Homöopathie bei Hunden – eine skeptische Auseinandersetzung

Dieser Artikel, in dem ich auch die homöopathische Behandlung von Hunden angesprochen hatte, fand ein ungewöhnlich großes Interesse. Das ist Anlass genug, die Situation für diese Anwendung einmal eingehender zu beleuchten: Wie kann man eigentlich die Homöopathie bei Tieren anwenden? Wie sieht die Situation bei den klinischen Untersuchungen zur Wirksamkeit bei Hunden aus? Das recht dürftige Suchergebnis hierzu steht in einem krassen Missverhältnis zur Menge der Internetseiten und populärwissenschaftlicher Bücher, in denen das Thema positiv dargestellt wird.

Worauf basiert die Tierhomöopathie?

Ein zentraler Grundsatz der Homöopathie ist das Simile-Prinzip, oft auch als Ähnlichkeitsgesetz bezeichnet. Demnach kann ein Medikament die Beschwerden bei einem Kranken heilen, deren Symptome es bei einem Gesunden hervorrufen kann. Daher werden homöopathische Heilmittel in Arzneimittelprüfungen dahingehend untersucht, welche Symptome nach der Einnahme auftreten. Diese werden in Arzneimittellehren (‚Materia Medica‘) gesammelt. Die Auswahl der Arznei für einen Kranken erfolgt durch Vergleich der vom Patienten dargestellten Symptome mit den Arzneimittelbildern. Ein Medikament, bei dem eine Ähnlichkeit zwischen beiden besteht, ist das zu verordnende Medikament, das die Beschwerden lindern wird. So sagen jedenfalls die Homöopathen.

Schon in der Humanmedizin ist die Wirksamkeit der Homöopathie sehr umstritten. Wie z.B. hier nachzulesen, gibt es derzeit kein befriedigendes, widerspruchsfrei in das aktuelle Bild der Naturwissenschaften passende Erklärungsmodell für die Funktionsweise der Homöopathie. Ob die behaupteten Wirkungen überhaupt existent sind, damit beschäftigt sich dieser Blog in nunmehr einer ganzen Reihe von Beiträgen. Aber selbst wenn man diese Problematiken ignoriert, einfach unterstellt, die Homöopathie erziele beim Menschen die Wirkungen, wie ihre Verfechter behaupten, dann gibt es immer noch einige Schwierigkeiten bei der Übertragung auf das Tier.

Gibt es Arzneimittelprüfungen für Tiere?

Anscheinend nicht. Eine Suche in Google zu den Stichworten ‚Arzneimittelprüfung an Tieren‘ fördert kein positives Ergebnis zu Tage. In einem Internetforum – vielleicht keine sehr zuverlässige Quelle, aber ich habe nichts Besseres gefunden – führt ein homöopathisch arbeitender Veterinär aus, dass es dies gar nicht geben könne, denn ein Tier könne ‚keine Liste darüber führen, in welcher Reihenfolge und in welcher Schwere die Symptome auftreten‚ [1]. Man behelfe sich stattdessen mit den Symptombildern aus dem Humanbereich. Dazu sei natürlich – das ist ein Charakteristikum der gesamten Homöopathie – viel Erfahrung nötig.

Eine Frage am Rande, die mich schon seit langem umtreibt: Wie ist es eigentlich den Menschen oder Tieren ergangen, an denen alle Homöopathen dieser Welt ihre notwendigen Erfahrungen gesammelt haben oder derzeit sammeln? (‚Good decisions come from experience – experience comes from bad decisions‘.)

Lassen wir auch die Frage außen vor, wie denn unter den Umständen, dass die Symptome des Tieres bei der Arzneimittelprüfung nicht zu ermitteln sind, genau dies dann bei kranken Tieren vonstatten gehen soll? Wenn letzteres funktioniert – das ist die Voraussetzung für eine homöopathischen Behandlung – warum funktioniert dann eine Arzneimittelprüfung nicht? Aber dies ist nicht die einzige Problematik, die bei der Übertragung auf den Hund auftritt.

Die Anwendung der Materia Medica aus der Humanmedizin auf Tiere stößt auf eine ganze Reihe von Schwierigkeiten. Zunächst ist eine erhebliche Ausdrucksfähigkeit des Tieres erforderlich bzw. geradezu telepathische Fähigkeiten desjenigen, der die Symptome ermittelt. Der Tierhomöopath kann möglicherweise noch herausfinden, ob dem Tier der Kopf wehtut, aber wie er die weitere notwendige Unterscheidung trifft, ist nicht nachvollziehbar. Nur der Himmel weiß, wie der Veterinär feststellen kann, ob

  • es sich anfühlt, als hebe die Schädeldecke ab – das spräche für Rhus toxidendron,
  • es sich anfühlt, als würde der Kopf platzen – das spräche für Apis mellifica,
  • es sich um berstende Kopfschmerzen handelt – das spräche für Cimcifuga racemosa,

oder eine der vielen Dutzende von anderen Möglichkeiten, wie einem der Kopf wehtun kann, was immer auch andere Medikamente bedeuten würde [2].

Dann gibt es die Schwierigkeit, dass es Körperteile und Verhaltensweisen bei Tieren gibt, die es beim Menschen nicht gibt. Man bedenke, dass die Homöopathie ja das ganze Tier betrachtet, also auch Stimmungen eine Rolle spielen. Wo schlägt der Veterinär nach, wenn sich der Hund außergewöhnlich häufig mit der Zunge über die Nase fährt, die Ohren an den Kopf anlegt oder gar den Schwanz einklemmt?

Nehmen wir an, der homöopathische Veterinär hätte diese Schwierigkeiten irgendwie überwunden. Wie ist dann sichergestellt, dass die für den menschlichen Metabolismus angeblich geeigneten Mittel auch für das Tier geeignet sind? Es gibt beispielsweise durchaus Dinge, die für uns Menschen gut verträglich sind, für Hunde aber ganz und gar nicht, Schokolade zum Beispiel. Wieso sollen dann Wirkstoffe, die nur empirisch für den Menschen ausgewählt worden sind, im doch offensichtlich deutlich anders ausgeprägten Organismus des Hundes die gleiche Wirkung entfalten?

Eine Google-Suche nach ‚Materia Medica für Hunde‘ ist durchaus von Erfolg gekrönt. Man findet Links zu entsprechenden Angeboten. Einer davon führt auf die Website der Internationalen Vereinigung der homöopathischen Veterinäre (‚International Association for Veterinary Homeopathy‘ – IAVH). Dort findet man unter dem Menue ‚Für Tierärzte/Literaturempfehlung‘ einen Verweis auf ein entsprechendes Werk von Jaques Millemann [3]. Die Inhaltsangabe für den ersten Band sei hier vollständig wiedergegeben:

‚Dieses Nachschlagewerk schließt eine Lücke: Bisher musste bei der homöopathischen Behandlung von Tieren auf humanmedizinische Arzneimittellehren oder subjektive Erfahrungsberichte einzelner Autoren zurückgegriffen werden. Mit diesem Pionierprojekt der IAVH (…) liegen nun die gesammelten klinischen Erfahrungen und Literaturauswertungen internationaler Autoren vor: Mehr als 50 Arzneimittel von Achilea bis Trifolium repens.‘

Gut, es finden sich in Google und Amazon noch weitere Verweise auf homöopathische Materia Medica für Tiere, aber nirgends sonst konnte ich einen Hinweis finden, woher die Angaben eigentlich stammen. In der zitierten Materia Medica für Tiere sind es nicht mehr die ’subjektiven Erfahrungsberichte einzelner Autoren‘, nach denen der Veterinär arbeiten soll, sondern es handelt sich jetzt um die ‚klinischen Erfahrungen und Literaturauswertungen internationaler Autoren‘. Der laienhafte Leser vermutet, dass die ausgewertete Literatur auch von Autoren stammt – ob es dabei entscheidend ist, ob diese nur ‚einzeln‘ waren oder mehr ‚international‘, muss dabei allerdings offenbleiben.

Ein wesentliches Standbein der Homöopathie, nämlich das Ähnlichkeitsprinzip, gibt es in der Veterinärmedizin offenbar nicht, dazu wären Arzneimittelprüfungen an dieser Spezies erforderlich. Wobei die Übertragbarkeit immer noch ein Problem wäre. Wirkt das bei einem Yorkshire-Terrier erprobte Mittel in der gleichen Weise bei einem Bernhardiner? Wie würde man die verschiedenen Merkmale aufzufassen haben, relativ zur Rasse oder absolut? Was sind vielleicht ‚kurze Beine‘ für einen Schäferhund und was sind ‚lange Beine‘ für einen Dackel? Gibt man einem Cocker-Spaniel, der seine Ohren nicht steif halten kann, das gleiche Mittel wie einem Schäferhund mit dem gleichen Symptom?

Bei allen Kenntnissen, die in der Tierhomöopathie gegeben sein sollen, handelt sich um Erfahrungswissen, entstanden aus der Erfahrung, dass irgendwann nach der Gabe eines homöopathischen Präparats bei dem Hund irgendetwas anders war als vorher. Aus dieser zeitlichen Abfolge wird messerscharf geschlossen, dass das Medikament mithin auch die Ursache der Veränderung gewesen sein muss. Wir werden uns gleich noch mit diesem Trugschluss beschäftigen.

Quintessenz:
Homöopathische Therapien nach den Vorgaben Hahnemanns gibt es bei Tieren nicht.

Erfahrungswissen ist zunächst nichts Schlechtes. Die Menschen früherer Jahrhunderte haben, alleine auf Erfahrungen gegründet, ganz erhebliche technische Leistungen erbracht. Man denke nur an die Baukunst (z. B. die riesige Kuppel  der Hagia Sophia im heutigen Istanbul, errichtet im Jahr 600, die einige Erdbeben weitgehend unbeschadet überstanden hat (Link)).

Man muss nur sicherstellen, dass die empirisch gewonnenen Erkenntnisse auch zutreffen. Entweder gelingt dies durch Ableitung von Gesetzmäßigkeiten, die man auf anderem Wege erproben kann. Wenn das nicht geht, muss anders vorgegangen werden, um abzusichern, dass z. B. Tatsache A wirklich die Ursache von Tatsache B ist. Dazu genügt es nicht, dass B zeitlich nach A erfolgt. Mann muss auch prüfen, ob dies zwangsläufig so ist, ob beispielsweise B ausbleibt, wenn A nicht passiert. Man denke sich als A den ersten Hahnenschrei und als B den Sonnenaufgang, und das Prinzip wird klar.

Worauf beruht das Erfahrungswissen, nicht nur in der Hunde-Homöopathie?

‚Ich kenne schließlich meinen Hund und merke doch, was ihm guttut.

So sagt es der Hundehalter, der von seinen Erfahrungen mit der Homöopathie berichtet. Die zitierten internationalen Autoren sagen nichts anderes, beschreiben das aber vermutlich mit vielen Worten – wobei natürlich auch wieder die vielbeschworene Erfahrung unerlässlich ist. Bleiben wir der Einfachheit halber beim Hundehalter.

Selbst wenn man glaubt, dass der Hundehalter tatsächlich merkt, ob es seinem Hund besser geht oder nicht – dann ist immer noch nicht gesagt, ob er richtig erkannt hat, was die Ursache für die Besserung war. Das merken die Menschen ja noch nicht einmal bei sich selbst, wie soll das dann alleine durch Beobachtung von Verhaltensweisen einer anderen Spezies funktionieren?

Menschen sind eher schlecht darin, Tatsachen objektiv und richtig wahrzunehmen. Machen Sie einen kleinen Selbstversuch: Zeichnen Sie auf ein Blatt Papier (möglichst ohne Linien oder Kästchen) untereinander drei parallele, gleich lange gerade Linien. Die freihand erzielbare Genauigkeit genügt durchaus. An die Endpunkte der mittleren Linie zeichnen Sie je zwei kurze Striche wie nach außen zeigende Pfeilspitzen. An die Endpunkte der beiden äußeren Linien zeichnen Sie ebenfalls jeweils zwei Striche, aber anders herum, so dass die ‚Spitzen‘ nach innen zeigen. Jetzt betrachten Sie das Bild. Sehen die drei zuerst gezeichneten Linien gleich lang aus? Wenn nur die Logik und die Physik Ihre Wahrnehmung bestimmen würde, dann müssten die Linien immer noch gleich lang aussehen. Letztendlich haben Sie die Zeichnung selbst so angefertigt und wissen sogar genau, dass die Linien gleich lang sind. Selbst mit diesem Bewusstsein können Sie Ihr Gehirn nicht davon überzeugen, den Sachverhalt richtig darzustellen. Wie soll die Wahrnehmung dann funktionieren, wenn es sich um mehr abstrakte Dinge handelt, die nicht so einfach zu beobachten sind?

Menschen haben ihr Gehirn dazu verwendet, zu überleben – nicht unbedingt um die Welt um sie herum in wissenschaftlichem Sinne richtig zu erkennen. Wenn man im Gebüsch ein paar Augen auf sich gerichtet erkannt hatte, dann war es unter bestimmten schnell erfassbaren Bedingungen sinnvoll, ‚Gefahr‘ zu assoziieren und wegzulaufen. Sinnvoller jedenfalls als stehenzubleiben und zu analysieren, um was für eine Art Tier es sich genau handelte. Wer bei der Analyse zu lange gebraucht hat, hat den Genpool möglicherweise vorzeitig verlassen müssen. Wer weggelaufen ist, obwohl das nicht nötig war, hat überlebt und seinen Irrtum wahrscheinlich nie bemerkt. Eine Verhaltenskorrektur ist also nur immer in eine Richtung erfolgt, eben durch den Exitus der Analysierer.

Auch das Verknüpfen von Ereignissen als Ursache und Wirkung, auch ohne dass man den Zusammenhang selbst verstanden hat, ist offenbar eine Überlebensstrategie. Wieso sollen Sterne im Weltall, viele Billionen Kilometer von uns entfernt, irgendeinen Einfluss auf unser individuelles Schicksal haben? Objekte sollen das tun, von denen aus die Erde wahrscheinlich noch nicht einmal wahrnehmbar wäre? Selektiv für jeden Menschen anders, abhängig vom Zeitpunkt seiner Geburt nach Monat und Uhrzeit? Sterne, die vielleicht noch nicht einmal mehr existieren, weil ihr Licht Millionen von Jahren gebraucht hat, uns überhaupt zu erreichen? Oder wie soll eine ganz bestimmte Art und Weise morgens aufzustehen den Ausgang für das Gespräch mit dem Chef bestimmen? Oder irgendein willkürlich ausgewähltes Objekt als Talisman irgendetwas bewirken, oder, oder…

Grundsätzlich scheint es auch so zu sein, dass man sich Zusammenhänge leichter und besser merkt als einzelne Tatsachen. Man denke einmal an Schule, Ausbildung oder Studium. Fächer, die man irgendwie begreifen kann, bei denen man die verschiedenen Informationen in einen Zusammenhang bringen kann, fallen einem wesentlich leichter als andere, die ein stures Pauken voraussetzen. Wobei es natürlich individuell höchst unterschiedlich ist, wie und wo man einen Zusammenhang bilden kann, ob in Physik oder in Geschichte.

Wenn das tatsächlich so ist, dass sich ein gebildeter Zusammenhang unabhängig von seiner Richtigkeit besser merken lässt als eine Reihe von unzusammenhängenden Tatsachen, dann wird man sich langfristig auch nur diesen merken und die restlichen Tatsachen darum herum einfach vergessen. Damit sind dann weitere Umstände des Falles nicht mehr abrufbar, es bleiben nur die verbundenen Ereignisse bestehen. In unserem Fall: Medikament gegeben – Gesundheit verbessert.

Wenn Sie das nicht glauben, dann versuchen Sie sich doch einmal daran zu erinnern, was Sie an diesem Tag, als Ihr Hund so erfolgreich mit Globuli behandelt wurde, zu Mittag gegessen haben. Oder am Abend vorher getrunken haben. Natürlich hat Ihr Mittagessen nichts mit dem Befinden des Hundes zu tun, wohl aber damit, ob Sie alle Tatsachen, die Sie selbst oder den Hund betroffen haben könnten, auch jetzt noch lückenlos präsent haben. Gab es vielleicht doch eine Änderung beim Futter, beim täglichen Programm, einen Ortswechsel, irgendetwas anderes, was ebenfalls auf die Gesundheit des Tieres gewirkt haben könnte? Nicht nur an jenem Tag, sondern auch ein paar Tage oder Wochen vorher oder nachher? Alles dies kann sehr gut in Vergessenheit geraten sein, weil Sie diese Tatsachen nicht als bedeutsam registriert hatten – schließlich hatten Sie die Lösung ja bereits gefunden – und folglich keinen Zusammenhang zum Geschehen erkennen konnten.

Für uns hier heißt das, dass es sehr fraglich ist, ob aus der Abfolge, (1) dem Hund geht es nicht gut, (2) er erhält ein Medikament, (3) dem Hund geht es wieder gut, eindeutig zu schließen ist, dass wirklich das Medikament die Ursache dafür war.

Nein, diese Schlussfolgerung ist wahrscheinlich sogar recht oft falsch. Wenn der normale Krankheitsverlauf zufällig nach Einnahme der Medikamente zu einer Besserung führte, dann kommt der Halter automatisch zu diesem Schluss. Passiert das zwei- oder dreimal, dann wird das zur unverrückbaren Gewissheit. In diesem Video hat Jörg Wipplinger diesen Sachverhalt ganz einsichtig erklärt.

Edzard Ernst hat in einem Beitrag auf seinem Blog den Mechanismus, wie er sich beim Therapeuten abspielt, einmal recht einsichtig beschrieben. Sein Beispiel handelte zwar über Akupunktur an Menschen zur Rauchentwöhnung, die Mechanismen dürften aber die gleichen sein. Daher habe ich das Beispiel hier auf die Homöopathie in der Tiermedizin übertragen:

Der Tierhomöopath hat angenommenermaßen gelernt, dass Sulphur in Hochpotenz ein wirksames Mittel gegen Juckreiz (‚Pruritus‘) darstellt. Beim Potenzieren überträgt sich die Information aus dem Schwefel auf Wassercluster, die ihrerseits immer wirksamer werden, wenn man sie kräftig schüttelt und die meisten wegschüttet. Sie geben die Information als Schwingung auf die Zuckerkügelchen weiter, die dann ihrerseits die Schwingungen im Körper des Hundes abstellen, die den Juckreiz auslösen. Er wird dies in seiner Praxis sicher bei verschiedenen Hunden ausprobieren und ihnen ein paar der Kügelchen verabreichen. Einige Hunde kommen wieder zu einer weiteren Behandlung, die Halter erzählen, dass der Hund sich seit dem letzten Besuch schon weniger kratze. Wenn dies ein paarmal passiert ist, ist der Tierhomöopath überzeugt – genau genommen weiß er jetzt – dass Sulphur ein wirksames Mittel gegen den Juckreiz ist.

Was kommt dabei heraus, wenn man dieses Szenario jedoch kritisch hinterfragt? Es sagt nichts über die Wirkung der Behandlung aus. Für diese Szenerie gibt es einen ganzen Strauß von Erklärungsmöglichkeiten, von denen keine etwas mit der Wirkung der Homöopathie zu tun hat:

  • Die Halter brachten die Hunde, bei denen keine Besserung eingetreten war, nicht noch einmal in die Behandlung, sondern suchten sich eine andere. Wenn der Homöopath auf diese Weise nur seine Erfolge sieht und nicht auch seine Misserfolge, dann kommt er automatisch zu falschen Schlussfolgerungen.
  • Der Therapeut könnte generell die falschen Beweggründe unterstellen, warum der Halter ihn mit dem Tier nicht mehr aufsucht. Schließlich kehren auch Patienten, deren Problem gelöst wurde, nicht mehr in die Praxis zurück.
  • Das menschliche Erinnerungsvermögen ist sehr selektiv, so dass die paar Hundehalter, die trotz der negativen Erfahrung zurückkamen und über den Fehlschlag berichteten, vielleicht vergessen gegangen sind. Wir alle erinnern uns an unsere Erfolge und vergessen unsere Niederlagen – auch bei Medizinern ist das so.
  • Der Placebo-Effect hat möglicherweise seine Finger im Spiel gehabt – durch die Erwartungshaltung des Halters, nicht beim Hund.
  • Einige Hundehalter haben ihre Tiere vielleicht noch zusätzlich mit einer Salbe oder ähnlichem behandelt, ohne das dem Tierhomöopathen mitzuteilen, der dann natürlich den Erfolg seinen Kügelchen zuschreibt.
  • Der Homöopath ist vielleicht ein sehr freundlicher und gewinnender Mensch, so dass die Hundehalter es einfach nicht übers Herz bringen, ihm als Dank für seine Mühen etwas Negatives zu sagen, was wiederum einen falschen Eindruck über die Wirksamkeit bewirkt.
  • Der Tierhomöopath könnte überhaupt noch einige andere Hinweise gegeben haben, die die Beschwerden des Tieres gelindert haben, was jetzt als Erfolg den Kügelchen zugeschrieben wird.

Das Ergebnis von all diesem ist, dass unser Tierhomöopath durch das Zusammenspiel der verschiedenen Faktoren mehr und mehr zu der Überzeugung gelangt, dass die Schwingungen im Wasser tatsächlich existieren, das Potenzieren tatsächlich zu wirksamen Medikamenten führt und die Homöopathie  tatsächlich eine wirksame Therapie darstellt. Von nun an verwettet er sein letztes Hemd darauf, dass er Recht hat, schließlich hat er dies mit seinen eigenen Augen gesehen und miterlebt, nicht nur einmal, sondern sehr häufig. Und er wird natürlich niemandem Glauben schenken, der ihm Studien vorlegt, die anderes aussagen. Wahrscheinlich wird er über kurz oder lang der gesamten Wissenschaft eher skeptisch gegenüberstehen.

Generell wird sich solches ‚Wissen‘ nicht nur bei einem Tierhomöopathen ansammeln, sondern bei praktisch allen. Diese Erfahrungen hat schließlich nicht nur er gemacht, andere werden die gleichen oder ähnliche Erlebnisse vorweisen können. Wahrscheinlich ist es fast unmöglich, dies nicht zu tun. Man wird untereinander die Erfahrungen austauschen, vielleicht darüber auf einem Kongress berichten, Aufsätze oder Buchbeiträge dazu veröffentlichen. Erfahrungen dieser Art werden von Generation zu Generation weitergegeben, und irgendwann wird jemand darauf kommen, dass die Homöopathie ’schon immer‘ den Juckreiz bei Hunden erfolgreich behandelt hat.

So weit das Beispiel von Edzard Ernst.

Schlicht und einfach: Woher will man wissen, was denn die Ursache dafür war, dass das Tier wieder gesund ist?

Wir werden sehen, welcher Aufwand nötig ist, diese einfache Frage zu beantworten.

Klinische Studien

Um dies genauer zu untersuchen, um die Vermutung zu untermauern, das Medikament hätte geholfen, gibt es sogenannte klinische Studien. Untersuchungen, die darauf zielen, den vermuteten Zusammenhang zwischen Einnahme des Medikaments und Genesung zweifelsfrei nachzuweisen. Zweifelsfrei heißt dabei, Täuschung und Selbsttäuschung so weit wie möglich auszuschließen.

Die Veronica-und-Carl-Carstens-Stiftung, eine Interessenvereinigung der Alternativmedizin und Homöopathie, unterhält eine frei zugängliche Datenbank über klinische Studien zur Homöopathie in der Veterinärmedizin [4]. Unter dem Menüpunkt ‚dogs‘ beim Stichwort ‚Species‘ erhält man insgesamt 54 Ergebnisse. In der überwältigenden Mehrheit werden positive Resultate der Untersuchungen aufgezeigt.

Also doch wirksam?

Wir werden sehen.

Zwei der Studien scheinen für diese Betrachtung hier nicht relevant zu sein. Bei einer ging es um die Erwartungen, die die Hundehalter an die Behandlung stellen, bei der anderen wurde offenbar kein homöopathisches Mittel verabreicht.

Verbleiben also 52 Studien als Wirkungsnachweise für die Homöopathie bei Hunden.

Fallstudien

Bei 23 von den 52 in der Datenbank genannten Quellen handelt es sich um sogenannte Fallstudien. Hier wird aus Sicht eines behandelnden Veterinärs ein Fall geschildert, mit Diagnose, Beschreibung der Therapie und dem Ergebnis davon, was hier bei allen 23 Fallstudien positiv war. Das heißt, dass sich der Zustand des Hundes unter dem homöopathischen Mittel gebessert hat. Auch der Veterinär unterliegt den gleichen Selbsttäuschungen wie der Halter selbst.

Für was sind solche Fallstudien gut? Böse Behauptung: Für die Selbstdarstellung desjenigen, der sie veröffentlicht – und sonst nichts. Er kann jetzt mit Fug und Recht sagen, dass er auch in einer Fachzeitschrift, die dem wissenschaftlichen Fortschritt dient, veröffentlicht hat. Er kann seinen zukünftigen Kunden zeigen, wie gut seine Behandlungsmethoden sind, denn sie werden ja anderen Veterinären praktisch als Vorbild präsentiert. Damit kann man dann dem Halter vielleicht einen höheren Betrag in Rechnung stellen. Zu mehr sind Fallstudien nicht zu gebrauchen. Allenfalls noch in der Ausbildung der Veterinäre kann man diese als Beispiel heranziehen – wenn sie denn einigermaßen typische Beispiele wären – was keiner so genau weiß.

Was erwartet man, wenn man eine Therapie für ein krankes Tier beginnt? Dass man eine faire Chance hat, dass sie auch hilft. Es ist aber kaum zu erwarten, dass eine bestimmte Therapie bei allen Fällen hilft. Entscheidend ist der Anteil der Patienten, die von der Einnahme der Medikamente profitieren.

Erhält man diese Information aus einer Fallstudie?

Mitnichten.

Genau wie bei der eigenen Beobachtung weiß man nicht, was letztendlich geholfen hat. Sicher, der Veterinär ist davon überzeugt, zumindest stellt er das so dar, dass es seine Therapie war, aber bewiesen ist das mit einer Fallstudie nicht, es wird ja nur die zeitliche Abfolge dargestellt. Wir wissen aus der Fallstudie auch nicht, wie viele gleichartige Fälle eben nicht erfolgreich waren, denn diese werden ja nicht veröffentlicht. Wir können sogar ziemlich sicher sein, dass der Autor seinen besten Fall vorgestellt hat – es ist lange nicht gesagt, eigentlich eher unwahrscheinlich, dass alle seine Fälle so günstig verlaufen sind wie der dargestellte.

Um es ganz deutlich zu machen: Wenn ein Musiklehrer eine neue Methode entwickelt hat, den Schülern das Notenlesen beizubringen, und er über einen Fall berichtet – wer sagt, dass er nicht einen zweiten Mozart erwischt hatte, der das auch von alleine gelernt hätte? Zugegeben, bei mir als Schüler würde es an ein Wunder grenzen, wenn man mir die Noten beibringen könnte – aber die Informationen zur Unterscheidung findet man in einer Fallstudie eben nicht.

Fallstudien kann man als wissenschaftliche Beiträge schlicht vergessen, sie sagen nichts über die Wirksamkeit einer Therapie aus, auch eine höhere Anzahl hilft nicht weiter.

Verlaufsstudien

Von den verbleibenden 29 der 52 relevanten Studien wurden 10 zwar jeweils an einer Gruppe von Tieren durchgeführt, aber ohne Kontrollgruppe. Damit ist der Informationsgehalt nicht wesentlich höher als bei den Fallstudien. In diesem Artikel wurde bereits an einem Beispiel dargestellt, wie wichtig Kontrollgruppen sind. Man erkennt zwar im Gegensatz zur einzelnen Fallstudie durchaus eine Regelmäßigkeit des Verlaufs bei mehreren Tieren – aber war es das Medikament, das diesen Verlauf bewirkt hat?

Um dies zu ermitteln, muss eine Vergleichsgruppe gebildet werden. Diese muss per Zufall aus der Anzahl der Teilnehmer ausgewählt werden, um eine möglichst  gleichmäßige Verteilung der Eigenschaften zwischen den Gruppen zu erhalten. Beide Gruppen werden im Verlauf der Studie gleich behandelt, außer dass die eine das zu prüfende Medikament erhält (‚Verum‘), die andere ein nicht unterscheidbares wirkungsloses Präparat (‚Placebo‘), oder bei manchen Studien auch ein Präparat mit bekannter Wirksamkeit.

Bei den Verlaufsstudien ist das nicht der Fall. Dass nach der Einnahme des Medikaments bei einer ganzen Gruppe von Tieren eine Verbesserung eingetreten ist, zeigt noch nicht, was diese verursacht hat. Selbst dass bei Millionen von Hähnen auf der ganzen Welt die Sonne kurz nach dem ersten Krähen am Morgen aufgeht, beweist nicht, dass sie auch die Ursache dafür sind.

Die Ergebnisse von Verlaufsstudien ohne Vergleichsgruppe sind mithin als Wirksamkeitsnachweise nicht aussagekräftig.

Unverblindete kontrollierte Vergleichsstudie

Von den 19 verbliebenen Studien wurden 14 zwar mit einer Vergleichsgruppe durchgeführt, allerdings ohne Verblindung. Dies wird üblicherweise als notwendig angesehen, damit beide Gruppen auch wirklich gleich behandelt werden, indem das mit den Studienteilnehmern in Berührung kommende Personal nicht weiß, zu welcher Gruppe der Teilnehmer gehört. Auch der Patient selbst soll über seine Zugehörigkeit nicht Bescheid wissen, um durch seine Erwartungshaltung, ob eine Änderung seines Befundes nun eintreten wird oder nicht, das Ergebnis nicht zu verfälschen. Man wird einwenden, dass der Hund doch gewiss keine Vorstellung davon hat, was Placebo ist und was nicht. Das stimmt sicher – aber die Person, um die es hier geht, ist der Hundehalter.

In vielen Studien muss der Halter des Tieres wesentliche Schritte der Behandlung tun, beispielsweise das Medikament regelmäßig nach Vorschrift verabreichen. Wenn er wüsste, dass es sich um  Placebo handelt, würde er das auch konsequent tun? Würde er auch bei der wirkungslosen Therapie bleiben, wenn der Zustand des Tieres sich nicht verbessert? Zusätzlich ist die Einschätzung des Halters zur erzielten Veränderung zumeist ein wichtiges Bewertungskriterium, was auch dadurch verfälscht wird (nicht ‚werden kann‘ sondern ‚wird‘), wenn er seine Gruppenzugehörigkeit kennt. Würde er positive Veränderungen des Tieres mit der Behandlung in Verbindung bringen und darüber berichten, wenn er wüsste, dass er kein wirksames Medikament verabreicht hat?

Allerdings neige ich eher dazu, Studien, die unverblindet durchgeführt worden sind, nicht alle gleich beiseite zu tun. Sie entsprechen zwar nicht dem Gold-Standard, es ist aber vom Studiendesign abhängig, wie stark sich dieser Effekt bemerkbar machen kann. Werden beispielsweise nur Laborwerte ermittelt, dann ist das Risiko der Verfälschung der Ergebnisse eher gering. Zunächst ist aber von einer deutlich eingeschränkten Glaubwürdigkeit auszugehen.

Verblindete kontrollierte Vergleichsstudie

Diesem Studienideal entsprechen nur fünf der ursprünglichen 52 in der Datenbank vorhandenen relevanten Studien.

Bei einer davon handelt es sich allerdings um einen Kongressvortrag, über den nur eine kurze Notiz erschienen ist, noch nicht einmal 10 Zeilen lang [5]. Dem ist auch nun wirklich gar nichts zu entnehmen, was sich analysieren ließe. Noch nicht einmal, um welche Spezies es sich handelte, es werden ’12 Hunde und Katzen‘ als Testobjekte genannt, deren Aufwachen nach einer Betäubung homöopathisch unterstützt wurde. Hier lohnt kein weiterer Aufwand

Eine Arbeit über die Behandlung von aggressivem Verhalten wurde auf Portugiesisch veröffentlicht und ist mir daher nicht zugänglich, denn im Internet ist keine englische oder deutsche Zusammenfassung zu finden [6]. Sollte sich allerdings ein Leser finden, der des Portugiesischen mächtig ist und sich die Arbeit machen will, eine Übersetzung anzufertigen, so möge er sich über die im Impressum angegebene Emailadresse mit mir in Verbindung setzen.

Sind geblieben drei:

Eine Arbeit befasst sich mit Osteoarthritis (‚Gelenkverschleiß‘) [7]. Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass das homöopathische Kombinationspräparat Zeel® zwar besser wirkt als Placebo, die Wirkung des konventionellen Medikaments Carprofen aber nicht erreicht. Unerwünschte Nebenwirkungen wurden in keiner der Gruppen beobachtet. Da Zeel® ein Kombinationspräparat aus 14 verschiedenen Wirkstoffen ist, in zum Teil für homöopathische Verhältnisse deutlichen Mengen, erscheint dieses Ergebnis auf den ersten Blick durchaus plausibel, sagt aber nicht viel zur Homöopathie aus. Hierzu müsste geprüft werden, ob die Grundprinzipien der Homöopathie, Ähnlichkeitsgesetz und Potenzierung, eine positive Wirkung entfalten. Dies ist mit Zeel® nicht zu erreichen.

Die zweite Arbeit hat allergische Hautentzündungen zum Gegenstand, die mit einem Präparat in Hochpotenz behandelt wurden, die aus dem Blut des jeweiligen Tiers gewonnen wurden [8]. Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass sich bei allen Tieren das Hautbild geändert hätte, also sowohl bei den Hunden, die das homöopathische Mittel erhielten, als auch bei denen unter Placebo. Mit dem Homöopathikum sei aber bei 25 % der Hunde eine Verbesserung des Juckreizes zu verzeichnen gewesen. Diese Arbeit ist recht umfangreich, eine genaue Analyse würde den Rahmen dieses Artikels überschreiten, weshalb dies einem späteren Artikel vorbehalten bleiben muss.

Die dritte Arbeit hatten wir bereits hier besprochen [9]. Es zeigte sich, dass sich die homöopathische Behandlung von Hunden mit Lärmangst nicht von Placebo unterschied.

Ergebnis: Es gibt nicht eine Studie, in der eine überzeugende Wirkung eines homöopathischen Medikaments bei Hunden festgestellt worden ist. Was immer auch die Hunde geheilt haben mag, über die in den positiven Studien berichtet worden ist – das homöopathische Medikament war es sicher nicht.

Zusammenfassung

Eine klassische homöopathische Behandlung ist bei Tieren nicht möglich, da keine Arzneimittelprüfungen durchgeführt werden können. Die vorliegenden Materia Medica beruhen dem Anschein nach ausschließlich auf beobachteten vermeintlichen Heilungserfolgen der verabreichten Medikamente.

Diese Erfahrungen könnten zwar durchaus auch verwendet werden. Angesichts der sehr fragwürdigen Zuverlässigkeit von ungeprüften Erfahrungen, auch wenn sie in größerer Zahl vorliegen sollten, ist eine Überprüfung der Wirksamkeit der Medikamente in klinischen Versuchen eine unverzichtbare Forderung.

Für die homöopathische Behandlung von Hunden werden zwar insgesamt 54 Quellen benannt, davon handelt es sich allerdings nur bei fünf um doppeltverblindete kontrollierte Vergleichsstudien. Eine davon kann wegen Sprachschwierigkeiten nicht ausgewertet werden, eine zweite liefert in ihrem äußerst kurzen Abstrakt keine Anhaltspunkte zu einer Betrachtung.

Von den drei verbliebenen Studien ging in einer die beobachtete Wirkung des Medikaments nicht über die Ergebnisse in der Placebogruppe hinaus, eine zweite befasste sich mit einem homöopathischen Komplexmittel, das durchaus wirksame Wirkstoffmengen enthält und somit keine Rückschlüsse auf die in der Homöopathie normalerweise potenzierten Wirkstoffe zulässt.

In der dritten Studie scheinen die Unterschiede zwischen Placebo und homöopathischem Medikament auch eher gering gewesen zu sein, eine genauere Betrachtung sei aber auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Quintessenz:

Für die Homöopathie bei Hunden liegen keine auch nur im mindesten ausreichende Wirknachweise vor.

Literatur

[1] Internet-Frageforum gutefrage.net, Frage von User Thomas3005 vom 16. 1. 2012, Antwort User ‚Frawee‘ gleichen Datums. Abgerufen 8. November 2013 Link 

[2] Webseite ‚Homöopathie‘ (Link). Buchstaben K auswählen und nach Erscheinen der neuen Seite zu den Einträgen ‚Kopfschmerz‘ scrollen. Abgerufen 9. November 2013

[3] Webseite IAVH, abgerufen 8. November 2013: Link

[4] Karl und Veroika Carstens Stiftung, Datenbank ‚Vetenary Clinical Research-Database in Homeopathy, abgerufen 9. November 2013. Link

[5] Matsahura KL, Goloubeff B: ‚The use of homeopathic medicine as support of anesthetic return‘, in: Proceedings of the 20th GIRI Meeting 2006, Sao Paulo, Brazil. Link

[6] Estevao E, Bonamin LV: ‚A homeopatia tratando disturbios de comportamento em caes agressivos e/ou destrutivos‘, in: Cultura Hom 5(16), p 9

[7] Hielm-Björkmann A, Tulamo RM, Salonen H, Raekallio M:    ‚Evaluating complementary therapies for canine osteoarthritis – Part II: A homeopathic combination preparation (Zeel(R))‘, in: eCAM 6 (4), 465-471, Link zum Volltext

[8]  Oberkirchner U: Eigenblut-Nosodentherapie bei Hunden mit allergisch bedingtem Juckreiz – Homöopathischer Ansatz zur Therapie der caninen Allergie. Dissertation Veterinärwissenschaftliche Universität Wien, 2008, Link zum Volltext

[9] Cracknell NR, Mills DS: A double-blind placebo-controlled study into the efficacy of a homeopathic remedy for fear of firework noises in the dog (Canis familiaris)‘ in: The Veterinary Journal 177 (2008) 80 – 88, Link zum Volltext

 

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15 Kommentare zu Homöopathie bei Hunden – eine skeptische Auseinandersetzung

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  7. Josef Wenzl sagt:

    Unser Dackel hatte sich in einem Elektrozaun verfangen, ca. 10 Stromstösse abbekommen und hatte nach der Befreiung (epileptische) Muskelzuckungen –10 Sekunden nach der Gabe von Globuli hat sich das Tier beruhigt.
    Ich, seine Bezugsperson, hatte ihn gehalten -gleichwohl war der Hund direkt hinterher einen halben Tag stinksauer auf mich, weil er wohl meinte ich hätte ihm die (Strom-)schläge verpasst. Die Beruhigung durch das Halten vom Papa fällt hier meiner Meinung nach aus.
    Erklärung ?

    • Norbert Aust Norbert Aust sagt:

      >> Erklärung?

      Das ist anhand der wenigen Informationen, die Sie liefern, nicht möglich. Zumal damit zu rechnen ist, dass Sie nur die Informationen liefern, die Ihre These unterstützen, die anderen aber wahrscheinlich selbst vergessen haben. Wie lange und wie haben Sie den Hund gehalten? Haben Sie auf ihn eingeredet? Wie lange braucht Ihr Dackel normalerweise, um sich von einem gehörigen Schreck zu erholen?

      >> Die Beruhigung durch das Halten vom Papa fällt hier meiner Meinung nach aus

      Eben. Das ist Ihre Meinung, die davon ausgeht, dass die Globuli gewirkt hätten. Diese Meinung hatten Sie sicher auch vorher schon, denn sonst hätten Sie sie Ihrem Hund sicher nicht gegeben. Dadurch war und ist Ihre Wahrnehmung beeinträchtigt, da Sie nur die Dinge überhaupt realisieren, die Ihre Meinung bestätigen. Das ist kein Vorwurf, das ist eine Feststelleung, denn alle Menschen unterliegen diesem Irrtum, der mit dem Fachausdruck Confirmation Bias benannt ist. Ihre sicherlich unvollständige Wahrnehmung der komplexen Interaktion bestätigt Ihre vorher gefasste Meinung. Wissenschaftliche Nachweise sind aber nicht Meinungen sondern sollen durch geeignete Untersuchungsmethoden die von mir hier beispielhaft genannten verfälschenden Einflüsse möglichst ausschließen.

  8. Susanne A. sagt:

    Mit Verlaub, Herrn Wenzl, das würde an Zauberei grenzen! Mich erstaunt nicht nur, dass Sie anscheinend die Stromschläge gezählt haben, die Ihr Hund abbekommen hat. Mich erstaunt auch, dass es für den Fall von Stromschlägen überhaupt geeignete Globuli gibt. Da bei der Homöopathie Ähnliches Ähnliches heilen soll, müsste das doch eher ein relativ rares Mittel sein. Wieviel Zeit lag denn zwischen der Befreiung des Tieres und der Gabe des Kügelchens? Was auch immer dieses Mittel war, dagegen setze ich meinen gesunden Menschenverstand, dass überhaupt irgendein Mittel innerhalb von „10 Sekunden“ (das haben Sie auch gestoppt?) wirken kann. Wenn sich das wiederholen ließe, und die Wirkung dieses Kügelchens sich dadurch beweisen ließe, könnten Sie sich die für diesen Fall zur Verfügung gestellten 1.000.000 US-Dollar bei Mr. James Randi sofort abholen.

  9. Susanne A. sagt:

    @Josef Wenzl:
    Herr Wenzl, mit Befremden sehe ich, dass Sie auf einem anderen Blog schreiben, dass Ihr Hund durchaus auch Kinder in die Backe beißt. Halten Sie Ihren Dackel eigentlich nicht für verhaltensgestört? Und das erschrockene Kind wird dann ebenfalls mittels Globuli ‚innerhalb von 5 Sekunden‘ von seinem Schreck „geheilt“…

    Ich möchte deshalb eine der gegebenen Antworten an dieser Stelle zitieren:

    von excanwahn:
    10. Dezember 2013 um 11:40

    „Mein Schwester rammte als 3-jährige die Glasfüllung aus unserer Wohnzimmertür – mit dem Kopf.
    Ich kann mich noch erinnern, wie sie, auf dem Arm meiner Mutter, aus der Praxis unseres Kinderarztes kam. Zufrieden kauend auf einem Bockwürstchen, nachdem ihre Schnittwunden mit mehr als 40 Stichen genäht worden waren.
    Unser Kinderarzt hatte die Macht des Placebos schon damals gut erkannt.

    Meine Beagle haben bei unseren Spaziergängen zwischen bewirtschafteten Weiden, regelmäßig von zu tief verspannten Stromzäunen eine “geballert” bekommen. Das anschließende Szenario war immer das gleiche: Erschrockenes Aufjaulen, anschließend im gestreckten Galopp zu mir, Hundekeks abgeholt, Welt wieder in Ordnung.

    Sollte man Bockwürstchen und Hundekekse deshalb apothekenpflichtig machen?“

    (Quelle: http://blog.gwup.net/2013/08/30/cooles-video-homoopathie-alternative-oder-glaube/comment-page-1/#comment-27798)

    Mehr ist dazu nicht zu sagen.

    • AlteWeser sagt:

      Oh doch, Susanne A., da ist noch etwas zu sagen 😉

      Eigenes Erleben: Ich verschüttete heißen Tee auf meinem Bein. Das tat recht weh, meine Frau kam sofort mit einer Salbe. Ok, anthroposophisch, nicht homöopathisch. Ich weigerte mich, die Salbe zu nehmen. Ca. eine halbe Stunde später waren die Schmerzen weg. Manches verschwindet sogar von allein, man braucht nicht einmal ein Placebo.

  10. Ursa Rost sagt:

    Ich kann nur sagen, aus eigener Erfahrung, an mir selbst, meinen Hunden, Katzen und auch anderen Menschen, bin ich von der Wirksamkeit homöopathischer Mittel überzeugt. Nur weil man etwas nicht messen kann, heißt das noch nicht, dass es nicht da ist. Homöopathie hat meinem Hund nach einer Vergiftung das Leben gerettet als ihn konventionelle Tierärzte aufgegeben hatten. Jetzt können Kritiker natürlich anführen, dass es auch zur Heilung ohne die Gabe von Globuli gekommen wäre. Aber wer beweist mir denn, dass meine Kopfschmerzen nicht auch ohne Aspirin verschwunden wären.
    Es gibt so viele Beispiele der Wirksamkeit. Auch und vor allem bei Tieren und Kleinkindern, kann man da nicht von Placeboeffekt sprechen. Und… „Wer heilt hat Recht“

    • Norbert Aust Norbert Aust sagt:

      Zum Thema Placeboeffekt möchte ich auf diesen Artikel verweisen: http://www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/?page_id=1072.

      >> Aber wer beweist mir denn, dass meine Kopfschmerzen nicht auch ohne Aspirin verschwunden wären

      Genau deshalb sind Fallgeschichten, so wie Sie sie schildern, nicht geeignet, Wirksamkeiten von Arzneimitteln und Therapien nachzuweisen. Ich weiß nicht, was Sie mit Ihrem Hund alles gemacht haben, nachdem er sich vergiftet hat, und was der Tierarzt getan hat. Und zu guterletzt haben Sie auch noch Globuli gegeben. Woher wissen Sie, was die Wirkung herbeigeführt hat? Warum kann es nicht die Therapie des Tierarztes gewesen sein, die nur etwas länger für die Entfaltung der Wirkung gebraucht hat? Hatte der Tierarzt den Hund tatsächlich aufgegeben – also vorgeschlagen ihn einzuschläfern, um ihn von seinen Leiden zu erlösen – oder hat er nur etwas der art gesagt, dass wenn dieses jetzt nicht innerhalb dieser und jener Zeit hilft, weiß ich auch erst mal nicht weiter?

      Wer heilt hat Recht – woher wissen Sie aber, wer oder was es war, das eine Heilung herbeigeführt hat?

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