{"id":2883,"date":"2016-06-15T19:40:33","date_gmt":"2016-06-15T17:40:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2883"},"modified":"2017-07-03T12:14:34","modified_gmt":"2017-07-03T10:14:34","slug":"wisshom-zu-rcts-ergebniswaesche-in-fuenf-gaengen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2883","title":{"rendered":"WissHom zu RCTs &#8211; Ergebnisw\u00e4sche in f\u00fcnf G\u00e4ngen"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook%7Ctwitter\" data-url=\"http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2883\" data-timestamp=\"1499084074\" data-hidezero=\"1\" data-backendurl=\"?rest_route=\/shariff\/v1\/share_counts&\"><ul class=\"shariff-buttons theme-default wcag_colors orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2883\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#38548F; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<span data-service=\"facebook\" style=\"color:#38548F\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2883&text=WissHom%20zu%20RCTs%20%E2%80%93%20Ergebnisw%C3%A4sche%20in%20f%C3%BCnf%20G%C3%A4ngen\" title=\"Bei Twitter teilen\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#115A92; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 30 32\"><path fill=\"#55acee\" d=\"M29.7 6.8q-1.2 1.8-3 3.1 0 0.3 0 0.8 0 2.5-0.7 4.9t-2.2 4.7-3.5 4-4.9 2.8-6.1 1q-5.1 0-9.3-2.7 0.6 0.1 1.5 0.1 4.3 0 7.6-2.6-2-0.1-3.5-1.2t-2.2-3q0.6 0.1 1.1 0.1 0.8 0 1.6-0.2-2.1-0.4-3.5-2.1t-1.4-3.9v-0.1q1.3 0.7 2.8 0.8-1.2-0.8-2-2.2t-0.7-2.9q0-1.7 0.8-3.1 2.3 2.8 5.5 4.5t7 1.9q-0.2-0.7-0.2-1.4 0-2.5 1.8-4.3t4.3-1.8q2.7 0 4.5 1.9 2.1-0.4 3.9-1.5-0.7 2.2-2.7 3.4 1.8-0.2 3.5-0.9z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">twittern<\/span>&nbsp;<span data-service=\"twitter\" style=\"color:#115A92\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button rss shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?feed=rss\" title=\"RSS-feed\" aria-label=\"RSS-feed\" role=\"button\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#aa2e00; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#fe9312\" d=\"M4.3 23.5c-2.3 0-4.3 1.9-4.3 4.3 0 2.3 1.9 4.2 4.3 4.2 2.4 0 4.3-1.9 4.3-4.2 0-2.3-1.9-4.3-4.3-4.3zM0 10.9v6.1c4 0 7.7 1.6 10.6 4.4 2.8 2.8 4.4 6.6 4.4 10.6h6.2c0-11.7-9.5-21.1-21.1-21.1zM0 0v6.1c14.2 0 25.8 11.6 25.8 25.9h6.2c0-17.6-14.4-32-32-32z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">RSS-feed<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><\/ul><\/div><p>Bekanntlich hat die Wissenschaftliche Gesellschaft f\u00fcr Hom\u00f6opathie (WissHom) anl\u00e4sslich der Jahrestagung des DZVh\u00c4 (Deutscher Zentralverein hom\u00f6opathischer \u00c4rzte) Ende Mai 2016 in Bremen eine Dokumentation zum Stand der Forschung in der Hom\u00f6opathie vorgelegt [1]. Eine zusammenfassende Betrachtung klinischer Forschungsdaten belege hinreichend den therapeutischen Nutzen der hom\u00f6opathischen Behandlung, ist da zu lesen. Das Informationsnetzwerk Hom\u00f6opathie (INH) hat in einer offiziellen Erkl\u00e4rung dieser Schlussfolgerung klar widersprochen [2]. Bei der Ver\u00f6ffentlichung handelt es sich demnach um einen Versuch, die Unwissenschaftlichkeit der Hom\u00f6opathie zu verschleiern.<\/p>\n<p>Hier im Blog sollen in lockerer Folge die einzelnen in der Dokumentation publizierten Arbeiten detailliert analysiert werden, als Beleg f\u00fcr die kritischen Aussagen des INH.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>_____________________________________________________________<\/p>\n<p>EDIT 13.07.2016: ERLEDIGT! In zwei Monaten wurde die Summe aufgebracht.<\/p>\n<p><strong>Zuvor jedoch ein wichtiger Aufruf:<\/strong><br \/>\nErich Eder, ein Mitglied der Wiener Skeptiker, hat einen Rechtsstreit mit der Firma Grander verloren. Grander ist Hersteller des &#8222;energetisierten Granderwassers&#8220;, das dank seiner Initiative jetzt als &#8222;pseudowissenschaftlicher Unfug aus der Esoterikecke&#8220; bezeichnet werden darf. Diese Niederlage zu einem Seitenaspekt ist recht kostspielig, \u00fcber \u20ac 24.000,-. Ich habe mich auch mit einem Betrag im dreistelligen Bereich beteiligt. Es w\u00fcrde mich freuen, Nachahmer zu finden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Hier ist die Solidarit\u00e4t der Skeptiker gefordert.<br \/>\n<\/strong>Zum Spendenaufruf -&gt; erledigt!<strong><br \/>\n<\/strong>Der aktuelle Stand<strong>:<\/strong> Innerhalb von zwei Monaten kam die Summe zusammen.<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Danke an alle Spender! ______________________________________________________________<\/p>\n<p>In diesem Beitrag geht es um eine \u00dcbersichtsarbeit von Original RCTs mit individueller Hom\u00f6opathie mit Hochpotenzen im Vergleich zu Placebo und Standard-Therapien [3]. Die Betrachtungen orientieren sich an der \u00fcblichen Vorgehensweise bei systematischen Reviews, wie sie auf der Hom\u00f6opedia zu finden sind [4].<\/p>\n<p><b>Forschungsfrage<\/b><\/p>\n<p>Die Forschungsfrage ist ein wichtiger Aspekt einer \u00dcbersichtsarbeit, denn das gesamte Vorgehen richtet sich danach, die vorhandene wissenschaftliche Literatur zu diesem Thema zu erfassen und die passenden Daten auszuwerten. Nicht umsonst hat Prof. Frass, der Vorsitzende der WissHom, des Herausgebers dieser Sammlung, dies in seiner Kritik an der \u00dcbersichtsarbeit von Shang et al. kritisiert [5]. Oder hat das etwas zu bedeuten, dass der Chef der WissHom in einer so bedeutsamen Aktivit\u00e4t wie dieser Dokumentation nicht genannt wird?<\/p>\n<p>Aber hier wird jetzt unter seiner \u00c4gide eine Arbeit publiziert, in der wir nur erfahren, dass <i>&#8222;individuell verordnete ultramolekulare Medikamente (Klassische Hom\u00f6opathie mit Hochpotenzen \u00fcber C12) im Vergleich zu Placebo oder Standard-Therapie &#8230; untersucht werden [sollen].&#8220; <\/i>Aber was ist der Punkt des Interesses? In welcher Hinsicht sollen diese Arbeiten untersucht werden?<\/p>\n<p>Fehlanzeige. Warum man das tut, bleibt im Unklaren, zumal eine sehr aufw\u00e4ndige \u00dcbersichtsarbeit erst Ende 2014 erschienen ist [6]. Diese Arbeit wurde schon <a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?page_id=2299\">hier<\/a> im Blog untersucht, auch auf der <em>Hom\u00f6opedia<\/em> findet sich ein entsprechender Artikel (<a href=\"http:\/\/www.hom\u00f6opedia.eu\/index.php\/Artikel:Systematische_Reviews_zur_Hom%C3%B6opathie_-_Mathie_(2014)\">hier<\/a>). Gegen\u00fcber dieser Arbeit von Mathie et al. wurde das Feld erweitert, indem auch Studien eingeschlossen wurden, bei denen die Patienten der Kontrollgruppe mit Standardtherapien behandelt wurden, andererseits beschr\u00e4nkt man sich auf die Hochpotenzen. Warum? In welche Richtung will man das Wissen erweitern? Das bleibt ein Geheimnis der Autoren.<\/p>\n<p>Mein Tipp: Das Wissen soll gar nicht erweitert werden &#8211; es sollen lediglich positive Ergebnisse erzeugt werden. Man braucht hier allerdings f\u00fcnf Waschg\u00e4nge dazu, um aus einem eher k\u00fcmmerlichen Ergebnis eine vollmundige Erkl\u00e4rung werden zu lassen, in der die Vorteile der Hom\u00f6opathie ganz deutlich zu Tage treten.<\/p>\n<p><b>Literaturrecherche<\/b><\/p>\n<p>Die Autoren haben in der Datenbank Medline nach entsprechenden Ver\u00f6ffentlichungen gesucht und auch in verschiedenen publizierten Metaanalysen recherchiert. Dabei hat man sich auf qualitativ hochwertige Arbeiten beschr\u00e4nkt und fand insgesamt 71 randomisierte Vergleichsstudien aus den Jahren 1982 bis 2014. Davon wurden ausgeschlossen:<\/p>\n<ul>\n<li>26 Studien, bei denen Potenzen unter C12 verwendet wurden<\/li>\n<li>14 Pilotstudien<\/li>\n<li>11 Studien mit nur einfacher Verblindung<\/li>\n<li>5 Studien, in denen Surrogatmarker bewertet wurden<\/li>\n<li>2 die keinem Peer-Review unterzogen worden waren<\/li>\n<li>2 Studien, bei denen Hom\u00f6opathika zur Pr\u00e4vention eingesetzt wurden<\/li>\n<li>2 Studien, bei denen mehr als 20 % der Testpersonen ausschieden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Bemerkenswert ist die hohe Zahl der aufgefundenen Pilotstudien und dass diese im Gegensatz zu Mathie von der Betrachtung ausgeschlossen wurden &#8211; ein Punkt, den ich bei der Arbeit von Mathie hart kritisiert habe. Darf ich mir einbilden, die WissHom habe meine Kritik zur Kenntnis genommen?<\/p>\n<p>Insgesamt wurden 62 Studien aus den verschiedensten Gr\u00fcnden aus der Betrachtung ausgeschlossen, also knapp 90 %. Dieser hohe Anteil von ausgeschlossenen Studien war \u00fcbrigens ein wesentlicher Kritikpunkt von Hahn an der \u00dcbersichtsarbeit von Shang et al., der von den Verfechtern der Hom\u00f6opathie gerne aufgenommen wurde [7].<\/p>\n<p><b>Bewertung der Studienqualit\u00e4t<\/b><\/p>\n<p>Die Autoren verzichten auf eine durchg\u00e4ngige eigenst\u00e4ndige Bewertung der Studienqualit\u00e4t und beziehen sich stattdessen auf die Bewertungen aus fr\u00fcheren Reviews, in denen die Studien schon einmal beurteilt worden waren. Lediglich f\u00fcr die Arbeiten von Frei und L\u00f6kken wird analog zum Vorgehen Mathies eine Beurteilung des Biasrisikos durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Anhand dieser doch eher etwas ungew\u00f6hnlichen Bewertung kommt von Ammon zu dem Schluss, dass die Studienqualit\u00e4t &#8222;nicht durchg\u00e4ngig optimal sei&#8220;. Nur die Arbeit von Frei wird als hochwertig (geringes Risiko eines Bias) bewertet, die anderen als mittelm\u00e4\u00dfig (unbekanntes Risiko eines Bias, 5 Studien) oder ungen\u00fcgend (hohes Risiko eines Bias, 3 Studien) bewertet. Angesichts dessen wirkt die zusammenfassende Bewertung &#8222;nicht durchg\u00e4ngig optimal&#8220; etwas euphemistisch, l\u00e4sst diese Beurteilung doch eher erwarten, dass die gute Bewertung die Regel ist, nicht die Ausnahme, wie hier in diesem Fall. Das w\u00e4re schon mal der Vorwaschgang.<\/p>\n<p><b>Auswertung<\/b><\/p>\n<p>Auch die Auswertung der Daten f\u00fchren die Autoren nicht selbst durch, sondern stellen in einer Tabelle die in fr\u00fcheren Reviews ermittelten Daten zusammen. Das ist alles, mehr Auswertung findet nicht statt. Man beschr\u00e4nkt sich auf die Darstellung der aus anderen Analysen entnommenen Daten und beschreibt diese in einem Prosatext, ohne auf irgendeine Art und Weise zu versuchen, eine mathematisch-statistische oder sonstige zahlenm\u00e4\u00dfige Gesamtauswertung durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Der Tabelle kann man entnehmen, dass von den neun Arbeiten f\u00fcnf zu keinem signifikant-positiven Ergebnis f\u00fchrten, zwei (Jacobs 1994 und Jacobs 2000) liegen an der Grenze zur Signifikanz, in einer (Frei, 2005, ADHS) habe sich die Hom\u00f6opathie als vorteilhaft gegen\u00fcber Placebo erwiesen, ohne dass eine Signifikanz angegeben wird, und nur bei einer (Frass, 2005 Sepsis) sei ein statistisch signifikantes positives Ergebnis aufgetreten.<\/p>\n<p>Was jetzt folgt ist ein Lehrst\u00fcck, wie man Ergebnisse schrittweise sch\u00f6nreden kann. Die Autoren wenden hier ein mehrstufiges Verfahren an, das im Rest der Arbeit zu bewundern ist.<\/p>\n<p>Die Autoren schreiben im Kapitel <b>Ergebnis<\/b>, dass sich bei sechs Studien &#8218;eine \u00dcberlegenheit der klassischen Hom\u00f6opathie gegen\u00fcber Placebo abzeichne&#8216;, jedoch seien aufgrund der kleinen Stichprobengr\u00f6\u00dfen die Konfidenzintervalle zu breit, um eine deutliche \u00dcberlegenheit der Hom\u00f6opathie zu belegen.<\/p>\n<p>Von den acht Studien, die in fr\u00fcheren Reviews ausgewertet wurden, ergaben sechs positive Werte zugunsten der Hom\u00f6opathie &#8211; nur bei einer davon waren sie statistisch signifikant. Die beiden anderen waren negativ. Dies aber als einen Hinweis auf die \u00dcberlegenheit der Hom\u00f6opathie zu werten, ist unzutreffend.<\/p>\n<p>Die Studien beinhalten Vergleiche von hom\u00f6opathischen Behandlungen zu Placebo, also zu einer Vergleichsmedikation ohne jeden Wirkstoff. Schon wenn aus solchen Untersuchung herausk\u00e4me, dass die Hom\u00f6opathika nicht besser wirkten, w\u00e4re das ein Versagen des Hom\u00f6opathikums, wenn es eben genauso wirke wie ein Nicht-Medikament. Demzufolge ist die Botschaft &#8222;nur zwei schlechte&#8220; irref\u00fchrend: Diese Ergebnisse sind nicht nur schlecht, es ist eigentlich eine Katastrophe, wenn die Hom\u00f6opathika sogar schlechter wirken als kein Wirkstoff.<\/p>\n<p>Ein Ergebnis ist dann statistisch signifikant, wenn mit einem geeigneten Testverfahren ermittelt werden konnte, dass das Ergebnis sehr wahrscheinlich nicht auf einem Zufall (in der Zusammenstellung der Vergleichsgruppen) beruht. Folglich w\u00e4re in einem solchen Fall davon auszugehen, dass sich in den Vergleichsgruppen unter dem Hom\u00f6opathikum und unter Placebo unterschiedliche Gruppeneigenschaften ergeben h\u00e4tten, was, wenn durch das Studiendesign andere Ursachen ausgeschlossen sind, auf eine Wirksamkeit des Hom\u00f6opathikums hindeuten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Ein nicht signifikantes Ergebnis bedeutet im Umkehrschluss, dass es durchaus auf Zufall beruhen k\u00f6nnte &#8211; und nicht mehr. Selbst signifikante Ergebnisse sind nicht unproblematisch, wie die hier im Blog enthaltene Besprechung der als signifikant eingeflossenen Arbeit von Frass zeigt (<a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?page_id=1853\">hier<\/a>). Ein nicht signifikantes Ergebnis als einen Hinweis auf eine Wirksamkeit des Hom\u00f6opathikums zu sehen, postuliert einen Zusammenhang, an dessen Nachweis man gerade gescheitert ist. Um eine solche Wertung begr\u00fcndet treffen zu k\u00f6nnen, m\u00fcsste man die Studie mit h\u00f6herer Teilnehmerzahl wiederholen. Ergibt sich dann die gleiche Effektst\u00e4rke, wie es zu erwarten w\u00e4re, wenn eine Wirksamkeit des Mittels dem Effekt zugrunde l\u00e4ge, dann resultiert daraus ein signifikantes Ergebnis.<\/p>\n<p>Welcher Laie kann sich etwas unter zu breiten Konfidenzintervallen vorstellen? Die Erkl\u00e4rung ist zwar richtig, aber da zuvor \u00fcber die &#8218;\u00dcberlegenheit der Hom\u00f6opathika&#8216; gesprochen wurde, hat der Leser dies im Ohr &#8211; und besch\u00e4ftigt sich wahrscheinlich nicht weiter mit den komischen Konfidenzintervallen, zumal sich die Bedeutung dieser Gr\u00f6\u00dfe bei einem statistischen Vergleich auch nicht auf einfachem Wege aus dem Artikel in der Wikipedia erschlie\u00dft, wenn der interessierte Leser dort nachschl\u00e4gt, was es damit auf sich hat.<\/p>\n<p>Also, Schritt 1 erfolgreich absolviert: Dass der Vorteil der Hom\u00f6opathie nicht zu Tage tritt, liegt nicht daran, dass er eventuell nicht vorhanden ist, sondern daran, dass irgendwelche wenig verst\u00e4ndliche Probleme aufgetreten sind. Die wenig passenden Ergebnisse, in denen das genaue Gegenteil der bejubelten Studien aufgetreten ist &#8211; nicht signifikante negative Ergebnisse &#8211; sind schon mal weggefallen. Erster Vollwaschgang erledigt.<\/p>\n<p>Die <b>Diskussion<\/b> beginnt mit der Feststellung, dass in den letzten 25 Jahren einige qualitativ gute Arbeiten zur individuellen Hom\u00f6opathie mit Hochpotenzen unter Peer-Review in hochwertigen Journalen erschienen seien &#8211; eine Aussage, deren Beweis die Autoren bisher in ihrer Arbeit allerdings nicht liefern konnten.<\/p>\n<p>In diesem Abschnitt werden daraus dann schon <em>&#8222;Hinweise auf eine \u00dcberlegenheit der Klassischen Hom\u00f6opathie im Vergleich zu Placebo&#8220;<\/em>, was sich im \u00dcbrigen mit den Ergebnissen fr\u00fcherer systematischer Reviews decke. Was in diesem Fall kein Wunder ist, schlie\u00dflich sind die Ergebnisse ja aus fr\u00fcheren Arbeiten entnommen.<\/p>\n<p>Jetzt taucht das Biasrisiko als Einschr\u00e4nkung f\u00fcr die Belastbarkeit des Ergebnisses auf &#8211; was zwar wiederum sachlich richtig ist, aber, da nicht erkl\u00e4rt wird, was das ist, f\u00fcr den Laien ebenfalls unverst\u00e4ndlich bleibt. Wieder bleiben die positiven Hinweise im Raum stehen. Das war der zweite Waschgang.<\/p>\n<p>In der <b>Zusammenfassung<\/b> wird in einem dritten Waschgang wieder darauf verwiesen, dass sich in der \u00fcberwiegenden Anzahl der untersuchten Studien Hinweise f\u00fcr eine spezifische Wirkung der Arzneien finde, &#8222;auch wenn die Stichprobengr\u00f6\u00dfe der einzelnen Studien zu klein sind, um f\u00fcr sich allein stehend eine deutliche \u00dcberlegenheit darzustellen&#8220;.<\/p>\n<p>Der Bogen ist fast geschafft: F\u00fcr sich alleine k\u00f6nnen die Studien nicht als Nachweis gelten. Das ist sachlich ohne Zweifel korrekt, impliziert aber, dass dies im Zusammenhang mit anderen Studien wohl der Fall sei. Dass es diese anderen Studien aber nicht gibt, erf\u00e4hrt der Leser nicht. Diese Studien m\u00fcssten, um den Wert als Evidenz zu verbessern, ein \u00e4hnliches Feld abdecken, um in einer Metaanalyse sinnvoll mit einer vorhandenen Studie zusammengefasst zu werden: Die Evidenz f\u00fcr eine Behandlung von schwerer Sepsis mit Hochpotenzen wird sicher nicht dadurch verbessert, dass es auch Studien gibt, in denen die Behandlung von Pr\u00e4menstruellem Syndrom untersucht wurde, beispielsweise. Replizierende Studien gibt es f\u00fcr die hier betrachteten Arbeiten auch nach zehn bis zwanzig Jahren noch nicht &#8211; so alt sind die untersuchten Studien inzwischen.<\/p>\n<p>Eine Ausnahme sind die drei Arbeiten von Jacobs zum kindlichen Durchfall, die bereits <a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?page_id=404\">hier<\/a> auf dem Blog betrachtet wurden. Allerdings sind diese Wiederholungen nicht unabh\u00e4ngig erfolgt, sondern von immer dem gleichen Autorenteam durchgef\u00fchrt worden.<\/p>\n<p>In der Gesamtzusammenfassung der ganzen Dokumentation werden daraus &#8222;<em>ausschlie\u00dflich methodisch hochwertige Studien<\/em>&#8222;, die Hinweise f\u00fcr eine \u00dcberlegenheit der klassischen Hom\u00f6opathie gegen\u00fcber Placebo g\u00e4ben, mithin einen spezifischen Effekt von Hochpotenzen. Hier ist es jetzt die Anzahl der hochwertigen Studien, die eine endg\u00fcltige wissenschaftliche Aussage unm\u00f6glich macht. Waschgang 4 ist erledigt.<\/p>\n<p>Also jetzt ist nur noch ein klitzekleiner &#8211; f\u00fcnfter &#8211; Waschgang n\u00f6tig, und das macht ganz bestimmt derjenige, der dieses Pamphlet zitiert &#8211; und alle Vorbehalte sind weg. Und tats\u00e4chlich, man kann sich auf die Carstens-Stiftung verlassen:<\/p>\n<p><em>&#8222;Auch hochwertige randomisierte klinische Studien zeigen spezifische Effekte, in denen Hom\u00f6opathie dem Placebo \u00fcberlegen ist (Perspektive Randomisierte Klinische Studien).&#8220;<\/em> steht da jetzt ohne jede Einschr\u00e4nkung (<a href=\"https:\/\/www.carstens-stiftung.de\/fileadmin\/user_upload\/pdf\/Der-aktuelle-Stand-der-Forschung-zur-Homoeopathie-2016-WissHom.pdf\">Link<\/a>)(Edit 3.2.2017: Link aktualisiert)<\/p>\n<p>Wer sagt&#8217;s denn&#8230; Mission accomplished!<\/p>\n<p><strong>Quellen<\/strong><\/p>\n<p>[1] WissHom (Hrsg.): Der aktuelle Stand der Forschung zur Hom\u00f6opathie, K\u00f6then (Anhalt), 2016, <a href=\"http:\/\/www.homoeopathie-online.info\/wp-content\/uploads\/Der-aktuelle-Stand-der-Forschung-zur-Hom%C3%B6opathie-2016-WissHom.pdf\" class=\"broken_link\">Link<\/a><\/p>\n<p>[2] Aust N, Ernst E, Grams N, Sarma A, Schmacke N: Offizielle Erkl\u00e4rung des INH zur Ver\u00f6ffentlichung der WissHom: &#8222;Der aktuelle Stand zur Forschung der Hom\u00f6opathie&#8220;, <a href=\"http:\/\/www.netzwerk-homoeopathie.eu\/standpunkte\/118-gemeinsame-erklaerung-des-informationsnetzwerks-homoeopathie-zur-veroeffentlichung-der-wissenschaftlichen-gesellschaft-fuer-homoeopathie-der-aktuelle-stand-der-forschung-zur-homoeopathie\" class=\"broken_link\">Link<\/a><\/p>\n<p>[3] V. Ammon K, Torchetty L, Frei-Erb M: Ergebnisse von Original-RCTs mit individueller Hom\u00f6opathie und Hochpotenzen im Vergleich zu Placebo und Standard-Therapien, enthalten in [1]<\/p>\n<p>[4] NN: Systematische Reviews zur Hom\u00f6opathie &#8211; Methodik; Beitrag Hom\u00f6opedia, <a href=\"http:\/\/www.hom\u00f6opedia.eu\/index.php\/Artikel:Systematische_Reviews_zur_Hom%C3%B6opathie_-_Methodik\">Link<\/a><\/p>\n<p>[5] Frass M, Schuster E et al.: Bias in the trial and reporting of trials of homeopathy: a fundamental breakdown in peer review and standards? journal of Alternative and Complementary Medicine (2005), 11;5:780-782 (Abstract nicht online verf\u00fcgbar)<\/p>\n<p>[6] Mathie RT, Lloyd SM, Legg LA, Clausen J, Moss S, Davidson JRT, Ford I: Randomised placebo-controlled trials of individualised homeopathic treatment: systematic review and meta-analysis, in: Systematic Reviews 2014, 3: 142, doi: 10.1186\/2046-4053-3-142, <a href=\"http:\/\/systematicreviewsjournal.biomedcentral.com\/articles\/10.1186\/2046-4053-3-142\">Link<\/a><\/p>\n<p>[7] Hahn RG: &#8218;Homeopathy: Meta-Analyses of Pooled Clinical Data&#8216;, Forsch. Komplement\u00e4rmedizin 2013; 20: 376-381, DOI 10.1159\/000355916, <a href=\"http:\/\/www.karger.com\/Article\/FullText\/355916\" class=\"broken_link\">Link<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bekanntlich hat die Wissenschaftliche Gesellschaft f\u00fcr Hom\u00f6opathie (WissHom) anl\u00e4sslich der Jahrestagung des DZVh\u00c4 (Deutscher Zentralverein hom\u00f6opathischer \u00c4rzte) Ende Mai 2016 in Bremen eine Dokumentation zum Stand der Forschung in der Hom\u00f6opathie vorgelegt [1]. 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