{"id":2845,"date":"2016-03-20T14:00:12","date_gmt":"2016-03-20T13:00:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2845"},"modified":"2019-04-26T19:07:51","modified_gmt":"2019-04-26T17:07:51","slug":"professor-walach-antwortet-auf-unseren-brief-zu-seinem-blogbeitrag","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2845","title":{"rendered":"Professor Walach antwortet auf unseren Brief zu seinem Blogbeitrag"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook%7Ctwitter\" data-url=\"http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2845\" data-timestamp=\"1556305671\" data-hidezero=\"1\" data-backendurl=\"?rest_route=\/shariff\/v1\/share_counts&\"><ul class=\"shariff-buttons theme-default wcag_colors orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2845\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#38548F; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<span data-service=\"facebook\" style=\"color:#38548F\" class=\"shariff-count\"> 11<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2845&text=Professor%20Walach%20antwortet%20auf%20unseren%20Brief%20zu%20seinem%20Blogbeitrag\" title=\"Bei Twitter teilen\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#115A92; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 30 32\"><path fill=\"#55acee\" d=\"M29.7 6.8q-1.2 1.8-3 3.1 0 0.3 0 0.8 0 2.5-0.7 4.9t-2.2 4.7-3.5 4-4.9 2.8-6.1 1q-5.1 0-9.3-2.7 0.6 0.1 1.5 0.1 4.3 0 7.6-2.6-2-0.1-3.5-1.2t-2.2-3q0.6 0.1 1.1 0.1 0.8 0 1.6-0.2-2.1-0.4-3.5-2.1t-1.4-3.9v-0.1q1.3 0.7 2.8 0.8-1.2-0.8-2-2.2t-0.7-2.9q0-1.7 0.8-3.1 2.3 2.8 5.5 4.5t7 1.9q-0.2-0.7-0.2-1.4 0-2.5 1.8-4.3t4.3-1.8q2.7 0 4.5 1.9 2.1-0.4 3.9-1.5-0.7 2.2-2.7 3.4 1.8-0.2 3.5-0.9z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">twittern<\/span>&nbsp;<span data-service=\"twitter\" style=\"color:#115A92\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button rss shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?feed=rss\" title=\"RSS-feed\" aria-label=\"RSS-feed\" role=\"button\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#aa2e00; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#fe9312\" d=\"M4.3 23.5c-2.3 0-4.3 1.9-4.3 4.3 0 2.3 1.9 4.2 4.3 4.2 2.4 0 4.3-1.9 4.3-4.2 0-2.3-1.9-4.3-4.3-4.3zM0 10.9v6.1c4 0 7.7 1.6 10.6 4.4 2.8 2.8 4.4 6.6 4.4 10.6h6.2c0-11.7-9.5-21.1-21.1-21.1zM0 0v6.1c14.2 0 25.8 11.6 25.8 25.9h6.2c0-17.6-14.4-32-32-32z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">RSS-feed<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><\/ul><\/div><p align=\"LEFT\">Anfang M\u00e4rz hatten wir, das sind Natalie Grams und ich, uns in einem Brief an Professor Walach gewandt, der sich in einem Beitrag auf seinem Blog zum Informationsnetzwerk Hom\u00f6opathie ge\u00e4u\u00dfert hatte. Seine Antwort erfolgte ziemlich umgehend. Da ich erst noch etwas Quellenstudium betreiben musste, um zu antworten, hat es etwas l\u00e4nger gedauert, bis die Kommentare fertig waren.<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><!--more--><\/p>\n<p align=\"LEFT\">Im folgenden Text finden Sie unseren urspr\u00fcnglichen Brieftext, darin einger\u00fcckt und <em>kursiv<\/em> die Stellungnahmen von Prof. Walach (HW) und mir (NA).<\/p>\n<p align=\"LEFT\">&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><strong><span lang=\"de-DE\">Ihr Blogartikel &#8218;<\/span>Die Wiederentdeckung des Rades macht es selten runder \u2013 Hom\u00f6opathiekritik geht in eine neue Runde&#8216;<\/strong><\/p>\n<p>Sehr geehrter Herr Professor Walach,<\/p>\n<p>es freut uns vom Informationsnetzwerk Hom\u00f6opathie sehr, dass Sie sich die Zeit genommen haben, sich mit unserem Anliegen auseinanderzusetzen. Dies best\u00e4tigt uns darin, dass wir ernstgenommen werden, was f\u00fcr uns wiederum ein Zeichen daf\u00fcr ist, dass unsere Arbeit wichtig ist.<\/p>\n<p>Nur damit wir uns nicht falsch verstehen: Wir gehen nicht davon aus, dass unsere Kritik neu und endg\u00fcltig w\u00e4re. Ganz im Gegenteil, vieles wird darauf hinauslaufen, schon lange bestehende Vorbehalte gegen\u00fcber der Hom\u00f6opathie zusammenzutragen und in einer allgemeinverst\u00e4ndlichen und ansprechenden Form zu pr\u00e4sentieren. Dass diese Vorbehalte schon lange von den Vertretern der Hom\u00f6opathie ignoriert werden und ein geschicktes Marketing und wirksame Lobbyarbeit dagegen gesetzt wurden, ist dabei nur von untergeordneter Bedeutung.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Das Thema des historischen Bewusstseins bietet keinen gro\u00dfen Anlass zum Dissens. Wir sehen die Ursachen des historischen Erfolges der Hom\u00f6opathie genau so wie Sie als Kontrastprogramm zu ungeeigneten Therapien zu Hahnemanns Zeiten und danach.<\/p>\n<p>Ihrer Lektion Nummer 1 ist aber zu widersprechen.<\/p>\n<p>Sie \u00fcbertragen darin den f\u00fcr die Hom\u00f6opathie vorteilhaften Vergleich zu g\u00e4nzlich unpassenden Therapien auf die heutige Zeit. Sie sprechen der heutigen Medizin und ihren Medikamenten weitgehend den Nutzen ab, womit naturgem\u00e4\u00df der Eindruck entsteht, dies seien weitgehend Pr\u00e4parate, die zwar Schaden bringen, aber keinen Nutzen haben. Sie stellen heutige Medikamente damit auf eine Stufe mit Aderlass, Quecksilberanwendungen und Haarseil, deren therapeutischer Wert sicher generell angezweifelt werden muss. Dass die Brownschen Ans\u00e4tze, die sich auf Stimulierung und Sedierung beschr\u00e4nkten, sich hinsichtlich ihrer Wirksamkeit davon positiv abheben, ist kaum anzunehmen. Dieser doch sehr pauschalen Abwertung der Errungenschaften unseres Gesundheitswesens ist entschieden zu widersprechen, siehe unten.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>HW:<\/strong> Ich sehe nicht, wo ich und an welcher Stelle ich eine solche Geringsch\u00e4tzung ausgedr\u00fcckt habe. Alles was ich sage ist: dass die Hom\u00f6opathie noch existiert ist ein historisches Ph\u00e4nomen, das ernst zu nehmen ist. Dass dies vermutlich mit einer mangelnden, oder viel h\u00e4ufiger noch mit Nebenwirkungen erkauften Wirkung moderner Medikamente zusammenh\u00e4ngt und vor allem damit, dass sich Patienten von vielen \u00c4rzte nicht wahrgenommen, verstanden und ernstgenommen f\u00fchlen, ist ein empirischer Tatbestand, der nichts mit der Wirkung und den Fortschritten von Medikamenten zu tun, die mir klarerweise bekannt sind.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>NA:<\/strong> Sie sprechen ausschlie\u00dflich von konventionellen Behandlungen ohne Nutzen und ausschlie\u00dflich von Medikamenten mit starken Nebenwirkungen. Nichts, was diese Aussage irgendwie relativiert. Nichts dazu, ob den Nebenwirkungen vielleicht auch ein Nutzen gegen\u00fcberstehen k\u00f6nnte. Dass es die von Ihnen genannten Probleme auch gibt, steht au\u00dfer Frage, aber die Leistungen des Gesundheitswesens nur auf diese zu reduzieren, ist zu einseitig. Genau diese fast schon beil\u00e4ufige Abwertung unseres Gesundheitssystems, die mit der Hom\u00f6opathie sehr oft einhergeht, veranlasst uns, aktiv zu werden.<\/em><\/p>\n<p>Herr Walach, ich will einfach nicht glauben, dass Sie aus Ihrer Warte den Fortschritt der Medizin und der Pharmazie seit den 1850er Jahren nicht registriert haben oder gering sch\u00e4tzen. Es mag sein, dass es einzelne Medikamente gibt, deren Nutzen vielleicht in keinem vern\u00fcnftigen Verh\u00e4ltnis zum Schadenspotenzial steht, besonders wenn sie bei falschen Indikationen &#8211; Stichwort Antibiotika bei Erk\u00e4ltungskrankheiten &#8211; angewendet werden. Wollen Sie das aber wirklich auf alle 676.000.000 Verordnungen pro Jahr von 43.000 rezeptpflichtigen Medikamenten \u00fcbertragen (Zahlen von 2012) [1]?<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>HW:<\/strong> Dieser Fortschritt ist ja ganz unbestritten. Die Frage ist: hilft er wirklich auch dort, wo er helfen soll? Das scheint mir durchaus auch manchmal unklar zu sei. Warum, wenn der Fortschritt so klar ist, gehen dann immer noch so viele Patienten, die ja mehrheitlich Erfahrung mit diesem Fortschritt haben, zu anderen \u00c4rzten? Warum, wenn die Sache so eindeutig ist, z\u00e4hlen Arzneimittelnebenwirkungen zur Todesursache Nummer 3 (lt. G\u00f6tzsche)? Warum gibt es, trotz angeblich wirksamer Medikation, ein Heer von chronischen Schmerzpatienten? Warum sagt die WHO voraus, dass Depression im Jahre 2020 Ursache f\u00fcr vorzeitige Berentung No2 weltweit sein wird, wenn es doch angeblich wirksame Medikation gibt?<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>NA:<\/strong> Prophezeiungen sind eine schwierige Sache, besonders, wenn sie die Zukunft betreffen. Dass Menschen in schwieriger Lage nach allen M\u00f6glichkeiten greifen, ihre Probleme in den Griff zu bekommen, ist nachvollziehbar. Aber wie kommen sie darauf, etwa in der Hom\u00f6opathie eben eine solche M\u00f6glichkeit zu sehen? Dabei kann man dann auch gleich die ethische Frage stellen, ob es zu vertreten ist, Patienten ungerechtfertigte Hoffnungen zu machen &#8211; und sich daf\u00fcr auch bezahlen zu lassen?<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Woher hat G\u00f6tzsche \u00fcberhaupt seine Daten, die amtliche Statistik gibt dies jedenfalls nicht her (https:\/\/www.destatis.de\/DE\/ZahlenFakten\/GesellschaftStaat\/Gesundheit\/Todesursachen\/Todesursachen.html).<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Inzwischen habe ich mir G\u00f6tzsches Buch beschafft. Er mag zwar ein f\u00fchrender Mitarbeiter bei Cochrane sein &#8211; aber sein Buch ist extrem einseitig. Den im Markt befindlichen Medikamenten wird mehr oder weniger jeder Nutzen abgesprochen, daf\u00fcr zeigen sie aber umso mehr unerw\u00fcnschte Nebenwirkungen. Seine Daten zur Sterblichkeit infolge Arzneimittelgebrauch beruhen alleine auf einer einzigen Erhebung an einem einzigen norwegischen Krankenhaus und auf irgendwelchen anderen &#8218;Sch\u00e4tzungen&#8216;.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Dies ist doch eine sehr magere Grundlage f\u00fcr derartige Darstellungen.<\/em><\/p>\n<p>Sie werfen die Frage auf, warum die Hom\u00f6opathie gerade dann wieder popul\u00e4r wurde, als die Ausw\u00fcchse einer verfehlten Struktur des Gesundheitswesens als Selbstbedienungsladen korrigiert wurden und man sich \u00fcber Kostend\u00e4mpfung Gedanken machte. Interessanter Aspekt, dass dies zeitlich zusammenf\u00e4llt. Wobei ich dies eher auf die sp\u00e4ten 70er schieben w\u00fcrde: Ein Anfang der 1970er Jahre erschienenes Lexikon nennt die Hom\u00f6opathie als bedeutungslos [2].<\/p>\n<p>Interessant ist auch Ihr Hinweis, dass die Hom\u00f6opathie in Indien die Medizin der armen Leute sei. Dann fragt man sich doch, wie es kommt, dass die wohlhabenderen Teile der indischen Bev\u00f6lkerung diesem Beispiel offenbar nicht folgen. Diese Leute m\u00fcssen doch recht dumm sein, dass sie ihren wirtschaftlichen Vorteil daf\u00fcr einsetzen, schwere Krankheiten mit offenbar wesentlich ungeeigneteren und vor allen Dingen unangenehmeren Methoden zu therapieren.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>NA:<\/strong> Es erstaunt mich, dass hier keine Gegenargumentation erfolgt.<\/em><\/p>\n<p>Dass der Hom\u00f6opathie etwas Spezielles anhaftet, wollen wir ja gar nicht in Abrede stellen &#8211; wir sehen es nur als ausgeschlossen an, dass dies die Wirksamkeit als medikament\u00f6se Behandlung ist.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>HW:<\/strong> ausgeschlossen ist so ein Unwort. Es signalisiert Unm\u00f6glichkeit, die apriorisch definiert ist. Das halte ich f\u00fcr eine wissenschaftliche Untugend.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>NA: <\/strong>Die Wirksamkeit eines Hom\u00f6opathikums in mittleren oder gar hohen Potenzen ist mangels Anwesenheit einer ausreichenden Menge Wirkstoff ausgeschlossen. Es gibt kein auch nur halbwegs plausibles Erkl\u00e4rungsmodell, das nicht mit den Grundlagen der Physik heftig kollidieren w\u00fcrde.<\/em><\/p>\n<p>Im Weiteren sind wir uns durchaus einig, dass es bislang noch nicht gelungen ist, einen robusten Unterschied zwischen Placebo und Hom\u00f6opathie zu finden, ich m\u00f6chte erg\u00e4nzen, weder in der Wirkung noch in den physikalisch-chemischen Eigenschaften des Pr\u00e4parats.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Die Meta-Analyse von Mathie [3] ist also heute das Ma\u00df der Dinge, sagen Sie, nachdem &#8211; da muss ich Ihnen zustimmen &#8211; die Analyse von Shang et al. [4] durchaus mit einigen methodische Schwachstellen aufwartet. Ich behaupte aber, dass die Arbeit von Mathie, also von einem Hom\u00f6opathen, eher die Aussagen der Kritiker der Hom\u00f6opathie st\u00fctzt als die ihrer Vertreter. Hierzu betrachten wir die von uns Skeptikern vertretenen Thesen zur Hom\u00f6opathie:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong><span lang=\"de-DE\">HW:<\/span><\/strong> Mathie ist kein Hom\u00f6opath, soweit ich wei\u00df, sondern von der Faculty angestellt. Ich habe ihn als einen, f\u00fcr meinen Geschmack sogar allzu rigiden, durchaus kritischen Forscher kennengelernt.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>NA:<\/strong> Gut, da war ich im Ausdruck unpr\u00e4zise. Mathie ist kein hom\u00f6opathischer Therapeut, aber er arbeitet f\u00fcr eine hom\u00f6opathische Vereinigung. Es ging hier darum, darzustellen, dass Mathie sicher unverd\u00e4chtig ist, gegen die Hom\u00f6opathie voreingenommen zu sein.<\/em><\/p>\n<p>These 1: Es gibt keine qualitativ hochwertige klinische Studie, in der das untersuchte Hom\u00f6opathikum wirksamer war als das Placebo.<\/p>\n<p>Mathie f\u00fchrt eine Qualit\u00e4tsbewertung der Studien anhand der Kriterien durch, die von der Cochrane Collaboration ver\u00f6ffentlicht wurden [5].<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong><span lang=\"de-DE\">HW:<\/span><\/strong> Ich finde diese Qualit\u00e4tsbeurteilungen sowieso h\u00f6chst fraglich. Die Cochrane Tools sind grob und andere Validit\u00e4tsindikatoren, die ebenfalls wichtig sind &#8211; etwa Modellvalidit\u00e4t &#8211; fehlt darin ganz.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>NA:<\/strong> Sie sehen in der <a href=\"http:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S1475491615000077\" class=\"broken_link\">MVHT von Mathie<\/a> etwas anderes als eine Methode, unpassende Resultate post hoc auszusondern? Sie wissen, dass Ihre eigene Arbeit, die Kopfschmerzstudie, nur eine B2-Bewertung erhalten hat? Ihnen stand offenbar nicht ausreichend hom\u00f6opathisches Fachpersonal zur Verf\u00fcgung und die Beobachtungszeit war nicht ausreichend? Das ist jedenfalls das Bewertungsergebnis von Mathie. Welches der sechs Kriterien wird denn jemand ernsthaft bei einer erfolgreichen Hom\u00f6opathie-Studie in Frage stellen?<\/em><\/p>\n<p>Keine der eingeschlossenen Studien konnte dabei mit A (&#8218;Low risk of bias) bewertet werden. Dass er doch drei Studien als &#8218;reliable evidence&#8216; einstufte, also im Widerspruch zu den Kriterien von Cochrane, war in seinem Protokoll [6] nicht vorgesehen und erfolgte somit post hoc. Dass er dabei auch noch daneben gegriffen hat und zwei Pilotstudien als belastbare Evidenz eingestuft hat, die das per definitionem nicht sein k\u00f6nnen, entbehrt nicht einer gewissen Komik.<\/p>\n<p>These 1 belegt.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>NA:<\/strong> Kein Kommentar oder gar Widerspruch von Ihnen!<\/em><\/p>\n<p>These 2: Qualitativ bessere Studien kommen zu schlechteren Ergebnissen f\u00fcr die Hom\u00f6opathie.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>HW:<\/strong> Das stimmt meines Erachtens nicht, und die neuere Analyse, die die Validit\u00e4tsratings mit einbezieht, st\u00fctzt diese Aussage nicht.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>NA:<\/strong> Zum Validit\u00e4tsrating siehe auch obigen Kommentar.<\/em><\/p>\n<p>Mathie hat zwei Studien mit relativ unlauteren Mitteln aus der Betrachtung ausgeschlossen. Die eine, von White et al. [7], dadurch, dass man nicht das von den Autoren definierte Hauptergebnis betrachtete, sondern ein anderes, dessen Daten nicht vollst\u00e4ndig berichtet wurden.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>HW:<\/strong> Das halte ich durchaus f\u00fcr gerechtfertigt. Die Exeter Asthma Studie war von der Studiendurchf\u00fchrung her krottenschlecht. Sie haben ein Ma\u00df verwendet, das schon im Ausgangsbereich einen Deckeneffekt hatte. Daher h\u00e4tten sie, allen guten Gepflogenheiten entsprechend, eigentlich nachdem sie das gemerkt hatten, eine Protokoll\u00e4nderung vornehmen m\u00fcssen und ein anderes Zielkriterium definieren m\u00fcssen. Oder aber in der Publikation dies so vermerken. Beides ist unterblieben und erst Briefe haben darauf hingewiesen.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>NA:<\/strong> Das ist mir neu. K\u00f6nnen Sie mir daf\u00fcr Quellen nennen? In Mathies Meta-Analyse sind diese Vorbehalte nicht eingeflossen. In einer ausf\u00fchrlichen Diskussion auf dem Blog von Edzard Ernst sagt Mathie: &#8218;only one of those 3 trials (yours (= White et al., darin Edzard Ernst), as it happened) would have become \u2018reliable evidence\u2019 if we had been prepared to accept an outcome of lesser clinical importance that was data-extractable. (<a href=\"http:\/\/edzardernst.com\/2014\/12\/homeopaty-proof-of-concept-or-proof-of-misconduct\/#comment-63460\">http:\/\/edzardernst.com\/2014\/12\/homeopaty-proof-of-concept-or-proof-of-misconduct\/#comment-63460<\/a>)<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>In einer sp\u00e4ter ver\u00f6ffentlichten Betrachtung spricht Mathie auch nicht von einem Deckeneffekt: <a href=\"http:\/\/www.britishhomeopathic.org\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/BHA-16-Jan-2015.pdf\" class=\"broken_link\">http:\/\/www.britishhomeopathic.org\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/BHA-16-Jan-2015.pdf<\/a><\/em><\/p>\n<p>Da man bei den Autoren nicht nach weiteren Angaben fragte, waren die Daten unvollst\u00e4ndig, und die Studie wurde ausgeschlossen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>HW:<\/strong> War das denn klar, dass nicht gefragt wurde? Ich sch\u00e4tze mal: wahrscheinlicher ist, dass die Daten nicht mehr existieren oder niemand mehr da war, der sie suchen wollte.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong><span lang=\"de-DE\">NA:<\/span><\/strong><span lang=\"de-DE\"> &#8220; <\/span>Only published data will be eligible for analysis. Authors of the original RCT papers will not be approached for clarification on unclear or missing facets of any of their methods or results; however, original authors cross-reference to their previously published study methods will be followed up and taken into account as necessary.&#8220; Link: <a href=\"http:\/\/www.britishhomeopathic.org\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Study_protocol_for_systematic_review.pdf\" class=\"broken_link\">http:\/\/www.britishhomeopathic.org\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Study_protocol_for_systematic_review.pdf<\/a><\/em><\/p>\n<p>Die zweite war Ihre eigene Kopfschmerzstudie [8], deren Qualit\u00e4tsbewertung mir nicht nachvollziehbar ist.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>HW:<\/strong> Da sind wir uns jetzt ausnahmsweise mal sehr einig. Ich habe bei ihm nachgefragt warum, und er sagte, das l\u00e4ge daran, dass in ihrem Protokoll spezifiziert war, dass man die entsprechenden Statistiken berechnen k\u00f6nne. Wir haben nur Mediane berichtet. Allerdings halte ich das f\u00fcr ein etwas schr\u00e4ges Argument. Denn zum einen h\u00e4tte ich ihnen Mittelwertsdaten liefern k\u00f6nnen, zum anderen habe ich solche auch in anderen Publikationen geliefert. Aber das ist eben auch die Grenze einer Methode. Wenn man sich stur an sein Protokoll halten will oder muss, dann ist das eben so.<\/em><\/p>\n<p>Sie k\u00f6nnen dies auf dem Blog von Edzard Ernst [9] nachlesen, dort habe ich Ihre Arbeit gegen die ungerechtfertigte Kritik von Mathie verteidigt. Es wunderte mich eigentlich schon sehr, dass Sie die Kritik in Ihrer Analyse der Arbeit [10] einfach so hingenommen hatten. Beide Arbeiten, die von White und die Ihre, h\u00e4tten wesentlich bessere Bewertungen verdient &#8230;.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>HW:<\/strong> Bei meiner bin ich Ihrer Meinung, bei White nicht.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>NA:<\/strong> Siehe oben.<\/em><\/p>\n<p>&#8211; was dann die Signifikanz von Mathies Ergebnis zum Kippen gebracht h\u00e4tte &#8211; und gezeigt h\u00e4tte, dass die besseren Studien eben kein positives Ergebnis zeigen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>HW:<\/strong> Da k\u00f6nnten Sie sogar recht haben, weil Meta-Analysen sowieso fluide sind und sich die Ergebnisse \u00e4ndern, je nachdem, welche Studien man einbezieht. Aber das ist nun mal im Moment der publizierte Stand. <\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>NA:<\/strong> Diese Meta-Analyse war Ihr Argument, dass sich Hom\u00f6opathika von Placebo unterscheiden. Ist es das jetzt nicht mehr?<\/em><\/p>\n<p>These 2 belegt.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>NA:<\/strong> Kein Widerspruch ?<\/em><\/p>\n<p>These 3: Hom\u00f6opathika wirken nicht besser als Placebo.<\/p>\n<p>Die Signifikanz eines Ergebnisses sagt nichts zur St\u00e4rke des Effekts aus. Betrachten wir das Ergebnis daher etwas genauer: Was sagt eine Odds Ratio von 1,53 eigentlich aus? Dazu m\u00fcssen wir etwas in die Zahlen einsteigen: Odds Ratio ist ein relativer Bewertungsma\u00dfstab, den Sie, Verzeihung, allerdings fehlinterpretieren. Eine OR von 1,53 sagt eben nicht aus, dass die Chance, von der hom\u00f6opathischen Therapie einen Vorteil zu erhalten, um 53 % h\u00f6her w\u00e4re [11]. Wenn wir in einem hypothetischen Fall einmal annehmen, dass Verum- und Placebogruppe jeweils 100 Teilnehmer gehabt h\u00e4tten, und in der Placebogruppe h\u00e4tten 50 Teilnehmer profitiert, dann w\u00e4re dies eine Quote von 1 (50\/50) und eine Chance von 0,5 (50\/100). In der Verumgruppe erg\u00e4be sich eine Quote von 1,53, wenn 60 Patienten profitiert h\u00e4tten und 40 nicht (60\/40 = 1,5), also bei einer Chance von 0,6 (60\/100) &#8211; was mitnichten um 53% gr\u00f6\u00dfer ist als 0,5.<\/p>\n<p>Sie haben allerdings insofern recht, als sich Quotenverh\u00e4ltnis und Chancenverh\u00e4ltnis f\u00fcr kleine Quoten ann\u00e4hern. Dann stellt sich aber eine ganz andere Frage: Betr\u00e4gt die Quote in der Placebogruppe nur 0,1, also 9 Patienten haben einen Vorteil, 91 nicht, dann w\u00e4re OR = 1,53 gegeben, wenn in der Verumgruppe zwischen 13 und 14 Patienten einen Nutzen hatten und 87 bzw. 86 nicht. Sind wir gro\u00dfz\u00fcgig: In der Verumgruppe hatten ganze 5 Patienten mehr einen Nutzen gehabt als in der Placebogruppe. Wobei dies nun auch nicht die vollkommene Heilung gewesen sein muss, sondern das, was als Zielkriterium in den einzelnen Arbeiten festgelegt worden ist.<\/p>\n<p>Wenn wir also eine Quote unter Placebo von 10 % annehmen &#8211; das d\u00fcrfte in der Gr\u00f6\u00dfenordnung den meisten Studien entsprechen &#8211; dann profitieren 5 von 100 Patienten. 19 von 20 werfen ihr Geld zum Fenster hinaus, denn bei ihnen w\u00e4re die Verbesserung auch ohne das Hom\u00f6opathikum eingetreten, oder auch mit dem Hom\u00f6opathikum nicht. 5 % entspricht der Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines Alpha-Fehlers, also des Feststellens eines Effektes, obwohl keiner vorliegt. Mithin ist es Mathie nicht gelungen, einen \u00fcberzeugenden Nachweis zu f\u00fchren, dass sich Hom\u00f6opathika von Placebo unterscheiden.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>HW:<\/strong> Dass Effektst\u00e4rken etwas anderes sind als Signifikanz ist ja klar. Aber das ist, finde ich, an dieser Stelle nicht das Thema. Ich bin ja sowieso Ihrer Meinung, das habe ich ja auch geschrieben, dass die Sache mit dem Placebo nicht ausgemacht ist &#8211; und aus meiner Sicht auch eher eine sekund\u00e4re Debatte.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>NA:<\/strong> Nochmal: Diese Meta-Analyse war Ihr Argument, dass sich Hom\u00f6opathika von Placebo unterscheiden. Ist es das jetzt nicht mehr?<\/em><\/p>\n<p>Wenn man \u00fcberhaupt bedenkt, dass es sich hier um die K\u00f6nigsdisziplin der Hom\u00f6opathie handelt &#8211; individuelle Verordnung von Einzelmitteln &#8211; dann wirkt das Ergebnis erst recht k\u00fcmmerlich.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>NA:<\/strong> Kein Kommentar von Ihnen?<\/em><\/p>\n<p>These 3 belegt.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Gehen wir zu den Arzneimittelpr\u00fcfungen. Sie schreiben, Sie h\u00e4tten herausgefunden, dass hom\u00f6opathische Substanzen mehr spezifische Symptome erzeugen als Placebo. Das ist doch eigentlich schon ein Witz, dass ein Placebo offensichtlich auch Wirkstoff-spezifische Symptome erzeugen kann, halt einfach weniger.<\/p>\n<p>Wenn man aber bedenkt, dass die erzeugten spezifischen Symptome nicht notwendigerweise diejenigen waren, die zu dem Mittel geh\u00f6ren, sondern zu einem anderen, dann wird eine richtige Lachplatte daraus: In der Arbeit von M\u00f6llinger aus 2004 [12], die Sie zitieren, erzeugte Calendula neben 43 Calendula-Symptomen auch 17 Ferrum- und 30 Placebo-Symptome. Ferrum erzielte 22 Ferrum-Symptome, 32 Calendula-Symptome (also deutlich mehr als Ferrum-Symptome) und 44 Placebosymptome. Sie haben nat\u00fcrlich Recht, die Zahlen f\u00fcr Placebo waren deutlich kleiner.<\/p>\n<p>Jetzt sagen Sie mir nur noch, wie bei den Arzneimittelpr\u00fcfungen, die den Repertorien zugrunde liegen, sichergestellt wurde, dass man nicht Placebo-Symptome oder Calendula-Symptome unter Ferrum eingruppiert hat, und Sie haben mich fast \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong><span lang=\"de-DE\">HW:<\/span><\/strong> Dass die Arzneimittelpr\u00fcfungen und die daraus entstandene Symptomatik nicht nur unkompliziert ist, wei\u00df jeder Hom\u00f6opath. Daher ist ja auch die Epistemologie dergestalt, dass die erpr\u00fcften Symptome durch die Klinik best\u00e4tigt werden m\u00fcssen. Erst dann sind sie wirklich tauglich. Daher sind die Repertorien voll von weniger brauchbaren Symptomen. Aber die Gesamtmuster scheinen eben doch ganz tauglich zu sein.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>NA:<\/strong> Worauf st\u00fctzt sich die letzte Vermutung?<\/em><\/p>\n<p>Zur allgemeinen Erheiterung, damit das hier nicht so langweilig wird, das Ergebnis einer Arzneimittelpr\u00fcfung aus einer der von Ihnen zitierten Arbeiten [13]:<\/p>\n<p>Geist: Schwierigkeiten sich zu konzentrieren<br \/>\nGeist: Leichte Probleme in der Sprache, Stottern<br \/>\nGeist: Mein inneres hektisches Gef\u00fchl ist v\u00f6llig verschwunden<br \/>\nGeist: Ich mache Fehler, nachher das Gef\u00fchl zu fliegen, ich denke, werden das die Anderen merken?<br \/>\nTaub, ich verliere den \u00dcberblick; ungeschickt beim Essen<br \/>\nKopf: Sehr starke Kopfschmerzen, frontal, bis in die Augen ausstrahlend, \u00dcbelkeit<br \/>\nKopf: Kopfschmerzen, rechts, frontal, dumpf, dr\u00fcckend, bis in den Oberkiefer ausstrahlend<\/p>\n<p>Wenn man jetzt denkt, das war eine Flasche Whisky, so irrt man sich. Das sind die Symptome, die unter der Einnahme von Placebo, also wirkstofffreien Zuckerk\u00fcgelchen aufgetreten sind.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Zwischen Ihren Narrativen auszuw\u00e4hlen, die sie jeweils einem konventionellen und einem hom\u00f6opathischen Arzt in den Mund legen, ist aufgrund der Unvollst\u00e4ndigkeit nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>HW:<\/strong> Das erstaunt mich jetzt. Die zentralen Punkte habe ich ja genannt.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>NA:<\/strong> Ich meinte die, die jetzt noch aufgef\u00fchrt sind.<\/em><\/p>\n<p>Sie lassen den Hom\u00f6opathen eine Studie aus der Versorgungsforschung zitieren [14], die ohne Vergleichsgruppe durchgef\u00fchrt wurde und dabei zu dem Ergebnis kam, dass 70 % der Patienten profitierten. Warum sagt Ihr Hom\u00f6opath nicht dazu, dass die H\u00e4lfte der Probanden zus\u00e4tzlich noch konventionelle \u00c4rzte aufsuchten und auch am Ende der Beobachtungszeit noch ein Viertel konventionelle Medikamente eingenommen hat?<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><span lang=\"de-DE\">HW:<\/span> da bin ich mir nicht sicher, ob das stimmt, habe ich aber auf die Schnelle nicht im Kopf.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>NA: &#8222;During the study period, half of the patients (50.3%, adults: 50.8%, children 48.9%) noted additional visits to non-study physicians (gynaecologists and dentists excluded). The intake of conventional medication decreased from 45.0% at baseline (adults: 50.2%, children 31.7%) to 26.8% after 24 months (adults: 31.8%, children 14.2%). &#8220; Link: <a href=\"http:\/\/bmcpublichealth.biomedcentral.com\/articles\/10.1186\/1471-2458-5-115\">http:\/\/bmcpublichealth.biomedcentral.com\/articles\/10.1186\/1471-2458-5-115<\/a><\/em><\/p>\n<p>Wenn der gleiche Prozentsatz der Zufriedenheit bei der konventionellen Medizin gelten w\u00fcrde, liefe das auf etwa 180.000.000 [15] nicht zur Zufriedenheit verlaufene Therapien hinaus. Haben Sie Anhaltspunkte daf\u00fcr, dass dies in dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung der Fall ist? Woher stammt \u00fcberhaupt Ihre Annahme, nur in 50 % der F\u00e4lle w\u00fcrde ein Patient von der konventionellen Medizin eine Besserung erfahren?<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong><span lang=\"de-DE\">HW:<\/span><\/strong> Das ist immer wieder in relativ gro\u00dfen Outcomestudien und RCTs belegt worden. Die Daten der STAR*D Studie zum Beispiel, die ein Jahr lang Antidepressiva-Therapie untersuchten: wenn man wohlwollend ist, 50% Besserung, wahrscheinlich nur ca. 34% Besserung langfristig.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong><em>NA:<\/em><\/strong><em> Jetzt vergleichen Sie \u00c4pfel mit Birnen. Witt hat einen Querschnitt \u00fcber alle m\u00f6glichen Diagnosen untersucht (&#8222;The most frequent diagnoses were allergic rhinitis in men, headache in women, and atopic dermatitis in children&#8220;, Link wie oben). Dies mit einem Befund zu vergleichen, den Sie oben bereits als Beispiel daf\u00fcr nannten, dass sich die konventionelle Medizin schwertut, ist wohl nicht aussagekr\u00e4ftig.<\/em><\/p>\n<p>Sie lassen den konventionellen Arzt auf m\u00f6glicherweise nicht publizierte Studien hinweisen und die Wirksamkeit in Zweifel ziehen &#8211; warum spricht dann der Hom\u00f6opath nicht davon, dass die Wirkungsweise der Hom\u00f6opathie der Physik glatt widersprechen w\u00fcrde?<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>HW:<\/strong> K\u00f6nnte er auch noch tun, halte ich aber f\u00fcr unerheblich in diesem Falle. Denn der Widespruch zur Physik ist ein relativer &#8211; heisst, relativ zu einem bestimmten Zeitpunkt und einem bestimmten Kenntnisstand.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>NA:<\/strong> Das halte ich \u00fcberhaupt nicht f\u00fcr unerheblich! Ich wiederhole mich: Es gibt keine auch nur halbwegs plausible Modellvorstellung davon, wie das Mittel aus der Urtinktur im Patienten zur Wirkung kommt, die nicht mit den Grundlagen der Physik heftig kollidiert. Ich behaupte, dass die Ph\u00e4nomene, die uns in unserer materiellen Lebensumwelt beeinflussen, heute hinreichend genau von den Naturwissenschaften beschrieben sind. Dort ist eine Wirksamkeit ohne die Einwirkung von Materie unm\u00f6glich. Die Ung\u00fcltigkeit dieses Prinzips nachzuweisen w\u00e4ren Umw\u00e4lzungen, dagegen w\u00e4ren die durch Einstein und Planck ausgel\u00f6sten Umw\u00e4lzungen in der Physik Pillepalle. Martin Lambeck (&#8218;Irrt die Physik?&#8216;) sch\u00e4tzt, dass so etwa 80 Nobelpreise f\u00e4llig w\u00fcrden, bis die Naturwissenschaften die Hom\u00f6opathie erkl\u00e4ren k\u00f6nnen. Sicher, das ist nicht unm\u00f6glich &#8211; ist das aber wahrscheinlich?<\/em><\/p>\n<p>Kenntnissen, die sich in allen anderen Gebieten bew\u00e4hrt haben, nur in der Hom\u00f6opathie nicht gelten sollen?<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong><span lang=\"de-DE\">HW:<\/span><\/strong> Ich finde, mit Pauschalierungen sollte man vorsichtig sein. Denn &#8222;alle&#8220; Gebiete sind nie untersucht.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>NA:<\/strong><\/em><em> Sie haben recht, ist von mir nicht treffend formuliert. Soll hei\u00dfen: Aus keinem anderen Fachgebiet sind heute solche Ph\u00e4nomene bekannt, wie sie in der Hom\u00f6opathie wirksam sein m\u00fcssten, sollte sich die behauptete Wirksamkeit der Pr\u00e4parate bewahrheiten.<\/em><\/p>\n<p>Es ist nicht so, dass Hom\u00f6opathika nicht in Doppelblindstudien untersucht worden w\u00e4ren, wie Ihr Hom\u00f6opath sagt, er m\u00fcsste vielmehr sagen, dass das vorgeschlagene Mittel vielleicht nicht untersucht wurde, aber dass dort, wo dies halbwegs solide durchgef\u00fchrt wurde, die Hom\u00f6opathika versagt haben.<\/p>\n<p>Es ist nicht so, dass den Theorien zur Funktionsweise der Hom\u00f6opathika nur noch der Beweis fehlt, es fehlt vielmehr schon daran, dass diese in keinster Weise das Gebilde Hom\u00f6opathie erkl\u00e4ren k\u00f6nnten, selbst wenn sie sich entgegen den Lehren der Physik als zutreffend erweisen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Warum spricht Ihr Hom\u00f6opath nicht \u00fcber die Nebenwirkungen der Hom\u00f6opathie? Diese m\u00fcssen doch existieren, Sie haben doch gerade eben selbst \u00fcber Arzneimittelpr\u00fcfungen berichtet, in denen bei gesunden Menschen Symptome auftraten, die nach Ihren Angaben auf die Wirkung der eingenommener Mittel zur\u00fcckgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen? Darauf m\u00fcsste der Hom\u00f6opath doch hinweisen! Warum spricht Ihr Hom\u00f6opath nicht von der Erstverschlechterung, die der Patient m\u00f6glicherweise durchleiden muss?<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>HW:<\/strong> Nebenwirkungen der Hom\u00f6opathie sind dort, wo untersucht, nicht bedeutend. Arzneimittelpr\u00fcfungen werden i.d.R. sogar erw\u00e4hnt, habe ich hier der Einfachheit halber weggelassen.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>NA:<\/strong> Es stimmt zweifelsohne, dass keine starken Nebenwirkungen beobachtet wurden. Aber steht das nicht im Widerspruch zum \u00c4hnlichkeitsgesetz: &#8218;Jedes Mittel kann in einem Gesunden die Symptome hervorrufen, die es bei einem Kranken heilen kann&#8216; &#8211; nur anders herum formuliert als es sonst zitiert wird?<\/em><\/p>\n<p>Ohne feststellen zu k\u00f6nnen, ob dies nun die Folgen der Nicht-Behandlung sind oder nicht? Dass er folglich seinem Hom\u00f6opathen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist, der das auch nicht unterscheiden kann?<\/p>\n<p>Warum spricht Ihr Hom\u00f6opath nicht davon, dass es in der konventionellen Medizin Leitlinien gibt, die als Summe der Erfahrung vieler Mediziner aus Hunderten von \u00e4hnlichen F\u00e4llen die bestm\u00f6glichen Empfehlungen f\u00fcr eine optimale Behandlung geben?<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong><span lang=\"de-DE\">HW:<\/span><\/strong> Jetzt bitte nicht pathetisch werden. Wenn Sie sich mal Leitlinien konkret anschauen und wie diese zustande kommen, dann sehen Sie, dass hier gerade nicht die Erfahrung, sondern allenfalls randomisierte Studien und Meta-Analysen verwendet werden und manchmal nicht mal diese.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>NA:<\/strong> Ich verstehe nicht: Ist es jetzt gut oder schlecht, wenn in einer Leitlinie auf Studienergebnisse zur\u00fcckgegriffen wird? Aber unabh\u00e4ngig davon: Ich finde Werke wie dieses hier:<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/profile\/Achim_Schmaltz\/publication\/239608490_Medizinische_Leitlinie_zur_Behandlung_von_Erwachsenen_mit_angeborenen_Herzfehlern_EMAH_der_deutsch-osterreichisch-schweizerischen_kardiologischen_Fachgesellschaften\/links\/0f317537daec418e90000000.pdf\" class=\"broken_link\">Leitlinie Herzfehler <\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>oder dieses<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><a href=\"http:\/\/media.frauenaerzte-im-netz.de\/mediadb\/media\/dgppn\/pdf\/leitlinien\/leitlinienadhs-erwachsen.pdf\" class=\"broken_link\">Leitlinie ADHS bei Erwachsenen<\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>recht beeindruckend. Besonders dann, wenn ich h\u00f6re, dass ein Hom\u00f6opath &#8218;erfahren sein muss&#8216;. In diesen Leitlinien steht, dass Evidenz auch aus Expertenmeinung hervorgeht, sicher nicht als der h\u00f6chste Grad der Evidenz, aber sie ist drin.<\/em><\/p>\n<p>Dass in der Hom\u00f6opathie die Repertorisierung jedoch recht willk\u00fcrlich ist und daher viel Erfahrung des einzelnen Hom\u00f6opathen voraussetzt? Und warum sagt er dem Patienten nicht auch, was passiert, wenn er einer derjenigen ist, an dem der Hom\u00f6opath gerade seine Erfahrungen sammelt?<\/p>\n<p>Warum weist Ihr Hom\u00f6opath nicht darauf hin, dass es in der konventionellen Medizin eine ganze Reihe von Institutionen gibt, die der Qualit\u00e4tssicherung der Medizin dienen, Beschwerdestellen, ja sogar ein Berichtswesen und Statistiken, bei der Hom\u00f6opathie aber nicht?<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>HW:<\/strong> Das ist \u00fcbrigens nicht richtig. Die Pharmakovigilanz gilt f\u00fcr alle Therapien und verkauften Arzneien.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>NA:<\/strong> Ja, die Mittel m\u00fcssen nach AMG auch im Markt beobachtet werden. Das war es dann aber auch. Wo gibt es eine Schiedsstelle einer Hom\u00f6opathenkammer oder \u00e4hnlich, an die sich ein Patient wenden kann? Wo gibt es das IQWiG auf hom\u00f6opathisch? Wie kann einem Hom\u00f6opathen &#8211; denken Sie auch immer an die Heilpraktiker &#8211; die Berufserlaubnis entzogen werden, wenn er sich zwar an die gesetzlichen Auflagen h\u00e4lt (keine Infektionskrankheiten behandelt, beispielsweise), aber als unf\u00e4hig erweist?<\/em><\/p>\n<p>Ich denke, man k\u00f6nnte das ziemlich lange fortsetzen. Sie haben sicher Ihre Gr\u00fcnde gehabt, diese Dinge nicht zu erw\u00e4hnen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Sie sehen in der Hom\u00f6opathie eine wissenschaftliche Anomalie, die man ernstnehmen sollte. Was soll denn dann dabei herauskommen, wenn man das tut?<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>HW:<\/strong> Das was immer dabei herauskommt, wenn man Anomalien ernst nimmt: Fortschritt in der Erkenntnis.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>NA:<\/strong> Na dann mal ran an die Nobelpreise! Wie soll man das machen, wenn noch nicht einmal das Ph\u00e4nomen sicher dargestellt werden kann?<\/em><\/p>\n<p>In der Hom\u00f6opathie wird postuliert, dass eine dem Mittel zuzuordnende Wirkung m\u00f6glich ist, auch wenn das Mittel nicht mehr anwesend ist. In der Hom\u00f6opathie wird postuliert, dass es ein \u00c4hnlichkeitsgesetz gibt, dass bewirkt, dass sich die Wirkung eines Mittels umkehrt, wenn es statt von einem Gesunden von einem Kranken eingenommen wird.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>HW:<\/strong> das im \u00dcbrigen auch in verschiedenen anderen Bereichen zu beobachten ist: Desentivierung in der Immunologie, Hormesis, im \u00fcbertragenen Sinne in verschiedenen Bereichen der Psychotherapie.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>NA:<\/strong> Wenn es ein \u00c4hnlichkeitsgesetz g\u00e4be, m\u00fcsste das in der Mehrzahl der F\u00e4lle beobachtet werden k\u00f6nnen, und die Ausnahmen m\u00fcssten an den Fingern abz\u00e4hlbar sein, nicht umgekehrt.<\/em><\/p>\n<p>In der Hom\u00f6opathie wird postuliert, dass chronische Krankheiten von Miasmen herr\u00fchren, die auf irgendwelchen auch vererbbaren &#8218;Ur\u00fcbeln&#8216; beruhen.<\/p>\n<p>Wo und wie ist auch nur einmal in den letzten 200 Jahren ein Beleg daf\u00fcr erbracht worden, dass es sich hierbei nicht um reine Vermutungen aus vorwissenschaftlicher Zeit handelt, sondern dass es sich um reale, objektiv feststellbare, also ernstzunehmende Gegebenheiten handeln k\u00f6nnte? Wie soll man diese Dinge erforschen, wenn Sie das mit &#8218;ernstnehmen&#8216; meinen, wenn man noch nicht einmal den Effekt reproduzierbar darstellen kann?<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Werden wirksame Therapien zu Gunsten der Hom\u00f6opathie unterlassen?<\/p>\n<p>Sie zitieren eine Befragung von privat versicherten Patienten, die angeben, im Fall des Falles die Therapie mit einer Konsultation beim Hausarzt zu beginnen. Ist das repr\u00e4sentativ f\u00fcr das Gesamtgeschehen der Hom\u00f6opathie?<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>HW:<\/strong> Repr\u00e4sentativ vermutlich nicht, aber die Gefahr, dass ein Patient zu einem Hom\u00f6opathen kommt mit einer ernsten Erkrankung, die nicht vorher oder parallel schulmedizinisch abgekl\u00e4rt ist, scheint mir sehr gering. M\u00fcsste man vielleicht mal untersuchen, denn Daten dazu gibt es meines Wissens nicht. Aber alle Erfahrung und sekund\u00e4re Daten die ich kenne, sprechen nicht daf\u00fcr. Das Problem in unseren Breiten ist eher eine konventionelle (und komplement\u00e4rmedizinische) \u00dcber- als Unterbehandlung<\/em><\/p>\n<p>Sind darin auch die selbst bezahlten Konsultationen bei Heilpraktikern erfasst oder die Eigenmedikation aufgrund von Therapieempfehlungen von Bekannten und aus dem Internet?<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong><span lang=\"de-DE\">HW:<\/span><\/strong> <span lang=\"de-DE\">Nein, das waren hypothetische Beispiele, wie die Leute handeln w\u00fcrden, wenn etwas derartiges passieren w\u00fcrde; aber Heilpraktiker waren mit erfasst und waren zu verschwindend geringem Prozentsatz Anlaufstelle erster Wahl.<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong><em><span lang=\"de-DE\">NA:<\/span><\/em><\/strong><span lang=\"de-DE\"><em> Meine Beobachtungen im Bekanntenkreis gehen eher in die andere Richtung. Aber das ist keine belastbare Evidenz.<\/em> <\/span><\/p>\n<p>Wie weit beeinflussen die Erstattungsregeln der Kasse diesen Verlauf? Wie weit haben die Patienten eine erw\u00fcnschte Antwort gegeben und wie sieht es damit aus, wenn der Fall tats\u00e4chlich eintritt? Insbesondere, wenn die Werbetrommeln weiter so genutzt werden wie jetzt?<\/p>\n<p>Den Abstracts der anderen angef\u00fchrten Artikel ist nicht viel zu entnehmen.<\/p>\n<p>Ein Aspekt, den ich allerdings in Ihren Ausf\u00fchrungen vermisse, ist die Verbreitung der Impfskepsis unter hom\u00f6opathischen Therapeuten &#8211; und da bitte nicht nur auf die \u00c4rzte sehen. Desweiteren erw\u00e4hnen Sie nicht die Folgen, die die unqualifizierte Herabw\u00fcrdigung von Medizin und Wissenschaft langfristig hat, die ebenfalls mit der Hom\u00f6opathie recht stark korreliert. Es gibt heute schon gro\u00dfe Gruppen der Bev\u00f6lkerung, die den Einrichtungen des \u00f6ffentlichen Gesundheitswesens so misstrauisch gegen\u00fcberstehen, dass sie Argumenten und Schutzma\u00dfnahmen nicht mehr zug\u00e4nglich sind und sich gef\u00e4hrlichen Therapien zuwenden &#8211; ich nenne nur MMS und Germanische Neue Medizin. Die Argumente, die dort genutzt werden, sind prinzipiell die gleichen wie f\u00fcr die Hom\u00f6opathie.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>HW:<\/strong> Da haben Sie vermutlich recht. Das Problem d\u00fcrfte aber wieder hausgemacht sein: Wenn z.B. in fr\u00fcheren Zeiten die Sorge um quecksilberhaltige Stabilisierung von Impfstoffen ernster genommen worden w\u00e4re und Thiomersal fr\u00fcher ausgeschaltet worden w\u00e4re &#8211; was sachlich sehr leicht m\u00f6glich gewesen w\u00e4re &#8211; dann h\u00e4tte es weniger Impfprobleme gegeben und die Leute w\u00e4ren nicht so verr\u00fcckt gemacht worden.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>NA:<\/strong> Hausgemacht oder nicht, ist zum heutigen Zeitpunkt und beim Blick in die Zukunft egal. Die Entwicklung, die sich hier abzeichnet, ist nicht vorteilhaft. <\/em><\/p>\n<p>Man kann sicher f\u00fcr eine komplement\u00e4re Medizin eintreten &#8211; aber das erfordert auch eine Standortbestimmung zu den Angeboten. Zweifelsohne gibt es in der Medizin Fehlleistungen &#8211; gibt es die in den als Alternativen beworbenen Therapien nicht? Mit etwas Recherche k\u00f6nnen Sie herausfinden, dass j\u00e4hrlich etwa 600.000.000 einzelnen Behandlungen eine Zahl von 12.230 [16, Zahl aus 2013] gemeldeten Behandlungsfehlern gegen\u00fcbersteht.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>HW:<\/strong> Was gemeldet wird und was passiert sind sehr verschiedene Dinge. Wenn Sie sich einmal G\u00f6tzsches Texte vornehmen, der ja nun wahrlich kein Freund der Komplement\u00e4rmedizin ist, dann kann man verstehen, warum die Leute nach anderen M\u00f6glichkeiten Ausschau halten. Viele Nebenwirkungen werden nicht als solche erkannt bzw. als weitere Krankheit behandelt. <\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>NA:<\/strong> Das ist mir klar. Deshalb schie\u00dfe ich auch eine Dunkelziffer vom Hundertfachen oder m\u00f6glicherweise sogar noch mehr. Es geht mir um die Relationen der Zahlenwerte. Kritiker der evidenzbasierten Medizin verwenden gerne die Absolutzahlen, weil die sehr gro\u00df klingen. Bis wir auf 30 % Unzufriedenheit kommen, wie Sie sie oben f\u00fcr die Hom\u00f6opathie zitieren, k\u00f6nnten wir eine Dunkelziffer von 15.000-facher Gr\u00f6\u00dfe ansetzen.<\/em><\/p>\n<p>Selbst wenn Sie eine Dunkelziffer von 100-facher Gr\u00f6\u00dfe unterstellen, ergibt sich eine Fehlerquote von weit unter einem Prozent. Wie sieht das in der angeblichen alternativen Medizin aus?<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>HW:<\/strong> Die Akupunkturstudien mit mehr als 100.000 Behandlungen haben gezeigt: hier sind die ernsten Nebenwirkungen sehr gering. Von der Hom\u00f6opathie wissen wir es nicht, aber in den gro\u00dfen Beobachtungsstudien kommen ausser Erstverschlimmerung keine bedenkenswerten Nebenwirkungen vor.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>NA:<\/strong> Akupunktur ist hier jetzt auch nicht so das Thema. Dort geschieht ja unzweifelhaft etwas mit dem K\u00f6rper des Patienten. Dass das irgendetwas bewirkt, w\u00fcrde nicht der Physik zuwider laufen. Ob es genau das bewirkt, was von den Vertretern behauptet wird, w\u00e4re eine medizinische Frage, die wir nicht untersuchen k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n<p>Tut mir leid, Herr Walach, die Probleme, die auch Sie der konventionellen Medizin pauschal anlasten, bed\u00fcrfen einer Quantifizierung und eines G\u00fctevergleichs mit der angeblichen Alternative. Dann k\u00f6nnen wir auch \u00fcber ein &#8218;Ernstnehmen&#8216; reden.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>HW:<\/strong> Da haben Sie sicher recht. Mir geht es auch nicht um &#8222;anlasten&#8220;, mir geht es darum, das Augenmerk auf die Gr\u00fcnde zu richten, warum Menschen, trotz einer angeblich so guten Versorgung, vermehrt zu Hom\u00f6opathen gehen. Werbung etc. ist es mal sicher nicht. Vielleicht ist es eher ein kultureller Trend. Aber mir scheint: man muss Patienten ernst nehmen. Denn sie betreiben ihre Form der Empirie und gehen dorthin, wo sie Hilfe erfahren. Alles andere ist eine sehr apodiktische Sichtweise, die nicht weiterf\u00fchrt.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Beste Gr\u00fcsse<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>hawa<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong><em>NA:<\/em><\/strong><em> Sicher ist es nicht nur Werbung. Es ist auch die Positionierung im Gesundheitssystem als besondere Therapierichtung, die zwar nur in der Apotheke verkauft werden darf &#8211; dabei aber von jeder Pflicht eines Nachweises ihrer Behauptungen befreit ist &#8211; die in den Hochschulen gelehrt und von den Krankenkassen bezahlt wird.<\/em><\/p>\n<p>Dr. Norbert Aust, Initiator Informationsnetzwerk Hom\u00f6opathie<\/p>\n<p>Dr. Natalie Grams, Sprecherin Informationsnetzwerk Hom\u00f6opathie<\/p>\n<p>Dieser Text wird in folgenden Blogs ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de<\/p>\n<p>http:\/\/homoeopathie-neu-gedacht.blogspot.de\/<\/p>\n<p>Sie sind gerne zur Diskussion eingeladen.<\/p>\n<p>Quellenangaben:<\/p>\n<p>[1] http:\/\/www.bpi.de\/fileadmin\/media\/bpi\/Downloads\/Internet\/Publikationen\/Pharma-Daten\/Pharmadaten_2013_DE.pdf<\/p>\n<p>[2] Eintrag &#8218;Hahnemann&#8216; in The New Ecyclopaedia Britannica&#8216; 15th edition, 1975<\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">[3] <\/span>Mathie RT, Lloyd SM, Legg LA, Clausen J, Moss S, Davidson JRT, Ford I: Randomised placebo-controlled trials of individualised homeopathic treatment: systematic review and meta-analysis, in: Systematic Reviews 2014, 3: 142, doi: 10.1186\/2046-4053-3-142<\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">[4] <\/span>Shang A et al.: Are the clinical effects of homoeopathy placebo effects? Comparative study of placebo-controlled trials of homoeopathy and allopathy, Lancet 2005; 366: 726-32<\/p>\n<p>[5] Higgins JPT, Altmann DC: Assessing risk of bias in included studies&#8216; enthalten in: Higgins JPT, Green S: Cochrane Handbook for Systematic reviews of Interventions, Cochrane Book Service, 2008<\/p>\n<p>[6] Mathie RT, Legg LA, Clausen J, Davidson JRT, Lloyd SM, Ford I: Systematic review and meta-analysis of randomised, placebo-controlled trials of individualised homeopathic treatment: Study protocoll, 2013. Version 1.0; 25 January 2013.<\/p>\n<p>[7] White A, Slade P, Hunt C, Hart A, Ernst E: Individualised homeopathy as an adjunct in the treatment of childhood asthma: a randomised plcebo controlled trial. Thorax 2003; 58 (4) 317-321<\/p>\n<p>[8] Walach H, Haeusler W, Lowes T, Mussbach D, Schamell U, Springer W, Stritzl G, Gaus W, Haag G: Classical homeopathic treatment of chronic headaches, in: Cephalalgia 1997; 17:119-126<\/p>\n<p>[9] http:\/\/edzardernst.com\/2014\/12\/homeopaty-proof-of-concept-or-proof-of-misconduct\/<\/p>\n<p>[10] http:\/\/harald-walach.de\/methodenlehre-fuer-anfaenger\/15-kann-man-mit-einer-meta-analyse-feststellen-ob-die-effekte-von-homoeopathie-sich-von-denen-von-placebo-unterscheiden\/<\/p>\n<p>[11] https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Quotenverh%C3%A4ltnis<\/p>\n<p>[12] M\u00f6llinger, H., Schneider, R., L\u00f6ffel, M., &amp; Walach, H. (2004). A double-blind, randomized, homeopathic pathogenetic trial with healthy persons: Comparing two high potencies. Forschende Komplement\u00e4rmedizin und Klassische Naturheilkunde, 11, 274-280<\/p>\n<p>[13] M\u00f6llinger, H., Schneider, R., &amp; Walach, H. (2009). Homeopathic pathogenetic trials produce symptoms different from placebo. Forschende Komplement\u00e4rmedizin, 16, 105-110.<\/p>\n<p>[14] Witt, C. M., L\u00fcdtke, R., Baur, R., &amp; Willich, S. N. (2005). Homeopathic medical practice: Long term results of a cohort study with 3981 patients. BMC Public Health, 5, 115<\/p>\n<p>[15] Nach der Statistik der Bundes\u00e4rztekammer gab es 2014 148.000 ambulant t\u00e4tige \u00c4rzte, die im Mittel etwa 900 F\u00e4lle pro Quartal zulasten der GKV abgerechnet haben. Zusammen mit einer gesch\u00e4tzten Zahl von Privatpatienten ergibt dies etwa 600.000.000 Behandlungen pro Jahr.<\/p>\n<p>http:\/\/www.bundesaerztekammer.de\/fileadmin\/user_upload\/downloads\/pdf-Ordner\/Statistik2014\/Stat14AbbTab.pdf<\/p>\n<p>https:\/\/www.kvno.de\/downloads\/honorar\/fallwerte_fallzahlen_rlv2015-4.pdf<\/p>\n<p>[16] https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Behandlungsfehler<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anfang M\u00e4rz hatten wir, das sind Natalie Grams und ich, uns in einem Brief an Professor Walach gewandt, der sich in einem Beitrag auf seinem Blog zum Informationsnetzwerk Hom\u00f6opathie ge\u00e4u\u00dfert hatte. Seine Antwort erfolgte ziemlich umgehend. 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