{"id":2840,"date":"2016-03-03T21:38:48","date_gmt":"2016-03-03T20:38:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2840"},"modified":"2016-03-03T21:38:48","modified_gmt":"2016-03-03T20:38:48","slug":"antwort-an-prof-walach-zu-seiner-kritik-am-informationsnetzwerk-homoeopathie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2840","title":{"rendered":"Antwort an Prof. Walach zu seiner Kritik am Informationsnetzwerk Hom\u00f6opathie"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook%7Ctwitter\" data-url=\"http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2840\" data-timestamp=\"1457041128\" data-hidezero=\"1\" data-backendurl=\"?rest_route=\/shariff\/v1\/share_counts&\"><ul class=\"shariff-buttons theme-default wcag_colors orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2840\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#38548F; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<span data-service=\"facebook\" style=\"color:#38548F\" class=\"shariff-count\"> 22<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2840&text=Antwort%20an%20Prof.%20Walach%20zu%20seiner%20Kritik%20am%20Informationsnetzwerk%20Hom%C3%B6opathie\" title=\"Bei Twitter teilen\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#115A92; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 30 32\"><path fill=\"#55acee\" d=\"M29.7 6.8q-1.2 1.8-3 3.1 0 0.3 0 0.8 0 2.5-0.7 4.9t-2.2 4.7-3.5 4-4.9 2.8-6.1 1q-5.1 0-9.3-2.7 0.6 0.1 1.5 0.1 4.3 0 7.6-2.6-2-0.1-3.5-1.2t-2.2-3q0.6 0.1 1.1 0.1 0.8 0 1.6-0.2-2.1-0.4-3.5-2.1t-1.4-3.9v-0.1q1.3 0.7 2.8 0.8-1.2-0.8-2-2.2t-0.7-2.9q0-1.7 0.8-3.1 2.3 2.8 5.5 4.5t7 1.9q-0.2-0.7-0.2-1.4 0-2.5 1.8-4.3t4.3-1.8q2.7 0 4.5 1.9 2.1-0.4 3.9-1.5-0.7 2.2-2.7 3.4 1.8-0.2 3.5-0.9z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">twittern<\/span>&nbsp;<span data-service=\"twitter\" style=\"color:#115A92\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button rss shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?feed=rss\" title=\"RSS-feed\" aria-label=\"RSS-feed\" role=\"button\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#aa2e00; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#fe9312\" d=\"M4.3 23.5c-2.3 0-4.3 1.9-4.3 4.3 0 2.3 1.9 4.2 4.3 4.2 2.4 0 4.3-1.9 4.3-4.2 0-2.3-1.9-4.3-4.3-4.3zM0 10.9v6.1c4 0 7.7 1.6 10.6 4.4 2.8 2.8 4.4 6.6 4.4 10.6h6.2c0-11.7-9.5-21.1-21.1-21.1zM0 0v6.1c14.2 0 25.8 11.6 25.8 25.9h6.2c0-17.6-14.4-32-32-32z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">RSS-feed<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><\/ul><\/div><p>Obwohl unser Informationsnetzwerk Hom\u00f6opathie nach au\u00dfen noch gar nicht richtig aktiv ist, erfahren wir eine sehr starke Beachtung von allen Seiten.<\/p>\n<p>Vor Kurzem hat auch sich einer der prominentesten Vertreter der Hom\u00f6opathie in Deutschland, Professor Harald Walach,\u00a0 in einem l\u00e4ngeren Artikel auf seiner Webseite zur Gr\u00fcndung unseres Informationsnetzwerks ge\u00e4u\u00dfert: <a href=\"http:\/\/harald-walach.de\/2016\/02\/29\/die-wiederentdeckung-des-rades-macht-es-selten-runder-homoeopathiekritik-geht-in-eine-neue-runde\/\">hier<\/a><\/p>\n<p>Natalie Grams und ich nehmen hierzu Stellung (Email ging heute raus):<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Sehr geehrter Herr Professor Walach,<\/p>\n<p>es freut uns vom Informationsnetzwerk Hom\u00f6opathie sehr, dass Sie sich die Zeit genommen haben, sich mit unserem Anliegen auseinanderzusetzen. Dies best\u00e4tigt uns darin, dass wir ernstgenommen werden, was f\u00fcr uns wiederum ein Zeichen daf\u00fcr ist, dass unsere Arbeit wichtig ist.<\/p>\n<p>Nur damit wir uns nicht falsch verstehen: Wir gehen nicht davon aus, dass unsere Kritik neu und endg\u00fcltig w\u00e4re. Ganz im Gegenteil, vieles wird darauf hinauslaufen, schon lange bestehende Vorbehalte gegen\u00fcber der Hom\u00f6opathie zusammenzutragen und in einer allgemeinverst\u00e4ndlichen und ansprechenden Form zu pr\u00e4sentieren. Dass diese Vorbehalte schon lange von den Vertretern der Hom\u00f6opathie ignoriert werden und ein geschicktes Marketing und wirksame Lobbyarbeit dagegen gesetzt wurden, ist dabei nur von untergeordneter Bedeutung.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Das Thema des historischen Bewusstseins bietet keinen gro\u00dfen Anlass zum Dissens. Wir sehen die Ursachen des historischen Erfolges der Hom\u00f6opathie genau so wie Sie als Kontrastprogramm zu ungeeigneten Therapien zu Hahnemanns Zeiten und danach.<\/p>\n<p>Ihrer Lektion Nummer 1 ist aber zu widersprechen.<\/p>\n<p>Sie \u00fcbertragen darin den f\u00fcr die Hom\u00f6opathie vorteilhaften Vergleich zu g\u00e4nzlich unpassenden Therapien auf die heutige Zeit. Sie sprechen der heutigen Medizin und ihren Medikamenten weitgehend den Nutzen ab, womit naturgem\u00e4\u00df der Eindruck entsteht, dies seien weitgehend Pr\u00e4parate, die zwar Schaden bringen, aber keinen Nutzen haben. Sie stellen heutige Medikamente damit auf eine Stufe mit Aderlass, Quecksilberanwendungen und Haarseil, deren therapeutischer Wert sicher generell angezweifelt werden muss. Dass die Brownschen Ans\u00e4tze, die sich auf Stimulierung und Sedierung beschr\u00e4nkten, sich hinsichtlich ihrer Wirksamkeit davon positiv abheben, ist kaum anzunehmen. Dieser doch sehr pauschalen Abwertung der Errungenschaften unseres Gesundheitswesens ist entschieden zu widersprechen, siehe unten.<\/p>\n<p>Herr Prof. Walach, ich will einfach nicht glauben, dass Sie aus Ihrer Warte den Fortschritt der Medizin und der Pharmazie seit den 1850er Jahren nicht registriert haben oder gering sch\u00e4tzen. Es mag sein, dass es einzelne Medikamente gibt, deren Nutzen vielleicht in keinem vern\u00fcnftigen Verh\u00e4ltnis zum Schadenspotenzial steht, besonders wenn sie bei falschen Indikationen &#8211; Stichwort Antibiotika bei Erk\u00e4ltungskrankheiten &#8211; angewendet werden. Wollen Sie das aber wirklich auf alle 676.000.000 Verordnungen pro Jahr von 43.000 rezeptpflichtigen Medikamenten \u00fcbertragen (Zahlen von 2012) [1]?<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Sie werfen die Frage auf, warum die Hom\u00f6opathie gerade dann wieder popul\u00e4r wurde, als die Ausw\u00fcchse einer verfehlten Struktur des Gesundheitswesens als Selbstbedienungsladen korrigiert wurden und man sich \u00fcber Kostend\u00e4mpfung Gedanken machte. Interessanter Aspekt, dass dies zeitlich zusammenf\u00e4llt. Wobei ich dies eher auf die sp\u00e4ten 70er schieben w\u00fcrde: Ein Anfang der 1970er Jahre erschienenes Lexikon nennt die Hom\u00f6opathie als bedeutungslos [2].<\/p>\n<p>Interessant ist auch Ihr Hinweis, dass die Hom\u00f6opathie in Indien die Medizin der armen Leute sei. Dann fragt man sich doch, wie es kommt, dass die wohlhabenderen Teile der indischen Bev\u00f6lkerung diesem Beispiel offenbar nicht folgen. Diese Leute m\u00fcssen doch recht dumm sein, dass sie ihren wirtschaftlichen Vorteil daf\u00fcr einsetzen, schwere Krankheiten mit offenbar wesentlich ungeeigneteren und vor allen Dingen unangenehmeren Methoden zu therapieren.<\/p>\n<p>Dass der Hom\u00f6opathie etwas Spezielles anhaftet, wollen wir ja gar nicht in Abrede stellen &#8211; wir sehen es nur als ausgeschlossen an, dass dies die Wirksamkeit als medikament\u00f6se Behandlung ist.<\/p>\n<p>Im Weiteren sind wir uns durchaus einig, dass es bislang noch nicht gelungen ist, einen robusten Unterschied zwischen Placebo und Hom\u00f6opathie zu finden, ich m\u00f6chte erg\u00e4nzen, weder in der Wirkung noch in den physikalisch-chemischen Eigenschaften des Pr\u00e4parats.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Die Meta-Analyse von Mathie [3] ist also heute das Ma\u00df der Dinge, sagen Sie, nachdem &#8211; da muss ich Ihnen zustimmen &#8211; die Analyse von Shang et al. [4] durchaus mit einigen methodische Schwachstellen aufwartet. Ich behaupte aber, dass die Arbeit von Mathie, also von einem Hom\u00f6opathen, eher die Aussagen der Kritiker der Hom\u00f6opathie st\u00fctzt als die ihrer Vertreter. Hierzu betrachten wir die von uns Skeptikern vertretenen Thesen zur Hom\u00f6opathie:<\/p>\n<p>These 1: Es gibt keine qualitativ hochwertige klinische Studie, in der das untersuchte Hom\u00f6opathikum wirksamer war als das Placebo.<\/p>\n<p>Mathie f\u00fchrt eine Qualit\u00e4tsbewertung der Studien anhand der Kriterien durch, die von der Cochrane Collaboration ver\u00f6ffentlicht wurden [5]. Keine der eingeschlossenen Studien konnte dabei mit A (&#8218;Low risk of bias) bewertet werden. Dass er doch drei Studien als &#8218;reliable evidence&#8216; einstufte, also im Widerspruch zu den Kriterien von Cochrane, war in seinem Protokoll [6] nicht vorgesehen und erfolgte somit post hoc. Dass er dabei auch noch daneben gegriffen hat und zwei Pilotstudien als belastbare Evidenz eingestuft hat, die das per definitionem nicht sein k\u00f6nnen, entbehrt nicht einer gewissen Komik.<\/p>\n<p>These 1 belegt.<\/p>\n<p>These 2: Qualitativ bessere Studien kommen zu schlechteren Ergebnissen f\u00fcr die Hom\u00f6opathie.<\/p>\n<p>Mathie hat zwei Studien mit relativ unlauteren Mitteln aus der Betrachtung ausgeschlossen. Die eine, von White et al. [7], dadurch, dass man nicht das von den Autoren definierte Hauptergebnis betrachtete, sondern ein anderes, dessen Daten nicht vollst\u00e4ndig berichtet wurden. Da man bei den Autoren nicht nach weiteren Angaben fragte, waren die Daten unvollst\u00e4ndig, und die Studie wurde ausgeschlossen.<\/p>\n<p>Die zweite war Ihre eigene Kopfschmerzstudie [8], deren Qualit\u00e4tsbewertung mir nicht nachvollziehbar ist. Sie k\u00f6nnen dies auf dem Blog von Edzard Ernst [9] nachlesen, dort habe ich Ihre Arbeit gegen die ungerechtfertigte Kritik von Mathie verteidigt. Es wunderte mich eigentlich schon sehr, dass Sie die Kritik in Ihrer Analyse der Arbeit [10] einfach so hingenommen hatten. Beide Arbeiten, die von White und die Ihre, h\u00e4tten wesentlich bessere Bewertungen verdient &#8211; was dann die Signifikanz von Mathies Ergebnis zum Kippen gebracht h\u00e4tte &#8211; und gezeigt h\u00e4tte, dass die besseren Studien eben kein positives Ergebnis zeigen.<\/p>\n<p>These 2 belegt.<\/p>\n<p>These 3: Hom\u00f6opathika wirken nicht besser als Placebo.<\/p>\n<p>Die Signifikanz eines Ergebnisses sagt nichts zur St\u00e4rke des Effekts aus. Betrachten wir das Ergebnis daher etwas genauer: Was sagt eine Odds Ratio von 1,53 eigentlich aus? Dazu m\u00fcssen wir etwas in die Zahlen einsteigen: Odds Ratio ist ein relativer Bewertungsma\u00dfstab, den Sie, Verzeihung, allerdings fehlinterpretieren. Eine OR von 1,53 sagt eben nicht aus, dass die Chance, von der hom\u00f6opathischen Therapie einen Vorteil zu erhalten, um 53 % h\u00f6her w\u00e4re [11]. Wenn wir in einem hypothetischen Fall einmal annehmen, dass Verum- und Placebogruppe jeweils 100 Teilnehmer gehabt h\u00e4tten, und in der Placebogruppe h\u00e4tten 50 Teilnehmer profitiert, dann w\u00e4re dies eine Quote von 1 (50\/50) und eine Chance von 0,5 (50\/100). In der Verumgruppe erg\u00e4be sich eine Quote von 1,53, wenn 60 Patienten profitiert h\u00e4tten und 40 nicht (60\/40 = 1,5), also bei einer Chance von 0,6 (60\/100) &#8211; was mitnichten um 53% gr\u00f6\u00dfer ist als 0,5.<\/p>\n<p>Sie haben allerdings insofern recht, als sich Quotenverh\u00e4ltnis und Chancenverh\u00e4ltnis f\u00fcr kleine Quoten ann\u00e4hern. Dann stellt sich aber eine ganz andere Frage: Betr\u00e4gt die Quote in der Placebogruppe nur 0,1, also 9 Patienten haben einen Vorteil, 91 nicht, dann w\u00e4re OR = 1,53 gegeben, wenn in der Verumgruppe zwischen 13 und 14 Patienten einen Nutzen hatten und 87 bzw. 86 nicht. Sind wir gro\u00dfz\u00fcgig: In der Verumgruppe hatten ganze 5 Patienten mehr einen Nutzen gehabt als in der Placebogruppe. Wobei dies nun auch nicht die vollkommene Heilung gewesen sein muss, sondern das, was als Zielkriterium in den einzelnen Arbeiten festgelegt worden ist.<\/p>\n<p>Wenn wir also eine Quote unter Placebo von 10 % annehmen &#8211; das d\u00fcrfte in der Gr\u00f6\u00dfenordnung den meisten Studien entsprechen &#8211; dann profitieren 5 von 100 Patienten. 19 von 20 werfen ihr Geld zum Fenster hinaus, denn bei ihnen w\u00e4re die Verbesserung auch ohne das Hom\u00f6opathikum eingetreten, oder auch mit dem Hom\u00f6opathikum nicht. 5 % entspricht der Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines Alpha-Fehlers, also des Feststellens eines Effektes, obwohl keiner vorliegt. Mithin ist es Mathie nicht gelungen, einen \u00fcberzeugenden Nachweis zu f\u00fchren, dass sich Hom\u00f6opathika von Placebo unterscheiden.<\/p>\n<p>Wenn man \u00fcberhaupt bedenkt, dass es sich hier um die K\u00f6nigsdisziplin der Hom\u00f6opathie handelt &#8211; individuelle Verordnung von Einzelmitteln &#8211; dann wirkt das Ergebnis erst recht k\u00fcmmerlich.<\/p>\n<p>These 3 belegt.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Gehen wir zu den Arzneimittelpr\u00fcfungen. Sie schreiben, Sie h\u00e4tten herausgefunden, dass hom\u00f6opathische Substanzen mehr spezifische Symptome erzeugen als Placebo. Das ist doch eigentlich schon ein Witz, dass ein Placebo offensichtlich auch Wirkstoff-spezifische Symptome erzeugen kann, halt einfach weniger.<\/p>\n<p>Wenn man aber bedenkt, dass die erzeugten spezifischen Symptome nicht notwendigerweise diejenigen waren, die zu dem Mittel geh\u00f6ren, sondern zu einem anderen, dann wird eine richtige Lachplatte daraus: In der Arbeit von M\u00f6llinger aus 2004 [12], die Sie zitieren, erzeugte Calendula neben 43 Calendula-Symptomen auch 17 Ferrum- und 30 Placebo-Symptome. Ferrum erzielte 22 Ferrum-Symptome, 32 Calendula-Symptome (also deutlich mehr als Ferrum-Symptome) und 44 Placebosymptome. Sie haben nat\u00fcrlich Recht, die Zahlen f\u00fcr Placebo waren deutlich kleiner.<\/p>\n<p>Jetzt sagen Sie mir nur noch, wie bei den Arzneimittelpr\u00fcfungen, die den Repertorien zugrunde liegen, sichergestellt wurde, dass man nicht Placebo-Symptome oder Calendula-Symptome unter Ferrum eingruppiert hat, und Sie haben mich fast \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p>Zur allgemeinen Erheiterung, damit das hier nicht so langweilig wird, das Ergebnis einer Arzneimittelpr\u00fcfung aus einer der von Ihnen zitierten Arbeiten [13]:<\/p>\n<p>Geist: Schwierigkeiten sich zu konzentrieren<\/p>\n<p>Geist: Leichte Probleme in der Sprache, Stottern<\/p>\n<p>Geist: Mein inneres hektisches Gef\u00fchl ist v\u00f6llig verschwunden<\/p>\n<p>Geist: Ich mache Fehler, nachher das Gef\u00fchl zu fliegen, ich denke, werden das die Anderen merken?<\/p>\n<p>Taub, ich verliere den \u00dcberblick; ungeschickt beim Essen<\/p>\n<p>Kopf: Sehr starke Kopfschmerzen, frontal, bis in die Augen ausstrahlend, \u00dcbelkeit<\/p>\n<p>Kopf: Kopfschmerzen, rechts, frontal, dumpf, dr\u00fcckend, bis in den Oberkiefer ausstrahlend<\/p>\n<p>Wenn man jetzt denkt, das war eine Flasche Whisky, so irrt man sich. Das sind die Symptome, die unter der Einnahme von Placebo, also wirkstofffreien Zuckerk\u00fcgelchen aufgetreten sind.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Zwischen Ihren Narrativen auszuw\u00e4hlen, die sie jeweils einem konventionellen und einem hom\u00f6opathischen Arzt in den Mund legen, ist aufgrund der Unvollst\u00e4ndigkeit nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Sie lassen den Hom\u00f6opathen eine Studie aus der Versorgungsforschung zitieren [14], die ohne Vergleichsgruppe durchgef\u00fchrt wurde und dabei zu dem Ergebnis kam, dass 70 % der Patienten profitierten. Warum sagt Ihr Hom\u00f6opath nicht dazu, dass die H\u00e4lfte der Probanden zus\u00e4tzlich noch konventionelle \u00c4rzte aufsuchten und auch am Ende der Beobachtungszeit noch ein Viertel konventionelle Medikamente eingenommen hat?<\/p>\n<p>Wenn der gleiche Prozentsatz der Zufriedenheit bei der konventionellen Medizin gelten w\u00fcrde, liefe das auf etwa 180.000.000 [15] nicht zur Zufriedenheit verlaufene Therapien hinaus. Haben Sie Anhaltspunkte daf\u00fcr, dass dies in dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung der Fall ist? Woher stammt \u00fcberhaupt Ihre Annahme, nur in 50 % der F\u00e4lle w\u00fcrde ein Patient von der konventionellen Medizin eine Besserung erfahren?<\/p>\n<p>Sie lassen den konventionellen Arzt auf m\u00f6glicherweise nicht publizierte Studien hinweisen und die Wirksamkeit in Zweifel ziehen &#8211; warum spricht dann der Hom\u00f6opath nicht davon, dass die Wirkungsweise der Hom\u00f6opathie der Physik glatt widersprechen w\u00fcrde? Kenntnissen, die sich in allen anderen Gebieten bew\u00e4hrt haben, nur in der Hom\u00f6opathie nicht gelten sollen?<\/p>\n<p>Es ist nicht so, dass Hom\u00f6opathika nicht in Doppelblindstudien untersucht worden w\u00e4ren, wie Ihr Hom\u00f6opath sagt, er m\u00fcsste vielmehr sagen, dass das vorgeschlagene Mittel vielleicht nicht untersucht wurde, aber dass dort, wo dies halbwegs solide durchgef\u00fchrt wurde, die Hom\u00f6opathika versagt haben.<\/p>\n<p>Es ist nicht so, dass den Theorien zur Funktionsweise der Hom\u00f6opathika nur noch der Beweis fehlt, es fehlt vielmehr schon daran, dass diese in keinster Weise das Gebilde Hom\u00f6opathie erkl\u00e4ren k\u00f6nnten, selbst wenn sie sich entgegen den Lehren der Physik als zutreffend erweisen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Warum spricht Ihr Hom\u00f6opath nicht \u00fcber die Nebenwirkungen der Hom\u00f6opathie? Diese m\u00fcssen doch existieren, Sie haben doch gerade eben selbst \u00fcber Arzneimittelpr\u00fcfungen berichtet, in denen bei gesunden Menschen Symptome auftraten, die nach Ihren Angaben auf die Wirkung der eingenommener Mittel zur\u00fcckgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen? Darauf m\u00fcsste der Hom\u00f6opath doch hinweisen! Warum spricht Ihr Hom\u00f6opath nicht von der Erstverschlechterung, die der Patient m\u00f6glicherweise durchleiden muss? Ohne feststellen zu k\u00f6nnen, ob dies nun die Folgen der Nicht-Behandlung sind oder nicht? Dass er folglich seinem Hom\u00f6opathen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist, der das auch nicht unterscheiden kann?<\/p>\n<p>Warum spricht Ihr Hom\u00f6opath nicht davon, dass es in der konventionellen Medizin Leitlinien gibt, die als Summe der Erfahrung vieler Mediziner aus Hunderten von \u00e4hnlichen F\u00e4llen die bestm\u00f6glichen Empfehlungen f\u00fcr eine optimale Behandlung geben? Dass in der Hom\u00f6opathie die Repertorisierung jedoch recht willk\u00fcrlich ist und daher viel Erfahrung des einzelnen Hom\u00f6opathen voraussetzt? Und warum sagt er dem Patienten nicht auch, was passiert, wenn er einer derjenigen ist, an dem der Hom\u00f6opath gerade seine Erfahrungen sammelt?<\/p>\n<p>Warum weist Ihr Hom\u00f6opath nicht darauf hin, dass es in der konventionellen Medizin eine ganze Reihe von Institutionen gibt, die der Qualit\u00e4tssicherung der Medizin dienen, Beschwerdestellen, ja sogar ein Berichtswesen und Statistiken, bei der Hom\u00f6opathie aber nicht?<\/p>\n<p>Ich denke, man k\u00f6nnte das ziemlich lange fortsetzen. Sie haben sicher Ihre Gr\u00fcnde gehabt, diese Dinge nicht zu erw\u00e4hnen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Sie sehen in der Hom\u00f6opathie eine wissenschaftliche Anomalie, die man ernstnehmen sollte. Was soll denn dann dabei herauskommen, wenn man das tut?<\/p>\n<p>In der Hom\u00f6opathie wird postuliert, dass eine dem Mittel zuzuordnende Wirkung m\u00f6glich ist, auch wenn das Mittel nicht mehr anwesend ist. In der Hom\u00f6opathie wird postuliert, dass es ein \u00c4hnlichkeitsgesetz gibt, dass bewirkt, dass sich die Wirkung eines Mittels umkehrt, wenn es statt von einem Gesunden von einem Kranken eingenommen wird. In der Hom\u00f6opathie wird postuliert, dass chronische Krankheiten von Miasmen herr\u00fchren, die auf irgendwelchen auch vererbbaren &#8218;Ur\u00fcbeln&#8216; beruhen.<\/p>\n<p>Wo und wie ist auch nur einmal in den letzten 200 Jahren ein Beleg daf\u00fcr erbracht worden, dass es sich hierbei nicht um reine Vermutungen aus vorwissenschaftlicher Zeit handelt, sondern dass es sich um reale, objektiv feststellbare, also ernstzunehmende Gegebenheiten handeln k\u00f6nnte? Wie soll man diese Dinge erforschen, wenn Sie das mit &#8218;ernstnehmen&#8216; meinen, wenn man noch nicht einmal den Effekt reproduzierbar darstellen kann?<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Werden wirksame Therapien zu Gunsten der Hom\u00f6opathie unterlassen?<\/p>\n<p>Sie zitieren eine Befragung von privat versicherten Patienten, die angeben, im Fall des Falles die Therapie mit einer Konsultation beim Hausarzt zu beginnen. Ist das repr\u00e4sentativ f\u00fcr das Gesamtgeschehen der Hom\u00f6opathie? Sind darin auch die selbst bezahlten Konsultationen bei Heilpraktikern erfasst oder die Eigenmedikation aufgrund von Therapieempfehlungen von Bekannten und aus dem Internet? Wie weit beeinflussen die Erstattungsregeln der Kasse diesen Verlauf? Wie weit haben die Patienten eine erw\u00fcnschte Antwort gegeben und wie sieht es damit aus, wenn der Fall tats\u00e4chlich eintritt? Insbesondere, wenn die Werbetrommeln weiter so genutzt werden wie jetzt?<\/p>\n<p>Den Abstracts der anderen angef\u00fchrten Artikel ist nicht viel zu entnehmen.<\/p>\n<p>Ein Aspekt, den ich allerdings in Ihren Ausf\u00fchrungen vermisse, ist die Verbreitung der Impfskepsis unter hom\u00f6opathischen Therapeuten &#8211; und da bitte nicht nur auf die \u00c4rzte sehen. Desweiteren erw\u00e4hnen Sie nicht die Folgen, die die unqualifizierte Herabw\u00fcrdigung von Medizin und Wissenschaft langfristig hat, die ebenfalls mit der Hom\u00f6opathie recht stark korreliert. Es gibt heute schon gro\u00dfe Gruppen der Bev\u00f6lkerung, die den Einrichtungen des \u00f6ffentlichen Gesundheitswesens so misstrauisch gegen\u00fcberstehen, dass sie Argumenten und Schutzma\u00dfnahmen nicht mehr zug\u00e4nglich sind und sich gef\u00e4hrlichen Therapien zuwenden &#8211; ich nenne nur MMS und Germanische Neue Medizin. Die Argumente, die dort genutzt werden, sind prinzipiell die gleichen wie f\u00fcr die Hom\u00f6opathie.<\/p>\n<p>Man kann sicher f\u00fcr eine komplement\u00e4re Medizin eintreten &#8211; aber das erfordert auch eine Standortbestimmung zu den Angeboten. Zweifelsohne gibt es in der Medizin Fehlleistungen &#8211; gibt es die in den als Alternativen beworbenen Therapien nicht? Mit etwas Recherche k\u00f6nnen Sie herausfinden, dass j\u00e4hrlich etwa 600.000.000 einzelnen Behandlungen eine Zahl von 12.230 [16, Zahl aus 2013] gemeldeten Behandlungsfehlern gegen\u00fcbersteht. Selbst wenn Sie eine Dunkelziffer von 100-facher Gr\u00f6\u00dfe unterstellen, ergibt sich eine Fehlerquote von weit unter einem Prozent. Wie sieht das in der angeblichen alternativen Medizin aus?<\/p>\n<p>Tut mir leid, Herr Prof. Walach, die Probleme, die auch Sie der konventionellen Medizin pauschal anlasten, bed\u00fcrfen einer Quantifizierung und eines G\u00fctevergleichs mit der angeblichen Alternative. Dann k\u00f6nnen wir auch \u00fcber ein &#8218;Ernstnehmen&#8216; reden.<\/p>\n<p>Dr. Norbert Aust, Initiator Informationsnetzwerk Hom\u00f6opathie<br \/>\nDr. Natalie Grams, Leiterin Informationsnetzwerk Hom\u00f6opathie<\/p>\n<p>Dieser Text wird in folgenden Blogs ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de<br \/>\nhttp:\/\/homoeopathie-neu-gedacht.blogspot.de\/<\/p>\n<p>Sie sind gerne zur Diskussion eingeladen.<\/p>\n<p><strong>Quellenangaben:<\/strong><\/p>\n<p>[1] http:\/\/www.bpi.de\/fileadmin\/media\/bpi\/Downloads\/Internet\/Publikationen\/Pharma-Daten\/Pharmadaten_2013_DE.pdf<\/p>\n<p>[2] Eintrag &#8218;Hahnemann&#8216; in The New Ecyclopaedia Britannica&#8216; 15th edition, 1975<\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">[3] <\/span>Mathie RT, Lloyd SM, Legg LA, Clausen J, Moss S, Davidson JRT, Ford I: Randomised placebo-controlled trials of individualised homeopathic treatment: systematic review and meta-analysis, in: Systematic Reviews 2014, 3: 142, doi: 10.1186\/2046-4053-3-142<\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">[4] <\/span>Shang A et al.: Are the clinical effects of homoeopathy placebo effects? Comparative study of placebo-controlled trials of homoeopathy and allopathy, Lancet 2005; 366: 726-32<\/p>\n<p>[5] Higgins JPT, Altmann DC: Assessing risk of bias in included studies&#8216; enthalten in: Higgins JPT, Green S: Cochrane Handbook for Systematic reviews of Interventions, Cochrane Book Service, 2008<\/p>\n<p>[6] Mathie RT, Legg LA, Clausen J, Davidson JRT, Lloyd SM, Ford I: Systematic review and meta-analysis of randomised, placebo-controlled trials of individualised homeopathic treatment: Study protocoll, 2013. Version 1.0; 25 January 2013.<\/p>\n<p>[7] White A, Slade P, Hunt C, Hart A, Ernst E: Individualised homeopathy as an adjunct in the treatment of childhood asthma: a randomised plcebo controlled trial. Thorax 2003; 58 (4) 317-321<\/p>\n<p>[8] Walach H, Haeusler W, Lowes T, Mussbach D, Schamell U, Springer W, Stritzl G, Gaus W, Haag G: Classical homeopathic treatment of chronic headaches, in: Cephalalgia 1997; 17:119-126<\/p>\n<p>[9] http:\/\/edzardernst.com\/2014\/12\/homeopaty-proof-of-concept-or-proof-of-misconduct\/<\/p>\n<p>[10] http:\/\/harald-walach.de\/methodenlehre-fuer-anfaenger\/15-kann-man-mit-einer-meta-analyse-feststellen-ob-die-effekte-von-homoeopathie-sich-von-denen-von-placebo-unterscheiden\/<\/p>\n<p>[11] https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Quotenverh%C3%A4ltnis<\/p>\n<p>[12] M\u00f6llinger, H., Schneider, R., L\u00f6ffel, M., &amp; Walach, H. (2004). A double-blind, randomized, homeopathic pathogenetic trial with healthy persons: Comparing two high potencies. Forschende Komplement\u00e4rmedizin und Klassische Naturheilkunde, 11, 274-280<\/p>\n<p>[13] M\u00f6llinger, H., Schneider, R., &amp; Walach, H. (2009). Homeopathic pathogenetic trials produce symptoms different from placebo. Forschende Komplement\u00e4rmedizin, 16, 105-110.<\/p>\n<p>[14] Witt, C. M., L\u00fcdtke, R., Baur, R., &amp; Willich, S. N. (2005). Homeopathic medical practice: Long term results of a cohort study with 3981 patients. BMC Public Health, 5, 115<\/p>\n<p>[15] Nach der Statistik der Bundes\u00e4rztekammer gab es 2014 148.000 ambulant t\u00e4tige \u00c4rzte, die im Mittel etwa 900 F\u00e4lle pro Quartal zulasten der GKV abgerechnet haben. Zusammen mit einer gesch\u00e4tzten Zahl von Privatpatienten ergibt dies etwa 600.000.000 Behandlungen pro Jahr.<br \/>\nhttp:\/\/www.bundesaerztekammer.de\/fileadmin\/user_upload\/downloads\/pdf-Ordner\/Statistik2014\/Stat14AbbTab.pdf<br \/>\nhttps:\/\/www.kvno.de\/downloads\/honorar\/fallwerte_fallzahlen_rlv2015-4.pdf<\/p>\n<p>[16] https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Behandlungsfehler<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Obwohl unser Informationsnetzwerk Hom\u00f6opathie nach au\u00dfen noch gar nicht richtig aktiv ist, erfahren wir eine sehr starke Beachtung von allen Seiten. 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