{"id":5128,"date":"2019-03-03T17:10:52","date_gmt":"2019-03-03T16:10:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=5128"},"modified":"2020-01-13T13:55:09","modified_gmt":"2020-01-13T12:55:09","slug":"homoeopathie-bei-zahnungsproblemen-oder-was","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=5128","title":{"rendered":"Hom\u00f6opathie bei Zahnungsproblemen &#8211; oder was?"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook%7Ctwitter\" data-url=\"http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D5128\" data-timestamp=\"1578923709\" data-hidezero=\"1\" data-backendurl=\"?rest_route=\/shariff\/v1\/share_counts&\"><ul class=\"shariff-buttons theme-default wcag_colors orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D5128\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#38548F; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<span data-service=\"facebook\" style=\"color:#38548F\" class=\"shariff-count\"> 31<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D5128&text=Hom%C3%B6opathie%20bei%20Zahnungsproblemen%20%E2%80%93%20oder%20was%3F\" title=\"Bei Twitter teilen\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#115A92; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 30 32\"><path fill=\"#55acee\" d=\"M29.7 6.8q-1.2 1.8-3 3.1 0 0.3 0 0.8 0 2.5-0.7 4.9t-2.2 4.7-3.5 4-4.9 2.8-6.1 1q-5.1 0-9.3-2.7 0.6 0.1 1.5 0.1 4.3 0 7.6-2.6-2-0.1-3.5-1.2t-2.2-3q0.6 0.1 1.1 0.1 0.8 0 1.6-0.2-2.1-0.4-3.5-2.1t-1.4-3.9v-0.1q1.3 0.7 2.8 0.8-1.2-0.8-2-2.2t-0.7-2.9q0-1.7 0.8-3.1 2.3 2.8 5.5 4.5t7 1.9q-0.2-0.7-0.2-1.4 0-2.5 1.8-4.3t4.3-1.8q2.7 0 4.5 1.9 2.1-0.4 3.9-1.5-0.7 2.2-2.7 3.4 1.8-0.2 3.5-0.9z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">twittern<\/span>&nbsp;<span data-service=\"twitter\" style=\"color:#115A92\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button rss shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?feed=rss\" title=\"RSS-feed\" aria-label=\"RSS-feed\" role=\"button\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#aa2e00; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#fe9312\" d=\"M4.3 23.5c-2.3 0-4.3 1.9-4.3 4.3 0 2.3 1.9 4.2 4.3 4.2 2.4 0 4.3-1.9 4.3-4.2 0-2.3-1.9-4.3-4.3-4.3zM0 10.9v6.1c4 0 7.7 1.6 10.6 4.4 2.8 2.8 4.4 6.6 4.4 10.6h6.2c0-11.7-9.5-21.1-21.1-21.1zM0 0v6.1c14.2 0 25.8 11.6 25.8 25.9h6.2c0-17.6-14.4-32-32-32z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">RSS-feed<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><\/ul><\/div>\n<p>Man kommt gar nicht mehr nach mit dem Stellungnehmen, so schnell w\u00e4chst der Unsinn an Studien nach &#8211; oder was f\u00fcr eine solche gehalten wird. Der neueste Erguss: Eine angebliche Studie angeblich zur Hom\u00f6opathie bei Zahnungsproblemen bei Kindern [1]:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"685\" src=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/odisha-2368220_1280-1024x685.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5140\" srcset=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/odisha-2368220_1280-1024x685.jpg 1024w, http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/odisha-2368220_1280-300x201.jpg 300w, http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/odisha-2368220_1280-768x514.jpg 768w, http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/odisha-2368220_1280.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Bild: Pixabay<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst handelt es sich bei dieser Arbeit nicht um eine klinische Studie. Vielmehr werden hier Daten aus einer Ma\u00dfnahme des Indischen Gesundheitswesens betrachtet, mit der man versucht, die Gesundheit von Bev\u00f6lkerungsschichten zu heben, die nur begrenzten Zugang zu medizinischen Einrichtungen haben. Zu diesem Zweck hat man sogenannte ASHAs ausgebildet (ASHA = Accredited Social Health Activist, etwa anerkannte soziale Gesundheitshelferin) und mit elementarem medizinischen Wissen ausgestattet. Jeweils etwa 1000 Einwohner werden von einer solchen Frau in Gesundheitsfragen unterst\u00fctzt und beraten. Einfache, h\u00e4ufig auftretende Beschwerden kann sie direkt behandeln, wobei sie eine kleine Notfallapotheke mit sechs verschiedenen hom\u00f6opathischen Mitteln zur Verf\u00fcgung hat. Allerdings sind die ASHAs auch in anderen Methoden als der Hom\u00f6opathie unterwiesen, etwa Durchfallerkrankungen mittels Rehydration zu therapieren oder Erk\u00e4ltungskrankheiten zu behandeln.  <\/p>\n\n\n\n<p>Ernstere Erkrankungen und alle, die l\u00e4nger als drei Tage anhalten, vermitteln die ASHAs an weiterbehandelnde \u00c4rzte. Unter den Beschwerden, f\u00fcr deren direkte Behandlung die Frauen ausgebildet sind, finden sich auch h\u00e4ufig bei Kindern auftretende Probleme: Durchfallerkrankungen, Erk\u00e4ltungen, Koliken und Infektionen. Eine wichtige Funktion ist die Beratung und Aufkl\u00e4rung zu einer gesunden Lebensweise, etwa \u00fcber Hygiene und gesunde Ern\u00e4hrung.<\/p>\n\n\n\n<p>In diese Betrachtung wurden \u00fcber 11.000 Kinder aufgenommen, die von mehr als 750 ASHAs behandelt wurden. In dem Artikel wird nicht dargestellt, ob alle Kinder aus dem Umfeld in die Betrachtung eingeschlossen wurden oder nur solche, bei denen gesundheitliche Probleme vorgelegen haben. Sie waren jeweils zwischen sechs und zw\u00f6lf Monaten alt und ihre Entwicklung wurde jeweils zw\u00f6lf Monate lang verfolgt. Grunds\u00e4tzlich erhielten alle Kinder vom Beginn an bis zum Alter von 12 Monaten t\u00e4glich  Calcarea phosphoricum D6. Die anderen f\u00fcnf Mittel wurden nach Indikation angewendet.<\/p>\n\n\n\n<p>Erstaunlich: Entgegen dem Titel der Arbeit war das Zahnen der Kinder nicht das Ziel und Einsatzgebiet der ASHAs: Offenbar wurde nur der Stand der Zahnbildung, also die Anzahl der durchgebrochenen Z\u00e4hne erfasst, ohne dass die ASHAs hier direkt t\u00e4tig wurden. Behandelt wurden nur Beschwerden, die &#8211; obwohl die Autoren anderslautende Arbeiten zitieren &#8211; als mit Zahnungsbeschwerden verbunden angesehen werden: Durchfall, Fieber etc. Im Artikel werden die Daten zu Durchfallerkrankungen, Erk\u00e4ltungskrankheiten und zur Zahnentwicklung pr\u00e4sentiert.  <\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Erk\u00e4ltungs- und Durchfallbeschwerden werden keine Vergleichsdaten angegeben, allerdings l\u00e4sst sich aus den Daten erkennen, dass die Episoden dieser Erkrankungen in der Folgezeit drastisch abnahmen. Die weit \u00fcberwiegende Mehrzahl der ASHAs fand die Hom\u00f6opathie hilfreich und f\u00fcr die Kinder n\u00fctzlich. Das ist alles, was es an Ergebnis gibt, mit dem die Folge der hom\u00f6opathischen Behandlungen bewertet wurden. Woraus die ASHAs das schlie\u00dfen, wird nicht berichtet. Die Autoren der Arbeit f\u00fchren selbst an, dass die Verbesserungen das Ergebnis der Arbeit der ASHAs sind und nicht zwangsl\u00e4ufig auf den Einsatz der Hom\u00f6opathika zur\u00fcckgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Gerade die Einfl\u00fcsse verbesserter Hygiene und Ern\u00e4hrung auf Durchfallerkrankungen d\u00fcrften einleuchtend sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Und was hat es jetzt mit den Zahnungsbeschwerden auf sich, auf die der Titel der Arbeit hindeutet?<\/p>\n\n\n\n<p>In der Zusammenfassung der Arbeit wird berichtet, dass Kinder, die mit sechs Monaten in die Betrachtung aufgenommen wurden, schneller der zu erwartenden Zahnentwicklung entsprachen als Kinder, die mit 12 Monaten aufgenommen wurden. Konkret hei\u00dft das, dass 25,5 % der erstmalig im Alter von sechs Monaten erfassten Kinder mit 12 Monaten sechs Z\u00e4hne hatten, jedoch nur 13,3 % der Kinder, die erst mit 11 Monaten aufgenommen wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Punkt: Bei 52 % der Kinder, die mit 11 Monaten noch keine Z\u00e4hne hatten, und bei 84 % der Kinder, die mit 12 Monaten noch keine Z\u00e4hne hatten, ist innerhalb eines Monats nach der Erfassung ein Zahn durchgebrochen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hat das alles etwas mit der Gabe der Hom\u00f6opathie zu tun, die alle Kinder bis zum Alter von 12 Monaten in Form von t\u00e4glich zwei Tabletten Calcarea phosphoricum D6 erhielten, oder sind das normal zu erwartende Spontanverl\u00e4ufe? Da es keine Vergleichsgruppen gibt, kann dies nicht mit letzter G\u00fcltigkeit beantwortet werden, aber es ist sicher kein erstaunlicher Befund, dass mit zunehmendem Alter der Kinder der Durchbruch des ersten Zahns innerhalb der n\u00e4chsten Wochen immer wahrscheinlicher wird.  <\/p>\n\n\n\n<p>Die Autoren der Arbeit weisen auch hier korrekterweise darauf hin, dass man diese Befunde nicht als positive Wirkung der Hom\u00f6opathie zuordnen k\u00f6nne, dazu sei, wie sie richtigerweise schreiben, eine klinische Studie mit Kontrollgruppe erforderlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber ob dies bei den Lesern auch so ankommt? Die Reaktion von Herrn Behnke von der Carstens-Stiftung l\u00e4sst Zweifel aufkommen. Er behauptet auf Twitter, diese Arbeit belege den erfolgreichen Einsatz der Hom\u00f6opathie (<a href=\"https:\/\/twitter.com\/JensBehnkeDE\/status\/1100342354534432768\">Link<\/a>). Nun ja, man sollte schon mehr lesen als nur den Titel der Arbeit und die bunten Bildchen.  <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"852\" height=\"617\" src=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Behnke.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-5135\" srcset=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Behnke.png 852w, http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Behnke-300x217.png 300w, http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Behnke-768x556.png 768w\" sizes=\"(max-width: 852px) 100vw, 852px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Literatur <\/strong>\n<\/p>\n\n\n\n<p>[1] Taneja D, Khurana A, Vichitra A et al.: An Assessment of a Public Health Initiative of Homeopathy for Primary Teething; Homeopathy (2019);108:2-11,  (<a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/30458554?fbclid=IwAR05rRsfW5Rohc2zf8POZS7u68XfKAaWzVKG-ttqSW551_s6BUUDm_njHa4\">Link<\/a>) <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man kommt gar nicht mehr nach mit dem Stellungnehmen, so schnell w\u00e4chst der Unsinn an Studien nach &#8211; oder was f\u00fcr eine solche gehalten wird. 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