{"id":2939,"date":"2016-08-28T11:54:42","date_gmt":"2016-08-28T09:54:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2939"},"modified":"2017-02-19T11:32:09","modified_gmt":"2017-02-19T10:32:09","slug":"diskussion-unserer-studienkritik-prof-frass-zu-seiner-sepsisstudie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2939","title":{"rendered":"Diskussion unserer Studienkritik: Prof. Frass zu seiner Sepsisstudie"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook%7Ctwitter\" data-url=\"http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2939\" data-timestamp=\"1487503929\" data-hidezero=\"1\" data-backendurl=\"?rest_route=\/shariff\/v1\/share_counts&\"><ul class=\"shariff-buttons theme-default wcag_colors orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2939\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#38548F; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<span data-service=\"facebook\" style=\"color:#38548F\" class=\"shariff-count\"> 27<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2939&text=Diskussion%20unserer%20Studienkritik%3A%20Prof.%20Frass%20zu%20seiner%20Sepsisstudie\" title=\"Bei Twitter teilen\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#115A92; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 30 32\"><path fill=\"#55acee\" d=\"M29.7 6.8q-1.2 1.8-3 3.1 0 0.3 0 0.8 0 2.5-0.7 4.9t-2.2 4.7-3.5 4-4.9 2.8-6.1 1q-5.1 0-9.3-2.7 0.6 0.1 1.5 0.1 4.3 0 7.6-2.6-2-0.1-3.5-1.2t-2.2-3q0.6 0.1 1.1 0.1 0.8 0 1.6-0.2-2.1-0.4-3.5-2.1t-1.4-3.9v-0.1q1.3 0.7 2.8 0.8-1.2-0.8-2-2.2t-0.7-2.9q0-1.7 0.8-3.1 2.3 2.8 5.5 4.5t7 1.9q-0.2-0.7-0.2-1.4 0-2.5 1.8-4.3t4.3-1.8q2.7 0 4.5 1.9 2.1-0.4 3.9-1.5-0.7 2.2-2.7 3.4 1.8-0.2 3.5-0.9z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">twittern<\/span>&nbsp;<span data-service=\"twitter\" style=\"color:#115A92\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button rss shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?feed=rss\" title=\"RSS-feed\" aria-label=\"RSS-feed\" role=\"button\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#aa2e00; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#fe9312\" d=\"M4.3 23.5c-2.3 0-4.3 1.9-4.3 4.3 0 2.3 1.9 4.2 4.3 4.2 2.4 0 4.3-1.9 4.3-4.2 0-2.3-1.9-4.3-4.3-4.3zM0 10.9v6.1c4 0 7.7 1.6 10.6 4.4 2.8 2.8 4.4 6.6 4.4 10.6h6.2c0-11.7-9.5-21.1-21.1-21.1zM0 0v6.1c14.2 0 25.8 11.6 25.8 25.9h6.2c0-17.6-14.4-32-32-32z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">RSS-feed<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><\/ul><\/div><p lang=\"de-DE\">Im April 2014 erschien hier auf dem Blog eine kritische Betrachtung von Ute Parsch zur Studie \u00fcber die Wirkung einer hom\u00f6opathischen Zusatzbehandlung bei schwerer Sepsis (<a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=1853\">Link<\/a>). Prof. Frass von der Med Uni Wien nimmt hierzu als Hauptautor der Studie Stellung.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><!--more--><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Es gibt Dinge, die sind eigentlich brennend interessant und wichtig &#8211; passieren aber zu einem ung\u00fcnstigen Zeitpunkt. So ist es auch mit dieser Stellungnahme geschehen, die mir schon einige Monate (!) vorliegt. Sie fiel gerade in eine Zeit, in der die Interessen wegen der \u00fcberraschend gro\u00dfen Medienresonanz zur Gr\u00fcndung unseres Informationsnetzwerks Hom\u00f6opathie (INH) (<a href=\"http:\/\/www.netzwerk-homoeopathie.eu\/\" class=\"broken_link\">Link<\/a>) in andere Richtung gelenkt waren. Auch jetzt, wo nach Berichten der FAZ und Spiegel Online Bewegung in die Diskussion um Heilpraktiker und Hom\u00f6opathie im \u00f6ffentlichen Gesundheitswesen gekommen ist (<a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/f-a-z-exklusiv-heilpraktiker-schwer-unter-beschuss-14406931.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2\">Link<\/a>) (<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/gesundheit\/diagnose\/todesfaelle-kassen-sollen-nicht-mehr-fuer-homoeopathie-zahlen-a-1109743.html\">Link<\/a>), liegt die Diskussion um einzelne Studien nicht unbedingt im Zentrum des aktuellen \u00f6ffentlichen Interesses. Andererseits erwartet Herr Prof. Frass zurecht, dass seine Entgegnungen auch ver\u00f6ffentlicht werden.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die nun vorliegende Stellungnahme bezieht sich auf die Studie zur hom\u00f6opathischen Zusatzbehandlung von Patienten mit schwerer Sepsis auf der Intensivstation, die in <a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=1853\">diesem<\/a> Blogartikel von Ute Parsch besprochen wurde. Hier werden nur die Abschnitte des originalen Beitrags wiederholt, auf die sich die Stellungnahmen direkt beziehen. Diese sind einger\u00fcckt, <strong>MF<\/strong> kennzeichnet die Aussagen von Prof. Frass, die Antworten hierauf sind mit <strong>UP<\/strong> gekennzeichnet. Meine Anmerkungen findet man unter <strong>NA<\/strong>.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>EDIT 14.09.16:<\/strong> Professor Frass hat zu unseren Antworten wiederum Stellung bezogen. Dies wurde heute nachgetragen, die Beitr\u00e4ge sind mit <strong>MF (R)<\/strong> gekennzeichnet.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>&#8230;<\/p>\n<p>Die Berliner Heilpraktikerin Andra Dattler schreibt als \u201eExpertin f\u00fcr Hom\u00f6opathie\u201c auf dem laut Eigenbezeichnung f\u00fchrenden deutschen Online-Expertenportal \u201eexperto\u201c (Link Edit 19.02.2017: Link zwischenzeitlich erloschen)<\/p>\n<p><em>&#8222;Und wenn ich einmal mit einer Sepsis in der Klinik liegen sollte, werde ich auf hom\u00f6opathische Behandlung bestehen! &#8222;<\/em><\/p>\n<p>Zu dieser Aussage bewegt sie eine Studie, die unter der Leitung von Professor Frass an der Universit\u00e4tsklinik Wien durchgef\u00fchrt wurde. Und ohne der Besprechung der Studie vorgreifen zu wollen: Es w\u00e4re Frau Dattler im eigenen Interesse dringend angeraten, sich selbst intensiv mit dieser Arbeit auseinander zu setzen, wie wir das im folgenden Beitrag gleich tun werden, um im Falle einer solch schweren Erkrankung keine falschen Entscheidungen zu treffen. Noch besser w\u00e4re es f\u00fcr die Leser dieses \u201eExpertenportals\u201c, wenn dort keine derartig missverst\u00e4ndlichen und deshalb lebensgef\u00e4hrlichen Empfehlungen zu finden w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Vorab: Sie kann gerne auf einer zus\u00e4tzlichen hom\u00f6opathischen Behandlung bestehen -aber diese anstelle der konventionellen Behandlung zu verlangen w\u00e4re Selbstmord, oder, wenn sie f\u00fcr jemand anderen handelt, Kinder oder andere Angeh\u00f6rige, schlichter und einfacher Mord bzw. Anstiftung dazu.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>MF:<\/strong> Dieser Vorspann erinnert mich an einen ehemaligen Vorstand einer Klinik f\u00fcr Innere Medizin, der im Aufzug zwischen zwei Stockwerken meinte: \u201cHerr Frass, Sie ziehen also den Beatmungsschlauch aus dem Patienten heraus und geben stattdessen Globuli!\u201c. \u00c4hnlich klingt die Behauptung Frau Dattler w\u00fcrde auf einer alleinigen hom\u00f6opathischen Sepsisbehandlung bestehen. Mit Sicherheit meint sie eine zus\u00e4tzliche Behandlung. Wieso w\u00e4re sie wohl sonst auf einer Intensivstation? Nur in der Vorstellungskraft von in Intensivmedizin vollkommen unbedarften Personen kommt so ein Gedanke zustande<!-- Bevor ich wegen Aggressivit\u00e4t gescholten werde: Wenn Sie auf den meines Erachtens unpassenden Vorspann verzichten (was hat Frau Dattler mit meiner Studie zu tun? Wollen Sie die Leser von Beginn weg negativ einstimmen?) k\u00f6nnen Sie gerne diesen Absatz weglassen. -->.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>UP:<\/strong> Das Problem ist, dass das aus der Bemerkung von Frau Dattler nicht hervorgeht. Sie schreibt nichts von einer \u201ezus\u00e4tzlichen Behandlung\u201c, sie schreibt nicht \u201ewenn ich in der Intensivstation w\u00e4re\u201c, sondern nur \u201ein der Klinik\u201c.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Der Patient ist in aller Regel eine in Intensivmedizin vollkommen unbedarfte Person \u2013 zumindest aber k\u00f6nnte er es sein.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Ich halte es deshalb f\u00fcr sehr bedenklich, dem Patienten bei lebensgef\u00e4hrlichen Situationen, bei denen schnelle Behandlung eine wesentliche Rolle f\u00fcr die \u00dcberlebenszeit spielt, die Idee vorzugaukeln, man habe da eine gleichwertige Wahl zwischen medizinischer und hom\u00f6opathischer Behandlung \u2013 denn genau so klingt der Satz von Frau Dattler.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Insofern: Was hat Frau Dattler mit Ihrer Studie zu tun? Das ist ein Beispiel daf\u00fcr, was beim Patienten davon ankommt. In dieser oder sehr \u00e4hnlicher Form k\u00f6nnte der Leser des Blogartikels schon einmal Ihrer Studie begegnet sein. Deswegen halte ich das f\u00fcr einen guten Aufh\u00e4nger.<\/p>\n<p>&#8230;<\/p>\n<p>Ein wichtiger Hinweis<\/p>\n<p>Das erste, worauf wir gezielt und ganz unabh\u00e4ngig von der Besprechung der Studie selbst aufmerksam machen m\u00f6chten: In der Studie steht explizit \u201eAll patients received antibiotic therapy\u201c (\u201eAlle Patienten erhielten eine Behandlung mit Antibiotika.\u201c). Frau Dattler sollte diesen Satz f\u00fcr sich besonders vermerken \u2013 und auch in ihrem Internetbeitrag un\u00fcbersehbar herausstellen, denn bislang erf\u00e4hrt der Patient auf dem oben zitierten Online-Expertenportal dies mit keinem Wort.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>MF:<\/strong> Ich denke, die Vermischung mit Frau Dattlers Aussagen hat mit der eigentlichen Studie nichts zu tun. Wenn Sie der Meinung sind, Frau Dattler hat etwas nicht richtig verstanden, schreiben Sie ihr bitte pers\u00f6nlich. Diese Vermischung meiner Studie mit Annahmen \u00fcber Frau Dattlers Fehleinsch\u00e4tzung bewegt sich nicht auf dem sonst von Ihnen gewohnten Niveau.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>UP:<\/strong> Wir haben experto\/Frau Dattler auf diesen Artikel selbstverst\u00e4ndlich hingewiesen. Der Text ist bis heute leider unver\u00e4ndert auf der dortigen Webseite.<br \/>\nDieser Abschnitt des Blog-Artikels ist ja keine Kritik an Ihrer Studie, sondern bringt nur unsere Sorge zum Ausdruck, welcher falsche Eindruck beim Patienten entstehen kann.<br \/>\nInsofern finde ich es pers\u00f6nlich eher \u00fcberraschend, wenn es Sie als Arzt nicht selbst st\u00f6rt, in welch unverantwortlicher Weise eine Heilpraktikerin hier Ihre Arbeit zitiert.<\/p>\n<p>Wie geschildert, geht es auch in der hier vorgestellten Studie um eine \u00dcberlebensrate, selbst unter Antibiotikabehandlung. Es w\u00e4re ein schwerer, absolut lebensgef\u00e4hrlicher Fehler, im Falle einer Sepsis die Antibiotika zu verweigern und stattdessen auf einer \u201ehom\u00f6opathischen Behandlung\u201c zu bestehen. Leider wird die Tatsache, dass es sich in der zitierten Studie um eine \u201eAdd-On\u201c-Behandlung handelte, bei experto.de mit keinem Wort erw\u00e4hnt. Zu blo\u00dfem Werbezweck f\u00fcr die Hom\u00f6opathie wird hier also das Risiko zumindest billigend in Kauf genommen, dass der Leser den Eindruck gewinnt, in der Studie seien die Sepsis-Patienten rein hom\u00f6opathisch behandelt worden. Wir finden eine solche Darstellung faktenverzerrend und absolut fahrl\u00e4ssig. Wir werden Frau Dattler auf diesen Blogbeitrag aufmerksam machen und ihr die m\u00f6glichen Konsequenzen deutlich vor Augen f\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>MF:<\/strong> Es ist eine beliebte Methode, irgendeine Hom\u00f6opathin oder einen Hom\u00f6opathen zu zitieren, der irgendetwas gesagt hat. <span lang=\"en-US\">In der Publikation steht schon im Abstract:<br \/>\n\u201cConclusions: Our data suggest that homeopathic treatment may be a useful ADDITIONAL therapeutic measure \u2026\u2026.\u201d <\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"padding-left: 30px;\"><strong>UP:<\/strong> Richtig. Deswegen schreiben wir ja auch weiter:<\/p>\n<p>Die zitierte Berichterstattung ist den Autoren der Studie selbst nat\u00fcrlich in keiner Weise vorzuwerfen, wenn auch in der Studie selbst dieser Umstand nicht gerade sehr deutlich nur in wenigen kurzen Statements mitgeteilt wird. Sie zeigt aber, zu welchem Wildwuchs es f\u00fchrt, wenn Hom\u00f6opathiestudien auch an schwerstkranken Patienten durchgef\u00fchrt werden und die zust\u00e4ndigen Verb\u00e4nde und Therapeuten nicht verantwortungsvoll auf eine saubere Darstellung der M\u00f6glichkeiten eines Verfahrens in den Medien achten.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>MF:<\/strong> Ich stimme Ihnen zu, dass es zu Wildwuchs f\u00fchrt, wenn eine saubere Darstellung der M\u00f6glichkeiten eines Verfahrens nicht ordentlich recherchiert wird. \u00dcber eine saubere Darstellung der Hom\u00f6opathie in den Medien w\u00fcrde ich mich \u00fcbrigens auch sehr freuen.<\/p>\n<p>&#8230;<\/p>\n<p>Von den 33 Patienten der Hom\u00f6opathiegruppe und den 34 der Placebogruppe haben also gerade einmal rund zwei Drittel die Diagnose, die im Titel der Studie genannt wird. Von einem Teil der Patienten erfahren wir \u00fcberhaupt nicht, wie ihre Diagnose lautete und ob sie entsprechend vergleichbar war.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>MF:<\/strong> Hier hilft das Studium der Medizin gepaart mit der Praxis der internistischen Intensivmedizin: die Zuweisungsgr\u00fcnde sind nat\u00fcrlich nicht immer die Sepsis. Diese kann sich aber auch erst an der Intensivstation entwickeln. Es macht auch wenig Sinn, \u201eandere\u201c Diagnosen anzuf\u00fchren, bei einer Zahl von 2 respektive 3 PatientInnen. Es wurde auch nicht die Aufnahmediagnose behandelt, sondern die Sepsis.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>UP:<\/strong> Der Punkt ist, dass aus der Tabelle &#8211; und aus keiner anderen in der Studie dokumentierten Angabe &#8211; hervorgeht, dass mehr als 2\/3 der Patienten \u00fcberhaupt von Sepsis betroffen waren.<br \/>\nBei allem Respekt: Eine schriftliche Studie dient ja gerade der Dokumentation einer Behandlung. Daf\u00fcr ist es irrelevant, ob Sie uns pers\u00f6nlich versichern, dass alle Patienten im Laufe des Aufenthaltes eine Sepsis erlitten haben. F\u00fcr die Bewertung einer Studie kann nur relevant sein, was an Zahlen darin dokumentiert ist.<\/p>\n<p>&#8230;<\/p>\n<p>Es gibt verschiedene ausl\u00f6sende Faktoren f\u00fcr Sepsis, verschiedene Arten, wie die Infektion in die Blutbahn ger\u00e4t, die leider unterschiedlich gute \u00dcberlebensprognosen haben. Blutvergiftungen, deren Infektionsherd klar ersichtlich ist und die schnell medizinisch versorgt werden, sind erheblich leichter behandelbar als Blutvergiftungen, bei denen der Arzt sp\u00e4ter zugeschaltet wird und\/oder man noch nicht einmal genau wei\u00df, welches Organ die Sepsis verursacht. Daneben spielt nat\u00fcrlich eine Rolle, wie gut der Patient auf das gegebene Antibiotikum anspricht, denn auch die verursachenden Keime sind verschieden. Sepsispatienten haben also eine h\u00f6chst unterschiedliche \u00dcberlebensprognose.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>MF:<\/strong> Deswegen kommen jene SepsispatientInnen, die ja so leicht \u00fcberleben, an die Intensivstation? Die leicht zu behandelnden PatientInnen bleiben nat\u00fcrlich an der Normalstation.<\/p>\n<p>Es ist ein schwerer Fehler der Studie, in den Eingangsgruppen nicht zu erfassen, welcher Art die Sepsis der Patienten war und damit ob ihre \u00dcberlebensprognose \u00fcberhaupt jemals vergleichbar war. Sepsis ist ein sehr heterogenes Problem, weil die Blutvergiftung auf alle m\u00f6glichen Arten zustande kommen kann. Bei kleinen Studien ist daher das Risiko ungleicher Ausgangsbedingungen sehr hoch. Sepsisstudien werden daher meist in gro\u00dfen Gruppen von mehreren 100 Patienten gemacht, um eine Vergleichbarkeit der Gruppen zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>MF:<\/strong> Auch in gr\u00f6\u00dferen Studien kann die Heterogenit\u00e4t ein Problem sein. &#8211; Ich finde es sch\u00f6n, dass die Hom\u00f6opathiekritik nach dem Diktat der Gleichheit aller PatientInenn nunmehr die Individualit\u00e4t erkennt. &#8211; Tats\u00e4chlich besteht aber kein statistisch signifikanter Unterschied bez\u00fcglich der Aufnahmegr\u00fcnde zwischen den beiden Gruppen.<br \/>\nEine zu einem vergleichbaren Zeitpunkt ver\u00f6ffentlichte Studie untersuchte 81 PatientInnen (Rice TW, et al. <span lang=\"en-US\">Safety and efficacy of affinity-purified, anti-tumor necrosis factor-alpha, ovine fab for injection (CytoFab) in severe sepsis. <\/span>Crit Care Med 2006;34:2271-81). Es m\u00fcssen also nicht immer hunderte PatientInnen sein um eine Aussage zu treffen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>NA:<\/strong> Das &#8218;Diktat der Gleichheit aller Patienten&#8216; verstehe ich nicht. Wenn wir dies t\u00e4ten, k\u00f6nnten wir ja bei Vergleichsstudien auf hohe Teilnehmerzahlen verzichten. Auch dass andere Studien mit kleiner Teilnehmerzahl arbeiten, ist keine hinreichende Begr\u00fcndung daf\u00fcr, dass dieses Vorgehen richtig ist.<\/p>\n<p>Frass arbeitet mit seinen noch nicht einmal 70 Patienten also mit einer extrem kleinen Teilnehmerzahl. Es haben aber noch nicht einmal alle Patienten \u201eSepsis\u201c, geschweige denn, dass wir erfahren, welche Art von Sepsis denn nun vorlag.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>MF:<\/strong> Beide Argumente sind oben erkl\u00e4rt und damit obsolet. Eine sauber durchgef\u00fchrte kleine Studie ist mindestens ebenso wertvoll wie eine gro\u00dfe Studie (Dieser Satz stammt von einem akademischen Biometriker).<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>UP:<\/strong> Gewiss kann auch eine kleine Studie aussagekr\u00e4ftig sein. Gewiss kann Heterogenit\u00e4t auch in gro\u00dfen Studien zum Problem werden. Beides bestreiten wir hier aber gar nicht.<br \/>\nWir behaupten auch keine signifikanten Unterschiede bzgl. der Aufnahmegr\u00fcnde. Die sind in Tabelle 1 ja genannt.<br \/>\nUnsere Kritik beruht darauf, dass in Tabelle 1 wesentliche Informationen \u00fcber den Zustand der Patienten fehlen.<br \/>\nAus Tabelle 1 ist nicht ersichtlich, dass alle Patienten eine Sepsis hatten. Aus Tabelle 1 ist nicht ersichtlich, dass alle Patienten vergleichbar schwere Vorerkrankungen hatten. Und damit: Aus Tabelle 1 ist in keiner Weise ersichtlich, dass alle Patienten dieselbe Langzeitprognose haben.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>NA:<\/strong> Jedwede Statistik unterstellt, dass die Stichprobe mehr oder weniger homogen die Grundgesamtheit abbildet und der Stichprobenfehler mit zunehmender Gr\u00f6\u00dfe der Stichprobe immer kleiner wird. Bei kleinen Gruppengr\u00f6\u00dfen ist diese Voraussetzung aber nicht unbedingt erf\u00fcllt, denn zuf\u00e4llige extreme Ausrei\u00dfer k\u00f6nnen den tats\u00e4chlichen Stichprobenfehler sprunghaft ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>MF (R):<\/strong> Nun steht im Paper unter Material Methods, Patients:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><em>Patients with a known or suspected infection on the basis of clinical data at the time of screening and three or more signs of systemic in\ufb02ammation (temperature p36 or X 38 1 C, respiratory rate X 20\/min, heart rate X 90\/min, leukocytes p4 X 12 G\/L) and sepsis-induced dysfunction of at least two organ systems that lasted no longer than 48 h were included.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Damit ist sofort ersichtlich, dass diese Patientinnen eine Sepsis hatten. Man soll Informationen im Text nicht in Tabellen oder Abbildungen nur wiederholen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Ad vergleichbar schwere Vorerkankungen: Dies ist einerseits aus den genannten Diagnosen und dann nat\u00fcrlich aus den Daten in Tabelle 2 sofort ersichtlich: Gleiche Langzeitprognose!<\/p>\n<p>Dasselbe gilt noch einmal f\u00fcr die Auflistung der Vorerkrankungen. Wir erfahren zwar beispielsweise, dass in beiden Gruppen vergleichbar viele Patienten Krebs hatten (ein knappes Drittel), doch ist auch Krebs nicht gleich Krebs. In welchem Stadium war der Krebs? Wie wurde er behandelt? Hatten die Patienten im Studienzeitraum Operationen zu \u00fcberstehen? Oder Chemotherapie?<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><span lang=\"en-US\"><strong>MF:<\/strong> Alhamdi Y et al (Circulating Histones Are Major Mediators of Cardiac Injury in Patients With Sepsis. <\/span>Crit Care Med 2015;43:2094-103) berichten von 65 PatientInnen. Dort ist nicht einmal die zugrunde liegende Erkrankung genannt, wiewohl es sich um das renommierte intensivmedizinische Journal \u201eCritical Care Medicine\u201c handelt.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>UP:<\/strong> Der prim\u00e4re Auswerteparameter der Studie ist aber auch nicht die \u00dcberlebensrate der Patienten Monate nach der Sepsis. Die Frage, ob eine Grunderkrankung die langfristige \u00dcberlebensprognose beeinflusst, stellt sich dort gar nicht. In Ihrer Studie dagegen schon.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>MF:<\/strong> Dazu kann ich berichten, dass es sich bei der Hom\u00f6opathiegruppe um 6 Brustkrebspatientinnen, 5 Patienten mit Kolonkarzinom und einen Patienten mit Bronchuskarzinom, bei der Placebogruppe um 6 Brustkrebspatientinnen, 6 Patienten mit Kolonkarzinom und einen Patienten mit Bronchuskarzinom gehandelt hat. Auch die Stadien der einzelnen Tumorentit\u00e4ten waren vergleichbar. Zwei Wochen vor der Aufnahme und w\u00e4hrend des Aufenthaltes an der Intensivstation hatten die PatientInnen weder eine Operation noch eine Chemotherapie. Somit sind die beiden Gruppen miteinander vergleichbar.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>UP:<\/strong> Diese Angaben sind in der Studie nicht enthalten. Daran \u00e4ndert sich auch nichts, wenn Sie es uns jetzt so erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Kurz: Hier fehlen wesentliche Informationen, die belegen w\u00fcrden, ob die ohnehin mit nur gut 30 Patienten extrem kleinen Gruppen bez\u00fcglich der untersuchten Eingangserkrankung \u00fcberhaupt gleichwertig waren.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>MF:<\/strong> Sekund\u00e4re Informationen m\u00fcssen nur dann in einer wissenschaftlichen Arbeit genannt werden, wenn Unterschiede vorhanden sind oder wenn die Gutachter sie einfordern. Ansonsten er\u00fcbrigt sich eine solche Angabe.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>UP:<\/strong> Der prim\u00e4re Auswerteparameter in der Studie ist das \u00dcberleben nach mehreren Monaten. Da die Schwere der Grunderkrankung die Prognose f\u00fcr das langfristige \u00dcberleben logischerweise mitbestimmt, handelt es sich in keiner Weise um sekund\u00e4re Informationen. F\u00fcr Ihren Auswertezeitraum w\u00e4re es essentiell gewesen, in der Studie zu belegen, dass beide Gruppen dieselbe Langzeitprognose hatten. Das ist nicht erfolgt.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>MF (R):<\/strong> Die Langzeitprognose ist anhand der angegebenen und dann den zus\u00e4tzlichen Daten bei beiden Gruppen dieselbe. H\u00e4tte gerne eine Arbeit von Ihnen zitiert bekommen, die genauere Angaben als unsere gibt.<\/p>\n<p>Mit dem n\u00e4chsten Abschnitt treffen wir auf den Hauptkern der Studie und werden mit der Hauptt\u00e4tigkeit der Autoren konfrontiert: Nebelwerfen, den sehr d\u00fcnnen Inhalt dieses Studienverschnitts mit einer Vielzahl bedeutungsloser Informationen und Angaben aufbl\u00e4hen. Es werden nicht weniger als 29 klinische Parameter als Eingangsdaten dargestellt, die mithin die Vergleichbarkeit der Befunde bei Einlieferung in die Intensivstation darstellen sollen \u2013 sind diese Daten aber auch f\u00fcr das Ergebnis bedeutsam, das, wie wir sp\u00e4ter noch sehen werden, eigentlich erst lange nachdem die Patienten ihre Sepsis \u00fcberwunden hatten, einen signifikanten Unterschied der Gruppen ergab?<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>MF:<\/strong> Einige Zeilen weiter oben wird das Fehlen von Information kritisiert, dann wieder ist es zu viel: Dieser Diskrepanz in der Argumentation kann ich nicht folgen.<\/p>\n<p>&#8230;<\/p>\n<p>Zum Puls wird beispielsweise angegeben, er h\u00e4tte bei der Hom\u00f6opathiegruppe im Mittel bei 102,7 Pulsschl\u00e4gen pro Minute gelegen, in der Placebogruppe hingegen bei 112,9. Dieser Unterschied sei nicht signifikant, wie mit einem Kruskal-Wallis-Test ermittelt worden ist. Dies ist ein statistischer Signifikanztest, mit dem ermittelt werden kann, ob zwei Stichproben \u2013 wahrscheinlich \u2013 aus der gleichen Grundgesamtheit stammen. Wie gesagt, man findet solche Bewertungen \u00f6fter, das macht aber den Unsinn nicht besser. Dies sagt n\u00e4mlich nur aus, ob die ermittelten Daten durch Zufall zustande gekommen sind oder nicht \u2013 es sagt aber \u00fcberhaupt nicht, ob dies ein klinisch relevanter Unterschied ist oder nicht. Der mathematisch-statistische Test kann doch \u00fcberhaupt nichts dar\u00fcber aussagen, ob der Zustand der Patienten mit einem Puls von 112,9 deutlich bedenklicher ist als mit 102,7. Dies m\u00fcsste der \u00e4rztliche Sachverstand des Studienleiters bewerten, nicht der Statistiker im Team. Im Apache-Score f\u00fchrt dieser Unterschied immerhin zu einem Zuschlag von zwei Punkten, scheint also doch einige Relevanz f\u00fcr das Krankengeschehen zu haben.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>MF:<\/strong> Dies hat der Sachverstand des Studienleiters auch so bewertet: NICHT bedenklicher.<\/p>\n<p>Ganz platt: Dass die Patienten beider Gruppen aus der gleichen Grundgesamtheit stammen, braucht nicht mit einem statistischen Test nachgewiesen zu werden, die Gruppen sind ja auf diese Weise zustande gekommen. F\u00fcr die medizinische Bedeutung des Unterschiedes kann die Statistik hingegen keine Aussage machen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>MF:<\/strong> Korrekt.<\/p>\n<p>&#8230;<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst einmal: 180 Tage sind f\u00fcr Sepsis aufgrund der Schwere der Erkrankung ein h\u00f6chst ungew\u00f6hnlicher Auswertezeitpunkt. Wie oben zitiert, entscheiden oft die ersten Behandlungsstunden, maximal -tage, ob ein Patient \u00fcberlebt. Je schneller die \u00c4rzte den Patienten stabilisieren k\u00f6nnen, desto geringer sind Sterberaten und organische Folgesch\u00e4den. \u00dcbliche Beobachtungsdauern in Sepsisstudien liegen daher sogar noch unter den 30 Tagen des ersten Vergleichspunktes.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>MF:<\/strong> Das ist nicht richtig: manche Therapien verbessern das Kurzzeit\u00fcberleben, z.B. Hydrocortone (ein Cortisonderivat) bei septischem Schock; allerdings \u00e4ndert sich das Langzeit\u00fcberleben nicht. Daher macht es Sinn, PatientInnen \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum zu beobachten, eine Methode, die auch heute noch angewandt wird (z.B. COIITSS Study Investigators, et al. <span lang=\"en-US\">Corticosteroid treatment and intensive insulin therapy for septic shock in adults: a randomized controlled trial. <\/span>JAMA 2010;303:341-348. Anmerkung: JAMA ist ein Top Journal der konventionellen Medizin).<\/p>\n<p>Das hei\u00dft, offenbar ist die Sepsis ein vergleichsweise kurzfristiges Ph\u00e4nomen. Wenn es \u00fcblicherweise ausreicht, entsprechende Studien schon nach weniger als drei\u00dfig Tagen zu beenden, dann hei\u00dft das auch, dass sich die Krankheit im Wesentlichen innerhalb dieser Zeitspanne abspielt. Entweder hat man bis dahin seine Sepsis \u00fcberstanden oder man ist tot. Wenn das so ist \u2013 warum betrachtet Frass dann diesen ungew\u00f6hnlich langen Zeitraum?<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>MF:<\/strong> Siehe oben. Mit Kurzzeit\u00fcberleben ist den PatientInnen nicht geholfen, wohl aber mit Langzeit\u00fcberleben.<\/p>\n<p>Frass gibt keinen Grund hierf\u00fcr an. Wenn er so weit wie hier von den \u00fcblichen Gepflogenheiten abweicht, dann muss er dies begr\u00fcnden. Insbesondere muss er den Zusammenhang herstellen, warum die Todesf\u00e4lle so weit nach Ende der Sepsisbehandlung auf diese zur\u00fcckzuf\u00fchren sein sollten.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>MF:<\/strong> Das Argument wird auch durch dreifache Wiederholung nicht schlagkr\u00e4ftiger.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>UP:<\/strong> Nat\u00fcrlich hat der Patient sogar haupts\u00e4chlich ein Interesse am Langzeit\u00fcberleben. Etwas anderes haben wir aber auch gar nicht geschrieben.<br \/>\nIn der von Ihnen zitierten Studie wird mit den Werten aber ganz anders umgegangen: Ja, auch dort wird \u2013 unter anderem \u2013 auf die \u00dcberlebensrate nach 180 Tagen geschaut. Das ist per se nicht der Ansatzpunkt unserer Kritik.<br \/>\nDer Unterschied wird aber gerade in der von Ihnen genannten Arbeit deutlich (<span lang=\"zxx\"><a href=\"http:\/\/jama.jamanetwork.com\/article.aspx?articleid=185252\" class=\"broken_link\">http:\/\/jama.jamanetwork.com\/article.aspx?articleid=185252<\/a><\/span>). <span lang=\"en-US\">Dort steht: \u201e<\/span><span lang=\"en-US\">Randomized patients were followed up for 180 days. Data collected during their ICU stays included vital signs, results from laboratory tests and cultures of specimens drawn from a<\/span><span style=\"color: #943634;\"><span lang=\"en-US\">ny new site of infection, and any major interventions that were performed.\u201d<br \/>\n<\/span><\/span><span style=\"color: #943634;\"><span lang=\"de-DE\">Die Patienten wurden also \u00fcber den Zeitraum hinweg beobachtet, der 180-Tage-Wert f\u00e4llt nicht einfach vom Himmel. Au\u00dferdem ist die Gruppenzusammensetzung und \u2013gr\u00f6\u00dfe hier eine ganz andere.<br \/>\nDas Problem bleibt nach wie vor, dass aus den von Ihnen in der Studie gegebenen Daten keine Langzeitprognose der Patienten m\u00f6glich und in der Studie auch nicht gegeben ist. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>NA:<\/strong> Eine Beobachtungszeit von 180 Tagen ist etwas anderes als das Hauptkriterium als &#8222;\u00dcberlebensrate 180 Tage nach Eingriff&#8220; festzulegen. Es gibt in der Arbeit keinerlei Hinweise, woher sich die Annahme ableitet, dass die hom\u00f6opathische Behandlung nur die \u00dcberlebensrate nach 180 Tagen positiv beeinflusst. Damit besteht immer die Gefahr, dass sich dieses Kriterium zur Beurteilung des Behandlungserfolgs erst nach Vorliegen der Messdaten ergeben haben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #943634;\"><span lang=\"de-DE\"><strong>MF (R):<\/strong> [Antwort auf UP]: Nun, da bin ich jetzt \u00fcberrascht: waren alle PatientInnen 180 Tage an der Intensivstation? Wenn nicht, wie schafft man es logistisch jede neue Infektion und Intervention \u00fcber 180 Tage festzuhalten? Da wurde etwas idealistisch hinein interpretiert.<\/span><\/span><\/p>\n<p>&#8230;<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist auch eine langfristige \u00dcberlebensrate f\u00fcr den Patienten interessant, doch m\u00fcsste Frass hier ausf\u00fchrlich begr\u00fcnden und mit seinen Daten belegen, warum er diesen Zeitpunkt bereits vor Studiendurchf\u00fchrung gew\u00e4hlt hatte und warum er davon ausgeht, dass es nicht andere, zum Beispiel mit der Grunderkrankung des Patienten zusammenh\u00e4ngende Ursachen waren, die langfristig zum Tode der Patienten f\u00fchrten.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>MF:<\/strong> Die PatientInnen sind allesamt an entz\u00fcndlichen Erkrankungen verstorben. Ich denke, ich muss an dieser Stelle, um weitere Missverst\u00e4ndnisse zu vermeiden, auch darauf hinweisen, dass alle diese PatientInnen eine antibiotische Therapie im Krankenhaus erhalten haben und auch im Krankenhaus verstorben sind.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>UP:<\/strong> Noch einmal: Eine Besprechung der Studie kann nur auf den in der Studie enthaltenen Angaben erfolgen. In der Studie erf\u00e4hrt der Leser nicht, woran die Patienten gestorben sind. Nat\u00fcrlich gehen wir nicht ernsthaft davon aus, dass die Patienten einen Autounfall erlitten haben \u2013 doch ist es eben auf der Basis der Angaben in der Studie auch nicht auszuschlie\u00dfen.<br \/>\nAuch wenn alle Patienten letztlich an entz\u00fcndlichen Erkrankungen gestorben sind, so bedeutet das noch keinen eindeutigen Zusammenhang mit der Ausgangssepsis. Bei einer schweren Grunderkrankung und entsprechender Therapie ist der K\u00f6rper geschw\u00e4cht und anf\u00e4lliger. Der Zusammenhang mit der am Beginn der Studie stehenden Sepsis wird durch die Angaben in der Studie einfach nicht hergestellt.<\/p>\n<p>&#8230;<\/p>\n<p>Normalerweise dient der Diskussionsteil einer Studie der Analyse und Besprechung der vorgelegten Daten. Frass begn\u00fcgt sich hier \u00fcber weite Strecken lieber mit allgemein gehaltenen Ratschl\u00e4gen, wie denn Patienten mit schwerer Sepsis medizinisch (nicht hom\u00f6opathisch!) in der Intensivmedizin zu betreuen seien. Diese Passagen k\u00f6nnten ebenso unver\u00e4ndert in einem Vorlesungstext oder einem allgemeinen Lehrbuch stehen. Ihre Aussagekraft f\u00fcr die Bewertung der vorliegenden Daten ist gleich Null und es ist nicht nachzuvollziehen, warum hier das Papier mit Informationen gef\u00fcllt wird, die f\u00fcr die gemachten Schlussfolgerungen so komplett irrelevant sind, w\u00e4hrend ganz wichtige Fragen offen bleiben.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>MF:<\/strong> Freue mich, dass Sie meine Ausf\u00fchrungen witzig finden, tats\u00e4chlich bin ich ein fr\u00f6hlicher Mensch. Dass in dieser Arbeit auch die konventionelle Medizin eine entsprechende W\u00fcrdigung erf\u00e4hrt, ist meinem K\u00f6nnen in verschiedenen Facetten der Medizin zu schulden. Damit ist aber auch ein Anfangsargument entkr\u00e4ftet, dass n\u00e4mlich viel zu wenig auf die kombinierte Anwendung von konventioneller und hom\u00f6opathischer Medizin hingewiesen w\u00fcrde. Damit wird verhindert, dass jemand auf die Idee verfiele, alleinige Hom\u00f6opathie w\u00e4re anzuraten.<br \/>\nGanz sicher haben Sie eine \u00e4hnliche Kritik auch an das renommierte \u201eNew England Journal of Medicine\u201c geschickt: Bernard et al z.B. schreiben kein Wort \u00fcber die Todesursachen in ihrer Publikation (Bernard GR et al., Recombinant human protein C Worldwide Evaluation in Severe Sepsis (PROWESS) study group. <span lang=\"en-US\">Efficacy and safety of recombinant human activated protein C for severe sepsis. <\/span>N Engl J Med. 2001 Mar 8;344(10):699-709).<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>UP:<\/strong> Bernard hat keinen Auswertezeitpunkt Monate nach der Sepsis. Insofern passt der Vergleich nicht.<br \/>\nUnsere Kritik am Diskussionsteil der Studie will auch in keiner Weise Ihr enormes Wissen auf dem Gebiet der Intensivmedizin in Frage stellen, soll aber ausdr\u00fccken, dass wir das vermissen, was eigentlich im Diskussionsteil einer Studie stattfindet: Die Diskussion der Ergebnisse dieser Studie.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #943634;\"><span lang=\"de-DE\"><strong>MF (R)<\/strong>: Doch doch, der Vergleich passt vorz\u00fcglich. Man muss ja bei der Beurteilung einer Arbeit differenziert vorgehen: Wo stehen also bei Bernard die Todesursachen? Das m\u00fcsste ja auch bei 30 und nicht nur bei 180 Tagen Beobachtungszeitraum stehen.<\/span><\/span><\/p>\n<p>Die wenigen Aussagen, die sich explizit auf die vorgelegten Daten beziehen, bleiben unverst\u00e4ndlich bzw. sind nicht korrekt.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>MF:<\/strong> Wie sch\u00f6n w\u00e4re es, wenn Sie schrieben \u201esind nach meiner Auffassung nicht korrekt\u201c: Damit h\u00e4tten Sie sicher gestellt, dass Sie nicht ein Vorurteil verfolgen, sondern tats\u00e4chlich wissenschaftlich vorgehen.<\/p>\n<p>Den nicht statistisch signifikanten Unterschied nach 30 Tagen stellt Frass als \u201eTrend\u201c dar.<\/p>\n<p><em>\u201e<span lang=\"en-US\">On day 30, there was non-statistically significantly trend of survival in favour of homeopathy.\u201c<\/span><\/em><\/p>\n<p>Das ist leider so nicht haltbar. Ein statistisch nicht signifikantes Ergebnis ist genau das; es kann mit einer Wahrscheinlichkeit, die \u00fcber dem Signifikanzniveau liegt, zuf\u00e4llig zustande gekommen sein. Ein erfahrener Wissenschaftler wie Frass muss eigentlich wissen, dass man aus solchen Daten keinen \u201eTrend\u201c ablesen kann.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>MF:<\/strong> Ein in der Medizin t\u00e4tiger Wissenschafter wei\u00df, dass \u201eTrend\u201c keine Signifikanz bedeutet. Und genau diese Aussage wurde auch gemacht. Es steht auch \u201enon-significant\u201c: zur Erkl\u00e4rung f\u00fcr Laien: dies bedeutet, dass dieser Trend nicht signifikant (bedeutsam) ist.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>NA:<\/strong> Mit der Fachsprache ist das so eine Sache. Es werden Begrifflichkeiten und Redewendungen benutzt, die in der Umgangssprache eine andere Bedeutung haben. Wir verfassen unsere Kritiken hier weniger f\u00fcr die Auseinandersetzung im akademischen Rahmen, sondern richten diese auch an den interessierten Laien. \u00dcbrigens wird diese Besch\u00f6nigung nicht signifikanter Ergebnisse auch von berufeneren Leuten kritisiert (<a href=\"https:\/\/mchankins.wordpress.com\/2013\/04\/21\/still-not-significant-2\/\">Link<\/a>).<\/p>\n<p>&#8230;<\/p>\n<p>Blickt man indes in Tabelle 2, in der die klinischen Messwerte der Gruppen verglichen werden, so gibt es einen einzigen Wert, bei dem sich die Gruppen statistisch signifikant unterscheiden: Mit P = 0,033 ist die Herzschlagfrequenz in der Placebogruppe bei statistisch signifikant mehr Patienten \u00fcber 90 Schl\u00e4gen pro Minute als in der Hom\u00f6opathiegruppe. Es war zwar nicht der Wert signifikant unterschiedlich, sehr wohl aber die Zahl der davon betroffenen Patienten. Warum Frass hier ausschlie\u00dft, dass dies auf das Endergebnis einen Einfluss gehabt hat, verr\u00e4t er uns nicht. Wobei wir schon oben \u00fcber die Problematik geschrieben haben, die medizinische Relevanz anhand statistischer Wahrscheinlichkeiten zu bewerten.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>MF:<\/strong> Die medizinische Relevanz ist, wie oben schon bemerkt, unerheblich.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>UP:<\/strong> Eine Begr\u00fcndung f\u00fcr diese Aussage fehlt aber in der Arbeit<\/p>\n<p>Offen bleiben dagegen wesentliche Fragen, wie:<br \/>\n&#8211; Wie lange verbleiben die Patienten auf der Intensivstation?<br \/>\n&#8211; Bekamen alle dieselben Antibiotika? Und wie lange?<br \/>\n&#8211; Vertrugen alle die Antibiotika gleich gut?<br \/>\n&#8211; Gab es bei einigen Patienten Komplikationen bei der Behandlung und wenn ja, welche?<br \/>\n&#8211; Wie ver\u00e4nderten sich ihre Prognosewerte bei Entlassung aus der Intensivmedizin?<br \/>\n&#8211; Gab es in den Folgemonaten weitere intensivmedizinische Behandlungen der Patienten?<br \/>\n&#8211; Oder Behandlungen ihrer Grunderkrankungen? Bekamen zum Beispiel einige Patienten Chemotherapie? Und wie gut verkrafteten sie diese?<br \/>\n&#8211; Wann verstarben die Patienten?<br \/>\n&#8211; Was war die Todesursache?<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>MF:<\/strong> Diese Fragen habe ich schon weiter oben zum Teil beantwortet. Nat\u00fcrlich bekommen die PatientInnen nicht alle das gleiche Antibiotikum, sondern jenes, das aufgrund eines Antibiogramms eine selektive Wirkung auf den jeweiligen Erreger hat.<br \/>\nBei der Placebogruppe gab es in den Folgemonaten bei drei der PatientInnen eine weitere intensivmedizinische Behandlung. Nur ein Patient in jeder Gruppe erhielt eine Chemotherapie.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>UP:<\/strong> Erneut: Eine Studienbesprechung kann immer nur auf der Angabe der in der Studie enthaltenen Informationen erfolgen. Alle diese relevanten Fragen bleiben in der Arbeit unbeantwortet.<\/p>\n<p>Wir wissen also nicht, ob die Gruppen w\u00e4hrend und unmittelbar nach der Behandlung in der Intensivstation \u00fcberhaupt vergleichbar waren. F\u00fcr die Patienten, die die Sepsis \u00fcberlebten, sind die vielen, vielen Angaben, mit denen Frass seine Studie f\u00fcllt, nicht relevant, denn dieser Befund ist \u00fcberwunden oder der Patient ist daran gestorben.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>MF:<\/strong> Zur Erleichterung: Die Gruppen sind auch nach der Behandlung in der Intensivstation vergleichbar.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>UP:<\/strong> Bzgl. welcher Eigenschaften? Wo ist das in der Arbeit dokumentiert? Denn dass man 2 Gruppen von Patienten immer vergleichen kann, ist trivial und sagt nichts dar\u00fcber aus, was der Vergleich erg\u00e4be.<\/p>\n<p>Aus den Daten hingegen, die Frass zur Verf\u00fcgung stellt, ist nicht einmal ablesbar, woran die Patienten innerhalb der folgenden f\u00fcnf Monate gestorben sind, ob die Patienten \u00fcberhaupt an Folgen ihrer Grunderkrankung oder der Sepsis starben oder gar durch ganz andere Ursachen. Ebenso gut k\u00f6nnten sie einen Unfall gehabt haben. Sie k\u00f6nnten sich eine schwere Grippe oder Lungenentz\u00fcndung zugezogen haben oder gest\u00fcrzt sein. Wir erfahren nur, ob sie nach 180 Tagen noch am Leben waren. Die in der Studie enthaltenen Daten belegen also nicht einmal, ob ihr Tod \u00fcberhaupt in irgendeiner Weise mit der erlittenen Sepsis in Verbindung steht. Der R\u00fcckschluss, ob der Tod dann sogar auf ein Detail der Behandlung der Sepsis zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, ist noch weniger belastbar \u2013 n\u00e4mlich gar nicht.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>MF:<\/strong> Wie oben angef\u00fchrt, sind die PatientInnen an entz\u00fcndlichen Erkrankungen (an Pneumonie 7 PatientInnen der Hom\u00f6opathiegruppe, 15 der Placebogruppe; an einer komplizierten Harnwegsinfektion ein Patient der Hom\u00f6opathiegruppe, 2 der Placebogruppe) gestorben. Es gab keinen Todesfall durch Unfall.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>UP:<\/strong> Der Kritikpunkt an der Studie bleibt: Die Studie dokumentiert nicht, dass beide Gruppen \u00fcberhaupt \u00e4hnliche a priori Langzeitprognosen hatten. Es werden keine Angaben \u00fcber die Grunderkrankungen und andere die Langzeit\u00fcberlebenschancen mitbestimmende Faktoren gemacht. Es werden keine Daten gegeben, woran die Patienten verstarben. Es werden keine Daten gegeben, aus denen geschlossen werden kann, dass der Tod der Patienten ohne die in der Studie behandelte Sepsis nicht genauso erfolgt w\u00e4re.<\/p>\n<p>Vielleicht wartet Frass ja auch noch auf den ganz gro\u00dfen Schlag? Zu irgendeinem Zeitpunkt wird der letzte Patient aus der Placebogruppe gestorben sein. Wenn dann noch mindestens ein Mitglied der Hom\u00f6opathiegruppe lebt \u2013 dann ist das doch ein b\u00e4renstarker Nachweis, dass die vielleicht drei\u00dfig Jahre fr\u00fcher durchgef\u00fchrte hom\u00f6opathische Behandlung ein voller Erfolg war \u2013 schlie\u00dflich ist das Ergebnis jetzt richtig signifikant und die Odds Ratio \u2013 ein beim Zitieren von Studienergebnissen gerne genommener Ergebnisbooster \u2013 in traumhafte H\u00f6hen geschnellt.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>MF:<\/strong> Was so lustig klingen soll ist ja der besondere Effekt der Hom\u00f6opathie: Es geht nicht um Kurzzeiteffekte, sondern um Langzeiteffekte. Dieses Ph\u00e4nomen (nat\u00fcrlich nicht in dieser Studie) kann t\u00e4glich bei hom\u00f6opathisch behandelten PatientInnen weltweit beobachtet werden. Es ist sch\u00f6n, wenn jemand ein chronisches Leiden, das medikamentenabh\u00e4ngig war (schien), nach einer individualisierten hom\u00f6opathischen Behandlung \u00fcber Jahrzehnte verliert.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>UP:<\/strong> Eine Aussage halt, die zu belegen die Hom\u00f6opathie bis heute schuldig ist.<\/p>\n<p>Generell ist es ein Fehler (oder Absicht?), die statistische Signifikanz mit Bedeutung zu \u00fcberfrachten. Diese sagt ausschlie\u00dflich aus, ob ein Ergebnis wahrscheinlich durch Zufall zustande gekommen ist oder nicht. Sie sagt insbesondere nichts \u00fcber eine Kausalit\u00e4t aus, ob das bewertete Resultat auch von dem Eingriff herr\u00fchrt. Wenn die statistische Auswertung ergibt, dass das Ergebnis wahrscheinlich nicht durch Zufall entstanden ist \u2013 dann k\u00f6nnte auch ein gemeinsamer Autounfall einiger Placebo-Patienten die Ursache sein. Eine statistische Signifikanz bedeutet also keinen Beweis daf\u00fcr, dass der Gruppenunterschied auch durch das Ereignis hervorgerufen wurde, das die Autoren der Studie f\u00fcr die Ursache halten. Dies m\u00fcsste durch weitere Information bzw. durch eine geeignete Versuchsf\u00fchrung oder durch weitere Messungen best\u00e4tigt werden. Und genau da fehlt es der Arbeit ganz gewaltig.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>MF:<\/strong> Im Gegensatz zu manch anderer Studie sind nun die Todesursachen klar auf den Tisch gelegt. Jetzt fehlt nichts mehr.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>UP:<\/strong> Es fehlt eine Dokumentation des Zusammenhanges zwischen dem Versterben der Patienten und der Sepsis selbst; es fehlt eine Dokumentation, dass die Langzeitprognose der Patienten nicht unterschiedlich war.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>MF (R):<\/strong> Wie in meinen Ausf\u00fchrungen ausf\u00fchrlich dargestellt, war die Langzeitprognose zw. den beiden Gruppen ident. Eine genauere Darstellung werden Sie in anderen Arbeiten vergeblich suchen.<\/p>\n<p>Aber auch aus hom\u00f6opathischer Sicht gibt es gravierende Auslassungen in den Informationen, die Frass dem Leser gibt:<\/p>\n<p>Wie kann man bei mehr oder weniger nicht ansprechbaren Patienten \u00fcberhaupt eine saubere Anamnese f\u00fchren?<\/p>\n<p>Wurde nur \u00fcber die 2 \u2013 5 in Tabelle 4 genannten Symptome repertorisiert? Und wenn ja, warum gehen Frass und seine Kollegen bei einer solch ungew\u00f6hnlichen Anamnese davon aus, in absolut allen F\u00e4llen das passende Mittel gew\u00e4hlt zu haben?<\/p>\n<p>Und warum wurde dann so oft das Mittel gewechselt? In Tabelle 4 ist ersichtlich, dass f\u00fcr die 33 Patienten der Hom\u00f6opathiegruppe insgesamt 72 verschiedene Verordnungen gemacht wurden, f\u00fcr die 34 der Placebogruppe sogar 87.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>MF:<\/strong> In der Tabelle 4 sind wesentlich mehr als 5 Symptome angef\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>UP:<\/strong> Gemeint war pro genanntem hom\u00f6opathischen Mittel. Pro Mittel sind nur einige wenige Symptome genannt \u2013 maximal 5 bei Lachesis muta.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>MF:<\/strong> In der Tat m\u00fcssen nat\u00fcrlich noch wesentlich mehr Merkmale ber\u00fccksichtigt werden. Dies w\u00fcrde den Rahmen eines solchen Artikels sprengen. Ad Wechsel der Mittel: Dies ist der konventionell medizinischen und hom\u00f6opathischen Ausbildung sowie der Berufserfahrung zuzuschreiben. Die Situation von IntensivpatientInnen \u00e4ndert sich auch oft sehr rasch, was den Mittelwechsel erkl\u00e4rt. Eine sorgf\u00e4ltige Ber\u00fccksichtigung der vegetativen Symptome zusammen mit der bereits von Hahnemann postulierten Au\u00dfenanamnese (= Familie und FreundInnen) ist unabdingbare Voraussetzung.<\/p>\n<p>Inwiefern kann hier eigentlich noch von \u201eklassischer Hom\u00f6opathie\u201c gesprochen werden?<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>MF:<\/strong> Ein Hom\u00f6opath sollte auch unter schwierigsten Bedingungen imstande sein, medizinische Probleme zu l\u00f6sen. Das Gleiche gilt in der konventionellen Medizin: bei einem Atemwegsproblem kann man z.B. mit dem Combitube in fast jeder Lebenslage intubieren. Es gibt eben Alles zu bedenken, um sich vor Einseitigkeit zu sch\u00fctzen. Wie em. Rektor Prof. Dr. Sch\u00fctz sagte \u201eEs gibt nur eine Medizin!\u201c<\/p>\n<p>Warum erfolgt keine Diskussion zur Auswirkung einer m\u00f6glichen Erstverschlimmerung? K\u00f6nnte die bei einem lebensbedrohlich Erkrankten nicht sehr wohl fatale Folgen haben?<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>MF:<\/strong> Nat\u00fcrlich: und deswegen ist eine professionelle Ausbildung in hom\u00f6opathischer Medizin notwendig.<\/p>\n<p>Kurz: Frass gibt auch hom\u00f6opathischen Kollegen keineswegs ausreichend Informationen \u00fcber den hom\u00f6opathischen Behandlungsablauf. Eine Reproduktion der Studie an einer anderen Klinik ist schon alleine dadurch erschwert, dass Frass auch seine Vorgehensweise bei der hom\u00f6opathischen Behandlung \u00fcberhaupt nicht begr\u00fcndet.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>MF:<\/strong> Dazu gibt es das Buch \u201eHom\u00f6opathie in der Intensiv- und Notfallmedizin\u201c erschienen im Elsevier Verlag. Tats\u00e4chlich sind in der Tabelle 4 die haupts\u00e4chlich verwendeten hom\u00f6opathischen Medikamente angef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Fazit:<\/p>\n<p>Einigen wenigen Patienten werden in dieser Studie zus\u00e4tzlich zu ihrer normalen Behandlung entweder Placebos oder 5 Globuli verabreicht. Nach einem f\u00fcr schwere Sepsis un\u00fcblichen Zeitraum wird spontan und ohne Begr\u00fcndung wieder einmal auf die \u00dcberlebensrate geschaut. Dass dann, nach einem halben Jahr, signifikant mehr Patienten in der Placebogruppe verstorben sind, f\u00fchrt Frass ebenfalls ohne Begr\u00fcnung in Standard-Hom\u00f6opathen-Manier auf die Gabe der Globuli zur\u00fcck. Damit postuliert er den Zusammenhang, den er eigentlich mit seinen Untersuchungen belegen sollte. Denn die Frage, ob die Todesursache der Patienten \u00fcberhaupt medizinisch mit der Sepsis in einen Zusammenhang gebracht werden kann, stellt (und beantwortet) er vorsichtshalber in seiner Arbeit gar nicht.<\/p>\n<p>Unbegreiflich bleibt, dass Frass seit dem Vorlegen der Arbeit im Jahr 2004, vor 10 Jahren also, die Studienergebnisse nicht mehrfach und an gr\u00f6\u00dferen Patientengruppen wiederholt hat. In seiner Ergebnistabelle stehen immerhin 75.8% \u00dcberlebende in der Hom\u00f6opathiegruppe nur 50.0% \u00dcberlebenden in der Placebogruppe gegen\u00fcber. W\u00e4re dieses Ergebnis real, so w\u00fcrde er einem Viertel der Patienten mit einer einfachen Ma\u00dfnahme das Leben retten. Es sind schon Verdienstorden f\u00fcr Weniger verliehen worden.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>MF:<\/strong> Es schmeichelt mir, dass Sie an einen Verdienstorden denken. &#8211; Nun, es sind alle MedizinerInnen aufgerufen, diese Studie zu wiederholen.<\/p>\n<p>Zudem handelt es sich bei solchen Zahlen doch um ein Ergebnis, das man spielend leicht reproduzieren k\u00f6nnen m\u00fcsste. Der Nachweis einer \u00dcberlegenheit gegen Placebo sollte doch ein Kinderspiel, ein Selbstl\u00e4ufer sein, wenn der Einsatz von Hom\u00f6opathika bei einem Viertel der Patienten den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmacht. Und wieso erschwert Frass selbst eine Reproduktion der Ergebnisse durch hom\u00f6opathische Kollegen, indem er auch diesen keine klaren Anweisungen mit auf den Weg gibt?<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>MF:<\/strong> Siehe oben.<\/p>\n<p>Wenn man ein Einhorn im Stall hat, wieso f\u00fchrt man es dann nicht einfach vor, um die Zweifel an dessen Existenz ein f\u00fcr alle Mal zu beseitigen? Sein Einhorn hat Frass jetzt jedenfalls 10 Jahre im Stall versteckt. Ein Schelm, wer B\u00f6ses dabei denkt. Traurig ist, dass die Studie seit Jahren auf Internetseiten, wie der eingangs Zitierten immer wieder als \u201eBeleg\u201c auftaucht, ohne jedoch die Studie genau zu beschreiben. Dem Leser solcher Seiten kann dann durch diese Verbreitungsart gar nicht mehr auffallen, wie wenig aussagekr\u00e4ftig die Studie eigentlich ist<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>MF:<\/strong> Ich konnte bis dato kein Einhorn verstecken, da ich au\u00dferhalb des Mus\u00e9e national du Moyen \u00c2ge in Paris (Dame mit dem Einhorn) noch keines gesehen habe. Ich bitte Sie daher mir Ihres zu zeigen. Scherz beiseite, das Fazit Ihrer Darlegungen: es gibt noch viel zu tun, um klinische Studien auch in der konventionellen Medizin tats\u00e4chlich zu erfassen und in ihrer G\u00e4nze zu durchleuchten. Packen wir\u2019s an. Es lohnt sich.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>MF (R):<\/strong> Zum Schluss ein Danke an die wirklich interessante Kritik, die mir erst so richtig gezeigt hat, wie gut die Arbeit verfasst ist. Denn keines der entgegengehaltenen Argumente ist schlagkr\u00e4ftig.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Soweit die Stellungnahmen zur Studienkritik.<br \/>\nDie Kommentarfunktion steht jedem zur Diskussion offen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im April 2014 erschien hier auf dem Blog eine kritische Betrachtung von Ute Parsch zur Studie \u00fcber die Wirkung einer hom\u00f6opathischen Zusatzbehandlung bei schwerer Sepsis (Link). Prof. Frass von der Med Uni Wien nimmt hierzu als Hauptautor der Studie Stellung.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13,9,8],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2939"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2939"}],"version-history":[{"count":14,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2939\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3052,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2939\/revisions\/3052"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2939"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2939"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2939"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}