{"id":2507,"date":"2015-05-29T22:25:21","date_gmt":"2015-05-29T20:25:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2507"},"modified":"2019-01-06T17:40:14","modified_gmt":"2019-01-06T16:40:14","slug":"wirksamkeit-der-homoeopathie-mal-wieder-nachgewiesen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2507","title":{"rendered":"Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie mal wieder nachgewiesen &#8230;"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook%7Ctwitter\" data-url=\"http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2507\" data-timestamp=\"1546796414\" data-hidezero=\"1\" data-backendurl=\"?rest_route=\/shariff\/v1\/share_counts&\"><ul class=\"shariff-buttons theme-default wcag_colors orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2507\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#38548F; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<span data-service=\"facebook\" style=\"color:#38548F\" class=\"shariff-count\"> 184<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2507&text=Wirksamkeit%20der%20Hom%C3%B6opathie%20mal%20wieder%20nachgewiesen%20%E2%80%A6\" title=\"Bei Twitter teilen\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#115A92; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 30 32\"><path fill=\"#55acee\" d=\"M29.7 6.8q-1.2 1.8-3 3.1 0 0.3 0 0.8 0 2.5-0.7 4.9t-2.2 4.7-3.5 4-4.9 2.8-6.1 1q-5.1 0-9.3-2.7 0.6 0.1 1.5 0.1 4.3 0 7.6-2.6-2-0.1-3.5-1.2t-2.2-3q0.6 0.1 1.1 0.1 0.8 0 1.6-0.2-2.1-0.4-3.5-2.1t-1.4-3.9v-0.1q1.3 0.7 2.8 0.8-1.2-0.8-2-2.2t-0.7-2.9q0-1.7 0.8-3.1 2.3 2.8 5.5 4.5t7 1.9q-0.2-0.7-0.2-1.4 0-2.5 1.8-4.3t4.3-1.8q2.7 0 4.5 1.9 2.1-0.4 3.9-1.5-0.7 2.2-2.7 3.4 1.8-0.2 3.5-0.9z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">twittern<\/span>&nbsp;<span data-service=\"twitter\" style=\"color:#115A92\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button rss shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?feed=rss\" title=\"RSS-feed\" aria-label=\"RSS-feed\" role=\"button\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#aa2e00; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#fe9312\" d=\"M4.3 23.5c-2.3 0-4.3 1.9-4.3 4.3 0 2.3 1.9 4.2 4.3 4.2 2.4 0 4.3-1.9 4.3-4.2 0-2.3-1.9-4.3-4.3-4.3zM0 10.9v6.1c4 0 7.7 1.6 10.6 4.4 2.8 2.8 4.4 6.6 4.4 10.6h6.2c0-11.7-9.5-21.1-21.1-21.1zM0 0v6.1c14.2 0 25.8 11.6 25.8 25.9h6.2c0-17.6-14.4-32-32-32z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">RSS-feed<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><\/ul><\/div><p lang=\"de-DE\">Diesmal ist es die Dr. Peithner KG, die sich \u00fcber eine neue Metaanalyse freut, <em>&#8218;die wieder zeigt, was wir in der \u00e4rztlichen Praxis t\u00e4glich erleben, n\u00e4mlich dass hom\u00f6opathische Arzneimittel wirken.&#8216;<\/em> Dass die Ergebnisse dieser mit dem diesj\u00e4hrigen Peithner-Forschungspreis ausgezeichneten Diplomarbeit eigentlich genau das Gegenteil bedeuten, soll der folgende Artikel zeigen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><!--more--><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>In K\u00fcrze<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die Dr. Peithner KG hat einen Forschungspreis f\u00fcr eine Diplomarbeit vergeben, in der unter der Betreuung der Professoren Frass und Kundi an der Meduni Wien eine Metaanalyse der Studien zur Hom\u00f6opathie durchgef\u00fchrt wurde, die zwischen 2008 und 2012 ver\u00f6ffentlicht wurden.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Entgegen der Darstellung in der zugeh\u00f6rigen Pressemitteilung \u00fcberzeugt die Arbeit nicht, denn die vorliegende Literatur wurde offenbar doch unvollst\u00e4ndig aufgearbeitet. Die Bewertung der Studienqualit\u00e4t ist zumindest fragw\u00fcrdig, denn in den vier Studien, die auch von Mathie et al. in einem fr\u00fcheren Review betrachtet wurden, widersprechen sich die Beurteilungen komplett.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Hier gilt die Kritik aber eher denjenigen, die diese sehr umfangreiche Aufgabe als Diplomarbeit vergeben haben, als der Studentin, die in einem festen und engen Zeitrahmen die Arbeit irgendwie zu Ende bringen musste, um \u00fcberhaupt ihr Studium abschlie\u00dfen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Als Ergebnis der Metaanalyse ergibt sich ein &#8218;Trend zugunsten der Hom\u00f6opathie&#8216; &#8211; was einen Misserfolg der Metaanalyse bedeutet, denn es ist nicht gelungen, f\u00fcr die Hom\u00f6opathie einen statistisch signifikanten positiven Effekt \u00fcber Placebo hinaus aufzuzeigen. Die in einer Untergruppe tats\u00e4chlich vorgefundenen gelungenen Nachweise, dass die Hom\u00f6opathie gleichwertig zu wirksamen Medikamenten sei, beruhen ausschlie\u00dflich auf falsch ausgewerteten Studien oder einem verzerrenden Studiendesign.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Diese Arbeit best\u00e4tigt eher die Aussagen der Hom\u00f6opathiekritiker als sie zu widerlegen: Es gibt keine belastbare Evidenz zugunsten der medikament\u00f6sen Wirkung hom\u00f6opathischer Pr\u00e4parate und ein in einzelnen Studien auftretender Effekt verschwindet mit zunehmender Studiengr\u00f6\u00dfe.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Es bleibt abzuwarten, wie die Betreuer die Ergebnisse dieser Arbeit mit denen aus den offenbar bereits vorliegenden anderen Diplomarbeiten zu einem Ganzen verschmelzen werden, um so den ultimativen Beweis f\u00fcr die Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie zu erbringen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>In L\u00e4nge<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>Hintergrund<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Derzeit gibt es bei den Hom\u00f6opathen offenbar einige Bestrebungen, die angebliche Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie als medikament\u00f6se Therapieform wissenschaftlich zu untermauern. Neben einer Forschergruppe um R. Mathie von der British Homeopathic Association ist man anscheinend auch bei der Medizinischen Universit\u00e4t Wien in gleicher Sache t\u00e4tig. Kein Geringerer als Professor Frass will hier mit seinem Kollegen Professor Kundi offensichtlich die seit 1980 ver\u00f6ffentlichten klinischen Studien in einem Review zusammenfassen und hat zu diesem Zweck mehrere Diplomarbeiten vergeben. Darin werden die ab 1980 ver\u00f6ffentlichten Studien in mehreren systematischen Reviews betrachtet und in Metaanalysen ausgewertet. Alles zusammen soll dann, so ist zu vermuten, der \u00fcber alle Zweifel erhabene lang ersehnte Nachweis werden.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Eine dieser Diplomarbeiten wurde im April 2015 von der Dr. Peithner KG mit einem Forschungspreis pr\u00e4miert, n\u00e4mlich die von M. Rumpl im Juni 2014 eingereichte Arbeit, in der die Studien aus dem Zeitraum zwischen 2008 und 2012 betrachtet werden [1]. Nat\u00fcrlich wird in einer Pressemitteilung werbewirksam dar\u00fcber berichtet und die Arbeit ausf\u00fchrlich bejubelt [2, 3]. Es handle sich um<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8222;eine hervorragende Arbeit, die &#8211; im Gegensatz zur k\u00fcrzlich zum wiederholten Male publizierten Australischen Studie &#8211; alle Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens erf\u00fcllt. So wurde u.a. eine vollst\u00e4ndige Bestandsaufnahme, Analyse und Bewertung aller randomisiert kontrollierten Studien durchgef\u00fchrt, die im fraglichen Zeitraum erstellt wurden, wie dies bei systematischen Arbeiten eigentlich \u00fcblich ist.&#8220;<\/em><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8222;Insgesamt erf\u00fcllten 29 Studien die Einschlusskriterien und konnten in die quantitative Analyse einbezogen werden. Ihre interne Validit\u00e4t war durchwegs hoch, 26 der Studien konnten sogar als hochqualitativ bewertet werden. &#8218;Der Vergleich der eingeschlossenen Studien zeigt einen deutlichen Trend zugunsten der hom\u00f6opathischen Behandlung, einige zeigten sogar einen signifikanten Therapievorteil zugunsten der Hom\u00f6opathie.'&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><span lang=\"de-DE\">&#8222;<\/span>Die Studie zeigt weiters deutlich, dass es sehr wohl hochqualitative Hom\u00f6opathie-Studien gibt und es an der Zeit ist, die Hexenjagd zu beenden, mit der eine wirksame medizinische Therapie diskreditiert werden soll. &#8222;<\/em><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Das macht neugierig.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Der kundige Leser stutzt allerdings schon dar\u00fcber, dass nur ein &#8218;deutlicher Trend&#8216; zugunsten der hom\u00f6opathischen Behandlung als Ergebnis zu verzeichnen ist. Also offensichtlich kein statistisch signifikantes Ergebnis, was eigentlich der Sinn und Zweck einer Metaanalyse ist. Das hei\u00dft, selbst wenn man diese 29 Studien zusammenfasst, die die Forschungsergebnisse des betrachteten Zeitraumes in seiner Gesamtheit darstellen sollen, ergibt sich nur ein Ergebnis, das nicht von einem Zufallsergebnis zu unterscheiden ist.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Liebe Freunde aus Wien, bei der Peithner KG und alle Hom\u00f6opathen, die dies lesen: Das ist ein klarer Misserfolg und kein Grund zum Jubeln! Selbst in der Gesamtsicht konnte nicht aufgezeigt werden, dass die Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie zweifelsfrei \u00fcber Placebo hinausgeht. Das ist das, was wir Skeptiker auch immer sagen: Es gibt keine belastbare Evidenz f\u00fcr die \u00fcber Placebo hinausgehende Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie!<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>Eine Metaanalyse als Diplomarbeit?<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Anders als in Deutschland wird ein Studium der Medizin in \u00d6sterreich nicht mit einem Staatsexamen abgeschlossen, sondern, wie andere Studieng\u00e4nge auch, durch eine Diplompr\u00fcfung. Diese beinhaltet auch die Anfertigung einer Diplomarbeit, mit der der Absolvent seine F\u00e4higkeit nachweisen soll, &#8218;wissenschaftliche Themen selbst\u00e4ndig und methodisch vertretbar zu bearbeiten&#8216; (<a href=\"https:\/\/www.meduniwien.ac.at\/homepage\/content\/studium-lehre\/studienangebot\/n202\/diplomarbeit\/\">Link<\/a>). Innerhalb von 20 Arbeitstagen ist zun\u00e4chst eine Planung des Projekts zu erarbeiten und in einem Vortrag darzustellen. F\u00fcr die Bearbeitung bis zur Abgabe der fertigen Diplomarbeit steht dann ein Zeitraum von sechs Monaten zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Zum Vergleich: Die letzte Metaanalyse von Mathie et al. wurde durch ein Team von sechs gestandenen Wissenschaftlern durchgef\u00fchrt [8], von denen zumindest einige im Anfertigen von Metaanalysen erfahren sind. Im Oktober 2012 wurde das Ergebnis der Literaturrecherche zu dieser Analyse ver\u00f6ffentlicht [6], das Studienprotokoll folgte im Januar 2013 [7] und der Bericht \u00fcber Review und Metaanalyse selbst wurde im Juni 2014 erstmals zur Ver\u00f6ffentlichung eingereicht, erst im November 2014 wurde das Manuskript dann akzeptiert [8]. Wir k\u00f6nnen also von einer Bearbeitungszeit in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von zwei, vielleicht drei Jahren ausgehen, die ein hochkar\u00e4tiges Team aus erfahrenen Fachspezialisten ben\u00f6tigte, um die Studien zu sichten, zu analysieren, zu bewerten und statistisch auszuwerten. Hier fertigt eine Studentin unter betr\u00e4chtlichem Zeitdruck ihre erste selbstst\u00e4ndige wissenschaftliche Arbeit an und muss dabei thematisch den gleichen Umfang abdecken. Wenn sie nicht innerhalb von sechs Monaten fertig wird, wird sie nicht zum zweiten Teil der dritten Diplompr\u00fcfung zugelassen. Auch wenn es mir nicht gelungen ist, herauszubekommen, was die Folgen einer solchen Fehlleistung w\u00e4ren &#8211; sie d\u00fcrften auf jeden Fall erhebliche Auswirkungen auf den weiteren Berufsweg des Absolventen haben.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Schlussfolgerung: Die im folgenden dargelegte Kritik an der Diplomarbeit richtet sich nicht gegen die Autorin, die ein ganz betr\u00e4chtliches Arbeitspensum abzuarbeiten hatte: Literaturrecherche, dann lesen, analysieren und bewerten von \u00fcber 100 Studien, fast alle auf Englisch, Einarbeitung in die Methodik einer Metaanalyse, Datenaufbereitung zur statistischen Analyse, Interpretation des Ergebnisses, um nur die wesentlichen Punkte zu nennen. Dass da einige Punkte nicht mit der erforderlichen Tiefe und Sorgfalt bearbeitet wurden, dass keine Zeit blieb, einmal einen kritischen Abstand zur eigenen Arbeit zu gewinnen und die Ergebnisse selbstkritisch zu \u00fcberpr\u00fcfen, d\u00fcrfte verst\u00e4ndlich sein. Ich gehe daher davon aus, dass die Studentin gar nicht die M\u00f6glichkeit hatte, eine qualitativ hochwertige Arbeit abzuliefern.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Meine Kritik an der Arbeit richtet sich an die Betreuer, allen voran an Professor Frass, der sich gerne als erfahrener Wissenschaftler und Forscher auf dem Gebiet der Medizin geriert.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Wie kann man erwarten, dass die erste selbstst\u00e4ndige wissenschaftliche Arbeit einer darin unerfahrenen Studentin eine belastbare Evidenz der h\u00f6chsten G\u00fcteklasse ergibt? Wie ignorant muss man denn gegen\u00fcber den Anforderungen sein, die dabei zu erf\u00fcllen sind? Zur Illustration: Alleine das von der Cochrane Collaboration herausgegebene Handbuch f\u00fcr systematische Reviews, das den Standard darstellt, umfasst 673 Druckseiten &#8211; auf Englisch, versteht sich [9]. Ist den Betreuern nicht bekannt, welchen Aufwand eine sorgf\u00e4ltige Arbeit bedeutet und wie viel man davon in sechs Monaten leisten kann? Nicht den Anf\u00e4nger trifft die Schuld, wenn aus der Arbeit kein Meisterwerk internationalen Rangs hervorgeht, sondern denjenigen, der ihn damit betraut hat und es h\u00e4tte besser wissen m\u00fcssen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Diese Diplomarbeit ist noch nicht die in einem Fachjournal zu ver\u00f6ffentlichende Metaanalyse des gesamten Vorrats an vorliegenden Studien seit 1980. Aber wenn Frass et al. die Arbeit nicht selbst nochmals machen wollen &#8211; und danach sieht es ja durchaus aus &#8211; dann ist diese Arbeit ein Baustein. Man darf gespannt sein, wie die Schw\u00e4chen ausgeglichen werden &#8211; und ob das \u00fcberhaupt erfolgt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Ich warte jedenfalls mit einigem Interesse auf die Ver\u00f6ffentlichung dieser Arbeit.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>Metaanalyse als Methode<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Eine Metaanalyse ist die zusammenfassende Betrachtung und Auswertung von mehreren Studien, um eine Forschungsfrage bestm\u00f6glich anhand der vorliegenden Evidenz zu beantworten. Durch die Zusammenfassung einer Mehrzahl von Einzelstudien erh\u00f6ht sich die Basis in Gestalt der Anzahl der Studienteilnehmer. Verschiedene Vorgehensweisen bei den einzelnen Studien zeigen auf, wie robust der gemessene Effekt gegen kleinere Ver\u00e4nderungen ist. Effekte, die in kleineren Studien nicht erkennbar waren, k\u00f6nnen sich von einer \u00fcbergeordneten Warte aus betrachtet deutlich zeigen. Die Metaanalyse ist das Instrument, um zu bewerten, ob sich die vorliegenden Studien best\u00e4tigen oder widersprechen und um in letzterem Fall zu einer Entscheidung zu kommen, was wohl dem wahren Sachverhalt am N\u00e4chsten kommt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Will man eine Forschungsfrage mit Hilfe einer Metaanalyse beantworten, dann ist es erforderlich, zun\u00e4chst in einer Literaturrecherche alle Studien zu ermitteln, die diese Frage zum Inhalt haben k\u00f6nnten. Danach sind die aufgefundenen Arbeiten zu pr\u00fcfen, ob sie tats\u00e4chlich einen Beitrag liefern k\u00f6nnen, indem man sie hinsichtlich vorab festgelegter Einschluss- und Ausschlusskriterien analysiert. Die verbleibenden Studien m\u00fcssen dahingehend bewertet werden, ob die Ergebnisse m\u00f6glicherweise durch Unzul\u00e4nglichkeiten im Design, der Durchf\u00fchrung und der Auswertung verf\u00e4lscht worden sein k\u00f6nnten. Die f\u00fcr die statistische Auswertung relevanten Daten m\u00fcssen extrahiert und aufbereitet werden. Nach dieser Auswertung sind die Ergebnisse zu analysieren und zu diskutieren, inwieweit sie eine Beantwortung der eingangs gestellten Forschungsfrage tats\u00e4chlich erm\u00f6glichen &#8211; ja, und es muss festgestellt werden, wie die Antwort letztendlich lautet.<\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">Die Einzelheiten der Methodik hat H. Walach auf seinem Blog sehr umfassend und verst\u00e4ndlich dargestellt, weswegen ich hier auf eine ausf\u00fchrlichere Darstellung verzichten m\u00f6chte. Der interessierte Leser sei auf diese Quelle verwiesen (<a href=\"http:\/\/harald-walach.de\/methodenlehre-fuer-anfaenger\/15-kann-man-mit-einer-meta-analyse-feststellen-ob-die-effekte-von-homoeopathie-sich-von-denen-von-placebo-unterscheiden\/\">Link<\/a>). Lediglich zum Thema des Quotenverh\u00e4ltnisses (&#8218;Odds ratio&#8216;) bin ich anderer Ansicht als Walach, eine Betrachtung hierzu findet sich in diesem Blogbeitrag zur Metaanalyse von Mathie et al. (<a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2299\">Link<\/a><\/span><span lang=\"de-DE\">).<\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>Punkt 1: Forschungsfrage<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Ja, welche Frage sollte denn nun beantwortet werden? Das muss man sich als Leser der Arbeit von Rumpl selbst zusammenreimen. Aus den Einschlusskriterien und Angaben aus der Zusammenfassung ist zu schlie\u00dfen, dass es darum geht, die medikament\u00f6se Wirkung hom\u00f6opathisch potenzierter Arzneimittel im Vergleich zu Placebo oder zu wirksamen Medikamenten zu bewerten, so wie sie sich aus den Forschungsarbeiten im betrachteten Zeitraum zwischen 2008 und 2012 ergibt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Interessant am Fehlen dieser Angabe ist, dass dies ein Mangel ist, den Frass an dem Review von Shang et al. scharf kritisiert [4, 5].<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Gleich am Anfang sei auch noch angef\u00fchrt, dass Frass et al. die Shang-Studie dahingehend kritisiert haben, dass die Verfasser offenbar gegen die Hom\u00f6opathie voreingenommen gewesen seien und dies in der Arbeit erkennbar sei. Nun, hier haben wir eine Autorin, die angibt, langj\u00e4hriges Mitglied der &#8218;StudentInnen-Initiative Hom\u00f6opathie&#8216; der Medizinischen Universit\u00e4t Wien gewesen zu sein, zwei Jahre lang sogar als Vorsitzende. Ob das so wirklich eine unvoreingenommene Betrachtung erwarten l\u00e4sst?<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>Punkt 2: Vollst\u00e4ndigkeit der betrachteten Studien<\/strong><\/p>\n<p>In der Arbeit sollten alle Studien betrachtet werden, die im Zeitraum 2008 bis 2012 ver\u00f6ffentlicht wurden, und folgende Kriterien erf\u00fcllten:<\/p>\n<ul>\n<li lang=\"de-DE\">es handelt sich um ein potenziertes hom\u00f6opathisches Arzneimittel<\/li>\n<li lang=\"de-DE\">es gibt mindestens zwei Studiengruppen mit mindestens einer Kontrollgruppe<\/li>\n<li lang=\"de-DE\">randomisierte Gruppeneinteilung<\/li>\n<li lang=\"de-DE\">Vorhandensein der zur Auswertung erforderlichen Daten<\/li>\n<\/ul>\n<p lang=\"de-DE\">Solche Studien hat die Autorin in einer umfassenden Suche in den einschl\u00e4gigen medizinischen Datenbanken gesucht und dabei 107 Arbeiten gefunden, die auf Ein- und (hier nicht wiedergegebene) Ausschlusskriterien untersucht wurden. Die Ergebnisse dieser Betrachtung machen einen gro\u00dfen Teil des Umfanges der schriftlichen Ausarbeitung aus, denn es werden nicht nur die letztendlich in die Metaanalyse eingeschlossenen Studien in einem Auswertungsschema pr\u00e4sentiert. Auch f\u00fcr die nicht eingeschlossenen Studien werden die Charakteristika in einer tabellarischen \u00dcbersicht dargestellt und die Gr\u00fcnde genannt, warum sie nicht in der statistischen Analyse ber\u00fccksichtigt wurden. Dies war sicher eine sehr umfangreiche und zeitintensive Flei\u00dfarbeit.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Aber: Ist der \u00dcberblick vollst\u00e4ndig, sind alle vorliegenden Studien ber\u00fccksichtigt worden?<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die Carstens-Stiftung unterh\u00e4lt eine Datenbank f\u00fcr klinische Studien zur Hom\u00f6opathie, die \u00fcber ihre Webseite kostenlos nach einer Registrierung zur Verf\u00fcgung steht (<a href=\"http:\/\/archiv.carstens-stiftung.de\/core-hom\/login.php\" class=\"broken_link\">Link<\/a>). Dort findet man bei der Suche im fraglichen Zeitraum mit den Schlagw\u00f6rtern &#8218;randomisiert&#8216; f\u00fcr die Gruppeneinteilung und &#8218;parallel&#8216; f\u00fcr das Studiendesign 67 Treffer f\u00fcr Kontrolle mittels Placebo und weitere 17 f\u00fcr &#8217;standard&#8216;, also die \u00fcbliche Behandlung mit einem wirksamen Arzneimittel der evidenzbasierten Medizin.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Nach den Zahlen sieht das zun\u00e4chst gut aus, schlie\u00dflich hat die Autorin mehr Studien gefunden als diese 84 St\u00fcck &#8211; allerdings sind nicht alle in der Datenbank genannte Studien auch in die Betrachtung eingeflossen: Insgesamt 18 Studien fehlen! Selbst wenn man die Suche auf &#8218;Hauptstudien&#8216; (&#8218;main publications&#8216;) einschr\u00e4nkt, verbleiben immer noch 8 Studien, die in der Datenbank gelistet aber in der Diplomarbeit nicht erw\u00e4hnt worden sind (s. Anhang).<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Mithin: Die behauptete Vollst\u00e4ndigkeit der Literaturanalyse ist nicht erreicht worden. Wie gro\u00df die Auswirkungen sind, kann naturgem\u00e4\u00df nicht beurteilt werden &#8211; dennoch wirft dies ein bezeichnendes Licht auf die Qualit\u00e4t der Bearbeitung &#8211; und die Urteilskraft derjenigen, die die Arbeit beurteilt haben.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>Punkt 3: Bewertung der Studien<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die Autorin hat sehr viel Aufwand darauf investiert, die betrachteten Studien aufzulisten, die charakteristischen Merkmale darzustellen und gegebenenfalls die Gr\u00fcnde f\u00fcr den Ausschluss aus der Betrachtung zu nennen. Allerdings ist dies auch in diesem Punkt nicht vollst\u00e4ndig gelungen. Nach den Angaben im Flow-Diagramm [1, Kapitel 5.1.] wurden f\u00fcr den fraglichen Zeitraum 107 Publikationen gefunden, 78 wurden ausgeschlossen. Da 29 Studien in die Metaanalyse eingeflossen sind, sieht das zun\u00e4chst vollst\u00e4ndig aus &#8211; allerdings sind in der Tabelle nur Angaben \u00fcber die Ausschlussgr\u00fcnde f\u00fcr 64 Arbeiten zu finden. Die Angaben f\u00fcr 14 Studien fehlen folglich. Auch ein Fehlen einer solchen \u00dcbersicht hatte Frass \u00fcbrigens an der Shang-Analyse bem\u00e4ngelt [4, 5].<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Ob die Bewertung hinsichtlich der Ein- und Ausschlusskriterien zutreffend erfolgt ist, w\u00fcrde eine umfangreiche \u00dcberpr\u00fcfung erfordern: man m\u00fcsste zumindest die Inhalte der verf\u00fcgbaren Zusammenfassungen \u00fcberpr\u00fcfen &#8211; und das ist mir zu viel Aufwand.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">F\u00fcr die Bewertung der Qualit\u00e4t de Studien steht jedoch eine andere Quelle zur Verf\u00fcgung. Die Metaanalyse von Mathie et al. [8] \u00fcberschneidet sich etwas mit der hier betrachteten Arbeit. Es gibt insgesamt vier Studien, die sowohl bei Mathie als auch bei Rumpl hinsichtlich der Qualit\u00e4t bewertet wurden. Bei Mathie wird eine Bewertung des &#8218;Risk of Bias&#8216; durchgef\u00fchrt, wie sie von der Cochrane Collaboration im Handbuch vorgeschlagen wird [9, Kapitel 8]. Rumpl hingegen verwendet den Jadad score, in dem die Randomisierung, die Verblindung und die Berichterstattung \u00fcber Studienabbrecher bewertet wird. Die Bewertung der Cochrane Collaboration ist allerdings eine Weiterentwicklung des Jadad-Scores, indem nun die Risiken bewertet werden, ob die Ergebnisse durch unzureichende Randomisierung, Verblindung oder selektive Berichterstattung verf\u00e4lscht worden sein k\u00f6nnten. Somit sollten sich prinzipiell \u00e4hnliche Bewertungsergebnisse zeigen. Es ergibt sich allerdings folgender Sachverhalt:<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Rumpl-Tabelle.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-2514\" src=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Rumpl-Tabelle.png\" alt=\"Rumpl Tabelle\" width=\"1196\" height=\"229\" srcset=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Rumpl-Tabelle.png 1196w, http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Rumpl-Tabelle-300x57.png 300w, http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Rumpl-Tabelle-1024x196.png 1024w\" sizes=\"(max-width: 1196px) 100vw, 1196px\" \/><\/a><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Der Gegensatz ist schon erstaunlich. Selbst Mathie, als Wissenschaftsberater der British Homeopathic Association sicher kein scharfer Kritiker der Hom\u00f6opathie, stuft diese vier Studien in die niedrigste Kategorie ein, Rumpl hingegen in die h\u00f6chste. Bei allen Vorbehalten zu den Unterschieden der Bewertungsverfahren, die zu einer gewissen Unsch\u00e4rfe in der Vergleichbarkeit f\u00fchren k\u00f6nnten &#8211; diese genau gegenteiligen Bewertungen sind damit nicht erkl\u00e4rbar. Das deutet auf Fehler in der Durchf\u00fchrung der Bewertung hin. Wenn die Bewertung dieser vier Studien fehlerbehaftet ist, dann ist dies h\u00f6chst wahrscheinlich nicht nur auf diese beschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Ein anderer Punkt: Die Arbeit von Sinha [15] wird bei Rumpl mit der vollen Punktzahl bewertet, was nach ihren Kriterien auch zwei Punkte f\u00fcr eine Verblindung beinhaltet: einen, wenn in der Arbeit eine doppelte Verblindung erw\u00e4hnt wird, einen zweiten, wenn die beschriebene Methode hierf\u00fcr angemessen ist. Bei der Arbeit von Sinha wurden beide Punkte vergeben, obwohl, wie eine Textsuche in der Arbeit ergab, die Zeichenfolge &#8218;blind&#8216; in der Arbeit nicht auftaucht, eine Verblindung (&#8218;blinding&#8216;) also gar nicht beschrieben wurde. Auch im Abstract wird keine Verblindung erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Anmerkung:<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"padding-left: 30px;\">Im Text dieser Studie wird an einer Stelle tats\u00e4chlich ausgesagt, dass die Eltern \/ Betreuer der Kinder und das Studienpersonal w\u00e4hrend der gesamten Studie \u00fcber die Gruppenzuteilung im Unklaren waren, aber nicht, wie das erreicht wurde. Aber es wird ausf\u00fchrlich beschrieben, dass die Kinder in der Hom\u00f6opathiegruppe v\u00f6llig anders behandelt wurden als in der Kontrollgruppe &#8211; was mit einer wirksamen Verblindung nicht m\u00f6glich w\u00e4re.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Auch ist das von Rumpl gezogene Limit von drei Punkten, damit die Studie als &#8218;hochwertig&#8216; bezeichnet wird, eindeutig zu niedrig. Diese Punktzahl kann n\u00e4mlich auch eine Studie beispielsweise ohne jegliche Verblindung erreichen, wie als Beispiel die Arbeit von Relton [13] zeigt. Dies reduziert den Wert des Ergebnisses als Evidenz drastisch [9], steht bei Rumpl aber der Eingruppierung als &#8218;hochqualitativ&#8216; nicht im Wege. Folge: Nicht alle bei Rumpl als &#8218;hochqualitativ&#8216; bewertete Stduein sind auch &#8218;belastbare Evidenz&#8216;.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Erstaunlich bleibt auch, dass die Qualit\u00e4t einer Einzelstudie keinen Einfluss darauf hat, wie sie in die Metaanalyse einflie\u00dft. Und dass es sich gelegentlich nur um Pilotstudien handelt, st\u00f6rt offenbar auch nicht.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Quintessenz: Der Jubel \u00fcber die hohe Validit\u00e4t der in die Betrachtung eingeflossenen Studien d\u00fcrfte in hohem Umfang auf einer Fehlbewertung der G\u00fcte der Studien beruhen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>Punkt 4: Ergebnisse der Metaanalyse<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die aufgefundenen Studien werden vier verschiedenen hom\u00f6opathischen Stilrichtungen zugeordnet, was aber nicht bis in die Auswertung verfolgt wird. Lediglich die &#8218;individualisierte Hom\u00f6opathie&#8216;, also die klassische hom\u00f6opathische Therapie nach Hahnemann mit individuell verordneten Einzelmitteln, wird getrennt ausgewertet. \u00dcber die anderen Spielarten (Verordnung nach Indikation, Verordnung von Komplexmitteln und Isopathie) erf\u00e4hrt man nichts N\u00e4heres.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">In der zusammenfassenden Auswertung wird zwischen Studien mit bin\u00e4ren Endpunkten und Studien mit kontinuierlichen Endpunkten unterschieden. Ein &#8218;bin\u00e4rer Endpunkt&#8216; liegt vor, wenn in der betrachteten Einzelstudie f\u00fcr das Ergebnis der Therapie nur zwei M\u00f6glichkeiten vorhanden sind (&#8218;geheilt&#8216; oder &#8217;nicht geheilt&#8216;). Demgegen\u00fcber handelt es sich um einen kontinuierlichen Endpunkt, wenn Zahlenwerte als Ergebnis gemessen wurden, die viele verschiedene Werte annehmen k\u00f6nnen, z. B. die Krankheitsdauer. Beide Kategorien erfordern verschiedene Auswerteverfahren, daher ist eine Trennung durchaus sinnvoll. In jeder der beiden Kategorien wurden jeweils noch Untergruppen gebildet und getrennt ausgewertet, und zwar jeweils die Studien, in denen die Kontrollgruppe mit Placebo behandelt wurde beziehungsweise ein aktives Medikament zum Vergleich angesetzt wurde.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">In manchen der Einzelstudien wird \u00fcber mehrere Ergebnisse berichtet, die manchmal sogar in beide Kategorien fallen. Daher ergibt die Addition der Anzahl der Einzelergebnisse eine h\u00f6here Anzahl als die 29 betrachteten Studien.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Alle Ergebnisse werden ohne irgendwelche begleitende Informationen dargestellt, etwa wie viel oder welche Krankheitsbilder untersucht wurden, die Gesamtzahl der Patienten in einer Untergruppe etc. Auch eine Bewertung oder Kommentierung der gefundenen Zahlenwerte fehlt fast vollst\u00e4ndig.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>&#8211; Studien mit bin\u00e4ren Endpunkten<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Insgesamt wurden 11 Studien ausgewertet, die zusammen 13 Resultate berichteten. Die Gesamtzahl der Patienten betrug 1280. Die grafische Darstellung in der Arbeit zeigt, dass darin nur vier signifikant positive Ergebnisse auftraten. In der zusammenfassenden statistischen Auswertung ergab sich zwar ein leichter Vorteil zugunsten der Hom\u00f6opathie, der allerdings keine statistische Signifikanz erreichte. Mehr braucht man zu dem Ergebnis nicht zu sagen. Wenn eine Metaanalyse kein signifikantes Ergebnis erzielt, dann ist der Nachweis einer Wirksamkeit gescheitert. Das Ergebnis kann durch zuf\u00e4llige Streuung der Einzelergebnisse entstanden sein.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Mehr ist hier nicht zu sagen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>&#8211; Studien mit kontinuierlichen Endpunkten<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">In diese Kategorie fielen 24 Studien, in denen \u00fcber 25 Ergebnisse berichtet wurde und insgesamt 2027 Patienten beteiligt waren. Auch hier ist die Situation \u00e4hnlich wie oben: insgesamt liegen in nur acht F\u00e4llen signifikante Ergebnisse vor, in der zusammenfassenden statistischen Auswertung ergab sich jedoch ein statistisch signifikantes Ergebnis &#8211; allerdings nur auf den ersten Blick.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die dargestellte Analyse der Untergruppen zu dieser Kategorie zeigt, dass das positive Ergebnis nur auf die Studien zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, in denen die Vergleichsgruppe mit aktiven Medikamenten behandelt wurde. Die Untergruppe der Studien, die mit Placebo verglichen wurden, immerhin mit 19 Einzelergebnissen bei 1874 beteiligten Patienten die weitaus \u00fcberwiegende Anzahl, erreicht dies nicht. Auch hier kann keine Wirkung zweifelsfrei nachgewiesen werden, die \u00fcber ein Placebo hinausgeht. Auch hier braucht man nichts mehr weiter zu sagen. Auch hier ist die Metaanalyse ein Misserfolg.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Lediglich bei den Studien mit kontinuierlichen Endpunkten, bei denen die Kontrollgruppen aktive Medikamente erhielten, ergibt sich ein klarer Vorteil zugunsten der Hom\u00f6opathie, der daf\u00fcr gesorgt hat, dass in der Zusammenfassung noch ein positives statistisch signifikantes Ergebnis \u00fcbriggeblieben ist.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Nun sind aber Studien, in denen wirksame Medikamente zum Vergleich herangezogen werden, etwas trickreich [10]. Normalerweise ist das Ziel eines solchen Nachweises, dass das getestete Mittel genauso oder zumindest nicht schlechter wirkt als das bekannt wirksame Medikament (&#8218;equivalence trials&#8216;, &#8217;non-inferiority trials&#8216;), w\u00e4hrend in einer placebokontrollierten Studie die \u00dcberlegenheit der getesteten Substanz gezeigt werden soll (&#8217;superiority trial&#8216;).<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Will man in einer Studie die \u00dcberlegenheit der getesteten Substanz zeigen, dann kann aus einem aufgetretenen Unterschied der beiden Gruppen nicht nur geschlossen werden, dass die Therapie tats\u00e4chlich einen Unterschied herbeigef\u00fchrt hat, sondern auch, dass das Studiendesign, die gew\u00e4hlten Endpunkte, die Mess- und Auswerteverfahren etc. auch tats\u00e4chlich f\u00fcr den Nachweis geeignet waren. Die Gruppen haben ja offenbar messbar auf die Behandlungsunterschiede reagiert.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Ergibt sich in einer Non-inferiority Studie hingegen kein Unterschied zum wirksamen Medikament, dann kann man dem Ergebnis nicht entnehmen, ob die beiden Therapien tats\u00e4chlich gleichwertig waren &#8211; oder ob das Vorgehen der Studie ungeeignet war, einen Unterschied herbeizuf\u00fchren, etwa indem ungeeignete Endpunkte zur Beurteilung herangezogen wurden. Selbst wenn sich in beiden Gruppen das gleiche Ergebnis zeigt, kann das immer noch bedeuten, dass beide Therapien gleicherma\u00dfen unwirksam waren und man nur die Placeboeffekte gemessen hat. Dies kann auch bei einem prinzipiell wirksamen Vergleichsmedikament durchaus der Fall sein, wenn es falsch angewendet wurde (Dosierung, Wartezeit, Wirkungsdauer) oder f\u00fcr die untersuchte Indikation nicht geeignet war.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Eine Verblindung des Studienteams wirkt bei dem Nachweis der \u00dcberlegenheit hervorragend, um eine Beeinflussung auszuschlie\u00dfen, bei einem Gleichheitstest allerdings \u00fcberhaupt nicht: Um alle Patienten gleich zu bewerten, braucht man nicht zu wissen, zu welcher Gruppe sie im Einzelnen geh\u00f6ren.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Hinzu kommen noch einige weitere Schwierigkeiten, die hier aber den Rahmen sprengen w\u00fcrden. Insgesamt gelten Studien mit aktiven Kontrollmitteln als weniger zuverl\u00e4ssig als placebokontrollierte Studien, wenn damit die Gleichwertigkeit zu einer bestehenden Therapie nachgewiesen werden soll &#8211; was hier durchweg der Fall war. Allerdings kann man nur auf ein solches Studiendesign zur\u00fcckgreifen, wenn eine Behandlung der Kontrollgruppe mittels Placebo &#8211; also eigentlich die Nicht-Behandlung &#8211; ethisch nicht vertretbar ist.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">In dem speziellen Fall der vorliegenden Arbeit haben die eingeschlossenen Studien allerdings noch einige andere Schwachstellen aufzuweisen, auf die mich Ulrich Berger, Professor an der Wirtschaftsuniversit\u00e4t Wien, hingewiesen hat [11]:<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"padding-left: 30px;\">Von den insgesamt f\u00fcnf Studien in dieser einzigen Untergruppe mit positivem Gesamtergebnis wurden die Daten der Studie von Karow [12] verkehrt herum eingetragen: anstatt eines Nachteils der hom\u00f6opathischen Behandlung wurden die Zahlen als Vorteil gewertet, womit f\u00e4lschlicherweise ein signifikant positives Studienergebnis in die Betrachtung eingeflossen ist.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"padding-left: 30px;\">Bei zwei Studien dieser Gruppe (Relton [13], Taylor [14]) erhielten jeweils beide Gruppen die gleiche Standard-Therapie, die Verumgruppe erhielt zus\u00e4tzlich Hom\u00f6opathika, die Kontrollgruppe jedoch gar nichts. Bei Relton bestand die hom\u00f6opathische Therapie unter Anderem aus f\u00fcnf tiefgehenden (&#8218;in depth&#8216;) Gespr\u00e4chen, wonach dann die Mittel verordnet wurden. Bei Taylor wurden hom\u00f6opathische Ohrentropfen verabreicht. Die Kontrollgruppe erhielt wie gesagt nichts dergleichen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"padding-left: 30px;\">Wie wohl einsichtig, d\u00fcrfte diese Ungleichbehandlung zu einem erheblichen Placeboeffekt in der Verumgruppe gef\u00fchrt haben, der dann als Wirkung des hom\u00f6opathischen Mittels wahrgenommen worden w\u00e4re. Studien eines solchen Designs, von manchen Autoren &#8218;A + B &gt; A&#8216; bezeichnet, sind generell als Nachweis einer medikament\u00f6sen Wirkung v\u00f6llig ungeeignet. Sowie B in der obigen Gleichung nicht null ist &#8211; und daf\u00fcr sorgt schon der Placeboeffekt &#8211; f\u00fchrt dieses Studiendesign zwangsl\u00e4ufig immer (!) zu einem positiven Ergebnis.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die Studie von Sinha [15] wurde, wie oben bereits erw\u00e4hnt, trotz der vergebenen vollen Bewertungspunktzahl unverblindet durchgef\u00fchrt, das hei\u00dft, die Patienten und das Studienpersonal wussten, welcher Patient eine individualisierte hom\u00f6opathische Therapie erhielt und wer konventionell mit dem \u00fcblichen Standard behandelt wurde. Jetzt braucht man nur noch zu wissen, dass diese Studie am &#8218;Regional Research Institute of Homeopathy in Jaipur\/Indien&#8216; durchgef\u00fchrt wurde, um sich davon zu \u00fcberzeugen, dass diese Evidenz ziemlich sicher keine ist.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Bleibt alleine noch die Arbeit von Adler [16] in dieser Gruppe \u00fcbrig: Dort wurde aber kein statistisch signifikantes Ergebnis erzielt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Ende der Vorstellung.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">In der einzigen Teilgruppe, die zun\u00e4chst ein signifikantes Gesamtergebnis zeigte, sind bei drei der f\u00fcnf Studien mit hoher Wahrscheinlichkeit die Ergebnisse nicht auf eine medikament\u00f6se Wirkung zur\u00fcckzuf\u00fchren, bei der vierten wurden die Daten zugunsten der Hom\u00f6opathie vertauscht &#8211; und die letzte enth\u00e4lt kein signifikantes Ergebnis. Die Auswertung dieser Untergruppe ist mithin gegenstandslos, da zu viele Schwachstellen aufgetreten sind.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Zusammengefasst konnte in keiner Teilgruppe, weder bei den Studien mit bin\u00e4ren Endpunkten noch bei den Studien mit kontinuierlichen Endpunkten ein Nachweis erbracht werden, dass hom\u00f6opathischen Pr\u00e4paraten eine medikament\u00f6se Wirkung innewohnt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Quintessenz: Das einzige statistisch signifikante Ergebnis einer Untergruppe ist ein statistischer Artefakt, keine real belastbare Evidenz.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>Endergebnis<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die Metaanalyse ist also gr\u00fcndlich misslungen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Es w\u00e4re allerdings m\u00f6glich, dass eine Zusammenfassung der Betrachtungen f\u00fcr bin\u00e4re und kontinuierliche Endpunkte etwas Anderes ergibt als die Summe der Ergebnisse der Untergruppen. Es ist ja gerade das Wesen einer Metaanalyse, dass aus mehreren f\u00fcr sich einzeln betrachtet nicht signifikanten Ergebnissen durch die Vergr\u00f6\u00dferung der Anzahl der betrachteten Teilnehmer eben doch ein signifikanter Effekt identifiziert werden kann. Ob das hier auch m\u00f6glich ist, wenn man kontinuierliche und bin\u00e4re Ergebniszahlen geeignet ineinander umrechnen w\u00fcrde, ist schwer zu sagen. Aber selbst wenn dies m\u00f6glich w\u00e4re, d\u00fcrfte der Effekt nicht gerade gro\u00df sein &#8211; und damit deutlich im Widerspruch zu den vollmundigen Aussagen stehen, die Hom\u00f6opathie sei eine wirksame Therapieform f\u00fcr alle m\u00f6glichen Sorten von Beschwerden.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>Best\u00e4tigung f\u00fcr die Skeptiker<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Was sagen die Skeptiker zu den klinischen Studien zur Hom\u00f6opathie? Mit zunehmender Gr\u00f6\u00dfe, das hei\u00dft, Anzahl der Teilnehmer, wird der Effekt immer kleiner. Das hat sich auch in dieser Metaanalyse best\u00e4tigt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Rumpl-Funnelplot.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-2513\" src=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Rumpl-Funnelplot.png\" alt=\"Rumpl Funnelplot\" width=\"798\" height=\"629\" srcset=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Rumpl-Funnelplot.png 798w, http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Rumpl-Funnelplot-300x236.png 300w\" sizes=\"(max-width: 798px) 100vw, 798px\" \/><\/a><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Dies ist der Funnel-Plot, der f\u00fcr die Studien mit kontinuierlichen Endpunkten angegeben wurde. (Ich habe die den Durchschnittswert angebende Linie entfernt und die blaue Linie durch 0 eingef\u00fcgt). Die vertikale Achse &#8218;Precision&#8216; gibt die Gr\u00f6\u00dfe des statistischen Fehlers an, entspricht also in etwa der Teilnehmerzahl in der jeweiligen Studie. Die Horizontale Achse gibt die Wirksamkeit an. Links von der 0 sind die Studien, die Ergebnisse zugunsten der Hom\u00f6opathie gezeigt haben, je weiter im Minus umso besser. Rechts von der 0 die Studien, deren Ergebnis gegen eine Wirksamkeit der Hom\u00f6oapthie spricht.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">&#8218;Je gr\u00f6\u00dfer die Studie, desto geringer der Effekt.&#8216; Das findet sich hier voll best\u00e4tigt. Auch die oft zitierte Kritik von Professor Hahn, wonach gr\u00f6\u00dfere Studien eben dann angesetzt werden, wenn der gesuchte Effekt eher klein ist, zieht nicht: Die vier gr\u00f6\u00dften Studien zeigen keinen Effekt auf oder einen, der gegen die Hom\u00f6opathie spricht.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Ein kleiner Scherz am Rande: Funnel Plots werden \u00fcblicherweise dazu eingesetzt, um abzusch\u00e4tzen, ob ein sogenannter Publication bias vorliegen k\u00f6nnte. Dies ist der Effekt, dass Studien, deren Ergebnisse den \u00dcberzeugungen der Autoren nicht entsprechen, \u00f6fter in der Schublade liegen bleiben und nicht ver\u00f6ffentlicht werden als solche mit positivem Ergebnis. F\u00fcr eine Metaanalyse bedeutet dies eine Verzerrung der Datenlage und es ist deshalb wichtig festzustellen, ob ein solches Risiko besteht.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Wenn ein Publication bias in gro\u00dfem Umfang vorliegt, dann zeigt sich dies darin, dass der Funnel-Plot unsymmetrisch ist, indem unvorteilhafte Ergebnisse fehlen, die bei kleiner Anzahl der Teilnehmer auftreten m\u00fcssten. Angesichts der Symmetrie dieses Plots, schreibt die Autorin, kann man allerdings eine solche Verzerrung der Datenlage ausschlie\u00dfen. Aaah ja&#8230;<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>Forscherpreis und Presseecho<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Wie kommt jetzt die Dr. Peithner KG, der bedeutendste Hersteller hom\u00f6opathischer Mittel in \u00d6sterreich, dazu, diese Arbeit mit einem Preis auszuzeichnen? Wieso wird diese Arbeit so bejubelt?<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Wie man sieht, kann man auch aus einer solchen schwachen Arbeit mit ein wenig Geschick im Marketing eine positiv klingende Wertung herauskitzeln. Dass ein &#8218;positiver Trend&#8216; die Umschreibung daf\u00fcr ist, dass der Nachweis misslungen ist, das wei\u00df ja der Normalb\u00fcrger nicht. Auch nicht die katastrophale Bedeutung dessen, wenn dies in einer Metaanalyse passiert, in der die Ergebnisse von allen verf\u00fcgbaren Studien &#8211; hier mit zusammen \u00fcber 3000 Patienten &#8211; zusammengefasst wird.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen die Autoren nichts dazu, wie Alwin Sch\u00f6nberger im <em>Profil<\/em>, dem \u00f6sterreichischen Pendant zum deutschen <em>Spiegel<\/em>, \u00fcber diese Arbeit schreibt [17], was andere in Pressetexte hineindichten, wenn diese sogar einen Nachweis f\u00fcr die Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie schlechthin herbeireden. Aber, man muss bedenken, Rumpl hat diesen Forscherpreis nicht einfach so bekommen. Der Peithner-Preis ist kein Wissenschaftspreis, bei dem ein Komitee aus den ver\u00f6ffentlichten Arbeiten die Beste heraussucht und die Autoren damit \u00fcberrascht. Auf der Webseite der Dr. Peithner KG (<a href=\"http:\/\/www.peithner.at\/dr-peithner-preis\/einreichformular\/\" class=\"broken_link\">Link<\/a>) gibt es ein Formular, das man ausf\u00fcllen und zusammen mit der Arbeit einreichen muss, um sich um diesen Preis aktiv zu bewerben. Es kann nicht sein, dass ein Akademiker ernsthaft glaubt, ein Unternehmen w\u00fcrde jedes Jahr einen Preis von \u20ac 3000,- vergeben, ohne einen Nutzen daraus ziehen zu wollen. Wie naiv w\u00e4re das denn?<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Also, die werbem\u00e4\u00dfige Nutzung der Arbeitsergebnisse d\u00fcrfte bei der Bewerbung um den Preis absehbar gewesen sein.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>Schlie\u00dflich&#8230;.<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Man darf gespannt sein, ob die Schw\u00e4chen dieser Arbeit in das geplante ultimative Review mit Metaanalyse der Herren Frass und Kundi einflie\u00dfen werden.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>Anhang:<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Studien aus der CORE-Hom Datenbank der Carstens-Stiftung, die unter den Suchbegriffen &#8218;randomised&#8216; und control &#8218;parallel&#8216; f\u00fcr den Zeitraum 2008 bis 2012 als &#8218;main publication&#8216; genannt aber in der Diplomarbeit nicht aufgef\u00fchrt werden:<\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">(1) Badulici S, Radu JR, Mazenot C, Belon Ph, Popescu S. Treatment of orthoergic dermatitis by homeoplasmine cream. Proc 63rd LMHI Congress. Ooostende, Belgium; 2008. <\/span><\/p>\n<p>(2) Chebel,I.F.O (2012). Acoa do tratamento homeopatico na sintomalogia da sindrome da ardencia bucal em duas fases: estudo duplo cego placebo controlado e estudo alberto. Thesis, Universidade de Sao Paulo, Brazil.<\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">(3) Paris, A. , Schmidlin, S.; Mouret, S.; Hodaj, E.; Marijnen, P.; Boujedaini, N.; Polosan, M.; Cracowski, J.L.: Effect of Gelsemium 5CH and 15CH on anticipatory anxiety, A phase III, single-centre, <\/span>randomized, placebo-controlled study. Fundam Clin Pharmacol 26(6), 2012: S. 751-760<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">(4) Pestana-Caldeira,J.N. : The efficacy of Magen ((R)) on infantile colic, Faculty of Health Sciences, University of Johannesburg o.J.: S. 1-81<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">(5) Razlog, R., Pellow, J. &amp; White, S.J., 2012, \u2018A pilot study on the Efficacy of Valeriana officinalis mother tincture and Valeriana officinalis 3X in the treatment of attention deficit hyperactivity disorder\u2019, Health SA Gesondheid 17(1), Art. #603, 7 pages<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">(6) Piraneo, S.; Maier, J.; Nervetti, G.; Duca, P.; Valli, C.; Milanesi, A.; Pagano, F.; Scaglione, D.; Osio, M.; Nascimbene, C.: A Randomized Controlled Clinical Trial Comparing the Outcomes of Homeopathic-phytotherapeutic and Conventional Therapy of Whiplash in an Emergency Department. Hom Links 2012, 25(1): 50-55<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">(7) Souza,L.M. de A.; Dantas,A.L.L.; Ribeiro,A. de O.; Ramacciato,J.C.; Motta,R.H.L. Acao Anti-Edematosa: Arnica Montana 6ch X Diclofenaco de S\u00f3dio 50 Mg. Pesquisa Brasileira em Odontopediatria e Cl\u00ednica Integrada 11(4): 491-496<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">(8) Villanueva, D.F.D.; Rodriguez, A.P.; Garcia, L.R.G.; Oses, C.A.M. : Use of homeopathic formula in malnourished children. Int J High Dil Res 2012, 11(38): 25-32<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>Quellen und Literatur:<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">[1] Rumpl M: Metaanalyse hom\u00f6opathischer Studien im Zeitraum 2008 bis 2012, Diplomarbeit Medizinische Universit\u00e4t Wien, 2014. <a href=\"https:\/\/www.dropbox.com\/s\/7zm2nemdev2k9j2\/Rumpl%20Diplomarbeit%20-%20ABGABE.pdf?dl=0\">Link<\/a> zum Volltext<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">[2] NN: Jung\u00e4rztin aus Ober\u00f6sterreich f\u00fcr Diplomarbeit ausgezeichnet, Fa. Dr. Peithner KG, Pressemitteilung vom 20.4.2015, <a href=\"http:\/\/www.peithner.at\/presse\/\" class=\"broken_link\">Link<\/a> zum Volltext<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">[3] NN: Dr. Peithner Sonderpreis f\u00fcr Forschung in der Hom\u00f6opathie 2014, Artikel in oekonews.at vom 2.5.2015, <a href=\"http:\/\/www.oekonews.at\/index.php?mdoc_id=1098785\">Link<\/a> zum Volltext<\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">[4] <\/span>Shang A et al.: Are the clinical effects of homoeopathy placebo effects? Comparative study of placebo-controlled trials of homoeopathy and allopathy, Lancet 2005; 366: 726-32, <a href=\"http:\/\/www.homeovet.cl\/Libros\/Are%20the%20clinical%20effects%20of%20homoeopathy%20placebo%20effects%20Comparative%20study%20of%20placebo-controlled%20t.pdf\" class=\"broken_link\">Link<\/a> zum Volltext<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">[5] Frass M, Schuster E, Muchitsch I, Duncan J, et al.: Bias in the trial and reporting of trials of homeopathy: a fundamental breakdown in peer review and standards? Journal of alternative and complementary medicine (2005) 11 (5) pp. 779 &#8211; 785<\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">[6] <\/span>Mathie RT, Hacke D, Clausen J, Nicolai T, Riley DS, Fisher P: Rondomised controlled trials of homeopathy in humans: characterising the research journal literature for systematic review, in: Homeopathy (2013) 102, 3-24, <a href=\"http:\/\/www.britishhomeopathic.org\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Paper-4-human-RCTs.pdf\" class=\"broken_link\">Link<\/a> zum Volltext<\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">[7] <\/span>Mathie RT, Legg LA, Clausen J, Davidson JRT, Lloyd SM, Ford I: Systematic review and meta-analysis of randomised, placebo-controlled trials of individualised homeopathic treatment: Study protocoll, 2013. Version 1.0; 25 January 2013. <a href=\"http:\/\/www.britishhomeopathic.org\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/SR+MA-Protocol-Non-indiv-Hom-30-10-14-2-column++.pdf\" class=\"broken_link\">Link<\/a> zum Volltext<\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">[8] <\/span>Mathie RT, Lloyd SM, Legg LA, Clausen J, Moss S, Davidson JRT, Ford I: Randomised placebo-controlled trials of individualised homeopathic treatment: systematic review and meta-analysis, in: Systematic Reviews 2014, 3: 142, doi: 10.1186\/2046-4053-3-142, <a href=\"http:\/\/www.systematicreviewsjournal.com\/content\/pdf\/2046-4053-3-142.pdf\">Link<\/a> zum Volltext<\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">[9] <\/span>Higgins JPT, Green S: Cochrane Handbook for Systematic reviews of Interventions, Cochrane Book Service, 2008 <a href=\"https:\/\/www.radioterapiaitalia.it\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/cochrane-handbook-for-systematic-reviews-of-interventions.pdf\">Link<\/a> zum Volltext<\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">[10] Snapinn SM: Noninferiority trials, <\/span>Curr Control Trials Cardiovasc Med. 2000; 1(1): 19\u201321. Published online 2000 Jul 31. doi:\u00a0 <a href=\"http:\/\/dx.doi.org\/10.1186%2Fcvm-1-1-019\" target=\"pmc_ext\">10.1186\/cvm-1-1-019,\u00a0<\/a> <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pmc\/articles\/PMC59590\/\">Link<\/a> zum Volltext<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">[11] Berger U: pers\u00f6nliche Mitteilung vom 25.5.2015 (unver\u00f6ffentlicht)<\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">[12] <\/span>Karow J, Abt H, Fr\u00f6hling M, Ackermann H, Efficacy of Arnica montana D4 for Healing of Wounds After Hallux Valgus Surgery Compared of Diclofenac. J Altern Complement Med 2008;14: 17-25. <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/18199022\">Link<\/a> zum Abstract<\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">[13] <\/span>Relton C, Smith C, Raw J, Walters C, Adebajo AO, Thomas KJ, Young TA: Healthcare provided by a homeopath as an adjunct to usual care for Fibromyalgia (FMS): results of a pilot Randomised Controlled Trial. Homeopathy 2009;98:77-82. <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/19358959\">Link<\/a> zum Abstract<\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">[14] <\/span>Taylor, J.A.; Jacobs, J.: Homeopathic ear drops as an adjunct to standard therapy in children with acute otitis media. Homeopathy 2011;100:109-115. <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/21784326\">Link<\/a> zum Abstract<\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">[15] <\/span>Sinha, M.N.; Siddiqui, V.A.; Nayak, C.; Singh, V.; Dixit, R.; Dewan, D.; Mishra, A.: Randomized controlled pilot study to compare Homeopathy and Conventional therapy in Acute Otitis Media. Homeopathy 2012, 101(1): 5-12, <a href=\"http:\/\/www.researchgate.net\/profile\/Alison_Fixsen\/publication\/236457525_Should_homeopathy_be_considered_as_part_of_a_treatment_strategy_for_otitis_media_with_effusion_in_children\/links\/00b4953ad14d91602b000000.pdf\" class=\"broken_link\">Link<\/a> zum Volltext<\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">[16] <\/span>Adler UC, Paiva NM, Cesar AT, Adler MS, Molina A, Padula AE, Calil HM. Homeopathic Individualized Q-potencies versus Fluoxetine for Moderate to Severe Depression: Double-Blind, Randomized Non-Inferiority Trial. eCAM 2011; 2011:520182. <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/19687192\">Link<\/a> zum Abstract<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">[17] Sch\u00f6nberger A: Tr\u00f6pfcheninfektion, profil 22, 22. Mai 2015, S. 74 ff<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diesmal ist es die Dr. Peithner KG, die sich \u00fcber eine neue Metaanalyse freut, &#8218;die wieder zeigt, was wir in der \u00e4rztlichen Praxis t\u00e4glich erleben, n\u00e4mlich dass hom\u00f6opathische Arzneimittel wirken.&#8216; Dass die Ergebnisse dieser mit dem diesj\u00e4hrigen Peithner-Forschungspreis ausgezeichneten Diplomarbeit &hellip; <a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2507\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13,10,8],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2507"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2507"}],"version-history":[{"count":15,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2507\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5091,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2507\/revisions\/5091"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2507"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2507"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2507"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}