{"id":3136,"date":"2017-07-23T13:16:34","date_gmt":"2017-07-23T11:16:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=3136"},"modified":"2017-07-23T13:16:34","modified_gmt":"2017-07-23T11:16:34","slug":"frau-bajic-verteidigt-die-homoeopathie-in-der-augsburger-allgemeinen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=3136","title":{"rendered":"Frau Bajic verteidigt die Hom\u00f6opathie in der Augsburger Allgemeinen"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook%7Ctwitter\" data-url=\"http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D3136\" data-timestamp=\"1500815794\" data-hidezero=\"1\" data-backendurl=\"?rest_route=\/shariff\/v1\/share_counts&\"><ul class=\"shariff-buttons theme-default wcag_colors orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D3136\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#38548F; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<span data-service=\"facebook\" style=\"color:#38548F\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D3136&text=Frau%20Bajic%20verteidigt%20die%20Hom%C3%B6opathie%20in%20der%20Augsburger%20Allgemeinen\" title=\"Bei Twitter teilen\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#115A92; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 30 32\"><path fill=\"#55acee\" d=\"M29.7 6.8q-1.2 1.8-3 3.1 0 0.3 0 0.8 0 2.5-0.7 4.9t-2.2 4.7-3.5 4-4.9 2.8-6.1 1q-5.1 0-9.3-2.7 0.6 0.1 1.5 0.1 4.3 0 7.6-2.6-2-0.1-3.5-1.2t-2.2-3q0.6 0.1 1.1 0.1 0.8 0 1.6-0.2-2.1-0.4-3.5-2.1t-1.4-3.9v-0.1q1.3 0.7 2.8 0.8-1.2-0.8-2-2.2t-0.7-2.9q0-1.7 0.8-3.1 2.3 2.8 5.5 4.5t7 1.9q-0.2-0.7-0.2-1.4 0-2.5 1.8-4.3t4.3-1.8q2.7 0 4.5 1.9 2.1-0.4 3.9-1.5-0.7 2.2-2.7 3.4 1.8-0.2 3.5-0.9z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">twittern<\/span>&nbsp;<span data-service=\"twitter\" style=\"color:#115A92\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button rss shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?feed=rss\" title=\"RSS-feed\" aria-label=\"RSS-feed\" role=\"button\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#aa2e00; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#fe9312\" d=\"M4.3 23.5c-2.3 0-4.3 1.9-4.3 4.3 0 2.3 1.9 4.2 4.3 4.2 2.4 0 4.3-1.9 4.3-4.2 0-2.3-1.9-4.3-4.3-4.3zM0 10.9v6.1c4 0 7.7 1.6 10.6 4.4 2.8 2.8 4.4 6.6 4.4 10.6h6.2c0-11.7-9.5-21.1-21.1-21.1zM0 0v6.1c14.2 0 25.8 11.6 25.8 25.9h6.2c0-17.6-14.4-32-32-32z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">RSS-feed<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><\/ul><\/div><p>K\u00fcrzlich erhielt ich per Brief einen Zeitungsausschnitt von dem Interview der Augsburger Allgemeinen mit Frau Bajic, das am 12. Juli 2017 ver\u00f6ffentlicht wurde. Der Briefschreiber bedauerte, dass der Redakteur ihr &#8222;voll auf den Leim gegangen sei&#8220; und bedauerte weiterhin, dass die guten Beitr\u00e4ge aus den Online-Kommentaren dazu schnell verschwunden sein werden. K\u00f6nnte ich nicht auf meinem Blog&#8230;? Dann k\u00f6nnte man dies auch verlinken&#8230;<\/p>\n<p>Ja, ich kann&#8230;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/AA_Bajic_Interview.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-large wp-image-3148\" src=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/AA_Bajic_Interview-1024x872.png\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"545\" srcset=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/AA_Bajic_Interview-1024x872.png 1024w, http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/AA_Bajic_Interview-300x255.png 300w, http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/AA_Bajic_Interview-768x654.png 768w, http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/AA_Bajic_Interview.png 1171w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nach dem f\u00fcr die Hom\u00f6opathie etwas desastr\u00f6sen Interview der Vorsitzenden des Zentralvereins hom\u00f6opathischer \u00c4rzte, Frau C. Bajic, in der Zeit [1] kommt ihr hier Markus B\u00e4r von der Augsburger Allgemeinen zu Hilfe [2]. Fragten die Interviewer der Zeit noch kritisch nach, wirkt B\u00e4r eher als Stichwortgeber f\u00fcr eine Pr\u00e4sentation denn als kritischer Journalist. Ein solcher w\u00fcrde sich nicht mit den Aussagen zufriedengeben, wie sie hier ohne weiteres abgedruckt wurden, sondern versuchen, durch geeignetes Hinterfragen herauszufinden, was nur sch\u00f6ner Schein ist und was real. Dazu ist es allerdings erforderlich, dass man etwas tiefer in die Hintergr\u00fcnde einsteigt. In diesem Artikel sollen f\u00fcr diesen Zweck f\u00fcr zuk\u00fcnftige Interviewer geeignete Informationen zusammengestellt werden.<\/p>\n<p>Gehen wir die Aussagen von Frau Bajic der Reihe nach durch:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8222;Bisher gibt es tats\u00e4chlich keine belastbare wissenschaftliche Theorie, die erkl\u00e4rt wie genau [Hom\u00f6opathika] im K\u00f6rper wirken.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Richtig daran ist nur, dass man nicht wei\u00df, wie Hom\u00f6opathika wirken sollen, aber es ist nicht nur eine &#8222;letzte wissenschaftliche Genauigkeit&#8220;, die fehlt. Der Teil &#8222;wie genau sie im K\u00f6rper wirken&#8220; deutet in die falsche Richtung.<\/p>\n<p>Es ist in der Hom\u00f6opathie nicht nur generell v\u00f6llig unklar, was bei den verabreichten Mitteln im K\u00f6rper des Patienten \u00fcberhaupt eine irgendwie geartete Wirksamkeit hervorrufen sollte und wie das vonstatten gehen k\u00f6nnte. Es ist ebenso v\u00f6llig unbekannt, wie ein wirksames Agens, was immer das auch w\u00e4re, \u00fcberhaupt an\/auf\/in den K\u00f6rper des Patienten gelangen soll. Besonders in den angeblich besonders wirksamen Hochpotenzen ist nichts mehr vom Ausgangsstoff enthalten, was eine Wirksamkeit entfalten k\u00f6nnte. Die als h\u00e4ufigste Darreichungsform benutzten Globuli bestehen aus den unvermeidlichen Verunreinigungen gesch\u00fcttelten Wassers und Alkohols auf Zuckerk\u00fcgelchen &#8211; und sonst nichts.<\/p>\n<p>Weiter ist in der Hom\u00f6opathie v\u00f6llig unklar, wie bei der Potenzierung \u00fcberhaupt ein wirksames Mittel zustande kommen soll, wie und was durch das Verd\u00fcnnen und Versch\u00fctteln bewirkt werden soll, was immerhin der zentrale Prozessschritt der Herstellung von Hom\u00f6opathika ist. Wie dadurch die behauptete Steigerung der Wirksamkeit entstehen soll, ist vollkommen im Dunkeln. Wie diese L\u00f6sungen dann aus puren Zuckerk\u00fcgelchen durch Verdunsten ein wirksames Medikament machen sollen, kann keiner erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Man tut sich sogar schwer damit, selbst mit aufw\u00e4ndigsten physikalischen Analysemethoden einen Unterschied zwischen verschiedenen Pr\u00e4paraten festzustellen. Und wenn dies gelingt, dann sind das Effekte, die sich weit au\u00dferhalb des physiologisch relevanten Bereichs abspielen. Winzigste Unterschiede in der Thermoluminiszenz, die sich bei Temperaturen um -100\u00b0C zeigen [3], oder Unterschiede in UV-Spektrogrammen unterhalb der Aufl\u00f6sung der Messysteme [4] w\u00e4ren im K\u00f6rper des Patienten wohl v\u00f6llig bedeutungslos. Wenn sie denn \u00fcberhaupt dort ank\u00e4men und nicht mit dem Wasser auf den K\u00fcgelchen verdunsten w\u00fcrden &#8211; sofern es sich nicht ohnehin nur um &#8222;Schmutzeffekte&#8220; in den betreffenden Untersuchungen handelt.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8222;Das Problem gibt es \u00fcbrigens auch in manchen Bereichen der konventionellen Medizin. Dort wei\u00df man zwar genau, dass eine Narkose wirkt, aber nicht wie sie das ganz konkret tut.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Unsinn, Frau Bajic. Man wei\u00df ziemlich genau, woraus ein Narkosemittel bestehen muss, wie man es zu dosieren hat und wie es in den K\u00f6rper des Patienten gelangt. Es ist noch nicht einmal zutreffend, dass der Wirkungsmechanismus v\u00f6llig im Dunkeln l\u00e4ge. Man hat ganz im Gegenteil eine recht gute Vorstellung davon, wo die Narkosemittel wirken und welche Rezeptoren beteiligt sind. Man wei\u00df nur nicht, wie diese Dinge genau zusammenspielen, wie man auf der Wikipedia nachlesen kann (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Narkose#Theorien_zu_Wirkmechanismen\">Link<\/a>). Wenn man die Narkose und die Hom\u00f6opathie einmal mit unfertigen Puzzles vergleichen w\u00fcrde, m\u00fcssen bei der Narkose noch ein paar Teile an die richtige Stelle gebracht werden, bei der Hom\u00f6opathie hingegen wei\u00df man noch nicht einmal, wo die Teile sind. Beide Puzzles sind zwar nicht fertig, aber es bestehen doch gewisse Unterschiede. Genauso wie zwischen mir und dem Weltrekordler im Marathonlauf, obwohl wir beide noch nie einen Marathon unter zwei Stunden gelaufen sind. Was daran liegen kann, dass ich noch nie einen Marathon gelaufen bin.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8222;Die Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie ist allerdings in zahlreichen wissenschaftlich gef\u00fchrten Studien belegt worden. &#8230; [Das Ergebnis] zeigt, dass hom\u00f6opathische Mittel dem Placebo \u00fcberlegen sind.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Nein, Frau Bajic, die Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie ist \u00fcberhaupt nicht in wissenschaftlichen Studien belegt, ganz im Gegenteil, auch wenn Sie das st\u00e4ndig (wider besseren Wissens?) anders behaupten &#8211; obwohl wir vom INH den DZVh\u00c4 mehrfach darauf hingewiesen haben. Die Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie kann gar nicht in wissenschaftlichen Studien belegt sein, gleichg\u00fcltig wie zahlreich. Bestenfalls k\u00f6nnten diese Studien eine Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie f\u00fcr die jeweils betrachtete Indikation belegen, aber auf keinen Fall &#8222;der Hom\u00f6opathie&#8220; schlechthin.<\/p>\n<p>Es gibt, so schreibt die Faculty of Homeopathy aus England, knapp 200 kontrollierte Vergleichsstudien zur Hom\u00f6opathie (<a href=\"http:\/\/facultyofhomeopathy.org\/research\/\" class=\"broken_link\">Link<\/a>), was der Goldstandard zum Wirkungsnachweis ist. Solche Studien sind aber durchaus etwas problematisch: Aus mathematischen Gr\u00fcnden betr\u00e4gt das Risiko daf\u00fcr, dass das Ergebnis einen Effekt erkennen l\u00e4sst, obwohl es keinen gibt, bei 5 % (Stichwort: Alpha-Fehler, <a href=\"http:\/\/www.xn--homopedia-27a.eu\/index.php\/Artikel:Statistische_Signifikanz#Signifikanzniveau_und_Alpha-Fehler\">Link<\/a>). Man m\u00fcsste folglich schon aus diesem Grund mit etwa 10 Studien rechnen, die zwar positive Ergebnisse zeigen, die aber nichts als den Zufall als Wirkmechanismus haben.<\/p>\n<p>Dann gibt es den sogenannten Schubladeneffekt, auch Publication bias genannt, der darin besteht, dass positive Ergebnisse leicht und gerne ver\u00f6ffentlicht werden, negative dagegen eher in der Schublade bleiben. Dazu kommen dann noch Schw\u00e4chen in den Studien, etwa in der Verblindung der Versuchspersonen oder den angewandten Verfahren zur Auswertung, die dazu f\u00fchren k\u00f6nnen, dass die Ergebnisse in eine positive Richtung verf\u00e4lscht werden. Dar\u00fcber hinaus muss man sich auch fragen, ob es wirklich die hochgestochenen Behauptungen der starken Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie st\u00fctzt, wenn in einer Studie beispielsweise herausgefunden wird, dass ein hom\u00f6opathisches Grippemittel am zweiten Tag der Einnahme einen Vorteil zu bieten scheint, wohlgemerkt NUR am zweiten Tag, nicht am ersten und nicht am dritten oder sp\u00e4ter [5].<\/p>\n<p>Insgesamt kann man einen Nachweis einer Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie in irgendeiner Indikation nur dann anerkennen, wenn Studien unabh\u00e4ngig wiederholt und in systematischen \u00dcbersichtsarbeiten zusammenfassend betrachtet worden w\u00e4ren. Hierzu m\u00fcsste man selbstredend die gesamte vorliegende Evidenz betrachten, nicht nur die positiven Ergebnisse herauspicken. Solche Reviews gibt es in der Tat. Angefangen von einer Arbeit von Kleijnen et al. aus dem Jahre 1991 [6] bis zuletzt vom Mathie et al. in 2017 [7] gibt es acht gr\u00f6\u00dfere solcher \u00dcbersichtsarbeiten, die die Hom\u00f6opathie indikations\u00fcbergreifend betrachten und alle zu recht \u00e4hnlichen Ergebnissen kommen: Die Studienlage mag darauf hindeuten, dass es kleine Effekte geben k\u00f6nnte, die \u00fcber das Placebo hinausgehen, jedoch ist die Qualit\u00e4t der vorliegenden Studien so niedrig, dass hieraus keine belastbaren Schlussfolgerungen gezogen werden k\u00f6nnen. Weder f\u00fcr die Hom\u00f6opathie generell noch f\u00fcr irgendeine Indikation. Auch die gr\u00f6\u00dfte bislang ver\u00f6ffentlichte Arbeit, die des australischen Gesundheitsministeriums von 2015, kommt zu diesem Schluss [8], ebenso wie Mathie vom Homeopathy Research Institute.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8222;[Bei der Versorgungsforschung] kam heraus, dass die Hom\u00f6opathie in der \u00e4rztlichen Praxis sehr wohl einen therapeutischen Nutzen bringt, der mit dem Nutzen der konventionellen Medizin vergleichbar ist [&#8230;]&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Warum die Hom\u00f6opathen klinische Beobachtungsstudien als Versorgungsforschung bezeichnen, ist nicht nachvollziehbar. Warum die Hom\u00f6opathie in solchen Studien vorteilhaft abschneidet, wie Frau Bajic behauptet, allerdings schon:<\/p>\n<p>Viele dieser Studien werden ohne Vergleichsgruppe durchgef\u00fchrt, etwa die immer wieder gerne zitierte gro\u00dfe Arbeit von Witt et al. von 2005, bei der fast 4000 Hom\u00f6opathiepatienten betrachtet wurden [9]. Es wurde einfach untersucht, wie sich das Befinden der Patienten nach dem Besuch beim Hom\u00f6opathen ver\u00e4ndert hat.<\/p>\n<p>Nun gibt es eine ganze Reihe von positiven Einfl\u00fcssen, die eine Heilung f\u00f6rdern: der nat\u00fcrliche Verlauf einer Krankheit (Heuschnupfen nur im Sommer), die Wirkung des Immunsystems (banale Erk\u00e4ltungen), Regression zur Mitte (Extremzust\u00e4nde werden nicht lange aufrechterhalten) und der oft zitierte Placeboeffekt seien genannt (der Patient glaubt an die positive Wirkung). Diese Effekte &#8211; und sicher noch ein paar mehr &#8211; spielen bei jeder Therapie eine mehr oder weniger gro\u00dfe Rolle und es wird meistens unter der Therapie zumindest zeitweise zu einer Verbesserung der Situation kommen. In einer kontrollierten Studie erfasst man die Wirkung dieser Effekte in der Vergleichsgruppe, die nur ein wirkstofffreies Placebo erh\u00e4lt (dies aber nicht wei\u00df). Erst wenn sich die Ergebnisse der hom\u00f6opathisch behandelten Gruppe deutlich davon unterscheidet, kann man berechtigterweise eine Wirkung des Hom\u00f6opathikums vermuten. In einer Beobachtungsstudie ohne Vergleichsgruppe fehlt hingegen diese Kontrolle und alle oben genannten Nebeneffekte werden als Effekt der Therapie zugeordnet &#8211; zumindest zwischen den Zeilen.<\/p>\n<p>Schlussfolgerung: In kontrollierten Studien schneidet die Hom\u00f6opathie miserabel ab &#8211; in unkontrollierten Beobachtungsstudien offenbar nicht. Was ist daraus zu schlie\u00dfen? Die Ursache f\u00fcr die Besserung der Patienten liegt offenbar in den genannten Begleiteffekten &#8211; und nicht in dem verabreichten Mittel.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Behauptung, in solchen Studien h\u00e4tte sich ein zur konventionellen Medizin vergleichbarer Nutzen gezeigt, bedarf es eines einwandfreien Belegs. Ein Beleg allerdings nicht durch solche fragw\u00fcrdigen Studien, wie etwa von Haidvogl aus dem Jahr 2007, wo es zwar eine Vergleichsgruppe gab, aber man diese mit ungeeigneten Mitteln therapiert hatte [10]: Bei viralen Erk\u00e4ltungskrankheiten wurden Hom\u00f6opathika mit Antibiotika verglichen, die bei viralen Beschwerden unwirksam sind. Zwangsl\u00e4ufig kommt heraus, dass die Ergebnisse vergleichbar sind. Die Schlussfolgerung m\u00fcsste dann allerdings lauten, dass Hom\u00f6opathika genauso unwirksam sind wie falsch eingesetzte Antibiotika und nicht dass Hom\u00f6opathika eine vergleichbare Wirksamkeit aufweisen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8222;Die Grundlage der Hom\u00f6opathie bildet das \u00c4hnlichkeitsprinzip &#8230;&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Ein \u00c4hnlichkeitsprinzip als eine generell anzuwendende Regel gibt es nicht. Und wenn es dies bei hom\u00f6opathischen Mitteln g\u00e4be, dann w\u00e4ren diese gef\u00e4hrlich: Dann k\u00f6nnte nicht nur ein Mittel bei einem Kranken die Symptome heilen, die es bei einem Gesunden hervorrufen kann, dann m\u00fcssten auch in umgekehrter Richtung die Mittel bei einem Gesunden die Symptome hervorrufen k\u00f6nnen, die sie bei einem Kranken heilen k\u00f6nnen. Worauf \u00fcbrigens die hom\u00f6opathische Arzneimittelpr\u00fcfung beruht, die auch an Hochpotenzen durchgef\u00fchrt wird. Dies k\u00f6nnten ja, so jedenfalls Frau Bajic auf ihrer Praxiswebseite, durchaus auch schwerwiegende akute und chronische Krankheiten sein, bis hin zu schweren Infektionskrankheiten.<\/p>\n<p>Das \u00c4hnlichkeitsprinzip ist ein Konzept mit Wurzeln aus ganz alter Zeit, dessen tats\u00e4chliche Existenz bisher noch nie nachgewiesen wurde. Es ist v\u00f6llig unerkl\u00e4rlich, dass zum Beispiel das beim Zwiebelsch\u00e4len freigesetzte, in Augen und Nase eindringende und die Schleimh\u00e4ute reizende Propanthial-S-oxid Beschwerden heilt, die mit brennenden Augen und laufender Nase einhergehen, wenn es \u00fcber den Verdauungstrakt als Hom\u00f6opathikum verabreicht wird. Nat\u00fcrlich nur, wenn es in dem hom\u00f6opathischen Mittel Allium cepa \u00fcberhaupt enthalten w\u00e4re (siehe oben).<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8222;[Klingt ziemlich seltsam] ist aber durch viele Studien belegt<\/em>.&#8220;<\/p>\n<p>Ja, klingt seltsam und nein, ist nicht belegt und wird auch durch Wiederholung nicht zutreffender. Siehe oben.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8222;Wichtig ist, dass der hom\u00f6opathische Arzt mit dem Patienten eine Erstanamnese erstellt&#8230;&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Die Hom\u00f6opathen machen generell viel Aufhebens um die Erstanamnese, die unbedingt erforderlich sei, um genau das richtige Mittel f\u00fcr den Patienten zu finden. Man fragt sich, wie dann die Selbstmedikation erfolgreich sein kann, die viele Patienten aufgrund irgendwelcher Hinweise aus dem Bekanntenkreis oder dem Internet durchf\u00fchren (&#8222;Bei Verstauchungen nimmt man Arnica.&#8220;).<\/p>\n<p>Auch muss man fragen, wie die aus den Ergebnissen vieler Probanden zusammengew\u00fcrfelten Symptome der hom\u00f6opathischen Arzneimittelpr\u00fcfungen zu richtigen Verordnungen f\u00fchren sollen, wenn die individuellen Auspr\u00e4gungen zwar bei den Patienten ungemein wichtig sind, bei den Pr\u00fcfern aber offensichtlich nicht. Was ist, wenn ein junges M\u00e4dchen \u00fcber Nasenbluten um 09:00 Uhr klagt, verbunden mit einem Verlangen nach Eiscreme und einer Vorliebe f\u00fcr Fernsehsendungen mit Pferden, diese Symptome im Repertorium aber von verschiedenen Personen stammen, und niemand die Symptome in dieser individuellen Kombination zusammen wahrgenommen hat?<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8222;Noch einmal: Wissenschaftlich im Dunkeln liegt der genaue Wirkmechanismus der Arznei im K\u00f6rper.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Wann kommt eigentlich einmal ein Journalist darauf, nachzufragen, was denn bereits vom Wirkmechanismus bekannt ist? Die Sicht der Kritiker siehe oben.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8222;Rund 7000 \u00c4rzte praktizieren in Deutschland die Hom\u00f6opathie. Warum?&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Es mag sein, dass in Deutschland tats\u00e4chlich 7.000 \u00c4rzte die Hom\u00f6opathie praktizieren. Was sagt das aus? Es gibt auch 12.800 Reichsb\u00fcrger &#8230;<\/p>\n<p>Mit Zahlen ist das immer etwas schwierig: absolute Zahlen sagen alleine zumeist nichts, besonders wenn sie recht gro\u00df (oder auch recht klein) erscheinen. Man muss sie in ein Verh\u00e4ltnis setzen, um sie zu verstehen. Es bietet sich an, die Gesamtzahl der in Deutschland approbierten und niedergelassenen \u00c4rzte als Vergleich heranzuziehen: Die Bundes\u00e4rztekammer nennt f\u00fcr 2015 eine Zahl von 371.302 berufst\u00e4tige \u00c4rzte (<a href=\"http:\/\/www.bundesaerztekammer.de\/ueber-uns\/aerztestatistik\/aerztestatistik-2015\/\" class=\"broken_link\">Link<\/a>). Dann bedeutet die Zahl von Frau Bajic, dass den 7.000 \u00c4rzten, die hom\u00f6opathisch behandeln, knapp 365.000 \u00c4rzte gegen\u00fcberstehen, die das offenbar nicht tun.<\/p>\n<p>Nun ja, man ist versucht zu sagen, dass es in jeder Profession einen gewissen Prozentsatz von Menschen gibt, die die Grundlagen nicht verstanden oder vergessen haben, oder sie aus anderen Gr\u00fcnden ignorieren. Beispielsweise aufgrund g\u00fcnstigerer Abrechnungsm\u00f6glichkeiten mit den Krankenkassen, privat, ohne die Deckelung durch die Kostend\u00e4mpfung im Gesundheitswesen, oder in letzter Zeit auch zunehmend durch die gesetzlichen Krankenkassen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8222;Narkose\u00e4rzte befinden sich in einer \u00e4hnlichen Situation [wie \u00c4rzte, die die Hom\u00f6opathie anwenden].&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Nein, tun sie nicht. Narkose\u00e4rzte sind sehr lange f\u00fcr ihre Aufgabe ausgebildet worden, beherrschen die Grundlagen und sind auch auf Komplikationen vorbereitet. F\u00fcr die Anwendung der verschiedene Narkosemittel, die im Gegensatz zur Hom\u00f6opathie ohne Zweifel in den K\u00f6rper der Patienten gelangen, gibt es genaue Richtlinien und Vorgaben. Es w\u00e4re hingegen einen Versuch wert, ob zwei Hom\u00f6opathen bei dem gleichen Patienten zur gleichen Verordnung k\u00e4men, also den gleichen Mitteln in der gleichen Potenz und der gleichen Dosierung.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8222;Die Kritik an der Hom\u00f6opathie bezieht sich im Wesentlichen auf die sogenannten Hochpotenzen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Frau Bajic, Sie irren, wenn Sie glauben, unsere Kritik an der Hom\u00f6opathie bez\u00f6ge sich nur auf die Hochpotenzen. Dort ist der Irrsinn nur besonders einsichtig und auch Laien deutlich darstellbar. Es kann nichts wirken, wenn kein Wirkstoff mehr im angeblichen Medikament enthalten ist. Das sollte eigentlich jeder verstehen und nachvollziehen k\u00f6nnen. Es gibt keinen Bereich unseres t\u00e4glichen Lebens, in dem das anders w\u00e4re.<\/p>\n<p>Eine Lehre, die darauf aufbaut, mit ununterscheidbaren Mitteln spezifische Effekte hervorzurufen, ist auch dann falsch, wenn sie gelegentlich Mittel verwendet, die noch irgendetwas au\u00dfer zuf\u00e4lligen Verunreinigungen und Zucker enthalten. Das \u00c4hnlichkeitsprinzip ist auch bei niedrig oder gar nicht potenzierten Mitteln nicht existent.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8220; .. [die beim] sogenannten Potenzieren mehrfach verd\u00fcnnt und versch\u00fcttelt werden. Zum Teil, bis man einen Wirkstoff kaum oder gar nicht mehr nachweisen kann.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Das Potenzieren besteht aus einem Verd\u00fcnnen und Versch\u00fctteln &#8211; und geht noch wesentlich weiter als bis an die Nachweisgrenze der eingesetzten Stoffe. Je nach Stoff d\u00fcrfte die Nachweisgrenze bei vielleicht D10 oder D11 liegen. Zum Vergleich: Das w\u00e4re die Konzentration von Gold in Seewasser.<\/p>\n<p>Die Potenzierung wird indes mit dem Ziel, besonders wirksame Mittel zu erhalten, noch viel, viel weiter gef\u00fchrt, bis weit \u00fcber D23 \/ C12 hinaus. D1000 und C1000 werden standardm\u00e4\u00dfig angeboten, von C100.000 ist gelegentlich zu lesen. Dabei ist sp\u00e4testens ab D23\/C12 rechnerisch kein Teilchen des Ausgangsstoffes in der L\u00f6sung mehr enthalten, aber es wird dennoch weiter reines L\u00f6sungsmittel (Wasser und Alkohol) mit reinem L\u00f6sungsmittel verd\u00fcnnt und versch\u00fcttelt. Der Sinn dieses Vorgehens erschlie\u00dft sich einem an der Naturwissenschaft orientierten Betrachter nicht.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8222;Haie k\u00f6nnen Blutspuren im Wasser noch in millionenfacher Verd\u00fcnnung wahrnehmen. Wie genau das m\u00f6glich ist, wissen wir auch nicht.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Wenn Sie das nicht wissen, Frau Bajic, hei\u00dft das nicht, dass &#8222;man&#8220; das nicht wei\u00df, oder gar &#8222;wir&#8220;. Haie k\u00f6nnen, da haben Sie sicher recht, Blutspuren in millionenfacher Verd\u00fcnnung wahrnehmen, sogar in milliardenfacher Verd\u00fcnnung, wenn man der Wikipedia glauben kann. In diesem Artikel k\u00f6nnte man auch f\u00fcndig werden, wie das m\u00f6glich ist (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Haie#Sinnesorgane\">Link<\/a>). Aber was hat der Hai mit Hom\u00f6opathie zu tun?<\/p>\n<p>Auch wir Menschen k\u00f6nnen bestimmte Stoffe in recht starker Verd\u00fcnnung riechen, beispielsweise Schwefelwasserstoff (&#8222;faule Eier&#8220;), einfach weil wir in unserer Nase entsprechende Rezeptoren haben. Ist \u00fcbrigens auch beim Hai so. Das sagt nichts dar\u00fcber aus, wie Hom\u00f6opathika in Bereichen wirken k\u00f6nnten, in denen keine Rezeptoren f\u00fcr das vorhanden sind, was immer es auch sein soll, das bei Hom\u00f6opathika\u00a0 f\u00fcr die heilsame Wirkung verantwortlich ist.<\/p>\n<p>Beispiel: Der K\u00f6rper eines Erwachsenen enth\u00e4lt 150 bis 300 g Speisesalz und wir f\u00fchren ihm normalerweise mit unserer Nahrung t\u00e4glich 1 bis 3 g zu. W\u00fcrden wir es merken, wenn wir mit der empfohlenen Tagesdosis von Natrium muriaticum D2 &#8211; also einer sehr niedrigen Potenz &#8211; weitere 0,000 03 g aufnehmen? Dies ginge in der t\u00e4glichen Schwankung unserer Zufuhr einfach unter.<\/p>\n<p>Dieses Beispiel ist vielleicht extrem, aber die allermeisten Stoffe, die in der Hom\u00f6opathie angewendet werden, sind \u00fcberall in unserer Umgebung vergleichsweise reichlich vorhanden, so dass die mittels der hom\u00f6opathischen Mittel zugef\u00fchrten Mengen nicht mehr sp\u00fcrbar sind. Nochmal zur Verdeutlichung: Gold liegt im Seewasser in einer Konzentration entsprechend D11 vor. D22 entspricht der Verd\u00fcnnung des letzten Bechers Wein von Jesus&#8216; letztem Abendmahl auf den gesamten Wasservorrat der Erde, wenn der Becher nicht zu gro\u00df war, hei\u00dft das nat\u00fcrlich, etwa wie ein heutiges Weinglas.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8222;Der hom\u00f6opathische Ansatz ist stets, dass die verabreichten Dosierungen so gering wie m\u00f6glich sind, dass giftige Nebenwirkungen vermieden werden.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Das hat sich aber in Hom\u00f6opathenkreisen nicht sehr weit herumgesprochen. Die Potenzierung erfolgt im Hinblick auf eine Steigerung der Wirksamkeit, nicht zum Zwecke einer Vermeidung einer m\u00f6glichen Giftwirkung. Wobei interessant ist, wie das unterschieden wird, dass sich die positive Wirkung auf den Menschen verst\u00e4rkt, die Giftwirkung aber abnimmt. Welcher Kobold ist da am Werk? Der \u00fcbrigens auch noch daf\u00fcr sorgen muss, dass die in den L\u00f6sungsmitteln vorhandenen Verunreinigungen &#8211; zul\u00e4ssige Gesamtkonzentration im Wasser f\u00fcr medizinische Zwecke ist ungef\u00e4hr D6 &#8211; auf das Sch\u00fctteln nicht reagieren, sondern nur der Ausgangsstoff, dessen Gehalt bereits nach recht wenigen Schritten von diesen Verunreinigungen \u00fcbertroffen wird.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8222;Die Erfahrung, dass eine Substanz in gro\u00dfen Mengen eingenommen sch\u00e4dlich, in kleinen Mengen dagegen n\u00fctzlich sein kann, ist in der Wissenschaft nun wirklich nicht neu.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Nein, das ist sie wirklich nicht. Die Erkenntnis stammt schon von Theophrastus Bombastus von Hohenheim, besser bekannt als Paracelsus, der diese im Jahr 1538 schriftlich fixierte. Neu w\u00e4re hingegen, dass man bei unterschiedlicher Intensit\u00e4t des Nicht-Vorhandenseins &#8211; was den unterschiedlichen Hochpotenzen entspr\u00e4che &#8211; unterschiedlich intensive Wirkungen erzielen k\u00f6nnte. Insofern ist dieser Vergleich auch hier nicht relevant.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8222;[Baumgartner] hat in Experimenten gezeigt, dass Hochpotenzen selbst bei Pflanzen Effekte ausl\u00f6sen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Stephan Baumgartner bem\u00fcht sich seit Jahrzehnten darum, die Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie im Grundlagenversuch an Pflanzen zu zeigen. Das ist ihm bislang allerdings nicht recht gelungen. Seine Ergebnisse leiden darunter, dass sie sich einer unabh\u00e4ngigen Reproduzierbarkeit bislang entziehen. Andererseits sollte man sich vergegenw\u00e4rtigen, mit welch kleinen Effekten hier gearbeitet wird. Unter anderem wurden Wasserlinsen mit Arsen gestresst und dann mit Arsenicum album behandelt, was unter einer ganzen Reihe von Stoffen als das wirksamste Mittel identifiziert wurde. Die so behandelten Pflanzen erreichten in 100 Stunden eine Gr\u00f6\u00dfe, f\u00fcr die die unbehandelten Pflanzen nur weniger als eine Stunde l\u00e4nger brauchten. Dieser Effekt ist so winzig, dass er mit dem blo\u00dfen Auge nicht erkennbar ist. Und das soll ein Beweis f\u00fcr eine Therapie sein, von der Frau Bajic auf ihrer Praxis-Webseite behauptet:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><span lang=\"de-DE\">&#8222;<\/span>Ein sorgf\u00e4ltig ausgew\u00e4hltes hom\u00f6opathisches Arzneimittel kann schnell, sanft, sicher, nebenwirkungsfrei und dauerhaft die Symptome auch schwerer, akuter und chronischer Erkrankungen, wie Migr\u00e4ne, Neurodermitis, Asthma bronchiale, Colitis, Rheumatismus u.v.a. deutlich lindern \u2013 bis hin zur Beschwerdefreiheit. Dies gilt auch f\u00fcr akute Krankheiten bakterieller oder viraler Natur.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Wie \u00fcberzeugend soll das denn sein?<\/p>\n<p>Wie wird die Hom\u00f6opathie im Ausland gesehen, fragt der Journalist?<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8222;Hier lohnt ein Blick in die Schweiz. Dort ist die Hom\u00f6opathie nun tats\u00e4chlich Regelleistung der Krankenversicherung.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Auch hier passiert das, was man &#8222;Cherrypicking&#8220; nennt und f\u00fcr die Hom\u00f6opathie typisch ist: Aus einer Anzahl von Fakten werden nur die positiven herausgepickt. Hier genauer, nur das eine Faktum, das die eigene Position unterst\u00fctzt. In der Tat mussten die Hom\u00f6opathie und andere komplement\u00e4rmedizinische Verfahren in der Schweiz in den Leistungskatalog aufgenommen werden, nachdem dies in einer Volksabstimmung so beschlossen wurde. Dies ist demnach kein auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierender Vorgang, sondern die Entscheidung von Menschen, die einfach etwas haben wollten, was die Regierung ihnen eigentlich nicht geben wollte.<\/p>\n<p>Man wundert sich allerdings nicht sehr, dass Frau Bajic den Blick nicht in die L\u00e4nder lenkt, in denen unabh\u00e4ngige Organisationen die Hom\u00f6opathie betrachtet haben und zu negativen Schlussfolgerungen gelangt sind, n\u00e4mlich Russland, Australien, Kanada, Ungarn, Schweden, USA und das Vereinigte K\u00f6nigreich (<a href=\"http:\/\/edzardernst.com\/2017\/04\/official-verdicts-on-homeopathy\/\">Link<\/a>). Ziemlich gleichlautend ist das Urteil, dass die Lehre der Hom\u00f6opathie den bekannten Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten von Physik, Chemie und Physiologie widerspricht und keine belastbaren Wirkungsnachweise vorliegen. Die daraus gezogenen Konsequenzen sind unterschiedlich, aber gehen in die gleiche Richtung:<\/p>\n<ul>\n<li>In Australien wurde eine Warnung herausgegeben, dass man seine Gesundheit riskiert, wenn man eine wirksame Therapie zugunsten einer hom\u00f6opathischen Behandlung zur\u00fcckstellt.<\/li>\n<li>In England werden die Kosten f\u00fcr die Hom\u00f6opathie nicht mehr vom \u00f6ffentlichen Gesundheitssystem getragen<\/li>\n<li>In den USA m\u00fcssen Hom\u00f6opathika zuk\u00fcnftig dahingehend gekennzeichnet werden, dass kein Wirkungsnachweis vorliegt und eine Wirkung auch unplausibel w\u00e4re.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zusammengefasst:<\/p>\n<p>Keine der Aussagen von Frau Bajic ist vom Inhalt oder von der Implikation her zutreffend. Mit fragw\u00fcrdigen Mitteln wird ein Bild gezeichnet, das geeignet ist, den unkundigen Leser in eine falsche Richtung zu lenken. Bei zuk\u00fcnftigen Interviews von Frau Bajic, aber auch anderen Vertretern der Hom\u00f6opathie, w\u00fcnscht man sich, dass der das Inteview f\u00fchrende Journalist sich vorher \u00fcber die Ungereimtheiten der Hom\u00f6opathie informiert, entsprechend nachhakt und den Interviewpartner mit den Absurdit\u00e4ten der Lehre &#8211; und den eigenen Falschaussagen hierzu &#8211; konfrontiert. Dies d\u00fcrfte nicht besonders schwierig sein, da Frau Bajic bei jedem Interview die gleichen Statements von sich gibt, wenn der Interviewer ihr die richtigen Stichw\u00f6rter gibt.<\/p>\n<p>Bei auch nur leichtem Hinterfragen geht das dann gr\u00fcndlich schief, wie man ja in de rZeit lesen konnte.<\/p>\n<p><strong>Quellen:<\/strong><\/p>\n<p>[1] &#8222;Hom\u00f6opathie kann nicht alles&#8220;, Interview mit Cornelia Bajic von Josephina Maier und Jan Schweitzer, Zeit Nr. 26\/2017 Link: http:\/\/www.zeit.de\/2017\/26\/cornelia-bajic-homoeopathie-aerzte-interview<\/p>\n<p>[2] &#8222;Das R\u00e4tsel der Hom\u00f6opathie&#8220;, Interview mit Cornelia Bajic von Markus B\u00e4r, Augsburger Allgemeine Nr. 158\/2017, 12. Juli 2017. <a href=\"http:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/wissenschaft\/Auch-homoeopathische-Aerzte-wissen-nicht-warum-ihre-Mittel-wirken-id42025151.html\">Link<\/a><\/p>\n<p>[3] Rey L: Thermoluminescence of ultra-high dilutions of lithium chloride and sodium chloride, Physica A (2003) 323 S. 67-74<\/p>\n<p>[4] Klein SD, Wolf U: Comparison of homeopathic globules prepared from high and ultra-high dilutions of various starting materials by ultravilot light spectroscopy, Complement Ther in Med (2016) 24: 111-117 (<a href=\"http:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0965229915300388?via%3Dihub\" class=\"broken_link\">Link<\/a> zum Volltext), bereits <a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=3096\">hier<\/a> in meinem Blog besprochen.<\/p>\n<p>[5] Ferley JP, Tmirou D, D&#8217;Adhemar D, Balducci F: A Controlled Evaluation of a Homeopathic Preparation in the Treatment of Influenza-Like Syndromes&#8216; in: British Journal of Clinical Pharmacology 1989; 27: 329 &#8211; 335, Link zum <a href=\"http:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1111\/j.1365-2125.1989.tb05373.x\/pdf\" class=\"broken_link\">Volltext<\/a><\/p>\n<p>[6] Kleijnen J, Knipschild P, ter Riet G: Clinical trials of homeopathy, BMJ 1991; 302:302-316, <a href=\"http:\/\/www.bmj.com\/content\/302\/6772\/316.short\" class=\"broken_link\">Link,<\/a><\/p>\n<p>[7] Mathie RT, Ramparsad N, Legg LA, Clausen J, Moss S, Davidson JR. et al.: Randomised, double-blind, placebo-controlled trials of non-individualised homeopathic treatment: systematic review and meta-analysis. <i>Systematic reviews (2017)<\/i>, <i>6<\/i>(1), 63., <a href=\"https:\/\/systematicreviewsjournal.biomedcentral.com\/articles\/10.1186\/s13643-017-0445-3\">Link<\/a> zum Volltext<\/p>\n<p>[8] NN: Homeopathy Review, Bericht des National Health and Medical Research Council, 2014. Dieser Report besteht aus mehreren einzelnen Berichten, die hier zug\u00e4nglich sind: <a href=\"https:\/\/www.nhmrc.gov.au\/guidelines-publications\/cam02\" class=\"broken_link\">Link<\/a><\/p>\n<p>[9] Witt CM, L\u00fcdtke R, Baur R, Willich SN: Homeopathic medical practice: long-term results of a cohort study with 3981 patients. BMC Public Health (2005), 5(1), 115. <a href=\"https:\/\/bmcpublichealth.biomedcentral.com\/articles\/10.1186\/1471-2458-5-115\">Link<\/a> zum Volltext<\/p>\n<p>[10] Haidvogl M, Riley DS, Heger M, Biren S et al.: Homeopathic and conventional treatment for acute respiratory and ear complaints: A comparative study on outcome in the primary care setting, BMC Complementary and Alternative Medicine (2007);7:7 <a href=\"http:\/\/bmccomplementalternmed.biomedcentral.com\/articles\/10.1186\/1472-6882-7-7\">Link<\/a>, Besprechung auf meinem Blog (<a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2927\">Link<\/a>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00fcrzlich erhielt ich per Brief einen Zeitungsausschnitt von dem Interview der Augsburger Allgemeinen mit Frau Bajic, das am 12. Juli 2017 ver\u00f6ffentlicht wurde. 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