{"id":2962,"date":"2016-09-13T11:03:55","date_gmt":"2016-09-13T09:03:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2962"},"modified":"2016-09-13T11:03:55","modified_gmt":"2016-09-13T09:03:55","slug":"forschung-in-der-homoeopathie-pseudowissenschaft-fuer-pseudomedizin","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2962","title":{"rendered":"Forschung in der Hom\u00f6opathie &#8211; Pseudowissenschaft f\u00fcr Pseudomedizin"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook%7Ctwitter\" data-url=\"http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2962\" data-timestamp=\"1473764635\" data-hidezero=\"1\" data-backendurl=\"?rest_route=\/shariff\/v1\/share_counts&\"><ul class=\"shariff-buttons theme-default wcag_colors orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2962\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#38548F; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<span data-service=\"facebook\" style=\"color:#38548F\" class=\"shariff-count\"> 112<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2962&text=Forschung%20in%20der%20Hom%C3%B6opathie%20%E2%80%93%20Pseudowissenschaft%20f%C3%BCr%20Pseudomedizin\" title=\"Bei Twitter teilen\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#115A92; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 30 32\"><path fill=\"#55acee\" d=\"M29.7 6.8q-1.2 1.8-3 3.1 0 0.3 0 0.8 0 2.5-0.7 4.9t-2.2 4.7-3.5 4-4.9 2.8-6.1 1q-5.1 0-9.3-2.7 0.6 0.1 1.5 0.1 4.3 0 7.6-2.6-2-0.1-3.5-1.2t-2.2-3q0.6 0.1 1.1 0.1 0.8 0 1.6-0.2-2.1-0.4-3.5-2.1t-1.4-3.9v-0.1q1.3 0.7 2.8 0.8-1.2-0.8-2-2.2t-0.7-2.9q0-1.7 0.8-3.1 2.3 2.8 5.5 4.5t7 1.9q-0.2-0.7-0.2-1.4 0-2.5 1.8-4.3t4.3-1.8q2.7 0 4.5 1.9 2.1-0.4 3.9-1.5-0.7 2.2-2.7 3.4 1.8-0.2 3.5-0.9z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">twittern<\/span>&nbsp;<span data-service=\"twitter\" style=\"color:#115A92\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button rss shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?feed=rss\" title=\"RSS-feed\" aria-label=\"RSS-feed\" role=\"button\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#aa2e00; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#fe9312\" d=\"M4.3 23.5c-2.3 0-4.3 1.9-4.3 4.3 0 2.3 1.9 4.2 4.3 4.2 2.4 0 4.3-1.9 4.3-4.2 0-2.3-1.9-4.3-4.3-4.3zM0 10.9v6.1c4 0 7.7 1.6 10.6 4.4 2.8 2.8 4.4 6.6 4.4 10.6h6.2c0-11.7-9.5-21.1-21.1-21.1zM0 0v6.1c14.2 0 25.8 11.6 25.8 25.9h6.2c0-17.6-14.4-32-32-32z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">RSS-feed<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><\/ul><\/div><p lang=\"de-DE\">Die Diskussion um die Hom\u00f6opathie geht offenbar in eine neue Runde. Bisher f\u00fchrt diese Lehre ein Dasein \u00e4hnlich dem des Monsters von Loch Ness: Viele behaupten, es gesehen zu haben oder sind zumindest von seiner Existenz \u00fcberzeugt. Diejenigen, die davon leben, f\u00f6rdern nach Kr\u00e4ften den Glauben daran, aber wenn man versucht, diesem Wesen im tr\u00fcben Wasser mit wissenschaftlichen Methoden zu Leibe zu r\u00fccken, entzieht es sich seit Jahrzehnten jedem Existenznachweis mit verbl\u00fcffender Raffinesse.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><!--more--><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die Hom\u00f6opathie sei eine erfolgreiche medizinische Praxis, die sich der wissenschaftlichen Forschung stellen m\u00fcsse, schreibt die Wissenschaftliche Gesellschaft zur Hom\u00f6opathie in einer gro\u00df angelegten Dokumentation, die \u00f6ffentlich den Stand der Forschung in der Hom\u00f6opathie erl\u00e4utern soll. Deutlicher h\u00e4tten die Kritiker der Hom\u00f6opathie das nicht ausdr\u00fccken k\u00f6nnen: W\u00e4hrend in der Hochschulmedizin Forschung dazu dient, Therapien zu verbessern und neue Medikamente zu entwickeln, geht es in der Hom\u00f6opathie darum, die aberwitzigen Behauptungen zur Wirksamkeit zu belegen. Oder, besser gesagt, die \u00d6ffentlichkeit glauben zu machen, sie seien belegt. Best\u00e4tigungsforschung also.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die zusammenfassende Betrachtung klinischer Forschungsdaten belege hinreichend einen therapeutischen Nutzen der hom\u00f6opathischen Behandlung und die Ergebnisse spr\u00e4chen auch f\u00fcr eine spezifische Wirkung potenzierter Arzneimittel, steht da zu lesen. Das soll offenbar bedeuten, dass Behauptungen, wie sie allenthalben auf den Homepages der Therapeuten, in Vortr\u00e4gen und in der einschl\u00e4gigen Ratgeberliteratur zu finden sind, eine wissenschaftlich solide Grundlage haben. Hiernach soll ein sorgf\u00e4ltig ausgew\u00e4hltes hom\u00f6opathisches Arzneimittel v\u00f6llig nebenwirkungsfrei und dauerhaft schwere, akute und auch chronische Erkrankungen heilen k\u00f6nnen, f\u00fcr die sonst nur Linderung, aber keine Heilung m\u00f6glich sei, schreibt allen Ernstes Cornelia Bajic, Vorsitzende des Deutschen Zentralvereins hom\u00f6opathischer \u00c4rzte, auf ihre Praxishomepage.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Herz, was willst Du mehr! F\u00fcr und gegen alles ist ein Kraut gewachsen, wenn schon nicht Kraut, dann aber doch irgendein Mittel, und sei es potenziertes Mondlicht. Aber dies ist ohnehin bedeutungslos, denn die Mittel unterscheiden sich nur darin, was nicht drin ist, in den auf Zucker aufgebrachten Verdunstungsr\u00fcckst\u00e4nden von medizinischem Alkohol und destilliertem Wasser.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Warum, so muss man sich fragen, haben die Hom\u00f6opathen so ein gewaltiges Problem damit, auch nur eine einzige solide, rundum positive Studie vorzulegen, wenn ihre Therapie doch so leistungsf\u00e4hig ist? Das Einzige, was f\u00fcr die Hom\u00f6opathie spricht, ist die Leichtigkeit der Lehre und die Tr\u00f6stlichkeit der verk\u00fcndeten Botschaft: Beispielsweise sollen Menschen, die sich zus\u00e4tzlich hom\u00f6opathisch behandeln lassen, selbst bei Krebs eine h\u00f6here Lebensqualit\u00e4t erreichen, jetzt wissenschaftlich hinreichend belegt.<\/p>\n<p>Wissenschaft, das klingt so nach objektiv und logisch. Der wei\u00dfhaarige Professor, der sagt, was richtig ist. Obwohl gerade dieses Bild des Wissenschaftlers seitens der Anh\u00e4nger der Hom\u00f6opathie kr\u00e4ftig untergraben wird. Dogmatisch, engstirnig, Neuem (oder l\u00e4ngst \u00dcberholtem?) gegen\u00fcber nicht &#8222;offen&#8220;. Aber in einer Welt, in der man erwachsene gebildete Menschen dazu bringen kann, in Kondensstreifen von Flugzeugen etwas anderes zu sehen als ein thermodynamisches Ph\u00e4nomen oder gedruckte Barcodes f\u00fcr etwas anderes zu halten als eine maschinenlesbar kodierte Kennziffer, in einer solchen Welt wirkt der Bezug auf die Wissenschaft ausgesprochen seri\u00f6s, fast spie\u00dfig. Die eing\u00e4ngige Verpackung, die den Aberglauben an das heilende Nichts f\u00fcr Leute verdaulich macht, die sich sonst gerne als rational agierende Wesen gerieren und allem, was nach Industrie und Lobby klingt, sehr misstrauisch gegen\u00fcberstehen.<\/p>\n<p>Schr\u00e4ge Forschungsarbeiten schr\u00e4g zitieren. Das ist der Stoff, mit dem man die Patienten \u00fcberzeugt. Ein schr\u00e4ges Ergebnis einer einzelnen Forschungsarbeit ist schnell eingeworfen, klingt oftmals \u00fcberzeugend und ist mit der richtigen Dosis Fachausdr\u00fccke gew\u00fcrzt als Argument fast unschlagbar. Ein solches Argument zu widerlegen erfordert Erkl\u00e4rungen, Belege, Definitionen, kurz, dauert l\u00e4nger und ist absolut unerotisch, ohne Glanz und Glamour. Die halbseidenen und selektiven Aussagen zu korrigieren wirkt oberlehrerhaft und besserwisserisch. Als Kritiker ist man da schnell in der Rolle des Spielverderbers. Jemand, der bei Harry Potter erz\u00e4hlt, warum das alles in der Wirklichkeit nicht so sein kann und wie man die Filmaufnahmen gemacht hat. Man will den Schein bewahren, der &#8211; und sei es auch nur befristet &#8211; ein angenehmes Kribbeln erzeugt. An der Realit\u00e4t ist man nicht interessiert.<\/p>\n<p>Hom\u00f6opathie verhilft Krebspatienten zu einem sch\u00f6neren Leben. Ist das nicht herrlich und tr\u00f6stlich? Als Kritiker muss man l\u00e4nger ausholen. Ja, tats\u00e4chlich, in der Studie ging es den Hom\u00f6opathie-Patienten tats\u00e4chlich besser. Aber, ist etwas anderes zu erwarten, wenn man die konventionell therapierten Patienten zum gro\u00dfen Teil aus der Orthenau-Klinik in Offenburg rekrutiert, also einem Kreiskrankenhaus f\u00fcr alle Kassen, und diese Krebspatienten drei Monate nach der Erstdiagnose mit Patienten einer teuren Privatklinik \u00fcber dem Lago Maggiore vergleicht, bei denen die Erstdiagnose 10 Monate her ist? Kassenpatient im Mehrbettzimmer im Vergleich zu Privatklinik mit Seeblick und Chefarztbehandlung? Krankenhauskost statt Gourmetmenue?<\/p>\n<p>Auch in einem modernen Kreiskrankenhaus kann vielen Krebspatienten dank evidenzbasierter Medizin wirklich geholfen werden. Aber in den ersten zehn Monaten nach Erstdiagnose werden die Patienten unter Nebenwirkungen und Folgeerscheinungen der prim\u00e4ren Krebstherapie leiden und diejenigen mit besonders b\u00f6sartigen Krebserkrankungen werden qualvoll sterben. Solche F\u00e4lle sind in der Hom\u00f6opathiegruppe, deren Beobachtung erst zehn Monate nach Erstdiagnose beginnt, nicht mehr vorhanden. Braucht es da f\u00fcr die h\u00f6here Lebensqualit\u00e4t bei letzteren auch noch Zuckerk\u00fcgelchen mit Verdunstungsr\u00fcckst\u00e4nden?<\/p>\n<p>Oder wie macht man, dass Hom\u00f6opathika genau so gut wirken wie Antibiotika? Nichts leichter als das. Man nehme banale Erk\u00e4ltungsbeschwerden, die normalerweise nach 14 Tagen ausgestanden sind, beobachte zwei Gruppen, deren eine auch mit Antibiotika behandelt wurde &#8211; wirkungslos bei den zumeist viral bedingten Bagatell-Infektionen. Die andere Gruppe erhielt Hom\u00f6opathika, auch wirkungslos, und schon hat man nach zwei Wochen das gleiche Ergebnis in beiden Gruppen &#8211; die Beschwerden sind weg, bei beiden, also sind die Therapien gleichwertig. Das kann man nicht in der vorgelegten Dokumentation lesen, aber in der zitierten Studie. Ich kann genauso schlecht kochen wie Ronaldo, folglich habe ich auch im Fu\u00dfballstadion die gleiche Wirkung?<\/p>\n<p>Nach Angaben der englischen Faculty of Homeopathy wurden bis Ende 2014 104 placebokontrollierte Vergleichsstudien zur Hom\u00f6opathie in Fachzeitschriften mit Peer-Review ver\u00f6ffentlicht. 56 davon zeigten &#8218;unklare&#8216; Resultate, im Klartext: eine \u00dcberlegenheit zum Wirkungslosen Placebo konnte nicht festgestellt werden. Bei f\u00fcnf zeigten sich sogar Nachteile der Hom\u00f6opathika. Hingegen werden gerne die 43 Studien zitiert, die positive Ergebnisse zeigten. \u00dcber die anderen, die \u00fcberwiegende Mehrzahl, bei denen kein Vorteil gegen\u00fcber Nichts auftrat, h\u00f6rt man nichts. Die Existenz dieser Studien wird gerne verschwiegen. Dabei sollte man doch meinen, dass die jeweiligen Autoren f\u00fcr ihren Versuch eines Nachweises Beschwerden gesucht h\u00e4tten, in denen die Hom\u00f6opathie als besonders wirksam anzusehen ist. Trotzdem ging es in den meisten F\u00e4llen schief. Was aus diesem Sachverhalt zu schlie\u00dfen ist, wird in der Dokumentation nicht er\u00f6rtert.<\/p>\n<p>In der \u00d6ffentlichkeit zitiert man dagegen die Studien, die signifikante Ergebnisse erbracht haben.<\/p>\n<p>Dabei trifft es sich gut, dass viele der Angesprochenen mit Wirkungsnachweisen und der verwendeten Fachsprache nicht vertraut sind. Einige Begriffe der Umgangssprache haben im Kontext von Forschungsergebnissen eine ganz andere Bedeutung &#8211; was der Laie vermutlich nicht ansatzweise ahnt. &#8222;Bereits nach zwei Tagen zeigten sich signifikante Vorteile der hom\u00f6opathisch behandelten Patienten.&#8220; Das versteht jeder, aber &#8211; jede Wette &#8211; falsch. &#8218;Signifikant&#8216; ist in der Forschung nicht als &#8222;gro\u00df&#8220; oder &#8222;bedeutsam&#8220; zu verstehen, sondern hei\u00dft nur, dass ein statistischer Vergleich ergeben hat, dass das Ergebnis wahrscheinlich kein Zufall ist. Und dass es dazu, je nach Anzahl der bei der Studie beteiligten Probanden, eben keinen gro\u00dfen Unterschied braucht. Die Abk\u00fcrzung von Grippesymptomen um 7 Stunden, die man mit etwas Pech verschl\u00e4ft und nicht mitbekommt, reichen bei hinreichender Gr\u00f6\u00dfe der Vergleichsgruppen f\u00fcr ein signifikantes Ergebnis v\u00f6llig aus. Signifikanz sagt nichts \u00fcber die Effektst\u00e4rke aus und schon gar nicht \u00fcber eine therapeutische Relevanz.<\/p>\n<p>M\u00f6glichkeiten, Daten in eine gewisse Richtung zu lenken, gibt es viele. Man erfasst eine Vielzahl der Daten und berichtet dann nur \u00fcber diejenigen, die f\u00fcr den nachzuweisenden Effekt positiv sind &#8211; und ignoriert den Rest. Man f\u00fchrt eine Studie so lange fort, bis endlich Zahlenwerte auftauchen, die eine statistische Signifikanz ergeben. Man tr\u00e4gt schon mal jahrelang Ergebnisse einer Langzeitstudie vor, die aber nicht ver\u00f6ffentlicht wurde. Man kann folglich nicht nachlesen, was eigentlich wie gemessen und erfasst wurde.<\/p>\n<p>Es gibt keine qualitativ hochwertige und damit aussagekr\u00e4ftige klinische Studie, die eine Wirksamkeit hom\u00f6opathischer Pr\u00e4parate nachgewiesen h\u00e4tte, schon gar nicht in der postulierten durchgreifenden therapeutischen Relevanz. Abk\u00fcrzung von Erk\u00e4ltungskrankheiten um rund sieben Stunden, Reduzierung der Stuhlg\u00e4nge bei kindlichem Durchfall am dritten Tag &#8211; wohlverstanden NUR am dritten Tag, nicht am zweiten und nicht am vierten &#8211; oder eine Wirkung bei schwerer Sepsis erst sechs Monate, nachdem diese \u00fcberstanden ist, das sind die Effekte, die als Nachweis der Wirksamkeit gelten und reihenweise zitiert werden. Nichts l\u00e4sst auf die vielbeschworene grundlegende und dauerhafte Heilung schlie\u00dfen. Die Kulisse wirkt eben nur bei einem bestimmten Blickwinkel wie das Original &#8211; sonst sieht man den Gips und das Holzger\u00fcst, woraus die imposante Fassade haupts\u00e4chlich besteht.<\/p>\n<p>Was die Ergebnisse der Grundlagenforschung bedeuten w\u00fcrden, wenn sie denn real w\u00e4ren, zeigt man nicht. In Presse, Funk und Fernsehen werden gerne die Ergebnisse an Wasserlinsen zitiert. Was bedeutet es denn f\u00fcr die Leistungsf\u00e4higkeit der Therapie, wenn man als bestm\u00f6glichen Fall zeigen kann, dass Wasserlinsen, wenn sie mit Arsen vergiftet und anschlie\u00dfend mit hochpotenziertem Arsen behandelt wurden, nach 100 Stunden soweit gewachsen waren wie die placebo-behandelten vergifteten Wasserlinsen in 101 Stunden? Ist das die durchgreifende Wirkung, wie sie jemand erwartet, der sich der Hom\u00f6opathie anvertraut?<\/p>\n<p>Wenn die Hom\u00f6opathie wirklich nebenwirkungsfrei und ungef\u00e4hrlich sein soll, wie kann dann ein hochpotenziertes Wachstumshormon die Metamorphose von gesunden Froschlarven verz\u00f6gern? Gilt vielleicht doch auch die Umkehrung des \u00c4hnlichkeitsprinzips der Hom\u00f6opathie? Kann ein Mittel bei einem Gesunden alle die Beschwerden hervorrufen, die es bei einem Kranken heilen kann? Wo sind die Warnhinweise?<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist das alles nur von Bedeutung, wenn man unterstellt, dass die Wirksamkeit ihrer Therapie auf einer Wirksamkeit der Pr\u00e4parate beruht, wie die Hom\u00f6opathen es ja tun. Verzichtet man auf diesen Anspruch, wenn die Hom\u00f6opathie also nur eine etwas anders geartete Form der Gespr\u00e4chstherapie w\u00e4re, dann w\u00e4re es kein gro\u00dfes Problem, dass die immer gleichen Dinge, n\u00e4mlich Verdunstungsr\u00fcckst\u00e4nde auf Zucker, unter immer anderen phantasievollen lateinischen Bezeichnungen unterschiedliche Wirkungen tun sollen. Dann w\u00e4re aber auch ausgeschlossen, dass die Hom\u00f6opathie &#8211; wie beworben &#8211; auch f\u00fcr ernsthafte Beschwerden eingesetzt werden k\u00f6nnte, bei der Bek\u00e4mpfung von Infektionen und Seuchen, sogar vor Ebola ist man ja bekanntlich nicht zur\u00fcckgeschreckt. Oder Krebs. Oder Diabetes. Auch h\u00e4tte man keine so rechte Begr\u00fcndung daf\u00fcr, dass man auch hom\u00f6opathische Malariaprophylaxe betreiben k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Jedenfalls haben die Hom\u00f6opathen anscheinend ganz betr\u00e4chtliche Schwierigkeiten damit, auch nur eine einzige rundum gelungene Studie oder systematische \u00dcbersichtsarbeit vorzulegen, die zu dem Schluss k\u00e4me, die Hom\u00f6opathie sei f\u00fcr diesen oder jenen Einsatzfall vorbehaltlos zu empfehlen. Praktisch unisono wird in \u00dcbersichtsarbeiten die mangelnde Qualit\u00e4t der Studien beklagt, die eine endg\u00fcltige Bewertung nicht gestatte. Ein Bild, das im krassen Widerspruch zu den vollmundigen Aussagen steht, die auf die Patienten herabregnen. Und wenn die Nachweisverfahren der evidenzbasierten Medizin f\u00fcr die Hom\u00f6opathie vielleicht wirklich nicht ganz geeignet sein sollten &#8211; ein Vorbehalt, den man erstaunlicherweise nur dann h\u00f6rt, wenn die Autoren in einer Studie nicht die erw\u00fcnschten Effekte erzielen konnten &#8211; dann w\u00e4re es an der Zeit, geeignete Verfahren zu entwickeln. Verfahren, mit denen man eine Kausalit\u00e4t zwischen Einnahme des Hom\u00f6opathikums und gesundheitlicher Entwicklung \u00fcberpr\u00fcfen kann.<\/p>\n<p>So kann diese Pseudomedizin auch nur gedeihen, weil sie unter dem besonderen Schutz des Arzneimittelgesetzes steht, das aus einem irgendwie falsch verstandenen Pluralismus heraus der Hom\u00f6opathie keinen Wirkungsnachweis abverlangt. Jeder Hersteller von Lebensmitteln, der mit gesundheitsbezogenen Aussagen wirbt, muss nachweisen, dass diese auch tats\u00e4chlich berechtigt sind. Hersteller von Hom\u00f6opathika m\u00fcssen das nicht. Warum nicht?<\/p>\n<p>Jedem, der die letzten 20 Jahre nicht unter einem dicken Stein gelebt hat, m\u00fcsste klar sein, dass Rauchen sch\u00e4dlich ist. Dennoch muss auf jeder Packung m\u00f6glichst drastisch darauf hingewiesen werden, dass der Gesunde sich damit schaden kann. Dem Kranken hingegen, der auf die Wirkung eines Medikaments angewiesen ist, darf vorgegaukelt werden, er erhalte ein wirksames Mittel, das ihm bei seinen Beschwerden helfen wird.<\/p>\n<p>Warum muss auf einem Hom\u00f6opathikum, auf den entsprechenden Webseiten der Hersteller und Therapeuten, in der Literatur und bei allen anderen Gelegenheiten nicht der Warnhinweis erscheinen: Achtung: Die Wirksamkeit dieses Pr\u00e4parates wurde nie erprobt und ist nach allem, was wir wissen, v\u00f6llig unm\u00f6glich. Sie schaden sich, wenn Sie auf dieses Mittel vertrauen und auf eine wirksame Behandlung verzichten!<\/p>\n<p>Warum kann die australische Gesundheitsbeh\u00f6rde aufgrund einer sehr gr\u00fcndlichen Aufarbeitung der Forschungslage ihre Bev\u00f6lkerung vor den Risiken und Nebenwirkungen der Hom\u00f6opathie warnen &#8211; und in Deutschland geht das nicht?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Diskussion um die Hom\u00f6opathie geht offenbar in eine neue Runde. Bisher f\u00fchrt diese Lehre ein Dasein \u00e4hnlich dem des Monsters von Loch Ness: Viele behaupten, es gesehen zu haben oder sind zumindest von seiner Existenz \u00fcberzeugt. 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