Forschung an Zwergerbsen auf Homöopathisch

Bei allen Aktivitäten in Richtung Traunstein soll doch der eigentliche Zweck dieses Blogs, die Analyse der Studienlage zur Homöopathie, nicht in Vergessenheit geraten. Ute Parsch beschäftigt sich in diesem Gastbeitrag mit einer Studie, die geradezu beispielhaft zeigt, wie man aus einem Nichts doch Ergebnisse erzeugen kann – und wie dies obendrein in der einschlägigen Ratgeberliteratur über Gebühr positiv vermarktet werden kann. Diese Analyse ist viel zu schade, um nur bei Amazon zu erscheinen!

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Der folgende Text entstand im Rahmen einer Rezension des Buches „Homöopathie: Nichts drin – nichts dran?“. Autoren des im Haug-Verlag erschienenen Büchleins sind der homöopathisch arbeitende Arzt Dr. med. Matthias Wischner (Link) und Iris Hammelmann.

Im Vorwort versprechen die Autoren über das Buch „Es zeigt den Stand der Dinge, was Beweise und Studien angeht, redet nichts schön und verschweigt auch nichts.“

Besonders umfangreich ist der Blick in die Studienlage trotz dieser Ankündigung nicht. An für die Homöopathie negativen Studien wird gerade einmal die Shang/Egger-Studie aus dem Jahr 2005 erwähnt – und mit bekannten und längst überholten Einwänden kritisiert. Danach werfen die Autoren die Frage auf:

„Gibt es überhaupt Studien, die für die Wirksamkeit von Kügelchen & Co sprechen?
Tatsächlich gibt es eine sehr interessante Studie aus dem Jahr 2004 von Dr. Stephan Baumgartner, Universität Bern. Er hat untersucht, ob Zwergerbsen (…) auf homöopathisch potenzierte Pflanzenwuchsstoffe reagieren. (…) Das Ergebnis war, dass in mehreren unabhängigen Versuchen wiederholt die gleichen Reaktionen auf die Potenzen aufgetreten sind.“ (S.53)

Um den Vorwurf zu entkräften, Kritiker der Homöopathie würden solche Arbeiten einfach nur ignorieren, habe ich mir sofort diese Studie herausgesucht. Im Laufe dieser Besprechung wird sich jedoch zeigen, dass Dr. Wischner die Ergebnisse dieser Studie nicht korrekt, sondern viel zu positiv beschreibt.

Das ist ein ganz allgemeines Problem mit Homöopathiestudien (und leider nicht nur diesen): In Zeitschriften findet man oft die Aussage „eine Studie belege…“. In aller Regel hat der Autor des Artikels die Studie nicht gelesen. Er zitiert nur aus einer anderen Quelle. Und wie bei der „stillen Post“ Geschichten immer gerne etwas ausgeschmückt werden, erzählen Homöopathen gerne von angeblich eindeutigen Studienergebnissen, die man beim Blick in die Studie nicht zu finden vermag – wie wir gleich sehen werden.

Daneben ist die erwähnte Baumgartnerstudie ein wundervolles Beispiel für „Studien auf Homöopathisch“ – oder wie erzeuge ich positive Ergebnisse mit einem Nichts?

Es geht hier um folgende Studie:

„Growth Stimulation of Dwarf Peas (Pisum sativum L.) through Homeopathic Potencies of Plant Growth Substances“, („Anregung des Wachstums von Zwergerbsen durch homöopathische Potenzen von Pflanzenwuchsmitteln“) Baumgartner et al. (Link zum Volltext). Dies ist ein Vorläufer der berühmteren/berüchtigteren Studie an Wasserlinsen, die hier auf dem Blog bereits hier und hier untersucht wurde)

Anmerkung: Im Folgenden wird öfters auf Tabellen und Bilder der Studie verwiesen, die wir aus Gründen des Copyrights hier allerdings nicht wiedergeben können. Es ist daher empfehlenswert, die Arbeit in einem zweiten Fenster zu öffnen.

Was wurde in der Studie gemacht?

Zwergerbsen sind deshalb so klein, weil sie einen genetischen Unterschied zu normalen Erbsen haben: Ihnen fehlt ein Gen, so dass sie einen bestimmten, zum Wachstum notwendigen Biosyntheseschritt nicht durchführen können: Sie können Gibberellinsäure „GA20“ nicht in Gibberellinsäure „GA1“ umwandeln. Fehlt der Pflanze GA1, bleibt sie eine Zwergerbse (siehe hier).

Nun weiß man, dass man den Pflanzen durch Zusetzen von Gibberellinsäure „GA3“ helfen kann. Diese Form der Gibberellinsäure kann die Erbse in GA1 umwandeln, was zu einem überzeugenden Wachstumsschub um das 3- bis 4-fache der sonst erreichten Werte führt.

Soweit, so Standard.

In der vorliegenden Studie hat Baumgartner aber die Wirkung des GA3 statt in der Konzentration, in der es den eben beschriebenen Effekt auslöst – etwa D3 – auch in erheblich höheren Potenzen zwischen D12 und D30 untersucht.

Baumgartner ist dabei in seiner Arbeit klug genug, sich beide Optionen offen zu halten.

„Based on the results discussed above, we raised the hypothesis that dwarf peas might be sensitive to treatment with homeopathic potencies of gibberellin.“

Er spricht im einleitenden Text erst mal nur vom Aufstellen der Hypothese, „die Zwergerbsen seien ‚empfindlich‘ für eine Behandlung mit Gibberellin.“

Was heißt das?

Baumgartner legt sich nicht fest: Wenn sich zwischen den Pflänzchen im Wasser und in der GA3-Potenz auch nur der geringste Unterschied findet, kann er hinterher „Hurra!“ rufen. Egal, ob die Zwergerbsen hinterher in GA3- Potenzen tatsächlich größer oder vielleicht auch kleiner als die Wasserkontrollen sind, man verkauft beides als Erfolg für die Homöopathie!

Das bedeutet aber, dass er seine Chancen auf ein positives Ergebnis der Studie an dieser Stelle locker mal verdoppelt: Was hier passiert, ist nicht, eine Behauptung zu testen, sondern seine Behauptung den Daten anzupassen. Eine saubere Hypothese wäre es gewesen, das Ähnlichkeitsprinzip zu befragen. Baumgartner hätte also vor dem Experiment festlegen müssen, welche Folgerung er aus dem Ähnlichkeitsprinzip zieht, um diese als eindeutige Hypothese zu formulieren und dann im Versuch zu überprüfen. Diese Unsauberkeit unterschlagen sowohl Dr. Baumgartner als auch Dr. Wischner.

Wie wurde gearbeitet?

Die Erbsen legte man für einige Stunden in verschiedene Potenzen von GA3 und drei anderen Pflanzenwachstumssubstanzen. Randomisiert wurde auch reines, unpotenziertes Wasser als Kontrolle verwendet.

„After 24 h of immersion, peas were rinsed with tap water. 25 well-swollen grains were selected from each dish and planted into the 5 pots of one tray (5 grains per pot) at a depth of about 3 cm. (…) Two weeks after the start of an experiment, peas had an average length of about 10 cm. At this stage all plants were cut at the surface level of the cultivation substrate. The length of all plants was measured by stretching them carefully on a sheet of millimeter graph paper. The upper end of a plant was defined as the end of the uppermost leaf; ”

‚Nach 24 Stunden in der Flüssigkeit wurden die Erbsen mit Leitungswasser abgespült. 25 gut aufgegangene Körner wurden aus jeder Schale ausgewählt und in fünf Töpfen auf einem Tablett in einer Tiefe von etwa 3 cm eingepflanzt (fünf pro Topf). (…) Zwei Wochen nach Beginn eines Versuchs waren die Erbsen im Durchschnitt ca. 10 cm lang. In diesem Stadium wurden die Erbsen an der Oberfläche des Pflanzsubstrats abgeschnitten. Die Länge aller Pflanzen wurde ermittelt, indem sie sorgfältig auf einem Stück Millimeterpapier ausgestreckt wurden. Das obere Ende der Pflanze war als das Ende des obersten Blattes definiert.‘

Also: Die Zwergerbsen wurden etwa 3 cm tief eingetopft, durften 2 Wochen wachsen und waren dann rund 10 cm große Pflänzchen. Sie wurden dann über dem Substrat abgeschnitten, auf Millimeterpapier ausgestreckt und gemessen.

An dieser Stelle sollte man sich ansehen, dass Baumgartners Messwerte in mm auf zwei Nachkommastellen genau angegeben sind (z.B. in Tabellen 2, 5 und 6). Haben Sie schon einmal eine Erbse eingetopft? Schaffen Sie das auf den Millimeter genau immer exakt in 3 cm Tiefe? Oder gar auf den hundertstel Millimeter genau??

Das hätte Baumgartner aber tun müssen! Denn wenn die Pflänzchen unterschiedlich tief eingepflanzt sind, man hinterher aber über dem Substrat (nicht an der gekeimten Erbse) abschneidet, dann geht die schwankende Einpflanztiefe zu 100% in die Messungenauigkeit!

War eine kleinere Pflanze vielleicht einfach nur 1 – 2 Millimeter tiefer eingepflanzt?

Warum schneidet Baumgartner die Erbsen ab? Man könnte nach 2 Wochen die gekeimte Erbse sehr wohl ausbuddeln und die ganze Länge messen.

Warum handelt er sich hier freiwillig eine größere Messungenauigkeit ein?

Richtig: Größere Ungenauigkeit, größere Chancen auf zufällige Unterschiede zwischen Kontrollen und GA3. Zuerst wird also eine Hypothese so formuliert, dass jeder zufällige Unterschied als „Nachweis“ gefeiert werden kann, dann benutzt man eine Methode, die dazu führt, dass die Daten auch schön streuen, um solche Ergebnisse auch sicher zu erhalten.

Auch die anderen Substanzen sollten der Kontrolle dienen:

„Based on our working hypothesis we expected that homeopathic potencies of gibberellin ought to influence the plant’s growth, whilst potencies of the other three substances ought not to.“

‚Auf Grundlage unserer Arbeitshypothese erwarteten wir, dass die homöopathischen Potenzen von Gibberilin einen Einfluss auf das Wachstum der Pflanzen haben sollten, während die Potenzen der drei anderen Substanzen dies nicht zeigen sollten.‘

Also: Baumgartners hier einmal eindeutig erklärte Erwartung: Bei den GA3-Potenzen wird das Wachstum irgendwie beeinflusst, bei den anderen nicht.

Und: Was waren die Ergebnisse?

Erstens:

Gerade einmal 4 der untersuchten 17 GA3-Potenzen zeigten signifikante Abweichungen von den Wasserkontrollen. Und zwar 13x, 15x, 17x und 23x – keinesfalls also die höchsten Potenzen. (Siehe Tabelle 4 und Figure 2) – was aber nach homöopathischem Grundverständnis hätte der Fall sein müssen.

Wie erklärt Baumgartner diese Abweichung von seinen Erwartungen?

Gar nicht:

„The data obtained do not provide an empirical basis for an action of ultra-molecular homeopathic potencies below the Avogadro limit. This question will be the topic of forthcoming investigations…“

Hallo? „Die erhaltenen Daten liefern keinen empirischen Beleg für eine Wirkung der wirkstofffreien homöopathischen Potenzen unterhalb des Avogadrolimits. Da müssen wir noch mal ran…“

Das klingt doch schon einmal ganz anders als im Büchlein bei Dr. Wischner. Bereits hier können wir also das Fazit ziehen, dass in der an den Laien gerichteten „Info-Broschüre, die „nichts verschweigen“ wollte, die Information komplett unterschlagen wird, dass die einzige zitierte Studie den Satz beinhaltet „The data obtained do not provide an empirical basis for an action of ultra-molecular homeopathic potencies below the Avogadro limit.“

Klar festzuhalten ist, dass Baumgartner hier in seinen Daten eigentlich einen schwerwiegenden Einwand gegen eine zentrale Aussage der Homöopathie findet: Das Potenzieren soll die Wirksamkeit der Arzneien ja verstärken oder vertiefen. Die Abbildung 2 in Baumgartners Studie zeigt aber klar: Gerade die höheren Potenzen haben keine signifikanten Effekte erzeugt. Das Potenzieren zeigt in den Messdaten also definitiv nicht die vorhergesagte Wirkung.

Baumgartner redet das Ergebnis also genau genommen bereits schön, wenn er lediglich sagt, er habe unterhalb des Avogadrolimits keine Wirkung empirisch nachweisen können. In der Naturwissenschaft bedeutet das Ausbleiben eines von der Theorie vorhergesagten Phänomens, dass die Theorie falsch ist. Nicht mehr, nicht weniger. Und genau so müsste es in einer wissenschaftlichen Studie auch behandelt werden.

Baumgartners lapidares Vertagen dieses zentralen Problems erinnert eher an die Lebenshaltung der Scarlett O‘ Hara aus „Vom Winde verweht“ als an einen seriösen Wissenschaftler. Dr. Wischner unterschlägt diesen Punkt daher gleich lieber ganz.

Zweitens: 

Entgegen Baumgartners Erwartung gab es auch bei dem Kontrollstoff Kinetin signifikante Unterschiede zu den Wasserkontrollen bei einzelnen Potenzen.

Wie erklärt sich denn Baumgartner diese Ergebnisse, die seinen Erwartungen widersprechen?

“Contrary to our hypothesis, some potencies of kinetin also enhanced pea shoot growth (table 4, fig. 2). Chemistry and physiology of gibberellin and kinetin are quite different [38]. In contrast to gibberellin, substantial doses of kinetin do not induce pea shoot growth stimulation (fig. 1). We do not want to speculate much about possible reasons for the similarity of the action of potencies of gibberellin and kinetin. Further investigations and data are needed…”

‚Im Widerspruch zu unserer Hypothese haben einige Potenzen von Kinetin ebenfalls das Wachstum der Erbsenkeimlinge angeregt (Tabelle 4, Bild 2). Chemisch und physiologisch sind Gibberilin und Kinetin  sehr verschieden [38]. Im Gegensatz zu Gibberilin verursachen messbare Dosen von Kinetin kein Wachstum der Keimlinge (Bild 1). Wir wollen nicht viel über mögliche Ursachen für die Ähnlichkeit der Wirkungen von Potenzen von Gibberilin und Kinetin spekulieren. Weitere Forschung und Daten sind erforderlich.‘

 Heißt „übersetzt“: Es ist was anderes rausgekommen, als wir erwartet hatten. Aber da wollen wir jetzt gar nicht drüber spekulieren. Vielleicht fällt uns ein anderes Mal etwas dazu ein (und vielleicht fragt ja auch keiner. Dr. Wischner fragt jedenfalls nicht…)

Ein seriöser Forscher müsste hier erkennen: Eine widerlegte Hypothese ist eine widerlegte Hypothese: Also noch einmal nachdenken gehen. Zumindest hätte er aus diesem Ergebnis die Überlegung ableiten müssen, dass sein Messverfahren offensichtlich eine erhebliche Streuung aufweist, die durchaus die Größe seiner Ergebnisse erreicht – sie also wertlos macht.

Ein „forschender“ Homöopath ruft: „Hurra, wir haben was gemessen, also passen wir unsere Hypothese den Daten an!“ Und stellt – schwupps – in der Diskussion eine neue Hypothese auf. Glauben Sie nicht? Dann lesen Sie mal, was Dr. Baumgartner schreibt:

„we assumed the hypothesis that active and inactive potency levels do not differ for gibberellin and kinetin potencies. We thus dared to construct a common ‘curve’ of both gibberellin and kinetin potencies (fig. 3, 4). If this assumption is right, the pooled data set should be less distorted through experimental noise. The data of the gibberellin and kinetin pool correspondingly shows much greater shoot length stimulation“

‚wir nahmen als Hypothese an, dass aktive und inaktive Potenzgrade zwischen Gibberilin- und Kinetin-Potenzen keine Unterschiede aufweisen. Wir waren dadurch ermutigt, sowohl für Gibberillin- als auch Kinetin-Potenzen eine gemeinsame ‚Kurve‘ aufzustellen (Bild 3, 4). Wenn diese Annahme zutreffend wäre, dann sollten die zusammengefassten Daten weniger durch die Streuungen im Experiment beeinflusst sein. Die zusammengefassten Daten von Gibberilin und Kinetin ergeben entsprechend eine stärkere Anregung des Wachstums.‘

Auf gut Deutsch: Baumgartner verwirft ohne Begründung einfach seine erste Hypothese (GA3 zeigt Effekte, Kinetin nicht) und stellt flugs aus der “Ähnlichkeit der Kurve für die Potenzen (unter uns: Wer die Ähnlichkeit in Figure 2 hier entdeckt, hat schon sehr viel von „kreativer Messtechnik“ gelernt und könnte in die Homöopathieforschung gehen) eine neue Hypothese auf: „Die Substanzen wirken total gleich! Und weil wir jetzt diese Hypothese annehmen, kombinieren wir einfach einmal die Messdaten, damit wir eine viel schönere Signifikanz sehen als mit den Einzeldaten.“

In der seriösen Forschung nennt man so etwas einen Texas Sharpshooter Fehler. Warum? Was macht der Cowboy, der echt lausig schießt, das aber nicht zeigen will? Er ballert mit der Kanone wüst auf eine Scheune. Die trifft ja schließlich jeder. Dann schaut er, an welcher Stelle der Scheune die meisten Kugeln eingeschlagen haben. Dorthin malt er dann seine Zielscheibe.

Und genauso wenig, wie diese Treffer ins Schwarze jetzt etwas über die Schießkünste des Cowboys verraten, verrät Baumgartners neue, so schön signifikante Kurve etwas über die Wirksamkeit der Homöopathie…

Dass seine Ergebnisse auch einfach nur zeigen könnten, dass die Gibberilin-Potenz genauso unwirksam ist wie Kinetin und damit auch dessen Potenzen, auf diese naheliegende Idee kommt Baumgartner hingegen nicht.

Ich hoffe, Ihnen mit diesem Beispiel ungefähr erklären zu können, wieso es in der echten Forschung wichtig ist, klare Behauptungen zu formulieren und diese seriös zu überprüfen. Man darf nicht einfach drauf los messen und hinterher behaupten, die Ergebnisse würden genau das zeigen, was man erwartet hat.

Zumindest sollte man so schlau sein, die erste Behauptung aus dem Paper zu entfernen. Oder wie Dieter Nuhr es sagte: „Ich lass‘ mich gern besch…, aber man soll sich Mühe geben..“

Waren das jetzt alle Highlights der Arbeit?

Nein, wir müssen uns ja noch mit Dr. Wischners erklärter Aussage beschäftigen, dass „in mehreren unabhängigen Versuchen wiederholt die gleichen Reaktionen auf die Potenzen aufgetreten sind.“ Das hat Baumgartner nämlich untersucht an der Potenz D17 von Gibberellin:

„We decided to investigate the question of whether gibberellin 17x can be distinguished from pure dilution medium (water) in its action on pea shoot growth. Potency level 17x was chosen because of its position in the center of a broad peak (15x–19x).”

Also: Ob die Potenz 17x (unser D17) von der Wasserkontrolle unterscheidbare Wirksamkeit zeigt, sollte in einer Messreihe untersucht werden. D17 wurde explizit gewählt, weil es einen positiven ersten Messwert hat – D17 war einer der 4 signifikanten Werte aus Baumgartners Experiment mit den höheren Potenzen bis D30.

Wenn Sie das mit dem Texas Sharpshooter verstanden haben, dann

  • erkennen Sie sofort, dass Baumgartner hier denselben Trick wieder anwendet: Erst mal mit einem ordentlich positiv signifikantem Wert die Messreihe anfangen. Der erste zufällige Ausreißer in die falsche Richtung ist dann schon mal kein Problem. Seriös würde man den ersten Messwert genau deshalb nicht mit in die neue Messreihe aufnehmen…
  • stellt man sich sofort die Frage, warum Baumgartner das nur bei einem von 4 signifikanten Werten macht, nicht bei allen 4. So groß ist der Mehraufwand nicht – immerhin hatte er vorher fast 20 verschiedene Potenzen gleichzeitig.
  • landet man postwendend bei der Frage, ob er es nicht doch tatsächlich gemacht hat – und uns nur das in seinem Sinne beste Ergebnis zeigt… Wissen wir nicht, richtig. Aber ohne eine bessere Begründung und einen bereits 2x enthaltenen Texas Sharpshooter darf man auch mal spekulieren…

Baumgartner nennt keine weitere Begründung für seine Wahl und nirgends in der Arbeit werden Einzelmessdaten genannt. Weder kann man seine Werte nachrechnen, noch sehen wir, ob es zum Beispiel auch bei den Wasserproben einzelne Ausreißer gibt. Wir sehen nicht, wie stark die Werte streuen. Das aber ist zur Beurteilung der Ergebnisse essentiell.

In einer seriösen wissenschaftlichen Arbeit dürfen solche Fragen nicht offen bleiben.

Egal: Das Ergebnis ist in jedem Falle wieder ernüchternd für Baumgartner – und gänzlich anders, als es Wischner beschreibt: Im Laufe der Wiederholungen verschwand der Effekt.

„all six experiments peas treated with gibberellin 17x had longer shoots than the control plants treated with water (fig. 5, p < 0.05). However, the effect size (+4.4%) was smaller than expected (+16% according to fig. 2). (…) In the drift investigation series (series III, exp. 14–17, tables 2, 6) the effect of gibberellin 17x on pea shoot growth was negligible (+0.1%) and statistically not significant (fig. 6). The effect size was again smaller than in the screening (+16%) or in the main series (+4%).”

‚In allen sechs Versuchen hatten die mit Gibberilin D17 behandelten Erbsen längere Triebe als die Kontrollpflanzen in Wasser (Bild 5, p < 0,05). Jedoch war die Effektstärke (+ 4,4 %) geringer als erwartet (+16 % entsprechend Bild 2). (…) In den Experimenten zur Drift (Serie III, Exp. 14-17, Tabellen 2, 6) war der Effekt von Gibberilin D17 auf das Wachstum der Triebe vernachlässigbar (+ 0,1 %) und statistisch nicht signifikant (Bild 6). Die Effektstärke war wieder kleiner als während des Screenings (+16 %) oder in der Hauptserie (+4 %).‘

Ein seriöser Forscher, dem sein Effekt bei wiederholten Messungen verschwindet, der muss selber(!) die Frage aufwerfen, ob sein ursprünglicher Effekt nur ein Ausreißer in den Daten war. Der muss die Frage aufwerfen, ob er hier einem statistischen Zufall aufgesessen war.

Denken Sie an das Experiment: „Ich werfe eine Münze – Kopf oder Zahl“.

Natürlich wird man erwarten, bei einer fairen (also nicht schiefen Münze) etwa in der Hälfte der Fälle „Kopf“ zu erhalten. Wenn wir aber nur 10 Mal werfen, haben wir gute Chancen, nicht genau 5 Mal „Kopf“ geworfen zu haben, sondern vielleicht 6 Mal oder auch nur 3 Mal.

Aber je öfter wir werfen, desto besser stehen unsere Chancen, dass wir an die 50%- Wahrscheinlichkeit für „Kopf“ ganz gut herankommen. Werfen wir hingegen nur ein einziges Mal, ist es schlicht unmöglich, die 50% gut im Ergebnis abzubilden.

Nehmen wir an, wir hätten im ersten Experiment ‚die Münze 10x werfen‘ ein besonders überraschendes Ergebnis erzielt, vielleicht 2x Kopf und 8x Zahl. Bei den nächsten Würfen wird sich das Ergebnis nicht wiederholen (wenn es, wie gesagt, mit der Münze mit rechten Dingen zugeht).  Je mehr Versuche wir machen, desto mehr wird sich das Gesamtergebnis der zu erwartenden Verteilung annähern, dass ‚Kopf‘ in 50% der Würfe auftritt. So werden bei der ersten Durchführung vielleicht beobachtete Abweichungen zu den 50% ganz von selbst immer mehr im Gesamtergebnis verschwinden.

Deshalb ist Reproduktion von Messergebnissen so wichtig: Verschwinden Ergebnisse bei immer größerer Datenbasis immer mehr im Rauschen, dann wurden sie zunächst sehr wahrscheinlich nur durch zufällige Ausreißer in zu wenigen Messdaten hervorgerufen. Da muss man als Forscher schon ein sehr gutes Argument bringen, warum es sich nicht um einen anfänglichen zufälligen Ausreißer handeln soll, wenn ein Ergebnis nicht reproduzierbar ist.

Und: Was für ein Argument bringt Baumgartner?

„This phenomenon can be interpreted as a learning effect of the organism treated. If a similar phenomenon is responsible for the observed decline effect in homeopathically treated peas, it would be necessary to invoke an entity common to all peas which is able to learn from past experiences.”

‚Dieses Phänomen kann man als einen Lerneffekt des behandelten Organismus interpretieren. Wenn ein ähnliches Phänomen für den beobachteten Effekt der abnehmenden Wirksamkeit bei den homöopathisch behandelten Erbsen verantwortlich ist, dann erscheint es notwendig, eine Wesenheit in die Betrachtung aufzunehmen, die allen Erbsen gemein ist, und aus vergangenen Erfahrungen lernen kann.‘

Autsch! Die große grüne Muttererbse, die zwar nicht gleich das Universum erschaffen hat, aber immerhin aus den Experimenten “lernt”.

Nur was??? Dass die Erbsen klein bleiben? Die Homöopathika sind doch so sanft und heilen – wenn die große grüne Muttererbse also etwas lernt in diesen Experimenten, dann dass die Globuli nicht mehr wirken. Dass die armen kleinen Erbschen also krank bleiben.
Wo, bitte, soll denn da der Nutzen für die Erbsen sein??

Baumgartner zitiert hier zwar hemmungslos auch noch Sheldrakes morphische Felder oder Steiners geistige Welten – unterschlägt aber eben mal munter, dass beide Vorstellungen positive Lerneffekte sehen wollen. Passt also nicht, so dass wir uns gänzlich sparen können, auch noch zu prüfen, ob an diesen Vorstellungen denn etwas dran sein könnte.

In jedem Falle verlässt das Paper spätestens hier jedwedes wissenschaftliche Niveau, wenn man zwar große grüne Muttererbsen postuliert, bekannte statistische Effekte aber nicht einmal erwähnt, geschweige denn ausräumt. Man fragt sich, was eigentlich noch passieren muss, bis Baumgartner erkennen kann, dass sein Versuch schlicht und einfach misslungen ist, und die Effekte, die er sucht, nicht existieren.

Fazit:

Entgegen Wischners Beschreibung wiederholen sich die Ergebnisse in Baumgartners Paper gerade nicht. Sie verschwinden bei erneuter Durchführung der Experimente. Gleichzeitig bedient sich Baumgartner hemmungslos dem „nachträglichen Anpassen der Hypothese“ und stört sich auch nicht im Geringsten daran, wenn die Ergebnisse den Grundsätzen der Homöopathie widersprechen. Nirgends werden solche „Überraschungen“ hinterfragt oder kritisch diskutiert.

Und genau deshalb ist diese Studie ein gutes Beispiel für „forschende Homöopathie“ und vor allem für die Art, wie der Laie von homöopathischer Seite meist darüber informiert wird. – So auch durch Dr. Wischner…

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79 Antworten zu Forschung an Zwergerbsen auf Homöopathisch

  1. AlteWeser sagt:

    „….Und natürlich ist anzugeben, was eigentlich genau falsifiziert ist, wenn der Versuch öffentlich und verblindet mit einer Placebokontrollgruppe durchgeführt wird – und scheitert…..“

    Wollen wir wetten, dass das nicht passiert? Ganz sicher auch nicht in der „Hochschule“ Traunstein.

  2. Ute Parsch sagt:

    “ bis sich eine deutliche Veränderung im Körper als Unwohlsein bemerkbar macht. Das lässt sich steigern bis man es nicht mehr aushält“

    Das kann dann aber auch bedeuten, dass man mehrere Tage lang dasitzt, klopft und schüttelt. Um ehrlich zu sein, das würde wohl jedermann als „Unwohlsein“ bezeichnen…

    Will sagen: Einen klaren Zeitrahmen sollte man schon vorgeben, „“ bis sich eine deutliche Veränderung im Körper als Unwohlsein bemerkbar macht. „“

    Ebenso sollte man vorher sagen, wie lange der Versuch durchzuführen ist, bis zuverlässig Symptome zu erwarten sind, die man „nicht mehr aushält“.

    Und natürlich ist anzugeben, was eigentlich genau falsifiziert ist, wenn der Versuch öffentlich und verblindet mit einer Placebokontrollgruppe durchgeführt wird – und scheitert.

  3. Ute Parsch sagt:

    „“Beispielhaft ist die Forschung der Carstensstifung. sie hat in den letzten 25 Jahren viel Geld in Forschung gesteckt, nur ein Ergebnis ist nicht erzielt worden. Jedenfalls keines, was irgend etwas mit Durchbruch in der Homöopathieforschung zu tun hat.““

    Eigentlich ist mit diesen beiden Sätzen wieder einmal alles gesagt:

    Als „Ergebnis“ wird eben in der sogenannten Homöopathieforschung nur gezählt, was die Homöopathie bestätigt. Dass die Tatsache, dass man in 25 Jahren viel Geld investiert hat, Studien tatsächlich druchgeführt hat – und unten eben kein eindeutiger Beleg einer Überlegenheit gegen Placebo rauskommt auch ein Ergebnis ist, wird ignoriert.

  4. Homöopathie verkommt gerade zur Esoterik, auch im ärztlichen Bereich, wie ich mich kürzlich selbst überzeugt habe. Wer soll da ein Interesse an wissenschaftlicher Homöopathie haben? Das macht alles Arbeit und niemand bezahlt etwas dafür. Hahnemann war der letzte „Dummkopf“, weil er ohne Geld viel gearbeitet hat. Für Geld ist jedoch noch nie eine wissenschaftliche Entdeckung gemacht worden. Ich betrachte mich auch noch als einer der letzten Dummköpfe, die ohne Geld aus wissenschaftlichem Interesse arbeiten. Im Gegenteil, ich bezahle sogar noch Geld für meine Arbeiten. Beispielhaft ist die Forschung der Carstensstifung. sie hat in den letzten 25 Jahren viel Geld in Forschung gesteckt, nur ein Ergebnis ist nicht erzielt worden. Jedenfalls keines, was irgend etwas mit Durchbruch in der Homöopathieforschung zu tun hat. Ich kann nur wenig Versuch durchführen. Als nächstes will ich einen Tierversuch durchführen. Der ist von der Genehmigung bereits so schwierig, dass eine Erlaubnis schon kaum zu erhalten ist.

  5. AlteWeser sagt:

    „weder noch, es muss für den Versuch eine D30, d wie Dora sein, also 10 fache Verdünnung pro Potenz, das ist notwendig um verstärkte ….“

    Was Sie da schreiben, das empfinde ich als absolut irrational.

    Wenn das alles funktionierte wie sie schreiben, es wäre doch gar kein Problem für die Pharmakonzerne wie DHU + Co. diesen
    Versuch durchzuführen. Das Geld wäre da. Es hat schon seinen Grund, dass sie es nicht tun.

  6. weder noch, es muss für den Versuch eine D30, d wie Dora sein, also 10 fache Verdünnung pro Potenz, das ist notwendig um verstärkte Mittelsymptome zu produzieren, das als Tropfen, nicht als Globuli, nach jeder Einnahme 100 mal gegen Buch klopfen, eine Minute warten und das nächste mal einnehmen, bis sich eine deutliche Veränderung im Körper als Unwohlsein bemerkbar macht. Das lässt sich steigern bis man es nicht mehr aushält, Falls die Symptome zu unangenehm werden muss das mit einem Antidot aufgehoben werden. Boericke empfiehlt conium, camphora könnte auch geeignet sein, vielleicht auch sulfur. Man sollte für den Versuch völlig gesund sein, die Nebenwirkungen können u. U. gefährlich werden, also am besten unter Aufsicht eines Arztes.

  7. AlteWeser sagt:

    Muss es C1 sein, oder wäre auch C30 ok?. Wenn es C1 sein muss, warum?

  8. Bitte selbst nachmachen, dann diskutieren wir weiter.

  9. Ute Parsch sagt:

    „Der Versuch analog Nash beweist jedoch die grundsätzliche Wirkung homöopathischer Mittel…“

    1) Nash selbst hat im Wesentlichen bewiesen, was schon vorher bekannt war, dass Nitroglycerin in niedriger Verdünnung pharmakologische Wirkung auf den Menschen hat. Der Trick von Nash, seinen Kritikern C1 zu verabreichen, hat mit den Aussagen der Homöopathie nichts zu tun – und war seinen Kollegen gegenüber einfach nur eine gemeine Täuschung.

    2) Mit Hochpotenzen wurde der Versuch nie offiziell, verblindet und randomisiert – und schon gar nicht peer-reviewt dokumentiert. Von einem „Beweis“ zu sprechen, wenn es das Experiment nur in Ihrer Vorstellung gibt, wirkt auf mich jedesmal etwas verzweifelt.

  10. @Bernd: Ich habe offenbar übersehen, dass nicht lediglich Geistheiler die angeblich „neue Homöopathie“ betreiben, sondern auch Ärzte. Das kann ich insofern nicht nachvollziehen, weil sie eine wissenschaftliche Ausbildung im Studium hatten und gelernt haben müssten die von ihnen verwendet Heilmethode kritisch zu hinterfragen. Wenn Ärzte derartige Methoden wie Herr Körbler verwenden, ist das allerdings das wissenschaftliche Ende der Homöopathie. Die Hahnemann´sche Homöopathie hat Mängel bei der Bereitstellung von Prüfungssymptomen, die bisher nicht behoben sind. Der Versuch analog Nash beweist jedoch die grundsätzliche Wirkung homöopathischer Mittel, was kein Grund sein kann Geistheilungstheorien in die Homöopathie durch Ärzte aufzunehmen. Insofern sehe ich ein Unverständnis der Hahnemann´schen Homöopathie bei den Geistheilern unter den Ärzten. Von Heilpraktikern kann nicht von vornherein eine wissenschafliche Arbeitsweise erwartet werden.

  11. @Parsch, ich habe auch dargelegt, dass für die Schutzwirkung von Grippeimpfungen auch keine wissenschaftlichen Beweise vorliegen. Trotzdem wird sie von Schulmedizinern propagiert. Die Studienlage zur richtigen Homöopathie sehen die ärztlichen Homöopathen die Beweislage jedoch anders. Am besten wir verbieten dann jede Medizin und ihre Forschung.

  12. Ute Parsch sagt:

    Der entscheidende Punkt ist aber doch: Die Vertreter dieser Methode berufen sich allein auf „ihre gute Erfahrung“ mit der Methode. Genau, wie Sie mit der klassischen Homöopathie.

    Diese Methode ist nicht vereinbar mit den Erkenntnissen der Naturwissenschaften. Genau, wie Ihre Methode. (Und nein, bitte keinen neuen Quantenschwurbel…)

    Für diese Methode gibt es keinen überzeugenden, reproduzierbaren Nachweis ihrer Überlegenheit gegen Placebo. Genau, wie bei Ihrer Methode.

    😉

  13. „Wieso ist Homöopathie nach Körbler unsinnig?“
    „Neue Homöopathie nach Körbler“ ist eine Erfindung, die nichts mit Homöopathie zu tun hat, sondern mit Geistheilung mittels Wünschelrute. Herr Körbler missbraucht den Namen Hahnemanns indem er Geistheilungen irreführend als Homöopathie bezeichnet und meint, dass für Homöpathie übersinnliche Kräfte erforderlich wären, die er angeblich hätte. Von Herrn Hahnemann wurde in seinen gesamten Werken nirgendwo behauptet, dass Homöopathie irgendetwas mit Geistheilung zu tun hätte.

  14. z45 sagt:

    Warum ist die H. nach Körbler unsinnig? Vermutlich, weil sie nicht von einem approbierten Arzt kommt, auf diesen wichtigen Unterschied hat Herr Brunke schon hingewiesen.

  15. Dr. E. Berndt sagt:

    Toleranz ist nicht nur gegenüber dem allgegenwärtigen Unfug von Kirchen und Staatsdogmen erforderlich, sondern auch gegenüber anderen unsinnigen Glaubensrichtungen, wie der „Neuen Homöopathie“ von Herrn Körbler.

    Wie so ist Homöopathie nach Körbler unsinnig?

  16. wsfgl? sagt:

    „Homöopathie wirkt, weil dort eine Quanteninformation gespeichert sein dürfte,…“

    „Dort“ in der Homöopathie sind also Quanteninformationen gespeichert. Absurder geht es fast nicht mehr.

  17. Dann muss ich mich auf ein Gebiet wagen, was nicht meines ist. Homöopathie wirkt, weil dort eine Quanteninformation gespeichert sein dürfte, die in den Zellen des Organismus eine Information abgeben. Soweit meine eigene Theorie.
    Geistheilung nach Körbler wirkt nach Herrn Walach, weil dort eine „geistige“ Verschränkung zwischen dem „Gesundheitsberater“ und dem Patienten erfolgt.
    Ob das Letztgesagte stimmt und damit eine Heilung verbunden ist, kann ich nicht beurteilen. F. A. Mesmer hat vor 200 Jahren mit dieser Methode nach seiner Überlieferung Patienten geheilt. Mir sind derart geheilte Fälle bisher nicht bekannt geworden.
    Homöopathie wirkt jedoch gerade nicht über eine „geistige Einflussnahme“, wie das von einigen „Lebensberatern“ gerne als Homöopathie verkauft wird.
    Aber selbst wenn Geistheilung als Quacksalberei und Geldschneiderei anzusehen ist, wie Sie das sehen, hat diese bei einigen Patienten durchaus eine Daseinsberechtigung. Das sind die Patienten, die in der modernen Schulmedizin und in den Staatskirchen keine Hilfe bekommen haben und nun vor ihrem Ende stehen. Das scheint bei dem bekannten Theologielehrer Hans Küng der Fall zu sein. Er hat sich einer Schweizer Sterbehilfeorganisation angeschlossen. Die Quacksalberei ist oft in der Lage diesen verzweifelten gescheiterten Menschen einen neuen Halt in der dortigen Esoterik zu bieten, also eine Art Ersatzreligion für die gescheiterten inquisitorischen Kirchen und die gescheiterte Schulmedizin und ihren verlängerten Arm, das fiat money system.
    Wir sollten diese Menschen nicht verurteilen, sondern ihnen helfen im Leben erneut Fuß zu fassen. Das hat die Schulmedizin als propagierte Staatsmedizin ganz offensichtlich nicht geschafft. Das Beispiel des Theologieprofessors Hans Küng steht da beispielhaft.
    Toleranz ist nicht nur gegenüber dem allgegenwärtigen Unfug von Kirchen und Staatsdogmen erforderlich, sondern auch gegenüber anderen unsinnigen Glaubensrichtungen, wie der „Neuen Homöopathie“ von Herrn Körbler. Toleranz ist in einer gegenwärtigen Gesellschaft des Zerfalls aller traditionellen Werte und der Dekadenz notwendiger, als je zuvor.
    Selbst wenn Herr Körbler nur einem Menschen geholfen hat den Weg ins Leben zurück zu finden, hat seine „Quacksalberei“ bereits etwas Besseres erreicht, als Sprüche von der Pharmaindustrie gesponserter Medizinprofessoren zu angeblich „Wissenschaftlicher Forschung“.
    Beispiele für unsinnige „wissenschaftliche Erkenntnisse“ habe ich in meinem Blog ausgeführt. Das ist beispielsweise die „Grippeimpfungen“. Bei dieser Art Eingriff in den Körper ist ein Nutzen nach den Analysen von cochrane nicht nachgewiesen. Dafür existieren Belege für schwerste Nebenwirkungen.
    Trotzdem wird diese Impfung den Patienten ständig kostenpflichtig eingeredet.
    Ich erlaube mir mit Ihrem Einverständnis diese Diskussion in meinen Blog aufzunehmen.

  18. Dr. E. Berndt sagt:

    Aber, aber Herr Brunke!
    Wie viel Information brauchen Sie denn, um sich ein Urteil bilden zu können?
    Siesollen uns doch nur ihre Überlegungen mitteilen, ob und wie bzw. warum nicht und wie die sogenannte Homöopathie nach Körbler wirkt.
    Ist das so schwierig? Sie werden doch darlegen können, warum ihre Homöopathie wirkt und die nach Körbler nicht.
    Wenn ihre Homöopathie wirkt, dann werden sie doch darlegen können, wie ihre Homöopathie wirkt und die nach Körbler deshalb nicht wirken kann.

  19. Herr Berndt, Homöopathie und Körbler haben leider nichts miteinander zu tun. Mein fachliches Urteil gebe ich nur auf dem Gebiet der Homöopathie ab, nicht jedoch auf dem Gebiet der Geistheilung oder sonstiger Heilweisen. In meinem blog habe ich das Thema weiter ausgeführt. Es passt nicht unbedingt zu den Erbsen von Frau Parsch.

  20. Dr. E. Berndt sagt:

    Aber, aber Herr Brunke!
    Was kennen Sie nicht? Sie sind doch Experte, oder täusche ich mich? Sie erklären doch jeden wie die Homöopathie funktioniert und wenn Sie das tun, dann müssen Sie doch eine Vorstellung davon haben, ob andere Heilslehren ebenso funktionieren oder nicht. Wie so genügen die im von ihnen zitierten Link über Homöopathie nach Körbler nicht zu einer Beurteilung? Wieso wollen Sie kein Urteil abgeben? Ist ihnen die Homöopathie nach Körbler nicht abwegig genug, um diese als Unfug bezeichnen zu können.

  21. Das Thema ist von allgemeiner Bedeutung, deshalb habe ich es auf meinen Seiten weiter geführt:
    http://www.quantenhomöopathie.de/?p=1226

  22. Joseph Kuhn sagt:

    Lothar Brunke, 28.1.2014: „Herr Frey hat in seiner Studie eine Wirkung der homöopathischen Mittel beim ADHS nachweisen können.“

    Lothar Brunke, 6.2.2014: „Ich akzeptiere keinerlei Studie, die ich nicht selbst gefälscht habe.“

    Lothar Brunke, 7.2.2014: „Ich betrachte mich als den einzigen wahrhaftigen Freund der Wissenschaften. Ob ich diesem Anspruch gerecht werden, müssen andere entscheiden.“

    Sie nicht diesem Anspruch gerecht werden, mir meine Erfahrung sagen, entschieden ich habe.

  23. Ich freue mich über jeden Patienten, der einen „Heiler“ gefunden hat. Ob die „Heilung“ tatsächlich stattgefunden hat oder nur eingebildet ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.
    Jesus hat auch zahlreiche Menschen geheilt. Zumindest wird das im NT überliefert. Ob das stimmt, können wir nicht überprüfen. Wenn die Mitbürger in Herrn Körbler und Schüler einen neuen Jesus sehen, freue ich mich für sie und Jesus. Mögen sie noch viele Wundertaten vollbringen.
    Allerdings sehe ich einen wichtigen Unterschied: Jesus hat kein Geld für seine „Wunderheilungen“ genommen und ist damit nicht Millionär geworden.

  24. Herr Kuhn: Ich betrachte mich als den einzigen wahrhaftigen Freund der Wissenschaften. Ob ich diesem Anspruch gerecht werden, müssen andere entscheiden. Bei der Ärztekammer sind einige homöopathische Ärzte registriert. Einen von der Ärztekammer anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse gibt es nicht. So einfach ist Medizin nun auch nicht.

  25. Herr Berndt, ich bitte um Verständnis, dass ich mich nicht zu Dingen äußern kann, die ich nicht kenne. Meiner persönlichen Erfahrungen, die jedoch in diesem Fall nicht verbindlich sind sagen mir, dass ich von dieser Art „Heilung“ besser die Finger lasse. Ob sie irgendwie wirkt, kann ich nicht beurteilen. Heilung ist eben mehr als irgendwie zu wirken. Da habe ich auch andere Ansprüche als die Schulmedizin.

  26. Dr. E. Berndt sagt:

    S.g. Herr Brunke!
    Ich darf feststellen, dass Sie zur Homöopathie nach Körbler nichts, aber auch wirklich nichts gesagt haben.
    Also nochmals: Wirkt diese Methode oder wirkt sie nicht und wenn ja oder nein warum?
    Bitte nicht herumjeiern, sondern die Frage ordentlich beantworten! Sie sind doch der Experte, oder wollen Sie jetzt feststellen, dass Sie nichts zu sagen haben?

  27. AlteWeser sagt:

    @Brunke:
    Ich vermute mal, Körbler und Schüler werden eine Menge Erfahrungen gesammelt haben, dass ihre Methode doch hilft. Was entgegnen Sie diesen Menschen? Die argumentieren doch genau wie Sie und verweisen auf die gemachten Erfahrungen.

  28. Joseph Kuhn sagt:

    @ Brunke: So eine plumpe Wissenschaftsfeindlichkeit habe ich schon lange nicht mehr gehört. Vermutlich ist es Ihnen dann auch egal, was in der ärztlichen Berufsordnung über die „Beachtung des anerkannten Standes der medizinischen Erkenntnisse“ steht? Sind ja eh alles gekaufte Studien. Die Berliner Ärztekammer duldet offenkundig recht seltsame Wesen in ihren Reihen. Oder um es mit Heinrich Hoffmann zu formulieren: „Unser Herrgott hat sonderbare Kostgänger auf seiner Erde, und wunderliche Käuze gibt’s in allen Ständen und Berufen … aber die bunteste Gesellschaft finden wir doch unter uns Ärzten!“

  29. @Berndt: Ihre Frage: „Also, wirkt Homöopathie nach Körbler oder nicht?“
    Da ich den Herrn nicht kenne, habe ich mir die folgenden Seiten angesehen:
    (Link gelöscht, da nicht mehr funktionsfähig)
    Allein der Anspruch auf “Neue Homöopathie” klingt bereits als ob hier das Universalgenie nun endlich die “wahre” Homöopathie gefunden hätte, wie das von den Heilpraktikern Scholten und Sankaran regelmäßig behauptet wird. Die „von Körbler entwickelten Universalrute” wird für seine angebliche Homöopathie verwendet. Aus dem Text konnte ich jedenfalls nicht entnehmen, was seine Rute angeblich mit Homöopathie zu tun hat. Selbst ist der Herr kein Arzt, sondern „Lebensberater.“ Offenbar wird der gute Ruf der Homöopathie von „Lebensberatern“ missbraucht.
    Ich bezweifelt, dass der Herr Körbler und seine Schüler mit ihrer Lebensberatung dauerhafte medizinische Heilerfolge, zu verzeichnen haben. Dafür dürfte deren Kasse um so eher klingen, da sich viele Mitbürger von solchen „Lebensberatern“ beeindrucken lassen. In Baden-Würtemberg und Bayern gibt es zahlreiche Beispiele für derartige Zentren.

  30. Dr. E. Berndt sagt:

    Sehr geehrter Herr Brunke!

    Wenn Sie im Internet googeln nach dem Begriff Homöopathie nach Körbler, finden Sie umgehend diese Methode beschrieben. Auf Youtube sind auch entsprechende Videos davon vorhanden.
    Ich behaupte, und da bin ich nicht allein, dass diese Methode absoluter unwirksamer Humbug ist. Diese Methode ist so wirksam, wie das Besprechen von Warzen oder das Beschwören eines verrenkten Knies mit einem Affenknochen durch einen Medizinmann.
    Und nun meine Bitte, Herr Brunke!
    Ich möchte von ihnen wissen, ob diese Methode ihrer Meinung nach wirkt oder nicht und wie sie zu dieser ihrer Meinung kommen. Sie sind gebeten ihre Meinung diesbezüglich zu begründen.
    Also, wirkt Homöopathie nach Körbler oder nicht?

  31. @Herr Kuhn: Ich akzeptiere keinerlei Studie, die ich nicht selbst gefälscht habe.
    Auch randomisierte Doppelblindstudien messen nur das, was der Architekt der Studie bereits vorher messen wollte und wofür der Auftraggeber Geld bezahlt hat.
    Deshalb verstehe ich nicht die ganze Aufregung um die angeblich „wissenschaftlichen“ Studien. Wissenschaft ist für mich etwas ganz anderes, wie ich immer mal versuche anzudeuten.
    Beim Beitrag zum Diabetes 2 in meinem Blog habe ich einen Aufsatz im Ärzteblatt nachgetragen, wo gerade die schulmedizinische Therapie zerpflückt wird. Das bleibt kein Langzeitvorteil für die bisherigen Therapien übrig. Etwas anderes habe ich noch nie behauptet.

  32. Dr. E. Berndt sagt:

    http://gutenberg.spiegel.de/buch/-6885/2

    Zu dieser ehrlichen [gewöhnlichen] Dummheit steht nun die anspruchsvolle höhere in einem wahrhaft nur zu oft schreienden Gegensatz. Sie ist nicht sowohl ein Mangel an Intelligenz als vielmehr deren Versagen aus dem Grunde, daß sie sich Leistungen anmaßt, die ihr nicht zustehen; und sie kann alle schlechten Eigenschaften des schwachen Verstandes an sich haben, hat aber außerdem auch noch alle die an sich, die ein nicht im Gleichgewicht befindliches, verwachsenes, ungleich bewegliches, kurz, ein jedes Gemüt verursacht, das von der Gesundheit abweicht. Weil es keine »genormten« Gemüter gibt, drückt sich, richtiger gesagt, in dieser Abweichung ein ungenügendes Zusammenspiel zwischen den Einseitigkeiten des Gefühls und einem Verstand aus, der zu ihrer Zügelung nicht hinreicht. Diese höhere Dummheit ist die eigentliche Bildungskrankheit (aber um einem Mißverständnis entgegenzutreten: sie bedeutet Unbildung, Fehlbildung, falsch zustande gekommene Bildung, Mißverhältnis zwischen Stoff und Kraft der Bildung), und sie zu beschreiben, ist beinahe eine unendliche Aufgabe. Sie reicht bis in die höchste Geistigkeit; denn ist die echte Dummheit eine stille Künstlerin, so die intelligente das, was an der Bewegtheit des Geisteslebens, vornehmlich aber an seiner Unbeständigkeit und Ergebnislosigkeit mitwirkt. Schon vor Jahren habe ich von ihr geschrieben: »Es gibt schlechterdings keinen bedeutenden Gedanken, den die Dummheit nicht anzuwenden verstünde, sie ist allseitig beweglich und kann alle Kleider der Wahrheit anziehen. Die Wahrheit dagegen hat jeweils nur ein Kleid und einen Weg und ist immer im Nachteil.« Die damit angesprochene Dummheit ist keine Geisteskrankheit, und doch ist sie die lebensgefährlichste, die dem Leben selbst gefährliche Krankheit des Geistes.
    »Es gibt schlechterdings keinen bedeutenden Gedanken, den die [höhere, intelligente] Dummheit nicht anzuwenden verstünde, sie ist allseitig beweglich und kann alle Kleider der Wahrheit anziehen. Die Wahrheit dagegen hat jeweils nur ein Kleid und einen Weg und ist immer im Nachteil.«

  33. Dr. E. Berndt sagt:

    Ich bewundere die Geduld, die Ausdauer und die Gründlichkeit mit der den ausgeklügelt selbstbetrügerischen Interpretationen Lothar Brunkes widersprochen wird.
    Für mich ein klarer Fall für Herkules. Den gibt es leider nur in griech. Mythologie. Jedem widerlegten Argument folgen gleich drei noch dreistere nach. Klarer Fall “ höherer Dummheit“ nach Robert Musil!

  34. Joseph Kuhn sagt:

    @ Brunke: Danke für den Link. Aber seien Sie doch nicht gleich wieder so prophylaktisch vorwurfsvoll gegenüber „den Skeptikern“, was Kritik an der Studie angeht. Sind Sie nicht daran interessiert, ob die Studie wirklich trägt? Leider ist der Volltext hinter der Elsevier-Paywall, d.h. ohne Geld nicht zugänglich. Wenn sie ihn haben, könnten Sie netterweise ein paar der folgenden Punkte kommentieren.

    Was beim ersten Draufschauen auffällt: Dem Abstract nach war es kein RCT, Verblindung unbekannt (wichtig z.B. für die Beurteilung der Quality of Life-Scores), die Fallzahl sehr klein – kein gutes Design also für einen Wirksamkeitsvergleich. Man kann dem Abstract nicht entnehmen, wer warum welchem Studienarm zugewiesen wurde und was in den beiden Studienarmen konkret an therapeutischen Interventionen stattgefunden hat (etwas irritierend ist der Satz: „The cost of conventional drugs decreased in Homeopathic Group“, ebenso der Hinweis: „treatment was adjusted as necessary“). Man erfährt auch nicht, ob die homöopathische Behandlung signifikant besser war die als konventionelle (das überliest man leicht bei der Bemerkung, der Unterschied T1 zu baseline sei nur bei der homöopathischen Behandlung signifikant), man erfährt nicht, wie mit der hohen drop-out-Rate in der Homöopathiegruppe umgegangen wurde, und man erfährt nicht, was bei T2 war und eine Reihe anderer Dinge, die zur Beurteilung der Studie wichtig wären. Leute mit Erfahrung in der klinischen Diabetesforschung werden sicher noch mehr dazu sagen können als ich.

    Man sollte Studien nicht einfach „akzeptieren“, schon gar nicht anhand eines bloßen Abstracts, egal ob man „Skeptiker“ ist (ich bin dort übrigens nicht Mitglied) oder nicht.

  35. Dierk D. sagt:

    Noch einen Nachtrag zu meinem letzten Post:
    In dem sehr lesenswerten Buch „Intuitive Biostatistics – A Nonmathematical Guide to Statistical Thinking“ schreibt Harvey Motulsky zu der Frage, wann man einen einseitigen und wann einen zweiseitigen Test anwenden sollte:

    You should only use a one-tail P-value when you can state with certainty (before collecting any data) that between the overall populations there wither is no difference or a difference in a specified direction. […] If a difference in the wrong direction would intrigue you (even a little), you should calculate a two-tail P value.“

    Wenn man diese Kriterien anwendet, dann ist klar, dass man hier korrekterweise einen zweiseitigen Test anwendet. Selbst wenn man argumentieren würde, dass sich aus der Theorie der Homöpathie mit Sicherheit ableiten lassen könnte in welche Richtung der Effekt gehen müsste, würde ein Unterschied in die falsche Richtung einen doch wohl neugierig machen.

  36. Eine Studie ist von der Carstensstiftung eingestellt worden. Ich habe sie in meinem Blog wieder gegeben. Weitere sind bei der Carstensstiftung nachzulesen.
    http://www.quantenhomöopathie.de/?p=1165
    Nach den bisherigen Diskussionen gehe ich jedoch davon aus, dass diese Studien von den Skeptikern wie üblich nicht akzeptiert werden.

  37. Studien zur Diabetesbehandlung II dürften solange sinnlos sein, wie der Gesundheits- und Krankheitsbegriff in der Medizin unterschiedlich ausgelegt wird. An dem Beispiel „Pelargonium sidoides – Wirksam für Aidsbehandlung?”, ein Beitrag in dem Ärzteblatt ist von mir der unterschiedliche Krankheits- und Gesundheitsbegriff deutlich gemacht worden.
    http://www.quantenhomöopathie.de/?p=1151
    Kann es Sinn haben Studien anzufertigen, welche die jeweils andere „Glaubensrichtung“ in der Medizin wegen anderer Voraussetzungen in Zweifel zieht? Zuerst müsste eine tragfähige Übereinkunft in der Medizin aufgestellt werden, was Gesundheit überhaupt sein soll. Der Gedanke der Nachhaltigkeit wäre aus Alternativmedizinischer Sicht die erste Voraussetzung für Gesundheit.
    Das setzt beim Diabetes II die dauerhafte Heilung als Behandlungsziel voraus, nicht jedoch die ständige Tabletteneinnahme zur Senkung des Blutzuckers.
    Da würde sich die Pharmaindustrie jedoch mit allen Möglichkeiten zur Wehr setzen, wenn plötzlich homöopathische Mittel die dauerhafte Herstellung der Gesundheit ermöglichen würden. Solange die Wirtschaftsinteressen der Pharmaindustrie Vorrang vor dem Anspruch des Patienten auf dauerhafte Heilung ohne Medikamente hat, solange können wir uns jede Studie zum Diabetes II auf der Grundlage homöopathischer Mittel sparen.
    Das heißt jedoch noch lange nicht, dass es diese Heilungen nicht gibt.

  38. Ute Parsch sagt:

    Es wäre im Sinne einer Diskussion auch sehr nützlich, wenn Sie sich endlich dazu durchringen könnten, Studienbelege für Ihre Behauptungen zu den D1/D2/D4-Potenzen und Diabetes zu verlinken. Doppelblind und randomisiert bitte.

  39. Joseph Kuhn sagt:

    „Es wäre also im Sinne einer Diskussion sehr nützlich, wenn sich alle Diskutanten um eine sachliche Ausdrucksweise bemühen.“

    Noch nützlicher wäre es, wenn sich alle Diskutanten um Aufklärung in der Sache bemühen würden. Was ich nicht verstehe ich, Herr Brunke, warum Sie nicht einfach sagen können, ja, Studien zur homöopathischen Diabetesbehandlung kann ich auf Anhieb nicht nennen, ich schau mal, ob es welche gibt oder ich hab da letzthin was gelesen, ich suche es nochmal raus. Oder warum Sie nicht einräumen können, dass Ihre Praxiserfahrungen zur Diabetesbehandlung z.B. durch Selbstselektion von Patient/innen, Gleichzeitigkeit von Homöopathika-Verordnungen und Lebensstilinterventionen und weitere Störfaktoren möglicherweise als Wirkungsnachweis nicht gut geeignet sind. Was würden Sie denn dadurch verlieren? Sie müssten doch im Interesse Ihrer Patient/innen selbst daran interessiert sein, auch nach Unsicherheiten bei Ihren Behandlungsoptionen zu suchen – vielleicht sind Sie es ja, warum nicht einmal darüber diskutieren? Mich würden solche „Prüfpunkte“, an denen ein Homöopath ins Nachdenken kommt, interessieren. Spricht man als Homöopath auf skeptischen Blogs nur nicht darüber oder gibt es solche Prüfpunkte nicht, weil die Überzeugung durch keine empirische Erfahrung mehr infrage gestellt wird? Selbst das könnte man als Homöopath eigentlich zugeben – Christen machen ihren Glauben auch nicht davon abhängig, ob Gott in einem Experiment auftaucht oder nicht. Warum also dieses taktische Argumentieren, das die Mitdiskutanten als solche gar nicht ernst nimmt. Daher noch einmal, noch nützlicher als eine sachliche Ausdrucksweise wäre es, wenn sich alle Diskutanten um Aufklärung in der Sache bemühen würden. Meine Fragen kennen Sie nun ja.

  40. Solche Bezeichnungen habe ich aus meinen Kritiken gestrichen, obwohl Herr Ernst weiterhin homöopathische Ärzte als Lügner bezeichnet. Es wäre also im Sinne einer Diskussion sehr nützlich, wenn sich alle Diskutanten um eine sachliche Ausdrucksweise bemühen.

  41. Joseph Kuhn sagt:

    @ Brunke: Drohung statt Studien – was soll ich dazu noch sagen? Fühlen Sie sich ruhig angesprochen, mit der Anwalts-Drohung kann ich leben – als „Dumpfbackenkritiker“, wie Sie unsereins auf Ihrer Internetseite so nett und unfreiwillig komisch doppeldeutig bezeichnen.

  42. @ Herr Kuhn – ich zitiere:
    „Nach § 276 BGB schuldet ein Arzt seinen Patienten die nötige Sorgfalt. Die leitet sich aus den Standards seines Fachgebiets ab. Er muss korrekt aufklären und darf in Diagnose und Therapie nicht ersichtlich gegen bewährte ärztliche Handlungsregeln oder gesicherte medizinische Erkenntnisse verstoßen.“
    Dann der Nachschlag:
    „Jeder Berufsstand hat halt seinen Sumpf, aus dem es quakt und gurgelt.“
    Da können wir beide richtig froh sei, dass ich mich mit diesen Ausführungen in keiner Weise angesprochen fühle. Falls Sie mich dennoch meinen sollten, bitte ich das ausdrücklich klar zu stellen. Nicht vergessen darf ich in diesem Zusammenhang, dass ich ein paar Fächer mehr als Humanmedizin absolviert habe, also zufällig auch Jura, zwar ohne Anwaltszulassung, für solche Analysen reicht es jedoch.

  43. Dierk D. sagt:

    Hallo Frau Parsch,

    so wie es aussieht, werden wir bei dieser Frage nicht zusammenfinden. Und zwar aus einem praktischen und einem theoretischen Grund.

    Ein Homöopath sagt nicht zu seinen Patienten: Nimm die Globuli und es wird “irgendwas” passieren, er sagt, die Globuli würde die Erkrankung bessern. Das ist auch eine einseitige Hypothese. Der Homöopath behauptet also zu wissen, in welche Richtung die Hochpotenzen wirken werden.

    Nun gut, in dieser Untersuchung gab es in dem Sinne ja keine Patienten. Aber selbst bei einer klinischen Studie an Patienten sollte man mMn immer zweiseitig testen, sonst vergibt man sich ja die Chance festzstellen, dass die Intervention schaden könnte.

    Ganz bin ich dennoch nicht bei Ihnen, denn es gibt ja nun einmal nicht nur diese beiden Varianten, sondern auch noch die sauber vorher eingeführte einseitige Hypothese.

    Das ist natürlich richtig. Aber es gibt damit das ganz praktische Problem, dass man als Autor glaubhaft machen müsste, dass man die Hypothese wirklich sauber vorher eingeführt hat, und das kann man eigentlich nur, wenn man die Untersuchung vorher anmeldet. In allen anderen Fällen läuft man Gefahr, dass einem nachträgliches Anpassen der Hypothese unterstellt wird. Eine zweiseitige Hypothese ist in dem Fall auf jeden Fall sicherer. Zumindest dann, wenn es keine zwingenden Gründe für die einseitige Hypothese gibt. Das ist der praktische Grund.

    Meine Kritik setzt genau hier an: Über das Ähnlichkeitsprinzip hätte es möglich sein müssen, die Hypothese vorher und korrekt einseitig zu formulieren.

    Das finde ich zuviel verlangt. Die Anhänger Hahnemanns sind ja selbst relativ kreativ in der Interpretation des Ähnlichkeitsprinzips. Sie haben in Ihrem ersten Kommentar ja selbst darauf hingewiesen, dass das bei Arnika und Arsen gänzlich unterschiedlich interpretiert wird. Dann würde es sicher Homöopathen geben, die sagen, dass das mit Pflanzen gar nicht funktionieren kann….
    Dann könnte man die Frage stellen: Ist der Zwergwuchs eigentlich eine Krankheit? Soweit ich das verstehe, sind die Pflanzen gesund, nur halt klein. Entspricht dann dieser Versuch einer homöopathischen sogenannten Arzneimittelprüfung, bei der geschaut wird welche Symptome bei „Gesunden“ ausgelöst werden. Oder ist der Zwergwuchs eine Krankheit? In dem Fall müsste das Mittel genau die gegenteilige Wirkung haben. Ist es im Gedankengebäude der Homöopathie überhaupt statthaft, von einem bekannten molekularen Mechanismus auf die homöopathische Wirkung zu schließen? Immerhin kennt selbiges Gedankengebäude ja gar keine molekularen Wirkmechanismen.
    Es gibt so viele Möglichkeiten, sich eine passende einseitige Hypothese zurecht zu biegen (auch innerhalb des Gedankengebäudes der Homöopathie oder ihrer praktizierten Anwendung sind genügend Inkonsistenzen), dass ich es nicht für geboten halte, das von den Autoren zu verlangen. Das ist der theoretische Grund.

  44. Ute Parsch sagt:

    Hallo Herr D.,

    da bin ich schon erleichtert, dass wir uns mit dem weiter unten kritisierten Sharpshooter einig sind.

    Zur zweiseitigen Hypothese:

    Ich gebe Ihnen absolut recht, dass ein signifikanter Einfluss der Hochpotenzen in jede Richtung sensationell wäre. Insofern scheint das Vorgehen hier gerechtfertigt – und ist in jedem Falle besser als die von Ihnen angedeutete Möglichkeit der nachträglichen Einführung der einseitigen Hypothese.

    Ganz bin ich dennoch nicht bei Ihnen, denn es gibt ja nun einmal nicht nur diese beiden Varianten, sondern auch noch die sauber vorher eingeführte einseitige Hypothese. Und im Sinne der Homöopathie und des Ähnlichkeitsprinzips hätte Baumgartner mMn diese wählen müssen.

    Ein Homöopath sagt nicht zu seinen Patienten: Nimm die Globuli und es wird „irgendwas“ passieren, er sagt, die Globuli würde die Erkrankung bessern. Das ist auch eine einseitige Hypothese. Der Homöopath behauptet also zu wissen, in welche Richtung die Hochpotenzen wirken werden.

    Meine Kritik setzt genau hier an: Über das Ähnlichkeitsprinzip hätte es möglich sein müssen, die Hypothese vorher und korrekt einseitig zu formulieren. Aus Sicht der Homöopathie ist „irgendein“ Effekt der Hochpotenzen schließlich nur die halbe Miete.

    Was würde es den Homöopathen helfen, wenn man durch Nachweis eines Phänomens zwar die Kritiker zum Schweigen brächte, aber nach einigen Untersuchungen zugeben müsste, dass das nachgewiesene Phänomen genau das Gegenteil von dem tut, was man Patienten gegenüber 200 Jahre lang behauptet hat?

    Es ist also die Sicht des Skeptikers, der jeden Effekt als sensationelles Ergebnis werten würde, ja. Aus Sicht der Homöopathie macht aber nur die einseitige Hypothese Sinn.

    Und deshalb meine Kritik, die formulierte Hypothese biete vor allem den bequemen Vorteil, so wie danach gearbeitet wird (auf 4 gültige Ziffern genaue Mittelwerte bei rund 3 cm Pflanztiefe und angeschnittenen Pflänzchen) nicht falsifizierbar zu sein.

  45. Dierk D. sagt:

    Hallo Frau Parsch,

    entschuldigen sie bitte, dass ich Ihre Autorenschaft an dem Beitrag übersehen habe.
    Sie haben recht, Sie haben den Sharpshooter erst später im Text eingeführt. Allerdings ist der „Texas Sharpshooter“ ja auch eine generelle Bezeichnung für das nachträgliche Festlegen der Hypothese. Und genau das werfen Sie den Autoren ja schon an früherer Stelle vor.
    Ich beziehe mich in meiner Kritik allerdings nur auf Ihre Aussage

    Er spricht im einleitenden Text erst mal nur vom Aufstellen der Hypothese, “die Zwergerbsen seien ‘empfindlich’ für eine Behandlung mit Gibberellin.”

    Was heißt das?

    Baumgartner legt sich nicht fest: Wenn sich zwischen den Pflänzchen im Wasser und in der GA3-Potenz auch nur der geringste Unterschied findet, kann er hinterher “Hurra!” rufen. Egal, ob die Zwergerbsen hinterher in GA3- Potenzen tatsächlich größer oder vielleicht auch kleiner als die Wasserkontrollen sind, man verkauft beides als Erfolg für die Homöopathie!

    Warum halte ich diese Argumentation für falsch? Wir Skeptiker behaupten ja auch immer, dass homöopathische Hochpotenzen keine Wirkung haben. Wenn die Autoren diese Ansicht widerlegen wollen, dann ist die richtige Hypothese dazu „Homöopathische Hochpotenzen haben (irgendeine) Wirkung“. Deshalb haben die Autoren zumindest beim formulieren der Hypothese alles richtig gemacht indem sie zweiseitig auf irgend eine Wirkung testen wollen. Es wäre in der Tat sowohl ein bemerkenswertes Ergebnis, wenn enteder zu einem besseren oder einem schlechteren Wachstum unter der Behandlung käme.
    Wie in meinem ersten Post geschrieben, ist es unter nachträglicher Anpassung der Hypothese wesentlich leichter durch einen einseitigen test zu einer statistischen Signifikanz zu kommen, deshlab sollte man immer ganz genau hinschauen, wenn jemand eine einseitige Hypothese testet.

    An Ihren übrigen Ausführungen habe ich keine Kritik geführt. Selbstverständlich ist es „Texas Sharpshooter“, wenn man mehrere verschiedene Hochpotenzen tested und dann nachträglich seine Hypothese so formuliert, dass dann ein zufälliger Wert statistisch signifikant wird oder wenn mann aus mehereren möglichen Variablen die Auswertung so zusammenstrickt, dass etwas Signifikantes dabei heraus kommt.

  46. Ute Parsch sagt:

    @ Herr Brunke

    <>

    Nur war Diätetik nicht Ihre Behauptung. Im Gegenteil. Ihre erklärte Behauptung war:

    „Anders mit den angeblich wirkungslosen Zuckerkugeln. Die werden bei dieser Form Diabetes II nicht substanzlos verabreicht, sondern in messbaren Dosierungen, als D1, D2 oder D4. Da ist also Substanz drin. Trotzdem heilen diese Präparate im bezeichneten beginnenden Stadium Diabetes mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit, soweit ein erfahrener homöopathischer Arzt die Behandlung vornimmt.“

    Und dafür steht Ihre Quelle immer noch aus. Diese ist deshalb notwendig, weil Sie ja auch schreiben:

    „Die Behandlung unterscheidet sich an diesem Punkt nicht zwischen den beiden Richtungen der Medizin. Beim Alternativmediziner werden beim beginnenden Diabetes II jedoch bewährte homöopathische Mittel verwendet, beim Schulmediziner von Anfang an Schulmedizin. Erst wenn die homöopathischen Mittel das Ziel der Heilung nicht in angemessener Zeit erreichen, werden schulmedizinische Präparate verwendet. Das ist jedoch oft DURCH die homöopathischen Mittel nicht erforderlich.“

    So, jetzt hätte ich gerne – wie alle anderen hier auch – endlich eine Studie, die genau das belegt: Dass die Besserung _durch_ die Homöopathika und nicht durch die Änderungen der Lebensweise, das Bewegungsprogramm und die Ernährungsumstellung bewirkt wurden. Das bräuchte also eine randomisierte Vergleichsstudie, bei der eine Gruppe nur den Lebensstil ändert, die andere ändert den Lebensstil und kriegt Globuli.
    Nur so können Sie belegen, dass Sie nicht einfach mal abwarten, ob die Diät die Krankheit in Schach hält – und wenn ja, dann rufen Sie „Hurra!“ die Homöopathie hat geheilt, wenn nein, geben Sie halt Medikamente, weil es die Homöopathie „diesmal“ nicht geschafft hat.

    Und eine Langzeitstudie müsste es auch sein, denn die Frage, ob die Patienten von der Nichteinnahme echter Medikamente entgegen der Leitlinienempfehlungen langfristig den von Ihnen behaupteten „Vorteil“ haben, müsste die Studie ja auch noch klären.

    Also jetzt bitte, bitte endlich eine Quelle angeben oder das Behaupten sein lassen.

  47. Ute Parsch sagt:

    Hallo Herr Dierk D.

    Also da muss ich Herrn Aust voll und ganz in Schutz nehmen, der Artikel ist ja von mir. 😉

    Jetzt bin ich mir nur nicht ganz sicher, ob Sie sich auf die richtige Stelle des Beitrages beziehen.

    Dass Baumgartner seine Hypothese zweiseitig formuliert (dass er sich nicht festlegt, ob es eine Vergrößerung oder eine Verkleinerung der Pflänzchen geben wird), bezeichne ich nicht als Sharpshooter.

    Als Sharpshooter hatte ich die Neuformulierung der Hypothese bezeichnet, dass man die erhaltenen Kurven von Kinetin und Gibberellinsäure wegen der Ähnlichkeit ihrer Wirkweise zu einer gemeinsamen Kurve mit besserer Signifikanz kombinieren könne – nachdem die ursprüngliche Hypothese, Kinetin würde keine signifikanten Werte zeigen, ohne Begründung (außer der, dass sie nicht eintraf) fallen gelassen worden war.

    Für mich ist das ein Sharpshooter – eben wegen der Neuformulierung der Hypothese.

    Auch die Wahl der Potenz D17 ist für mich ein Sharpshooter. Denn die Hypothese wird erst und unter Einschluss des positiven Ergebnisses formuliert. – Also nach der Messung.

    Oder liege ich da falsch?

  48. Joseph Kuhn sagt:

    @ Brunke:

    „Ich habe meine Prüfungen im Gegensatz zu Ihnen bestanden und darf mich demzufolge als medizinisch sachkundig ansehen. Wenn Sie meinen, dass Sie bessere medizinische Kenntnisse haben, beantragen Sie bitte die ärztliche Approbation. Dann kann ich Ihre Ausführungen auch ernster nehmen.“

    War das die Kapitulation in Sachen Studien? Es freut mich, dass Sie zumindest die Arroganz der Halbgötter in Weiß in nichthomöopathischer Dosierung anwenden.
    Jeder Berufsstand hat halt seinen Sumpf, aus dem es quakt und gurgelt.

  49. Fritz sagt:

    Zitat: “ Ich habe meine Prüfungen im Gegensatz zu Ihnen bestanden und darf mich demzufolge als medizinisch sachkundig ansehen. Wenn Sie meinen, dass Sie bessere medizinische Kenntnisse haben, beantragen Sie bitte die ärztliche Approbation. Dann kann ich Ihre Ausführungen auch ernster nehmen.“

    Argumentum ad personam und Autoritätsargument in einem Satz. Dieses Abgleiten in inakzeptablen Stil ändert nichts daran, dass Sie die Antwort auf eine Ihnen bereits mehrfach direkt gestellte Frage schuldig sind:

    Wo sind die Studien, die die von Ihnen behauptete “Heilung” durch homöopathische Mittel belegen?

  50. Dierk D. sagt:

    Herr Aust,

    ich schätze Ihr Blog sehr, aber zu einer wesentlichen Aussage in diesem Beitrag möchte ich widersprechen:
    Wenn die Autoren der Studie die Hypothese aufstellen, dass die Pflänzchen sensitiv auf das Homöopathikum reagieren, dann ist das vernünftig und das Gegenteil vom Texas Sharpshooter. Man könnte dafür sogar magische Gründe angeben, wie zum Beispiel dass ja Arnika in Hochpotenz die Wirkung der Ausgangssubstanz verstärkt, während es bei anderen Noxen gerade anders herum ist.
    Der eigentliche Grund ist aber ein statistischer. In dem Fall der Hypothese „Es gibt irgend eine Änderung“ verwendet man einen zweiseitigen Hypothesentest. Wenn man die Hypothese „die Pflanzen wachsen unter Behandlung besser“ formuliert, dann verwendet man einen einsitigen Hypothesentest. Das ist insofern bedeutsam, als beispielsweise beim t-Test die P-Werte beim einseitigen Test genau die Hälfte des zweiseitigen Test betragen. Man kann also bei einer gerichteten Hypothese schon kleinere Unterschiede als statistisch signifikant erhalten als bei der ungerichteten Hypothese.
    Solange man nicht wirklich sehr, sehr gute Gründe für eine einseitige Hypothese hat sollte man deshalb immer die zweiseitige verwenden. Die Autoren haben deshalb in diesem Punkt keinen Fehler gemacht.

    Der typische „Texas Sharpshooter“ Fehler wäre folgender:
    1) Man erhebt seine Daten zuerst und schaut dann, ob man einen Unterschied sieht.
    2) Man erhält (beim zweiseitigen Test) „nur“ einen unsignifikanten Unterschied mit einem P-Wert von 0.08
    3) Man formuliert die Hypothese neu so, dass sie zum beobachteten Unterschied passt.
    4) Man nimmt nun den einseitigen Hypothesentest und hat (oh Wunder) eine signifikante Abweichung mit einem p-Wert von 0.04 gefunden.

    Aus diesem Grund ist es gerade so, dass man immer misstrausich werden sollte, wenn eine einseitige Hypothese verwendet wird, ohne dass dafür zwingende Gründe vorliegen. Mit einer zweiseitig formulierten Hypothese kann man in diesem Fall nichts falsch machen.

  51. Ergänzung: Im Deutschen Ärzteblatt Heft 5 Seite 69 ist eine zertifizierte Fortbildung zum Diabetes 2 mit Weiterbildungspunkten (3 Punkte) enthalten. Der alternativmedizinische Ansatz ist leider bisher nicht enthalten.

  52. @Herr Kuhn: Zitat: „Wie auch immer. Die Praxis wird vermutlich so aussehen, dass Herr Brunke wie alle Ärzte in den Anfangsstadien des Typ-2-Diabetes Lebensstiländerungen empfiehlt, außerdem Globuli gibt und die Effekte dann den Globuli zuschreibt und als “Heilung” interpretiert. Auch ein “Wirkungsnachweis”.“
    Das ist insofern richtig, da ich als Arzt das zu empfehlen habe, was dem Patienten am besten hilft. Bei Prädiabetes ist das sicher zuerst eine angemessene Kalorien reduzierte Diät. Da fängt jedoch bereits das Problem an, da viele Patienten nicht in der Lage sind eine Kalorien reduzierte Diät einzuhalten.
    Die Behandlung unterscheidet sich an diesem Punkt nicht zwischen den beiden Richtungen der Medizin. Beim Alternativmediziner werden beim beginnenden Diabetes II jedoch bewährte homöopathische Mittel verwendet, beim Schulmediziner von Anfang an Schulmedizin. Erst wenn die homöopathischen Mittel das Ziel der Heilung nicht in angemessener Zeit erreichen, werden schulmedizinische Präparate verwendet. Das ist jedoch oft durch die homöopathischen Mittel nicht erforderlich. Insofern haben die Patienten einen Vorteil.
    Zum juristischen Geplänkel: Ich habe meine Prüfungen im Gegensatz zu Ihnen bestanden und darf mich demzufolge als medizinisch sachkundig ansehen. Wenn Sie meinen, dass Sie bessere medizinische Kenntnisse haben, beantragen Sie bitte die ärztliche Approbation. Dann kann ich Ihre Ausführungen auch ernster nehmen.
    @ Frau Parsch: Die Studien zur Diätetik sind bei Schul- und Alternativmedizinern gleich. Diätetik gab es bereits bei Hahnemann.

  53. Joseph Kuhn sagt:

    @ Ute Parsch, @ Fritz: Danke. Durch den Moderationsmodus der Kommentare hier auf dem Blog haben sich unsere Kommentare überschnitten. Ich wollte nicht das schon Gesagte noch einmal wiederholen.

    Ich bin kein Jurist, aber ich frage mich, was es bedeutet, wenn ein Arzt Diabetes Typ-2 behandelt, ohne – wie man nach den Kommentaren von Herrn Brunke vermuten muss – die einschlägige Leitlinie zu kennen (bzw. gelesen zu haben). Nach § 276 BGB schuldet ein Arzt seinen Patienten die nötige Sorgfalt. Die leitet sich aus den Standards seines Fachgebiets ab. Er muss korrekt aufklären und darf in Diagnose und Therapie nicht ersichtlich gegen bewährte ärztliche Handlungsregeln oder gesicherte medizinische Erkenntnisse verstoßen. Leitlinien sind zwar rechtlich unverbindlich, aber sie formulieren auf jeden Fall fachliche Standards.

    Wie auch immer. Die Praxis wird vermutlich so aussehen, dass Herr Brunke wie alle Ärzte in den Anfangsstadien des Typ-2-Diabetes Lebensstiländerungen empfiehlt, außerdem Globuli gibt und die Effekte dann den Globuli zuschreibt und als „Heilung“ interpretiert. Auch ein „Wirkungsnachweis“.

  54. Joseph Kuhn sagt:

    Herr Brunke, vielleicht gehen Sie bei Ihrer zuständigen Ärztekammer mal wieder zur Fortbildung. Wenn Sie keine Studien zu Lebensstilinterventionen zur Prävention bzw. Frühintervention des Diabetes kennen, heißt das nicht, dass es diese nicht gibt. Googeln Sie z.B. mal nach der altbekannten finnischen Diabetes-Präventionsstudie, bei der es um Patient/innen mit gestörter Glucosetoleranz ging. Wäre ein Einstieg, es ist nicht die einzige Studie. Was Lebensstilinterventionen bei manifestem Diabetes Typ 2 bringen, ist dagegen weniger klar, die Look-AHEAD-Studie wurde abgebrochen, weil sich zwar Effekte bei HbA1c etc. gezeigt haben, aber nicht bei den eigentlich angezielten kardiovaskulären Endpunkten (möglicherweise aufgrund zu geringer Power).

    Und wo sind jetzt die Studien, die die von Ihnen behauptete „Heilung“ durch homöopathische Mittel belegen (sogar die „Veranlagung“ zum Diabetes wird dadurch ja beeinflusst, wie Sie schreiben, also die Genetik?)? Kommt da noch was? Wenn Sie schon nicht leitliniengerecht behandeln, sollten Sie doch wenigstens Ihre Abweichung davon auf Studien stützen können. Nur nebenbei, gibt es auch Studien dazu, ob die Behandlung von Zuckerkranken mit Zuckerkügelchen besonders gut wirkt, wenn sich der Zucker an sein früheres Leben als Sahnetorte erinnert?

  55. Ute Parsch sagt:

    @ Brunke

    Es ist etwas ermüdend und gehört definitiv nicht hierher.

    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2726971/

    „Major study outcomes

    In DPP, lifestyle intervention was highly effective in delaying the onset of diabetes, reducing the cumulative incidence by 58% compared with placebo. Similar results were achieved with lifestyle intervention in the Finnish Diabetes Prevention study.(15) Of note, secondary analyses of DPP revealed that weight loss appeared to be the major mediator of diabetes prevention, with physical activity levels playing a “supporting role” by helping to maintain weight loss.(16) (…) Both studies will require more years of follow-up to demonstrate the putative effects of lifestyle intervention on CVD; however, a beneficial effect of lifestyle intervention on CVD risk factors has been demonstrated after three years and one year of follow-up in DPP and Look AHEAD studies, respectively.(4,17) (Table 4) Lifestyle intervention in pre-diabetes and diabetes results in improvements in blood pressure and lipids, in addition to weight-loss and physical conditioning. In addition, DPP lifestyle intervention significantly reduced levels of nontraditional risk factors, including CRP and fibrinogen relative to placebo and to a lesser degree relative to metformin.(18) Comparable analyses have not yet been reported in Look AHEAD.“

    Also: Hier werden riesige (mehrere 1000 Teilnehmer), langjährige Studien durchgeführt. Und die Auswertung läuft noch, die bisherigen Ergebnisse sind aber vielversprechend.
    Jetzt Sie: Bitte Sie zitieren Sie endlich eine Studie, die Ihre Aussage, dass eine rein homöopathische Intervention Diabetes Typ 2 „heilt“. Eine solche Sache wäre eine Sensation und ist doch sicher irgendwo schriftlich festgehalten worden…

    Es ist keineswegs so, dass nur „Skeptiker“ hier Studien sehen wollen. Claudia Witt (der Name ist bekannt, nehme ich an) hat selbst schon William Edwards Deming zitiert: „In God we trust, all others bring data.“ Und wie gesagt, es wäre eine Sensation, wenn es so wäre. Also bitte sehr.

    Falls Sie keine solche Studie vorzuweisen haben, dann kehren Sie doch bitte zum Thema zurück.

    (Zumal natürlich ein „Skeptiker“ nie ausschließen würde, dass eine D1 eine spezifische Wirkung haben kann – wenn auch nicht wirklich „heilend“ bei Diabetes. Über echte Homöopathie sagt dieses ganze Gerede also ohnehin nichts aus.)

  56. Fritz sagt:

    @Brunke
    Zitat: „Anders mit den angeblich wirkungslosen Zuckerkugeln. (…) Trotzdem heilen diese Präparate im bezeichneten beginnenden Stadium Diabetes mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit, soweit ein erfahrener homöopathischer Arzt die Behandlung vornimmt.“

    Mit welcher Wahrscheinlichkeit? Wie gemessen? Von wem? Wie dokumentiert? Quelle?

    Ach so: „Die Erfahrungen homöopathischer Ärzte zeigt ausreichend die Wirksamkeit homöopathischer Mittel.“

    Na dann. Die Erfahrungen von Medizinmännern zeigen schließlich auch ausreichend die Wirksamkeit von Regentänzen.

    Zitat: „Die weiter zitierte Studienlage zur Ernährung ergibt keinesfalls eine von Ihnen gemachte Aussage (S. 109): [Es folgt ein Zitat] Es existieren also, entgegen Ihrer Aussagen, weder bei der schulmedizinischer- noch bei homöopathischer Behandlung ausreichende Studien um allgemeingültige Aussagen machen zu können. “

    Ihre Zitierweise aus der Leitlinie ist derart selektiv, dass sie Zweifel an Ihrer Seriosität weckt. Ich schlage vor, S. 109 f. vollständig zu lesen, dort werden entsprechende Studien explizit benannt. Ob sie „ausreichend“ sind, darüber mag man trefflich streiten, wann ist in der Medizin etwas „ausreichend“ untersucht? Jedenfalls bietet die Leitlinie hundert Mal mehr wissenschaftliche Substanz als Ihre Beschwörung homöopathischer Erfahrungen.

    By the way: Ausgangspunkt der Debatte war Ihre Behauptung, allein die Homöopathie könnte Typ II – Diabetes heilen. Die „Schulmedizin“ hat eine plausible, wissenschaftliche und studiengestützte Erklärung für Therapieerfolge bei Typ II – Diabetikern im Frühstadium zu bieten. Sie haben bisher nicht mehr geboten als nachdrückliche Versicherungen. Wenn Sie nicht mehr haben, dann betrachte ich diese Diskussion als beendet. Schönen Abend noch.

  57. Literatur zu 15:
    “The evidence is strong that medical nutrition therapy provided by registered dietitians is an effective and essential therapy in the management of diabetes.”
    Dann sehen wir uns die angeblich beweisende Literatur hier an.
    Der Beitrag behauptet keinesfalls, dass mit Ernährung Diabetes II verhindert werden kann, sondern dass sich Diabetes II besser schulmedizinisch einstellen lässt, wenn Diät eingehalten wird.
    Das sind alles Selbstverständlichkeiten, die ich aus jahrelanger ärztlicher Erfahrung weiß. Ebenfalls aus dieser Erfahrung weiß ich auch, dass Diabetes II oft jahrelang problemlos und latent verläuft und dann plötzlich entgleist.
    Dazu benötige ich auch keine Studien.
    Im Fall der plötzlichen Entgleisung hilft Schulmedizin lediglich zum Bessern der Blutzuckerwerte. Der Diabetes II und seine Veranlagung wird selbst nicht beeinflusst.
    Anders mit den angeblich wirkungslosen Zuckerkugeln. Die werden bei dieser Form Diabetes II nicht substanzlos verabreicht, sondern in messbaren Dosierungen, als D1, D2 oder D4. Da ist also Substanz drin. Trotzdem heilen diese Präparate im bezeichneten beginnenden Stadium Diabetes mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit, soweit ein erfahrener homöopathischer Arzt die Behandlung vornimmt.
    Die weiter zitierte Studienlage zur Ernährung ergibt keinesfalls eine von Ihnen gemachte Aussage (S. 109):
    „Da jedoch die Studienlage zur Thematik Ernährung – bezogen auf das Körpergewicht und die Nahrungszusammensetzung – sehr unzureichend ist, sind alle ausgesprochenen Empfehlungen sehr zurückhaltend formuliert und basieren auf dem Konsens der Leitlinien-Gruppe.“
    Es existieren also, entgegen Ihrer Aussagen, weder bei der schulmedizinischer- noch bei homöopathischer Behandlung ausreichende Studien um allgemeingültige Aussagen machen zu können. Wieso gerade die Homöopathen dann Studien vorweisen sollen, bleibt das Geheimnis der Skeptiker. Die Erfahrungen homöopathischer Ärzte zeigt ausreichend die Wirksamkeit homöopathischer Mittel.

  58. Fritz sagt:

    Herr Dr. Brunke, es fällt mir zunehmend schwer, Sie ernst zu nehmen.
    1. Eine Richtlinie ist keine eigenständige Forschungsarbeit, sondern eine Zusammenfassung von Empfehlungen auf Basis anerkannter Forschungsergebnisse.
    2. Ihre obige Aussage, Globuli könnten Diabetes Typ II heilen, ist nichts als eine in den Raum geworfene Behauptung. Wenn Sie mit Zuckerkügelchen Diabetes therapieren, handeln Sie verantwortungslos.
    3. Im Gegensatz zu Ihrer Leerbehauptung belegt die von Ihnen verlinkte Richtlinie ihre Aussagen systematisch. Die entsprechenden Literaturangaben finden sie ab S. 206, die Darlegungen zur Ernährungstherapie mit entsprechenden Quellenangaben S. 109 ff.

  59. „Oft gelingt es in den Anfangsstadien, die Erkrankung in die Latenz zurückzudrängen.“
    Nachdem wir uns geeinigt haben, dass die Stelle ordentlich anzugeben ist, können wir uns nun über den Inhalt unterhalten.
    Zur Wissenschaft gehört eben auch ordentliche Quellenangabe, nicht lediglich Homöopathiebashing.
    Herrn Kuhn führt weiter aus:
    „In den Anfangsstadien hilft nämlich oft mehr Bewegung, eine Ernährungsumstellung und idealerweise eine Gewichtsreduktion.“
    Möglicherweise kann der Ausbruch des Diabetes II mit den diätetischen Maßnahmen verzögert werden.
    Die Richtlinie gibt jedoch keine Untersuchung an, die eine solche Annahme bestätigt. Das ist also reine Spekulation, gegen die sich die Skeptiker bei der Homöopathie regelmäßig zur Wehr setzen und Erfahrungswerte von homöopathischen Ärzten nicht akzeptieren, weil keine randomisierte Doppelblindstudie vorliegt.
    Wo soll hier die dementsprechende randomisierte Doppelblindstudie vorliegen?
    Wenn Diskussion, dann bitte bei Homöopathie und Schulmedizin mit denselben Voraussetzungen an die Wissenschaftlichkeit.

  60. Ute Parsch sagt:

    @ Brunke

    „Mich freut jedoch schon aus Ihrem Munde zu vernehmen, dass die angebliche Unwirksamkeit der Homöopathie grundsätzlich nicht nachweisbar ist.“

    Bitte nicht meine Worte im Munde verdrehen. Jeder hier kann lesen, dass das keineswegs war, was ich geschrieben habe. Ich schrieb:

    „Nichtwirksamkeit ist grundsätzlich nicht beweisbar, ebensowenig wie Nichtexistenz.“

    Der Punkt ist die messtechnische Unmöglichkeit, den Nullwert exakt zu messen. Jede Messung hat eine Unschärfe. Deshalb ist der Messwert „Null“ nicht exakt beweisbar. In den Fehlerbalken kann sich immer ein minimalst von Null abweichender Wert verbergen. Das gilt allgemein und hat mit der Homöopathie-Diskussion nicht das Geringste zu tun.

    Angewendet auf die Homöopathie bedeutet es jedoch, dass es von erkenntnistheoretischer und messtechnischer Unwissenheit zeugt, von Homöopathiekritikern den Nachweis der Unwirksamkeit zu fordern.

    Die zu untersuchende Behauptung ist die der spezifischen Wirksamkeit. Es wäre also Aufgabe der Homöopathen gewesen, zu belegen, dass die spezifische Wirksamkeit der Homöopathika sicher und reproduzierbar vom Placebo abweicht. Das ist eine messtechnisch untersuchbare Behauptung. Nur leider ist das der Homöopathie nie gelungen.

  61. Ute Parsch sagt:

    @ Brunke

    Der Satz steht genau so da, wie von Herrn Kuhn beschrieben. Unter „1.Definition/Manifestationsfördernde Faktoren des Typ-2-Diabetes“ S.24 unten, fett gedruckt.

    Tipp: Der PC sucht zuverlässiger als die eigenen Augen. 😉
    Daher Ctrl-F „zurückdrängen“ eingeben….

  62. Fritz sagt:

    @ Brunke

    S. 24 unten.
    Den Satz zu finden hat mich ca. 10 Sekunden gekostet. Ich glaube, eine sinnvolle Diskussion ist hier aus anderen Gründen schwer möglich.

  63. alf sagt:

    @ Lothar Brunke: Doch, genau auf der Seite von der du sprichst, unten. Außerdem steht das Gleiche in allen Ratgebern und Infos. War wohl nix mit dem Schulmedizinbashing.

  64. @Kuhn: Die Leitlinie ist unter folgedem link aufrufbar:
    http://www.versorgungsleitlinien.de/themen/diabetes2/dm2_therapie/pdf/NVL-DM2-Ther-lang-2.pdf
    Punkt 1 lautet:
    1. Definition/Manifestationsfördernde Faktoren des Typ-2-Diabetes
    Der von Ihnen zitierte Satz ist dort leider nicht zu finden.
    Ich bitte die Zitate so anzugeben, dass diese gefunden werden können. Sonst ist eine Diskussion leider nicht möglich.

  65. JensE sagt:

    Man merkt ihnen an, dass Sie weder wissen was Placebo, noch was Wissenschaft bedeutet.

    Was bedeutet: Diskussionen mit ihnen sind wahrscheinlich sinnlos.

    Tut mir echt leid für Sie.

  66. Joseph Kuhn sagt:

    Herrr Brunke, Sie argumentieren hier regelrecht demagogisch. Schauen Sie mal in die Nationale Versorgungsleitlinie zum Typ-2-Diabetes: Da steht gleich unter Punkt 1, fett gedruckt: „Oft gelingt es in den Anfangsstadien, die Erkrankung in die Latenz zurückzudrängen.“ In den Anfangsstadien hilft nämlich oft mehr Bewegung, eine Ernährungsumstellung und idealerweise eine Gewichtsreduktion. Alles konventionelle Schulmedizin. Sie schreiben, mit der Schulmedizin würde eine „gewisse Stabilisierung des Blutzuckers erreicht“, bei der Behandlung mit homöopathischen Mitteln eine „dauerhafte Heilung“. Woran machen Sie die „dauerhafte Heilung“ fest? Wo sind die Studien, die dies zweifelsfrei auf die homöopathischen Mittel und nicht etwa auf eine (schulmedizinische) Verhaltensänderung zurückführen? Wie erklären Sie den Widerspruch zwischen Ihrer Aussage und der Nationalen Versorgungsleitlinie? Sie sind Arzt? Dann hoffe ich, Sie kennen die Nationale Versorgungsleitlinie und dann lassen Sie bitte auch etwas mehr von Ihrem ärztlichen Ethos zur Wirkung kommen, das ist nämlich in Ihren manipulativen Ausführungen zum Typ-2-Diabetes nur in homöopathischer Dosis erkennbar.

  67. Norbert Aust Norbert Aust sagt:

    >> Herr Frey hat in seiner Studie eine Wirkung der homöopathischen Mittel beim ADHS nachweisen können

    Das hat er aber nicht. Wurm? Darum: http://www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/?page_id=110

  68. Dem Placebo überlegene Wirksamkeit: Da sind wir wieder beim alten Problem. Was soll das Placebo darstellen?
    Etwa die schulmedizinische Therapie? Die beim Diabetes Typ II eine gewisse Stabilisierung des Blutzuckers erreicht, aber keine dauerhafte Heilung?
    Oder die Behandlung mit homöopathischen Mitteln, die beim Diabetes II im Anfangsstadium eine dauerhafte Heilung erzielt ohne weitere Medikamenteneinnahme?
    Oder die Einbildung des Hysterikers endlich die Wunderheilung erfahren zu können?
    Herr Frey hat in seiner Studie eine Wirkung der homöopathischen Mittel beim ADHS nachweisen können. Herr Ernst hatte daran allerdings auszusetzen, dass diese Studie nicht unabhängig von Schulmedizinern wiederholt wurde, welche naturgemäß keine Homöopathie erlernt haben.
    Lediglich bei schulmedizinischen Studien wird diese Versuchswiederholung durch homöopathische Ärzte von Herrn Ernst nicht gefordert.
    Mich freut jedoch schon aus Ihrem Munde zu vernehmen, dass die angebliche Unwirksamkeit der Homöopathie grundsätzlich nicht nachweisbar ist.
    Dieser Auffassung schließe ich mich vorbehaltlos an.
    Die Nachweisbarkeit der grundsätzliche Unwirksamkeit bisheriger schulmedizinischen Diabetestherapie Typ II sehe ich allerdings als möglich an, zumindest in dem Sinne, dass eine dauerhafte Herstellung der Gesundheit ohne dauerhafte Medikamentengabe dabei nicht möglich ist.
    Das können wir gerne als Placebotherapie definieren.

  69. AlteWeser sagt:

    „…Bitte stellen Sie einen Versuch zusammen, bei dem Ihre These der Unwirksamkeit der Homöopathie überprüft werden kann….“

    Das mit der Beweislastumkehr wurde ja schon erwähnt.

    Da ist aber noch etwas anderes: Negative Ergebnisse für die Homöopathie werden von Homöopathen + Co. regelmäßig ignoriert. Jüngstes Beispiel hier auf diesem Blog zum Thema Kinderwunsch und Carstens Stiftung: http://www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/?p=1460 Keine Reaktion der Carstens Stiftung.

    Oder hier: Okoubaka bei der Carstens Stifung: „…Das Ergebnis ist ernüchternd für Homöopathieanwender und wird sicher Fragen nach sich ziehen…“ http://www.carstens-stiftung.de/artikel/moderne-arzneimittelpruefung-mit-okoubaka.html .

    Noch einmal die Carstens Stiftung: „….Die neuesten Analysen sprechen daher davon, dass die Wirksamkeit der Homöopathie nicht mehr generell angenommen werden kann ….“ ( Edit 15.08.17: Link erloschen, Quelle: Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte (Hrsg.): Studienübersicht – Ein Reader zur Homöopathie-Forschung, Ausgabe Januar 2013)

    Das Zitat klingt doch auch nicht schlecht: „…Das Grundkonzept der Homöopathieforschung, die Wirksamkeit der Homöopathie an der isolierten Wirksamkeit der homöopathischen Arzneimittel festzumachen, muss insgesamt als gescheitert angesehen werden, nicht nur weil die Ergebnisse nicht eindeutig genug sind, sondern auch deswegen, weil auch positive Ergebnisse von der konventionellen Medizin nicht zur Kenntnis genommen werden….“ auf Seite 17 unten ( edit 03.02.2017: Link erloschen, der alte Forschungsreader wurde ersetzt.)

    Daraus wird dann „…Insgesamt steht die Erforschung der Homöopathie sicher erst am Anfang….“ ( edit 03.02.2017: Link erloschen, der alte Forschungsreader wurde ersetzt.) WAS soll denn noch erforscht werden?

  70. Ute Parsch sagt:

    Herr Brunke,

    1) Die „Homöopathen ohne Grenzen“ haben ihr „Goldenes Brett“ völlig zu Recht bekommen. Das ist hier aber nicht Gegenstand der Diskussion.

    2) Sie schreiben: „Bitte stellen Sie einen Versuch zusammen, bei dem Ihre These der Unwirksamkeit der Homöopathie überprüft werden kann.“

    Falsch. Das ist die alte, unlautere Forderung nach der Beweisumkehr. Nichtwirksamkeit ist grundsätzlich nicht beweisbar, ebensowenig wie Nichtexistenz. Wer so etwas fordert, hat seine Erkenntnistheorie-Hausaufgabe nicht ordentlich gemacht. 😉

    Unwirksamkeit ist vielmehr die Nullhypothese und folgt somit automatisch aus dem Scheitern des Versuchs, eine dem Placebo überlegene Wirksamkeit zu belegen. Wie hier bei den Hochpotenzen eindeutig passiert.

  71. Lothar Brunke sagt:

    Zitat:
    „Ich hoffe, Ihnen mit diesem Beispiel ungefähr erklären zu können, wieso es in der echten Forschung wichtig ist, klare Behauptungen zu formulieren und diese seriös zu überprüfen.
    Oder wie Dieter Nuhr es sagte: ´Ich lass’ mich gern besch…, aber man soll sich Mühe geben..“
    Herr Nuhr als Beschimpfer der Ärzte, die unentgeltlich ihre Freizeit in Afrika verbringen, um kranken Mitmenschen zu helfen.
    Seinen Entgleisungen habe ich bereits einen ganzen Beitrag widmen müssen.
    http://www.quantenhomöopathie.de/?p=589
    Und dieser Beschimpfer der homöopathischen Ärzte in Afrika soll hier nun ausgerechnet Kronzeuge für wissenschaftliche Arbeit werden?
    Doch nun zum weiteren Beitrag:
    Ich finde es wunderbar, dass Sie sich so detailliert mit dem Thema der Baumgartnerstudie auseinander gesetzt haben. Mir hat bisher die Zeit dafür gefehlt.
    Mit der Forderung klare Behauptungen zu formulieren gehe ich konform. Diese Forderung allein reicht jedoch nicht aus. Vor Versuchsbeginn muss auch ein theoretisches Modell vorstellt werden, von dem aus ich meine Versuche ausführe. Ich muss auch das Ziel formulieren, welches mit dem Versuch erreicht werden soll, wie z. B. nachweis von irgend einem bekannten oder unbekannten Phänomen.
    Nach Ihren Ausführungen war das hier nicht der Fall.
    Bei der Verwendung von Pflanzenhormonen für Versuchszwecke sollte nach Hahnemann die Prüfungssymptome der Pflanzenhormons bekannt sein. Das Pflanzen nicht sprechen können, wird es schwierig Prüfungssymptome zu erheben.
    Um zukünftig bessere Versuche aufzustellen schlage ich vor:
    Bitte stellen Sie einen Versuch zusammen, bei dem Ihre These der Unwirksamkeit der Homöopathie überprüft werden kann.
    Für diesen Versuch sollte demzufolge genauso ein theoretisches Modell formuliert werden, unter dem diese Behauptung nachweisbar wäre.
    Ich mache mir dann gerne die Mühe Ihren Versuch so weit wie möglich zu widerlegen und ggf. einen Gegenversuch zu formulieren.

  72. JensE sagt:

    Kein Wunder, Homöopathisches Peer Review geht so:

    Je kleiner der reviewte Ausschnitt ist, desto besser ist das Ergebnis.

    Welchen p-Wert wohl ein Peer Review D60 hat?!

  73. Rolf Wagels sagt:

    Moin
    schön aufgedröselt, Danke! Weiter so!
    Grüße
    R. Wagels

  74. AlteWeser sagt:

    Vielen Dank für die Arbeit. Dieser Blog wird eine immer bessere Argumentationshilfe mit seinen vielen analysierten Studien. Bitte weiter so! Ich freue mich auf den Tag, an dem ich in einer Diskussion stecke und diese Seiten öffnen kann 🙂

  75. Elke sagt:

    Das ist ja interessant, schon auch deswegen, weil der erfahrene Pflanzer immer damit konfrontiert wird, dass sich Pflänzchen unter den gleichen Bedingungen und der gleichen Sorte generell unterschiedlich entwickeln und die ersten zwei Wochen völlig irrelevant sind, außer es gehen welche ein 😀 Was ist mit denen, die nach diesen zwei Wochen aufholen?? Und dann noch: Die Länge, gerade in den ersten Wochen, ist nur dann positiv zu sehen, wenn die Pflänzchen gleichzeitig kräftig sind. Ohne dieses Verhältnis miteinzubeziehen, macht die Aussage sowieso keinen Sinn, ganz im Gegenteil, denn ein Anbauer muss ja darauf achten, dass Plänzchen in der Anfangszeit eben nicht „schießen“, sondern erst Wurzeln entwickeln und gedrungen und kräftig wachsen 😉 Ich will damit sagen, dass schon der Versuch an sich keine Relevanz für die Praxis haben kann, weil die längsten Pflänzchen die schlechtesten sein können. Wer hier Versuchsreihen macht, muss die ganze Vegetationsperiode bis zum Ableben der Pflanzen miteinbeziehen und das Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem Ertrag und der Anfälligkeit gegenüber Krankheiten.

  76. ratiogeraet sagt:

    *Uargh*

    Nachdem die Studie schon damit anfängt, dass keine falsifizierbare Hypothese aufgestellt wurde (Unterschiede kann ich immer feststellen, wenn ich nur genau genug messe) und dann der schamlos freizügige Umgang mit Daten und Spekulationen, äh, Interpretationen kam, dachte ich, es kann nicht schlimmer kommen.

    Aber „an entity common to all peas which is able to learn from past experiences“ – das muss doch Satire sein, oder?

    Große grüne Muttererbse, steh mir bei……

    Danke an Ute Parsch für das Auseinandernehmen dieser miserablen Studie.
    Dass der Artikel es durch das peer review geschafft hat, spricht allerdings nicht für die Zeitschrift („Forschende Komplementärmedizin und Klassische Naturheilkunde“) und auch nicht für die Reviewer.

  77. Ute Parsch sagt:

    Ganz meine Meinung.

    Ich habe es aber allein aus dem Grund nicht so formuliert, weil ich mich nicht auf eine Diskussion einlassen wollte, ob die ganze Studienkritik falsch sei, weil ich das Simileprinzip nicht verstanden hätte.

    Nach meiner Erfahrung wird das Simileprinzip von Homöopathen gerne flexibel in ihrem Sinne und zur Situation passend interpretiert. Man betrachte nur die unterschiedlichen Auslegungen bei Arnika und Arsen…

  78. Thomas sagt:

    Schöne Zusammenfassung, wenn auch (zu Recht) wenig schmeichelhaft für den „Wissenschaftler“.

  79. alpinerabbit sagt:

    was noch viel schlimmer ist: müsste verdünntes GA nicht das Gegenteil bewirken??? NOCH kleinere Schossen (Simileprinzip?)

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