Fehlende Scientabilität der Homöopathie – ein Eigentor?

Dieser Artikel setzt sich einmal nicht mit der Homöopathie selbst auseinander, sondern mit der Art und Wiese, wie aus skeptischer Sicht damit umgegangen werden sollte. Nur um eventuellen Missverständnissen vorzubeugen sei darauf hingewiesen, dass die kritische Betrachtung des Konzepts der Scientabilität nicht mit einem Standpunkt als Befürworter der Homöopathie verwechselt werden sollte. Also, lieber Leser, sollten Sie ein Befürworter der Homöopathie sein, dann würden Sie meine Intention gründlich missverstehen, wenn Sie diesen Artikel für eine Argumentation pro Homöopathie hielten – seien Sie versichert, so ist er nicht gemeint.

Die Homöopathie als Therapieform zeichnet sich dadurch aus, dass die angeblich am besten wirksamen Medikamente keine Bestandteile des angeblich wirksamen Wirkstoffes enthalten. Dadurch, dass die Lösung nach jeder Verdünnung heftig geschüttelt werde, sei jedoch gewährleistet, dass die Wirksamkeit nicht abnehme, sondern im Gegenteil sogar verstärkt würde. Es gibt derzeit keine durchgängige Erklärung dafür, wie die ursprüngliche Substanz, die im fertigen Medikament nicht mehr vorhanden ist, eine Wirkung auf den Patienten ausüben könnte. Nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand in der Physik ist eine Wirksamkeit sogar ausgeschlossen.

Dennoch sind über 160 klinische Studien zur Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel bekannt (Link). In knapp der Hälfte davon kommen die Autoren zu positiven Ergebnissen. Es ist zwar durchaus zu erwarten, dass es einige wenige Studien gibt, die ein falsch-positives Resultat liefern, aber über 70 sind zu viele, um sie durch eine Fehlerwahrscheinlichkeit von 5 % oder einem Publication bias (‚Schubladenproblem‘) erklären zu können.

Die Frage ist nun, wie geht man mit diesen Ergebnissen um, die entsprechend dem oben Gesagten eigentlich nicht möglich sind. Dass die Befürworter der Homöopathie diese Ergebnisse als erfolgreiche Wirkungsnachweise vermarkten, ist klar. Ebenso, dass dies als ein solides wissenschaftliches Fundament bewertet wird. Aber wie kann man als Kritiker diese Ergebnisse bewerten?

Eine Möglichkeit zeigt Christian Weymayr in einer vor Kurzem veröffentlichten Schrift auf [1], die auch ihren Widerhall in der Presse gefunden hat (hier) und (hier). Das Problem liegt demnach darin, dass die randomisierte Vergleichsstudie ein fehlerbehaftetes Instrument sei, das von daher ungeeignet ist, bei der Prüfung gesicherter Erkenntnisse zuverlässige Resultate zu liefern. Man dürfe daher nur solche medizinische Maßnahmen in klinischen Studien untersuchen, deren Wirkungsweise den gesicherten Kenntnissen nicht widerspricht. Diese Therapieformen wären ’scientabel‘. Bereits vorliegende Studien zu nicht scientablen Therapien würden einfach als irrelevant erklärt, womit sich eine Diskussion über die Ergebnisse erübrige.

Dieser Ansatzpunkt zum Umgang mit der Homöopathie soll im Folgenden von verschiedenen Seiten betrachtet werden.

Dabei ist zunächst nicht erkennbar, wie diese Prüfung oder der Nachweis der Scientabilität aussehen soll, und wer letztendlich auf welcher Grundlage über den weiteren Fortgang entscheidet.

Verständlich und sicher auch erstrebenswert wäre, wenn man das Kriterium der Scientabilität bei Fragen der Förder-Ökonomie anwenden würde. In Zeiten knapper werdender Forschungsgelder ist es erforderlich, die verfügbaren Mittel auf solche Projekte zu verteilen, die am meisten erfolgversprechend sind. Schließlich ist man verpflichtet, öffentliche Gelder möglichst nutzbringend anzulegen. Man wird sich auf solche Projekte konzentrieren, bei denen ein Rückfluss der eingesetzten Mittel am ehesten wahrscheinlich erscheint. In dieser Situation mag es hilfreich sein, wenn es ein plausibles Modell der Wirksamkeit gibt, quasi als Nachweis, dass es sich nicht um ein Hirngespinst handelt. Hier wäre ein solches Konzept der Scientabilität sicher sinnvoll – aber darum geht es Weymayr nicht. Ein möglichst ökonomischer Umgang mit knappen Mitteln wird in der Arbeit nicht erwähnt.

Es geht Weymayr vielmehr darum, zu verhindern, dass sich die Homöopathie weiter mithilfe der Methoden der evidenzbasierten Medizin nach außen als wissenschaftlich begründet darstellen könne. Es geht also um das Bild der Homöopathie in der Öffentlichkeit. Dieses soll nicht dadurch aufgewertet werden, dass in anerkannten wissenschaftlichen Methoden Ergebnisse erzeugt werden, die zwar offenkundig falsch sein müssen, was aber in der Öffentlichkeit nicht zur Kenntnis genommen wird.

So verständlich und nachvollziehbar der Wunsch nach einer Methodik, die solches zu verhindern im Stande wäre, auch ist – praktisch eine Zensur wissenschaftlicher Forschungstätigkeit einzuführen kann jedoch nicht das Mittel der Wahl sein. Wie zu zeigen sein wird, würde man sich dadurch auf eben das gleiche unwissenschaftliche Niveau begeben, das wir der Homöopathie zum Vorwurf machen. Hierzu haben auch schon andere Autoren ihre Sichtweise veröffentlicht (beispielsweise hier und hier), dennoch möchte ich im Folgenden meine Sichtweise darlegen.

Kriterien der Scientabilität

Zunächst kann man die angeführten Kriterien zur Beurteilung der Scientabilität durchaus als diffus bezeichnen. Wörtlich heißt es:

‚Medizinische Maßnahmen sollen nur dann in klinischen Studien untersucht werden, wenn sie sicheren Erkenntnissen nicht widersprechen. Eine medizinische Maßnahme ist demnach scientabel, wenn sie sicheren Erkenntnissen nicht widerspricht‘

An anderer Stelle heißt es:

‚… das Konzept [der Scientabilität] fordert kein plausibles Wirkprinzip, sondern es verwahrt sich gegen Wirkprinzipien, die sicheren Erkenntnissen widersprechen.‘

Was sind ’sichere Erkenntnisse‘?

Aus dem Text geht hervor, dass ’sichere Erkenntnisse‘ im Einklang mit etablierten naturwissenschaftlichen Erkenntnissen stehen, etwa, dass eine geistartige immaterielle Wirkung nicht möglich ist, die angeblich nach homöopathischem Verständnis für die Wirkung ihrer Arzneien verantwortlich ist.

Verallgemeinern wir etwas und gehen davon aus, dass die ’sicheren Erkenntnisse‘ den gegenwärtigen Stand der naturwissenschaftlichen Erkenntnis darstellen, wonach es keine immateriellen Wirkungen gibt, eine geistartige immaterielle Wirkung homöopathischer Arzneien somit ausgeschlossen ist. Dieses Weltbild ist zwar vielleicht nicht vollständig, sollten aber in der Zukunft weitergehende Erkenntnisse gewonnen werden, dann kann ausgeschlossen werden, dass sie dem heutigen Stand widersprechen würden, denn diese müssten schlussendlich auch den gegenwärtigen Erkenntnisstand beinhalten. Schließlich sei die Widerspruchsfreiheit des gegenwärtigen Kenntnisstandes sowie die sich in unseren technischen Errungenschaften offenbarende Richtigkeit desselben quasi ein Beweis dafür, dass ein Widerspruch nicht möglich ist.

Dies ist der Tenor, der der Diskussion des Artikels der SZ zu entnehmen ist – zugegeben aber nicht von Weymayr selbst stammt. Wir müssen aber davon ausgehen, dass dieser Zusammenhang gemeint ist, denn sonst wäre die Konzeption der Scientabilität doch zu trivial.

Ein Blick in die Geschichte:

Nachdem Isaac Newton 1687 sein Hauptwerk zur Mechanik veröffentlicht hatte, war Physik gleichbedeutend mit Mechanik. Alles konnte mechanisch erklärt werden, sei es der Fall des Apfels vom Baum oder die Bewegungen der Planeten um die Sonne. Dieses Weltbild war widerspruchsfrei und wurde bis zum Ende des 19. Jahrhunderts immer weiter ausgearbeitet (Link). Selbst das Licht galt als eine sich mechanisch ausbreitende Erscheinung. Wir können sicher davon ausgehen, dass in den folgenden Jahrhunderten kaum Zweifel an der allgemeinen Gültigkeit der Mechanik vorlagen. Ein Indiz dafür ist sicher die Stellungnahme Henry Ellsworths, des ersten Leiters des US-Amerikanischen Patentamts, aus dem Jahre 1843, dass der Zeitpunkt nicht mehr fern sei, zu dem alle denkbaren Erfindungen getätigt seien (Link).

Was hätte die Wissenschaft wohl 1800 gesagt, wenn jemand postuliert hätte, dass es physikalisch möglich wäre, von praktisch jedem bewohnten Ort der Welt mit Menschen an jedem anderen beliebigen Ort der Welt direkt zu sprechen, und dabei auch noch die Stimme zu hören und ein Bild zu sehen, das den Gesprächspartner in genau der gleichen Sekunde zeigt? Es wäre sicherlich die richtige Einschätzung erfolgt, dass dies auf mechanischem Wege nicht möglich ist und niemals möglich sein wird, was sicherlich auch beweisbar ist.

Dennoch ist es, wie wir alle wissen, heute keine sonderlich aufregende Aktion mehr, mit jemandem auf der anderen Seite der Erde zu skypen. Möglich wurde dies unter anderem durch die Elektrotechnik (und viele andere Technologien mehr), worüber 1800 keine Kenntnisse vorlagen. Hier hat sich also ein neuer Bereich der Naturwissenschaft entwickelt, über dessen Existenz bis ca. 1800 praktisch keine Kenntnis bestand.

Kann man die Elektrizitätslehre als eine übergreifende naturwissenschaftliche Disziplin sehen, die analog zur Quantenmechanik den bisherigen Kenntnisstand umschließt? Ganz sicher nicht. Die Mechanik ist keine besondere Form der Elektrotechnik oder umgekehrt, es sind beides eigenständige physikalische Bereiche, die möglicherweise unter dem Dach der Quantenmechanik zu einem einheitlichen Gebilde werden. Das aber ändert nichts daran, dass die ’neue‘ Elektrizitätslehre ab vielleicht 1820 zusätzliche Wirkprinzipien beschrieb, die in der Mechanik unbekannt waren. Dinge, die mechanisch unmöglich waren, konnten eben doch realisiert werden, eine einfach zu bedienende Straßenbeleuchtung etwa. Und später die Informationstechnik, für die wir Skype als Beispiel angeführt haben.

Dieser kleine Exkurs soll untermauern, dass es nicht seriös möglich ist, aus der erlebten Abgeschlossenheit einer Lehre oder deren Widerspruchsfreiheit abzuleiten, dass es bestimmte Wirkmechanismen nicht geben kann, nur weil sie im Rahmen dieser Lehre als unmöglich anzusehen sind.

Was wird hinsichtlich der Kenntnisse wissenschaftlicher Sachverhalte dadurch bewiesen, dass es zuverlässige technische Produkte gibt?

Nichts.

Auch hier ein kleiner Blick in die Geschichte. Ein Pionier im Schiffbau ist der schwedische Schiffbaumeister Frederik Hendrik af Chapman (1721 – 1808). Er war der Erste, der eine geschlossene mathematische Theorie zur Stabilität der Schwimmlage von Schiffen erarbeitete und veröffentlichte (1768). Vorher gab es keine geschlossene Theorie, sondern nur empirisches Wissen über gewisse Gestaltungsregeln, die einzuhalten sind, um zuverlässige Schiffe zu bauen. Dennoch gab es schon dreihundert Jahre vorher Schiffe, die den Atlantik überqueren konnten. Die holländischen Ostindienfahrer hundert Jahre vor Chapman waren riesige Segelschiffe mit bis zu 50 m hohen Masten, die ihre Schwimmlage sehr stabil beibehalten konnten, und so in der Lage waren, lange Seereisen zu unternehmen, und dabei auch heftigen Stürmen zu trotzen  (Link). Natürlich erfolgte die Sammlung des Wissens nicht ohne Unfälle (z. B. der Untergang des schwedischen Königsschiffes Vasa auf der Jungfernreise 1628). Aber auch heute werden einige Kenntnisse und Regeln im Schiffbau erst nach schweren Unfällen eingeführt oder verfeinert (z. B. die Kenterung der Herald of free Enterprise in Zeebrugge, 1987).

Auch die aus der Antike und dem Mittelalter erhaltenen gelegentlich monumentalen Gebäude (Collosseum, Akropolis, Hagia Sofia, Petersdom, etc., etc.) sind sicher völlig ohne Kenntnis der Gesetzmäßigkeiten der modernen Baustatik entstanden – insbesondere über die bei statisch unbestimmten Auflagerbedingungen auftretenden Kräfte und der Tragfähigkeit von Platten und Schalen – und haben dennoch Jahrhunderte überdauert.

Man erkennt, in welch starkem Ausmaß Empirie geeignet ist, Wissen auch ohne solides wissenschaftliches Fundament zumindest soweit zu erwerben, dass es im Rahmen bestimmter Grenzen angewendet werden kann.

Zusammengefasst gibt es keinen schlüssigen Beweis dafür, dass es nicht doch eine Erweiterung des Wissens geben könnte, die zu Kenntnissen über heute unbekannte und nicht vorstellbare Wirkprinzipien führen würde, und es kann nicht bewiesen werden, dass Hahnemann durch Empirie nicht auf eben solche Dinge gestoßen sein kann, auch ohne eine in das gegenwärtige Bild passende Erklärung dafür zu haben. Aber, lieber Homöopath, wenn Sie das lesen: daraus folgt nicht, dass dies auch so kommen muss beziehungsweise tatsächlich auch so ist. Es handelt sich um eine nicht sehr wahrscheinliche, aber auch nicht gänzlich auszuschließende Möglichkeit, mehr nicht. Wenn Sie mich hier zitieren, lege ich Wert darauf, dass diese letzten Sätze auch in dem Zitat enthalten sind.

Ich selbst glaube in der Tat, dass die angeblich wirksamen weil hochpotenzierten homöopathischen Arzneimittel keine spezifische Wirksamkeit entfalten, eben weil sie den Stoff, der da wirken soll, nicht enthalten. Ich halte es für praktisch ausgeschlossen, dass Hahnemann per Zufall – eine andere Erklärung würde es für diesen Umstand nicht geben – auf die empirischen Erkenntnisse gestoßen ist, die es ihm ermöglicht hätten, die unbekannten Wirkprinzipien zu nutzen. Wissenschaftliches Arbeiten setzt allerdings voraus, dass der Glaube oder die Meinung des Forschers keinen Einfluss auf das Ergebnis haben soll. Eine persönliche Überzeugung darf von daher schon gar kein Bewertungskriterium sein. So plausibel und einsichtig unser heutiger Wissensstand eine Wirkung der Homöopathie ausschließt – so wenig ist es gerechtfertigt, diesen Status in alle Zukunft zu extrapolieren.

Kennzeichen einer Wissenschaft ist es also, dass sie stets im Wandel ist, dass bestehende Erkenntnisse laufend überprüft werden und gegebenenfalls ergänzt oder ausgetauscht werden. Kann man da einfach einen bestimmten Stand der Wissenschaft als Kriterium festschreiben, den man nicht als richtig beweisen, sondern allenfalls nur glauben kann? Auf diesem Wege würde man sich auf die gleiche Stufe mit den eher dogmatischen Heilslehren stellen, die einen großen Teil ihrer Erkenntnisse eben nicht der laufenden Überprüfung unterziehen und somit nicht auf nachweisbaren Grundlagen beruhen. Gerade der Homöopathie wird zu Recht vorgeworfen, dass die Lehren Hahnemanns einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht standhalten, und die Verfechter der Homöopathie dennoch dogmatisch an Ähnlichkeitsprinzip, Lebenskraft und Potenzierung festhalten. Wenn wir von einer Lehre verlangen, dass sie mit den Erkenntnissen konform gehen soll, bevor sie eben diese in Frage stellen kann – dann sind wir auf genau dem gleichen Niveau wie die dogmatische Glaubenslehre der Homöopathie.

Es sei darauf hingewiesen, dass die ‚geistartige immaterielle Wirkung‘ auf Formulierungen Hahnemanns zurückgehen – der zu seiner Zeit vor zweihundert Jahren keine bessere Wortwahl hatte, eine Wirkung verständlich zu machen, die ähnlich Gravitation oder Magnetismus nicht auf die direkte Wirkung eines mechanischen Kontaktes beruht. Es gibt heute durchaus auch andere Erklärungsversuche der Homöopathie – Imprinttheorie, Nanobläschen, Informationstheorie, Quantenwirkung – die zumindest nicht so einfach als ‚den sicheren Erkenntnissen widersprechend‘ zu identifizieren sind wie eine wörtlich verstandene ‚geistartige Wirkung‘. Zumindest nicht in den Augen der Öffentlichkeit, die ja Adressat der Maßnahme ist.

Natürlich ist es extrem unwahrscheinlich, dass irgendeine der Theorien sich am Ende bewahrheiten wird und die Dutzende von Nobelpreisen, die damit verbunden wären, auch fällig werden – daher ist dieser künstliche Schutzwall um die Wissenschaft, der nur mit dem Passierschein der Widerspruchsfreiheit zu überwinden wäre, völlig unnötig.

Warum soll also verhindert werden, dass nicht scientable medizinische Maßnahmen in klinischen Studien untersucht werden? Weil diese falsche Ergebnisse liefern könnten, die nicht in unser Weltbild passen?

Wenn das Konzept der klinischen Studie als randomisierte Vergleichsstudie unzulänglich ist und zu fehlerhaften Resultaten führen kann – dann ist dieses Risiko immer gegeben und nicht nur, wenn man sie auf Therapien anwendet, deren Wirkprinzip im Rahmen der heute als gesichert geltenden Erkenntnisse nicht erklärbar ist. Der Vorteil dieser Form der Studien ist es ja gerade, unabhängig von einem Wirkprinzip Aufschluss darüber zu liefern, ob eine Therapie wirksam ist oder nicht. Die Plausibilität der Wirkungsweise ist kein Parameter, der an irgendeiner Stelle einfließt und das Ergebnis beeinflusst. Im Gegenteil, man kann aus der Häufung sicher falsch-positiver Ergebnisse sogar den Rückschluss ziehen, dass es generell bei der Anwendung zu Problemen kommt, folglich auch bei Untersuchungen in der evidenzbasierten Medizin. Das Konzept der randomisierten Vergleichsstudie ist entweder immer zu bezweifeln oder nie. Ein Weg dazwischen ist nicht vorstellbar.

Die randomisierte Vergleichsstudie ist ein Werkzeug, das zutreffende Erkenntnisse liefern soll. Da wir uns bei der Auswertung im Bereich der Wahrscheinlichkeit bewegen, ist es unumgänglich, dass es eine gewisse Unsicherheit in den Ergebnissen gibt. Das ist prinzipiell bei jedem Messwerkzeug der Fall, auch wenn man mit einem Zollstock misst, wie breit der eigene Schreibtisch ist. Wenn Sie 1,60 m messen, dann ist es dennoch nicht sehr wahrscheinlich, dass der Schreibtisch auch 1,6000 m breit ist. Hier ist es die Grenze der Messauflösung, die der Aufgabenstellung angemessen sein muss, dort ist es die Restunsicherheit des Alpha-Fehlers, also die Wahrscheinlichkeit eines falsch-positiven Resultats.

Ohne Zweifel spricht alleine die Anzahl der vermeintlich erzielten positiven Nachweise für die Homöopathie dafür, dass hier eine weitergehende Problematik gegeben sein muss. Was aber ist zu tun, wenn ein Messwerkzeug offenbar unzutreffende Ergebnisse liefert? Die Anfälligkeit für Fehler generell zu ignorieren und nur die Messungen zu verbieten, bei denen Ergebnisse herauskommen könnten, die uns Schwierigkeiten machen? Und wenn es solche Ergebnisse schon gibt, diese dann einfach pauschal als fehlerbehaftet und demnach als irrelevant abzutun?

Das kann nicht der richtige Weg sein. Vielmehr wäre zu untersuchen, worin die Ursache für die Anfälligkeit liegt. Danach muss man entscheiden, ob man das Verfahren verbessern kann, oder ob es vielleicht generell ungeeignet ist. Im zweiten Fall wäre das Messverfahren zu verwerfen – und alle (!) mit ihm erzeugten Ergebnisse ebenfalls. Will man mit dem Verfahren erzeugte Ergebnisse retten, dann muss herausgefunden werden, unter welchen Bedingungen falsche Ergebnisse zu erwarten sind. Im nächsten Schritt wären die bisherigen Untersuchungen zu bewerten und entsprechend zu verwerfen oder als gültig anzuerkennen. Ich möchte darauf wetten, dass diese Kriterien den Punkt, ob der Wirkmechanismus der Theorie plausibel ist, nicht enthalten würden.

So weit brauchen wir aber nicht zu gehen. Das Untersuchungsprinzip der placebokontrollierten Vergleichsstudie ist per se nicht fehleranfällig, zumindest nicht mehr als andere Methoden auch. Es gilt lediglich das Prinzip, das man auch aus der Informationsverarbeitung kennt und mit GIGO bezeichnet. Dieses Prinzip besagt, dass, wenn man ein System mit (Daten-)Müll füttert, dann zu erwarten ist, dass auch nur (Ergebnis-)Müll dabei herauskommt. Das ist aber kein Fehler der Methode der randomisierten Vergleichsstudie an sich, sondern ein Problem in der Anwendung.

Bislang habe ich mehr als zwei Dutzend der oben genannten über siebzig angeblich erfolgreichen klinischen Studien zur Homöopathie analysiert. Bisher konnten alle positiven Ergebnisse – mit einer möglichen Ausnahme – auf Fehler in der Versuchsführung, der Datenermittlung und -verarbeitung sowie der Interpretation der Ergebnisse zurückgeführt werden. Bisherige Hauptkritikpunkte:

  • Mehrere Maßnahmen werden parallel eingeführt, die Ergebnisse aber nur der Einnahme des homöopathischen Mittels zugeschrieben.
  • Die beschränkte Auflösung der Messverfahren führt infolge Fehlerfortpflanzung zu einer erheblichen Unsicherheit im Ergebnis, die zusätzlich zum statistischen Vertrauensbereich betrachtet werden müsste, aber ignoriert wird.
  • Die erzielten Effekte sind sehr klein, kleiner als die Streuung in den Eingangsdaten.
  • Zwischen den Vergleichsgruppen herrschen große Differenzen, die einen Vergleich der Gruppenergebnisse nachhaltig beeinflussen.
  • Pilotstudien mit zu kleiner Teilnehmerzahl und multiplen Effekten werden als aussagekräftige Ergebnisse betrachtet.
  • Isolierte zufällig signifikante Einzelresultate werden als repräsentativ für das gesamte Studienergebnis gewertet (Rosinenklauberei).

Dies sind, im Vorgriff auf meinen Vortrag bei der nächsten Skepkon, Fehler, die bei den klinischen Studien häufig aufgetreten sind, die in der Schang-Studie als qualitativ gut bewertet wurden.

Schlicht und einfach: Die klinische Studie funktioniert – vermutlich – ohne jeden Makel im Rahmen der zu erwartenden Genauigkeit, die sich in dem Risiko eines Alpha-Fehlers ausdrückt. Die Daten werden lediglich – ob unbewusst oder gewollt sei dahingestellt – falsch ermittelt und aufbereitet.

Ist es sinnvoll, nicht-scientable Therapien von klinischen Studien auszuschließen?

Aus meiner Sicht ganz und gar nicht. Letztendlich sind die Kriterien für die Scientabilität alles andere als klar und eindeutig. Es drängt sich vielmehr der Eindruck auf, dass hier mit Mühe ein Kriterium gesucht wurde, das ausschließlich auf die Homöopathie und verwandte Therapieformen zutrifft, um weitere Forschung dort zu verhindern. Zumindest wird es schwierig, gegen den Vorwurf der willkürlichen Zensur von bestehenden Ergebnissen und weiteren Forschungsaktivitäten anzudiskutieren. Schon alleine aus diesem Aspekt heraus erscheint das Konzept der Scientabilität als argumentatives Eigentor, das zudem überflüssig ist. Wenn die Gegenseite Studienergebnisse dazu nutzt, das wissenschaftliche Fundament hervorzuheben, dann ist es doch wesentlich effektiver, wenn man aufzeigen kann, wie wenig tragfähig dieses ist, weil die Ergebnisse eben nicht solide nach Maßstäben der evidenzbasierten Medizin erarbeitet wurden, als mit dem eher abstrakten Begriff der Scientabilität zu operieren. Zugegeben, dabei besteht das Problem, diese Information in angemessener Form ähnlich effektiv zu verbreiten wie es die Interessenvertreter der Homöopathie tun. Aber das Problem einer Vermittlung der Information besteht auch bei der Scientabilität, wenn man erreichen will, dass es in weiten Kreisen bekannt sein und als relevant akzeptiert werden soll.

Nicht scientable Therapien

Maßnahmen, die nicht scientabel sind, schreibt Weymayr, sollen nicht generell von der Forschung ausgeschlossen werden, vielmehr sollten sie in Grundlagenexperimenten mit größerer Fehlerrobustheit untersucht werden.

Dieser Ansatz führt vieles der bisherigen Diskussion mit Verfechtern der Homöopathie ad absurdum. Implizit ist hier die Forderung enthalten, dass zunächst in Grundlagenexperimenten die Frage zu beantworten sei, wie die Wirkung sich entfaltet, bevor man weitere klinische Untersuchungen ausführt.

Bei jeder Diskussion zur Wirkung der Homöopathie führt früher oder später ein Diskussionsteilnehmer anekdotenhafte Fallberichte von sich selbst oder von Personen in seinem näheren oder weiteren Umfeld an, die mittels homöopathischer Therapie unglaubliche Heilerfolge erzielt haben wollen, womöglich noch nachdem die Ärzte der evidenzbasierten Medizin sie als hoffnungslos aufgegeben hatten. Mit einiger Berechtigung ist darauf zu entgegnen, dass einzelne Fallbeispiele keine Aussagekraft haben, einerseits, weil sie keine Rückschlüsse auf eine generelle Effektivität zulassen, andererseits weil sie durch Wahrnehmungsverzerrungen verfälscht sein können. Nur Untersuchungen an einer Vielzahl von Patienten, die in zwei oder mehrere Gruppen eingeteilt sind, und deren Behandlung sich nur in der Anwendung des Medikaments unterscheidet, lassen belastbare Aussagen zu, ob es tatsächlich das Medikament war, das geholfen hat, und ob die Erfolgsrate das übertrifft, was an normalen Heilungsprozessen zu erwarten ist. Kurz und gut: Die klinische randomisierte Vergleichsstudie ist das einzig akzeptable Werkzeug, mit dem nachgewiesen werden kann, ob ein spezifischer Effekt der Behandlung überhaupt vorhanden ist.

In den Naturwissenschaften ist es üblich, dass man zuerst nachweist, ob ein Effekt überhaupt existiert, unter welchen Bedingungen er auftritt – und erst danach werden Grundlagenforschungen zu Ursache und Wirkung ausgeführt. In den physikalischen Disziplinen, die sich mit Effekten beschäftigen, die normalerweise nicht ohne hohen Aufwand zu beobachten sind, mag das heute in Einzelfällen anders sein, indem man auf theoretischem Wege Effekte vorhersagt und in einem nachgeschalteten Experiment nachweist. Dies widerspricht aber nicht grundlegend der in den allermeisten Bereichen der Wissenschaft angewandten Vorgehensweise.

Bei der Scientabilität wird aber jetzt ein anderes Vorgehen gefordert, nämlich dass man erst die Grundlagen erfolgreich erforscht haben sollte, um dann klinische Studien auszuführen, die nachweisen, dass es den Effekt auch gibt.

Würde man das tatsächlich so umsetzen, dann hätte das zur Folge, dass sich ganz andere Fakultäten als bisher mit den Grundlagen der Homöopathie beschäftigen würden. Letztendlich würde Homöopathieforschung in wesentlich höherem Umfang, gefördert durch öffentliche Mittel, an naturwissenschaftlichen Fakultäten ehrwürdiger Universitäten stattfinden. Schließlich kann man die in der Öffentlichkeit weit verbreitete gefühlte Wirksamkeit homöopathischer Behandlungen nicht entkräften – man fordert ja keinen klinischen Wirksamkeitsnachweis – und muss daher allen möglichen Vorschlägen für Forschungsvorhaben zustimmen. Die Erfahrung lehrt, dass auch diese an nicht-medizinischen Fakultäten durchgeführten Untersuchungen unabhängig vom Ergebnis als Beleg dafür genutzt werden können, dass die Homöopathie in den Naturwissenschaften fest verankert sei. Der Schuss ginge nach hinten los.

Dabei ist noch nicht betrachtet worden, dass das nachgewiesene Vorhandensein eines spezifischen Effekts eine Grundvoraussetzung dafür ist, Grundlagenforschung zu betreiben. Wie will man sonst eine Hypothesenprüfung gestalten, welche Voraussetzung für den Effekt gegeben sein muss, wenn man nicht weiß, wie man ihn sicher hervorrufen und identifizieren kann? Damit kommt es praktisch einem Forschungsverbot gleich, wenn man Untersuchungen zum Nachweis der Wirksamkeit nicht zulässt.

Für die Homöopathie werden beispielhaft Kriterien angegeben, anhand derer die Scientabilität geprüft werden könnte. Sollen dies auch die Themen der Grundlagenuntersuchungen sein, die man für die nicht-scientable Homöopathie durchführen sollte? Diese sind:

  1. Ist eine spezifische Existenz des Wirkprinzips nachgewiesen? Im Falle der Homöopathie könnte dies auf die einfache Forderung nach einer Analysemöglichkeit der potenzierten Arzneien hinauslaufen
  2. Ist eine Wirkung nachgewiesen? Das Verfahren oder die Substanz müssten einen reproduzierbaren Effekt auf Zellkulturen haben
  3. Ist eine physiologische bzw. physiologisch relevante Wirkung plausibel? Für das Verfahren oder die Substanz müsste plausibel dargelegt werden, dass sie im menschlichen Organismus irgendeine bzw. eine relevante Wirkung erzielen können.

Kurz gefasst und auf die Spitze getrieben: Wir werden uns mit den Behauptungen des Fisches, er könnte unter Wasser quasi atmen, erst dann auseinandersetzen, wenn er uns nachgewiesen hat, dass er auf einen Baum klettern kann. Will heißen: Diese Kriterien übertragen die Anforderungen der evidenzbasierten Medizin auf die Homöopathie, wobei nicht berücksichtigt wird, dass die Homöopathie ja gerade postuliert, dass sie auf andere Weise wirkt. Könnten diese drei Kriterien eingehalten werden, dann wäre plausibel dargestellt, dass ein homöopathisches Medikament genauso wirkt wie eines der evidenzbasierten Medizin. Das ist aber nicht die behauptete Tatsache, demzufolge wären solche Betrachtungen irrelevant, denn sie können keine Erkenntnisse dazu liefern, ob die in der Homöopathie behaupteten Wirkmechanismen real sind oder nicht.

Es sei am Rande darauf verwiesen, dass es durchaus Berichte darüber gibt, dass Homöopathika auf Zellkulturen und Pflanzenkeimlinge, ja sogar auf Amphibien eine Wirkung ausüben können – und dass dies auch reproduzierbar geschehe. Damit wäre die Scientabilität zumindest für diese Substanzen ausgehebelt.

Wie erkennbar, gibt es in der Homöopathie durchaus zahlreiche Möglichkeiten, das Konzept der Scientabilität zu unterlaufen. Da sind die vielen verschiedenen Wirkmechanismen, die sich einer physikalisch klingenden Wortwahl bedienen (Quantenheilung, Nanobläschen, Informationstechnologie …. ), bei denen es schwerfallen dürfte, der naturwissenschaftlich wenig vorgebildeten Öffentlichkeit klarzumachen, dass es sich um inhaltsleere Worthülsen handelt. Da gibt es Studien, die die Wirksamkeit auf Zellkulturen und sogar Tiere belegen. Alles dies muss zur Beurteilung der Scientabilität widerlegt werden. Man treibt den Teufel des Erklärungsnotstandes für die positiven klinischen Studien durch den Beelzebub aus, die angeführten Erklärungen der Homöopathie auf einem wesentlich weniger einsichtigen Niveau entkräften zu müssen.

Die Position, dass erst einmal ein aussagekräftiger Nachweis für die Gültigkeit von Ähnlichkeitsgesetz und Potenzierung vorgelegt werden muss, also erfolgreiche und zuverlässige klinische Studien vorliegen müssen, bevor man diese Heilslehre als ein wirksame Therapie akzeptiert, ist wesentlich leichter aufrechtzuerhalten.

Wir haben bisher das Konzept der Scientabilität als Lex Homoeopathica behandelt, das den wesentlichen Inhalt hat, die Homöopathie von den Verfahren der evidenzbasierten Medizin fernzuhalten, um zu verhindern, dass man sich in der Öffentlichkeit eine bessere Reputation erwirbt. Allerdings schreibt Weymayr generell von medizinischen Maßnahmen. Daher müsste die Frage untersucht werden, welche Auswirkungen die Forderung nach Scientabilität generell auf die medizinische Forschung hätte. Leider bin ich mangels tiefergehender medizinischer Kenntnisse nicht der Richtige, das zu tun.

Indes liege ich sicher nicht ganz falsch, wenn ich davon ausgehe, dass neue Therapien zunächst unbekannt sind und erste Mutmaßungen über die involvierten Wirkmechanismen nicht unbedingt völlig widerspruchsfrei zu den Erkenntnissen der Physiologie und Pharmakologie passen. Es würde darauf hinauslaufen, wie stark denn diese Divergenzen sein dürfen, bevor eine Therapieform als nicht scientabel eingestuft wird. Oder gehören Pharmakologie und Physiologie nicht zu den ‚gesicherten Erkenntnissen‘? Wenn nein, warum nicht? Wo sind dann die Grenzen zwischen den gesicherten Erkenntnissen und den anderen, offenbar nicht so gut gesicherten Erkenntnissen? Sollte sich hierfür keine vernünftige und eingängige Definition finden lassen, dann setzt man sich wieder dem Vorwurf der willkürlichen Auswahl aus, was die Diskussion um die Homöopathie nicht gerade vereinfachen dürfte. Aber, wie gesagt, hier stoße ich an meine Grenzen, dies weiter auszuführen.

Wie man es auch dreht und wendet – aus jeder Perspektive wird deutlich, dass das Konzept der Scientabilität wenig geeignet ist, zu verhindern, dass sich die Homöopathie weiter mit den Weihen der Wissenschaftlichkeit versieht und dies öffentlichkeitswirksam zelebriert – genau besehen, dieses Vorhaben sogar eher beschwerlicher macht als erleichtert.

Zusammenfassung:

Das vorgeschlagene Konzept der Scientabilität sieht vor, dass nur für solche medizinische Maßnahmen ein Wirksamkeitsnachweis mittels klinischer Studien geführt werden soll, wenn sie den gesicherten Erkenntnissen nicht widersprechen. Ein Blick in die Technik- und Wissenschaftsgeschichte zeigt jedoch, dass es gesicherte Erkenntnisse nicht als beweisbare Tatsachen gibt. Vielmehr handelt es sich bestenfalls um eine nicht beweisbare Vermutung, dass es auch in Zukunft keine Erkenntnisse zu Wirkmechanismen geben könnte, die nach dem heutigen Stand der Wissenschaft unmöglich wären. Das Ansinnen, dies als Grundlage eines Bewertungskonzeptes zur Wissenschaftlichkeit heranzuziehen, ist somit selbst aus wissenschaftlicher Sicht äußerst fragwürdig.

Darüber hinaus löst die Scientabilität das Problem nicht, sondern verlagert die fällige Diskussion in Felder, die der Öffentlichkeit wohl noch weniger verständlich nahezubringen sind, als die Forderung nach gültigen Wirksamkeitsnachweisen durch klinische Studien und die Auseinandersetzung mit vorgelegten Ergebnissen. Zumal dabei in die Betrachtung einbezogen werden muss, dass die Homöopathie durchaus bewiesen hat, eine ganze Reihe von möglichen Erklärungsmodellen zu kreieren, die beeindruckend wissenschaftlich klingen, die aber wegen ihres nebulösen Charakters nur sehr schwer öffentlichkeitswirksam zu widerlegen sein dürften.

Ein Verzicht auf die Forderung nach Wirkungsnachweisen zugunsten einer Forderung nach Grundlagenforschung dürfte sogar vollends das Gegenteil des angestrebten Ziels bewirken, da sich dann verstärkt nicht-medizinische Fakultäten mit den Grundlagen der Homöopathie beschäftigen werden, was endgültig als Beleg für deren wissenschaftliches Niveau gewertet werden dürfte.

Die Scientabilität würde die Diskussion um die Homöopathie in schwieriger zu vermittelnde Bereiche verlagern – ohne aber das Hauptproblem der skeptischen Szene auch nur ansatzweise zu lösen. Dies ist aus meiner Sicht nämlich die unzureichende Verbreitung unserer aufklärerischen Bemühungen über das Wesen der Homöopathie. Letztendlich erscheint alleine die Apothekenumschau alle 14 Tage in einer Auflage, die die Gesamtauflage aller in den letzten Jahren veröffentlichten kritischen Bücher zur Homöopathie um ein Vielfaches übertreffen dürfte – und die in wenig schöner Regelmäßigkeit über die vermeintlichen Vorzüge der Homöopathie in professionell gestalteten publikumswirksamen Artikeln fehlinformiert.

Insofern komme ich zu dem Schluss, dass das Konzept der Scientabilität für den Kampf um eine objektive Bewertung der Homöopathie keinen Nutzen bringt, sondern eher das Gegenteil der Fall ist.

Literatur:

[1] Weymayr C: ‚Scientabilität – ein Konzept zum Umgang der EbM mit homöopathischen Arzneimitteln‘, in: Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen, (2013) 107, 606-610

 

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43 Kommentare zu Fehlende Scientabilität der Homöopathie – ein Eigentor?

  1. Lieber Herr Aust,
    herzlichen Dank, dass Sie sich so intensiv mit meinem Konzept der Scientabilität auseinander setzen! Sie haben das Konzept hervorragend beschrieben.
    Erlauben Sie mir dennoch ein paar Anmerkungen:
    1. Das Konzept der Scientabilität spricht keine Forschungsverbote aus! Das Telefon, die Röntgenstrahlen und andere Erfindungen haben sich durchgesetzt, weil sie in ganz einfachen Versuchen zeigen konnten, dass sie funktionieren. Genau das fordere ich auch von der Homöopathie.
    2. Sie schreiben, RCTs seien nicht fehleranfälliger als andere Methoden. In meiner Arbeit, z.B. als Redakteur des IGeL-Monitors, werden ich täglich mit den Unzulänglichkeiten, den Interpretationsspielräumen etc. von RCTs konfrontiert. Ein RCT ist zwar weniger fehleranfälliger als etwa eine Kohortenstudie, aber sie ist wesentlich fehleranfälliger als ein simples Experiment.
    3. Sie wollen die positiven RCTs entkräften. Das ist ohne Zweifel möglich. Allerdings kann man jedes RCT methodisch entkräften. Homöopathen beweisen das, indem sie negative Studie ebenso zerpflücken wie Sie die positiven.
    4. Sie sagen, das Konzept verlagere das Problem nur. Das stimmt, es verlagert das Problem von der klinischen Forschung in die Grundlagenforschung. Und zwar deshalb, weil das Problem dort wegen der fehlerrobusteren Methodik besser aufgehoben ist.
    5. Sie halten das Konzept für überflüssig, oder gar schädlich. Wenn der Weg, den Sie und viele andere favorisieren, nämlich positive Studien argumentativ zu entkräften, nicht zu eben jener Situation geführt hätte, in der wir uns befinden, hätte ich das Konzept der Scientabilität wohl gar nicht entwickelt. Was soll ein „Weiter so“ bringen, außer der Homöopathie noch mehr vermeintlich wissenschaftliche Glaubwürdigkeit zu verschaffen?
    Mein Fazit: Ich denke, dass einfache Experimente Laien leichter nahe zu bringen sind, als komplexe RCTs. Mein Vorschlag für ein fehlerrobustes Experiment: „Beweist, dass Ihr erkennt, welches von zwei Homöopathika Ihr eingenommen habt.“ Das verlangt keinen Wirkmechanismus, es entspricht exakt dem Fundament der Homöopathie, nämlich der Arzneiprüfung an Gesunden, es ist extrem billig und ohne viel Aufwand mit vielen Probanden durchführbar.
    Viele Grüße
    Christian Weymayr

    • Norbert Aust Norbert Aust sagt:

      Danke für die Anerkennung. Es freut mich, wenn wir hier trotz der in diesem Fall konträren Standpunkte einen sachlichen Disput führen können.

      zu 1: Natürlich braucht man für Effekte, die immer und rasch eintreten, wenn die Voraussetzungen dafür gegeben sind, keine statistische Vergleichsuntersuchung als Nachweis. Man kann sie ein- und ausschalten und auf diese Weise den Wirkmechanismus etablieren. Aber genau diese Art des Wirkungsnachweises steht in der Untersuchungen der Homöopathie nicht zur Verfügung. Wie ich vermute, auch in keiner anderen Therapie, sonst wären die langfristigen und aufwändigen Verfahren zur Freigabe von Arzneimitteln ja nicht erforderlich.

      zu 2: Ich vermute stark, dass die Fehleranfälligkeit weniger in der Methodik der RCTs liegt, als in der mangelnden Qualifikation derer, die sie anwenden. Sehen Sie, da sind gestandene Forscher, die eine RCT durchführen und die Ergebnisse in einer Veröffentlichung berichten, die Peer-Reviewer der Fachzeitschrift, die Reviewer, die eine Metastudie durchführen, die Diskutanten, denen das Ergebnis der Metaanalyse nicht passt und daher nach Ansatzpunkten für eine Entkräftung der Ergebnisse suchen, alles studierte und schlaue Leute – und kein Mensch merkt, dass man mit einer Waage, die nur in Schritten von 100 g auflösen kann, keinen Gruppenunterschied in der Gewichtsabnahme von 94 g messen kann. Das heißt, es geht schon, aber die Fehlerfortpflanzung ergibt ein Vielfaches davon als Messunsicherheit, womit das Ergebnis Schall und Rauch ist. Da fehlt schlicht und einfach elementares Wissen über Messen und Analysieren, und zwar in ziemlich großem Umfang.

      Ich glaube auch nicht, dass dies auf die Homöopathie-Forschung beschränkt ist. Daher arbeite ich zur Zeit auch an einem Paper, diese Problematik in die Fachöffentlichkeit zu tragen. Möglicherweise zeigt sich dann, dass das Instrument der RCT tatsächlich problematisch ist, etwa weil zu viele beta-Fehler auftreten. Aber dann kann man das sicher nachbessern – oder man muss sich halt eine bessere Methodik suchen.

      zu 3: Gibt es Webseiten / Blogger, die dies tun? Ich hatte noch keine gefunden und würde gerne dort mitdiskutieren.

      zu 4 und 5: Was ist das Ziel des Konzeptes? Wir sprechen nicht darüber, welche Kriterien man anwenden sollte, wenn Fördergelder vergeben werden, oder wie wir uns selber noch besser davon überzeugen können, dass die Homöopathie keine spezifisch wirksame Therapieform ist. Es geht darum, der Öffentlichkeit aufzuzeigen, dass der seitens der Homöopathie reklamierte Anspruch der Wissenschaftlichkeit nicht gegeben ist. Frage: Ist die Scientabilität dafür geeignet? Dies wäre sie, wenn sie die Argumentationsweise vereinfachen würde, das heißt auch leichter verständliche Argumente verwenden würde, und dabei keine neuen Angriffsflächen für die Gegenseite bietet. Nach meiner Auffassung leistet das Scientabilitätskonzept keine dieser Aufgaben.

      Ich hatte herausgearbeitet, das man dem Konzept eine gewisse Willkürlichkeit unterstellen kann, was auch in der Tat in den Argumentationen der Gegenseit recht heftig angeführt wird. (Beispiel: http://frolleindoktor.de/gesundheit/homoeopathie-nicht-mehr-scientabel). Wie entkräftet man das? Wohlgemerkt, es geht nicht darum die Autorin zu überzeugen (was unmöglich sein dürfte) oder uns selber (was hoffentlich nicht nötig ist), sondern die wenig wissenschaftlich vorgebildete Öffentlichkeit. Man kann jetzt schreiben: schaut her, wie unfair die Skeptiker da agieren, indem sie jetzt, wo wir wie verlangt positive Ergebnisse vorlegen, die nach ihren Anforderungen erzielt wurden, plötzlich eine neue Hürde aufbauen und das früher so hochgelobte Verfahren jetzt alleine für uns als unbrauchbar erklären.

      Wie entkräftet man das? Wohlgemerkt, nicht im Disput zwischen FrolleinDoktor und Herrn Weymayr oder Herrn Harder, sondern so, dass die Öffentlichkeit davon überzeugt ist, dass unsere Einwände berechtigt und notwendig sind? Ich sehe dafür keine Lösung. Daher bietet das Konzept der Scientabilität, so wie ich es sehe, der Gegenseite erhebliche Angriffsflächen, ohne dass wir über geeignete Mittel zur Gegenargumentation in diesem Punkt verfügen.

      Die Argumentation in der Sache selbst wird auch nicht vereinfacht.

      Im obigen Beispiel mit der Waage traue ich mir ohne Weiteres zu, es jedem interessierten Laien nahebringen zu können, dass die Messung Unsinn ist und daher das Ergebnis der Studie nichts aussagt. Oder eine Verkürzung einer Erkältung um 4 Stunden doch wohl lächerlich ist. Etc. Und dann ist die jeweilige Studie erst mal vom Tisch.

      Wie läuft das mit der Scientabilität? Diese abstrakte Begrifflichkeit muss man erst einmal in Worte fassen:

      Die Studie kommt zwar zu einem positiven Ergebnis, es wurden auch die bestmöglichen und in der evidenzbasierten Medizin akzeptierten Verfahren dabei angewendet, aber das Ergebnis gilt trotzdem nicht, denn Homöopathie ist nicht scientabel. Nicht scientabel bedeutet, dass wir feststellen, dass die von der Homöopathie behauptete geistartige Wirkung nicht mit den Erkenntnissen der Physik übereinstimmt und es auch nie tun wird, denn eine immaterielle Wirkung widerspricht dem bisher widerspruchsfrei aufgebauten Erkenntnisstand. Auch die Erklärung der Wirkungsweise als quantenphysikalisches Phänomen ist nicht scientabel weil die Homöopathie die Grundvoraussetzungen der Quantenphysik nicht erfüllt und das Phänomen der Dekohärenz nicht berücksichtigt. Auch die Erklärung mit den Nanobläschen ist nicht scientabel weil der zugrundeliegende Effekt der Kavitation nur auftritt, wenn der Dampfdruck von Wasser unterschritten wird, was aber beim Potenzieren nicht vorkommt. Und die Erklärung mit der Informationstechnik ist nicht scientabel weil… Und das Wassergedächtnis schon garnicht weil …

      Und wenn wir das alles irgendwie über Otto Normalschlau ausgeschüttet haben, und der ermattet den Widerspruch aufgegeben hat – dann steht das Studienergebnis immer noch im Raum und kann mit einem ‚Ja, aber …‘ jederzeit wieder hervorgeholt werden, womit sich der Kreis dann schließt.

      Der Vorteil des Konzeptes der Scientabilität in der öffentlichen Diskussion erschließt sich mir also nicht. Ich halte es sogar eher für nachteilig. Will heißen: Ich traue mir nicht zu, mit einer solchen Argumentation irgendwie überzeugend wirken zu können und kann mir auch nicht so recht vorstellen dass es überhaupt jemandem gelingt. Klar, wenn es gelingen würde, dann könnte man die Homöopathie zur Gänze entkräften und braucht nicht die Ochsentour über die veilen Einzelstudien zu gehen. Dennoch glaube ich nicht so recht an ein Gelingen.

      Das in der öffentlichen Wahrnehmung eher abstrakte Konzept der Scientabilität erleichtert also eine Argumentation, warum die Homöopathie kein tragfähiges wissenschaftliches Fundament habe, sicher nicht. Ich befürchte sogar genau das Gegenteil. Dazu aber öffnet es der Gegenseite eine Angriffsfläche, die kaum eine erfolgreiche Verteidigung ermöglicht.

      Dass es sicher sinnvoll wäre, Experimente, wie das am Schluss beschriebene, durchzuführen, ist unbenommen. Aber dies war – soweit ich gesehen habe – nicht Gegenstand des Konzeptes der Scientabilität.

      • Matthias Urlichs sagt:

        Vergessen Sie nicht das Fazit. Das stellt für mich die Quintessenz des Scientabilitätskonzepts dar, die ich jedem Laien vermitteln kann. Denn wenn es keine Methode gibt, festzustellen, was in einem Kügelchen mal drin war (und das selbst die Homöopathen zugeben müssten, wenn sie denn an einem rationalen Dialog interessiert wären) – dann bleiben nur noch zwei Wirkmechanismen übrig, nämlich (a) Magie und (b) Placebo.
        Ich denke, das Grundproblem ist, dass „Placebo wirkt“ in der breiten Öffentlichkeit gleichgesetzt wird mit „ich habe mir die Krankheit eingebildet“. Dass dieses Meinungsbild die Überzeugungsarbeit zusätzlich erschwert, ist kein Wunder.

        • Norbert Aust Norbert Aust sagt:

          Wieso haben dann die 10.23-Aktionen so wenig Widerhall gefunden? Viel einfacher ist doch so ein Experiment nicht zu machen. Entweder Homöopathika wirken nicht bei Gesunden – dann kann die Arzneimittelprüfung nicht funktionieren. Dann folgt daraus, dass das ganze Therapiekonzept nicht funktioniert, weil die Arzneimittelbilder Makulatur sind. Oder Homöopathika wirken bei Gesunden. Dann müssten reihenweise die Teilnehmer umgekippt sein, was ganz offensichtlich nicht der Fall war.

          Warum gibt es die Homöopathie also noch?

    • Lothar Brunke sagt:

      „weil sie in ganz einfachen Versuchen zeigen konnten, dass sie funktionieren. Genau das fordere ich auch von der Homöopathie.“
      Herr Weymayer: Das Konzept des amerikanischen Arztes Nash sollte Ihnen als Kritiker bekannt sein. Er hat Glonoinum als C1 seinen Skeptikern unter den Patienten verabreicht, damit diese sich von der Wirkung überzeugen konnten. Die Wirkung bestand in Kreislaufschwierigkeiten, Schwindel, taumelnder Gang. Dann kommt naturgemäß der Einwand: Da ist ja noch Substanz drin. Darauf kommt es in der Homöopathie nicht an, weil das Simileprinzip auch mit materiellen Substanzen funktioniert. Der Nashversuch funktioniert jedoch auch mit D30 wo keine Substanz enthalten ist, er dauert dann nur länger und muss öfter wiederholt werden. Ihr Konzept ist also von Anfang an falsch, ein Kriterium nur zum Ausschluss unliebsamer Therapien werden Sie nicht erreichen.

      • Norbert Aust Norbert Aust sagt:

        … womit zu beweisen wäre, dass die stoffliche Anwesenheit des Wirkstoffes für das Ergebnis irrelevant war. Ich verweise hierzu auf die 10.23 Aktionen, die reihenweise belegt haben, dass hochpotenzierte Homöopathika eben keine Wirkung auf gesunde Menschen haben.

      • Ute Parsch sagt:

        Behaupten kann man viel. Eine Behauptung ist aber kein Beleg. Dieses Thema hatten wir letzten August ausführlichst erörtert.

        1) Wenn man einen Stoff wie Nitroglycerin – nichts anderes ist Gonoinum – in einer Verdünnung von nur 1:100 einnimmt, dann sind allerdings aus rein pharmakologischen Gründen Wirkungen zu erwarten.

        2) Einen offiziellen, reproduzierbaren Nachweis, dass der Versuch auch mit D30 funktioniert gibt es _nicht_. Nach 200 Jahren nicht. Obwohl er einfach durchzuführen wäre.

        Ich darf Sie auch daran erinnern, dass Sie sich im August aus der Diskussion zurückzogen, als wir Ihnen anboten, den Versuch tatsächlich unter den bis dahin besprochenen Bedingungen durchzuführen.
        Allerdings veränderte dieses konkrete Angebot schlagartig Ihre Aussagen: Drohten uns vorher Ihrer eigenen Aussage nach berstende Kopfschmerzen und Kreislaufschwäche, die den Notarzt erforderlich machen sollte, wollten Sie nachdem klar war, dass wir das Experiment tatsächlich durch führen würden, lieber doch den Blutdruck messen, um auch minimalste Veränderungen des Blutdrucks als „Wirkung“ interpretieren zu können…

        Zu einer Anreise zu den Psi-Tests waren Sie nicht bereit.

        Ich habe im Rahmen der damaligen Diskussion schon einmal daraufhingewiesen, möchte es hier aber nicht unerwähnt lassen: Das Vorgehen Nashs zeigt klar die Methoden, die zu benutzen zumindest einige Homöopathen keine Scheu zeigen. Die Kritiker, die berechtigt darauf hinweisen, dass ein Stoff in Abwesenheit nicht wirkt, werden einfach mit einer sehr wohl pharmakologisch wirksamen Menge (1:100) des Stoffes vergiftet – und getäuscht und belogen.

        Erschreckend ist nicht nur die moralische Qualität solcher „Belege“ an sich, sondern auch, dass sie offenbar als weitererzählenswert und nachahmenswert empfunden werden.

        • Lothar Brunke sagt:

          Ich bin im Laufe des Jahres gelegentlich in Baden Würtemberg und könnte mich an einem Versuch beteiligen. Dazu sollten wir uns zuerst einigen, wie der aussehen soll. In meinem Blog habe ich gerade dazu Vorschläge unterbreitet. Mit den Gesundheitsbehörden kläre ich gerade die rechtliche Seite ab.

          • Norbert Aust Norbert Aust sagt:

            Da bin ich auch gerne dabei – möchte als Gegenleistung dann aber einen Anteil von 10 % an der Million Dollar, die man bei James Randi dann einstreichen kann.

          • Norbert Aust Norbert Aust sagt:

            So ein Mist aber auch. Enttäuschend. Ich muss jetzt auf der Webseite von Herrn Brunke lesen, ich bin zu alt für den Test (deutlcih über 50). Wirds halt wieder nix mit dem Aufbessern der Rente. So ein Pech aber auch.

          • Ute Parsch sagt:

            Vor allem geht es in diesem Beitrag hier um Scientabilität und nicht um die Psi-Tests.

            Deshalb die berechtigte Frage: Angenommen, es zeigen sich – wie nach allen naturwissenschaftlichen Kenntnissen zu erwarten – keine signifikanten Unterschiede zwischen Placebogruppe und D30-Gruppe: Sind wir uns in diesem Falle einig, dass wir die Behauptung, homöopathische Hochpotenzen würden sich von Placebo unterscheiden, ein für alle Mal vom Tisch haben? Und das wird dann auch offiziell so kommuniziert?

            So macht man das nämlich in der Wissenschaft.

            Hier die These – da das Experiment – dort die Konsequenz.

      • AlteWeser sagt:

        „…Der Nashversuch funktioniert jedoch auch mit D30 wo keine Substanz enthalten ist, er dauert dann nur länger und muss öfter wiederholt werden. ….“

        Es gilt doch die Aussage, je höher die Potenz, desto mächtiger die Wirkung!? Also müsste die D30 wesentlich stärkere Wirkung als die C1 haben.

        (Dass man dem Versuch mit der C1 nicht eine Hochpotenz gegenübergestellt hat, empfinde ich übrigens als betrügerische Absicht.)

  2. Elke sagt:

    Norbert, ist es aber nicht gerade bei der Homöopathie so, im Unterschied zu Deinen historischen Beispielen, dass der Ausschluss bzw. das Argument für Scientabilität sich schon daraus ergibt, dass, würde Wasser Informationen speichern können und Potenzierung noch dazu hinhauen, bisheriges Leben gar nicht möglich gewesen wäre. Nach dem Motto: „If water has a memory then homeopathy is full of shit (crap)“ Hier geht es ja nicht um Möglichkeiten, die man ausschließt, weil man sie sich nicht vorstellen kann, sondern darum, dass die Wirksamkeit angenommener Mechanismen definitiv Folgen hätte, die gar nicht möglich sein können. Die Toxizität von Wasser wäre unbeschreiblich. Und dazu müssen nicht einmal unwiderrufliche Naturgesetze in der Argumentation herangezogen werden 😉

    Ich bin trotzdem auch gegen eine Umsetzung der Scientabilität, aber nur, weil es zu noch mehr Verschwörungstheorien führen und der HÖ weiteren Auftrieb bringen würde.

    • Norbert Aust Norbert Aust sagt:

      Elke, klar das ist eine Gegenargumentation zur Homöopathie. Das ist aber nicht der Punkt der Scientabilität, bei der es darum geht, den Anspruch der Homöopathen zu entkräften, ihre Lehre hätte ein wissenschaftliches Fundament. Ich habe gerade eine längere Antwort auf den Kommentar von Herrn Weymayr gepostet, vielleicht kommt da besser heraus, wo meine Probleme mit der Scientabilität liegen.

  3. Ralf Neugebauer sagt:

    Danke für diesen Beitrag. Es ist erfreulich, dass sich Dr. Weymayr gleich dazu geäussert hat.
    Mein Problem mit der Scientabilität als Prinzip ist eher grundsätzlicher Natur. Ich verstehe die – aus der Sicht des Wissenschaftsjournalisten verständlichen – Argumente gegen weitere RCT’s im Bereich Homöopathie und ich halte weitere RCT’s auch nicht für erforderlich. Ich kenne keine Befürworter evidenzbasierter Medizin, die sich für eine weitere Erforschung dieses Humbug aussprechen würden. Aber das Prinzip „Scientabilität“ kehrt meiner Meinung nach ein wissenschaftliches Grundprinzip ins Gegenteil um: Bevor ich Arbeit in die Frage investiere, wie genau etwas geschieht (Heilung, Klopfgeräusche in einem leeren Haus oder was auch immer), muss ich erstmal klären, ob etwas geschieht, d.h. ob es sich um ein reales Phänomen handelt. Ausgangspunkt muss also zunächst sein, festzustellen, ob eine homöopathische Behandlung die Heilung begünstigt, bevor man Überlegungen anstellt, wie sie das macht.

    Ein Beispiel: Es gibt eine sehr wirksame (belegt) Schmerztablette, die sich dadurch auszeichnet, dass der Name des Herstellers in Kreuzform darauf eingepresst (oder wie auch immer) dargestellt wird. Für die Frage, ob diese Tablette Schmerzen bekämpft, ist es völlig irrelevant, ob ich in meiner Hypothese diese Wirkung auf das Kreuz als Symbol oder auf die Inhaltsstoffe zurückführe. Die Wirkung kann belegt werden.

    Letztlich ist die Scientabilität auch Wasser auf die Mühlen z.B. meiner Gesundheitsministerin (NRW), die ja mehr Grundlagenforschung in diesem Bereich fordert und möchte, dass wir erforschen, wie genau Homöopathika wirken, ohne dass bisher ein überzeugender Nachweis erbracht wäre, dass sie es überhaupt tun.

    Ich meine, dass es gerade Metaanalysen wie die von Shang et. al. sind, die belegen, dass weitere Forschung auf diesem Gebiet keinen Erfolg verspricht.

    Viele Grüße

    Ralf Neugebauer

  4. Pingback: Scientabilität, die Nächste … @ gwup | die skeptiker

  5. Lothar Brunke sagt:

    Zitat: „Es gibt derzeit keine durchgängige Erklärung dafür, wie die ursprüngliche Substanz, die im fertigen Medikament nicht mehr vorhanden ist, eine Wirkung auf den Patienten ausüben könnte.“ Diese Behauptung ist bereits im Ansatz falsch. Das gurwitschexperiment um 1920 zeigte eindeutig, dass sich Zwiebelspitzen zur Zellteilung anregen lassen, allein durch UV-Strahlung von anderen in der Teilung befindlichen Zwiebelspitzen. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass in der Zelle Informationsvorgänge stattfinden, welche nicht durch einen materiellen Mediator ausgelöst werden, also immateriell sind, oder wie Hahnemann es in seiner Zeit formuliert hat – geistartig. Aber eben nicht im Sinne der Esoteriker als Ausdruck des vom Bewußtsein oder Unterbewußtsein gesteuerten Seins.
    Alle weitere Ausführungen zu Scientabilität ist Philosophierei, die von Hahnemann genauso abgelehnt wurde wie von mir.

    • Norbert Aust Norbert Aust sagt:

      Herr Brunke,

      es geht um eine Erklärung für die gesamte Wirkungskette ausgehend vom Urstoff bis zum Eintreten der Wirkung im Patienten. Selbst wenn das Zwiebelexperiment tatsächlich irgendetwas beweisen würde – liefert dies wohl keine Erklärung für den gesamten Wirkmechanismus. Oder warum Medikamente durch Potenzieren stärker werden sollen. Oder wieso die Verunreinigungen des Lösungsmittels wissen, dass sie nicht potenziert werden sollen. Oder ….

    • Ute Parsch sagt:

      Eigentlich wollte ich mich zum Artikel und zur Scientabilität äußern. Dieser Kommentar kann aber als gutes Beispiel für die Problematik gelten.

      Die Forderung nach Berücksichtigung der Scientabilität rührt ja von der aktuellen Situation in der Homöopathie. Dass eine spezifische – also gezielte über Placebo hinausgehende – Wirksamkeit eines Stoffes in dessen kompletter, vollständiger und sicherer Abwesenheit (wie in homöopathischen Hochpotenzen) bestens gesicherten naturwissenschaftlichen Erkenntnissen widerspricht, erfährt der Patient gerade aufgrund der CAM-Studienproduktion nicht.

      Eine betriebsam wirkende „Forschung“ erweckt beim medizinischen und wissenschaftlichen Laien den Eindruck, es gäbe wissenschaftliche Hinweise auf eine spezifische Wirksamkeit, bzw. es werde ernsthaft am Wirkmechanismus geforscht.

      Dass es dabei jedoch – für den Laien nicht immer erkennbar – keineswegs überall wissenschaftlich zugeht, kann man an Herrn Brunkes Kommentar sehr gut sehen.

      Hier heißt es lapidar, die Aussage „Es gibt derzeit keine durchgängige Erklärung dafür, wie die ursprüngliche Substanz, die im fertigen Medikament nicht mehr vorhanden ist, eine Wirkung auf den Patienten ausüben könnte“ wäre „bereits im Ansatz falsch“.

      Interessant ist jetzt die Begründung:

      „Das Gurwitschexperiment um 1920 zeigte eindeutig, dass sich Zwiebelspitzen zur Zellteilung anregen lassen, allein durch UV-Strahlung von anderen in der Teilung befindlichen Zwiebelspitzen. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass in der Zelle Informationsvorgänge stattfinden, welche nicht durch einen materiellen Mediator ausgelöst werden, also immateriell sind, oder wie Hahnemann es in seiner Zeit formuliert hat – geistartig.“

      Zum einen folgt die genannte Schlussfolgerung keineswegs zwingend aus dem Gurwitsch-Experiment. Zum anderen stellt sie selbst im Falle ihrer Gültigkeit keinen Einwand auf die im Artikel getroffene Aussage dar:

      Das Gurwitsch-Experiment belegt (wenn wir seine im Übrigen durchaus umstrittenen Ergebnisse einmal im Sinne der Diskussion anerkennen) zunächst einmal das Aussenden einer extrem schwachen UV-Strahlung bei lebenden Zellen.
      Keineswegs nachgewiesen ist die postulierte Kohärenz der Strahlung und erst recht nicht ihre angebliche Funktion im Sinne einer „Zellkommunikation“. Darüber hinaus ist eine bei chemischen Prozessen – die ja nun einmal in Zellen ablaufen – frei werdende Energie in Form von Strahlung keineswegs etwas Ungewöhnliches. Und sie ist definitiv nicht „immateriell“, sondern durch energiefreisetzende Stoffwechselprozesse in der Zelle bedingt. Das heißt also zunächst, dass etwa 90 Jahre nach dem Gurwitsch-Experiment immer noch essentielle wissenschaftliche Nachweise der Schlussfolgerungen, die die Anhänger der Biophotonen sehen wollen, ausstehen. Schlussfolgerungen auf Basis vorweggenommener Ergebnisse sind aber keinesfalls wissenschaftlich zu nennen.

      Für die Homöopathie ist die ganze Diskussion jedoch sowieso irrelevant. Denn selbst wenn man nachgewiesen hätte (und der Konjunktiv ist hoffentlich nach dem letzten Absatz zu verstehen), dass Zellen über UV-Strahlung Prozesse in Nachbarzellen anstoßen können, dann müsste man zunächst nachweisen, dass
      – Homöopathika entsprechende UV-Strahlen in die jeweiligen erkrankten Körperregionen aussenden (was bei oraler Einnahme seltsam scheint)
      – sich homöopathische Hochpotenzen in Globuliform überhaupt in ihrem entsprechenden UV-Spektrum unterscheiden
      – die verwendeten Urtinkturen charakteristisch unterschiedliche „Biophotonen“ aussenden (was bei Substanzen wie Arsenicum Album, Sulfur, … etwas verwundert) und dass sich diese charakteristischen Spektren auch in Abwesenheit(!) dieser Urtinkturen im Lösungsmittel und den Globuli nachweisen lassen und sich sogar von Potenz zu Potenz unterscheiden. Wobei wir hier festhalten wollen, dass eine Übertragung eines charakteristischen Spektrums auf eine andere Molekülart dem Atommodell widerspricht.

      Insgesamt fällt hier also auf, dass das „in den Raum werfen“ des Begriffes „Gurwitsch-Experiment“ eine Erklärung hypothetischer Wirkmechanismen nicht einmal im Ansatz leistet. Weder ist die genannte Schlussfolgerung nachgewiesen, noch könnte diese überhaupt eine Erklärung für die Homöopathie liefern. Noch macht eine Suche nach einem solchen Wirkmechanismus überhaupt Sinn, wenn man in Studien überhaupt keine spezifische Wirksamkeit belegen kann.
      Es handelt sich also genau um die pseudowissenschaftliche Faktenverwischerei, der man mit der Scientabilitätsargumentation zu begegnen versucht.

      • Lothar Brunke sagt:

        „dass eine Übertragung eines charakteristischen Spektrums auf eine andere Molekülart dem Atommodell widerspricht.“ Das ist bereits der nächste Fehler, weil in physikalischen Experimenten durchaus die Übertragung von Quanteniformationen von einem Moldekül auf ein weiteres möglich ist. Fragen Sie Herrn Lambeck als Skeptiker, er kann dazu bestimmt einiges mehr berichten. Er weiß auch, dass diese (Quanten-)Informationen bisher nur schlecht nachweisbar sind. Soweit sie nachgewiesen werden können, kann der Energiegehalt des einzelnen Photons nicht bestimmt werden. Die Informationsverarbeitung in der Zelle kommt an die gegenwärtig nachweisbaren Grenzen. So kann der Wirkungsmechanismus der Homöopathie aus objektiven Gründen nicht erforscht werden, bisher jedenfalls nicht.
        Darin ist kein Mangel der Homöopathie zu sehen, sondern der physikalischen Wissenschaft.
        In meinem Grundsatzaufsatz habe ich weitere Nachweise für intrazelluläre Photonenstrahlung gebracht, auf die ich hier nur verweisen muss.
        http://www.quantenhomöopathie.com/download/AHZ_Spektrum_Brunke.pdf
        Mit Kampfbegriffen wie angebliche „Scientabilität“ wird lediglich die Inquisition neu belebt, nicht jedoch wissenschaftliche Arbeit gefördert.
        Es ist auch ziemlich vermessen, wenn ein Wissenschaftsjounalist die Arbeit der Physiker und Biochemiker auf diesem Gebiet in Frage stellt und statt dessen mit derartigen Sprüchen versucht die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Homöopathie ist zuerst ein Forschungsgebiet für Wissenschaftler, erst danach sollten sich die Laien auf dem Gebiet zu Worte melden.
        Damit die Skeptiker auch mal was produktives beitragen, habe ich inzwischen den Entwurf für eine AMP in Nachfolge nach Hahnemann unter dem Versuch der wissenschaftlichen Kriterien eingestellt.
        Ich bitte um Vorschläge, was die Skeptiker daran auszusetzen haben, unabhängig davon, dass sie nicht an ein positives Prüfungsergebnis glauben. Das kann jedoch überprüft werden. Wir sollten uns nur vielleicht einigen, welche Anforderungen zu stellen sind.

        • Wiener sagt:

          „Homöopathie ist zuerst ein Forschungsgebiet für Wissenschaftler, erst danach sollten sich die Laien auf dem Gebiet zu Worte melden.“

          Heisst das, nicht an der Universitaet naturwissenschaftlich ausgebildete und wissenschaftlich arbeitende Homoeopathen sollen sich der Diskussion zu enthalten? Trifft das auch auf Diskussionsteilnehmer zu, die ihre bahnbrechenden These nicht in wissenschaftlichen Zeitschriften sondern auf ihrer Internetseite veroeffentlichen?

  6. Pingback: Methoden müssen gegenstandsadäquat sein – Gesundheits-Check

  7. Thomas sagt:

    „Das gurwitschexperiment um 1920 zeigte eindeutig, dass sich Zwiebelspitzen zur Zellteilung anregen lassen, allein durch UV-Strahlung von anderen in der Teilung befindlichen Zwiebelspitzen“

    Quelle?

    • Elke sagt:

      Im Jahr 1923 entdeckte Gurwitsch bei der Untersuchung der Zellteilung von Zwiebelnzellen eine Photonenemission im Spektralbereich um 260 nm.[6] Gurwitsch vermutete, dass diese Strahlung die Mitose von Zellen stimulieren könne und nannte die Strahlung daher mitogenetischen Strahlung. Diese Entdeckung der heutzutage als ultraschwache Photonenemission bezeichneten Strahlung wurde nach anfänglicher weltweiten Anerkennung später in Frage gestellt und als unwichtig eingestuft. Dennoch beschäftigte sich Gurwitsch bis zum Ende seines Lebens mit der Untersuchung des Phänomens.

      http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Gurwitsch

      http://de.wikipedia.org/wiki/Ultraschwache_Photonenemission

      😀

  8. Bernd Harder sagt:

    @Lothar Brunke:

    Das Gurwitsch-Experiment zeigt überhaupt nichts – es konnte weder reproduziert werden noch hatte es überhaupt mit Homöopathie zu tun:

    http://www.psiram.net/ge/index.php/Biophoton

  9. Rolf Wagels sagt:

    Hallo
    vielen Dank für den Beitrag, und schön, dass Herr Weymayr auch gleich dabei ist. Ich finde das Konzept auf der einen Seite sehr spannend, auf der anderen Seite habe ich ein wenig Bauchschmerzen damit, zuerst zu untersuchen, wie etwas wirkt, bevor ich untersuche, ob etwas wirkt. Oder auf die Homöopathie bezogen: Zu untersuchen, wie etwas wirkt, von dem wir wissen, dass es nicht wirkt.

    Ich glaube auch, dass die Wissenschaft offen bleiben muss, sehe aber natürlich auch die Argumente von Herrn Weymayr. Gerade der angeführte Punkt 4 ist für mich sehr schlüssig, wenn wir fehlerrobuste Experimente finden, sollte das Thema doch schnell abgehakt sein. Dann finden sich weder in der Grundlagenforschung noch in der klinischen Forschung Hinweise auf eine Wirkung…allerdings fürchte ich, dass auch das den „Gläubigen“ nicht ausreicht, um sich von Ihrem Glauben zu verabschieden.

    Grüße
    R. Wagels

    • Norbert Aust Norbert Aust sagt:

      Kriegen wir damit tatsächlich die vorliegenden Studien mit positivem Ergebnis wegdiskutiert? Wissen Sie, die Homöopathie versucht seit 200 Jahren nachzuweisen, dass ihren Medikamenten eine Wirksamkeit innewohnt. Deren Gegner versuchen ebenfalls seit 200 Jahren das Gegenteil zu beweisen. Keiner hat einen nennenswerten Fortschritt vorzuweisen. Selbst die 10.23-Aktionen werden seitens der Hiomöopathie einfach wegdiskutiert – auch unter Vernachlässigung der Tatsache, dass ohne die Wirkung homöopathischer Mittel auf Gesunde keine homöopathische Arzneimittelprüfung möglich wäre, was ein Grundpfeiler der Homöopathie ist. Dieser Spagat – entweder wirken die Mittel auf Gesunde nicht, dann wären die Materia Medica Makulatur, oder die Arzneimittel wirken, dann müssten die 10.23-Teilnehmer reihenweise umfallen – wird einfach ignoriert.

      Bedenken Sie, ein aus unserer Sicht erfolgreiches Experiment wäre für Tausende von Menschen von mehr oder weniger drastischem wirtschaftliche Nachteil – ein unermessliches Potenzial für Ideen, wie man das unangenehme Ergebnis aus der Welt schaffen kann.

      • Rolf Wagels sagt:

        Ja, das ist leider wahr. Aber was tun? Wir werden die Verfechter Der Homöopathie wohl wirklich nicht überzeugen. Entweder aus ideologischen oder aus wirtschaftlichen Gründen. Es bleibt also nur die Aufklärung des Verbrauchers?

        • Norbert Aust Norbert Aust sagt:

          Ja, genau so sehe ich das.

          • Rolf Wagels sagt:

            Dann bleibt die Frage „Wie?“ Die von Ihnen schon erwähnten 10:23 Aktionen waren ja schon mal ein Anfang. Ihr Blog hier auch. Aber ehrlich: Wenn ich meinen Freunden, die keine wissenschaftliche Ausbildung genossen haben, bitte, die Texte hier zu lesen, steigen viele von denen aus.
            Wie erreicht man also die Massen?

          • Norbert Aust Norbert Aust sagt:

            Das ist in der Tat ein Problem, zu dem ich auch keine Lösung habe. Zum Einen argumentiert die Gegenseite ja durchaus an die Gefühlslage – man sehe sich nur mal die vielen Webseiten an, die mit Wohlfühl-Bildern und -Farben gespickt sind. Dazu die dann die eigenen Erfahrungen und die anderer Leute, Homöopathie jetzt auch bei Ärzten und von den Krankenkassen bezahlt etc. Unsere Argumnentation appelliert zumeist an den Verstand, jedenfalls haben wir kein emotional schönes Gefühl des ‚Alles ist/wird gut‘ entgegenzusetzen.

            Noch dazu sind die allermeisten Menschen es nicht gewohnt, ihre eigenen Wahrnehmungen zu hinterfragen: ‚Warum ist das so?‘, ‚Woher weiss ich das?‘ kommt bei dem, von dem man überzeugt ist, nicht vor. Wenn kein Mindestmaß an Bereitschaft gegeben ist, die eigene Position zu überprüfen, dann kommen wir einfach nicht an. Sokrates sagt, die Weisheit kann man in einem Menschen nicht hineinlehren, man kann sie nur herausfragen. Ich habe mir zur Aufgabe gemacht, die wissenschaftlichen Grundlagen der Homöopathie etwas verständlicher aufzubereiten – wie man die Menschen dazu bringt dies auch zu verstehen, was ein gut Teil auch ein Verstehen Wollen beinhaltet, da weiß ich auch nicht weiter.

  10. Ute Parsch sagt:

    Nachdem mein erster heutiger Kommentar eher aus aktuellem Anlass aufgriff, „dass die Homöopathie durchaus bewiesen hat, eine ganze Reihe von möglichen Erklärungsmodellen zu kreieren, die beeindruckend wissenschaftlich klingen, die aber wegen ihres nebulösen Charakters nur sehr schwer öffentlichkeitswirksam zu widerlegen sein dürften“, möchte ich nun noch etwas zum Konzept der Scientabilität sagen.

    Um es kurz zu machen: Ich halte die Forderung nach Scientabilität für äußerst sinnvoll in der Diskussion um die Homöopathie und anderer Verfahren; allerdings erweitert um einen wichtigen, in der momentanen Formulierung meines Wissens noch nicht enthaltenen Aspekt:

    Das Problem, dass sich Vertreter der Homöopathie inzwischen auch auf positive Studien berufen, liegt ja nicht (nur) an den Schwächen des Messinstrumentes „RCT-Studie“. Es liegt vielmehr daran, dass Vertreter der Homöopathie gleichzeitig in großer Menge angefallene negative Studienergebnisse weder kommunizieren noch berücksichtigen. Doch gerade hier kann und muss die Scientabilität ansetzen.

    Wissenschaftlichkeit – und um die geht es ja letztlich – steht auf 2 Standbeinen:
    1) Der strengen Überprüfung aufgestellter Behauptungen
    2) Dem Verwerfen von Behauptungen, die der Überprüfung nicht standhalten
    Und beide Standbeine erfüllt die Homöopathie nicht!
    Und ich denke, in dieser Form angewendet, kann die Scientabilität sehr wohl ein wichtiges Argument in der Homöopathiediskussion sein, besonders vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung in Traunstein.

    Eine Behauptung erfüllt nämlich das Kriterium „wissenschaftliche Behauptung“ erst dann, wenn man es gezielt, nachvollziehbar und reproduzierbar untersuchen kann – und wenn auch Konsequenzen aus negativen Ergebnissen der Untersuchung gezogen werden.

    Ein Beispiel:

    Die Carstens-Stiftung verlinkt hier http://www.carstens-stiftung.de/artikel/moderne-arzneimittelpruefung-mit-okoubaka.html eine RCT Arzneimittelprüfung von Okoubaka mit negativem Ergebnis: „Das Ergebnis ist ernüchternd für Homöopathieanwender und wird sicher Fragen nach sich ziehen.“ – Nur welche?
    Wird Okoubaka als Homöopathikum vom Markt genommen werden?
    Werden die Arzneimittelbilder von Okoubaka in irgendeiner Weise geändert?
    Wird man zugeben, dass das Konzept der Arzneimittelprüfung nicht funktioniert?
    Oder keine dieser Möglichkeiten? Genau!
    Nachdem im Vorfeld nicht festgelegt war, was beim Scheitern der Studie für Konsequenzen gezogen werden, werden im Falle des Scheiterns auch keine gezogen.

    Und genau daraus ergibt sich die Situation, die wir heute in der Homöopathie vorfinden:

    Wir haben von Hahnemann beschriebene Konzepte, die unserem gesicherten Wissen ebenso sehr widersprechen, wie die Konzepte der Alchemie oder die der Astrologie. Richtig ist, dass dies ein _zufälliges_ Funktionieren der Homöopathie nicht mit letzter Sicherheit ausschließt, sehr wohl aber verschiebt es eine solche Annahme ins Reich der unbegründbaren Spekulation. Dass dem so ist, wird in der Homöopathie jedoch nicht diskutiert und der Öffentlichkeit auch nicht kommuniziert.
    Das Fehlen jedweder Konsequenzen innerhalb einer Disziplin, wenn ihre Grundpfeiler widerlegt werden, ist ein eindeutiges Kennzeichen einer Pseudowissenschaft.

    Wir haben eine Fülle von Studien, die mit dem Ziel erstellt werden, die Behauptung der Homöopathie, ein erfolgreich wirksames Verfahren zu sein, zu bestätigen. Doch die Gesamtsichtung der Studien kann keine Überlegenheit gegen Placebo nachweisen.
    Dies formulieren sehr wohl auch Vertreter der Homöopathie.
    Doch welche Konsequenzen zieht die Homöopathie aus den negativen Studienergebnissen? Wurden einzelne Arzneimittel vom Markt genommen, wie es in der evidenzbasierten Medizin der Fall gewesen wäre? Nein!
    Wurden einzelne Krankeitsbilder ganz offiziell aus dem Behandlungskatalog genommen? Nein!
    Welche Konsequenzen wurden gezogen, wenn positive Studien zerpflückt wurden? Keine! Weder stellte man sich sachlich den Argumenten, noch zog man die Studien zurück, noch werden die Einwände gegenüber der Öffentlichkeit gegenüber kommuniziert.
    Eine Situation, die in echter Wissenschaft einfach undenkbar wäre.

    Gerade über Frau Steffens werden vielmehr Forderungen an dn Gesetzgeber herangetragen, nicht alleinig eine wissenschaftliche Untersuchung als Wirksamkeitsnachweis gelten zu lassen. Kurz: Negative Ergebnisse werden keineswegs als Hinweis auf fehlende Überlegenheit gegen Placebo interpretiert, sondern als Grund für ein Postulat, auch ohne wissenschaftlichen Nachweis anerkannt zu werden.
    Dies, sowie das komplette Fehlen jedweder intrinsischer Methoden, die eigenen Aussagen zu überprüfen, entlarven die Homöopathie als Pseudowissenschaft.

    Und das Ganze in einer Disziplin, die sich anschickt, einen Bachelor of Science für sich zu beanspruchen! Also in einer Disziplin, die Wissenschaftlichkeit für sich in Anspruch nimmt.
    Die Scientabilität ist das Instrument der Wahl, in diese Diskrepanz aus Anspruch und Methode zu stoßen.

    Die Scientabilität stellt die berechtigte Frage, wann denn eine Behauptung, die im Widerspruch zu gesicherten naturwissenschaftlichen Erkenntnissen steht, genug(!) geprüft ist. Die Scientabilität fordert keineswegs, ein von der Öffentlichkeit „gefühlt existentes“ Phänomen nicht zu überprüfen. Es geht aber um die Forderung, es nicht beliebig lange und unter kompletter Missachtung unerwünschter Ergebnisse zu erforschen.

    Die Scientabilität kann zumindest zu zusätzlichen, in echter wissenschaftlicher Forschung selbstverständlichen Forderungen an die Homöopathie führen:
    – Anmeldungspflicht auch für Homöopathiestudien
    – Keine Anerkennung eines anderen Nachweisverfahrens
    – Hochwertige Studienqualität mit einer klaren Formulierung der Hypothese
    – Dem konsequenten Verwerfen der Hypothese, im Falle negativer Ergebnisse

    Die Scientabilität kann dazu dienen, die Homöopathie zu zwingen, sich zu entscheiden, was sie sein will: Außerhalb des Wissenschaftsbetriebes stehende Esoterik, die wissenschaftliche Überprüfung ablehnt und wissenschaftliche Kriterien nicht erfüllt – dann aber auch keinen „Bachelor of Science“ vergeben kann. Oder aber eine Disziplin, die sich der wissenschaftlichen Überprüfung stellt, dann aber nach wissenschaftlichen Kriterien und mit allen Konsequenzen im Falle des Scheiterns.
    Ein „sowohl als auch“, wie es sich die Homöopathie im Moment ermogelt, erscheint mir mit dem Konzept der Scientabilität nur noch schwer möglich.

    • Norbert Aust Norbert Aust sagt:

      Klasse!
      Das ist ein völlig neuer Gedanke, dem man nachgehen sollte: Die Scientabilität nicht alleine daran festzumachen, dass die Wirkprinzipien nach dem Kenntnisstand der Physik unmöglich sind, sondern daran, dass die H. über keine wissenschaftliche Methoden verfügt, ihre Ergebnisse zu überprüfen, und daran, dass negative Ergebnisse folgenlos bleiben.

      Das ist verständlich und nachvollziehbar und kann sicher auch gut kommuniziert werden.

      • Rolf Wagels sagt:

        In der Tat, so macht es sehr viel Sinn. Der Hinweis auf das Ignorieren der negativen Ergebnisse erscheint mir besonders wichtig….

  11. Joseph Kuhn sagt:

    @ Christian Weymayr:

    „weil das Problem dort wegen der fehlerrobusteren Methodik besser aufgehoben ist“

    Es kommt auf das Problem an. Die Frage der Wirksamkeit eines Medikaments in einer größeren Population ist im (Labor-)Experiment nicht besser aufgehoben, weil man dort gar nicht alles prüfen kann, worauf es ankommt. Anders dagegen die Frage, ob die homöopathische Potenzierungsprozedur überhaupt eine spezifische „Wirksamkeit“ einer Arznei herstellen kann. Diese Frage, wenn man sie tatsächlich als naturwissenschaftlich nicht längst beantwortet ansehen will, wäre nur mit geeigneten naturwissenschaftlichen Methoden zu untersuchen, nicht mit klinischen Studien und schon gar nicht am Maßstab persönlicher Erfahrungen („ich kenne viele, denen es geholfen hat“). Dein Anliegen verstehe ich so, dass Du diese Differenzierung und die Notwendigkeit gegenstandsadäquater Methoden wieder bewusster machen willst – völlig zu Recht. Das gilt übrigens genauso in anderen Wissenschaftsbereichen, von der Mathematik (in der das Experiment ja nur bedingt hilfreich ist) bis zu den Sozialwissenschaften (in denen manche Methoden dem Gegenstand auch nicht angemessen sind, was in der Sozialwissenschaften immer wieder zu intensiven Methodendiskussionen geführt hat).

  12. omnibus56 sagt:

    Sehr geehrter Herr Aust,

    danke für den sehr ausführlichen Artikel. Ich bin Ihnen für Ihre Aufklärungsarbeit in toto sehr dankbar! Ich denke aber, dass Sie noch nicht ganz verstanden haben, was das Scientabilitätskonzept im Grunde nur verlangt. Lassen Sie mich daher ein stark vereinfachtes Beispiel geben, also quasi „ein Bild malen“:

    Angenommen, jemand, nennen wir ihn einen Pulveristen, behauptet, er habe eine „Arznei“ aus einem Pulver entwickelt, die alle Krankheiten heilen, zumindest aber deutlich wahrnehmbar lindern kann, indem man die „Arznei“ auf dem Rücken des Patienten verreibt. Diese „Arznei“ wäre deshalb wirksam, weil die Ursubstanz, das Pulver, u. a. die Fähigkeit habe, dass es durch einfaches Streuen auf die Porzellanscherben einer Tasse diese Porzellanscherben in weniger als zwei Wochen wieder in den unzerbrochenen Zustand überführen könne, man dürfe die Porzellanscherben nur nicht bewegen. Das Pulver könne danach eingesammelt und immer wieder verwendet werden. Es würde sich nicht verbrauchen. Und weil dieses Pulver das könne, sei seine „Arznei“ aus dem Pulver auch über alle Zweifel erhaben wirksam.

    Der Pulverist verweist auf „viele Heilungen“ aus seiner täglichen Praxis und Heilungserfolgsberichte anderer Anwender seiner „Arznei“. Es ist „großzügig“ bereit die Wirksamkeit seiner „Arznei“ mit den Methoden der EbM in Studien zu zeigen. In RCT zeigen die Versuche in knapp 5% aller Fälle scheinbar ihre Wirksamkeit. Mit diesem Ergebnis geht der Pulverist zusätzlich zu seinen „Erfahrungsberichten“ hausieren.

    Ganz klar, die „Ursubstanz, dieses angeblich so „magische“ Pulver, verstößt gegen gesicherte Erkenntnisse der Physik. Die Basis seiner „Arznei“ beruht auf einer starken Behauptung, die man relativ leicht überprüfen könnte. Das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eintretende Versagen der Behauptung ist krasser und auch für jeden Laien viel leichter nachvollziehbar, als es Interpretationen der Ergebnisse der EbM-Studien je sein könnten.

    Würden Sie da nicht auch fordern: ‚hic Rhodus hic salta‘, und von ihm zuerst(!) die Tassenheilung mit seinem Pulver verlangen vorzuführen, anstatt aufwändig zig EbM-Studien durchzuführen, die auch immer wieder auch mal scheinbare Erfolge der „Arznei“ als Ergebnis zeigen werden, und die der Pulverist jedesmal erneut ausschlachten wird, während er die überwiegenden Misserfolge kleinredet? Ich vermute, ja. Sie werden ihn zuerst zur zu erwartenden Blamage zwingen.

    Aber warum hier ja, dort – bei der Homöopathie – aber nein? Nur weil das „Tassen-reparierende“ Pulver noch leichter zu widerlegen, als Scharlatanerie bloßzustellen ist als die Homöopathie? Ist es mglw. nicht nur, dass wir schon so lange den Homöopathie-Pulveristen EbM zugestanden haben, dass wir uns nur einfach nicht mehr trauen, sie aufzufordern, auch endlich zuerst einmal ihr unglaubliches „Pulver“ zu demonstrieren?

    Scientabilität fordert nicht mehr als: Zeige uns, dass dein Pulver kann, was du behauptest, denn das ist die Begründung für deine „Arznei“. Dann prüfen wir gerne auch die daraus hergestellte „Arznei“ selbst. Ich denke, Scientabilität ist durchaus nicht zuviel verlangt, und die Aufforderung zuerst Scientabilität zu beweisen, richtig erklärt, auch für jeden nachvollziehbar.

    • Norbert Aust Norbert Aust sagt:

      Die Sache ist nur: Wie haben wir bisher gefordert, dass das die Wirkung des Pulvers nachzuweisen wäre? Eben in Vergleichsstudien, in Gruppen, damit nicht zufällige Einzelergebnisse eine Wirksamkeit vorgaukeln können, randomisiert, damit die Vergleichsgruppen auch möglichst vergleichbar sind, verblindet, damit klar und eindeutig Unterschiede im Ergebnis ausschließlich auf die Wirkung der Arznei rückführbar ist. Das sind nun mal randomisierte kontrollierte Vergleichsstudien, eben PCTs.

      Es gibt nun mal eben keinen Tassenversuch, der immer klappen muss, um die Wirksamkeit nachzuweisen. Angeblich erfolgreiche Versuche an Zellkulturen und Pflanzenkeimlingen gibt es ja in der Homöopathie durchaus.

      Bedenken Sie auch, wie leicht die Homöopathie Blamagen wegsteckt. Die 10.23 Aktionen führen doch, egal wie man das Ergebnis sieht, die Homöopathie ad absurdum. Und, was sind bisher die Folgen?

      • omnibus56 sagt:

        Nein wir haben nicht gefordert, das „Pulver“ (die behaupteten „geistartigen Kräfte“) zu testen, sondern stets die angebliche „Arznei“ (Homöopathika) evaluiert! (Bitte nochmal genau lesen, was ich geschrieben habe.)

        Weder die EbM-Prüfung der Homöopathika, noch die 10^23 Demonstrationen befassen sich mit der behaupteten (naturwissenschaftlich äußerst unwahrscheinlichen) Grundlage sondern immer nur mit der „Arznei“. Ihre Beispiele sind alle „Arznei“-Prüfungen.

        Erst die Forderung nach Scientabilität ist die Forderung zunächst die grundlegende Behauptung nämlich über die „geistartigen Kräfte“ zu belegen. Und die muss niemand widerlegen, sondern sie muss von den Protagonisten (Homöopathen) belegt werden, so wie der Pulverist seine Tassenbildung zeigen muss.

        Ich hoffe, jetzt ist klar was mein „Bild“ ausdrücken sollte. Ich hätte nicht gedacht, dass man es missverstehen kann…

  13. Joseph Kuhn sagt:

    @ Norbert Aust:

    „Bedenken Sie auch, wie leicht die Homöopathie Blamagen wegsteckt.“

    Man wird die weltanschaulich fixierten Homöopathen durch keine Art von Studien, seien es Laborexperimente oder RCTs, beeindrucken:
    http://eurpub.oxfordjournals.org/content/19/1/2.full

  14. Lothar Brunke sagt:

    Zitat: „großer Menge angefallene negative Studienergebnisse weder kommunizieren noch berücksichtigen. Doch gerade hier kann und muss die Scientabilität ansetzen.“
    Dann berücksichtigen wir beim Kampfbegriff Scientabilität was die Forschung zu den Impfungen heraus gefunden hat.
    Der Arzt Klaus Hartmann hat heraus gefunden, dass wichtige Impfungen bisher keinen Wirksamkeitsnachweis erbringen mussten, obwohl die Nebenwirkungen nicht ignoriert werden können. Dabei stellt sich im Gegensatz zur Homöopathie die Frage, ob die Nebenwirkungen die Wirkungen nicht übersteigen und deshalb sogar verboten werden müssten. Er führte aus, dass der Placebobegriff von der Impfindustrie missbraucht wird, indem Aluminiumhydroxid als Adjuvanz auch beim Placebo eingesetzt wurde, um so die Nebenwirkungsrate der Impfstoffe zu verschleiern. Da fragt man sich zu recht, was das noch mit Wissenschaft zu tun haben soll.
    https://www.youtube.com/watch?v=TmOMFnxi-i4
    Wenn die Diskussion über die neu erfundene Scientabalität irgendwo mit Inhalt erfüllt werden sollte, dann doch zuerst auf dem Gebiet, wo Menschenleben beklagt werden müssen. Auf Grund der Vielzahl von Todesfällen durch Impfungen sollte dieses Gebiet der Medizin zuerst untersucht werden. Erst nach langer Pause kommt dann Homöopathie. Da sind Todesfälle kaum zu beklagen.

    • Norbert Aust Norbert Aust sagt:

      Ich weise darauf hin, dass Impfungen und deren Scientabilität nicht das Thema diesen Threads sind. Wenn Sie diesen Aspekt diskutieren wollen, dann eröffnen Sie doch ein Thema auf Ihrem eigenen Blog.

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