bei genauer Betrachtung keinen Sinn. Die Medizin hat ihre enorme Entwicklung parallel zur bereits existierenden Homöopathie geleistet. Hätte sich die Homöopathie in diesem Zeitraum als nachweislich effektiv bewährt, so wäre sie heute ein Teilgebiet der Medizin. Niemand hätte im Laufe dieser Zeit Grund gehabt, ein effizientes, nebenwirkungsfreies und nachweislich besser als Placebo wirkendes Verfahren abzulehnen.

      „Die Schulmedizin hat ja keine Antworten!“

      Nun, ohne im Einzelnen darauf eingehen zu wollen, so muss man doch sagen, dass die Ergebnisse eine andere Sprache sprechen. Die Entdeckung von Viren und Bakterien und ihre Bedeutung bei der Entstehung von Krankheiten, die Bedeutung der Hygiene bei der Wundheilung, die Entwicklung der Anästhesie und damit der Chirurgie, die Entwicklung von Impfstoffen, … haben in den letzten 200 Jahren sehr wohl zu einer Steigerung der Lebenserwartung und der Lebensqualität geführt. Auch Krebspatienten haben heute erheblich bessere Überlebenschancen als zu Hahnemanns Zeiten. Blinddarmentzündung und Diabetes waren unausweichliche Todesurteile, Wundbrand und Lungenentzündung gefürchtet .

      Aber ganz abgesehen davon: Ihr Einwand ist für die Bewertung der Homöopathie komplett irrelevant. Die Homöopathie wird nicht dadurch zu einem über Placebo wirksamen Verfahren, dass die Medizin ihre offenen Fragen hat und nicht jeden Patienten retten kann. Ob die Homöopathie das ist, was sie zu sein vorgibt, eine echte, über Placebo wirksame Alternative – muss man vielmehr in Frage stellen und untersuchen.

      Und bei den hier diskutierten Banerji-Protokollen spricht leider nichts dafür, dass die Wirkung auch nur ansatzweise so spektakulär ist, wie behauptet.

      Grüße

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  9. Ulf Ulrich sagt:

    Ich erinnere mich anhand Ihres sehr gut aufgebauten Artikels /Postings an den italienischen Spiegelautor Terziani.
    Das ist kein Werben um das Buch. Einfach ein Hinweis, wie die Homöopathie auch bei kritischer Betrachtung ihren Weg zum Kunden findet.
    http://www.amazon.de/Noch-eine-Runde-auf-Karussell/dp/3426779560/ref=pd_sim_b_1
    Ernst ist die Ausgangslage des verstorbenen Autoren. Unterhaltsam seine Beschreibung der vielen Angebote der Pseudomedizin. Reiki etc. Einen hohen Stellenwert erfährt die Homöop. gerade was Indien anbelangt. Wie Sie auf Amazon sehen, hat diese Buch einiges leisten können. Kritisches zu etlichem Budenzauber. Bei der Homöop. jedoch bleibt es kuschelig, wie schon Asimov einst postulierte.

    Desweiteren entsinne ich mich über ein im Haushalt befindliches Buch zur homöop. Behandlung bei Krebs von einem Schweizer Arzt mit Erfolgsgeschichte. Faszinierend abstoßend, wenn man erkennt, was die Ausrichtung ist. Ansonsten ist es ein Goldesel.

  10. axel tausch sagt:

    Zur Homöopathie sei festzustellen: sie ist keine Naturheilkunde, in der Natur gibt es keine Potenzierungen! Naturheilkunde wie mikrobiologische oder Phyto-therapie ist per Def. Allopathie, Gott sei Dank.

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