Wasserlinsen sollen Wirkung von homöopathischen Mitteln zeigen

Wenn Baumgartners Wasserlinsen-Experiment die hohen Wirksamkeit der Homöopathie belegen würde, sollte man erwarten, dass man Kontrollgruppe und Homöopathiegruppe deutlich voneinander unterscheiden kann. Sehen Sie selbst: Dieses Bild wurde nach den in der Studie gegebenen Daten nachgezeichnet. Welches – rechts oder links – ist die Homöopathiegruppe?

Spoiler: Wie Sie sehen, ist der Unetrschied so klein, dass man ihn auf den ersten Blick nicht erkennen kann. Die Homöopathiegruppe ist die rechts dargestellte Situation. Dies sind 180 Punkte, die in 100 Stunden aus den ursprünglichen 20 gewachsen sind, links sind es nur 176. Die „geheilten“ Pflanzen wachsen in 100 Stunden so weit, wie die „kranken“ in 101 Stunden.

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12 Antworten zu Wasserlinsen sollen Wirkung von homöopathischen Mitteln zeigen

  1. Dr. E. Berndt sagt:

    Gestern wurde in einem dt. Sender über diese Versuchsreihe berichtet. Ich habe nur einen Ausschnitt zufällig gesehen. Natürlich war die Darstellung sehr homöopathiefreundlich.
    Für mich ist die Messung der Oberfläche bzw. der einzelnen Blattoberflächen der springende Punkt. Genau hier, so meine ich, führt die unvermeidliche selektive Beobachtung zu erwünschten Ergebnissen.

  2. borstel sagt:

    @ Uwe Wein:
    Gibt es jetzt auch im Volltext: https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/html/10.1055/s-0038-1676464.

    Kurz gesagt, ich selbst bin keine „Laborratte“, d.h., ich kann die Qualität des Papers nicht hinreichend beurteilen. Auch habe ich mich jetzt nicht im Detail eingelesen, inwieweit der Versuchsaufbau sich von dem vorangegangenen unterscheidet. Interessant sind jedoch mehrere Aspekte:
    1. Ein Effekt tritt nur an den ersten drei Versuchstagen auf. Insofern stellt sich hier die Frage nach einer Relevanz.
    2. Die Frage stellt sich, warum Sublimat in homöopatischer Dosis den Streßeffekt von Sublimat in Normaldosis, denen die Linsen ausgesetzt waren, nicht aufheben, sondern verstärken soll? Baumgartner fällt dieser Unterschied zu seinem Arsenicumexperiment auch auf, und er versucht darüber hinwegzugehen, indem er einen sehr eigenartigen Plot als Hypothese präsentiert: Je nach vorangegangener Streßhöhe sollen Homöopathika einmal streßlindernd und mal streßverstärkend wirken. Darauf einen (nicht verdünnten) Schnaps, insbesondere wenn wir an die darin implizierten, mitunter desaströsen, Auswirkungen in der klinischen Praxis denken (sofern es sie denn gäbe)!
    3. Wie schon von Dr. Aust beim hier im Blog besprochenen Experiment kritisiert, verwendet Baumgartner viele Ressourcen auf Kontrollgruppen mit und ohne verschütteltes Wasser (als ob dieses nicht sowieso beim Transport durchgerüttelt werden würde…), jedoch scheint Baumgartner in der Diskussion dann doch Verbesserungsvorschläge zu haben:
    „To further confirm or to dismiss the hypothesis of antagonistic effects as a function of stress intensity, the experiments of this study should be repeated with moderately stressed duckweed. For use in future research projects, the present experimental set-up might be further optimised by adjusting several experimental parameters: for example modalities of application, time of impairment in relation to time of homeopathic treatment, measurement time and growth conditions (light and temperature regimen).“ – Das alles also, was im zweiten Satz aufgezählt worden ist, war n i c h t standardisiert! Obwohl Baumgartner ein vergleichbares Experiment schon einmal gemacht hatte, und somit an solche relevanten Dinge hätte denken können. Aha!

    Aber Spaß gemacht scheint es Baumgartner ja zu haben, und das ist immerhin die Hauptsache…

  3. Uwe Wein sagt:

    6 Jahre später wird das Experiment anscheinend wiederholt. Ich kann leider nicht einordnen, ob die Fehler vom ersten Mal ausgeräumt und ob die Ergebnisse diesmal aussagekrärtiger sind. die Carstens-Stiftung sieht es jedenfalls als einen wichtigen Schritt in der Grundlagenforschung zur Homöopathie (an Pflanzen…)

    https://www.researchgate.net/publication/330759916_Effects_of_Homeopathic_Preparations_of_Mercurius_corrosivus_on_the_Growth_Rate_of_Severely_Mercury-Stressed_Duckweed_Lemna_gibba_L?fbclid=IwAR24fmaeDeaHvuYyxljeEJcBGEK_cMrBKFXSxMix01hcn8mY1kGcatI7zMs

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  6. manfred sandvoss sagt:

    Dass die ergebnisse bescheiden sind, liegt daran, dass hier im grunde ein versuch in sachen isopathie gemacht wurde, also gleiches mit gleichem heilen statt ähnliches mit ähnlichem. daher untauglich, um für oder gegen die homöopathie zu sprechen.

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  8. Ute Parsch sagt:

    Die neueste Studie von Baumgartner zum Thema (zur Abwechslung wie seiner älteren Arbeiten wieder mit Gibberellinsäure) gesteht durchaus die Nichtreproduzierbarkeit der Ergebnisse ein:

    http://www.homeopathyjournal.net/article/S1475-4916%2813%2900163-X/abstract

    „Reproducibility of basic research investigations in homeopathy is challenging. This study investigated if formerly observed effects of homeopathically potentised gibberellic acid (GA3) on growth of duckweed (Lemna gibba L.) were reproducible. (…) Only in the third series with gibbous L. gibba L. we observed a significant effect (p = 0.009, F-test) of the homeopathic treatment. However, growth rate increased in contrast to the former study, and most biologically active potency levels differed.”

    Grüße

  9. Dr. E. Berndt sagt:

    Ich habe eine Aufzeichnung einer Sendung im WDR Naturheilkunde und Homöopathie gesehen. War einfach grauenhaft. Ein Arzt und „Naturheiler“ ist durch die Sendung gehuscht und hat mit freundlichen nichtssagenden Floskeln die diversesten Naturheilverfahren über den grünen Klee gelobt.
    Bei der Homöopathie wurde die Wasserlinsenstudie als Beweis zitiert.
    Gibt es Neuigkeiten zu dieser Studie?

  10. Pingback: “Homöopathie – Heilung oder Humbug?” Humbug, liebe Redaktionen … @ gwup | die skeptiker

  11. Norbert Aust sagt:

    Hallo Ute,
    Danke für den Hinweis.
    Ich habe allerdings gerade alle Links ausprobiert und (bei mir) funktionieren [1] und [2] und führen direkt auf die jeweiligen PDFs.

    Dein Link [3] ist allerdings besser als meiner, da er zum Volltext führt und nicht nur zum Abstract, den habe ich jetzt in mein Literaturverzeichnis übernommen.

    Viele Grüße

  12. Ute Parsch sagt:

    Hallo!

    Ich habe gerade gemerkt, dass bei Quellen [1] und [3] geändert wurden und die Links jetzt auf kostenpflichtige Versionen der Artikel zeigen, bzw. ins Leere laufen.

    Hier ist [1] weiterhin kostenfrei zu sehen:

    http://www.researchgate.net/publication/23967001_Effects_of_potentised_substances_on_growth_rate_of_the_water_plant_Lemna_gibba_L/file/79e4151384f00ced1a.pdf

    Und hier ist [3] weiterhin kostenfrei zu sehen:

    http://www.researchgate.net/publication/51035889_Development_of_a_test_system_for_homeopathic_preparations_using_impaired_duckweed_(Lemna_gibba_L.)/file/9fcfd51384bde00836.pdf

    Grüße

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