{"id":3299,"date":"2017-11-12T09:43:45","date_gmt":"2017-11-12T08:43:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=3299"},"modified":"2018-01-11T19:13:11","modified_gmt":"2018-01-11T18:13:11","slug":"kritik-der-homoeopathen-an-der-homoeopathiekritik-i-wissenschaftliche-nachweise","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=3299","title":{"rendered":"Kritik der Hom\u00f6opathen an der Hom\u00f6opathiekritik I: Wissenschaftliche Nachweise"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook%7Ctwitter\" data-url=\"http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D3299\" data-timestamp=\"1515697991\" data-hidezero=\"1\" data-backendurl=\"?rest_route=\/shariff\/v1\/share_counts&\"><ul class=\"shariff-buttons theme-default wcag_colors orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D3299\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#38548F; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<span data-service=\"facebook\" style=\"color:#38548F\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D3299&text=Kritik%20der%20Hom%C3%B6opathen%20an%20der%20Hom%C3%B6opathiekritik%20I%3A%20Wissenschaftliche%20Nachweise\" title=\"Bei Twitter teilen\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#115A92; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 30 32\"><path fill=\"#55acee\" d=\"M29.7 6.8q-1.2 1.8-3 3.1 0 0.3 0 0.8 0 2.5-0.7 4.9t-2.2 4.7-3.5 4-4.9 2.8-6.1 1q-5.1 0-9.3-2.7 0.6 0.1 1.5 0.1 4.3 0 7.6-2.6-2-0.1-3.5-1.2t-2.2-3q0.6 0.1 1.1 0.1 0.8 0 1.6-0.2-2.1-0.4-3.5-2.1t-1.4-3.9v-0.1q1.3 0.7 2.8 0.8-1.2-0.8-2-2.2t-0.7-2.9q0-1.7 0.8-3.1 2.3 2.8 5.5 4.5t7 1.9q-0.2-0.7-0.2-1.4 0-2.5 1.8-4.3t4.3-1.8q2.7 0 4.5 1.9 2.1-0.4 3.9-1.5-0.7 2.2-2.7 3.4 1.8-0.2 3.5-0.9z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">twittern<\/span>&nbsp;<span data-service=\"twitter\" style=\"color:#115A92\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button rss shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?feed=rss\" title=\"RSS-feed\" aria-label=\"RSS-feed\" role=\"button\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#aa2e00; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#fe9312\" d=\"M4.3 23.5c-2.3 0-4.3 1.9-4.3 4.3 0 2.3 1.9 4.2 4.3 4.2 2.4 0 4.3-1.9 4.3-4.2 0-2.3-1.9-4.3-4.3-4.3zM0 10.9v6.1c4 0 7.7 1.6 10.6 4.4 2.8 2.8 4.4 6.6 4.4 10.6h6.2c0-11.7-9.5-21.1-21.1-21.1zM0 0v6.1c14.2 0 25.8 11.6 25.8 25.9h6.2c0-17.6-14.4-32-32-32z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">RSS-feed<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><\/ul><\/div><p><strong>Vorab<br \/>\n<\/strong>Es ist offenkundig, dass die Verb\u00e4nde der Hom\u00f6opathie sich st\u00e4rker als bisher mit der Agumentation der Kritiker auseinandersetzen, wie sie auch vom Informationsnetzwerk Hom\u00f6opathie vertreten wird. Das Homeopathy Research Institute (HRI) ist eine englische Vereinigung, die sowohl entsprechende Forschung f\u00f6rdert als auch versucht, die Hom\u00f6opathie als wissenschaftlich erwiesene Therapieform darzustellen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/200px-Flag_of_the_United_Kingdom.svg_.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone  wp-image-3350\" src=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/200px-Flag_of_the_United_Kingdom.svg_.png\" alt=\"\" width=\"74\" height=\"37\" \/> <\/a><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?page_id=3351\">Click for English version<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Fotolia_130625327-INH-Format-4-zu-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3304 alignleft\" src=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Fotolia_130625327-INH-Format-4-zu-3.jpg\" alt=\"\" width=\"346\" height=\"259\" srcset=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Fotolia_130625327-INH-Format-4-zu-3.jpg 900w, http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Fotolia_130625327-INH-Format-4-zu-3-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Fotolia_130625327-INH-Format-4-zu-3-768x575.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 346px) 100vw, 346px\" \/><\/a>Unter der \u00dcberschrift \u201eFAQ Homeopathy\u201c wird auf der <a href=\"https:\/\/www.hri-research.org\/de\/homeopathy-faqs\/\" class=\"broken_link\">Webseite des HRI<\/a> auch in deutscher Sprache eine Reihe von Kernaussagen der Hom\u00f6opathiekritiker untersucht und es wird versucht, diese zu widerlegen. Diese Argumentationen waren wiederum Basis f\u00fcr die <a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=3266\" class=\"broken_link\">Brosch\u00fcre der DHU<\/a>, die dort wahrscheinlich auf den verschiedenen Vortragsveranstaltungen und Fortbildungsveranstaltungen verteilt wird.<\/p>\n<p>In einer kleinen Artikelserie soll aufgezeigt werden, wie und warum die Kritiker zu ihren Aussagen kommen und was von den Gegenargumenten zu halten ist. Unsere Artikel werden in drei Textversionen erscheinen, die gleichzeitig hier auf meinem Blog, auf der <a href=\"https:\/\/www.netzwerk-homoeopathie.eu\/standpunkte\/260-serie-zur-kritik-an-der-homoeopathiekritik-teil-i-wissenschaftliche-nachweise\" class=\"broken_link\">Webseite des INH<\/a>\u00a0 und bei <a href=\"https:\/\/susannchen.info\/?p=2335\">Susannchen\u00a0<\/a> gepostet werden sollen.<\/p>\n<p><strong>Die heutige These:<\/strong><br \/>\n<strong>Es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis daf\u00fcr, dass die Hom\u00f6opathie wirkt!<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hintergrund: Warum brauchen wir wissenschaftliche Nachweise zur Wirksamkeit?<\/strong><\/p>\n<p>Es ist sicher vorteilhaft, wenn der Arzt, den man wegen seiner Beschwerden aufsucht, eine Therapie anwendet, von der er wei\u00df, dass sie geeignet ist, diese Beschwerden vorteilhaft zu beeinflussen. Pers\u00f6nliche Erfahrungen des Therapeuten reichen sicher nicht daf\u00fcr aus, die Wirksamkeit einer Therapie festzustellen &#8211; ganz abgesehen von der Frage, was mit den Patienten passiert, an denen die Erfahrungen (= Versuch und Irrtum) gesammelt werden.<\/p>\n<p>Es ist n\u00e4mlich gar nicht so einfach, zu erkennen, welche Therapien erfolgreich sind. Einer der Gr\u00fcnde ist die ausgepr\u00e4gte Neigung zur Selbstheilung, ohne die wir als Art schon lange ausgestorben w\u00e4ren. Das hei\u00dft, es werden Menschen (oder Tiere oder Pflanzen) gesund, erholen sich auch von lebensbedrohlichen Krankheiten, ohne dass es eines \u00e4u\u00dferen Eingriffs bedarf. Selbst bei schweren Infektionskrankheiten gibt es Menschen, die diese \u00fcberleben. Wenn jetzt ein Arzt eine Therapie verabreicht und der Patient gesundet, ist nicht sichergestellt, dass es auch die Therapie war, die zur Heilung gef\u00fchrt h\u00e4tte. So galten auch in vorwissenschaftlicher Zeit aus heutiger Sicht abstruse Mittel als wirksam, etwa der Staub von Kirchenglocken, zersto\u00dfene Bildchen von Heiligen oder Fett und Knochen von hingerichteten Straft\u00e4tern. Wenn man unterstellt, dass nicht alle \u00c4rzte des Mittelalters und der Neuzeit bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts hinein Scharlatane waren, dann waren diese Leute davon \u00fcberzeugt, tats\u00e4chlich mit ihren Ma\u00dfnahmen heilen zu k\u00f6nnen, einfach weil sie gesehen haben, dass Patienten nach &#8211; oder sogar trotz &#8211; ihrer Ma\u00dfnahmen gesund wurden. Das Sammeln von Erfahrungen durch den Therapeuten kann also durchaus in die Irre f\u00fchren.<\/p>\n<p>Es d\u00fcrfte unmittelbar einleuchten, dass die Medizin dadurch nur besser werden kann &#8211; und es auch wurde &#8211; dass man unwirksame Therapien erkannt und ausgesondert hat und die \u00c4rzte heute \u00fcber eine Vielzahl wirksamer Methoden verf\u00fcgen, von denen sie das Einsatzgebiet und die Erfolgswahrscheinlichkeiten kennen bzw. in Erfahrung bringen k\u00f6nnen. Auf Wirksamkeitsnachweise zu verzichten, w\u00fcrde einen R\u00fcckschritt in die vorwissenschaftliche Zeit bedeuten, als es mehr oder weniger auf den Zufall ankam, ob der Arzt die richtige Arznei verordnete.<\/p>\n<p><strong>Hintergrund: Was sind wissenschaftliche Nachweise?<\/strong><\/p>\n<p>In einem wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweis wird experimentell untersucht, ob ein Mittel eine Wirkung hervorrufen kann. Dazu muss man feststellen, ob eine beobachtete Wirkung tats\u00e4chlich von dem eingenommenen Mittel hervorgerufen wurde. Dies kann nur durch einen Vergleich geschehen, indem man erfasst, was mit Patienten passiert, die das Mittel eingenommen haben und dies mit den \u00c4nderungen bei Patienten vergleicht, die stattdessen ein unwirksames Mittel erhielten, aber ansonsten gleich behandelt wurden. Auch in einer eigentlich unbehandelten Kontrollgruppe treten Verbesserungen ein, die aber ganz offensichtlich nicht von dem Mittel herr\u00fchren k\u00f6nnen. Dies kann etwa durch die Selbstheilungskr\u00e4fte infolge des Immunsystems zustande kommen, durch nat\u00fcrliche selbstlimitierende Krankheitsverl\u00e4ufe oder auch den oft zitierten Placeboeffekt, bei dem die Erwartungshaltung des Patienten urs\u00e4chlich f\u00fcr die Verbesserung des Befindens ist oder zumindest die Heilung stark f\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Die Untersuchung wird an einer gr\u00f6\u00dferen Zahl von Patienten durchgef\u00fchrt, damit das Ergebnis nicht durch individuelle Eigenheiten einzelner Patienten verf\u00e4lscht wird. Diese Versuchspersonen werden nach einem Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt, deren eine das zu testende Mittel einnimmt (&#8222;Verumgruppe&#8220;), die andere stattdessen ein Placebo ohne Wirkstoff (&#8222;Kontrollgruppe&#8220;). Wichtig ist, dass die Patienten selbst nicht wissen, ob sie das Mittel erhielten oder nicht, ebenso die behandelnden \u00c4rzte bzw. das Betreuungspersonal. Wissenschaftlich tragf\u00e4hige Wirkungsnachweise werden auf solchen Studien aufbauen.<\/p>\n<p>Dieses Studiendesign der placebokontrollierten doppelt verblindeten randomisierten Vergleichsstudie ist durchaus auch f\u00fcr den individualisierten Therapieansatz der Hom\u00f6opathie m\u00f6glich. Es gibt eine ganze Reihe solcher Studien: Alle Versuchspersonen durchlaufen die Erstanamnese und es wird ein Mittel verordnet, in der Apotheke wird nach dem Zufallsprinzip entweder das verordnete Mittel oder ein Placebo an den Patienten abgegeben.<\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">Da normalerweise sowohl in der Placebo- als auch in der Verumgruppe Verbesserungen der Beschwerden eintreten, m\u00fcssen die Ergebnisse mit statistischen Verfahren ausgewertet werden, ob Unterschiede zwischen den Gruppen alleine durch die zuf\u00e4llige Aufteilung der Patienten zustande gekommen sein k\u00f6nnten. Diese Betrachtung f\u00fchrt dazu, dass eine Studie kein festes Ja-oder-nein-Ergebnis liefern kann, sondern bei einer erfolgreichen Studie nur eine Aussage erm\u00f6glicht, dass das Mittel <\/span><span lang=\"de-DE\">sehr wahrscheinlich<\/span><span lang=\"de-DE\"> wirksam war. Damit ergibt sich ein Risiko, dass man ein Ergebnis erh\u00e4lt, welches zwar aussieht wie ein erfolgreicher Test, das aber dennoch nur ein Zufallsprodukt ist. Aufgrund der \u00dcbereinkunft in der Wissenschaftsgemeinde setzt man diese Schranke bei einer Wahrscheinlichkeit von 5 %. Das bedeutet, selbst wenn man unwirksame Mittel testet, wird sich in einer von zwanzig Studien ein positives Ergebnis zeigen.<\/span><\/p>\n<p>Eine Einzelstudie kann somit kein wissenschaftlicher Nachweis sein, sondern sie muss am besten mehrfach unabh\u00e4ngig &#8211; also zumindest von einem anderen Forscherteam an anderen Patienten &#8211; wiederholt werden. Dabei werden sich durchaus Unterschiede in den Ergebnissen zeigen. Es erfordert daher ein systematisches Review, in dem alle ver\u00f6ffentlichten Arbeiten zu einem bestimmten Krankheitsbild betrachtet werden und ein Gesamtergebnis ermittelt wird. Wichtig ist, dass alle vorliegenden Ergebnisse in die Betrachtung einflie\u00dfen, nicht nur die positiven. Ein solches Review w\u00e4re dann bei einer angemessenen Datenbasis ein belastbarer Nachweis. Einzelstudien k\u00f6nnen einen Hinweis auf eine m\u00f6gliche Wirksamkeit liefern, aber mehr nicht.<\/p>\n<p>Zu beachten ist ferner: Aus Reviews oder gar Einzelstudien kann immer nur auf die Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie bei dem betrachteten Krankheitsbild geschlossen werden. Ein Schluss auf die Hom\u00f6opathie als ganzes Therapiegebilde ist auf keinen Fall m\u00f6glich.<\/p>\n<p><strong>Hintergrund: Warum sind Fallstudien und Einzelberichte keine Nachweise f\u00fcr eine Wirkung?<\/strong><\/p>\n<p>Aufgrund der schon angesprochenen Selbstheilungskr\u00e4fte, die individuell bei den Einzelnen sicher verschieden stark ausgepr\u00e4gt sind, gibt es immer Menschen, die auch ohne die Wirkung einer Therapie gesund werden und beispielsweise auch schwerste Infektionskrankheiten oder sogar Krebs \u00fcberleben und ausheilen. Es m\u00f6gen von Fall zu Fall nur wenige sein, aber es gibt sie. Demzufolge wird es immer Patienten geben, die dar\u00fcber berichten k\u00f6nnen, dass sie (vermeintlich) aufgrund dieser oder jener Therapie geheilt wurden, auch wenn diese gar nichts zum Verlauf des Genesungsprozesses beigetragen hat. Andererseits wird es auch immer Menschen geben, die auch auf die bei anderen sehr wirksame Therapie nicht ansprechen und trotz einer ansonsten wirksamen Behandlung an einer t\u00f6dlichen Krankheit sterben.<\/p>\n<p>Ein Beispiel einer k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichten Studie zur alternativmedizinischen Behandlung von Krebs soll dies verdeutlichen. Das Ergebnis sieben Jahre nach der Diagnose und nach alternativer bzw. konventioneller Behandlung sah so aus:<\/p>\n<table border=\"1\" width=\"643\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<colgroup>\n<col width=\"205\" \/>\n<col width=\"206\" \/>\n<col width=\"206\" \/> <\/colgroup>\n<tbody>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"205\">Ergebnis nach sieben Jahren<\/td>\n<td width=\"206\">Alternativmedizin<\/td>\n<td width=\"206\">Konventionell<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"205\">\u00fcberlebt<\/td>\n<td width=\"206\">144<\/td>\n<td width=\"206\">208<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"205\">verstorben<\/td>\n<td width=\"206\">136<\/td>\n<td width=\"206\">72<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Aus den 144 Patienten, die unter der alternativen Therapie sieben Jahre \u00fcberlebt hatten, kann man sicher eine ganze Reihe von Fallstudien ableiten, die alle vom Erfolg der Alternativmedizin k\u00fcnden. Man wird auch darauf verweisen k\u00f6nnen, dass es unter der konventionellen Therapie Todesf\u00e4lle gibt. Positive F\u00e4lle unter konventioneller Therapie werden vielleicht auch ihren Weg in Fallstudien finden &#8211; was aber mit Sicherheit bei diesem Vorgehen verloren geht, ist die Tatsache, dass unter den konventionell behandelten Patienten wesentlich mehr \u00fcberlebt haben. Von den Toten unter der alternativen Behandlung wird es sehr wahrscheinlich keine Fallstudien geben, zumindest sind dem Verfasser keine Fallstudien aus der Alternativmedizin bekannt, die zu einem negativen Ergebnis gef\u00fchrt h\u00e4tten. Dass dies sogar wesentlich mehr sind als in der konventionellen Gruppe geht in Fallstudien v\u00f6llig verloren. Schlie\u00dflich liegen die zuviel Gestorbenen auf den Friedh\u00f6fen und verk\u00fcnden ihren Misserfolg nicht in Talkshows, B\u00fcchern oder Interviews.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich ist auch kaum damit zu rechnen, dass Therapeuten ihre Misserfolge in Fallstudien ver\u00f6ffentlichen und diese werbem\u00e4\u00dfig genauso stark verbreiten wie die positiven Ergebnisse: Ein ganz wesentlicher Punkt, die Wirksamkeit einer Therapie zu beurteilen, fehlt mithin. Das w\u00e4re so \u00e4hnlich, als w\u00fcrde man beim Fu\u00dfball nur die Tore z\u00e4hlen, die die eigene Mannschaft geschossen hat &#8211; und dar\u00fcber vergessen, dass sie vielleicht wesentlich mehr Treffer hinnehmen musste.<\/p>\n<p>Konsequenz: Fallstudien, auch in gro\u00dfer Anzahl, bedeuten nur, dass es eine unbekannte Zahl von F\u00e4llen gibt, die unter der Alternativbehandlung genesen sind &#8211; und sonst nichts. Dass es diese gibt, ist sicher nicht zu bestreiten, sagt aber nichts dar\u00fcber aus, ob es nicht viel mehr Patienten gibt, die nicht davon profitiert haben oder von anderen Ma\u00dfnahmen mehr profitiert h\u00e4tten.<\/p>\n<p><strong>Welche Ergebnisse liegen vor?<\/strong><\/p>\n<p>Das HRI f\u00fchrt aus, dass es zum Ende 2014 189 randomisierte Vergleichsstudien gegeben h\u00e4tte, davon 104, in denen die Wirksamkeit mit der eines Placebo verglichen wurde. Von diesen seien bei 43 positive Ergebnisse aufgetreten, 5 seien negativ gewesen und bei 56 sei ein unklares Ergebnis aufgetreten.<\/p>\n<p>Etwas verwunderlich: Offenbar halten die Autoren dieses Berichts die Tatsache, dass man die Wirksamkeit eines hom\u00f6opathischen Mittels nicht zuverl\u00e4ssig von einem Placebo unterscheiden kann, das also genauso wirkt wie ein St\u00fcck Zucker, nicht f\u00fcr ein negatives Ergebnis. Das ist sehr erstaunlich. Man fragt sich, ob die Patienten, die ihr Geld f\u00fcr ein wirkungsloses Mittel ausgeben und vielleicht auf eine Verbesserung ihres Befindens hoffen, das genauso sehen w\u00fcrden?<\/p>\n<p>Auf jeden Fall ist es bei weitem nicht die Mehrheit der Studien, die ein positives Ergebnis erbracht haben.<\/p>\n<p>Auch der Anteil von gut 40 % erfolgreicher Studien sieht zun\u00e4chst beeindruckend aus, f\u00fchrt aber in die Irre.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst ist wegen der Wahrscheinlichkeit der falsch-positiven Ergebnisse von 5 % damit zu rechnen, dass es einige positive Studien gibt, die dennoch Zufallsergebnisse sind.<\/p>\n<p>Dann gibt es den sogenannten Schubladeneffekt, auch Publication bias genannt, der darin besteht, dass positive Ergebnisse leicht und gerne ver\u00f6ffentlicht werden, negative dagegen eher dazu neigen, f\u00fcr immer in der Schublade bleiben. Dazu kommen dann noch Schw\u00e4chen in den Studien, etwa in der Verblindung der Versuchspersonen oder den angewandten Verfahren zur Auswertung, die dazu f\u00fchren k\u00f6nnen, dass die Ergebnisse in eine positive Richtung verf\u00e4lscht werden. Alles dies treibt den Anteil der positiven Studien am gesamten Bestand nach oben.<\/p>\n<p>Wie bereits ausgef\u00fchrt, kann man einen Nachweis einer Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie in irgendeiner Indikation nur dann anerkennen, wenn Studien unabh\u00e4ngig wiederholt und in systematischen \u00dcbersichtsarbeiten zusammenfassend betrachtet worden sind. Hierzu m\u00fcsste man selbstredend die gesamte vorliegende Evidenz betrachten, nicht nur die positiven Ergebnisse herauspicken.<\/p>\n<p>Solche Reviews gibt es in der Tat. Angefangen von einer Arbeit von Kleijnen et al. aus dem Jahr 1991 [1] bis zuletzt von Mathie et al. in 2017 [2] gibt es acht gr\u00f6\u00dfere solcher \u00dcbersichtsarbeiten, die die Hom\u00f6opathie indikations\u00fcbergreifend betrachten und alle zu recht \u00e4hnlichen Ergebnissen kommen: Die Studienlage mag darauf hindeuten, dass es kleine Effekte geben k\u00f6nnte, die \u00fcber das Placebo hinausgehen, jedoch ist die Qualit\u00e4t der vorliegenden Studien so niedrig, dass hieraus keine belastbaren Schlussfolgerungen gezogen werden k\u00f6nnen. Weder f\u00fcr die Hom\u00f6opathie generell noch f\u00fcr irgendeine Indikation. Auch die gr\u00f6\u00dfte bislang ver\u00f6ffentlichte Arbeit, die des australischen Gesundheitsministeriums von 2015, kommt zu diesem Schluss [3], ebenso wie Mathie vom Homeopathy Research Institute.<\/p>\n<p><strong>Schlussfolgerung<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt tats\u00e4chlich keine wissenschaftlichen Nachweise daf\u00fcr, dass Hom\u00f6opathie wirkt.<\/p>\n<p><strong>Was Hom\u00f6opathen dazu sagen<\/strong><\/p>\n<p>Das HRI f\u00fchrt noch einige \u00dcberlegungen an, dass die Quote von 43 % an positiven Studien die gleiche sei, wie sie in Studien zur konventionellen Medizin auftrete. Ja und? Was soll solch ein Vergleich aussagen? Wenn ich meine literarischen F\u00e4higkeiten mit denen von Thomas Mann vergleichen will, ist es sicher nicht hilfreich, festzustellen, ob ich prozentual genauso viele Schriften verwerfe wie er. Wichtig w\u00e4re der Vergleich dessen, was \u00fcbrig bleibt &#8211; nach Qualit\u00e4t selbstverst\u00e4ndlich, nicht nach Quantit\u00e4t. Oder klingt dieser Artikel hier wie aus den Buddenbrooks?<\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">Ein Ansatz nach dem Motto \u201eWer hat gewonnen?\u201c ist absurd. Zudem sind hom\u00f6opathische Studien Best\u00e4tigungsforschung, also die Suche nach einem positiven Ergebnis, was an sich einen h\u00f6heren Best\u00e4tigungsfehler im Vergleich zu wirklich ergebnisoffener Forschung erwarten l\u00e4sst \u2013 und damit eigentlich eine viel bessere Positivlage f\u00fcr die Hom\u00f6opathie ergeben m\u00fcsste, insbesondere, wenn man auch ins Betracht zieht, mit welch hohem Anspruch die Hom\u00f6opathie hinsichtlich einer der konventionellen Medizin zumindest gleichwertigen Wirksamkeit vertreten wird. Demgem\u00e4\u00df w\u00e4re von den Hom\u00f6opathen viel eher zur Zahl der \u201enegativen\u201c Ergebnisse ihrer Forschung Stellung zu nehmen, die ja in Anbetracht der geschilderten Bedingungen als au\u00dfergew\u00f6hnlich hoch angesehen werden muss.<\/span><\/p>\n<p>Ein anderer Aspekt wird aufgeworfen, n\u00e4mlich der Mangel an \u00f6ffentlicher Finanzierung von Forschung zur Hom\u00f6opathie. Hierzu ist anzumerken:<\/p>\n<p>Die DHU geh\u00f6rt mit dem gr\u00f6\u00dften Hersteller von Hom\u00f6opathika in \u00d6sterreich zur Firmengruppe Dr. Willmar Schwabe. Nach den Angaben auf der Webseite macht Schwabe einen Umsatz von 900 Millionen Euro und gibt davon ganze 32 Millionen f\u00fcr Forschung aus. Branchentypisch w\u00e4ren etwa 14 %, also rund 125 Millionen Euro. Da w\u00e4re noch sehr viel Luft f\u00fcr entsprechende Forschungsf\u00f6rderung [4,5]<\/p>\n<p><strong>Quintessenz:<\/strong><\/p>\n<p>Wir bleiben dabei: Es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis f\u00fcr eine \u00fcber Placebo hinausgehende Wirkung der Hom\u00f6opathie &#8211; und das liegt nicht am Mangel an Geld, das in die Forschung investiert werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><strong>Quellen und Literatur<\/strong><\/p>\n<p>[1] Kleijnen J, Knipschild P, ter Riet G: &#8220;Clinical trials of homeopathy&#8220;, BMJ 1991; 302:316-23, <a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pmc\/articles\/PMC1668980\/pdf\/bmj00112-0022.pdf\">Link<\/a><\/p>\n<p>[2] Mathie RT, Ramparsad N, Legg LA et al.: &#8220;Randomised, double-blind, placebo-controlled trials of non-individualised homeopathic treatment: Systematic review and meta-analysis&#8220;, Systematic Reviews 2017;6:663, <a href=\"https:\/\/systematicreviewsjournal.biomedcentral.com\/articles\/10.1186\/s13643-017-0445-3\">Link<\/a><\/p>\n<p>[3] National Health and Medical Research Council. 2015. &#8220;NHMRC Statement on Homeopathy&#8220;, Canberra: NHMRC 2015\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.nhmrc.gov.au\/_files_nhmrc\/publications\/attachments\/cam02_nhmrc_statement_homeopathy.pdf\" class=\"broken_link\">Link<\/a>\u00a0 <span style=\"font-size: small;\"><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p>[4] NN: &#8222;Statistics 2015 &#8211; Die Arzneimittelindustrie in Deutschland&#8220;, vfa-Brosch\u00fcre, Seite 10, <a href=\"https:\/\/www.vfa.de\/embed\/statistics-2015.pdf\">Link<\/a><\/p>\n<p>[5] Webseite der Fa. Wilmar Schwabe, Facts and Figures per December 31,2016 <a href=\"https:\/\/www.schwabepharma.com\/about-us\/facts-figures\/\">Link<\/a><\/p>\n<p>Bild: Fotolia_130625327<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorab Es ist offenkundig, dass die Verb\u00e4nde der Hom\u00f6opathie sich st\u00e4rker als bisher mit der Agumentation der Kritiker auseinandersetzen, wie sie auch vom Informationsnetzwerk Hom\u00f6opathie vertreten wird. Das Homeopathy Research Institute (HRI) ist eine englische Vereinigung, die sowohl entsprechende Forschung &hellip; <a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=3299\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3299"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3299"}],"version-history":[{"count":14,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3299\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3380,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3299\/revisions\/3380"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3299"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3299"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3299"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}