{"id":3577,"date":"2018-05-27T12:36:10","date_gmt":"2018-05-27T10:36:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=3577"},"modified":"2020-01-13T14:00:48","modified_gmt":"2020-01-13T13:00:48","slug":"keine-homoeopathische-prophylaxe-bei-harnwegsinfektionen-studie-von-pannek-2018","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=3577","title":{"rendered":"Keine hom\u00f6opathische Prophylaxe bei Harnwegsinfektionen &#8211; Studie von Pannek (2018)"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook%7Ctwitter\" data-url=\"http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D3577\" data-timestamp=\"1578924048\" data-hidezero=\"1\" data-backendurl=\"?rest_route=\/shariff\/v1\/share_counts&\"><ul class=\"shariff-buttons theme-default wcag_colors orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D3577\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#38548F; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<span data-service=\"facebook\" style=\"color:#38548F\" class=\"shariff-count\"> 181<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D3577&text=Keine%20hom%C3%B6opathische%20Prophylaxe%20bei%20Harnwegsinfektionen%20%E2%80%93%20Studie%20von%20Pannek%20%282018%29\" title=\"Bei Twitter teilen\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#115A92; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 30 32\"><path fill=\"#55acee\" d=\"M29.7 6.8q-1.2 1.8-3 3.1 0 0.3 0 0.8 0 2.5-0.7 4.9t-2.2 4.7-3.5 4-4.9 2.8-6.1 1q-5.1 0-9.3-2.7 0.6 0.1 1.5 0.1 4.3 0 7.6-2.6-2-0.1-3.5-1.2t-2.2-3q0.6 0.1 1.1 0.1 0.8 0 1.6-0.2-2.1-0.4-3.5-2.1t-1.4-3.9v-0.1q1.3 0.7 2.8 0.8-1.2-0.8-2-2.2t-0.7-2.9q0-1.7 0.8-3.1 2.3 2.8 5.5 4.5t7 1.9q-0.2-0.7-0.2-1.4 0-2.5 1.8-4.3t4.3-1.8q2.7 0 4.5 1.9 2.1-0.4 3.9-1.5-0.7 2.2-2.7 3.4 1.8-0.2 3.5-0.9z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">twittern<\/span>&nbsp;<span data-service=\"twitter\" style=\"color:#115A92\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button rss shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?feed=rss\" title=\"RSS-feed\" aria-label=\"RSS-feed\" role=\"button\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#aa2e00; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#fe9312\" d=\"M4.3 23.5c-2.3 0-4.3 1.9-4.3 4.3 0 2.3 1.9 4.2 4.3 4.2 2.4 0 4.3-1.9 4.3-4.2 0-2.3-1.9-4.3-4.3-4.3zM0 10.9v6.1c4 0 7.7 1.6 10.6 4.4 2.8 2.8 4.4 6.6 4.4 10.6h6.2c0-11.7-9.5-21.1-21.1-21.1zM0 0v6.1c14.2 0 25.8 11.6 25.8 25.9h6.2c0-17.6-14.4-32-32-32z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">RSS-feed<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><\/ul><\/div><p>Wieder wurde eine Studie ver\u00f6ffentlicht, die von den Hom\u00f6opathen begeistert begr\u00fc\u00dft wird. (<a href=\"https:\/\/www.homoeopathie-online.info\/studie-zu-harnwegsinfekten-homoeopathie-senkt-infektrate\/\">Link<\/a>). Und wieder kann man sich fragen, ob wegen dieser Studie wirklich die Grundlagen der Physik verworfen werden m\u00fcssen. Nun, diese Studie von Pannek zur hom\u00f6opathischen Prophylaxe von Harnwegsinfektionen [1] bei Patienten mit Querschnittsl\u00e4hmung macht es einem da recht einfach.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der Kritiker bleibt wieder einmal etwas ratlos zur\u00fcck und fragt sich, wie armselig und fadenscheinig eine Studie denn sein kann, um immer noch bei Hom\u00f6opathen als Erfolg gefeiert zu werden. Ein &#8222;positives&#8220; Ergebnis vermindert da offenbar die Urteilsf\u00e4higkeit.<\/p>\n<p><b>In K\u00fcrze<\/b><\/p>\n<p>Die Studie kann nicht im Entferntesten als Hinweis oder gar Nachweis daf\u00fcr herangezogen werden, dass mit hom\u00f6opathischen Pr\u00e4paraten eine gezielte Wirkung erreichbar ist:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Studie wurde bei bestehendem deutlichen Interessenkonflikt unverblindet gef\u00fchrt.<\/li>\n<li>Die Randomisierung ist vollkommen misslungen: Im Bewertungskriterium, der Anzahl der in einem Jahr aufgetretenen Infekte, gibt es eklatante Unterschiede in der Ausgangssituation (Hom\u00f6opathie 9, Vergleichsgruppe 3).<\/li>\n<li>Die Patienten waren der Hom\u00f6opathie sehr zugeneigt (5 von 6 Punkten). Ein ersatzloser Entfall der Zusatzbehandlung kann zu einem Nocebo-Effekt gef\u00fchrt haben. Die r\u00fcckblickende Bewertung des Verlaufs durch die Patienten ist ziemlich sicher davon beeinflusst.<\/li>\n<li>Die niedrige Teilnehmerzahl von 10 in der Kontrollgruppe (25 in der Hom\u00f6opathiegruppe), zusammen mit der positiven Einstellung der Patienten ist sicher nicht repr\u00e4sentativ f\u00fcr die Gesamtheit der betroffenen Patienten (zum Vergleich: In Deutschland leben rund 80.000 Menschen mit Querschnittsl\u00e4hmung, <a href=\"http:\/\/www.ring-freiburg.de\/html\/kontaktstelle_fuer_querschnittgelaehmte.html?t=01f35abe50935404c145342c26c70db6&amp;tto=8199e254\">Link.<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Ergebnis ist somit nicht interpretierbar.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>\u201eWir konnten zeigen, dass die Anzahl der Harnwegsinfekte durch eine hom\u00f6opathische Therapie deutlich reduziert wurde.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Nein. Das konnten Sie nicht, Herr Professor Pannek!<\/p>\n<p><b>In L\u00e4nge<\/b><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Rollstuhl_2.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3588 alignleft\" src=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Rollstuhl_2-1024x678.jpg\" alt=\"\" width=\"312\" height=\"207\" srcset=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Rollstuhl_2-1024x678.jpg 1024w, http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Rollstuhl_2-300x199.jpg 300w, http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Rollstuhl_2-768x508.jpg 768w, http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Rollstuhl_2.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 312px) 100vw, 312px\" \/><\/a>In dieser Studie wird untersucht, ob eine hom\u00f6opathische Prophylaxe geeignet ist, wiederkehrende Harnwegsinfektionen erfolgreich zu verhindern bzw. zumindest die H\u00e4ufigkeit des Auftretens positiv zu beeinflussen. In diesem Fall geht es um Patienten, bei denen infolge einer Verletzung des R\u00fcckenmarks (\u201eQuerschnittsl\u00e4hmung\u201c) die selbstt\u00e4tige Ausscheidung von Harn nicht mehr funktioniert und von au\u00dfen eingeleitet werden muss. Dies f\u00fchrt aus verschiedenen Gr\u00fcnden zu einem erh\u00f6hten Risiko einer Infektion der Harnwege, weshalb bei vielen der betroffenen Patienten diese Beschwerden immer wieder auftreten.<\/p>\n<p><b>Die Autoren<\/b><\/p>\n<p>Der Hauptautor ist Prof. J\u00fcrgen Pannek, der als Chefarzt in einer Spezialklinik f\u00fcr Patienten mit Querschnittsl\u00e4hmung in der Schweiz t\u00e4tig ist. Als Zweitautor wird hingegen Susanne Pannek-Rademacher genannt, deren Zuordnung als \u201eHom\u00f6opathie-Pannek, Basel, Schweiz&#8220; angegeben wird. Auch der dritte Autor ist dem \u201eSHI Haus der Hom\u00f6opathie\u201c zugeordnet. Wir d\u00fcrfen sicher vermuten, dass die Namensgleichheit zwischen Erst- und Zweitautor nicht rein zuf\u00e4llig ist und dass die Autoren eine nicht geringe Affinit\u00e4t zur Hom\u00f6opathie aufweisen d\u00fcrften.<\/p>\n<p>Prinzipiell ist das nat\u00fcrlich kein gro\u00dfes Problem. Es ist blau\u00e4ugig, zu erwarten, dass aufw\u00e4ndige Studien von Leuten gemacht werden, die kein Interesse am Ergebnis h\u00e4tten. Allerdings sollte das Studiendesign dann so sein, dass die Haltung der Autoren den Studienablauf und die Ergebnisse m\u00f6glichst wenig beeinflusst. Das d\u00fcrfte allerdings bei einer v\u00f6llig unverblindeten Studie, bei der Patient und Therapeut genau wissen, ob sie das zu untersuchende Mittel eingenommen haben, unm\u00f6glich sein.<\/p>\n<p>Das gleiche Autorenteam hat bereits fr\u00fcher Arbeiten zu diesem Thema ver\u00f6ffentlicht: In 2014 eine Sammlung von 10 Fallstudien [2] sowie ebenfalls in 2014 eine Arbeit, die zwar im Titel als Pilotstudie bezeichnet wird, aber im Text keinerlei Hinweise enth\u00e4lt, dass es sich um eine solche handelt [3]. Die hier betrachtete Arbeit nimmt keinen Bezug darauf.<\/p>\n<p><b>Die Patienten<\/b><\/p>\n<p>Die Patienten wurden in der Zeit von Dezember 2011 bis Juni 2015 rekrutiert. Voraussetzungen war &#8211; neben anderen medizinischen Parametern &#8211; dass sie innerhalb der letzten 12 Monate drei oder mehr Harnwegsinfekte erlebt hatten.<\/p>\n<p>Insgesamt wurden 46 Patienten angeworben, die \u00fcber ein Jahr lang jeden Monat mittels eines Fragebogens \u00fcber ihre Beschwerden berichteten. Als ein Infekt wurde gewertet, wenn die Patienten die daf\u00fcr typischen Symptome feststellten und daraufhin ein Teststreifen das Vorhandensein von Erregern im Urin anzeigte. Am Ende der Studie wurden die Patienten nochmals nach der Zahl der erlebten Infektionen befragt (\u201eAnzahl im R\u00fcckblick\u201c). Daneben wurden noch einige andere Daten erhoben, beispielsweise die Lebensqualit\u00e4t, dies soll hier jedoch nicht betrachtet werden.<\/p>\n<p>Ebenfalls wurde die Einstellung der Patienten zur Hom\u00f6opathie erfragt. Es zeigte sich, dass sie durchweg der Hom\u00f6opathie recht positiv gegen\u00fcberstanden. Auf einer Skala von 1 bis 6 ( = sehr positiv) ergab sich ein Durchschnittswert von 5. Dies erkl\u00e4rt nicht nur das aufgetretene Problem mit der Randomisierung (s. unten). Es l\u00e4sst auch die Schlussfolgerung zu, dass die Affinit\u00e4t der Studienleiter zur Hom\u00f6opathie bei den Patienten bekannt war und sich nur solche einfanden, die mit dieser Sichtweise konform gingen. Das hei\u00dft, die hom\u00f6opathische Zusatzbehandlung nicht zu erhalten, wird negativ erlebt und wird in subjektive Bewertungen zum Ablauf und zum Ergebnis einflie\u00dfen.<\/p>\n<p>Mit der Randomisierung, das hei\u00dft mit der zuf\u00e4lligen Aufteilung der Patienten auf Hom\u00f6opathie- und Kontrollgruppe, gab es Probleme. Urspr\u00fcnglich wollte man zwei Gruppen zu je 25 Patienten bilden. Man beendete die Randomisierung jedoch bereits, nachdem 10 Patienten in der Kontrollgruppe die Studie abgeschlossen hatten, da die Patienten sich weigerten, ggf. per Zufall der Kontrollgruppe zugeordnet zu werden, also auf die zus\u00e4tzliche Therapie verzichten zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Insgesamt gab es 10 Ausf\u00e4lle, die die Fragebogen nicht zur\u00fcckschickten bzw. die Studie vorzeitig beendeten, so dass am Ende nur 35 Patienten ausgewertete werden konnten: 10 Teilnehmer in der Kontrollgruppe, 25 Teilnehmer in der Hom\u00f6opathiegruppe. Im Schnitt waren die Patienten beider Gruppen gleich alt und die Verteilung von 2\/3 M\u00e4nner zu 1\/3 Frauen war in beiden Gruppen etwa gleich, jedoch waren die Patienten in der Kontrollgruppe bereits rund doppelt so lange gel\u00e4hmt als in der Hom\u00f6opathiegruppe (23,9 zu 13,8 Jahre).<\/p>\n<p><b>Die Behandlung<\/b><\/p>\n<p>In diesem Artikel wird ausf\u00fchrlich \u00fcber die zur Prophylaxe durchgef\u00fchrten Ma\u00dfnahmen berichtet. Patienten in der Hom\u00f6opathiegruppe erhielten zus\u00e4tzlich zu der im Krankenhaus \u00fcblichen Standardprophylaxe eine hom\u00f6opathische Prophylaxe, die mit hochpotenzierten individuell verordneten Mitteln erfolgte.<\/p>\n<p><b>Ergebnis<\/b><\/p>\n<p>In der Tat war, wie im Abstract der Arbeit ersichtlich und von den Hom\u00f6opathen gerne zitiert, der Effekt in der Hom\u00f6opathiegruppe wesentlich st\u00e4rker als in der Kontrollgruppe. Dies liegt jedoch nicht daran, dass es den Hom\u00f6opathie-Patienten am Ende besser ging als den Patienten in der Kontrollgruppe, nein, die Ursache ist darin zu sehen, dass es den Hom\u00f6opathiepatienten zu Anfang wesentlich schlechter ging: Traten bei der Kontrollgruppe vor dem Start der Studie nur drei Infektionen pro Jahr auf, waren es bei den Patienten der Hom\u00f6opathiegruppe dreimal mehr, n\u00e4mlich neun. In der Kontrollgruppe kamen im Verlauf der Studie ebenfalls im Schnitt drei Infektionen vor, die Situation blieb also unver\u00e4ndert. In der Hom\u00f6opathiegruppe ging die Anzahl zur\u00fcck: Mittels Fragebogen und Teststreifen wurden durchschnittlich sechs Infekte festgestellt. Am Ende der Beobachtungszeit erinnerten sich die Hom\u00f6opathiepatienten jedoch nur noch an zwei Vorf\u00e4lle.<\/p>\n\n<table id=\"tablepress-30\" class=\"tablepress tablepress-id-30\">\n<thead>\n<tr class=\"row-1 odd\">\n\t<th class=\"column-1\">Anzahl Infekte<\/th><th class=\"column-2\">Hom\u00f6opathei<\/th><th class=\"column-3\">Kontrolle<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr class=\"row-2 even\">\n\t<td class=\"column-1\">Im Vorjahr (Krankenakte)<\/td><td class=\"column-2\">9<\/td><td class=\"column-3\">3<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-3 odd\">\n\t<td class=\"column-1\">In der Studie (gemessen) <\/td><td class=\"column-2\">6<\/td><td class=\"column-3\">3<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-4 even\">\n\t<td class=\"column-1\">In der Studie (erinnert)<\/td><td class=\"column-2\">2<\/td><td class=\"column-3\">3<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<!-- #tablepress-30 from cache -->\n<p><b>Interpretation<\/b><\/p>\n<p>Die Autoren schlie\u00dfen aus ihren Ergebnissen &#8211; wie sollte es anders sein &#8211; dass die hom\u00f6opathische Behandlung die vorteilhafte Entwicklung in der Hom\u00f6opathiegruppe herbeigef\u00fchrt hat. Interessant ist, dass die starke Diskrepanz zwischen der per monatlichem Symptom-Fragebogen und Teststreifen erhobenen H\u00e4ufigkeit in der Hom\u00f6opathiegruppe (sechs Infekte) und der im Jahresr\u00fcckblick von den Patienten gesch\u00e4tzten Anzahl (zwei Infekte) dahingehend wegdiskutiert wird, dass die Ergebnisse der medizinische Erfassung \u00fcber \u00e4u\u00dfere Symptome und bakteriellem Befund angezweifelt werden &#8211; nicht die (f\u00fcr die Hom\u00f6opathie g\u00fcnstigere) Einsch\u00e4tzung der Patienten. Man fragt sich, ob die Studienautoren auch nach jahrelanger Besch\u00e4ftigung damit tats\u00e4chlich von ihrem Fach so wenig verstehen dass sie ein Messverfahren ausgew\u00e4hlt haben, das so grottenschlecht daf\u00fcr geeignet ist, den Zustand der Patienten zu erfassen: Immerhin liegt der Faktor zwei zwischen dem gemessenen und dem als zutreffend angesehenen Wert. Konkret: es m\u00fcsste 150 Infetionsf\u00e4lle (im Durchschnitt 6 bei 25 Patienten) angezeigt haben, die aber nur in 75 F\u00e4llen auch tats\u00e4chlich vorlagen.<\/p>\n<p>Aber alle \u00dcberlegungen, wie es zu dem Ergebnis gekommen sein k\u00f6nnte, sind wenig ergiebig: Die Studie ist weitestgehend gescheitert: Das, was man mit der Bildung einer Kontrollgruppe erreichen will, n\u00e4mlich einen Vergleich zu haben, was ohne den zu untersuchenden Eingriff geschehen w\u00e4re, ist nicht m\u00f6glich, wenn sich beide Gruppen wie hier sehr stark, das hei\u00dft um den Faktor drei, unterscheiden. Der Verlauf l\u00e4sst durchaus verschiedene Interpretationen zu:<\/p>\n<p>Ist das Niveau von drei Infektionen pro Jahr eine Art Normalzustand, von dem die Hom\u00f6opathiegruppe stark abwich, und wir sehen jetzt die Regression zur Mitte? Etwa wie beim Gewicht: Wer 120 kg auf die Waage bringt, wird sicher mit der gleichen Di\u00e4t deutlicher (= mehr Kilo) abnehmen als wenn er bei 90 kg beginnt.<\/p>\n<p>In welchem Ausma\u00df variiert \u00fcberhaupt die Zahl der Infektionen bei einem Patient von Jahr zu Jahr? Liegt das Ergebnis im normalen zuf\u00e4lligen Schwankungsbereich?<\/p>\n<p>Hat es vielleicht wegen der h\u00e4ufigen Vorkommnisse und des damit verbundenen Leidensdrucks andere therapeutische oder prophylaktische Ans\u00e4tze gegeben, die Anzahl zu vermindern, etwa \u00fcber Schulungen zum sicheren und hygienischen Gebrauch der Instrumente (Katheder)?<\/p>\n<p>Man kann nat\u00fcrlich auch, wie die Autoren, dar\u00fcber philosophieren, dass die Hom\u00f6opathiepatienten wesentlich anf\u00e4lliger f\u00fcr Infekte waren (Wie plausibel ist das angesichts der um die H\u00e4lfte k\u00fcrzeren Dauer der L\u00e4hmung?) oder was auch immer.<\/p>\n<p>Auf keinen Fall ist der R\u00fcckschluss zwingend oder auch nur plausibel, dass es die hom\u00f6opathische Zusatzbehandlung gewesen sei, die die gro\u00dfe Wirkung hervorgebracht h\u00e4tte. Damit ist es aber auch hart am Rande eines akademischen Fehlverhaltens &#8211; offen bleibt auf welcher Seite &#8211; im Abstract, der kostenfrei im Internet allgemein zug\u00e4nglich ist, und bei Interviews die starke Verbesserung der Hom\u00f6opathiegruppe besonders zu betonen &#8211; es dabei allerdings unerw\u00e4hnt zu lassen, dass die Ausgangssitutation der Gruppen \u00fcberhaupt nicht vergleichbar war.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>\u201eW\u00e4hrend in der Gruppe der Patienten ohne Hom\u00f6opathie die Infektrate unver\u00e4ndert blieb, sank sie bei den hom\u00f6opathisch behandelten Teilnehmenden von neun auf zwei Infekte pro Jahr.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>\u201eWir konnten erstmals in einer prospektiven Studie zeigen, dass die Anzahl der Harnwegsinfekte durch eine hom\u00f6opathische Therapie reduziert werden konnte, w\u00e4hrend die Infektfrequenz ohne hom\u00f6opathische Therapie unver\u00e4ndert blieb.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Quelle: Interview mit Hom\u00f6opathie-Online (<a href=\"https:\/\/www.homoeopathie-online.info\/studie-zu-harnwegsinfekten-homoeopathie-senkt-infektrate\/\">Link<\/a>)<\/p>\n<p>Das ist zwar faktisch nicht falsch, stellt aber eine unzul\u00e4ssige Verf\u00e4lschung durch Weglassen wesentlicher Informationen dar. Cherrypicking vom Feinsten. Es ist nicht erkennbar, dass die Kontrollgruppe wesentlich weniger Potenzial zur Verbesserung hatte &#8211; und die wissenschaftlich korrekt ermittelte Situation der Hom\u00f6opathiepatienten am Ende des Jahres immer noch wesentlich schlechter war als in der Kontrollgruppe.<\/p>\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p>[1] Pannek J, Pannek-Rademacher S, Jus MS, W\u00f6llner J, Krebs J: Usefulness of classical Homeopathy for the prophylaxis of recurrent urinary tract infections in individuals with chronic neurogenic lower urinary tract dysfunction. The Journal of Spinal Cord Medicine, DOI: <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1080\/10790268.2018.1440692\" class=\"broken_link\">10.1080\/10790268.2018.1440692<\/a><\/p>\n<p>[2] Pannek J, Pannek-Rademacher S, Jus MC, Jus MS. Usefulness of classical homoeopathy for the prevention of urinary tract infections in patients with neurogenic bladder dysfunction: A case series. Indian J Res Homoeopathy 2014; 8(1): 31\u20136.<\/p>\n<p>[3] Pannek J: Pilot study demonstrates effectiveness of homeopathy in treating symptomatic urinary tract infections in patients with spinal cord injury. HRI ResearchArticle, Issue 25, Autumn 2014<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wieder wurde eine Studie ver\u00f6ffentlicht, die von den Hom\u00f6opathen begeistert begr\u00fc\u00dft wird. (Link). Und wieder kann man sich fragen, ob wegen dieser Studie wirklich die Grundlagen der Physik verworfen werden m\u00fcssen. 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