Homöopathie Akademie in Traunstein – die nächste Runde

Meine Aktion bezüglich der Homöo-Akademie in Traunstein scheint doch eine gewisse Resonanz zu finden. Dieser Beitrag beinhaltet meine Stellungnahme zu den letzten Mails von Herrn Rentsch. Ich hoffe, dass diese Aktion weiter voranschreiten und zu einem entsprechenden Ergebnis führen wird. Es erscheint mir etwas zu aufwändig, in Zukunft jede Kommunikation in einem eigenen Blogbeitrag darzustellen, andererseits lege ich doch darauf Wert, diese Informationen für alle bereitzustellen.

Ich greife daher die Idee eines Lesers auf und erstelle für jede Offener-Brief-Aktion eine eigene Seite, die ein Verfolgen ermöglicht. Diese wird in der rechten Leiste über eine Schaltfläche für den Leser erreichbar sein. 

Im Folgenden gehe ich unter anderem auf zwei Mails ein, die mir von Herrn Rentsch heute zugegangen sind:

—————————————————————– Brieftext

Sehr geehrter Herr Rentsch,

In Ihrem ersten Antwortschreiben hatten Sie mir vorgehalten, ich hätte gründlicher recherchieren sollen. Sie sprechen zum Beispiel davon, ich hätte so auf Ihrer Homepage herausfinden können, dass der Studiengang von der Steinbeis-Hochschule Berlin durchgeführt wird und dieser Studiengang von der Berliner Senatsverwaltung anerkannt sei. Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass es in wissenschaftlich arbeitenden Kreisen üblich ist, die Quellen, auf die man sich bezieht, genauer anzugeben. Mir ist es auch im Nachgang nicht gelungen, eine Internetseite zu finden, aus der diese Sachverhalte klar hervorgingen. Ich bitte Sie daher um Angabe entsprechender Links.

Beim Recherchieren habe ich indes auf der Homepage der EUH deren ‚Charta‘ gefunden, der offensichtlich jedes Mitglied verpflichtet ist, und die wohl auch die Grundlage des Selbstverständnisses als Träger der Homöo-Akademie in Traunstein darstellt. Darin heißt es:

[Der Homöopath] richtet sich nach den Grundlagen, die Samuel Hahnemann in seinen Werken Organon und Chronische Krankheiten geschaffen hat.

Es werden jene Entwicklungen der Homöopathie in Lehre und Praxis der E.U.H. aufgenommen, die mit den Prinzipien Hahnemanns in Einklang stehen.

Deutlicher kann man es nicht sagen:

Die Homöopathie ist eher eine dogmatische Religion und keine Wissenschaft. Wissenschaftliches Vorgehen muss auch die eigenen Grundlagen in Frage stellen und überprüfen können, dürfen und wollen. Dies von vorneherein auszuschließen, so wie es hier geschieht, disqualifiziert diese ‚Lehre‘ bestenfalls zu einem reinen handwerklichen Prozess. Einzelne Schritte mögen dabei sicher einem gewissen Optimierungsprozess unterliegen, aber neue Erkenntnisse sind mit diesem Dogma unvereinbar. Der Wesenszug des Studiengangs Homöopathie ist und bleibt somit die reine Replizierung einer auf ewig festgeschriebenen Vorgehensweise. Wenn dieses Auswendiglernen eines akademischen Grades würdig wird, dann ist dies ein Schlag ins Gesicht für die Absolventen aller anderen Fachrichtungen, bei denen wesentlich höhere Anforderungen an den Bachelor of Science gestellt werden. Sie sprechen ja auch selbst bezeichnenderweise immer von ‚Unterricht‘, was genau diesen Anspruch des reinen Vermittelns von Kochrezepten widerspiegelt.

Deshalb kann und darf es keinen akademischen Grad für Homöopathie geben, denn dieser würde die Fähigkeit zu wissenschaftlichem Denken und Handeln bescheinigen, die aber im Rahmen einer solchen Ausbildung weder gelehrt noch geprüft werden könnte. Ihre Absolventen wären nichts weiter als in der Anwendung gewisser Regeln geschulte (‚unterrichtete‘) Facharbeiter, meinetwegen auch auf dem Niveau eines (Handwerks-) Meisters, denen neben der Homöopathie gerade so viel medizinisches Fachwissen beigebracht (‚unterrichtet‘) wurde, um das Gesundheitsamt zu überzeugen, dass sie keine allzu große Gefahr für ihre Patienten darstellen. Wenn ich dann noch in Ihrer Mail lesen muss, dass es die Aufgabe des Fachbereichsleiters, eines Heilpraktikers, ist, die Ärzte, die medizinische Propädeutik lehren sollen, darin anzuleiten, gerade das für das Bestehen der Prüfung beim Gesundheitsamt notwendige Wissen zu vermitteln, ist das wenig dazu geeignet, meine Bedenken gegen den geplanten Ausbildungsgang zu zerstreuen. Das Erkennen, wann die Sachlage für den Patienten bedrohlich wird, gehört offenbar nicht zu den Ausbildungszielen.

Das ist kein ‚Hochschulniveau‘ und wird es niemals sein.

Daher darf es die Akademie in Traunstein nicht als staatlich anerkannte Hochschule geben.

Sie schlagen mir vor, die von mir aufgeworfenen Fragen ‚außerhalb der Öffentlichkeit zu klären‘. Dies lehne ich kategorisch ab. Ich bin, wie Sie richtigerweise feststellen, nicht an einer Schlammschlacht interessiert. Auch sagt mir meine bisherige Lebenserfahrung, dass es keinen Sinn macht, rein rhetorisch die Oberhand zu behalten oder dies nur durch möglichst geschicktes Taktieren zu erzielen. Dies ist normalerweise nicht von Dauer und führt somit nicht zum Ziel. Daher bemühe ich mich Ihnen gegenüber ebenfalls um eine gewisse Fairness in der Diskussion und werde beispielsweise Ihre bisherigen Nachrichten an mich nicht veröffentlichen, ohne von Ihnen dazu autorisiert zu sein. Ich werde allerdings die Inhalte soweit wiedergeben, wie es notwendig ist, meine Antworten nachvollziehen zu können. Denn meine Beiträge werde ich sehr wohl auf meinem Blog der Öffentlichkeit zugänglich machen. Dies werde ich zukünftig auch mit Ihren Nachrichten tun, es sei denn, Sie widersprechen diesem im Einzelfall ausdrücklich. Ich werde auch weiterhin den bisherigen Verteiler beibehalten – wenn die Herren zu beschäftigt oder zu wenig interessiert sind, sich mit dieser Angelegenheit zu befassen, können sie diese ja löschen.

Ich fühle mich sehr einer wahrheitsgemäßen Information verpflichtet, allerdings sehe ich mich nicht in der Verantwortung, die von der Homöo-Akademie in Traunstein auf ihrer Webseite gebotene Information zu ihrem Ausbildungsgang durch weitere umfangreiche Recherchen zu verifizieren. Es kann nicht meine Aufgabe sein, zu überprüfen, ob die von Ihnen gebotenen Informationen vollständig und auf dem neuesten Stand sind. Wenn sie es nicht sind, dann liegt es an Ihnen, dies zu korrigieren und eventuell gezogene Fehlschlüsse richtigzustellen. Bezeichnenderweise sind Sie auf meine Sachargumente, die ich aus den Informationen abgeleitet habe, noch mit keinem Wort eingegangen. Dass irgendwer mit irgendwem im Kontakt ist, irgendwelche Prozesse ablaufen oder sonstige Dinge passieren, gibt keinen Anlass dazu, die aufgezeigten Probleme als gelöst zu betrachten.

Auch wenn sich die Diskussion jetzt in der Hauptsache um die Paragraphen der Hochschulgesetzgebung dreht, sollte nicht übersehen werden, dass der Homöopathie generell die Berechtigung als Wissenschaft fehlt. Forschung in der Homöopathie beschränkt sich darauf, vermeintlich erkannte Sachverhalte auf die Urschriften des Meisters zurückzuführen und, wenn dies gelingt, dies als einen positiven Nachweis zu betrachten. Dies ist Wesenszug einer Religion, die ihre über jeden Zweifel erhabenen heiligen Bücher hat, die alle Wahrheit für jetzt und für alle Zeiten beinhalten.

In der Homöopathie gibt es ja noch nicht einmal Verfahren, die Wirksamkeit verschiedener Vorgehensweisen zu beurteilen, zu entscheiden, welches unter welchen Bedingungen das wirksamere Verfahren ist. Gäbe es das, könnte man die verschiedenen in der Homöopathie bestehenden Ansichten (‚klassische Homöopathie‘, ‚klinische Homöopathie‘, ‚Homöopathie nach Körbler‘, ‚C4-Homöopathie‘ etc.) ganz schnell auf ihre jeweilige Wirksamkeit überprüfen. Die Aussagekraft der randomisierten Vergleichsstudien aus der evidenzbasierten Medizin wird in schöner Regelmäßigkeit dann bezweifelt, wenn die Ergebnisse für die Homöopathie nicht vorteilhaft sind. Davon hört man indes nichts, wenn das Ergebnis positiv ausgefallen sein sollte. Insofern kann es sich noch nicht einmal um ein Handwerk handeln, denn dort gibt es sehr wohl die verschiedensten eingeführten durchgängigen Verfahren, verschiedene Arbeitsweisen zu bewerten, und die erzeugte Qualität, beispielsweise eines Tisches, zu überprüfen.

Bevor Homöopathie als ein Studienfach überhaupt denkbar ist, müsste erwiesen sein, dass es sie überhaupt gibt, dass die reklamierten Effekte reproduzierbar zu beobachten sind. Dies ist, siehe auf meinem Blog, weitestgehend nicht der Fall. Methodische Fehler, gewollte oder unbewusste Fehlinterpretation, ja sogar direkte Falschaussagen sind die Regel. Vielmehr wird ausgiebig von der Beschwörungsformel ‚wer heilt hat recht‘ Gebrauch gemacht, ohne dass man auch nur einen Gedanken daran verschwendet, wie man denn feststellen kann, wer oder was eigentlich geheilt hat oder ob eine Heilung überhaupt eingetreten ist.

Stattdessen wird eher die Aussagekraft der Wissenschaft in Abrede gestellt wird, es gäbe eben auch Dinge, für die die sonst überall gültigen Naturgesetze nicht gelten, immaterielle Wirkung eben. Dies ist eine gefährliche Entwicklung, der Einhalt geboten werden muss. Bei der gegenwärtig zunehmenden Durchseuchung mit esoterischem Gedankengut unter zunehmender Ablehnung der naturwissenschaftlichen Erkenntniswege wächst eine Generation heran, die nicht nur Gefahr läuft, den Realitätsbezug zu verlieren, sondern auch die Fähigkeit, sich diesen wieder zu verschaffen.

Um es – gegen meine Gewohnheit – einmal drastisch darzustellen und auch auf das Risiko hin, etwas weniger sachlich zu wirken:

Wer die Homöopathie wegen ihres Alters, der Zeit, in der sie sich angeblich bewährt habe, oder ihrer vielen Fallbeispiele wegen für ausreichend bewiesen hält, wer glaubt, dass Wirkung auch ohne Materie möglich sei, der muss im Gegenzug auch den bösen Blick und die Hexerei für erwiesen halten. Letztendlich sind die Kenntnisse über Hexen noch viel älter als die Homöopathie und jedes in die Anfänge der Neuzeit zurückreichende Stadtarchiv verfügt über genügend höchst offizielle gerichtlich festgestellte ‚Fallbeispiele‘ zur Wirksamkeit der verschiedenen Hexenzauber.

Wie weit muss man in die Zukunft blicken um nicht nur die Gestalt des Heilers zu finden, der die immateriellen Kräfte zum Nutzen seiner Patienten einsetzt, sondern auch solche armen Menschen, denen unterstellt wird, genau das Gegenteil zu praktizieren? Wenn mich jemand durch immaterielle Medikamente heilen kann, durch Handauflegen oder sonstige Riten meine Beschwerden zum Verschwinden bringen kann – warum soll diese Wirkung sich nur in die eine Richtung entfalten können, wieso soll er mir auf die gleiche Weise nicht auch Schaden zufügen können? Wenn die Methoden der Wissenschaft dann hinreichend demontiert sind, dass ihre Erkenntnisse und Vorgehensweisen nicht mehr als aussagekräftig gelten – welche Mittel zur Wahrheitsfindung bleiben denn dann? Diejenigen, die im Zeitalter der Inquisition zu einer gewissen Perfektion entwickelt wurden und für die jetzt, der Technik sei Dank, ganz neue Mittel und Verfahren zur Verfügung stehen?

Nein, die Homöopathie darf nicht durch die staatliche Anerkennung einer Ausbildung zum Homöopathen, die sich in einem akademischen Grad ausdrücken würde, weiter geadelt werden. Apothekenzwang, Binnenkonsens und Befreiung von der Nachweispflicht sind genug der Zugeständnisse und Zumutungen für jemanden, der sich einen klaren Verstand bewahren will.

 

Mit freundlichen Grüßen

—————————————————— Textende

 

 

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19 Antworten auf Homöopathie Akademie in Traunstein – die nächste Runde

  1. Taki sagt:

    Supergut geschrieben!!!

    Nur das mit dem Apothekenzwang hatte ich anders verstanden – ist es nicht so, dass es für homöopathische Mittel an sich gar keine Apothekenpflicht gibt, sondern dass diese nur durch den Umstand, dass man den Kügelchen einen lateinischen Namen gibt, erreicht wird?

    • Ute Parsch sagt:

      Apothekenpflichtig werden die Homöopathika über §44 Arzneimittelgesetz, der die Befreiung von der Apothekenpflicht ausschließt, wenn der deutsche Name auf der Verpackung fehlt _und_ (im Falle nichtpflanzlicher Stoffe) etwas Alkohol bei der Zubereitung verwendet wurde. – Also durch Ausnutzen spezieller gesetzlicher Regelungen und so steht es ja dann eigentlich wieder im Text.

  2. Rolf Wagels sagt:

    Wunderbar. Weiter so! Ich hoffe, ich komme bald dazu, einen Unterstützerbrief zu schreiben.
    Grüße
    Rolf Wagels

  3. peter sagt:

    Dürfte aber nicht die einzige „Akademie“ sein. Sauerei!

    http://www.homoeopathie-akademie.de/index.php?level=1&CatID=201&inhalt_id=180

  4. Pille sagt:

    ein ganz hervorragender Artikel. Den darf ich so hoffentlich verlinken?

  5. Thomas sagt:

    Danke, dass sie sich in der Sache so einsetzen – bitte weitermachen!

  6. Dr.med.univ.Gertraud Heide sagt:

    endlich traut sich jemand gegen diesen Unfug vorzugehen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg! Es ist mir völlig unverständlich dass von privaten KrankenVersicherungen die Kosten für Homöopathie übernommen werden wie auch die Kosten für Heilpraktiker.
    Man sollte gegen Kurpfuscherei vorgehen. In Österreich haben Heilpraktiker keine Berufsberechtigung und das ist gut so! Kurpfuscherei ist strafbar.

    • Christine Reitinger sagt:

      Hallo!

      Ich vergewissere ihnen, dass unzählige Österreicher sich von deutschen Homöopathen behandeln lassen! Was könnte das wohl für Gründe haben?

      Es ist wirklich erstaunlich wie viele Menschen über lange bewährte Naturmedizin urteilen, ohne selber damit je Erfahrungen gemacht zu haben.
      Ich habe sehr viele positive Erfahrungen selber, bei meinen Angehörigen und bei Patienten beobachten können.
      Die Zukunft wird sich noch mehr in Richtung Ganzheitsmedizin entwickeln.
      Zur Heilung braucht es Ganzheitsmedizin: Schulmedizin und Naturheilverfahren, wie z. B. Homöopathie.
      Christine Reitinger

      • Norbert Aust Norbert Aust sagt:

        Hallo; Frau Reitinger,

        Ich vergewissere ihnen, dass unzählige Österreicher sich von deutschen Homöopathen behandeln lassen! Was könnte das wohl für Gründe haben?

        Ich versichere Ihnen, dass es in Deutschland und Österreich sehr viele Leute gibt, die Tabak rauchen. Was mag das wohl für Gründe haben?

        ohne selber damit je Erfahrungen gemacht zu haben.

        Woher wollen Sie das wissen?

        Ich habe sehr viele positive Erfahrungen selber, bei meinen Angehörigen und bei Patienten beobachten können

        Ich habe positive Erfahrungen selber und von sehr vielen Leuten bei der konventionellen Medizin beobachtet. Ich habe auch negative Folgen von homöopathischen Therapien beobachtet.

        Zur Heilung braucht es Ganzheitsmedizin: Schulmedizin und Naturheilverfahren, wie z. B. Homöopathie.

        Den letzten Punkt bestreite ich energisch.

        Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich finde es gut, wenn Sie meinen Blog besuchen und hier auch Ihre Sichtweise darlegen. Dazu ist er da.

        Ich habe in den obigen Zeilen jetzt genau auf der Argumentationsebene geantwortet, in der Sie sich geäußert haben. Wie Sie sehen, kommen wir dabei auf ein Unentschieden, denn sowenig wie ich Ihre Argumente als unzutreffend widerlegen kann, sowenig können Sie das mit meinen Argumenten tun. Also unentschieden, würde ich sagen.

        Frage an Sie: Wie kommen wir da raus?

        • Christine Reitinger sagt:

          Guten Abend!

          Ich würde sagen, jeder darf von seinen Ansichten überzeugt sein.
          Vorsichtig würde ich mit negativen Bewertungen sein, wie sie hier fallen.
          Die evidenz basierte Wissenschaft gäbe es nicht ohne Erfahrung!
          Homöopathie wirkt, belegt durch abertausende Erfahrungen!

          Alles Liebe
          Christine Reitinger

          • Norbert Aust Norbert Aust sagt:

            Hallo Frau Reitlinger,

            natürlich darf jeder von seinen Ansichten überzeugt sein, das ist sogar notwendig, wenn eine Gesellschaft funktionieren soll. Das gilt denzufolge selbstverständlich für Sie, aber auch für mich. Wenn wir hier über Ansichten diskutieren, dann vergleichen wir allerdings unsere Ansichten, welche zutreffender ist. Wir tun das aus freiene Stücken, niemand zwingt Sie oder mich dazu, das zu tun.

            Ich denke, mann sollte mit jeder Bewertung vorsichtig sein, egal ob positiv oder negativ. Genau das tut die Wissenschaft normalerweise und akzeptiert Ergebnisse – egal in welcher Richtung – erst nach eingehender Prüfung und Diskussion. Und dazu gehören nachprüfbare Fakten.

            Sie behaupten, die Homöopathjie wirke, dafür gäbe es viele Erfahrungen. Genau auf dem gleichen Wege behaupte ich, dass Rauchen gesund ist. Schließlich gibt es viele Menschen, die als Raucher alt geworden sind und nie etwas hatten. Mit etwas Aufwand findet man da sicher auch Tausende Raucher über 80. Ist das für Sie eine ausreichende Begründung, meine Behauptung, Rauchen sei gesund, zu glauben?

            Wenn nicht, warum sollte dann eine ähnliche Begründung für Ihre Behauptung überzeugend sein?

            Wieviele Erfahrungen gibt es übrigens, die belegen könnten, dass Homöopathie nicht wirkt?

            Zunächst werden wir uns darüber klar werden müssen, was wir unter ‚Homöopathie wirkt‘ verstehen. Kaum jemand wird behaupten, dass eine Therapie bei einem Homöopathen ’nicht wirkt‘. Der Kritikpunkt ist vielmehr, dass die Homöopathie nicht über die Wirkung eines Placebos hinaus wirkt. Dass der Therapeut eine Wirkung auf den Patienten hat, ist unbestritten. Dass das verabreichte Medikament eine spezifische Wirkung hat, das ist der Punkt, um den es geht, das bestreite ich. Eine spezifische Wirkung bedeutet, dass der dem Medikament zugrundeliegende Wirkstoff eine Wirkung auf den Patienten ausübt. Das ist nach dem gegenwärtigen Stand der Wissenschaft unmöglich. Dass die Gabe des Medikaments als Teil der Behandlung die Wirkung des Therapeuten verstärkt ist unbestritten, aber dazu ist es gleichgültig, welcher Art das Medikament ist, welcher Wirkstoff darin auf welche Art und Weise nicht vorhanden ist.

            Sie sehen, will man das Gefühl verlassen und durch Tatsachen ersetzen, dann wird es kompliziert.

            Schönen Abend noch.

            (Überarbeitet am 6.4.2014: Rauchervergleich deutlicher formuliert)

  7. Dominik sagt:

    da ich nicht weiß, ob Sie den letzten unter folgendem Link gespeicherten Vortrag schon kennen wollte ich Ihnen das hier nicht vorenthalten (wurde heute in der Facebook-Gruppe GWUP – Die Skeptiker gepostet):

    https://www.dropbox.com/sh/f0g7zh4t40oagsq/dxg5zP_KyB

    Grüße

  8. Norbert Aust Norbert Aust sagt:

    Joseph Kuhn hatte sich an das bayerische Wissenschaftsministerium gewandt und nach dem Stand der Dinge gefragt. Die Antwort findet man hier:
    http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2013/11/23/hogwarts-bald-auch-in-traunstein/#comment-7365

    Letztendlich steht da, dass die Bayern nicht mehr zuständig sind.
    Wie Behörden das halt so machen…

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