{"id":3476,"date":"2018-03-18T16:15:08","date_gmt":"2018-03-18T15:15:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=3476"},"modified":"2018-09-01T11:41:10","modified_gmt":"2018-09-01T09:41:10","slug":"homoeopathie-arzneimittel-ohne-wirkung-prof-frass-im-hangar-7","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=3476","title":{"rendered":"Hom\u00f6opathie: Arzneimittel ohne Wirkung? Prof. Frass im Hangar 7"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook%7Ctwitter\" data-url=\"http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D3476\" data-timestamp=\"1535802070\" data-hidezero=\"1\" data-backendurl=\"?rest_route=\/shariff\/v1\/share_counts&\"><ul class=\"shariff-buttons theme-default wcag_colors orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D3476\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#38548F; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<span data-service=\"facebook\" style=\"color:#38548F\" class=\"shariff-count\"> 39<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D3476&text=Hom%C3%B6opathie%3A%20Arzneimittel%20ohne%20Wirkung%3F%20Prof.%20Frass%20im%20Hangar%207\" title=\"Bei Twitter teilen\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#115A92; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 30 32\"><path fill=\"#55acee\" d=\"M29.7 6.8q-1.2 1.8-3 3.1 0 0.3 0 0.8 0 2.5-0.7 4.9t-2.2 4.7-3.5 4-4.9 2.8-6.1 1q-5.1 0-9.3-2.7 0.6 0.1 1.5 0.1 4.3 0 7.6-2.6-2-0.1-3.5-1.2t-2.2-3q0.6 0.1 1.1 0.1 0.8 0 1.6-0.2-2.1-0.4-3.5-2.1t-1.4-3.9v-0.1q1.3 0.7 2.8 0.8-1.2-0.8-2-2.2t-0.7-2.9q0-1.7 0.8-3.1 2.3 2.8 5.5 4.5t7 1.9q-0.2-0.7-0.2-1.4 0-2.5 1.8-4.3t4.3-1.8q2.7 0 4.5 1.9 2.1-0.4 3.9-1.5-0.7 2.2-2.7 3.4 1.8-0.2 3.5-0.9z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">twittern<\/span>&nbsp;<span data-service=\"twitter\" style=\"color:#115A92\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button rss shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?feed=rss\" title=\"RSS-feed\" aria-label=\"RSS-feed\" role=\"button\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#aa2e00; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#fe9312\" d=\"M4.3 23.5c-2.3 0-4.3 1.9-4.3 4.3 0 2.3 1.9 4.2 4.3 4.2 2.4 0 4.3-1.9 4.3-4.2 0-2.3-1.9-4.3-4.3-4.3zM0 10.9v6.1c4 0 7.7 1.6 10.6 4.4 2.8 2.8 4.4 6.6 4.4 10.6h6.2c0-11.7-9.5-21.1-21.1-21.1zM0 0v6.1c14.2 0 25.8 11.6 25.8 25.9h6.2c0-17.6-14.4-32-32-32z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">RSS-feed<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><\/ul><\/div><p>Sehr geehrter Herr Professor Frass,<\/p>\n<p>ich beziehe mich mit diesem Text auf die vor Kurzem gef\u00fchrte Diskussion im Hangar 7 zum Thema Hom\u00f6opathie. Da Sie mich an einer Stelle pers\u00f6nlich zitiert haben, erlaube ich mir, hier zu antworten.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=OCXvkvGsPzI&amp;t=1640s\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-large wp-image-3478\" src=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Hangar-7-1024x576.png\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Hangar-7-1024x576.png 1024w, http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Hangar-7-300x169.png 300w, http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Hangar-7-768x432.png 768w, http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Hangar-7.png 1366w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Link: https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=OCXvkvGsPzI<\/p>\n<p>Weil dieses Papier nun doch etwas l\u00e4nger geworden ist, hier zun\u00e4chst eine Zusammenfassung:<\/p>\n<ul>\n<li>Ihre Argumentation mit der Wahrnehmung einzelner Molek\u00fcle bzw. sehr hoher Verd\u00fcnnungen greifen gleich in dreifacher Richtung nicht.<\/li>\n<li>Die Hom\u00f6opathiekritiker haben kein Problem mit den Hochpotenzen, sondern mit der ganzen Lehre, die sich oftmals an Hochpotenzen gut verdeutlichen lassen.<\/li>\n<li>Meine Kritik an Ihren Studien hat Sie nicht \u00fcberzeugt, wie Sie sagen. \u00c4hnliches gilt in umgekehrter Richtung, ich stelle im Folgenden die Gr\u00fcnde ausf\u00fchrlich dar, weil dies durch die bei unserer Diskussion in Wien vereinbarte Redefolge vielleicht nicht klar wurde.<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Vorbemerkung<\/b><\/p>\n<p>Eine kleine Randbemerkung vorab: Meinen Sie, es hat noch Sinn, einen Leserbrief an Homeopathy bzw. das Journal of Alternative Therapies in Medicine zu schreiben, nachdem drei weitere Reviews ins Land gegangen sind? Mir gen\u00fcgt die Feststellung, dass Mathie in seinen Reviews 2014 und 2017 auch als Mitarbeiter des Homeopathy Research Institute keine belastbaren Nachweise f\u00fcr die Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie \u00fcber Placebo hinaus finden konnte, soweit ich sehe, auch nicht f\u00fcr akute Entz\u00fcndungen der oberen Atemwege.<\/p>\n<p>Es freut mich \u00fcbrigens au\u00dferordentlich, dass Sie mich und meine Arbeit so sehr sch\u00e4tzen, dass Sie mich praktisch als Zeugen f\u00fcr die Validit\u00e4t Ihrer Studien zitieren. Naturgem\u00e4\u00df gehen unsere Sichtweisen zu dem Ergebnis der Diskussion letztes Jahr in Wien etwas auseinander. Sie f\u00fchren aus, dass meine Kritik an Ihren Studien nicht \u00fcberzeugend sei &#8211; nun, in der umgekehrten Richtung gilt das f\u00fcr Ihre Gegenargumente genauso. Da das Format der Veranstaltung hingegen keine Antwort meinerseits auf Ihre Darstellungen vorgesehen hatte, ist dies vielleicht nicht klar geworden.<\/p>\n<p>Ich wollte eigentlich auch einen Bericht zu jener Veranstaltung im M\u00e4rz letzten Jahres auf meinen Blog stellen, was dann allerdings im Tagesgesch\u00e4ft untergegangen ist. Daher erlaube ich mir, das jetzt nachzuholen, wobei ich zun\u00e4chst auf Ihre sonstige Argumentation eingehen und dann zu den Ihren beiden Studien Stellung nehmen werde.<\/p>\n<p><b>Aale, Seidenspinner und Co.<\/b><\/p>\n<p>Die Relevanz Ihrer Argumentation, in der Sie verschiedene Effekte aufz\u00e4hlen, kann ich nicht erkennen, etwa, dass ein Aal bestimmte Stoffe in hoher Verd\u00fcnnung wahrnehmen kann oder ein Seidenspinner auf einzelne Pheromonmolek\u00fcle reagiert. Wobei es sicher viel mehr solcher Beispiele gibt. Ihre Punkte gehen n\u00e4mlich gleich in dreifacher Hinsicht fehl und k\u00f6nnen damit nichts zur Kl\u00e4rung der Frage nach der Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie beitragen:<\/p>\n<p>Zum Einen ist, wie Sie ja selbst zitieren, immer mindestens ein Atom erforderlich, den Effekt auszul\u00f6sen. Beim Seidenspinner m\u00fcssen es \u00fcbrigens ein Pheromonatom an 1 % der Sinneszellen sein, was sicher in Summe mehr als ein Molek\u00fcl ist, aber so kleinlich will ich hier nicht sein. Die Verd\u00fcnnungen d\u00fcrfen aber in jedem Fall &#8211; im Gegensatz zur Hom\u00f6opathie &#8211; nicht unendlich weit getrieben werden.<\/p>\n<p>Zum Zweiten ist es ja bei den Mitteln der Hom\u00f6opathie nicht die Frage, ein einziges Atom bzw. Molek\u00fcl in einer ansonsten davon freien Umgebung zu erkennen, sondern eine Zunahme um wenige Atome zu detektieren. Extremes Beispiel: Natrium muriaticum, Speisesalz. Selbst bei einer Einnahme von Globuli in der Potenz C1 nach Dosierungsempfehlung nimmt man nur 0,01 mg zu sich w\u00e4hrend der K\u00f6rper eines Erwachsenen etwa 200 g enth\u00e4lt. Um im Bild zu bleiben, m\u00fcsste der Seidenspinner, erkennen k\u00f6nnen, ob er 20.000.000 oder 20.000.001 Pheromon-Molek\u00fclen ausgesetzt ist. Ich m\u00f6chte bezweifeln, dass die Sensorik eine derartige Trennsch\u00e4rfe entwickelt hat.<\/p>\n<p>Zum Dritten m\u00fcssten Sie erl\u00e4utern, was es f\u00fcr einen Zusammenhang zwischen extremen Sinnesleistungen gewisser Tiere und der Wirkung hom\u00f6opathischer Pr\u00e4parate gibt. Auch Menschen k\u00f6nnen \u00fcbrigens einige Stoffe recht gut detektieren, Schwefelwasserstoff zum Beispiel. Weil wir daf\u00fcr Sinneszellen haben, die darauf ansprechen. F\u00fcr Kohlendioxid oder Kohlenmonoxid haben wir keine, daher riechen wir die auch nicht. Welchen Zusammenhang gibt es zwischen der Existenz einzelner Sinneszellen f\u00fcr spezifische Stoffe und der Heilwirkung der Hom\u00f6opathika auf den Menschen? Gleiches gilt \u00fcbrigens f\u00fcr das chemische Verhalten von Transuranen, zu denen Americium geh\u00f6rt, das auf der Erde noch nicht einmal nat\u00fcrlich vorkommt.<\/p>\n<p><b>Dann nehmens halt Niederpotenzen&#8230;<\/b><\/p>\n<p>Wer mit dem Konzept der Hochpotenzen ein Problem hat, dem helfen auch Niederpotenzen nicht. Wir Skeptiker argumentieren gerne mit den Hochpotenzen, weil es hier besonders gut gelingt, den Widerspruch zu den Naturwissenschaften aufzuzeigen. Wenn in der Hom\u00f6opathie Mitteln in Hochpotenz, die physikalisch\/chemisch nicht mehr voneinander unterscheidbar sind, spezifische Effekte zugeordnet werden, dann sind diese Zuordnungen auch bei niedrigen Potenzen unzutreffend. Das \u00c4hnlichkeitsprinzip als Grundlage der Verordnung ist bei Niederpotenzen genauso eine Fiktion wie bei Hochpotenzen.<\/p>\n<p>Folglich haben wir Hom\u00f6opathiekritiker keine besonderen Probleme mit den Hochpotenzen alleine, sondern mit der Hom\u00f6opathie als solcher, von denen sich einzelne an den Hochpotenzen nur besonders gut darstellen lassen. Demzufolge w\u00e4re das Ausweichen auf Niederpotenzen keine erfolgversprechende Strategie. \u00dcbrigens ergeben sich auch bei Niederpotenzen Tagesdosen im Mikrogrammbereich, was bei den in der Hom\u00f6opathie angewandten Mitteln wohl kaum f\u00fcr eine pharmazeutische Wirkung ausreichen d\u00fcrfte.<\/p>\n<p><b>Studie zur Sekretabsonderung im Rachenbereich<\/b><\/p>\n<p>In dieser Studie wird die Wirkung einer hom\u00f6opathischen Behandlung mit Kalium-dichromat in Hochpotenz auf die Schleimabsonderung intubierter COPD-Patienten untersucht (<a href=\"http:\/\/dcscience.net\/frass-homeop-icu-05.pdf\">Link<\/a>), die auf meinem Blog schon mehrfach Gegenstand von Beitr\u00e4gen war (<a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=1054\">Link<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2765\">Link<\/a>). Meine Kritikpunkte:<\/p>\n<p>&#8211; Ausgangslage der Hom\u00f6opathie- und Placebogruppe unterschiedlich<\/p>\n<p>Nach der Tabelle 1 waren in der Placebogruppe 9 von 25 Patienten bereits vor dem akuten Fall auf eine Langzeit-Therapie mit Sauerstoff angewiesen, in der Hom\u00f6opathiegruppe nur 5. Die durchschnittlichen Gradangaben f\u00fcr das COPD-Stadium der Gruppen sind nicht nachvollziehbar.<\/p>\n<p>Nach Ihren Angaben sei die Langzeit-Sauerstofftherapie nicht signifikant unterschiedlich zwischen den Gruppen. Das trifft zweifelsohne zu &#8211; mich wundert allerdings immer, dass es die Statistiker sind, die die Auswirkungen der Unterschiede auf die Patientengruppen bewerten und nicht die Mediziner. W\u00fcrden sich die gleichen Verh\u00e4ltnisse bei einer zehnfachen Teilnehmerzahl zeigen, dann w\u00e4re das mit p = 0,0001 (einfacher Vierfeldertest) sehr wohl signifikant &#8211; die medizinischen Implikationen f\u00fcr den Heilungsverlauf w\u00e4ren aber die gleichen wie zuvor.<\/p>\n<p>&#8211; Auswertungsverfahren ungeeignet, da Unterschiede nivellierend<\/p>\n<p>Meine Kritik an dem in der Studie beschriebenen Auswerteverfahren bezog sich darauf, dass die Bewertungsskala nicht eindeutig ist, das hei\u00dft, die Zahlenwerte den Zustand der Patienten in einer gro\u00dfen Bandbreite wiedergeben, die sich \u00fcberlappen. Das hei\u00dft wiederum, ein h\u00f6herer Grad kann, aber muss nicht einen schlechteren Zustand der Patienten bedeuten.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Sekretstudie.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-3482\" src=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Sekretstudie.png\" alt=\"\" width=\"1023\" height=\"767\" srcset=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Sekretstudie.png 1023w, http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Sekretstudie-300x225.png 300w, http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Sekretstudie-768x576.png 768w\" sizes=\"(max-width: 1023px) 100vw, 1023px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Sie haben ausgef\u00fchrt, dass &#8211; entgegen den Angaben in der Ver\u00f6ffentlichung (\u201e<em>The amount of tracheal secretions on day 2 after the start of the study<\/em>\u201c) &#8211; nur die Messungen der ersten drei Absaugungen am Tag 2 eingeflossen sind. Diese seien bei allen Patienten in den ersten 12 Stunden des Tages angefallen. Hier fehlt jetzt aber der Zeitma\u00dfstab: die drei Absaugungen k\u00f6nnten bei dem einen innerhalb von 2 Stunden, bei dem anderen innerhalb von 11 Stunden genommen worden sein. Beides l\u00e4ge innerhalb von 12 Stunden, w\u00e4re aber sicher als deutlich unterschiedliche Sekretabsonderung zu interpretieren. Da es offensichtlich kein Kriterium zum Zeitpunkt der Absaugung gab, entgegen den Angaben in der Studie (\u201eevery 6 hours and in addition, when the patient had profuse secretions\u201c), etwa feste Zeiten oder im Zustand des Patienten, sind die Daten nicht vergleichbar.<\/p>\n<p>Weiterhin f\u00fchren Sie aus, dass man das gleiche Ergebnis erzielt h\u00e4tte, wenn man, wie in der Ver\u00f6ffentlichung ausgesagt, die absoluten Sekretmengen des gesamten Tages zur Auswertung herangezogen h\u00e4tte, was man aber nicht getan hat.<\/p>\n<p>Nun, ich muss hier Ihren Ausf\u00fchrungen glauben, was mir allerdings erheblich leichter fallen w\u00fcrde, wenn es eine befriedigende Erkl\u00e4rung daf\u00fcr g\u00e4be, warum man statt der einfachen Summation der Einzelwerte \u00fcber den ganzen Tag auf ein wesentlich komplizierteres und dazu noch fragw\u00fcrdiges Auswerteverfahren zur\u00fcckgegriffen hat. Nur dass man es so machen kann, ist kein einsichtiger Grund, warum man das auch tut.<\/p>\n<p>&#8211; Zeitpunkt der Extubation auch von anderen Kriterien abh\u00e4ngig<\/p>\n<p>Nach den Angaben in der Ver\u00f6ffentlichung war der Zeitpunkt der Extubation von einer ganzen Reihe von Parametern abh\u00e4ngig, die nichts mit der Sekretmenge zu tun hatten. Folglich lassen die festgestellten Zeiten keinen R\u00fcckschluss darauf zu, ob die Therapie der Sekretabsonderung erfolgreich war oder nicht. Dass die Dauer des Aufenthalts auf der Intensivstation in der Vergleichsgruppe \u00fcberzuf\u00e4llig hoch war, sagt nichts dar\u00fcber aus, dass das Verabreichen des Hom\u00f6opathikums auch die Ursache daf\u00fcr war.<\/p>\n<p>Sie f\u00fchren aus, dass &#8211; was auch mir als medizinischem Laien v\u00f6llig klar ist &#8211; eine zu starke Schleimabsonderung eine Extubation verhindert. Somit ist das zwar eine notwendige, aber wie ersichtlich, keine hinreichende Bedingung. Man hat also m\u00f6glicherweise eine Korrelation zwischen einer weiteren Bedingung zur Extubation und der Einnahme des Hom\u00f6opathikums gefunden. Deren Best\u00e4tigung aber m\u00fcsste in einem neuen Experiment erfolgen.<\/p>\n<p><b>Studie zur hom\u00f6opathischen Behandlung einer Sepsis<\/b><\/p>\n<p>In dieser Studie wurde die Wirkung einer individualisierten hom\u00f6opathischen Therapie auf den Verlauf einer schweren Sepsis untersucht (<a href=\"http:\/\/www.inter-uni.info\/static\/download\/publication\/komplementaer\/c_2004_Frass_et_al_Homeopathy_sepsis.pdf\" class=\"broken_link\">Link<\/a>). Auch diese Arbeit war schon Gegenstand auf meinem Blog (<a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=1853\">Link<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2939\">Link<\/a>). Meine wesentlichen Kritikpunkte:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Sepsis.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-large wp-image-3483\" src=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Sepsis-1024x764.png\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"478\" srcset=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Sepsis-1024x764.png 1024w, http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Sepsis-300x224.png 300w, http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Sepsis-768x573.png 768w, http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Sepsis.png 1025w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&#8211; Aussagekraft des Ergebnisses<\/p>\n<p>Es wurde zwar eine \u00fcberzuf\u00e4llig erh\u00f6hte Todesrate in der Placebogruppe festgestellt, aber dies ist nicht notwendigerweise ein Nachweis daf\u00fcr, dass die Gabe der Globuli in der sechs Monate zuvor durchlebten Sepsis der Grund daf\u00fcr ist. Eine errechnete statistische Signifikanz ist eben kein Nachweis daf\u00fcr, dass die Alternativhypothese zutrifft, diese \u00fcberhaupt passend aufgestellt wurde, das Entscheidungskriterium dazu passt, ebenso kein Hinweis auf Reprodutierbarkeit und in 5 % der F\u00e4lle doch nur Zufall. Oder eine Folge von nicht wahrgenommenen anderen Einfl\u00fcssen.<\/p>\n<p>Dies wurde nicht diskutiert.<\/p>\n<p>&#8211; Die Ausgangsdaten beider Gruppen waren verschieden<\/p>\n<p>Ich hatte angef\u00fchrt, dass es bei den offenbar kritischen Parametern (Pulsfrequenz, Anzahl der Patienten mit Puls \u00fcber 90 pro Minute und Anzahl der Leukozyten) deutliche Unterschiede zwischen den Patienten gab. Ob diese Parameter einen Hinweis auf die \u00dcberlebenswahrscheinlichkeit nach 180 Tagen sein k\u00f6nnen, wurde in der Arbeit nicht diskutiert. Auch nicht in der Diskussion. Wenn sie ohne Einfluss sind, warum wurden sie dann erhoben und berichtet?<\/p>\n<p>&#8211; Signifikanz nur vom Ergebnis eines Patienten abh\u00e4ngig<\/p>\n<p>Aufgrund der kleinen Stichprobe ist es nur vom Ergebnis eines Patienten mehr oder weniger abh\u00e4ngig, ob das Ergebnis signifikant ist oder nicht, also kleine \u00c4nderungen der Effektst\u00e4rke einen wesentlichen Einfluss auf die Qualit\u00e4t des Ergebnisses hatten. Daraus folgt, dass die Anzahl der Teilnehmer deutlich zu gering war, um zu belastbaren Aussagen zu kommen.<\/p>\n<p>Dies wurde nicht beantwortet.<\/p>\n<p>&#8211; Korrektur f\u00fcr mehrfachen Hypothesentest?<\/p>\n<p>Der Signifikanztest wurde f\u00fcr das gleiche Kollektiv (mindestens) zwei Mal ausgef\u00fchrt, n\u00e4mlich nach einem und nach sechs Monaten. Dies w\u00fcrde eine Bonferroni-Korrektur erforderlich machen, wonach die Grenze f\u00fcr die erreichte Signifikanz bei p = 0,025 liegen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Dies wurde nicht beantwortet.<\/p>\n<p>Schlussfolgerung bis hier: Ich habe auch nicht den Eindruck, dass meine Argumentation zur mangelnden Aussagekraft der Studien widerlegt worden w\u00e4re. Nat\u00fcrlich litt die Diskussion etwas darunter, dass Sie nicht wussten, welche Aussagen ich treffen w\u00fcrde. Sie hatten sich auf die Inhalte meines Blogs vorbereitet, w\u00e4hrend ich in Anbetracht der zeitlichen Beschr\u00e4nkung mich auf Kernaussagen konzentriert habe. Das f\u00fchrte zwangsl\u00e4ufig dazu, dass in der Diskussion einige Streuverluste auftraten &#8211; aber nichts desto trotz finde ich meine Argumente nicht entkr\u00e4ftet oder widerlegt.<\/p>\n<p>Es gibt noch das Folgende zu bedenken:<\/p>\n<p>Ich habe mich sehr stark auf eine, wie ich es hier einmal nennen will, innere Validit\u00e4t fokussiert. Auf Mess- und Auswerteverfahren, auf innere Konsistenz der Aussagen. Mit einer Bewertung des Risk of bias &#8211; des gegenw\u00e4rtig anzuwendenden Bewertungsverfahrens f\u00fcr die Qualit\u00e4t einer Studie &#8211; habe ich mich nicht befasst. Dies haben allerdings Andere getan. Ihre beiden Arbeiten sind in den Reviews von Mathie zur individualisierten (2014) und nicht-individualisierten (2017) Hom\u00f6opathie betrachtet worden. Beide Arbeiten wurden jeweils nur als \u201eunclear risk of bias\u201c bewertet, womit sie nicht als \u201ereliable evidence\u201c, als zuverl\u00e4ssiger Nachweis anzusehen sind. Mathie ist dem Homeopathy Research Institute angeschlossen, also sicher nicht gegen die Hom\u00f6opathie voreingenommen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem werden in Ihren Studien Felder betrachtet, die f\u00fcr die Hom\u00f6opathie einzigartig sind. Nat\u00fcrlich ist dies der Sinn und Zweck von Forschung. Ist das Arbeitsgebiet jedoch zu weit von bestehenden Forschungsarbeiten entfernt, gibt es keine anderen Arbeiten, die auch \u00e4hnliche Einsatzgebiete untersuchen und die man als Vergleich heranziehen k\u00f6nnte, von einer unabh\u00e4ngigen Replikation ganz zu schweigen.<\/p>\n<p>Quintessenz: Die gegens\u00e4tzliche Sichtweise auf die Evidenz zur Hom\u00f6opathie, besonders zu deren Einsatz auf der Intensivstation, ist nicht ausger\u00e4umt. Ihr Empfinden, nicht widerlegt worden zu sein, beruht auf Gegenseitigkeit. Ich habe auch nicht das Gef\u00fchl, widerlegt worden zu sein.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte nicht weiter darauf eingehen, dass Sie dazu neigen, Aussagen aus dem Zusammenhang zu rei\u00dfen, um sie dann als Beispiel f\u00fcr Ignoranz und fehlende Fachkompetenz darzustellen. Nur kurz ein Beispiel: Ich f\u00fchrte aus, dass der Zeitpunkt der Entlassung aus der Intensivstation keine neue Erkenntnis bringt, weil in beiden Gruppen praktisch die gleiche Zeit zwischen Extubation und Entlassung liegt &#8211; der Entlassungszeitpunkt also kein neues Bewertungskriterium zur Beurteilung des Erfolgs der Therapie liefert (\u201eLineare Abh\u00e4ngigkeit\u201c). Sie nehmen dies zum Anlass, auf Selbstverst\u00e4ndlichkeiten hinzuweisen als m\u00fcsste man uns Skeptiker extra dar\u00fcber aufkl\u00e4ren, etwa dass der Aufenthalt in der Intensivstation mit hohen Kosten pro Tag verbunden sei. Das hat niemand bezweifelt, aber entkr\u00e4ftet das Argument der fehlenden Erkenntniszunahmen auch nicht. Nun, wie gesagt, dieses eine Beispiel mag gen\u00fcgen. Durch diese eher rhetorischen Kniffe sehe ich meine Ausf\u00fchrungen auch nicht widerlegt.<\/p>\n<p>So, und wenn Sie meinen, dass es noch einen Sinn hat, Ihren Leserbrief von 2005 zu beantworten, will ich das gerne unternehmen.<\/p>\n<p>Viele Gr\u00fc\u00dfe<\/p>\n<p>Norbert Aust<\/p>\n<p>P.S. Dieser Text wird auch auf meinem Blog erscheinen. Nat\u00fcrlich werde ich eventuelle Stellungnahmen oder Kommentare von Ihnen unver\u00e4ndert \u00fcbernehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sehr geehrter Herr Professor Frass, ich beziehe mich mit diesem Text auf die vor Kurzem gef\u00fchrte Diskussion im Hangar 7 zum Thema Hom\u00f6opathie. 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