{"id":2445,"date":"2015-04-29T12:33:08","date_gmt":"2015-04-29T10:33:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2445"},"modified":"2019-01-06T17:33:08","modified_gmt":"2019-01-06T16:33:08","slug":"im-dialog-mit-professor-frass","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2445","title":{"rendered":"Im Dialog mit Professor Frass"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook%7Ctwitter\" data-url=\"http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2445\" data-timestamp=\"1546795988\" data-hidezero=\"1\" data-backendurl=\"?rest_route=\/shariff\/v1\/share_counts&\"><ul class=\"shariff-buttons theme-default wcag_colors orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2445\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#38548F; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<span data-service=\"facebook\" style=\"color:#38548F\" class=\"shariff-count\"> 59<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2445&text=Im%20Dialog%20mit%20Professor%20Frass\" title=\"Bei Twitter teilen\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#115A92; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 30 32\"><path fill=\"#55acee\" d=\"M29.7 6.8q-1.2 1.8-3 3.1 0 0.3 0 0.8 0 2.5-0.7 4.9t-2.2 4.7-3.5 4-4.9 2.8-6.1 1q-5.1 0-9.3-2.7 0.6 0.1 1.5 0.1 4.3 0 7.6-2.6-2-0.1-3.5-1.2t-2.2-3q0.6 0.1 1.1 0.1 0.8 0 1.6-0.2-2.1-0.4-3.5-2.1t-1.4-3.9v-0.1q1.3 0.7 2.8 0.8-1.2-0.8-2-2.2t-0.7-2.9q0-1.7 0.8-3.1 2.3 2.8 5.5 4.5t7 1.9q-0.2-0.7-0.2-1.4 0-2.5 1.8-4.3t4.3-1.8q2.7 0 4.5 1.9 2.1-0.4 3.9-1.5-0.7 2.2-2.7 3.4 1.8-0.2 3.5-0.9z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">twittern<\/span>&nbsp;<span data-service=\"twitter\" style=\"color:#115A92\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button rss shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?feed=rss\" title=\"RSS-feed\" aria-label=\"RSS-feed\" role=\"button\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#aa2e00; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#fe9312\" d=\"M4.3 23.5c-2.3 0-4.3 1.9-4.3 4.3 0 2.3 1.9 4.2 4.3 4.2 2.4 0 4.3-1.9 4.3-4.2 0-2.3-1.9-4.3-4.3-4.3zM0 10.9v6.1c4 0 7.7 1.6 10.6 4.4 2.8 2.8 4.4 6.6 4.4 10.6h6.2c0-11.7-9.5-21.1-21.1-21.1zM0 0v6.1c14.2 0 25.8 11.6 25.8 25.9h6.2c0-17.6-14.4-32-32-32z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">RSS-feed<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><\/ul><\/div><p lang=\"de-DE\">Hier auf diesem Blog wurden bereits mehrfach Arbeiten von Prof. M. Frass zum Thema Hom\u00f6opathie besprochen und kritisiert. Anl\u00e4sslich des Kongresses &#8218;Science meets Homeopathy&#8216; im Februar 2015 kam es zu einem pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch, dem jetzt eine ausf\u00fchrlichere Korrespondenz per Email folgt. In diesem Beitrag soll fortlaufend dar\u00fcber berichtet werden: Stand 28.04.2015<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><!--more--><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>In K\u00fcrze<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Auf dem Kongress &#8218;Science meets Homeopathy&#8216; hatte Prof. Frass einen Vortrag \u00fcber die Verl\u00e4ngerung der \u00dcberlebenszeit von Krebspatienten gehalten, die zus\u00e4tzlich hom\u00f6opathisch behandelt wurden. Je nach Krebsart soll demnach eine bis zum Dreifachen verl\u00e4ngerte \u00dcberlebensdauer m\u00f6glich sein. Nachdem mein Einwand, dass es sich hierbei weitestgehend um statistische Artefakte handeln d\u00fcrfte, nicht direkt beantwortet werden konnte, hatte mich Prof. Frass gebeten, meine Vorbehalte schriftlich darzulegen. Inzwischen liegt eine erste Stellungnahme zu meiner Ausarbeitung vor, in der allerdings die wesentlichen Kritikpunkte nicht aufgegriffen wurden. Daher habe ich meine Sichtweise in einer neuen Ausarbeitung nochmals deutlicher herausgearbeitet &#8211; wir werden sehen, welche Reaktionen hierauf erfolgen werden.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Da es in der Hom\u00f6opathie durchaus nicht un\u00fcblich ist, auch Pilotstudien als wissenschaftliche Evidenz zu betrachten, muss aus meiner Sicht das v\u00f6llig ungerechtfertigte Ergebnis der zugrundeliegenden Arbeit von G\u00e4rtner et al. korrigiert werden. Sollten die Autoren dies nicht selbst tun, werde ich im Mai ein entsprechendes Paper zur Ver\u00f6ffentlichung einreichen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>In L\u00e4nge<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>Vorgeschichte<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Professor Michael Frass ist im deutschsprachigen Raum einer der prominentesten Vertreter der Hom\u00f6opathie. Er leitet die Spezialambulanz &#8218;Hom\u00f6opathie bei malignen Erkrankungen&#8216; des Allgemeinen Krankenhauses in Wien, das gleichzeitig als Universit\u00e4tsklinik fungiert. Zus\u00e4tzlich ist er unter Anderem der 1. Vorsitzende der &#8218;Wissenschaftlichen Gesellschaft f\u00fcr Hom\u00f6opathie&#8216; (WissHom).<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Dennoch haben seine Ver\u00f6ffentlichungen zur Hom\u00f6opathie bzw. Ver\u00f6ffentlichungen seiner Mitarbeiter einer tiefergehenden Analyse bisher nicht standgehalten, wie hier schon mehrfach auf dem Blog zu lesen war:<\/p>\n<ul>\n<li><span lang=\"de-DE\">Bei einer Studie zur Behandlung schwerer Atemwegsprobleme an intubierten Patienten auf der Intensivstation [1]<\/span> werden die Daten auf eine Weise ausgewertet, dass man sich fragt, ob das Ergebnis die Situation der Patienten \u00fcberhaupt noch zutreffend wiedergibt<span lang=\"de-DE\"> (<a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=1054\">Link<\/a><\/span>).<\/li>\n<li>Eine von Ute Parsch untersuchte Studie besch\u00e4ftigt sich mit der hom\u00f6opathischen Zusatzbehandlung von schweren Blutvergiftungen [2]. Ob die erst lange nach Ausheilung der Sepsis aufgetretene signifikant h\u00f6here Todesrate bei der Placebogruppe \u00fcberhaupt auf die Sepsis und dann noch auf die hom\u00f6opathische Therapie zur\u00fcckgef\u00fchrt werden kann, bleibt offen (<a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=1853\">Link<\/a>).<\/li>\n<li>Bei der zus\u00e4tzlichen hom\u00f6opathischen Behandlung von Vergiftungen durch Knollenbl\u00e4tterpilze [3] wird der Erfolg ungerechtfertigterweise alleine auf die hom\u00f6opathische Intervention zur\u00fcckgef\u00fchrt (<a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2071\">Link<\/a>). Aus diesem Anlass sind wir uns auch schon im &#8218;Ochsner Journal&#8216; begegnet (<a href=\"http:\/\/www.ochsnerjournal.org\/content\/14\/4\/517\">Link<\/a>)<\/li>\n<li>Schlie\u00dflich die Arbeit von Gaertner et al., in der eine zus\u00e4tzliche hom\u00f6opathische Behandlung ganz au\u00dferordentliche Verl\u00e4ngerungen der \u00dcberlebenszeit von Krebspatienten bewirkt haben soll [4]. Nach meiner Ansicht handelt es sich dabei jedoch um statistische Artefakte (<a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2240\">Link<\/a>). Diese Arbeit ist erster (?) Gegenstand der jetzt begonnenen Diskussion.<\/li>\n<\/ul>\n<p>In der Ank\u00fcndigung zu dem Kongress &#8218;Science meets Homeopathy&#8216; in Berlin im Februar 2015 wurde ein Vortrag von Prof. Frass angek\u00fcndigt, der ganz offensichtlich die letztgenannte Arbeit zum Thema hat. Da auch andere Forscher auftreten sollten, die sich mit der Hom\u00f6opathie besch\u00e4ftigen, hatte ich beschlossen, ebenfalls teilzunehmen und pers\u00f6nliche Gespr\u00e4che mit den Autoren einiger von mir bereits kritisierter Arbeiten zu f\u00fchren, so auch mit Prof. Frass.<\/p>\n<p>Im Januar 2015 habe ich folglich Prof. Frass pers\u00f6nlich angeschrieben und darum gebeten, am Rande der Tagung einen Gespr\u00e4chstermin vorzusehen. Nat\u00fcrlich habe ich mich dazu vorgestellt und die Themen kurz umrissen, die sich ebenso nat\u00fcrlich auf meine Kritikpunkte an den oben genannten Arbeiten beziehen (<a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Frass-Anschreiben.pdf\">Originaltext<\/a>). Leider erhielt ich keine Antwort.<\/p>\n<p>Auf dem Kongress trug Prof. Frass erwartungsgem\u00e4\u00df die Ergebnisse von G\u00e4rtner et al. vor, ich \u00e4u\u00dferte meinen Kritikpunkt, wonach die Ergebnisse eher die Folge eines fehlerhaft ausgef\u00fchrten statistischen Vergleichs sind als tats\u00e4chliche Belege f\u00fcr die erfolgreiche Anwendung einer hom\u00f6opathischen Therapie. Da er dazu nicht gleich Stellung nehmen konnte, vereinbarten wir, dass ich ihm meine Vorbehalte schriftlich darlege, was der Ausgangspunkt des jetzigen Dialogs ist.<\/p>\n<p><strong>Kritik an der Arbeit von G\u00e4rtner et al. (18. Februar 2015)<\/strong><\/p>\n<p>Auf Basis meines <a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?page_id=2240\">hier<\/a> ver\u00f6ffentlichten Blogartikels zu dieser Arbeit habe ich eine ausf\u00fchrliche Ausarbeitung erstellt und an Prof. Frass gemailt (<a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Frass_Ausarbeitung.pdf\">Originaltext<\/a>). Kernpunkte sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Die etwas zweifelhafte Darstellung der Patientendaten, wonach, wenn die Angaben zutr\u00e4fen, drei Patienten die hom\u00f6opathische Therapie offenbar erst deutlich nach ihrem Ableben aufgenommen h\u00e4tten.<\/li>\n<li>Die Daten aus den Literaturangaben, auf denen das Ergebnis des Vergleichs der \u00dcberlebenszeiten beruht, umfassen den Gesamtzeitraum nach Erstdiagnose. Die Daten von G\u00e4rtner et al. hingegen erfassen entsprechend der Einschlusskriterien nur solche Patienten, die ihre Erstdiagnose um fast ein Jahr \u00fcberlebt hatten. Somit ist ein direkter Vergleich, wie er in der Arbeit durchgef\u00fchrt wurde, nicht aussagekr\u00e4ftig.<\/li>\n<li>So sind eine ganze Reihe von Patienten \u00fcberhaupt erst lange nach Ablauf der nach Literaturangaben prognostitzierten \u00dcberlebenszeit in die Studie eingetreten, ihre \u00dcberlebenszeiten wurden aber dennoch mit eben dieser kurzen Prognose verglichen.<\/li>\n<li>In den zur j\u00e4hrlichen \u00dcberlebensrate angegebenen Daten sind auch eine ganze Reihe Patienten eingeflossen, die zu dem jeweiligen Betrachtungszeitpunkt noch gar nicht an der Studie teilgenommen hatten. Ergo kann die Hom\u00f6opathie zu diesem Zeitpunkt noch keinen Einfluss auf das \u00dcberleben dieser Patienten gehabt haben.<\/li>\n<li>Die Frage, warum eigentlich nicht Patientendaten aus der Onkologie der Universit\u00e4tsklinik Wien zum Vergleich herangezogen wurden. Dann h\u00e4tte man wenigstens vergleichbare Behandlungsstrategien in den Vergleichsdaten vorliegen, was bei internationalen Studiendaten eher nicht der Fall ist.<\/li>\n<li>Der Hinweis, dass die ver\u00f6ffentlichten Ergebnisse in dieser Form nicht Bestand haben d\u00fcrften, zumindest korrigiert wenn nicht gar zur\u00fcckgezogen werden sollten.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Antwort der Autoren (Datiert 13. April 2015)<\/strong><\/p>\n<p>Es passierte erst einmal einige Zeit nichts. Ich fragte bei der Hauptautorin nach, die mir zusicherte, sie h\u00e4tte meine Ausarbeitung erhalten und eine Antwort an Prof. Frass gesandt, der sich sicher mit mir in Verbindung setzen wird.<\/p>\n<p>Bei der Forumsdiskussion auf &#8218;kurier.at&#8216;, der sich Prof. Frass im M\u00e4rz 2015 stellte, fragte ich direkt nach und wurde auf die zeitraubenden anderweitigen Verpflichtungen hingewiesen.<\/p>\n<p>Dann, ich hatte die Sache schon fast abgeschrieben, erhielt ich doch noch eine Antwort von Frau G\u00e4rtner und Prof. Frass, durch Emailprobleme offenbar weiter verz\u00f6gert (<a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Answer-to-Aust-2015.04.13.pdf\">Originaltext<\/a>).<\/p>\n<p>Ich muss feststellen, dass man auf die wesentlichen Punkte meiner Kritik gar nicht eingegangen ist. Man erkl\u00e4rt zwar, dass die \u00dcberlebenszeiten tats\u00e4chlich, wie von mir vermutet, auf den Zeitpunkt der Erstdiagnose bezogen sind, was bei den Krankheitsbildern der metastasierten Krebserkrankungen naturgem\u00e4\u00df das Auftreten von Metastasen ist und nicht die Ersterkrankung. Aber auf die offenbar widersinnigen Daten, wonach Patienten deutlich nach ihrem Ableben mit der hom\u00f6opathischen Behandlung begonnen haben m\u00fcssten, wird nicht eingegangen. Man erkl\u00e4rt noch die Anzahlen der Patienten, die ein- und ausgeschlossen wurden, dass nur zwei Patienten zwischen der ersten und der dritten hom\u00f6opathischen Sitzung verstorben sind &#8211; und das war es dann auch.<\/p>\n<p>Das Problem des schiefen statistischen Vergleichs wird nicht angesprochen, ebenso wenig wie der Einfluss des Zeitpunkts der Aufnahme in die Studie auf die berichteten \u00dcberlebensraten.<\/p>\n<p><strong>Meine Antwort (27. April 2015)<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe daher eine weitere Ausarbeitung erstellt, in der ich nochmals auf das Problem der Zeitangaben eingehe und soweit eben m\u00f6glich vorrechne, wie sich die Ergebnisse bei aus meiner Sicht korrekter Vorgehensweise ergeben (<a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Frass-response-to_2.pdf\">Originaltext<\/a>).<\/p>\n<p>Dreh- und Angelpunkt hierzu sind die aus den zum Vergleich herangezogenen Arbeiten entnehmbaren Kaplan-Meier-Plots. Das sind Darstellungen der \u00dcberlebenswahrscheinlichkeit \u00fcber der Zeit. Die Problematik m\u00f6chte ich anhand des folgenden Diagramms einmal darstellen:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Stupp_1.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-2451\" src=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Stupp_1.png\" alt=\"Stupp_1\" width=\"990\" height=\"794\" srcset=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Stupp_1.png 990w, http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Stupp_1-300x241.png 300w\" sizes=\"(max-width: 990px) 100vw, 990px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Bild 1: Fig 2 aus [5], Erg\u00e4nzungen s. Text<\/p>\n<p>Dieses Bild ist der Kaplan-Meier-Plot aus der Arbeit von Stupp et al. [5], aus dem Gaertner et al. offenbar ihre Daten entnommen haben (obere blaue Kurve). Diese Grafik stellt die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr die \u00dcberlebenszeit bei Patienten mit einem Hirntumor (Glioblastom) dar. Der blaue Pfeil gibt die wahrscheinliche \u00dcberlebenszeit nach Erstdiagnose an, die im Mittel zu erwarten ist (14,6 Monate). Das ist der Zeitpunkt, an dem die H\u00e4lfte der betrachteten Patienten wahrscheinlich verstorben sein wird. Die roten Pfeile kennzeichnen die wahrscheinlichen \u00dcberlebensraten nach einem, zwei und drei Jahren (60 %, 27,2 % 16 %).<\/p>\n<p>Die von G\u00e4rtner et al. betrachteten Patienten mit dieser Indikation sind im Mittel jedoch erst neun Monate nach der Erstdiagnose in die Studie aufgenommen worden. In diesem Zeitraum sind bereits einige der Patienten aus der Vergleichsuntersuchung verstorben. Diese Situation zeigt der obere gr\u00fcne Pfeil in Bild 2: nur 75 % der Patienten \u00fcberleben diese neun Monate. Betrachtet man nur diesen Teil der Gruppe, wie es in der Arbeit von G\u00e4rtner et al. geschieht, dann ist die wahrscheinliche \u00dcberlebenszeit durch den Zeitpunkt gegeben, zu dem die H\u00e4lfte der Mitglieder dieser Teilgruppe verstorben sein werden. Also wenn dies bei der H\u00e4lfte von 75 %, mithin bei 37,5 %, der Fall sein wird. Dies ist der untere gr\u00fcne Pfeil, die wahrscheinliche \u00dcberlebenszeit ist demnach 18,7 Monate ab Erstdiagnose.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Stupp_2.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-2452\" src=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Stupp_2.png\" alt=\"Stupp_2\" width=\"997\" height=\"797\" srcset=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Stupp_2.png 997w, http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Stupp_2-300x240.png 300w\" sizes=\"(max-width: 997px) 100vw, 997px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Bild 2: Fig 2 aus [5], Erg\u00e4nzungen s. Text<\/p>\n<p>Nach dem Bild sind nach einem Jahr ab Erstdiagnose nur noch 60 % der Patienten am Leben. Allerdings waren 25 % schon vor Ablauf von neun Monaten verstorben. In der Zeit von neun Monaten bis zu einem Jahr nach Erstdiagnose versterben nur 15 % der Patienten. Bezogen auf die 75 %, die \u00fcberhaupt in der G\u00e4rtner-Arbeit betrachtet werden, ist das ein F\u00fcnftel (20 %), vier F\u00fcnftel (80 %) der betrachteten Teilgruppe werden das erste Jahr nach Erstdiagnose \u00fcberleben. Auf die gleiche Weise ist bei der Teilgruppe zwei und drei Jahre nach Erstdiagnose mit einer \u00dcberlebensrate von 36,2 bzw. 21,3 % zu rechnen und nicht von 27,2 bzw. 16 %. Damit ergibt sich folgende korrigierte Betrachtung:<\/p>\n\n<table id=\"tablepress-20\" class=\"tablepress tablepress-id-20\">\n<thead>\n<tr class=\"row-1 odd\">\n\t<th class=\"column-1\">&nbsp;<\/th><th class=\"column-2\">Original<\/th><th class=\"column-3\">Original<\/th><th class=\"column-4\">Korrigiert<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr class=\"row-2 even\">\n\t<td class=\"column-1\">\u00dcberleben nach<\/td><td class=\"column-2\">erwartet<\/td><td class=\"column-3\">erreicht<\/td><td class=\"column-4\">erwartet<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-3 odd\">\n\t<td class=\"column-1\">1 Jahr<\/td><td class=\"column-2\">60 %<\/td><td class=\"column-3\">85,7 %<\/td><td class=\"column-4\">80 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-4 even\">\n\t<td class=\"column-1\">2 Jahre<\/td><td class=\"column-2\">27,2%<\/td><td class=\"column-3\">28,5 %<\/td><td class=\"column-4\">36,2 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-5 odd\">\n\t<td class=\"column-1\">3 Jahre<\/td><td class=\"column-2\">16%<\/td><td class=\"column-3\">28,6 %<\/td><td class=\"column-4\">21,3 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-6 even\">\n\t<td class=\"column-1\">im Mittel<\/td><td class=\"column-2\">14,6 Mon.<\/td><td class=\"column-3\">19 Mon.<\/td><td class=\"column-4\">18,7 Mon.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<!-- #tablepress-20 from cache -->\n<p>Tabelle 1: Vergleich der \u00dcberlebenszeiten nach Erstdiagnose f\u00fcr Hirntumor (Glioblastom)<\/p>\n<p>F\u00fcr das Glioblastom geht der Vorteil bei dieser Betrachtungsweise wie ersichtlich deutlich zur\u00fcck. Bedenkt man, dass es sich nur um eine Handvoll Patienten handelt, die hier betrachtet werden, dann sind die Streuungen der Istwerte um die Erwartungswerte durchaus im Rahmen dessen, was zu erwarten ist. Ein statistisch signifikanter Vorteil der zus\u00e4tzlichen hom\u00f6opathischen Therapie ist wohl eher nicht gegeben.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Indikation des Krebses an der Bauchspeicheldr\u00fcse verschwindet der vermeintlich eklatante Vorteil bei der gleichen Betrachtungsweise vollst\u00e4ndig, wie die n\u00e4chste Tabelle zeigt.<\/p>\n\n<table id=\"tablepress-21\" class=\"tablepress tablepress-id-21\">\n<thead>\n<tr class=\"row-1 odd\">\n\t<th class=\"column-1\">&nbsp;<\/th><th class=\"column-2\">Original<\/th><th class=\"column-3\">Original<\/th><th class=\"column-4\">Korrigiert<\/th><th class=\"column-5\">Korrigiert<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr class=\"row-2 even\">\n\t<td class=\"column-1\">\u00dcberleben nach<\/td><td class=\"column-2\">erwartet<\/td><td class=\"column-3\">erreicht<\/td><td class=\"column-4\">erwartet<\/td><td class=\"column-5\">erreicht<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-3 odd\">\n\t<td class=\"column-1\">1 Jahr<\/td><td class=\"column-2\">8 %<\/td><td class=\"column-3\">87,5 %<\/td><td class=\"column-4\">91,7 %<\/td><td class=\"column-5\">83,3<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-4 even\">\n\t<td class=\"column-1\">2 Jahre<\/td><td class=\"column-2\">5,8 %<\/td><td class=\"column-3\">37,5 %<\/td><td class=\"column-4\">38,5 %<\/td><td class=\"column-5\">33,3<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-5 odd\">\n\t<td class=\"column-1\">3 Jahre<\/td><td class=\"column-2\">keine Daten<\/td><td class=\"column-3\">12,5 %<\/td><td class=\"column-4\">keine Daten<\/td><td class=\"column-5\">0<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-6 even\">\n\t<td class=\"column-1\">im Mittel<\/td><td class=\"column-2\">6,6 Mon.<\/td><td class=\"column-3\">17,5 Mon.<\/td><td class=\"column-4\">19,8 Mon.<\/td><td class=\"column-5\">19 Mon.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<!-- #tablepress-21 from cache -->\n<p>Tabelle 2: Vergleich der \u00dcberlebenszeiten nach Erstdiagnose f\u00fcr Krebs der Bauchspeicheldr\u00fcse<\/p>\n<p>Die urspr\u00fcnglich angegeben 8 bzw. 5,8 % \u00dcberlebensrate konnten in der Literatur nicht verifiziert werden, hier wurden die aus dem zugeh\u00f6rigen Kaplan-Meier-Plot ermittelten Daten verwendet. Dar\u00fcber hinaus wurden die erreichten j\u00e4hrlichen \u00dcberlebensraten im Hinblick auf die tats\u00e4chlich zum Betrachtungszeitpunkt bereits in die Studie aufgenommenen Patienten korrigiert.<\/p>\n<p>F\u00fcr die anderen von G\u00e4rtner et al. betrachteten Krebsarten konnte ich der angegebenen Literatur keine passenden Vergleichsdaten entnehmen &#8211; au\u00dferdem kann es nicht meine Aufgabe sein, die komplette Datenauswertung anstelle der Autoren durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Nun k\u00f6nnte man sagen, dass diese Studie ja nur eine Pilotstudie ist, aber die Erfahrung zeigt, dass gerade in der Hom\u00f6opathie gerne auch Pilotstudien als vollwertige Evidenz betrachtet werden. Daher fordere ich die Autoren auf, geeignete Schritte zu unternehmen, dass die fehlerhaften Daten korrigiert oder gel\u00f6scht werden. Sonst w\u00fcrde ich im Laufe des n\u00e4chsten Monats ein Review verfassen und zur Ver\u00f6ffentlichung einreichen.<\/p>\n<p>Mal sehen, was passiert.<\/p>\n<p><strong>Literatur:<\/strong><\/p>\n<p>[1] Frass M, Dielacher C, Linkesch M, Endler C, Muchitsch I, Schuster E, Kaye A: Influence of Potassium Dichromate on Tracheal Sekretion in Critically Ill Patients:, in: Chest 2005: 127; 936-941, DOI 10.1378\/chest.127.3.936, Link zum <a href=\"http:\/\/dcscience.net\/frass-homeop-icu-05.pdf\">Volltext<\/a><\/p>\n<p>[2] M. Frass et al: Adjunctive homeopathic treatment in patients with severe sepsis: a randomized, double-blind, placebo-controlled trial in an intensive care unit. In Homeopathy. 2005 Apr;94(2):75-80. <a href=\"http:\/\/www.inter-uni.info\/static\/download\/publication\/komplementaer\/c_2004_Frass_et_al_Homeopathy_sepsis.pdf\" class=\"broken_link\">Link<\/a> zum Volltext<\/p>\n<p>[3] Frass M, Zagorchev P, Yurukowa V et al.: Two Cases of Fulminant Hepatic Failure from Amanita phalloides Poisoning Treated Additively by Homeopathy; The Ochsner Journal (2014); 14: 252-258, <a href=\"http:\/\/www.ochsnerjournal.org\/content\/14\/2\/252\">Link<\/a><\/p>\n<p>[4] Gaertner K, M\u00fcllner M, Friehs H, Schuster E, Marosi C, Muchitsch I, Frass M, Kaye AD: Additive homeopathy in cancer patients: Retrospective survival data from a homeopathic outpatient unit at the Medical University of Vienna, Complementary Therapies in Medicine (2014) 22, 320-332 <a href=\"http:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0965229913002124\" class=\"broken_link\">Link<\/a> zum Abstract<\/p>\n<p lang=\"en-US\">[5] Stupp R, Hegi ME, Mason WP et al.: Effects of radiotherapy with concomitant and adjuvant temozolomide versus radiotherapy alone on survival in glioblastoma in a randomised phase III study: 5-year analysis of the EORTC-NCIC trial, Lancet Oncology (2009) 10: 459-466 <a href=\"http:\/\/wings.buffalo.edu\/smbs\/acb\/neuro\/lectures\/Lancet-Temozolomide.pdf\" class=\"broken_link\">Link<\/a> zum Volltext<\/p>\n<p lang=\"en-US\">Reproduktion von Fig 2 aus dieser Arbeit mit Genehmigung Nr. 3617200972567\u00a0 von RightsLink(R).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier auf diesem Blog wurden bereits mehrfach Arbeiten von Prof. M. Frass zum Thema Hom\u00f6opathie besprochen und kritisiert. Anl\u00e4sslich des Kongresses &#8218;Science meets Homeopathy&#8216; im Februar 2015 kam es zu einem pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch, dem jetzt eine ausf\u00fchrlichere Korrespondenz per Email &hellip; <a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2445\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1,13,9,8],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2445"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2445"}],"version-history":[{"count":18,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2445\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5089,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2445\/revisions\/5089"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2445"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2445"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2445"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}