{"id":885,"date":"2013-08-28T16:02:07","date_gmt":"2013-08-28T14:02:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=885"},"modified":"2017-08-13T13:54:06","modified_gmt":"2017-08-13T11:54:06","slug":"hilft-homoeopathie-bei-muskelkater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=885","title":{"rendered":"Hilft Hom\u00f6opathie bei Muskelkater?"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook%7Ctwitter\" data-url=\"http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D885\" data-timestamp=\"1502632446\" data-hidezero=\"1\" data-backendurl=\"?rest_route=\/shariff\/v1\/share_counts&\"><ul class=\"shariff-buttons theme-default wcag_colors orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D885\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#38548F; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<span data-service=\"facebook\" style=\"color:#38548F\" class=\"shariff-count\"> 1<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D885&text=Hilft%20Hom%C3%B6opathie%20bei%20Muskelkater%3F\" title=\"Bei Twitter teilen\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#115A92; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 30 32\"><path fill=\"#55acee\" d=\"M29.7 6.8q-1.2 1.8-3 3.1 0 0.3 0 0.8 0 2.5-0.7 4.9t-2.2 4.7-3.5 4-4.9 2.8-6.1 1q-5.1 0-9.3-2.7 0.6 0.1 1.5 0.1 4.3 0 7.6-2.6-2-0.1-3.5-1.2t-2.2-3q0.6 0.1 1.1 0.1 0.8 0 1.6-0.2-2.1-0.4-3.5-2.1t-1.4-3.9v-0.1q1.3 0.7 2.8 0.8-1.2-0.8-2-2.2t-0.7-2.9q0-1.7 0.8-3.1 2.3 2.8 5.5 4.5t7 1.9q-0.2-0.7-0.2-1.4 0-2.5 1.8-4.3t4.3-1.8q2.7 0 4.5 1.9 2.1-0.4 3.9-1.5-0.7 2.2-2.7 3.4 1.8-0.2 3.5-0.9z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">twittern<\/span>&nbsp;<span data-service=\"twitter\" style=\"color:#115A92\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button rss shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?feed=rss\" title=\"RSS-feed\" aria-label=\"RSS-feed\" role=\"button\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#aa2e00; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#fe9312\" d=\"M4.3 23.5c-2.3 0-4.3 1.9-4.3 4.3 0 2.3 1.9 4.2 4.3 4.2 2.4 0 4.3-1.9 4.3-4.2 0-2.3-1.9-4.3-4.3-4.3zM0 10.9v6.1c4 0 7.7 1.6 10.6 4.4 2.8 2.8 4.4 6.6 4.4 10.6h6.2c0-11.7-9.5-21.1-21.1-21.1zM0 0v6.1c14.2 0 25.8 11.6 25.8 25.9h6.2c0-17.6-14.4-32-32-32z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">RSS-feed<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><\/ul><\/div><p>In dieser Studie geht es um Untersuchungen zur Vorbeugung und Behandlung von Muskelkater bei Marathonl\u00e4ufern mittels Arnica D30.\u00a0Darunter ist eine der Studien, die in der in 2005 erschienenen Metastudie von Shang als qualitativ hochstehend bewertet wurden. Nach Meinung der Autoren sei damit der Nachweis f\u00fcr eine Wirksamkeit des hom\u00f6opathischen Pr\u00e4parats gelungen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><b><!--more-->Vorbemerkung<\/b><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Vor einiger Zeit hatte ich einen Fachaufsatz dar\u00fcber geschrieben, welche Schwachstellen bei der Analyse von Studien zur Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie zu Tage getreten sind, und hatte ihn bei einer medizinischen Fachzeitschrift eingereicht. Vor ein paar Tagen erhielt ich die Mitteilung, dass er zur Ver\u00f6ffentlichung angenommen wurde; er wird demn\u00e4chst in einem Peer-Review Journal erscheinen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">F\u00fcr einen weiteren Aufsatz besch\u00e4ftige ich mich nun haupts\u00e4chlich mit den Studien, die als positive Nachweise in die im Jahr 2005 ver\u00f6ffentlichte Metaanalyse von Shang eingeflossen sind. Diese Studien sind zwar schon etwas \u00e4lter, wie auch diese hier, dennoch soll \u00fcber sie berichtet werden.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><b>Vorgehensweise<\/b><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Es geht um Untersuchungen einer Gruppe von norwegischen Wissenschaftlern um D. Tveiten, die sich mit der Wirkung von Arnica D30 in der Vorbeugung und Behandlung von Erscheinungen besch\u00e4ftigt, die wir allgemein als Muskelkater bezeichnen. Dazu wurden 1990 und 1995 beim Marathonlauf in Oslo in zwei\u00a0praktisch identischen Versuchen 46 (1990) und 36 (1995) L\u00e4ufer, also insgesamt 82, in jeweils zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine erhielt Arnica D30 zur Vorbeugung und Behandlung von Muskelkater, die andere ein Placebo. Insgesamt gibt es dar\u00fcber drei Berichte, wovon der dritte die Ergebnisse zusammenfasst, um eine gr\u00f6\u00dfere statistische Sicherheit zu erlangen [1, 2, 3]. Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die Angaben in diesem Blogbeitrag auf die zusammengefassten Daten aus [3].<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Es gibt eine kleine begriffliche Schwierigkeit. Der in der Studie verwendete Begriff &#8218;muscle soreness&#8216; beinhaltet alle Beschwerden in den Muskeln, die bei oder nach einer Anstrengung auftreten, der deutsche Begriff &#8218;Muskelkater&#8216; eigentlich nur diejenigen, die eine gewisse Zeit sp\u00e4ter auftreten. Der Einfachheit halber\u00a0bin ich dennoch\u00a0beim Muskelkater geblieben. Man wird den Unterschied merken, denn nach den Studienergebnissen traten die Beschwerden unmittelbar nach dem Lauf am st\u00e4rksten auf, w\u00e4hrend der klassische Muskelkater sich erst am n\u00e4chsten Tag vehement meldet.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die L\u00e4ufer waren alle m\u00e4nnlich und im Durchschnitt 41 bis 42 Jahre alt. Von den insgesamt 82 L\u00e4ufern erhielten 44 das Medikament Arnica D30 in Form von Globuli, die anderen 38 L\u00e4ufer ein nicht zu unterscheidendes Placebo. Die Gruppeneinteilung wurde nach dem Zufallsprinzip vorgenommen, weder Teilnehmer noch Versuchsbetreuer hatten Kenntnis davon, wer Placebo oder das Hom\u00f6opathikum erhielt. Die L\u00e4ufer nahmen jeweils 5 Globuli am Abend vor dem Lauf ein und dann jeweils morgens und abends am Wettkampftag sowie an den n\u00e4chsten drei Tagen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die Daten f\u00fcr diese Studie wurden unmittelbar vor dem Wettkampf, unmittelbar danach sowie 18, 42 und 66 Stunden nach dem Lauf ermittelt. Dabei wurde eine Blutprobe entnommen und die Versuchspersonen mussten ihr Befinden anhand einer Analogskala bewerten. Die Analogskala bestand aus einer 100 mm langen Linie, deren Anfangspunkt &#8218;kein Muskelkater&#8216;, der Endpunkt mit &#8218;extremer Muskelkater&#8216; beschriftet waren. Die Bewertung erfolgte dadurch, dass die Versuchsteilnehmer die subjektive Beurteilung ihres Befindens auf dieser Skala markierten. Der Abstand der Markierung zum Anfangspunkt in Millimetern wurde dann als Messwert f\u00fcr das Befinden verwendet.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die Blutproben wurden zentrifugiert und auf verschiedene Inhaltsstoffe untersucht, Enzyme, Elektrolyte, Stoffwechselprodukte, die im Zusammenhang mit k\u00f6rperlicher Belastung von Bedeutung sind.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><b>Ergebnisse<\/b><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Wer meinen Artikel \u00fcber die Herstellung eines hom\u00f6opathischen Mittels aus dem Wein des letzten Abendmahls (<a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=704\">hier<\/a>) noch gegenw\u00e4rtig hat, der wei\u00df, dass der letzte Becher Wein Jesu, verteilt auf den gesamten Wasservorrat der Erde, eine Konzentration ergibt, die einer hom\u00f6opathischen Potenz zwischen D21 und D22 entspricht, etwa f\u00fcnf Wassermolek\u00fcle pro Milliliter. Arnika D30 ist also noch mehr als einhundert Millionen mal st\u00e4rker verd\u00fcnnt. Arnica aus der Urtinktur ist in dem getesteten Medikament folglich nicht mehr enthalten. Eine Wirkung dieses Medikaments auf die Sportler w\u00e4re in der Tat eine Sensation.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Diese Sensation bleibt aber aus, denn die Ergebnisse der Blutproben zeigten keinerlei signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen. Wie kommen die Autoren zu ihrer positiven Bewertung?<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Lediglich die Selbstbewertung der L\u00e4ufer zeigt Unterschiede:<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">In [3] ist das Ergebnis nur grafisch dargestellt, in [2] finden sich jedoch Zahlenangaben. Diese beziehen sich zwar nur auf die 36 L\u00e4ufer aus dem Lauf in 1995, sind auch augenscheinlich etwas h\u00f6her, aber vom Charakter und Verlauf her sehr \u00e4hnlich den Angaben in der zusammenfassenden Auswertung [3]. Anstelle einer notwendigerweise ungenauen grafischen Ermittlung werden daher die Angaben aus dem zweiten Lauf verwendet (s. Tabelle):<br \/>\n\n<table id=\"tablepress-10\" class=\"tablepress tablepress-id-10\" aria-describedby=\"tablepress-10-description\">\n<thead>\n<tr class=\"row-1 odd\">\n\t<th class=\"column-1\">Zeitpunkt<\/th><th class=\"column-2\">Arnica D30<\/th><th class=\"column-3\">Placebo<\/th><th class=\"column-4\">Wahrscheinlichkeit<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr class=\"row-2 even\">\n\t<td class=\"column-1\">vor Lauf<\/td><td class=\"column-2\">7,4<\/td><td class=\"column-3\">5,0<\/td><td class=\"column-4\">0,27<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-3 odd\">\n\t<td class=\"column-1\">nach Lauf<\/td><td class=\"column-2\">62,7<\/td><td class=\"column-3\">72,8<\/td><td class=\"column-4\">0,017<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-4 even\">\n\t<td class=\"column-1\">0 A<\/td><td class=\"column-2\">57,5<\/td><td class=\"column-3\">62,5<\/td><td class=\"column-4\">0,31<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-5 odd\">\n\t<td class=\"column-1\">1 M<\/td><td class=\"column-2\">53,5<\/td><td class=\"column-3\">60,9<\/td><td class=\"column-4\">0,27<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-6 even\">\n\t<td class=\"column-1\">1 A<\/td><td class=\"column-2\">47,8<\/td><td class=\"column-3\">53,2<\/td><td class=\"column-4\">0,44<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-7 odd\">\n\t<td class=\"column-1\">2 M<\/td><td class=\"column-2\">40,0<\/td><td class=\"column-3\">43,5<\/td><td class=\"column-4\">0,47<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-8 even\">\n\t<td class=\"column-1\">2 A<\/td><td class=\"column-2\">31,9<\/td><td class=\"column-3\">34,5<\/td><td class=\"column-4\">0,69<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-9 odd\">\n\t<td class=\"column-1\">3 M<\/td><td class=\"column-2\">20,7<\/td><td class=\"column-3\">17,7<\/td><td class=\"column-4\">0,60<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-10 even\">\n\t<td class=\"column-1\">3 A<\/td><td class=\"column-2\">12,5<\/td><td class=\"column-3\">12,2<\/td><td class=\"column-4\">0,89<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<span id=\"tablepress-10-description\" class=\"tablepress-table-description tablepress-table-description-id-10\">Ergebnis aus dem Oslo-Marathon von 1995; <br \/>\nBewertung der Intensit\u00e4t des Muskelkaters auf Analogskala (0 = kein, 100 = extrem stark)<br \/>\n1, 2, 3: Tag nach Wettkampf, M, A: morgens, abends<\/span>\n<!-- #tablepress-10 from cache --><br \/>\nHiernach bewerteten die L\u00e4ufer der Placebogruppe ihren Muskelkater direkt nach dem Lauf bei 72,8 mm, die L\u00e4ufer der Verumgruppe mit 62,7 mm, was in dieser Arbeit den einzigen (!) Vergleichswert der beiden Gruppen darstellt, der statistisch signifikant ist. Am Abend des letzten Tages lagen beide Gruppen gleichauf mit 12,5 (Hom\u00f6opathie) und 12,2 mm (Placebo). Das hei\u00dft, die Heilung ist bei beiden Gruppen innerhalb von ungef\u00e4hr 3,5 Tagen erfolgt, bei der Placebogruppe mit rund 17,3 mm pro Tag, bei der Verumgruppe nur mit rund 14,3 mm pro Tag.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Wir haben also jetzt die Auswahl, wie das Ergebnis zu bewerten ist. Entweder hat Arnica D30 tats\u00e4chlich gewirkt und einem Muskelkater vorgebeugt, dann hat es aber bei der Heilung versagt. Oder es hat bei der Vorbeugung nicht gewirkt &#8211; aber daf\u00fcr bei der Genesung geschadet. Beide Alternativen enthalten jedoch eine Wirkung von Arnica D30, wenn auch nicht immer in der eigentlich angestrebten Richtung, k\u00f6nnten also als\u00a0Wirkungsnachweise eines hom\u00f6opathischen Mittels in Hochpotenz gelten.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Das Problem ist allerdings die subjektive Bewertung auf der Analogskala.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Bei allen Beschwerden und Therapien, die sich mit dem subjektiven Befinden, etwa Unwohlsein, Schwindel oder Schmerzen, befassen, hat man das Problem, w\u00e4hrend einer Therapie den Verlauf zu bewerten, ob eine Verbesserung erreicht wurde oder eine Verschlimmerung eingetreten ist. Dabei hat es sich bew\u00e4hrt, den Patienten sein Empfinden auf einer solchen Skala selbst bewerten zu lassen, die im englischen Schrifttum oft als VAS (&#8218;visual analogue scale&#8216;) bezeichnet wird. Entsprechend ist das Verfahren selbst Gegenstand vieler Untersuchungen betreffend der Zuverl\u00e4ssigkeit der gewonnenen Aussagen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Wenn Versuchspersonen oder Patienten beispielsweise ihre aktuellen Schmerzen bewerten, besteht das Problem, dass Schmerzen unterschiedlich stark wahrgenommen werden k\u00f6nnen, auch wenn der Reiz der gleiche ist. Manche Menschen reagieren empfindlicher als andere, was auf sehr viele verschiedene Ursachen zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. In Frage kommen etwa generelle pers\u00f6nliche Disposition, Gew\u00f6hnung, lokale Empfindlichkeiten aus fr\u00fcheren Sch\u00e4digungen, sicherlich noch viel mehr, wenn man sich intensiver mit dem Thema besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Der zweite Punkt ist, dass die Skala selbst h\u00f6chst individuell ist. Von den zwei Endpunkten ist nur einer eindeutig, n\u00e4mlich &#8218;keine Beschwerden&#8216;. Das andere Ende, &#8218;gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Beschwerden&#8216; oder \u00e4hnlich beschrieben, ist davon abh\u00e4ngig, was sich der Betreffende vorstellen kann oder was er schon an Erfahrungen hinter sich gebracht hat. Der Patient\u00a0sollte also etwa wie folgt vorgehen: Er muss sich vorstellen, wie stark der st\u00e4rkste Schmerz, den er sich vorstellen kann, sein k\u00f6nnte. Mit diesem eher diffusen Eindruck muss er sein gegenw\u00e4rtiges Befinden vergleichen und dabei bewerten, ob sein Schmerz halb so\u00a0gro\u00df ist, oder zwei Drittel oder was auch immer. Das Ganze l\u00e4uft wahrscheinlich recht unbewusst ab. Entsprechend\u00a0gut ist die Treffsicherheit.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Dennoch ist die VAS das einzige Instrument, um einen Sinneseindruck irgendwie zu quantifizieren, und wird daher oft angewandt, um den Fortschritt bei einem Patienten zu bewerten. Und genau daf\u00fcr, den Fortschritt bei einem und demselben Patienten zu bewerten,\u00a0ist die VAS vergleichsweise gut geeignet. F\u00fcr einen einzigen Patienten sind die Dinge, die seine Bewertung beeinflussen, immer die gleichen. Was die VAS messen kann, ist die Ver\u00e4nderung, also ob der Patient nach &#8217;50&#8216; nun &#8217;70&#8216; oder &#8217;30&#8216; bewertet, nicht ob der Ausgangspunkt des Ganzen bei &#8217;50&#8216; oder &#8217;60&#8216; oder &#8217;40&#8216; liegt. Wichtig ist das &#8218;Besser&#8216; oder &#8218;Schlechter&#8216;.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Hierf\u00fcr gibt es auch einige Studien, die sich mit dem Messwerkzeug an sich befassen. In [4] wird beispielsweise ermittelt, dass bei Bewertung von Schmerzen &#8218;etwas besser&#8216; oder &#8218;etwas schlechter&#8216; etwa einer \u00c4nderung von 12 mm auf der VAS entspricht. Dies entspricht etwa die Aufl\u00f6sung des Verfahrens. Ver\u00e4nderungen in der Markierung, die geringer sind, deuten nicht auf eine tats\u00e4chliche Ver\u00e4nderung beim Patienten hin.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Aus Daten, die in [5] ermittelt wurden, kann man absch\u00e4tzen, dass die Messunsicherheit im Vergleich zwischen Personen etwa dreimal so hoch sein kann wie die Streuung bei einem Patienten. Dies wurde jedoch f\u00fcr die Bewertung von Trainingsbelastungen ermittelt. Ob dies auf andere Sinneseindr\u00fccke, hier f\u00fcr den Muskelkater, auch zutrifft, ist zumindest fraglich, denn zwischen den verschiedenen Krankheitsbildern kann man diese Ergebnisse vermutlich nicht \u00fcbertragen. Beispielsweise wurde in [6] festgestellt, dass bei Asthmapatienten die Selbstbewertung der Lungenfunktion mit objektiv messbaren Daten nur in sehr geringem Ausma\u00df zusammenpasst.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Quintessenz: Da die Selbstbewertung nur h\u00f6chst subjektiv ist, ist ein Unterschied von etwa 10 mm praktisch ohne Aussagekraft. Es ist schlicht und einfach nicht nachvollziehbar, ob die L\u00e4ufer, die mit &#8217;70&#8216; bewertet haben,\u00a0den Muskelkater\u00a0auch tats\u00e4chlich um 16 % st\u00e4rker erlitten haben\u00a0als diejenigen, die ihren Zustand mit &#8217;60&#8216; bewertet haben. Was sie erlebt haben, ist ein ziemlicher Muskelkater nach dem Lauf, der nach gut drei Tagen wieder weg war. Und\u00a0das war f\u00fcr beide Gruppen gleich.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Hinzu kommt noch, dass die Befunde nur als Durchschnittswerte angeben wurden, erg\u00e4nzt durch Angaben der Standardabweichungen als Ma\u00df f\u00fcr die Streuung der Daten. Durchschnittswerte haben das Problem, dass sie von einzelnen Extremwerten, die weit abseits der Gesamtheit liegen, stark beeinflusst werden. Dies wird in <a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?page_id=72\">meinem Buch <\/a>ausgiebig diskutiert. Wesentlich aussagekr\u00e4ftiger w\u00e4re der sogenannte Median, das ist der Wert, der von der einen H\u00e4lfte unterschritten, von der anderen aber \u00fcbertroffen wird.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Zur Illustration, wie empfindlich der Durchschnitt auf geringe zuf\u00e4llige \u00c4nderungen reagieren kann, ein kleines hypothetisches Beispiel: Wenn in der Verumgruppe ein Teilnehmer zuf\u00e4llig keinen Muskelkater zu verzeichnen gehabt h\u00e4tte, dann l\u00e4ge bei den restlichen der Durchschnitt bei 65,4 mm (anstelle 62,7). W\u00e4re dieser Teilnehmer in der anderen Gruppe gewesen, bei sonst gleichen Daten, dann l\u00e4ge der Durchschnitt dort bei 69,6 anstatt 72,8 mm. Der Unterschied der Mittelwerte l\u00e4ge also nur noch bei 4,2 anstelle von 10,1 wie tats\u00e4chlich gemessen, alleine verursacht durch die zuf\u00e4llige Zuordnung eines &#8218;extremen&#8216; L\u00e4ufers.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><b>Signifikanz<\/b><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die Signifikanz sagt bekanntlich aus, ob das Ergebnis wahrscheinlich durch Zufall zustande gekommen ist oder nicht. Man errechnet die Wahrscheinlichkeit, mit der das Ergebnis auftreten w\u00fcrde, wenn eine bestimmte Grundannahme zutreffen w\u00fcrde. Im vorliegenden Fall nimmt man an, die beiden Gruppen w\u00e4ren gleich, das hei\u00dft, das Medikament h\u00e4tte keinen Einfluss. Nach einem bestimmten, dem Problem angemessenen Verfahren errechnet man dann, mit welcher Wahrscheinlichkeit das gemessene Ergebnis auftritt. Hier hat man einen Wilcoxon-Rangsummen-Test ausgef\u00fchrt und damit eine Wahrscheinlichkeit von p = 0,017 ermittelt, also 1,7 %. Da dies unter der prinzipiell willk\u00fcrlich festgelegten Schranke von 5 % liegt, geht man davon aus, dass das Ergebnis sehr wahrscheinlich nicht zuf\u00e4llig zustande gekommen ist, die Grundannahme somit nicht stimmt. Wenn diese nicht stimmt, dann sind die beiden Gruppen wahrscheinlich nicht gleich, das hei\u00dft, das Medikament hatte wahrscheinlich einen Einfluss auf das Gruppenergebnis.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Was aus dieser kurzen Betrachtung herauskommen sollte, ist, dass es sich bei der Betrachtung der Signifikanz auch nur um Wahrscheinlichkeiten handelt, nicht um Gewissheiten. Das Ergebnis ist zwar nicht sehr wahrscheinlich, aber auch nicht unm\u00f6glich. \u00c4hnlich wie beim W\u00fcrfeln. Dreimal hintereinander eine Sechs zu w\u00fcrfeln ist zwar recht unwahrscheinlich, die Wahrscheinlichkeit betr\u00e4gt bei einem einwandfreien W\u00fcrfel nur 0,5% &#8211; aber es kommt vor, wie jeder aus eigener Erfahrung wei\u00df, wenn er auch nur ein wenig mit W\u00fcrfeln gespielt hat.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Nun haben wir hier die Situation, dass aus der Vielzahl der\u00a0verglichenen Werte ein einziger aus der Mitte heraus als signifikant\u00a0errechnet wurde. Nicht etwa ab einem bestimmten Zeitpunkt alle nachfolgenden Werte, was man erwarten w\u00fcrde, wenn die Wirkung irgendwann einsetzt und von Dauer ist. Dass nur ein Wert signifikant sein soll, l\u00e4sst deutliche Zweifel an der Aussagekraft dieses singul\u00e4ren Werts aufkommen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Zu der Problematik, dass in dieser Untersuchung multiple Hypothesentests eingesetzt wurden, und daher die Ermittlung der Signifikanz ohnehin sehr fragw\u00fcrdig ist, siehe den Kommentar von Dierk D. vom 2.9.2013<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Zusammen mit der sehr fragw\u00fcrdigen Methode, mit der die Daten \u00fcberhaupt ermittelt wurden, geht die Aussagekraft gegen Null. Man wird wohl weiter mit dem Muskelkater leben m\u00fcssen. Das einzige wirksame Mittel w\u00e4re wohl gewesen, auf die Teilnahme am Marathonlauf zu verzichten&#8230;<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"padding-left: 30px;\">Anmerkung:<br \/>\nUngl\u00fccklicherweise haben die Forscher nicht alle Daten vorgelegt &#8211; das w\u00e4ren auch sehr viele gewesen &#8211;\u00a0\u00a0um den Signifikanztest nachrechnen zu k\u00f6nnen. F\u00fchrt man hingegen einen Student-T-Test aus, dann ergibt sich keine Signifikanz, was jedoch daran liegen kann, dass die Daten sehr stark von einer Normalverteilung abweichen. Was allerdings auch nur schwierig zu glauben ist. In der zusammenfassenden Arbeit hat man dann eine Varianzanalyse f\u00fcr den gesamten Verlauf ausgef\u00fchrt und will auf einen Signifikanz von p = 0,04 gekommen sein &#8211; aber auch hierf\u00fcr werden die Daten nicht angegeben, was allerdings ohne Weiteres m\u00f6glich gewesen w\u00e4re. Rein mathematisch ergibt sich bei einer h\u00f6heren Anzahl der Teilnehmer eine bessere Signifikanz, das Ergebnis steht also nicht\u00a0 unbedingt im Widerspruch zu den obigen Betrachtungen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><b>Zusammenfassung<\/b><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Bei insgesamt 82 L\u00e4ufern aus zwei Marathonl\u00e4ufen im Stadtgebiet von Oslo wurde im Rahmen des Versuchs zu verschiedenen Zeitpunkten eine gro\u00dfe Anzahl verschiedener Daten erhoben und diese miteinander verglichen. Von allen diesen Vergleichen hat nur ein einziger einen statistisch signifikanten Unterschied ergeben. Unverst\u00e4ndlicherweise bringt dies die Autoren dazu, ihre Studie als einen positiven Wirkungsnachweis f\u00fcr das hom\u00f6opathische Mittel zu bewerten. Dass die Werte f\u00fcr diesen einzigen Vergleich mit einem Verfahren ermittelt worden sind, das daf\u00fcr \u00fcberhaupt nicht geeignet ist, ist eigentlich schon fast nicht mehr der Rede wert.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die Schlussfolgerung, dass der Nachweis der Wirkung von Arnica D30 gelungen sei, ist durch die in der Studie ver\u00f6ffentlichten Daten nicht gerechtfertigt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><b>Literatur<\/b><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">[1] Tveiten D, Bruset S, Borchgrevink CF, Lohne K. &#8218;Effect of Arnica D30 on hard physical exercise.&#8216; in Tidskr Nor Laegeforen 1991; 111: 3630-3631<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">[2] Tveiten D, Bruset S, Borchgrevink CF, Norseth J. &#8218;Effects of the homeopathic remedy Arnica D30 on marathon runners: a randomized, double-blind study during the 1995 Oslo Marathon&#8216;, in: Complementary Therapies in Medicine (1998), 6, 71-74<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">[3] Tveiten D, Bruset S. &#8218;Effect of Arnica D30 in marathon runners. Pooled results from two double-blind placebo controlled studies&#8216;, in: Homeopathy (2003) 92, 187-189<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">[4] Kelly AM. &#8218;The minimum clinically significant difference in visual analogue scale pain score does not differ with severity of pain&#8216; in: Emerg. Med. J 2001; 18: 205-207, Link zum <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pmc\/articles\/PMC1725574\/pdf\/v018p00205.pdf\" class=\"broken_link\">Volltext <\/a><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">[5] Grant S, Aitchison T, Henderson E, Christie J, Zare S, McMurray J, Dargie M. &#8218; A Comparison of the Reproducibility and the Sensitivity to Change of Visual Analogue Scales, Borg Scales, and Likert Scales in Normal Subjects During Submaximal Exercise&#8216; in: Chest 1999 116; (5): 1208-1217, Link zum <a href=\"http:\/\/citeseerx.ist.psu.edu\/viewdoc\/download?doi=10.1.1.461.7592&amp;rep=rep1&amp;type=pdf\">Volltext <\/a><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">[6] Kendrick AH, Higgs CMB, Whitfield MJ, Laszlo G: &#8218;Accuracy of perception of severity of asthma: patients treated in general practice&#8216; in: BMJ 1993 307: 422-424, Link zum <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pmc\/articles\/PMC1678402\/pdf\/bmj00034-0032.pdf\" class=\"broken_link\">Volltext<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In dieser Studie geht es um Untersuchungen zur Vorbeugung und Behandlung von Muskelkater bei Marathonl\u00e4ufern mittels Arnica D30.\u00a0Darunter ist eine der Studien, die in der in 2005 erschienenen Metastudie von Shang als qualitativ hochstehend bewertet wurden. 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