{"id":3060,"date":"2017-03-02T16:19:05","date_gmt":"2017-03-02T15:19:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=3060"},"modified":"2018-12-08T22:14:36","modified_gmt":"2018-12-08T21:14:36","slug":"gegen-grippe-vorbeugen-carstens-stiftung-vs-fakten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=3060","title":{"rendered":"Gegen Grippe vorbeugen &#8211; Carstens-Stiftung vs. Fakten"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook%7Ctwitter\" data-url=\"http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D3060\" data-timestamp=\"1544307276\" data-hidezero=\"1\" data-backendurl=\"?rest_route=\/shariff\/v1\/share_counts&\"><ul class=\"shariff-buttons theme-default wcag_colors orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D3060\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#38548F; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<span data-service=\"facebook\" style=\"color:#38548F\" class=\"shariff-count\"> 46<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D3060&text=Gegen%20Grippe%20vorbeugen%20%E2%80%93%20Carstens-Stiftung%20vs.%20Fakten\" title=\"Bei Twitter teilen\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#115A92; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 30 32\"><path fill=\"#55acee\" d=\"M29.7 6.8q-1.2 1.8-3 3.1 0 0.3 0 0.8 0 2.5-0.7 4.9t-2.2 4.7-3.5 4-4.9 2.8-6.1 1q-5.1 0-9.3-2.7 0.6 0.1 1.5 0.1 4.3 0 7.6-2.6-2-0.1-3.5-1.2t-2.2-3q0.6 0.1 1.1 0.1 0.8 0 1.6-0.2-2.1-0.4-3.5-2.1t-1.4-3.9v-0.1q1.3 0.7 2.8 0.8-1.2-0.8-2-2.2t-0.7-2.9q0-1.7 0.8-3.1 2.3 2.8 5.5 4.5t7 1.9q-0.2-0.7-0.2-1.4 0-2.5 1.8-4.3t4.3-1.8q2.7 0 4.5 1.9 2.1-0.4 3.9-1.5-0.7 2.2-2.7 3.4 1.8-0.2 3.5-0.9z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">twittern<\/span>&nbsp;<span data-service=\"twitter\" style=\"color:#115A92\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button rss shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?feed=rss\" title=\"RSS-feed\" aria-label=\"RSS-feed\" role=\"button\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#aa2e00; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#fe9312\" d=\"M4.3 23.5c-2.3 0-4.3 1.9-4.3 4.3 0 2.3 1.9 4.2 4.3 4.2 2.4 0 4.3-1.9 4.3-4.2 0-2.3-1.9-4.3-4.3-4.3zM0 10.9v6.1c4 0 7.7 1.6 10.6 4.4 2.8 2.8 4.4 6.6 4.4 10.6h6.2c0-11.7-9.5-21.1-21.1-21.1zM0 0v6.1c14.2 0 25.8 11.6 25.8 25.9h6.2c0-17.6-14.4-32-32-32z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">RSS-feed<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><\/ul><\/div><p>Wenn man, wie ich, gerade den Klauen einer ungew\u00f6hnlich heftigen Erk\u00e4ltung entkommen ist, dann betrachtet man solche Erkrankungen mit etwas anderen Augen. Au\u00dferdem ist der Artikel \u00fcber ein viel verkauftes angeblich wirksames hom\u00f6opathische Grippemittel (<a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?page_id=844\">hier<\/a>) der am meisten gelesene Beitrag auf diesem Blog. Umso neugieriger ist man dann, wenn sich die Carstens-Stiftung mit einer neuen Studie zum Thema Grippevorbeugung besch\u00e4ftigt.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p><strong>In K\u00fcrze<\/strong><\/p>\n<p>Die Carstens-Stiftung berichtet auf ihrer neu gestalteten Webseite von einer neuen Beobachtungsstudie aus den Niederlanden zum Thema Grippevorbeugung. Die Grippeimpfung kommt dabei erwartungsgem\u00e4\u00df schlecht weg. In der Analyse der Studie zeigt sich aber, dass der Erfolg anhand des Auftretens grippaler Infekte bewertet wird, die au\u00dfer einer gewissen \u00c4hnlichkeit der Symptome und des Namens nichts mit Grippe zu tun haben. Andererseits hat die Grippesaison erst nach der Beobachtungszeit begonnen, folglich wurde das, was mit der Vorbeugema\u00dfnahme erreicht werden sollte, n\u00e4mlich die verminderte Ansteckung an der echten Grippe, nicht bewertet.<\/p>\n<p>Dass auch die hom\u00f6opathische Vorbeugung im Vergleich zu einer unbehandelten Kontrollgruppe wirkungslos blieb, wird mit Verweis auf bereits vorliegende Studien als belanglos erkl\u00e4rt. Diese Studien aber geben keinen Hinweis darauf, dass eine hom\u00f6opathische Prophylaxe tats\u00e4chlich wirkungsvoll sein k\u00f6nnte. Auch der DZVh\u00c4 verneint jede M\u00f6glichkeit, dass mit hom\u00f6opathischen Mitteln eine Immunisierung erreicht werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Dieser Artikel der KVC ist somit geeignet, die Patienten in Richtung\u00a0 einer f\u00fcr sie nachteiligen Entscheidung zu beeinflussen. Ein Bestandteil der hierzulande \u00fcblichen Verbrauchert\u00e4uschung, der Politik und \u00f6ffentliches Gesundheitswesen tatenlos zusehen.<\/p>\n<p><strong>In L\u00e4nge<\/strong><\/p>\n<p>Die Karl-und-Veronika-Carstens-Stiftung (&#8222;KVC&#8220;) hat ihrer Webseite nicht nur einen neuen Look verpasst &#8211; der leider viele Links zerschossen hat &#8211; man hat sich auch gleich einem saisonal offenbar recht interessanten Thema gewidmet: der Grippe, genau genommen der Vorbeugung von Grippe. &#8222;Grippeimpfung versus Hom\u00f6oprophylaxe&#8220; hat Jens Behnke seinen Artikel genannt [1] und damit ganz geschickt die Befindlichkeiten der Hom\u00f6opathieanh\u00e4nger bedient, (b\u00f6se) &#8222;Impfung&#8220; gegen (gute) &#8222;Prophylaxe&#8220;. Begriffsmarketing eben.<\/p>\n<p>Behnke kommt zu dem Schluss, dass eine neu ver\u00f6ffentlichte niederl\u00e4ndische Studie [2] nahelege, dass die Grippeimpfung bei \u00e4lteren Menschen das Risiko einer Ansteckung erh\u00f6he, anstatt es zu senken, also das bewirkt, was eigentlich verhindert werden soll. Hom\u00f6opathika seien zwar in dieser Studie als unwirksam erkannt worden, aber es l\u00e4gen ja gen\u00fcgend andere Arbeiten vor, in denen sich die Hom\u00f6opathie in Prophylaxe und Therapie von Grippeerkrankungen als hilfreich erwiesen habe. Klar, Behnke schreibt, dass diese vorliegende Studie nur &#8222;bedingt aussagekr\u00e4ftig&#8220; sei, wobei sich jeder selbst aussuchen darf, was das hei\u00dfen soll. Vermutlich wird der Anh\u00e4nger der Hom\u00f6opathie eher das Attribut &#8222;aussagekr\u00e4ftig&#8220; registrieren und das &#8222;bedingt&#8220; ist das Feigenblatt, das man gegen\u00fcber den Kritikern vorzeigen kann.<\/p>\n<p>Wir haben es in diesem kurzen Artikel also mit zwei heftig diskutierten Themen zu tun, n\u00e4mlich Hom\u00f6opathie und Impfkritik, die beide gerne fernab jeder Faktenlage diskutiert werden. Daher erscheint eine gr\u00fcndliche Auseinandersetzung w\u00fcnschenswert.<\/p>\n<p><strong>Die Pilotstudie von Hasselaar et al.<\/strong><\/p>\n<p>Das Erste, was an dem Titel der Studie [2] sofort ins Auge springt, ist die Tatsache, dass es sich &#8222;nur&#8220; um eine Pilotstudie handelt. Pilotstsudien werden in der Hochschulmedizin alleine zu dem Zweck durchgef\u00fchrt, eine gr\u00f6\u00dfere Hauptstudie vorzubereiten. Es wird dabei ausprobiert, ob das vorgesehene Studienprotokoll auch funktioniert, ob die Patienten die Anweisungen verstehen, ob sich die vorgesehenen Endpunkte tats\u00e4chlich erfassen lassen und \u00c4hnliches &#8211; kurz: um auszuschlie\u00dfen, dass in der teuren Hauptstudie etwas schiefgeht.<\/p>\n<p>Bei der Hom\u00f6opathie hingegen scheint das grunds\u00e4tzlich anders zu sein. Hier haben Pilotstudien offensichtlich einen anderen Zweck. Sie dienen nicht zur Vorbereitung einer Hauptstudie, sondern als deren Ersatz: In dem 2014 von Mathie et al. ver\u00f6ffentlichten Review zur klassischen Hom\u00f6opathie [3] handelte es sich bei 13 der betrachteten 32 Studien um solche Pilotstudien, denen im Schnitt auch nach \u00fcber elf Jahren noch keine Hauptstudie gefolgt ist. Mathie hat diese als w\u00e4re es selbstverst\u00e4ndlich als ganz vollwertige Evidenz gez\u00e4hlt. Zwei seiner drei als &#8218;belastbare Evidenz&#8216; eingestufte Arbeiten waren solche Pilotstudien.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde mich fast zu wetten trauen, dass es f\u00fcr diese neue Studie von Hasselaar auch keine Hauptstudie geben wird. Das erscheint naheliegend, denn in dem gesamten Text ist an keiner Stelle der kleinste Hinweis auf ein solches Vorhaben zu finden. In der Schlussfolgerung ist sogar zu lesen, dass &#8222;weitere Forschung an gr\u00f6\u00dferen Gruppen&#8220; gerechtfertigt sei, was nicht danach klingt, dass man gerade im Begriff w\u00e4re, solches zu tun.<\/p>\n<p>Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es nur ein Trick ist, diese Arbeit zu einer Pilotstudie zu erkl\u00e4ren, um die Kritik an Protokoll und Durchf\u00fchrung von vornherein ruhigzustellen.<\/p>\n<p><strong>Die Autoren<\/strong><\/p>\n<p>Von uns Kritikern wird ja gerne verlangt, dass wir dem Thema Hom\u00f6opathie &#8217;neutral&#8216; gegen\u00fcberstehen sollten. Selbst kleinste Hinweise irgendwo auf den Webseiten, dass man mal ein Buch zum Thema geschrieben hat und dies auch k\u00e4uflich erworben werden kann, gilt oftmals als &#8211; pfuideibel &#8211; &#8222;kommerzielles Interesse&#8220;. Da freut man sich doch, wenn Studien ver\u00f6ffentlicht werden, in denen die Autoren keinem Interessenkonflikt unterliegen. Zumindest wie hier keinen angeben.<\/p>\n<p><strong><span lang=\"de-DE\">Gerrie Hasselaar,<\/span><\/strong><span lang=\"de-DE\"> die Hauptautorin, betreibt ausweislich ihrer Webseite mit dem sprechenden Titel www.homeopathie.works, in Amersfoort,NL, als &#8222;<\/span>homeopathisch arts&#8220; <span lang=\"de-DE\">eine entsprechende Praxis [4]. <\/span><\/p>\n<p><strong>Willem van Nijnatten<\/strong> war bis zu seinem Ruhestand im August 2015 als praktischer Arzt in s&#8217;Hertogenbosch, NL, t\u00e4tig [5].<\/p>\n<p><strong><span lang=\"de-DE\">Isaac Golden<\/span><\/strong><span lang=\"de-DE\"> bezeichnet sich auf seiner Webseite als einen der erfahrensten hom\u00f6opathischen Therapeuten Australiens [6]. Auf der Seite des <\/span><span lang=\"de-DE\">National Institute of Integrative Medicine, Australia, wird er als &#8222;Weltautorit\u00e4t zur Hom\u00f6oprophylaxe&#8220; bezeichnet [7] und er scheint sich auf seiner Webseite auch als Impfgegener zu pr\u00e4sentieren. In der Presse wird er allerdings eher kritisch gesehen [8].<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p>Nun ja, so richtig &#8217;neutral&#8216; sieht das ja nicht gerade aus.<\/p>\n<p>Prinzipiell ist nichts dagegen zu sagen, wenn Hom\u00f6opathen und Impfgegner Studien durchf\u00fchren. Es ist schlie\u00dflich ziemlich blau\u00e4ugig, anzunehmen, dass jemand, der eine Studie finanziert bzw. durchf\u00fchrt, an dem Ergebnis kein Interesse hat. Es sollten im Studienprotokoll jedoch Vorkehrungen getroffen werden, dass eine Voreingenommenheit nicht auf die Ergebnisse durchschlagen kann. Verblindung w\u00e4re ein wichtiger Aspekt. Erhebung der Daten durch Dritte w\u00e4re eine M\u00f6glichkeit. Auf jeden Fall muss ausgeschlossen werden, dass die Autoren das Ergebnis beeinflusst haben k\u00f6nnten. Richtig gut w\u00e4re es auch, in der Ver\u00f6ffentlichung auf die Interessenkonflikte hinzuweisen.<\/p>\n<p><strong>Studienmethodik<\/strong><\/p>\n<p>Die Studie wurde an 150 Patienten einer einzigen Hausarztpraxis durchgef\u00fchrt. Je nach Wunsch erhielten die Patienten eine konventionelle Grippeimpfung, eine hom\u00f6opathische Prophylaxe oder, wenn der Patient den Arzt nicht danach fragte, auch gar nichts. In die Studie wurden \u00e4ltere Patienten aufgenommen (Alter 60 bis 85 Jahre). Als Impfstoff wurde der f\u00fcr diese Saison vorgesehen Impfstoff verwendet (&#8222;Vaxigrip&#8220;). Bei dem hom\u00f6opathischen Mittel handelte es sich um &#8222;Poly Influenzinum combi C200 Influvac,<br \/>\nVaxigrip&#8220;, dessen n\u00e4here Zusammensetzung nicht in Erfahrung gebracht werden konnte.<\/p>\n<p>Dabei ergaben sich h\u00f6chst unterschiedliche Gruppenst\u00e4rken:<br \/>\nGrippeimpfung: 83 Patienten<br \/>\nHom\u00f6opathische Prophylaxe: 19 Patienten<br \/>\nKeine Vorbeugung: 48 Patienten.<\/p>\n<p>Diese Patienten erhielten entsprechend ihren W\u00fcnschen Ende Oktober 2013 ihre Vorbeugema\u00dfnahmen, oder eben auch nicht. Eine erste telefonische Abfrage erfolgte kurz vor Weihnachten 2013, eine zweite zum Schluss der Beobachtungszeit im Februar 2014. Gefragt wurde, ob die Patienten einen grippalen Infekt (&#8222;flu&#8220;) erlitten hatten und ob Nebenwirkungen der Vorbeugema\u00dfnahmen zu verzeichnen waren sowie der allgemeine Gesundheitszustand.<\/p>\n<p>Beide Abfragen wurden von der Hauptautorin selbst durchgef\u00fchrt, ohne dass die leiseste Verblindung gegeben war! Ganz im Gegenteil, die Patienten mussten angeben, zu welchem Studienarm sie geh\u00f6rten &#8211; und da liegt das fundamentale Problem dieser Studie. Man hat den Probanden eben nicht einfach den Fragebogen zugesandt, damit sie ungest\u00f6rt und unbeeinflusst die Fragen beantworten. Nein, die von den Segnungen der Hom\u00f6opathie \u00fcberzeugte Hauptautorin hat die Probanden abgefragt und danach den Fragebogen ausgef\u00fcllt.<\/p>\n<p>Unter diesen Umst\u00e4nden kann man fast drauf wetten, was sich als Ergebnis ergibt.<\/p>\n<p>Es ist nun einmal so, dass man Aussagen, die in die eigene Weltsicht passen, wenig kritisch gegen\u00fcbersteht. Die anderen aber, an deren Richtigkeit man zweifelt, werden \u00fcberpr\u00fcft und hinterfragt. Das geht ganz automatisch, ohne dass man das willentlich steuert oder \u00fcberhaupt bemerkt. Lieber Leser, beobachten Sie sich bei n\u00e4chster Gelegenheit einmal selbst, wenn man Ihnen etwas berichtet, das Ihren \u00dcberlegungen und \u00dcberzeugungen widerspricht, egal bei welcher Gelegenheit. Ob es nun um eine Erkl\u00e4rung geht, warum das Auto eine Beule hat, eine Verabredung nicht eingehalten wurde oder etwas teurer geworden ist oder schlechter funktioniert als urspr\u00fcnglich gedacht. Die Erkl\u00e4rungen, die in Ihr Weltbild passen, akzeptieren Sie ohne weiteres. Die anderen ben\u00f6tigen eher eine zus\u00e4tzliche Erkl\u00e4rung.<\/p>\n<p>Schon die Fragestellung an den Probanden kann in kleinen Nuancen eine erwartete Antwort vorgeben: &#8222;Ging es Ihnen nach der Impfung gut?&#8220; kann man von der Betonung und der Satzmelodie her sehr unterschiedlich ausdr\u00fccken. Betonung auf dem &#8222;Ihnen&#8220; und eine Anhebung der Stimmlage am Satzende dr\u00fcckt etwas Anderes aus als ein Verzicht auf Betonung und eine sich senkende Stimme zum Ende hin.<\/p>\n<p>Was wird passiert sein, wenn jemand mit Grippeimpfung geantwortet hat, es ginge ihm gut, alles bestens, keine Nebenwirkungen, nichts? Die Interviewerin wird sicherstellen wollen, dass bei dem Probanden auch wirklich nichts vorgefallen ist. Hat er die Frage richtig verstanden? Hat er auch wirklich genau Buch gef\u00fchrt und alle Vorkommnisse aufgezeichnet? Schlie\u00dflich ist das ja f\u00fcr die wissenschaftliche Arbeit \u00e4u\u00dferst wichtig, dass er nichts vergessen hat? Wirklich kein Niesen, Husten, Heiserkeit? Auch wenn er nochmal ganz genau nachdenkt?<\/p>\n<p>Man kann damit durchaus etwas in den Patienten &#8222;hineinfragen&#8220;.<\/p>\n<p>Bei den hom\u00f6opathisch behandelten Probanden geht das nat\u00fcrlich auch anders herum. Ist man wirklich sicher, dass der Husten mit der Ma\u00dfnahme in Verbindung steht? War das nicht etwas v\u00f6llig Normales um diese Jahreszeit, dass man einmal niest oder etwas heiser ist?<\/p>\n<p>Das kann man im Gegenzug als &#8222;wegfragen&#8220; bezeichnen. Etwa in diese Richtung deutet das Ergebnis, dass es bei zwei hom\u00f6opathisch behandelten Probanden zu Erk\u00e4ltungs- und Grippesymptomen als Reaktion auf die Vorbeugema\u00dfnahme kam. Warum wurden diese nicht als Episode eines grippalen Infekts bewertet?<\/p>\n<p>Egal wie, diese Beispiele sollen plausibel machen, dass das Risiko sehr gro\u00df war, dass die Fragen und R\u00fcckfragen der Studienautorin bei beiden Gruppen in unterschiedliche Richtung zielten. Was nicht der Fall w\u00e4re, wenn die Gruppenzugeh\u00f6rigkeit des befragten Probanden dem Interviewer unbekannt gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Es kann nat\u00fcrlich sein, dass die Interviewerin das Ergebnis nicht beeinflusst hat, also ohne eine bestimmte Betonung die Fragen vorgelesen hat, die Antwort entgegengenommen und ohne Weiteres in den Fragebogen eingetragen hat. Es w\u00e4re allerdings viel einfacher, das zu glauben, wenn man eine andere Vorgehensweise gew\u00e4hlt h\u00e4tte.<\/p>\n<p><strong>Ergebnisse<\/strong><br \/>\nDie Probanden wurden in zwei Telefoninterviews nach den Ergebnissen befragt: ob sie an einer Erk\u00e4ltungskrankheit (&#8222;flu&#8220;) erkrankt waren, ob sie Reaktionen auf die Impfung bzw. das Hom\u00f6opathikum gezeigt h\u00e4tten und generell nach dem Gesundheitszustand und dessen \u00c4nderung nach der Ma\u00dfnahme. Bezeichnend ist, dass die Zuordnung irgendwelcher Symptome als Folge des Eingriffs alleine auf der Einsch\u00e4tzung der Probanden beruht.<\/p>\n<p>Hier soll ein kurzer Auszug aus dem Ergebnis der Befragung der Probanden gen\u00fcgen:<\/p>\n<ul>\n<li>Bei den 83 Geimpften traten 26 grippe\u00e4hnliche Erkrankungen und 33 Impfreaktionen auf (Anteil 31.3% und 39,8%).<\/li>\n<li>Bei den 19 Probanden mit hom\u00f6opathischer Vorbeugung traten 1 grippe\u00e4hnliche Erkrankung und 3 Impfreaktionen auf (Anteil 5,3% und 15,8%)<\/li>\n<li>Bei den 48 Patienten ohne eine Vorbeugema\u00dfnahme traten 4 Erkrankungen und naturgem\u00e4\u00df keine Impfreaktionen auf (Anteil 8,3%). Dabei w\u00e4re hier interessant gewesen, inwieweit Symptome auftraten, die bei den anderen Gruppen als Impfreaktionen gedeutet wurden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Auff\u00e4llig ist in der Tat der hohe Anteil der Erkrankungen in der Gruppe der Geimpften, wohingegen der hohe Anteil der Reaktionen in der Hom\u00f6opathiegruppe erstaunt. Leider fehlt der Vergleich mit der unbehandelten Gruppe, der einige Klarheit gebracht h\u00e4tte, wie treffsicher die Zuordnung der Beschwerden als Folge der Immunisierung ist.<\/p>\n<p>Die Grippewelle der Saison 2013\/2014 fand in Deutschland &#8211; und daher vermutlich auch in den benachbarten Niederlanden &#8211; erst nach Ende der Beobachtungszeit der Studie statt. Das Robert-Koch-Institut schreibt in seinem entsprechenden Bericht [9], dass der erste Nachweis eines Grippevirus bereits in Kalenderwoche (KW) 48\/2013 (ab 25. November) auftrat, also einen Monat nach Studienbeginn, jedoch erst ab KW 8\/2014 (ab 17. Februar 2014) von einer &#8222;Grippewelle&#8220; gesprochen werden kann, die in KW 14\/2014 (bis 6. April 2014) wieder beendet war. Mithin kann anhand dieser Studie, deren Beobachtungszeit je nach Gruppe zwischen dem 11. und dem 21. Februar 2014 endete, der Erfolg der Grippevorbeugung, n\u00e4mlich eine verminderte Anzahl an Grippeerkrankungen,\u00a0 nicht erfasst worden sein.<\/p>\n<p><strong>Schlussfolgerungen der Autoren<\/strong><\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">Die Autoren sind sich gewisser methodischer Problematiken ihrer Studie durchaus bewusst, insbesondere die Kleinheit der Gruppen und die Ungewissheit, ob die Probanden \u00fcberhaupt einem Ansteckungsrisiko ausgesetzt waren. Unter diesem Vorbehalt kann man die Daten dahingehend interpretieren, schreiben sie, dass die Grippeimpfung das Risiko erh\u00f6ht, an einem grippalen Infekt zu erkranken und dass die Impfung deutlich mehr Impfreaktionen hervorruft als die hom\u00f6opathische Vorbeugung.<\/span><\/p>\n<p>Dass man wegen des Verlaufs der Grippesaison den Nutzen der verschiedenen Vorgehensweisen gar nicht erfasst hat, ist den Autoren offenbar nicht aufgefallen.<\/p>\n<p><strong>Bewertung des Studienergebnisses<\/strong><\/p>\n<p>Grippe und grippale Infekte haben nichts miteinander zu tun. Grippeimpfungen sch\u00fctzen nicht vor Erk\u00e4ltungen, Erk\u00e4ltungen gehen von anderen Krankheitserregern aus als Grippe [10]. Mithin ist die Studie v\u00f6llig ohne jede Aussagekraft, auch ohne dass man die Einflussnahme der Studienautoren in Betracht zieht. Das, was die Impfung erreichen soll, wurde wegen der mangelnden Ansteckungsgefahr nicht erfasst. Das, was erfasst wurde, hat mit der Grippeimpfung nichts zu tun.<\/p>\n<p>Es bleibt die Frage der Impfreaktionen &#8211; aber da ist nichts wesentlich Neues gefunden worden. Dass Impfreaktionen auftreten k\u00f6nnen, ist kein Geheimnis. Dass die Anteile hier wesentlich h\u00f6her lagen, bei fast 40 % anstelle der in der Literatur genannten 13 %, ist m\u00f6glicherweise durch die Beschr\u00e4nkung ausschlie\u00dflich auf \u00e4ltere Menschen erkl\u00e4rbar, durch die Zuordnung der Beschwerden als Impfreaktion alleine durch den Probanden sowie die sehr wahrscheinliche Einflussnahme der Studienautoren bei der Datenermittlung.<\/p>\n<p><strong>Interpretation durch die Carstens-Stiftung<\/strong><\/p>\n<p>Was macht jetzt Herr Behnke aus dieser Studie?<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst einmal wirft er offensichtlich einige Begrifflichkeiten durcheinander. Es gibt zwei unterschiedliche Krankheitsformen, die im Deutschen \u00e4hnlich hei\u00dfen, aber doch nichts miteinander zu tun haben. Zum einen gibt es Erk\u00e4ltungskrankheiten, die oftmals als &#8222;grippale Infekte&#8220; bezeichnet werden, Englisch &#8222;influenza-like syndromes&#8220;. Das ist das, was wohl jeder mehr oder weniger regelm\u00e4\u00dfig ein oder zwei Mal im Jahr erleidet. Die Nase l\u00e4uft, man niest und hustet und f\u00fchlt sich nicht so toll [11]. Wenn es denn etwas heftiger wird, dann spricht man zwar schon oft von einer &#8222;Grippe&#8220;, was aber den Sachverhalt nicht trifft. Die &#8222;echte Grippe&#8220; (Englisch &#8222;influenza&#8220;) ist eine durch Grippeviren hervorgerufene Erkrankung, die recht heftig ablaufen kann, in ung\u00fcnstigen F\u00e4llen auch durch Folgeinfektionen t\u00f6dlich enden kann [12]. Bei der gr\u00f6\u00dften Epidemie der Neuzeit, der 50 Millionen Menschen zum Opfer fielen, handelte es sich um eine Grippe (&#8222;Spanische Grippe&#8220;, [13]). Gegen diese Erreger richtet sich die Grippeimpfung, und zwar jedes Jahr gegen die vermutlich dominierenden St\u00e4mme.<\/p>\n<p>Die Ausl\u00f6ser f\u00fcr die normalen Erk\u00e4ltungskrankheiten sind zwar auch oft Viren, jedoch g\u00e4nzlich anderer Natur &#8211; und reagieren demnach nicht auf den spezialisierten Grippeimpfstoff [14].<\/p>\n<p>Man fragt sich, was Behnke wohl meint, wenn er von &#8222;einer banalen Influenza&#8220; spricht, die f\u00fcr \u00e4ltere Menschen ernste Folgen haben kann? Eine echte Grippe ist alles andere als banal, eine normale Erk\u00e4ltung hat wohl kaum ernste Folgen.<\/p>\n<p>Er zitiert weiter, dass 31,3% der geimpften Probanden &#8222;von mindestens einer Grippeepisode im Beobachtungszeitraum&#8220; betroffen waren &#8211; was sich bei n\u00e4herem Blick auf die Studie als unzutreffend erweist. Bei den geimpften Probanden werden &#8222;grippe-\u00e4hnliche Beschwerden&#8220; (&#8222;influenza-like illness&#8220;) in 26 F\u00e4llen aufgef\u00fchrt, keine Grippe, davon 10 leicht, 12 mittel und 4 schwer, und dass dies bei den anderen Gruppen in wesentlich geringerem Ausma\u00df auch der Fall war (\u00fcber die Problematik der Datenerfassung hatten wir oben schon berichtet). Dass jemand mehr als eine Episode durchgemacht h\u00e4tte, ist der Studie nicht zu entnehmen. Da Grippe und grippale Infekte zwei verschiedene Dinge sind, f\u00fchrt Behnkes Aussage in die Irre.<\/p>\n<p>Mithin ist Behnkes Schlussfolgerung, dass die Grippeimpfung das Risiko an einer solchen zu erkranken erh\u00f6hen w\u00fcrde, also v\u00f6llig falsch. Dass die Hom\u00f6opathie im Vergleich mit der unbehandelten Kontrollgruppe keinen Vorteil zeigt, hat Behnke zwar durchaus zutreffend erkannt, allerdings geht sein Hinweis, dass dies ja in anderen positiven Studien nachgewiesen sei, ebenfalls in die Irre. Er f\u00fchrt die folgenden Studien an:<\/p>\n<ul>\n<li>Cochrane-Report zu Oszillococcinum [15]:<br \/>\nW\u00f6rtliches Zitat aus dieser Arbeit: &#8222;Ergebnisse von zwei nur unzureichend beschriebenen klinischen Untersuchungen (gesamt 327 Teilnehmer) zeigen nicht, dass Oscillococcinum eine Grippeerkrankung verhindern kann. Obwohl die Ergebnisse aus vier anderen klinischen Studien (zusammen 1196 Patienten) nahelegen, dass Oscillococcinum die Grippesymptome nach 48 Stunden [NUR zum Zeitpunkt nach 48 Stunden, siehe <a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?page_id=844\">hier<\/a> &#8211; Anm. d. Autors], kann es sich hier um eine Verf\u00e4lschung infolge der Studienmethodik handeln&#8220; (\u00dcbersetzung von mir).<br \/>\nAlso keine hom\u00f6opathische Vorbeugung.<\/li>\n<li>Rottey (1995) [16]<br \/>\nDiese Arbeit wurde bereits auf diesem Blog besprochen (<a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2025\">hier<\/a>). Immerhin wird in dieser Arbeit dar\u00fcber berichtet, dass es bei Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen zu Verbesserungen gekommen ist, bei Sch\u00fcttelfrost, Husten, Schnupfen, Ersch\u00f6pfung und Appetitlosigkeit &#8211; alles das und noch einiges mehr wurde bewertet &#8211; jedoch nicht. Da die Autoren keinerlei Korrektur f\u00fcr den vielfachen Hypothesentest angewandt haben, kann man die Ergebnisse eher als ein erfolgreiches Datamining betrachten denn als tats\u00e4chlich signifikant. Wobei die Effektst\u00e4rken minimal sind. Nicht sehr belastbar.<\/li>\n<li>Chakraborty et al. (2013) [17]<br \/>\nIn dieser Arbeit geht es ausschlie\u00dflich um die Therapie von grippalen Infekten, nicht um die Vorbeugung gegen Grippe. Thema passt also nicht.<\/li>\n<li>Brydac et al (1999) [18]<br \/>\n<span lang=\"de-DE\">Hier wird die Bildung von Antik\u00f6rpern nach der intramuskul\u00e4ren Injektion von Gripp-Heel bei \u00e4lteren chronisch kranken Bewohnern von Pflegeheimen in einer offenbar unverblindeten Studie untersucht. Ich verstehe zu wenig von der Immunologie, um diese Studie beurteilen zu k\u00f6nnen, etwa ob es sein kann, dass eine intramuskul\u00e4re Injektion von minimalen Spuren von Blauem Eisenhut (Aconitum napellus), Schlangengift (Lachesis), Wasserdost (<\/span>Eupatorium perfoliatum) und Phosphor die Bildung von Grippe-Antik\u00f6rpern anregen kann, ob die festgestellte Steigerung klinisch relevant ist, oder ob es plausibel ist, dass der Antik\u00f6rper-Titer in der Gruppe wesentlich niedriger liegt, die, wie im Text beil\u00e4ufig erw\u00e4hnt, in einem deutlich h\u00f6heren Anteil eine Grippeerkrankung durchgestanden hat. Was allerdings nicht berichtet wird, ist die Rate der w\u00e4hrend der sechsmonatigen Beobachtungszeit tats\u00e4chlich aufgetretenen Grippeerkrankungen. Ich bezweifle daher die Relevanz dieser Studie f\u00fcr die Aussage einer m\u00f6glichen hom\u00f6opathischen Prophylaxe.<\/li>\n<\/ul>\n<p><span lang=\"de-DE\">In Summe erscheint die Beleglage daf\u00fcr, das man mittels hom\u00f6opathischer Prophylaxe einen wirksamen Grippeschutz aufbauen kann, als recht d\u00fcrftig. Zus\u00e4tzlich sei darauf hingewiesen, dass der Deutsche Zentralverein hom\u00f6opathischer \u00c4rzte die M\u00f6glichkeit hom\u00f6opathischer Impfungen kategorisch ablehnt: <\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><span lang=\"de-DE\">&#8222;<\/span>Es gibt keine \u201ehom\u00f6opathischen Impfungen\u201c. Kein hom\u00f6opathisches Mittel ist in der Lage, eine nachweisbare Immunisierung hervorzurufen. Vor dem Ersatz einer notwendigen Impfung durch die Einnahme hom\u00f6opathischer Medikamente wird gewarnt&#8220; [19].<\/em><\/p>\n<p>Dies bezieht sich auf das fl\u00e4chendeckende Impfen bzw. Immunisieren, wie es in den vorliegenden Studien angewendet wird.<\/p>\n<p>Das insgesamt von Behnke bez\u00fcglich einer &#8218;hom\u00f6opathischen Grippeprophylaxe&#8220; gezogene Fazit ist demnach durch die Studienlage nicht gedeckt &#8211; und damit unbegr\u00fcndet. Dabei ist diese Irref\u00fchrung besonders t\u00fcckisch: Wenn der Patient aufgrund dieser vollmundigen Versprechungen auf die sch\u00fctzende Macht der Hom\u00f6opathie vertraut und dann merkt, dass er sich geirrt hat &#8211; kann das f\u00fcr Angeh\u00f6rige von Risikogruppen schon fatal sein. Hier entfaltet die Anwendung der Hom\u00f6opathie durchaus ein betr\u00e4chtliches Schadenspotenzial &#8211; entgegen den \u00fcblichen Beteuerungen.<\/p>\n<p><strong>Literatur \/ Quellen<\/strong><\/p>\n<p>[1] Behnke J: Grippeimpfung versus Hom\u00f6oprophylaxe, Webseite der Karl-und-Veronica-Carstens-Stiftung, Rubrik &#8218;Studien kurz und knapp&#8216; <a href=\"https:\/\/www.carstens-stiftung.de\/artikel\/grippeimpfung-versus-homoeoprophylaxe.html\">Link<\/a><\/p>\n<p>[2] Hasselaar G, van Nijnatten W, Golden I: A Pilot Study into the Comparative Effectiveness and Safety in the Elderly of a Homeopathic Flu Prophylaxis and the Regular Flu Vaccination in the Netherlands; Homeopathic Links 2016;29(2):120-126, DOI: 10.1055\/s-0036-1582468 (<a href=\"https:\/\/www.thieme-connect.com\/products\/ejournals\/html\/10.1055\/s-0036-1582468\">Link<\/a> zum Abstract)<\/p>\n<p>[3] Mathie RT, Lloyd SM, Legg LA, Clausen J, Moss S, Davidson JRT, Ford I: Randomised placebo-controlled trials of individualised homeopathic treatment: systematic review and meta-analysis, in: Systematic Reviews 2014, 3: 142, doi: 10.1186\/2046-4053-3-142, <a href=\"http:\/\/www.systematicreviewsjournal.com\/content\/pdf\/2046-4053-3-142.pdf\">Link<\/a> zum Volltext<\/p>\n<p>[4] Praxis-Hompage von Gerrie Hasselaar (<a href=\"http:\/\/homeopathie.works\/Praktijkinfo\/gerrie%20hasselaar.html\" class=\"broken_link\">Link<\/a>)<\/p>\n<p>[5] NN: Bekende huisarts in binnenstad van Den Bosch na 35 jaar met pensioen, Brabants Dagblad vom 24. 8. 2015 (<a href=\"http:\/\/www.bd.nl\/regio\/den-bosch-e-o\/s-hertogenbosch\/bekende-huisarts-in-binnenstad-van-den-bosch-na-35-jaar-met-pensioen-1.5179158\" class=\"broken_link\">Link<\/a>)<\/p>\n<p>[6] Webseite der Isaac Golden publications (<a href=\"http:\/\/www.homstudy.net\/publications\/clinic.html\">Link<\/a>)<\/p>\n<p>[7] Webseite des National Institute of Integrative Medicine zu Isaac Golden (<a href=\"https:\/\/www.niim.com.au\/academic-staff\/dr-isaac-golden\" class=\"broken_link\">Link<\/a>)<\/p>\n<p>[8] Louissikian K: Isaac Golden&#8217;s homeopathic immunisation rejected by experts, The Australian, 16.M\u00e4rz 2016, (<a href=\"http:\/\/www.theaustralian.com.au\/higher-education\/isaac-goldens-homoeopathic-immunisation-rejected-by-experts\/news-story\/e7c04b3fc8126e49d39fc2343198ee33\" class=\"broken_link\">Link<\/a>)<\/p>\n<p>[9] Buda S et al.: Bericht zur Epidemiologie der Influenza in Deutschland Saison 2013\/14, Arbeitsgemeinschaft Influenza, Robert Koch Institut (<a href=\"https:\/\/influenza.rki.de\/Saisonberichte\/2013.pdf\">Link<\/a>)<\/p>\n<p>[10] Wikipedia Beitrag zur Grippeimpfung, Abschnitt Unerw\u00fcnschte Wirkungen (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Grippeimpfung#Unerw\u00fcnschte_Wirkungen\">Link<\/a>)<\/p>\n<p>[11] Wikipedia-Beitrag zu Erk\u00e4ltungskrankheiten (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erk%C3%A4ltung\">Link<\/a>)<\/p>\n<p>[12] Wikipedia-Beitrag zur echten Grippe (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Influenza\">Link<\/a>)<\/p>\n<p>[13] NN: Forscher finden Erkl\u00e4rung f\u00fcr verheerende Pandemie, Spiegel-Online vom 29.04.2014 (<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/medizin\/spanische-grippe-erklaerung-fuer-verheerende-pandemie-von-1918-a-966720.html\">Link<\/a>)<\/p>\n<p>[14] Wikipedia-Beitrag zu Erk\u00e4ltungskrankheiten, Abschnitt zu Krankheitserregern (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erk%C3%A4ltung#Krankheitserreger\">Link<\/a>)<\/p>\n<p>[15] Mathie RT, Frye J, Fisher P. Homeopathic Oscillococcinum\u00ae for preventing and treating influenza and influenza-like illness. Cochrane Database of Systematic Reviews 2012, Issue 12. Art. No.: CD001957. DOI: 10.1002\/14651858.CD001957.pub5. (<a href=\"https:\/\/renevanmaarsseveen.nl\/wp-content\/uploads\/overig\/Homeopathic%20Oscillococcinum%20-%20onderzoek%20.pdf\">Link<\/a> zum Volltext)<\/p>\n<p>[16] Rottey EED, Verleye GB, Liagre RLP: Het effect van een homeopathische bereiding van micro-organismen bij de preventie van griepsymptomen. Een gerandomiseerd dubbel-blind onderzoek in de huisartspraktijk. Tidschrift Int. Geneeskunde (1995); 11(1):54-58<\/p>\n<p>[17] Chakraborty PS, Lamba CD, Nayak D et al: Effect of individualized homeopathic treatment in influenza like illness: A multicenter single blind, randomized, placebo controlled study, indian Journal of Research in Homeopathy (2013); 7(1): 22-30 (<a href=\"http:\/\/www.ijrh.org\/article.asp?issn=0974-7168;year=2013;volume=7;issue=1;spage=22;epage=30;aulast=Chakraborty\" class=\"broken_link\">Link<\/a> zum Volltext)<\/p>\n<p>[18] Brydac LB, Denys A: The evaluation of humoral response and the clinical evaluation of a risk-group patients&#8216; state of health after administration of the homeopathic preparation Gripp-Heel during the influenza epidemic season 1993\/94, Int Rev Allergol Clin Immunol 1999; 5(4): 223-227 (<a href=\"http:\/\/www.biopathica.co.uk\/Articles\/Colds%20and%20Flu\/10%20-%20Administration%20of%20Gripp-Heel%20during%20the%20Flu%20Epidemic%2019.pdf\">Link<\/a> zum Volltext)<\/p>\n<p>[19] Webseite des DZVh\u00c4 zum Thema Impfen (<a href=\"https:\/\/www.dzvhae.de\/homoeopathie-presse\/stellungnahmen\/-1-563.html\" class=\"broken_link\">Link<\/a>)<\/p>\n<p>S\u00e4mtliche Links am 1. und 2.3.2017 abgerufen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man, wie ich, gerade den Klauen einer ungew\u00f6hnlich heftigen Erk\u00e4ltung entkommen ist, dann betrachtet man solche Erkrankungen mit etwas anderen Augen. 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