{"id":2608,"date":"2015-08-06T14:58:06","date_gmt":"2015-08-06T12:58:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2608"},"modified":"2016-04-12T23:10:39","modified_gmt":"2016-04-12T21:10:39","slug":"homoeopathie-ist-mumpitz-antwortet-der-dzvhae-frau-grams","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2608","title":{"rendered":"Hom\u00f6opathie ist Mumpitz &#8211; antwortet der DZVh\u00c4 Frau Grams!"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook%7Ctwitter\" data-url=\"http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2608\" data-timestamp=\"1460502639\" data-hidezero=\"1\" data-backendurl=\"?rest_route=\/shariff\/v1\/share_counts&\"><ul class=\"shariff-buttons theme-default wcag_colors orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2608\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#38548F; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<span data-service=\"facebook\" style=\"color:#38548F\" class=\"shariff-count\"> 10<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2608&text=Hom%C3%B6opathie%20ist%20Mumpitz%20%E2%80%93%20antwortet%20der%20DZVh%C3%84%20Frau%20Grams%21\" title=\"Bei Twitter teilen\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#115A92; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 30 32\"><path fill=\"#55acee\" d=\"M29.7 6.8q-1.2 1.8-3 3.1 0 0.3 0 0.8 0 2.5-0.7 4.9t-2.2 4.7-3.5 4-4.9 2.8-6.1 1q-5.1 0-9.3-2.7 0.6 0.1 1.5 0.1 4.3 0 7.6-2.6-2-0.1-3.5-1.2t-2.2-3q0.6 0.1 1.1 0.1 0.8 0 1.6-0.2-2.1-0.4-3.5-2.1t-1.4-3.9v-0.1q1.3 0.7 2.8 0.8-1.2-0.8-2-2.2t-0.7-2.9q0-1.7 0.8-3.1 2.3 2.8 5.5 4.5t7 1.9q-0.2-0.7-0.2-1.4 0-2.5 1.8-4.3t4.3-1.8q2.7 0 4.5 1.9 2.1-0.4 3.9-1.5-0.7 2.2-2.7 3.4 1.8-0.2 3.5-0.9z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">twittern<\/span>&nbsp;<span data-service=\"twitter\" style=\"color:#115A92\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button rss shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?feed=rss\" title=\"RSS-feed\" aria-label=\"RSS-feed\" role=\"button\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#aa2e00; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#fe9312\" d=\"M4.3 23.5c-2.3 0-4.3 1.9-4.3 4.3 0 2.3 1.9 4.2 4.3 4.2 2.4 0 4.3-1.9 4.3-4.2 0-2.3-1.9-4.3-4.3-4.3zM0 10.9v6.1c4 0 7.7 1.6 10.6 4.4 2.8 2.8 4.4 6.6 4.4 10.6h6.2c0-11.7-9.5-21.1-21.1-21.1zM0 0v6.1c14.2 0 25.8 11.6 25.8 25.9h6.2c0-17.6-14.4-32-32-32z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">RSS-feed<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><\/ul><\/div><p>Offenbar hat der Deutsche Zentralverein hom\u00f6opathischer \u00c4rzte dem Buch von Natalie Grams (&#8218;Hom\u00f6opathie neu gedacht&#8216;) nicht viel entgegenzusetzen. Warum sonst gibt er zu, &#8218;Hom\u00f6opathie widerspricht den Naturgesetzen&#8216;, um die Autorin zu entkr\u00e4ften? Das macht neugierig auf mehr&#8230;<!--more--><\/p>\n<p><strong>In K\u00fcrze<\/strong><\/p>\n<p>Der DZVh\u00c4 hat in Form einer Rezension zu dem Buch &#8218;Hom\u00f6opathie neu gedacht&#8216; der Heidelberger \u00c4rztin und ehemaligen Hom\u00f6opathin Natalie Grams Stellung genommen. Bemerkenswert daran ist, dass der Rezensent offen eingesteht, dass die Hom\u00f6opathie den Erkenntnissen der Naturwissenschaften widerspricht und dies den \u00c4rzten, die sich darin weiterbilden, auch von Anfang an klar sei.<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfer Teil der Rezension geht am Kernproblem vorbei, wenn diskutiert wird, ob die Medizin eine Naturwissenschaft sei oder nicht. Dann wird wie \u00fcblich auf die vorliegenden angeblich positiven Meta-Analysen hingewiesen &#8211; offenbar hat man aber noch nicht einmal die Zusammenfassungen dieser Arbeiten gelesen und verstanden. Auch sonst nennt der Rezensent die \u00fcblichen Scheinargumente und vermeidet es, sich mit der Kernthese des Buches &#8211; ohne Wirkstoff keine Wirkung &#8211; \u00fcberhaupt auseinanderzusetzen.<\/p>\n<p>Der Rezensent kritisiert, dass die Autorin doch tats\u00e4chlich mit dem Argument, dass hom\u00f6opathischen Pr\u00e4parate schon ab vergleichsweise niedriger Potenzstufe mangels Wirkstoff unwirksam seien, die gesamte Lehre auf einmal als widersinnig betrachtet, inklusive Arzneimittelpr\u00fcfung und Mittelauswahl in der Anamnese. Ja was denn sonst?<\/p>\n<p>Und dann soll die Hom\u00f6opathie nach Meinung des Rezensenten auch noch den Motor des wissenschaftlichen Fortschritts darstellen &#8211; mit ihrer seit \u00fcber 200 Jahren unver\u00e4ndert tradierten Lehre? Wohin soll denn dieser &#8218;Fortschritt&#8216; f\u00fchren?<\/p>\n<p><strong>In L\u00e4nge<\/strong><\/p>\n<p>Bekanntlich hat die Heidelberger \u00c4rztin (und vormalige Hom\u00f6opathin) Dr. Natalie Grams im Mai diesen Jahres ein Buch ver\u00f6ffentlicht, in dem sie unter dem Titel &#8218;Hom\u00f6opathie neu gedacht&#8216; (<a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3662453363\/ref=s9_simh_bw_p14_d2_i1?pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&amp;pf_rd_s=merchandised-search-3&amp;pf_rd_r=046M3A8VDTR5GQ79Q8YG&amp;pf_rd_t=101&amp;pf_rd_p=527392547&amp;pf_rd_i=186606\">Link<\/a>) ihre \u00dcberlegungen zur Wirkungsweise der Hom\u00f6opathie darstellt. Trotz guter Erfahrungen mit dieser Therapie &#8211; und trotz guter Bewertungen durch ihre Patienten (<strong>Edit 12.04.2016:<\/strong> Link erloschen) &#8211; kommt sie zu dem Schluss, dass die hom\u00f6opathischen Pr\u00e4parate keine Wirkung entfalten k\u00f6nnen, dass eine Wirkung einer hom\u00f6opathischen Therapie daher nicht auf den verabreichten Mitteln beruht, sondern nur auf der psychologischen Ebene stattfinden kann. In anerkennenswerter Konsequenz hat die Autorin ihre Praxis daraufhin geschlossen.<\/p>\n<p>Der Deutsche Zentralverein hom\u00f6opathischer \u00c4rzte (DZVh\u00c4) ist die gr\u00f6\u00dfte Interessenvertretung hom\u00f6opathisch arbeitender niedergelassener \u00c4rzte in Deutschland, der nach wie vor darauf beharrt, dass es sich bei der Hom\u00f6opathie um eine wirksame Arzneimittel-Therapie handle (<a href=\"http:\/\/www.zeitschrift-homoeopathie.de\/definition-der-homoeopathie\/\">Link<\/a>). Damit ist der Konflikt zu Grams unausweichlich, schlie\u00dflich stellt sie als ausgebildete hom\u00f6opathische Therapeutin genau dies in Frage. Die gegenw\u00e4rtige Aufmerksamkeit, die das Buch in den Medien findet, fordert den DZVh\u00c4 zu einer Stellungnahme heraus.<\/p>\n<p>Diese liegt nun in Form einer Rezension mit dem anz\u00fcglichen Titel &#8218;Medizin falsch gedacht&#8216; vor (<a href=\"http:\/\/www.zeitschrift-homoeopathie.de\/medizin-falsch-gedacht-rezension-ueber-natalie-grams-neu-gedachte-homoeopathie\/\" class=\"broken_link\">Link<\/a>), auf die Frau Grams selbst auf ihrem Blog bereits geantwortet hat (<a href=\"http:\/\/homoeopathie-neu-gedacht.blogspot.de\/2015\/08\/antwort-auf-die-rezension-meines-buches.html\" class=\"broken_link\">Link<\/a>)<\/p>\n<p>Nun hat Frau Grams \u00fcber Hom\u00f6opathie nachgedacht, nicht \u00fcber die Medizin. Entsprechend treffsicher erweisen sich die Argumente in der gesamten Rezension. Gehen wir sie mal der Reihe nach durch:<\/p>\n<p><strong>7000 \u00c4rzte in Deutschland wenden Hom\u00f6opathie an<\/strong><\/p>\n<p>&#8230; und stehen damit im Gegensatz zu Natalie Grams. Bedeutet das, dass sie automatisch Unrecht hat (Argumentum ad populum)?<\/p>\n<p>Mit gro\u00dfen Zahlen ist das so eine Sache. Man kann sie ohne eine Vergleichszahl hinsichtlich ihrer Aussagekraft nicht beurteilen. Wie viele \u00c4rzte gibt es in Deutschland? Nach einer Statistik der Bundes\u00e4rztekammer (<a href=\"http:\/\/www.bundesaerztekammer.de\/fileadmin\/user_upload\/downloads\/Stat13AbbTab.pdf\">Link<\/a>) gab es in 2013 insgesamt 357.200 berufst\u00e4tige \u00c4rztinnen und \u00c4rzte, davon 327.000 in der station\u00e4ren oder ambulanten Versorgung. Wenn also 7.000 \u00c4rzte Hom\u00f6opathie anwenden, dann tun es \u00fcber 320.000 offensichtlich nicht. Die Zahl der hom\u00f6opathisch arbeitenden \u00c4rzte ist also im Vergleich recht klein. Man k\u00f6nnte sogar so weit gehen und sagen, dass es in jeder Profession einen gewissen Anteil von Mitgliedern gibt, die aus welchen Gr\u00fcnden auch immer die Grundlagen ihrer Ausbildung vergessen haben oder bewusst ignorieren, \u00c4rzte sind da offenbar keine Ausnahme. Schlimm ist vielmehr, dass nur eine einzige \u00c4rztin den ethischen Spagat nicht aush\u00e4lt, buchst\u00e4blich auf Nichts beruhende Therapien ihren Patienten als wirksame Medizin zu verkaufen.<\/p>\n<p><strong>Hom\u00f6opathie widerspricht den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen<\/strong><\/p>\n<p>Die Argumentation des DZVh\u00c4 nimmt schon gleich zu Anfang recht merkw\u00fcrdige Z\u00fcge an. Da steht doch glatt, dass jedem Arzt, der eine Weiterbildung in Hom\u00f6opathie beginne, klar sei, dass die Hom\u00f6opathie den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen widerspricht. Wohlgemerkt, im Widerspruch dazu steht, nicht etwa &#8217;noch nicht erkl\u00e4rbar&#8216; ist. Ich habe selten ein so klares Eingest\u00e4ndnis von einer Interessenvertretung der Hom\u00f6opathen geh\u00f6rt, dass es sich dabei um Mumpitz handelt. Wie verzweifelt muss die Lage des Rezensenten denn sein, wenn er, nur um die Gedankeng\u00e4nge der Autorin zu widerlegen, gleich die ewig wiederkehrenden Behauptung und Hoffnung seines Verbandes in die Tonne tritt (<a href=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/wp-content\/uploads\/DZVh%C3%84-korrigiert-GWUP-2.pdf\">Link,<\/a> Seite 3)?<\/p>\n<p>Der Aussage selbst ist nat\u00fcrlich inhaltlich nichts hinzuzuf\u00fcgen.<\/p>\n<p><strong>Medizin ist keine Naturwissenschaft<\/strong><\/p>\n<p>Es k\u00f6nnen schon Zweifel aufkommen, ob der Rezensent das gleiche Buch gelesen hat wie ich. Er schreibt, die Kernthese der Autorin laute, dass die Gleichung Hom\u00f6opathie = Medizin = Naturwissenschaft nicht mehr stimme. Komisch: Ich h\u00e4tte geschworen, die Kernthese der Autorin w\u00e4re, dass hom\u00f6opathische Arzneimittel mangels Wirkstoff nicht wirken k\u00f6nnen. So kann man sich irren.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich kann man in Frage stellen, ob Medizin nun eine Naturwissenschaft ist oder nicht. Wobei man dabei sicher unterscheiden m\u00fcsste, ob man sich mit der Heilkunde befasst, also der Lehre von der Funktion des K\u00f6rpers, von Krankheiten und Therapien, oder der Heilkunst, also der F\u00e4higkeit eines Therapeuten, diese bedarfsgerecht auch zum Wohle des Patienten anzuwenden. Sei es wie es sei &#8211; die Auseinandersetzung mit diesem Nebenkriegsschauplatz, der nichts mit der Wirkungsweise von hom\u00f6opathischen Pr\u00e4paraten zu tun hat, nimmt etwa ein Viertel der gesamten Rezension ein, eine Strohmann-Argumentation also.<\/p>\n<p>Der Rezensent kommt zu dem Schluss:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><span lang=\"de-DE\">&#8222;<\/span><\/em><span lang=\"de-DE\"><em>Richtig ist: &#8218;Die Hom\u00f6opathie ist Teil der heutigen Medizin, und diese bedient sich auch naturwissenschaftlicher Erkenntnisse'&#8220;.<\/em> <\/span><\/p>\n<p>Dies ist unm\u00f6glich, wenn die Hom\u00f6opathie eingestandenerma\u00dfen im Widerspruch zu den Naturwissenschaften steht &#8211; egal, welche Wortklauberei man mit dem Text von Grams ausgef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p>Eine Betrachtung des Hauptarguments der Autorin, ohne Wirkstoff keine Wirkung, sucht man indes vergebens.<\/p>\n<p><strong>Metastudien belegen die Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie<\/strong><\/p>\n<p>Richtig, Frau Grams hat an Metastudien nur die Arbeiten von Shang (2005) und Ernst (2002) zitiert, die zu negativen Schlussfolgerungen kommen. Was w\u00e4re anders, wenn Grams auch die Arbeiten von Kleijnen (1991), Linde (1997), Cucherat (2000) und Mathie (2014) zitiert h\u00e4tte, die, so der DZVh\u00c4, allesamt ein positives Ergebnis zur Hom\u00f6opathie erbracht h\u00e4tten und unbedingt h\u00e4tten in die Betrachtung einflie\u00dfen m\u00fcssen? Wobei letztere bei Fertigstellung des Manuskripts noch nicht vorlag. Die folgenden Zitate stammen allesamt aus den im Internet verf\u00fcgbaren Zusammenfassungen der einzelnen Arbeiten, \u00dcbersetzungen von mir.<\/p>\n<p>Kleijnen [1]:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8222;Schlussfolgerung: Derzeit sind die aus klinischen Studien gewonnenen Belege positiv, aber nicht ausreichend, um endg\u00fcltige Schlussfolgerungen zu ziehen, da die meisten Studien nur geringe methodische Qualit\u00e4t aufweisen und wegen der unbekannten Rolle des Publication bias&#8216;<\/em><\/p>\n<p>Cucherat [2]:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8220; Schlussfolgerung: Es gibt einige Hinweise darauf, dass eine hom\u00f6opathische Behandlung wirksamer ist als Placebos, jedoch ist die Aussagekraft dieser Hinweise wegen der geringen methodischen Qualit\u00e4t der Studien nur gering. Studien h\u00f6herer methodischer Qualit\u00e4t waren h\u00e4ufiger negativ als Studien von geringerer Qualit\u00e4t.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Linde [3]:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8220; Interpretation: Die Ergebnisse unserer Meta-Analyse stehen nicht mit der Hypothese im Einklang, wonach sich die klinischen Effekte der Hom\u00f6opathie vollkommen auf die Wirkung als Placebo zur\u00fcckf\u00fchren lassen. Jedoch fanden wir in diesen Studien nur ungen\u00fcgende Nachweise daf\u00fcr, dass die Hom\u00f6opathie in irgendeiner klinischen Situation deutlich wirksam gewesen w\u00e4re.&#8216;<\/em><\/p>\n<p>In einem sp\u00e4teren Leserbrief an The Lancet schreibt Linde selbst [4]:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8222;Unsere Studie von 1997 wurde ungl\u00fccklicherweise von den Hom\u00f6opathen f\u00e4lschlich als Nachweis f\u00fcr eine Wirksamkeit ihrer Therapie herangezogen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Mathie [5]:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8222;Schlussfolgerungen: Individuell verordnete hom\u00f6opathische Arzneien zeigen m\u00f6glicherweise (&#8218;may have&#8216;) kleine spezifische Behandlungseffekte. (&#8230;) Die generell geringe oder ungekl\u00e4rte Qualit\u00e4t der Nachweise erfordert einige Vorsicht in der Interpretation dieser Ergebnisse&#8216;.<\/em><\/p>\n<p>Sind das wirklich \u00fcberzeugende ultimative Wirksamkeitsnachweise der Hom\u00f6opathie, die nach Angaben des DZVh\u00c4 ja eine medikament\u00f6se Therapie sein soll? Warum hat man eigentlich bei der Rezension nicht auch auf Claudia Witt verwiesen, ehemalige Stiftungsprofessorin an der Charit\u00e9 in Berlin, die jahrelang finanziert von der Carstens-Stiftung zur Hom\u00f6opathie geforscht hat (<a href=\"http:\/\/www.carstens-stiftung.de\/artikel\/prof-claudia-witt-an-universitaet-zuerich-berufen.html\">Link<\/a>)?<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><span lang=\"de-DE\">&#8222;<\/span>Seit \u00fcber f\u00fcnf Jahren finden Sie von mir eine offizielle Stellungnahme zur Hom\u00f6opathie im Internet. Meine Aussage \u2013 dass nicht belegt ist, dass hom\u00f6opathische Arzneimittel mehr als ein Placebo sind \u2013 gilt auch heute noch.&#8220;(<a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/wissen\/medizin-und-psychologie\/Ist-das-bei-Chirurgen-so-anders\/story\/17098489\">Link<\/a>)<\/em><\/p>\n<p>Sorry, DZVh\u00c4, das ging daneben. Angesichts der immer wieder behaupteten Leistungsf\u00e4higkeit und allgemeinen Wirksamkeit dieser Therapie ist das eine k\u00fcmmerliche Ausbeute an angeblich positiven Belegen. Dann gibt es noch das Schubladenproblem, das besagt, dass positive Studien wesentlich bereitwilliger ver\u00f6ffentlicht werden als negative. Liegt Frau Grams mit ihrer Aussage, dass es keinen Nachweis g\u00e4be, da so sehr falsch? Wenn ja: Wo sind die \u00fcberzeugenden Belege, bitte?<\/p>\n<p><strong>Und au\u00dferdem sagt Professor Hahn&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Gut, dann wird da noch der Aufsatz von Prof. Hahn angef\u00fchrt [6], nat\u00fcrlich nicht ohne die Qualifikation des Mannes besonders hervorzuheben (ein Paradebeispiel f\u00fcr ein Autorit\u00e4tsargument), allerdings dabei ignorierend, dass solche Leute auch irren k\u00f6nnen. Hahn hat zwar dargelegt, dass bei manchen Metaanalysen zu viele Studien ausgeschlossen wurden, aber dass man qualitativ minderwertige Studien nicht betrachtet &#8211; und das sind bei Shang immerhin 80% der Hom\u00f6opathiestudien &#8211; daran hat er prinzipiell nichts auszusetzen. Eine Neubewertung der Studienlage, was w\u00e4re wenn nicht 90 % ausgeschlossen worden w\u00e4ren, hat Hahn \u00fcbrigens nicht durchgef\u00fchrt, sondern zitiert dies aus anderen Aufs\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Und dann, sagt der Rezensent, hat Hahn auch noch mit den Mythen der Hom\u00f6opathieforschung &#8218;aufger\u00e4umt&#8216;, nach denen es keine (belastbare) positive Hom\u00f6opathie-Studie g\u00e4be und die Qualit\u00e4t der Studien generell niedrig sei. In den ganzen f\u00fcnf Textzeilen, die Hahn diesem Thema widmet, verweist er auf die Studien von Linde und Shang. Nun, die Schlussfolgerung von Linde war oben aufgef\u00fchrt &#8211; zusammen mit einigen anderen, zu denen die Auffassung Hahns glatt im Widerspruch steht. Das soll ein &#8218;Aufr\u00e4umen von Mythen&#8216; sein?<\/p>\n<p><strong>In der Schweiz&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Sch\u00f6n, in der Schweiz seien wissenschaftliche Belege vorgelegt worden, danach sei die Hom\u00f6opathie dort ein Bestandteil der medizinischen Grundversorgung geworden. Was will der DZVh\u00c4 damit ausdr\u00fccken? In England, Australien und Kanada ist genau das Gegenteil passiert, die US-amerikanische FDA unterzieht die Hom\u00f6opathie gerade einer \u00dcberpr\u00fcfung &#8211; Ausgang ungewiss.<\/p>\n<p><strong>Nachtrag:<\/strong> Der Kommentator ajki macht darauf aufmerksam, dass die Kosten\u00fcbernahme f\u00fcr hom\u00f6opathische Behandlungen in der Schweiz nicht aufgrund vorgelegter &#8218;Belege&#8216; erfolgt, sondern dass dies ein Ergebnis einer\u00a0 Volksabstimmung gewesen ist.<\/p>\n<p><strong>Aber die Wasserlinsen&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich darf ein Verweis auf die Untersuchungen von Baumgartner et al. zur Wirkung einer hom\u00f6opathischen Zubereitung von Arsen auf mit Arsen vergiftete Wasserlinsen nicht fehlen. Das Ergebnis ist zwar zweifelsohne statistisch signifikant gewesen &#8211; aber was sagt statistische Signifikanz zur therapeutischen Relevanz aus? Nichts. Hier waren die Effekte so klein, dass man sie nicht mit blo\u00dfem Auge wahrnehmen konnte. Die Folgen der Vergiftung schon, aber nicht die Wirkung des Hom\u00f6opathikums. Sagt Baumgartner im pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch selbst. Ach ja, bei anderen Modellen, Hefepilzen zum Beispiel oder Zwergerbsen, erwies sich der Effekt als nicht existent bzw. nicht reproduzierbar.<\/p>\n<p><strong>Immer das gleiche Argument<\/strong><\/p>\n<p>Der Rezensent bem\u00e4ngelt, dass die Autorin sich nicht differenziert mit den verschiedenen Facetten der Hom\u00f6opathie auseinandersetzt, mit der Arzneimittelpr\u00fcfung etwa oder der Mittelauswahl, stattdessen, nein sowas aber auch, schl\u00e4gt sie alles mit dem gleichen Argument tot.<\/p>\n<p>Und, DZVh\u00c4, was ist daran falsch, dass ohne Wirkstoff keine Wirkung m\u00f6glich ist? Was ist daran falsch, dass ohne einen auf den Ausgangsstoff zur\u00fcckf\u00fchrbaren Effekt das ganze Geb\u00e4ude der Hom\u00f6opathie auf einmal zusammenbricht, Arzneimittelpr\u00fcfung und Materia Medica inklusive? Ein leicht s\u00fcffisanter Versuch, die Argumentation ins L\u00e4cherliche zu ziehen, ist kein besseres Argument. Hier ist der Widerspruch, der jedem Arzt schon beim Beginn einer Ausbildung zum Hom\u00f6opathen bewusst ist, wie der DZVh\u00c4 eingangs sagte &#8211; was ist jetzt daran falsch, wenn die Autorin in ihrem Buch darauf hinweist? Welche differenzierte Kritik an den Praktiken der Hom\u00f6opathie macht denn noch Sinn, wenn alle verordneten Mittel bis auf die Verunreinigungen der Roh- und Hilfsstoffe identisch sind?<\/p>\n<p><strong>Aber die Studien &#8230;<\/strong><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>\u201e<\/em><span lang=\"de-DE\"><em>Aus dem Umstand, dass ich ein Ph\u00e4nomen nicht erkl\u00e4ren kann, schlie\u00dfe ich nicht, dass es nicht existiert, sondern nur, dass seine Existenz gepr\u00fcft werden sollte, um dem Fortschritt der Wissenschaft zu dienen.\u201c<\/em> <\/span><\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">Das ist zweifelsohne richtig. Nur: wie ist die Pr\u00fcfung bisher ausgegangen? Siehe Metanalysen oben &#8211; auch wenn Herr Teut das gerne anders sieht, wie der Rezensent ausf\u00fchrt. Demnach sei die \u00fcberwiegende Zahl der Studien zur klinischen Hom\u00f6opathie positiv ausgegangen. <\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8222;Insgesamt macht die Studienlage deutlich: Es gibt das Ph\u00e4nomen einer wirksamen Hom\u00f6opathie. Hat die Wissenschaft die Aufgabe, diese Ergebnisse aufgrund der naturwissenschaftlichen Unplausibilit\u00e4t zu ignorieren? &#8222;<\/em><\/p>\n<p>Nur leider kommen die Meta-Analysen durchweg zu anderen Schl\u00fcssen, auch diejenigen, die von Bef\u00fcrwortern der Hom\u00f6opathie durchgef\u00fchrt worden sind (Mathie 2014). Insbesondere, wenn man die Qualit\u00e4t der Studien ebenfalls betrachtet, also die M\u00f6glichkeit, ob die Studienergebnisse durch andere Ursachen als die verabreichten hom\u00f6opathischen Mittel hervorgerufen sein k\u00f6nnten. Insbesondere eine m\u00f6gliche Voreingenommenheit der ausf\u00fchrenden Forscher ist, nach den Ergebnissen der Meta-Analysen zu urteilen, oft nicht ausgeschlossen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8222;Wer diese Auffassung von Wissenschaft teilt, kann die positiven Studienergebnisse zur Hom\u00f6opathie nicht l\u00e4nger mit dem Hinweis auf Unplausibilit\u00e4t vom Tisch fegen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Nein. Die Autorin wie auch die Skeptiker tun das nicht (nur) mit dem Argument der Unplausibilit\u00e4t, sondern haupts\u00e4chlich mit dem Hinweis auf die Nichtexistenz belastbarer positiver Studienergebnisse &#8211; oder auf die oftmals geradezu grotesken Fehler, die solchen Arbeiten anzuhaften pflegen.<\/p>\n<p><strong>Und zum Schluss<\/strong><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8222;Vielmehr wird die Hom\u00f6opathie zu einem Motor f\u00fcr den Fortschritt in der Wissenschaft.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>&#8230;mit einem Therapiekonzept und Krankheitsbild, das aus der Zeit der franz\u00f6sischen Revolution vor \u00fcber 200 Jahren unver\u00e4ndert \u00fcbernommen wurde? Das keine Krankheitserreger, Hormone, Vitamine etc. etc. kennt, in dem noch nicht einmal Blutdruck und Puls zahlenm\u00e4\u00dfig eine Bedeutung erfahren? Daf\u00fcr aber eine verstimmte Lebenskraft und Miasmen genannte Ur\u00fcbel, die sich auch noch vererben?<\/p>\n<p>In welche Richtung soll denn dieser Fortschritt gehen?<\/p>\n<p>Da will ich bestimmt nicht hin.<\/p>\n<p><strong>Literatur:<\/strong><\/p>\n<p>[1] Kleijnen J, Knipschild P, ter Riet G: Clinical trials of homeopathy, BMJ,1991; 302:316-323<\/p>\n<p>[2] Cucherat M, Haugh MC, Gooch M, Boissel JP: Evidence of clinical efficacy of homeopathy, Eur J Clin Pharmacol (2000) 56: 27-33<\/p>\n<p>[3] Linde K, Clausius N, Ramirez G, Melchart D, Eitel F et al.: Are the clinical effects of homeopathy placebo effects? A meta-analysis of placebo controlled trials, Lancet 1997; 350:834-43<\/p>\n<p>[4] Linde K, Wayne J: Are the clinical effects of homeopathy placebo effects? (Leserbrief zur Studie von Shang et al.) The Lancet (2005) 366:2081-2082<\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">[5]<\/span> Mathie RT, Lloyd SM, Legg LA, Clausen J, Moss S, Davidson JRT, Ford I: Randomised placebo-controlled trials of individualised homeopathic treatment: systematic review and meta-analysis, in: Systematic Reviews 2014, 3: 142, doi: 10.1186\/2046-4053-3-142,<\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">[6] <\/span>Hahn RG: Homeopathy: Meta-Analyses of Pooled Clinical Data, Forsch. Komplement\u00e4rmedizin 2013; 20: 376-381, DOI 10.1159\/000355916<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Offenbar hat der Deutsche Zentralverein hom\u00f6opathischer \u00c4rzte dem Buch von Natalie Grams (&#8218;Hom\u00f6opathie neu gedacht&#8216;) nicht viel entgegenzusetzen. Warum sonst gibt er zu, &#8218;Hom\u00f6opathie widerspricht den Naturgesetzen&#8216;, um die Autorin zu entkr\u00e4ften? 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