{"id":2417,"date":"2015-04-02T13:26:19","date_gmt":"2015-04-02T11:26:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2417"},"modified":"2020-11-10T15:35:31","modified_gmt":"2020-11-10T14:35:31","slug":"gedanken-zum-heilpraktikerwesen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2417","title":{"rendered":"Gedanken zum Heilpraktikerwesen"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook%7Ctwitter\" data-url=\"http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2417\" data-timestamp=\"1605022531\" data-hidezero=\"1\" data-backendurl=\"?rest_route=\/shariff\/v1\/share_counts&\"><ul class=\"shariff-buttons theme-default wcag_colors orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2417\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#38548F; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<span data-service=\"facebook\" style=\"color:#38548F\" class=\"shariff-count\"> 57<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2417&text=Gedanken%20zum%20Heilpraktikerwesen\" title=\"Bei Twitter teilen\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#115A92; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 30 32\"><path fill=\"#55acee\" d=\"M29.7 6.8q-1.2 1.8-3 3.1 0 0.3 0 0.8 0 2.5-0.7 4.9t-2.2 4.7-3.5 4-4.9 2.8-6.1 1q-5.1 0-9.3-2.7 0.6 0.1 1.5 0.1 4.3 0 7.6-2.6-2-0.1-3.5-1.2t-2.2-3q0.6 0.1 1.1 0.1 0.8 0 1.6-0.2-2.1-0.4-3.5-2.1t-1.4-3.9v-0.1q1.3 0.7 2.8 0.8-1.2-0.8-2-2.2t-0.7-2.9q0-1.7 0.8-3.1 2.3 2.8 5.5 4.5t7 1.9q-0.2-0.7-0.2-1.4 0-2.5 1.8-4.3t4.3-1.8q2.7 0 4.5 1.9 2.1-0.4 3.9-1.5-0.7 2.2-2.7 3.4 1.8-0.2 3.5-0.9z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">twittern<\/span>&nbsp;<span data-service=\"twitter\" style=\"color:#115A92\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button rss shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?feed=rss\" title=\"RSS-feed\" aria-label=\"RSS-feed\" role=\"button\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#aa2e00; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#fe9312\" d=\"M4.3 23.5c-2.3 0-4.3 1.9-4.3 4.3 0 2.3 1.9 4.2 4.3 4.2 2.4 0 4.3-1.9 4.3-4.2 0-2.3-1.9-4.3-4.3-4.3zM0 10.9v6.1c4 0 7.7 1.6 10.6 4.4 2.8 2.8 4.4 6.6 4.4 10.6h6.2c0-11.7-9.5-21.1-21.1-21.1zM0 0v6.1c14.2 0 25.8 11.6 25.8 25.9h6.2c0-17.6-14.4-32-32-32z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">RSS-feed<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><\/ul><\/div>\n<p><\/p>\n\n\n<p lang=\"de-DE\">Schon in meinem letzten Blogbeitrag (<a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?page_id=2398\">Link<\/a>) klang das Thema Heilpraktiker an. Obwohl dieses Thema nicht direkt in meinen Blog passt, m\u00f6chte ich es hier doch eingehender beleuchten. Es ist unverst\u00e4ndlich, warum in Deutschland Personen aufgrund nur rudiment\u00e4rer medizinischer Kenntnisse gestattet wird, berufs- oder gewerbsm\u00e4\u00dfig die Heilkunde auszu\u00fcben (<strong>Edit:<\/strong> &#8222;berufs- oder gewerbsm\u00e4\u00dfig&#8220; (= Gesetzestext) korrigiert, war vorher missverst\u00e4ndlich. Danke f\u00fcr den Hinweis. 30.06.2019)<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><!--more--><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>In K\u00fcrze<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Im deutschen Gesundheitswesen ist festgeschrieben, welche hohen Anforderungen jemand erf\u00fcllen muss, um als Arzt selbstst\u00e4ndig die Heilkunde ausf\u00fchren zu d\u00fcrfen (<a href=\"http:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/_appro_2002\/BJNR240500002.html\">Link<\/a>), was aber noch nicht f\u00fcr das Er\u00f6ffnen einer eigenen Praxis ausreicht, wof\u00fcr noch eine langj\u00e4hrige Facharztausbildung erforderlich ist. Das System l\u00e4sst es aber zu, dass Personen bei erheblich geringerer Qualifikation mit beh\u00f6rdlicher Genehmigung unter gewissen Einschr\u00e4nkungen das Gleiche tun, n\u00e4mlich Diagnosen erstellen, Therapien festlegen und durchf\u00fchren.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">F\u00fcr diese Heilpraktiker gibt es keinen festgelegten Ausbildungsinhalt, eine Ausbildung, wenn denn eine an einer Heilpraktikerschule absolviert wird, orientiert sich stark auf das Bestehen der Pr\u00fcfung vor dem Amtsarzt. Diese konzentriert sich alleine darauf, dass der Proband hinreichende Kenntnisse in Anatomie, Physiologie und Pathologie hat. Die Kenntnisse \u00fcber Therapieverfahren der konventionellen Medizin und zur Pharmakologie kommen in der Pr\u00fcfung nicht vor, in der Ausbildung in der Folge auch nicht. Die weiteren Bildungsangebote f\u00fcr Heilpraktiker scheinen sich auf die Alternativ- und Komplement\u00e4rmedizin zu beschr\u00e4nken. Die Folge ist, dass bei zugelassenen Heilpraktikern nicht zwangsl\u00e4ufig davon auszugehen ist, dass sie \u00fcber Kenntnisse der konventionellen Heilkunde verf\u00fcgen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Kann ein Heilpraktiker unter diesen Umst\u00e4nden ein kompetenter Heilkundiger sein, wenn ihm die Therapieverfahren der konventionellen Medizin in der Ausbildung weitgehend unbekannt geblieben sind, ebenso die Pharmakologie? Kann er dann einen Patienten kompetent beraten? Muss er da nicht zwangsl\u00e4ufig die Wirksamkeit seiner ihm zur Verf\u00fcgung stehenden Verfahren \u00fcberbewerten? Folglich in diesen dann einseitig die einzig vorteilhaften Behandlungsm\u00f6glichkeiten sehen und diesen Standpunkt folglich auch vehement vertreten?<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Da es aber derzeit offensichtlich einen Markt f\u00fcr Heilpraktiker und ihre Angebote gibt, erscheint es dringend erforderlich, das Heilpraktikerwesen zu reformieren und einige der Qualit\u00e4tsstandards aus anderen Heilberufen oder Gesundheitsfachberufen sinngem\u00e4\u00df zu \u00fcbernehmen, insbesondere bez\u00fcglich der Kenntnis der Alternativen zu alternativ- und komplement\u00e4rmedizinischen Verfahren.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>In L\u00e4nge<br \/>Vorbemerkung<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Dieser auch f\u00fcr meine Verh\u00e4ltnisse etwas lang geratene Artikel besch\u00e4ftigt sich mit den Strukturen, die dazu f\u00fchren, dass Personen mit nur beschr\u00e4nkten medizinischen Kenntnissen ohne allzu gro\u00dfe Einschr\u00e4nkungen \u00e4hnlich wie \u00c4rzte Patienten, also Menschen, die an mehr oder weniger heftigen Beschwerden leiden, mit einer beh\u00f6rdlichen Genehmigung behandeln d\u00fcrfen. Darunter auch Beschwerden, die vielleicht mit Risiken f\u00fcr das Leben oder f\u00fcr bleibende Sch\u00e4den behaftet sind, ohne von der Gesetzgebung explizit aus dem T\u00e4tigkeitsspektrum ausgenommen zu sein, dabei Verfahren anwenden zu d\u00fcrfen, denen bei fehlerhaftem Einsatz auch ein betr\u00e4chtliches Sch\u00e4digungspotenzial innewohnt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Es geht nicht darum, Heilpraktiker zu verunglimpfen und herabzuw\u00fcrdigen. Ich gehe davon aus, dass die Meisten durchaus davon \u00fcberzeugt sind, ihren Patienten etwas Gutes tun zu k\u00f6nnen und dieses tats\u00e4chlich auch zu leisten. Demzufolge sind sie nicht zwangsl\u00e4ufig Scharlatane und Betr\u00fcger, die dies in b\u00f6ser Absicht tun, eine Sch\u00e4digung ihrer Patienten in Kauf nehmen, um einen pers\u00f6nlichen Vorteil zu erzielen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Es sei auch nicht in Abrede gestellt, dass es einzelne Heilpraktiker geben mag, die aus welchen Quellen auch immer \u00fcber ein betr\u00e4chtliches medizinisches Fachwissen verf\u00fcgen und dies tats\u00e4chlich zum Nutzen ihrer Patienten einsetzen. Auch dies mag gelegentlich der Fall sein.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Das Problem ist aber, ob die Kenntnisse und F\u00e4higkeiten, \u00fcber die ein Heilpraktiker nach den Vorgaben des Gesetzgebers mindestens verf\u00fcgen muss, ihn tats\u00e4chlich dazu bef\u00e4higen, die Behandlung von Patienten in dem ihm zul\u00e4ssigen Rahmen optimal wahrzunehmen. Ist ein Heilpraktiker wirklich qualifiziert daf\u00fcr, seine Patienten \u00fcber komplexe medizinische Themen wie beispielsweise das Impfen zu beraten? Ist in ausreichendem Ma\u00dfe daf\u00fcr gesorgt, dass man sich auf gewisse Mindeststandards verlassen kann und auch der einzelne Heilpraktiker sich in seiner T\u00e4tigkeit seiner m\u00f6glicherweise recht engen fachlichen Grenzen bewusst ist und sich daran orientiert?<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>Wie werden Heilpraktiker gesehen?<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">In der Wahrnehmung der \u00d6ffentlichkeit sind Heilpraktiker Personen, die zwar keine \u00c4rzte sind, aber wie \u00c4rzte arbeiten, es jedenfalls k\u00f6nnten, wenn auch mit kleinen Einschr\u00e4nkungen. Auch sie haben eine amtliche Pr\u00fcfung abgelegt und danach eine Berufszulassung erreicht. Man vertraut ihnen, denn sie gelten als Gutmenschen, die nicht nur die konventionelle Medizin anwenden und beurteilen d\u00fcrfen, sondern sich sogar in hohem Umfang sanfter Verfahren aus der Natur bedienen. Wer, der sich nicht damit besch\u00e4ftigt hat, kennt schon die wahre Natur und die Beweggr\u00fcnde f\u00fcr die Heilpraktikerpr\u00fcfung? Und so stellt ein Heilpraktiker quasi die Light-Version eines Arztes dar und sein Wort und Urteil hat Gewicht.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Wie wir in der letzten Plasberg-Sendung (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=O5YXHjwS4Qw\">Link<\/a>) feststellen konnten, treten einzelne Heilpraktiker durchaus auch mit einem gewissen Selbstbewusstsein auf und scheuen sich nicht, einen Dr. von Hirschhausen oder einen Dr. Hartmann, also promovierte Mediziner, als &#8218;Kollege&#8216; anzusprechen.<\/p>\n<p>Wenn man sich genauer mit der Materie besch\u00e4ftigt, dann keimt der Verdacht auf, dass seitens der Heilpraktiker sogar ein gewisses Gef\u00fchl der \u00dcberlegenheit vorherrscht. So schreiben die im Dachverband deutscher Heilpraktikerverb\u00e4nde zusammengefassten Vereinigungen \u00fcbereinstimmend \u00fcber die Aufgaben des Heilpraktikers:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8218;[Der Heilpraktiker] verhindert in den ihm eigenen Bereichen gesundheitlicher Versorgung eine unserer demokratisch pluralistischen Gesellschaft unangemessene Monopolstellung der institutionalisierten Medizin und bildet praktisch eine Regulativfunktion, in dem durch sein Wirken nicht nur die Therapiefreiheit sinnvoll gewahrt wird, sondern auch die Wahlfreiheit des B\u00fcrgers nach einem von ihm pers\u00f6nlich bevorzugten Therapeuten.&#8216; (<a href=\"https:\/\/freieheilpraktiker.com\/berufsbild\">Link<\/a>)<br \/><\/em><\/p>\n<p>Richtig: rund 150.000 unabh\u00e4ngige niedergelassene \u00c4rzte sind ein Monopol, das durch rund 34.000 Heilpraktiker<em> &#8218;bek\u00e4mpft&#8216;<\/em> werden muss&#8230;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><span lang=\"de-DE\">&#8218;Weiterhin ist [dem Heilpraktiker] besonders in Zeiten wissenschaftlichen Dogmatismus der Medizin, die Aufgabe zugefallen, Bewahrer der traditionellen und reinen Naturheilkunde zu sein. <\/span>Der Heilpraktiker hat die Pflege der Tradition dieses wichtigen Kulturgutes unseres Volkes \u00fcbernommen und h\u00e4lt dieses bis auf den heutigen Tag in Theorie und Praxis lebendig, besonders in Bereichen, die von der offiziellen Medizin dogmatisch verdr\u00e4ngt oder ignoriert werden.&#8216; (<a href=\"https:\/\/freieheilpraktiker.com\/berufsbild\">Link<\/a>)<br \/><\/em><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Oder hier:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><span lang=\"de-DE\">&#8218;Wir sind in gewisser Weise <\/span>der Stachel im Fleisch der Universit\u00e4tsmedizin, weil wir immer wieder in der Lage sind, den Patientinnen und Patienten eine andere Medizin zu bieten, die sie sonst in dieser Form im normalen schulmedizinischen Betrieb nicht bekommen w\u00fcrden.&#8216; (<a href=\"http:\/\/www.ddh-online.de\/cms_save\/298\/Nachlese%20Karlsruhe%202014.pdf\" class=\"broken_link\">Link<\/a>)<br \/><\/em><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Zu Recht?<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>Was bedeutet &#8218;Heilpraktiker&#8216; wirklich?<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Heilpraktiker sind Personen, die mit beh\u00f6rdlicher Genehmigung in eigener Praxis die Heilkunst am Menschen aus\u00fcben d\u00fcrfen, ohne ein Studium der Humanmedizin erfolgreich abgeschlossen zu haben und ohne eine Zulassung der Kassen\u00e4rztlichen Vereinigung erlangt haben zu m\u00fcssen. Im Bereich der Veterin\u00e4rmedizin geht die Freiheit sogar noch weiter, diese T\u00e4tigkeit ist \u00fcberhaupt nicht durch ein Gesetz geregelt. &#8218;Tierheilpraktiker&#8216; ist \u00fcberhaupt keine gesch\u00fctzte Berufsbezeichnung, jedermann kann sich als solcher bet\u00e4tigen, v\u00f6llig unabh\u00e4ngig von einer auch nur im Mindesten nachgewiesenen Qualifikation, die orthografisch richtige Schreibweise auf dem T\u00fcrschild gen\u00fcgt v\u00f6llig. Lediglich die f\u00fcr alle B\u00fcrger geltenden Restriktionen wie das Tierschutzgesetz, das Tierseuchengesetz und das Arzneimittelgesetz beschr\u00e4nken eine solche Bet\u00e4tigung. (<a href=\"http:\/\/www.tieraerztekammer-wl.de\/fileadmin\/user_upload\/downloads\/DTBl_8_07_Tierheil.pdf\" class=\"broken_link\">Link<\/a>)<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">F\u00fcr diesen Artikel bleiben wir jedoch bei der Humanmedizin, hier gibt es immerhin eine gesetzliche Regelung aus dem Jahr 1939 (<a href=\"http:\/\/www.physio.de\/zulassung\/heilpraktikergesetz.htm\">Link<\/a>). Darin ist kurz und pr\u00e4gnant definiert, was unter der Aus\u00fcbung der Heilkunde zu verstehen ist, n\u00e4mlich<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8218;jede berufs- oder gewerbsm\u00e4\u00dfig vorgenommene T\u00e4tigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Krankheiten, Leiden oder K\u00f6rpersch\u00e4den bei Menschen.&#8216;<\/em><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Des Weiteren regelt dieses Gesetz in seinen mageren acht Paragraphen nur, dass man dazu eine Erlaubnis braucht, und das, was ein Heilpraktiker nicht darf, n\u00e4mlich die Heilkunde im Umherziehen aus\u00fcben, und dass die Zahnheilkunde von diesem Gesetz nicht betroffen ist.<\/p>\n<p>In der zugeh\u00f6rigen Durchf\u00fchrungsverordnung, ebenfalls von 1939, zuletzt ge\u00e4ndert in 2002, werden in 14 Paragrafen, von denen die meisten weggefallen sind, neben den verwaltungstechnischen Vorgaben (z. B. \u00c4mterzust\u00e4ndigkeit) die Voraussetzungen f\u00fcr die Erteilung der Erlaubnis festgelegt (<a href=\"http:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/bundesrecht\/heilprgdv_1\/gesamt.pdf\">Link<\/a>). Diese sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Vollendung des 25. Lebensjahres<\/li>\n<li>deutsche Staatsangeh\u00f6rigkeit<\/li>\n<li>mindestens abgeschlossene Volksschulbildung (heute Hauptschulabschluss)<\/li>\n<li>&#8217;sittliche Zuverl\u00e4ssigkeit&#8216;<\/li>\n<li>gesundheitliche Eignung<\/li>\n<li>Heilkunde wird nicht neben einem anderen Beruf ausge\u00fcbt<\/li>\n<li>In einer \u00dcberpr\u00fcfung durch das Gesundheitsamt wird festgestellt, dass die Aus\u00fcbung der Heilkunde durch den Betreffenden keine Gefahr f\u00fcr die Volksgesundheit darstellt<\/li>\n<\/ul>\n<p lang=\"de-DE\">Das sind die gesamten Vorgaben, die es daf\u00fcr gibt, dass ein Bewerber Heilpraktriker werden kann &#8211; und dies dann auch bis an sein Lebensende bleibt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>Was d\u00fcrfen Heilpraktiker?<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Sie glauben, ein Heilpraktiker d\u00fcrfte nur &#8218;harmlose Naturheilkunde&#8216; betreiben? Weit gefehlt. Er darf selbstst\u00e4ndig Diagnosen erstellen und Therapien durchf\u00fchren, auch aus dem Bereich der Schulmedizin. Er kann auch bei prinzipiell lebensbedrohlichen Krankheiten, wenn sie nicht gerade unter die unten stehenden Beschr\u00e4nkungen fallen, mit seinen ihm angemessen erscheinenden Therapien t\u00e4tig werden. Also beispielsweise bei Krebs, Diabetes, Alzheimer, Herzinsuffizienz etc. Er muss lediglich erkennen k\u00f6nnen, wann der Zustand des Patienten bedrohlich wird und ihn dann an einen Arzt vermitteln &#8211; um eventuelle Schadensersatzanspr\u00fcche zu vermeiden.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Heilpraktiker d\u00fcrfen auch invasiv t\u00e4tig werden, alle m\u00f6glichen Sorten von Spritzen setzen, auch intraven\u00f6s, was sogar eine ausgebildete Krankenschwester nur auf \u00e4rztliche Anweisung und unter \u00e4rztlicher Aufsicht durchf\u00fchren darf. Heilpraktiker d\u00fcrfen sogar operieren, das Problem ist nur, dass sie nur Lokalan\u00e4sthetika verwenden d\u00fcrfen, die keiner Verschreibungspflicht unterliegen, aber diese scheint es durchaus zu geben (Procain).<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Kurz, Heilpraktiker d\u00fcrfen alles das tun, was ihnen nicht direkt verboten ist &#8211; und direkt verboten ist nicht viel. Sie d\u00fcrfen keine verschreibungspflichtigen Medikamente verordnen oder verabreichen (<a href=\"http:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/amg_1976\/__48.html\">Link<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/amg_1976\/__47.html\">Link<\/a> ) und sie d\u00fcrfen keine meldepflichtigen Infektionskrankheiten (<a href=\"http:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/ifsg\/__24.html\">Link,<\/a>\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/ifsg\/__6.html\">Link<\/a>) und keine sexuell \u00fcbertragbaren Krankheiten behandeln. Sie d\u00fcrfen auch nicht bei der Geburtshilfe t\u00e4tig werden und auch keinen Totenschein ausstellen &#8211; sie m\u00fcssen sich auf die Lebenszeit dazwischen beschr\u00e4nken<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Dar\u00fcber hinaus darf ein Heilpraktiker die Verfahren anwenden, die er beherrscht, richtiger, zu beherrschen glaubt, gleichg\u00fcltig ob &#8218;Schulmedizin&#8216; oder &#8218;Naturheilkunde&#8216;. Heilpraktiker sind zwar offensichtlich durch ein Urteil des Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 1991 verpflichtet, sich eine ausreichende Sachkunde anzueignen, bevor sie eine bestimmte Therapie anwenden, aber wann der Zustand der ausreichenden Sachkunde eingetreten ist, bestimmt der Heilpraktiker selbst. Es gibt keine amtlichen Vorgaben oder amtlich abzulegende Pr\u00fcfungen als Nachweise der ausreichenden Kenntnisse. Was bei vielen der Esoterik nahestehenden Verfahren auch schwierig w\u00e4re. Wenn einzelne Heilpraktikerschulen Kurse anbieten und an deren Ende Pr\u00fcfungen abhalten &#8211; verbindlich ist das nicht. Ein Heilpraktiker kann sich, genau wie f\u00fcr die generelle Pr\u00fcfung, die Kenntnisse, die er f\u00fcr erforderlich h\u00e4lt, aus der Literatur anlesen. Und wenn er meint, dass das ausreicht, dann darf er handeln.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Ich m\u00f6chte nicht in Abrede stellen, dass es auch Heilpraktiker geben kann, die sich f\u00fcr das, was sie tun, eine angemessene Qualifikation zugelegt haben, auch zur Pharmakologie und den zur Auswahl stehenden Verfahren der konventionellen Medizin. Das Problem ist aber, dass das System dies nicht erzwingt sondern der individuellen Sorgfalt der jeweiligen Person \u00fcberl\u00e4sst. Ein Patient, der zu einem Heilpraktiker geht, kann demzufolge nicht davon ausgehen, dass der aufgesuchte Therapeut \u00fcber ein bestimmtes Mindestma\u00df an Kenntnissen verf\u00fcgt. Auch viele Diplome an der Wand sagen nicht viel, ob die Schule, die sie erstellt hat, die Kenntnisse auch angemessen gepr\u00fcft hat &#8211; und was man dort \u00fcberhaupt als notwendige Kenntnisse betrachtet hat. Ob es sich vielleicht gar nur um Teilnahmebest\u00e4tigungen handelt, wird sich dem Patienten auch nicht unbedingt auf den ersten Blick erschlie\u00dfen &#8211; und vielleicht auch nicht die Bedeutung, dass das jeweilige Zertifikat nicht mehr beinhaltet als die Best\u00e4tigung, dass die Kursgeb\u00fchr bezahlt worden ist und der Teilnehmer die meiste Zeit im Raum war, als die Veranstaltung durchgef\u00fchrt wurde.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>Wie werden Heilpraktiker ausgebildet?<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Wo stehen die Heilpraktiker in dem Spektrum, zwischen dem sehr umfassend ausgebildeten Arzt einerseits, der Diagnosen erstellen, Medikamente und Therapien verordnen kann, und dem mehr handwerklich ausgebildeten Therapeuten andererseits, der prinzipiell nur auf \u00e4rztliche Weisung agiert? Wie werden die Heilpraktiker auf ihre Aufgabe vorbereitet?<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Im Zweifelsfalle gar nicht. Das ist kein Witz, sondern traurige Tatsache. Es gibt keinen festgelegten Ausbildungsinhalt und damit auch keine festgelegte Qualifikation, die in der Pr\u00fcfung beim Amtsarzt nachgewiesen werden k\u00f6nnte. Es gen\u00fcgt, keine Gefahr f\u00fcr die Volksgesundheit darzustellen, so das einschl\u00e4gige Gesetz. Es gibt eine ganze Reihe von sogenannten &#8218;Pr\u00fcfungstrainern&#8216; f\u00fcr die m\u00fcndliche und schriftliche Amtsarztpr\u00fcfung in Buchform zu kaufen. Es mag vielleicht schwierig sein, sich nur mit solcher Literatur auf die Pr\u00fcfung vorzubereiten, aber man kann sich ja langsam an die Pr\u00fcfung herantasten, die man beliebig oft wiederholen kann.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Der Regelfall d\u00fcrfte allerdings sein, dass man sich bei einer Heilpraktikerschule anmeldet und die angebotene Heilpraktikerausbildung absolviert. Hierbei hat naturgem\u00e4\u00df jede Heilpraktikerschule ihren eigenen Standard. Manche werden von Berufsverb\u00e4nden der Heilpraktiker betrieben, die es in erstaunlich gro\u00dfer Zahl gibt, manche aber auch privat. Da keine Ausbildung gefordert ist, gibt es auch keine Vorgaben f\u00fcr die Lehre und keine Institution, die \u00fcber deren Qualit\u00e4t wacht. Alleine der Markt entscheidet, das ist das Wohlwollen der Kunden, und hierzu d\u00fcrften in erster Linie die Kosten, die Zeitdauer und die Durchfallquote bei der Amtsarztpr\u00fcfung entscheidend sein.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Exemplarisch f\u00fcr viele solche Institute sei hier das im Internet einsehbare Angebot einer Heilpraktikerschule betrachtet. Um \u00c4rger zu vermeiden nenne ich den Namen dieser Schule hier nicht, versichere stattdessen, dass es sich um eine reale Schule handelt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die Schule bietet mehrere M\u00f6glichkeiten an, die Ausbildung zum Heilpraktiker zu absolvieren. Die gemeinsame Grundlage sind die sogenannten Basis-Informationen, die sich auf alle Angebote gleicherma\u00dfen beziehen. Gleich als Erstes wird das Ausbildungsziel genannt:<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8218;Ziel aller Heilpraktikerausbildungen ist, dass Du die Pr\u00fcfung beim Gesundheitsamt bestehst. Dazu vermitteln wir Dir all das Wissen, welches Du daf\u00fcr ben\u00f6tigst. Mit unserer jahrzehntelangen Erfahrung k\u00f6nnen wir Dich sicher durch die Pr\u00fcfung bringen.&#8216;<\/em><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Das ist tats\u00e4chlich das vollst\u00e4ndige Zitat zu den Ausbildungszielen. Da steht nichts davon, dass man Kenntnisse zum Wohle der zuk\u00fcnftigen Patienten vermitteln will, nein, alleine das Bestehen der Pr\u00fcfung ist das Ziel.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die n\u00e4chsten Kapitel sind die &#8218;Lehrinhalte&#8216; (<em>&#8218;Die Pr\u00fcfungsthemen (siehe unten) sind auch die Hauptthemen des Unterrichts und bilden die Grundlage f\u00fcr Deine T\u00e4tigkeit als Heilpraktiker&#8216;<\/em>) und die Heilpraktikerpr\u00fcfung selbst, deren Kosten, die Themen und die Zulassungsvoraussetzungen. Danach kommen noch die beruflichen Perspektiven, die Lehrmittel und das Abschlusszertifikat.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Dass das Ganze, was man da lernt, am Ende den sp\u00e4teren Patienten nutzen soll, kommt in diesen Basis-Informationen nicht vor. Wieso f\u00fcrs Leben lernen, f\u00fcr die Pr\u00fcfung reicht doch auch. Dabei sind die Ausf\u00fchrungen zu den Berufsaussichten entwaffnend ehrlich:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8218;Erwarte also nicht, dass Du &#8230;<\/em><\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li><em>mit der Heilpraktikerpr\u00fcfung eine Anstellung findest<\/em><\/li>\n<li><em>die M\u00f6glichkeit hast, in einem Krankenhaus oder einer Institution zur Pflege zu arbeiten<\/em><\/li>\n<li><em>mit Deiner Heilpraktiker-Praxis sofort Deinen Lebensunterhalt verdienen kannst<\/em><\/li>\n<li><em>als Heilpraktiker von den gesetzlichen Kassen unterst\u00fctzt wirst<\/em><\/li>\n<li><em>Deinen Patienten immer das geben kannst, was sie brauchen<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p lang=\"de-DE\">Ob der letzte Punkt auch immer so beachtet wird, wie er es verdient?<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Damit wird gleich von Anfang klar, dass es sich hier allenfalls um die Karikatur einer Ausbildung handeln kann. Nicht die Kenntnisse, die am Ende dem Heilpraktiker erm\u00f6glichen sollen, seinen Patienten zu nutzen, sind das Ziel, sondern alleine, dass sie ausreichen, um in der Pr\u00fcfung erfolgreich vorzuspielen, dass man welche h\u00e4tte.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Diese &#8218;Ausbildung&#8216; &#8211; die wenigstens im Gegensatz zu anderen Instituten nicht auch noch &#8218;Studium&#8216; hei\u00dft &#8211; kann auf verschiedene Art und Weise absolviert werden:<\/p>\n<ul>\n<li>als Selbststudium anhand von 49 Lehrskripten f\u00fcr \u20ac 1.450,- zuz\u00fcglich eines Kurses &#8218;Injektionstechniken&#8216; (\u20ac 190,-), da dies bei der Pr\u00fcfung gefordert werden kann (nicht etwa, weil es f\u00fcr die Behandlung von Patienten wichtig sein k\u00f6nnte)<\/li>\n<li>als Online-Unterricht, zwei Jahre lang einmal w\u00f6chentlich sowie zu zwei Pr\u00e4senzseminaren zu &#8218;Notfallmedizin und Injektionen&#8216; und &#8218;Anamnese und Untersuchung von Kopf bis Fu\u00df&#8216; von zusammen vier Tagen, Kosten \u20ac 5.500,- inklusive der 49 Lehrskripten<\/li>\n<li>als Fernlehrgang anhand jener 49 Skripte, wobei 29 Klausuren anzufertigen sind, die von der Schule ausgewertet werden. Dazu kommt der Pr\u00e4senzunterricht an insgesamt sechs Wochenenden f\u00fcr zusammen \u20ac 2.376,-<\/li>\n<\/ul>\n<p lang=\"de-DE\">Die Referenten, die die Ausbildung zum Heilpraktiker \u00fcbernehmen, haben folgende herausragende Qualifikationen<\/p>\n<ul>\n<li>eine Heilpraktikerin, die sich seit drei\u00dfig Jahren mit Traumerfahrungen besch\u00e4ftigt, mit ver\u00e4nderten Bewusstseinszust\u00e4nden und ihrer Integration in das Alltagsbewusstsein<\/li>\n<li>eine aktive Sanit\u00e4terin als Ausbilderin in der Notfallmedizin und Altenpflege<\/li>\n<li>eine Heilpraktikerin mit fundierten Kenntnissen im naturheilkundlichen Bereich mit dem Schwerpunkt Pr\u00fcfungsvorbereitung<\/li>\n<li>ein Heilpraktiker f\u00fcr Psychotherapie (also nur mit einer eingeschr\u00e4nkten Erlaubnis zur Aus\u00fcbung der Heilkunde)<\/li>\n<li>eine Dame ohne Angabe zur Qualifikation<\/li>\n<\/ul>\n<p lang=\"de-DE\">Zum Kollegium z\u00e4hlt tats\u00e4chlich auch eine promovierte Allgemeinmedizinerin, die sich allerdings mit klinischer Hypnose befasst, mit diversen naturheilkundlichen Therapiemethoden, TCM, Irisdiagnose, ganzheitlicher Geburtshilfe und indianischem Schamanismus. Ihr ist als Dozent kein Thema zugeordnet.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Auch von den Lehrskripten findet sich eine Probe zweier Skripte zur Einsicht. Soweit ich das erkennen kann, geht es um Anatomie und Physiologie, also der Lehre vom Aufbau und von der Funktionsweise des Organismus und der Organe. Bei den Abbildungen handelt es sich um schwarz-wei\u00dfe Zeichnungen, manchmal einfache Federzeichnungen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Das ist es. Wie einige Absolventen in einer eigenen Rubrik aufzeigen, reicht dies offenbar zum Bestehen der Pr\u00fcfung aus. Nota bene: Der Absolvent hat nicht einen einzigen leibhaftigen Patienten gesehen, nicht hospitiert, nicht unter Aufsicht gearbeitet, gar nichts, was auch nur im Entferntesten nach Praxis aussehen k\u00f6nnte. Ich wei\u00df nicht, wie es Ihnen geht, lieber Leser, aber mir l\u00e4uft es ziemlich kalt den R\u00fccken hinunter, wenn ich bedenke, dass ein Absolvent dieser Schule irgendwie durch die Pr\u00fcfung kommt und dann sein Gl\u00fcck an seinen Patienten ausprobieren darf.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Neben der oben betrachteten Heilpraktikerschule gibt es auch gr\u00f6\u00dfere und \u00fcberregional agierende Unternehmen. Deren Qualit\u00e4t mag durchaus besser sein, insbesondere, was den Praxisteil angeht oder die Qualifikation der Dozenten. Alleine es gibt auch die anderen, \u00e4hnlich der eben beschriebenen. Dass dies kein Einzelfall ist, zeigt dieses Zitat von einer Webseite einer anderen Heilpraktikerschule:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\" align=\"JUSTIFY\"><em><span lang=\"de-DE\">&#8218;Das Heilpraktiker Selbststudium konzentriert sich auf eine qualifizi<\/span><span lang=\"de-DE\">erte Ausbildung z<\/span><span lang=\"de-DE\">ur intensiven, nebenberuflichen Vorbereitung auf die amts\u00e4rztliche \u00dcberpr\u00fcfung. <\/span>Aus gutem Grund werden keine weiteren Kurse oder Ausbildungen angeboten, um Interessenten f\u00fcr den verantwortungsvollen Beruf des Heilpraktikers nicht zu verunsichern.&#8216;<\/em><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Das, was an Heilpraktikerschulen passiert, sind zumindest in einigen F\u00e4llen reine Kurse zur Pr\u00fcfungsvorbereitung. Mit einer Ausbildung in Hinblick auf einen Kompetenzgewinn im Bereich der Medizin hat das recht wenig zu tun. Selbst wenn eine &#8218;Praxisreife&#8216; das Ziel der Ausbildung ist (<a href=\"http:\/\/www.paracelsus.de\/ausbildung\/hp\/heilpraktiker-praxis.asp\" class=\"broken_link\">Link<\/a>), dann geht es um die sogenannten Naturheilverfahren und nicht um evidenzbasierte Medizin. Dies soll das R\u00fcstzeug sein, mit dem der Heilpraktiker dann arbeitet &#8211; und seine Patienten ber\u00e4t und behandelt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>Die Heilpraktikerpr\u00fcfung<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Ein besonders dunkles Kapitel ist die Pr\u00fcfung vor dem Amtsarzt, damit dieser sich \u00fcberzeuge, dass der Pr\u00fcfling keine Gefahr f\u00fcr die Volksgesundheit darstellt. Es sei nochmals darauf hingewiesen, dass alleine durch den Inhalt dieser Pr\u00fcfung oftmals das Ziel der Ausbildung zum Heilpraktiker weitgehend festgelegt ist.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Frage: Wie stellt der Amtsarzt fest, ob der angehende Heilpraktiker eine Gefahr f\u00fcr die Volksgesundheit darstellen w\u00fcrde? Das f\u00fchrt zu der Frage, wie ein Heilpraktiker die Volksgesundheit sch\u00e4digen kann.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Ganz offensichtlich wird der Heilpraktiker ja nur in Bezug auf einzelne Patienten t\u00e4tig, das hei\u00dft, die Volksgesundheit beeinflusst er dadurch, dass er die Gesundheit einzelner B\u00fcrger in seiner T\u00e4tigkeit sch\u00e4digt bzw. nicht im m\u00f6glichen Ma\u00df verbessert. Dies kann zum Einen durch Anwendung suboptimaler oder gar kontraproduktiver Behandlungsweisen geschehen, zum Anderen aber auch, wenn dem ratsuchenden Patienten Ratschl\u00e4ge erteilt werden, die sich bei Ber\u00fccksichtigung als nachteilig erweisen. Auch Unt\u00e4tigkeit oder das Nicht-Erkennen einer Notfallsituation kann zu einem Schaden als einem nicht optimalen Ergebnis f\u00fchren.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Damit ergeben sich durch die T\u00e4tigkeit des Heilpraktikers folgende Fehlerm\u00f6glichkeiten:<\/p>\n<ul>\n<li>Falsche Bewertung der Situation beim Patienten<\/li>\n<li>Fehlerhafte Beratung des Patienten<\/li>\n<li>Auswahl und Ausf\u00fchrung ungeeigneter Heilmethoden<\/li>\n<li>Fehlerhafte Ausf\u00fchrung von prinzipiell geeigneten Heilmethoden<\/li>\n<li>Fehlerhafte Anwendung einzelner Techniken, z.B. Injektionen<\/li>\n<li>Falsche Bewertung des Behandlungsfortschritts<\/li>\n<\/ul>\n<p lang=\"de-DE\">Wie man sieht, liegt das Sch\u00e4digungspotenzial des Heilpraktikers in hohem Ma\u00dfe darin, was er mit dem Patienten tut. Aber genau der Aspekt, dass der Heilpraktiker die richtigen Handlungen in der richtigen Art und Weise ausf\u00fchrt, genau dieser kommt zumindest im schriftlichen Teil der Heilpraktikerpr\u00fcfung nicht vor, wie man sich leicht selbst \u00fcberzeugen kann. Dies (<a href=\"http:\/\/www.paracelsus.de\/ftp\/18_03_15.pdf\" class=\"broken_link\">Link<\/a>) ist die bundeseinheitlich jetzt im M\u00e4rz 2015 durchgef\u00fchrte schriftliche Heilpraktikerpr\u00fcfung.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Wie man sieht, betreffen die Fragen durchaus ein weites Feld in Anatomie, Physiologie und auch der Pathologie, der Lehre von den Krankheiten. Aber der Heilpraktiker als handelndes Element, der etwas mit dem Patienten machen soll, um dessen Zustand zu verbessern, kommt allenfalls in einer einzigen Frage vor (Frage 55). Was nutzt es denn dem Patienten, wenn der Heilpraktiker wei\u00df, worin die Gefahren einer hypertensiven Krise bestehen (Frage 56), dass dies intrakranielle Blutungen und Lungen\u00f6dem sind, aber nicht wei\u00df, was er mit dem Patienten tun soll, dass eben genau diese Risiken nicht eintreten?<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Dass die Ringelr\u00f6teln eine Viruserkrankung sind (Frage 35), k\u00f6nnte ein betroffener Patient bzw. ein betroffener Elternteil ohne Weiteres rasch in der Wikipedia herausfinden (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ringelr%C3%B6teln\">Link<\/a>), aber was macht der Heilpraktiker jetzt? Nach Lage der Dinge ist nicht ausgeschlossen, dass derjenige, der den Wikipedia-Artikel bis zum Ende gelesen hat, mehr \u00fcber die Behandlungsverfahren wei\u00df als ein Heilpraktiker, der sich nur auf das Bestehen der Amtsarztpr\u00fcfung vorbereitet hat &#8211; zu der die Kenntnis \u00fcber die passende Behandlung eben nicht geh\u00f6rt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Dass diese Einschr\u00e4nkung auf nachlesbares Wissen nicht ein Einzelfall dieser einen Pr\u00fcfung war, l\u00e4sst sich sowohl anhand der ver\u00f6ffentlichten Pr\u00fcfungsfragen der vorangegangenen Jahre nachvollziehen (<a href=\"http:\/\/www.paracelsus.de\/ausbildung\/pruef\/pf_main.asp\">Link<\/a>) als auch bei Sichtung der einschl\u00e4gigen in Buchform erh\u00e4ltlichen Materialien zur Vorbereitung der schriftlichen Pr\u00fcfung. Machen Sie sich mal den Spa\u00df, suchen bei Amazon nach &#8218;<em>schriftliche Heilpraktikerpr\u00fcfung<\/em>&#8218; und werfen Sie einen &#8218;Blick ins Buch&#8216;. Ich wette, Fragen wie &#8218;<em>Wie finden Sie heraus ob &#8230;<\/em>&#8218; oder &#8218;<em>Was tun Sie, wenn &#8230;<\/em>&#8218; oder &#8218;<em>Welche Optionen haben Sie wenn &#8230;<\/em> &#8218; finden Sie nicht. Schon gar nicht Fragen wie &#8218;<em>Wie w\u00fcrde man diesen Fall konventionell therapieren?<\/em>&#8218; oder &#8218;<em>Welche Erfolgsaussichten h\u00e4tte ein konventionelle Behandlung in diesem Fall?<\/em>&#8218; oder &#8218;<em>Ist eine medikament\u00f6se Therapie m\u00f6glich?<\/em>&#8218;<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\u00dcber die m\u00fcndliche Pr\u00fcfung, in welcher der Pr\u00fcfling dem Amtsarzt frei Rede und Antwort stehen muss, gibt es nur ein paar wenige Ged\u00e4chtnisprotokolle, z.B. dieses (Edit 25.09.2015: Link erloschen.) oder auch hier (<a href=\"http:\/\/www.paracelsus.de\/ausbildung\/pruef\/pf_muendlich.asp\">Link<\/a>). Hier kommt offenbar als typisches Element eine verbal beschriebene Anamnesesituation hinzu. Aber auch diese soll man, so findet man in den einschl\u00e4gigen Empfehlungen, mit einem mehr oder weniger fest eingepr\u00e4gten Schema abarbeiten. Zum einen ist die Pr\u00fcfungssituation schon etwas n\u00e4her an den sp\u00e4teren realen Gegebenheiten, aber das Handlungselement &#8211; was macht der Heilpraktiker jetzt mit seiner gesammelten Information &#8211; kommt hier auch nicht vor. Und Amts\u00e4rzte scheinen, wenn man sich einzelne Protokolle durchliest, gelegentlich auch recht kooperativ zu sein.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Bedeutsam ist, dass der Heilpraktiker nicht nur nicht nach alternativmedizinischen Methoden befragt wird &#8211; die Antworten w\u00e4ren aus Sicht einer evidenzbasierten Medizin auch nicht sinnvoll zu bewerten. Viel wichtiger ist hingegen, dass auch konventionelle Therapiemethoden und Pharmakologie, also die Heilkunde im engeren Sinne und das Wissen \u00fcber Medikamente, in der Pr\u00fcfung nicht vorkommen. Nicht eine einzige Frage geht dahin, wie ein bestimmter Befund denn konventionell behandelt wird, welche Erfolgsaussichten dabei bestehen. Folglich sind diese Dinge auch nicht Gegenstand der Pr\u00fcfungsvorbereitungskurse, aus denen eine Ausbildung zum Heilpraktiker oftmals besteht. Daraus folgt nun wieder kurz und platt:<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"padding-left: 30px;\"><strong>Dass ein Heilpraktiker keine Ahnung von den Behandlungskonzepten der konventionellen Medizin hat, steht einem Bestehen der Pr\u00fcfung und damit einer T\u00e4tigkeitserlaubnis nicht entgegen.<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Zweifelsohne ist das Bestehen der Heilpraktikerpr\u00fcfung eine durchaus betr\u00e4chtliche Leistung, insbesondere, wenn man sich vor Augen f\u00fchrt, was es f\u00fcr jemanden mit wenig fremdsprachlichem Hintergrund bedeutet, mit den vielen Fachausdr\u00fccken aus der lateinischen oder griechischen Sprache konfrontiert zu werden. Auch ist es eine enorme Ged\u00e4chtnisleistung, die vielen Bestandteile des K\u00f6rpers, deren Funktion, die beteiligten Hormone, Enzyme und sonstigen K\u00f6rpers\u00e4fte, deren Grenzwerte, die Krankheiten und deren Erreger, Laborwerte und Diagnoseverfahren und was sonst noch dazukommt zu memorieren. Das ist eine durchaus nicht einfach zu l\u00f6sende Aufgabe &#8211; und es ist verst\u00e4ndlich, wenn ein erfolgreicher Proband einen gewissen H\u00f6henflug erlebt und am Ende auf seine Leistung stolz ist. Aber von dem, was ein Arzt k\u00f6nnen muss, n\u00e4mlich heilen, hat der Heilpraktiker nicht zwangsl\u00e4ufig eine Ahnung, zumindest, was die oft geschm\u00e4hte &#8218;Schulmedizin&#8216; betrifft.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Daher erscheint es grundfalsch, wenn man sich dann, nach der abgelegten Pr\u00fcfung, auch nur n\u00e4herungsweise als einem Arzt vergleichbar qualifiziert sieht. Was auch nicht dadurch richtiger wird, wenn es viele tun.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Quintessenz:<br \/>Die Pr\u00fcfung vor dem Amtsarzt beschr\u00e4nkt sich in vollem Umfang darauf, ob der Pr\u00fcfling sich in Aufbau und Funktion des menschlichen K\u00f6rpers soweit auskennt, dass er bestimmte Krankheitsbilder erkennen und einige damit zusammenh\u00e4ngende Fakten darstellen kann. Was mit dieser Information anzufangen ist, ist offenbar nicht Gegenstand der Pr\u00fcfung &#8211; und folglich auch nicht in der Lehre der Heilpraktikerschulen enthalten. Insbesondere bleiben Verfahren der Prophylaxe und der Therapie aus der konventionellen Medizin im Gro\u00dfen und Ganzen eher unbekannt &#8211; und damit auch die Kenntnis \u00fcber die Leistungsf\u00e4higkeit und Erfolgsaussichten dieser Verfahren.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>Weiterbildungsangebote an Heilpraktiker<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Was macht ein Heilpraktiker, der sich seiner Verantwortung stellen will und vielleicht sogar erkannt hat, dass er seine F\u00e4higkeiten verbessern sollte? Die Frage ist, ob und wie er seine Qualifikation auf dem Gebiet der Medizin ausbauen und verbessern kann. Gibt es solche Angebote?<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Ob Weiterbildungsangebote der konventionellen Medizin, die sich an \u00c4rzte richten, auch von Heilpraktikern wahrgenommen werden k\u00f6nnen, entzieht sich meiner Kenntnis. Meine Stichproben bei den von der Landes\u00e4rztekammer Baden-W\u00fcrttemberg angebotenen Veranstaltungen ergab, dass sich diese ausschlie\u00dflich an \u00c4rzte wenden. Mir war es auch nach intensiver Suche bei Google mit verschiedenen Suchbegriffen nicht m\u00f6glich, &#8217;schulmedizinische&#8216; Weiterbildungsangebote f\u00fcr Heilpraktiker aufzufinden. Wenn Sie als Leser auf entsprechende Quellen sto\u00dfen, lassen Sie es mich wissen und ich trage das hier nach.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Eine der gr\u00f6\u00dften Einrichtungen zur Ausbildung von Heilpraktikern scheint die Paracelsus-Schule zu sein, die an mehreren Standorten in Deutschland ihre Dienste anbietet. Hier finden wir auch ein umfangreiches Weiterbildungsprogramm, das dem Heilpraktiker offensteht. Auf dieser Seite, findet mein eine \u00dcbersicht der wichtigsten Weiterbildungsangebote (<a href=\"http:\/\/www.paracelsus.de\/ausbildung\/verz_haupt\/hp_haupt.asp\" class=\"broken_link\">Link<\/a>). Entsprechend der Zielgruppe sind hier viele eindeutig der Alternativmedizin zuzuordnende Therapieformen zu finden (Reiki, Blutegeltherapie, Bioresonanztherapie etc.) aber auch einige Angebote, die sich vom Titel her durchaus wie Themen der konventionellen Medizin geben (&#8218;Geriatrie&#8216;, &#8218;Allergische Erkrankungen&#8216;, &#8218;Frauenheilkunde&#8216;). Allerdings geht es auch hier, wenn man sich die Angebote im Detail ansieht, um alternativmedizinische Therapieverfahren, wenn auch, soweit aus der Ank\u00fcndigung erkennbar, durchaus anatomische und physiologische Gegebenheiten sowie die Pathologie behandelt werden. Unter dem Gebiet &#8218;Frauenheilkunde&#8216; finden sich denn auch solche Themen wie &#8218;Medizinisches Hatha-Yoga&#8216; oder unter dem Stichwort &#8218;Praktische Seelenarbeit&#8216; Themen wie &#8218;Reise in das tiefe innere Bild von Weiblichkeit&#8216;. (<a href=\"http:\/\/www.paracelsus.de\/ausbildung\/frauen\/frauen.asp\">Link<\/a>)<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Was mich allerdings verbl\u00fcfft, ist, wie locker und einfach die vielen sich widersprechenden und gegenseitig auschlie\u00dfenden Therapieverfahren nebeneinander existieren k\u00f6nnen. Da gibt es die Hom\u00f6opathie, die sich auf eine verstimmte Lebenskraft beruft, die mit der Symptomatik m\u00f6glichst \u00e4hnlichen Mitteln erfolgreich zu behandeln ist. Beim Reiki hingegen werden Energien des K\u00f6rpers durch Auflegen der H\u00e4nde beeinflusst, bei den Sch\u00fc\u00dfler-Salzen werden die Krankheiten durch St\u00f6rung des Mineralhaushalts der Zellen hervorgerufen, bei der Akupunktur geht es um Meridiane, in denen die Energie im K\u00f6rper flie\u00dft, die durch Einstechen von Nadeln beeinflusst werden. Andere Lehren verwenden Energiezentren, die Chakren genannt werden und durch irgendwelche Bahnen verbunden sind. Bei der Neuraltherapie werden St\u00f6rfelder durch das Einspritzen von Lokalan\u00e4sthetika entfernt. Die Heilpraktiker selbst berufen sich auf die Viersaftlehre aus der Antike, nach der Gesundheit aus dem Gleichgewicht der vier K\u00f6rpers\u00e4fte resultiert, das dann mit ausleitenden Verfahren wiederhergestellt werden muss, was sp\u00e4testens seit den Kenntnissen \u00fcber Bakterien und Viren als Krankheitserreger als Humbug anzusehen ist:<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8218;In unserem Kulturkreis fu\u00dft die Heilkunde, auf die sich der Heilpraktiker bis heute beruft, auf den S\u00e4ftelehren des griechischen Altertums, die sich im Wesentlichen \u00fcber das Mittelalter bis in die Humoralpathologie der Neuzeit erhalten haben. &#8218;<\/em><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">So steht es im Berufsbild bei den freien Heilpraktikern (<a href=\"https:\/\/freieheilpraktiker.com\/berufsbild\">Link<\/a>)<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Dieses ganze Konglomerat und noch viel mehr existiert nebeneinander her &#8211; und niemand wundert sich offenbar dar\u00fcber, dass dies doch nicht alles gleichzeitig zutreffen kann, folglich es sich zwangsweise bei einigen oder allen diesen Lehren um Quacksalberei handeln muss.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Und auch bei dieser Schule, die auf mich durchaus einen seri\u00f6sen Eindruck macht, gibt es deutliche Schattenseiten. Da gibt es ein Seminar &#8218;Unerf\u00fcllter Kinderwunsch&#8216;, das \u00fcber acht Stunden die Problematik behandelt. Der Referent hingegen, der da \u00fcber Reproduktionsorgane referiert, \u00fcber die vielf\u00e4ltigen Ursachen der Kinderlosigkeit und Untersuchungsverfahren sowie erprobte Tipps und Rezepturen darstellt, scheint daf\u00fcr nicht unbedingt \u00fcber die einschl\u00e4gige Qualifikation zu verf\u00fcgen: Er ist staatlich gepr\u00fcfter Masseur mit Zusatzausbildungen in Bindegewebsmassage, Lymphdrainage, Reiki, Ayurveda und vieles mehr, allerdings auf keine Art und Weise mit Gyn\u00e4kologie oder Fortpflanzungsmedizin in Verbindung zu bringen. (<a href=\"http:\/\/seminarflyer.paracelsus.de\/SSH78180515-web.pdf\" class=\"broken_link\">Link<\/a>)<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Heilpraktiker kommen also ganz offensichtlich nur mit den Verfahren und Lehren der Komplement\u00e4r- und Alternativmedizin intensiver in Kontakt, die konventionelle Medizin fehlt. Wundert es dann, dass Heilpraktiker praktisch ausschlie\u00dflich das Heil ihrer Patienten in eben diesen Therapieverfahren sehen und die konventionellen Verfahren in Diskussionsforen, Vortr\u00e4gen und Patientengespr\u00e4chen abwertend darstellen oder gar verteufeln und eindringlich davor warnen? Wie qualifiziert sind sie daf\u00fcr? Warum wird das nicht unterbunden?<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Damit kommt auch ein Teufelskreis in Gang: Die Nachfrage nach Naturheilkunde f\u00fchrt dazu, dass mehr Menschen die Zulassung als Heilpraktiker anstreben und auch erreichen &#8211; was zu mehr Werbung f\u00fcr die angewandten Verfahren der Naturheilkunde und zu mehr Skepsis gegen\u00fcber der konventionellen Medizin f\u00fchrt. Das wiederum l\u00e4sst die Naturheilkunde attraktiver erscheinen, womit die Nachfrage nach Naturheilverfahren steigt und sich die Katze in den Schwanz bei\u00dft.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Quintessenz:<br \/>Es scheint nicht gerade einfach zu sein, sich als Heilpraktiker \u00fcber schulmedizinische Themen fortzubilden. Das hei\u00dft aber auch, dass ein Heilpraktiker kaum in der Lage ist, seinen aus der Pr\u00fcfungsvorbereitung oder der Ausbildung resultierenden Mangel an Kompetenz in den Therapieverfahren der konventionellen Medizin und in der Pharmakologie auszugleichen. Er hat viele Angebote, sich zu einem Fachmann in der Alternativ- und Komplement\u00e4rmedizin weiterzuentwickeln &#8211; die konventionelle Medizin wird f\u00fcr ihn ein mehr oder weniger unbekanntes Gebiet bleiben.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>Schlussfolgerungen<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">So wie es aussieht, kann ein Heilpraktiker sich zu einem Kenner der verschiedenen alternativmedizinischen Heilverfahren entwickeln &#8211; auch wenn diese sich gegenseitig ausschlie\u00dfen &#8211; aber die Kenntnis der Schulmedizin als Heilkunde bleibt rudiment\u00e4r.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Wie kann ein Heilpraktiker dann \u00fcberhaupt die von ihm angewandten &#8218;Naturheilverfahren&#8216; bewerten? Ihm fehlt ja die Basis des Vergleichs, n\u00e4mlich wie und mit welchen Aussichten der Patient denn konventionell behandelt werden k\u00f6nnte. Damit wird pl\u00f6tzlich auch verst\u00e4ndlich, warum manche Heilpraktiker die konventionelle Medizin nur mit &#8211; nat\u00fcrlich \u00fcberfl\u00fcssigen &#8211; Operationen und Antibiotika in Verbindung bringen, Medikamente im Wesentlichen als &#8218;Chemiekeulen&#8216; sehen, die ohne Zweifel schlecht und voller Nebenwirkungen sind, weil &#8218;unnat\u00fcrlich&#8216;. Es ist einfach ein v\u00f6llig einseitiger Blick auf die Gesamtsituation, der sich aus der Unkenntnis der konventionellen Heilkunde ergibt. \u00dcberspitzt gesagt, es kann durchaus sein, dass der Betreffende sich nur via Presse oder Intenetforen \u00fcber die konventionelle Medizin informiert &#8211; und daher nur die Negativschlagzeilen registriert, die es ohne Zweifel gibt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Es ist, als w\u00fcrde man die Metzgerinnung nach den Grundz\u00fcgen einer gesunden Ern\u00e4hrung befragen. \u00dcber die Notwendigkeit, dem K\u00f6rper Proteine zuzuf\u00fchren, wird man au\u00dferordentlich eloquent reden k\u00f6nnen &#8211; die Kohlehydrate vom B\u00e4cker kennt man nur vom H\u00f6rensagen und da nicht viel Gutes. Auch das Quecksilber im Fisch ist ja so eine Sache&#8230;<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Nachdem die Nachfrage nach naturheilkundlichen Verfahren aber nun einmal existiert und in absehbarer Zeit wohl kaum zur\u00fcckgehen wird, w\u00e4re es etwas weltfremd zu fordern, dass den Heilpraktikern die Erlaubnis zur Aus\u00fcbung ihrer Heilkunde entzogen wird. Heilpraktiker und ihre Patienten sind auch W\u00e4hler &#8211; und damit d\u00fcrfte eine derartige Radikall\u00f6sung auch in der realen Politik kaum ernsthaft einen Protagonisten finden. Andererseits ist es sicher auch denkbar, dass nicht f\u00fcr alle Bagatellbeschwerden und -wehwehchen ein studierter Mediziner zu Rate gezogen werden m\u00fcsste, sondern dass tats\u00e4chlich eine Light-Ausf\u00fchrung eines Arztes sinnvoll sein k\u00f6nnte. Es scheint aber erforderlich, dass der Beruf des Heilpraktikers reformiert wird. Hierzu einige Ideen:<\/p>\n<ul>\n<li>Festlegen gesetzlich verbindlicher Ausbildungsinhalte und zu erbringender Pr\u00fcfungsleistungen, zumindest in der Qualit\u00e4t, wie es heute bei den Gesundheitsfachberufen \u00fcblich ist<\/li>\n<li>Aufnahme von Kenntnissen konventioneller Behandlungsmethoden und Pharmakologie in das zu vermittelnde und nachzuweisende Spektrum<\/li>\n<li>Festlegen einer gesetzlich verbindlichen Berufsordnung<\/li>\n<li>Einf\u00fchrung von Weiterbildungsangeboten &#8211; und auch einer Verpflichtung, diese wahrzunehmen &#8211; in konventionellen Verfahren<\/li>\n<li>Einschr\u00e4nkung der T\u00e4tigkeitserlaubnis des Heilpraktikers auf Felder, in denen er in Aus- oder Weiterbildung Kenntnisse und F\u00e4higkeiten durch amtliche Pr\u00fcfungen nachgewiesen hat<\/li>\n<li>Diese Beschr\u00e4nkung gilt ausdr\u00fccklich auch f\u00fcr \u00f6ffentliche \u00c4u\u00dferungen und Vortr\u00e4ge sowie Beratungsgespr\u00e4che mit Patienten, die aus der Position des Heilpraktikers heraus get\u00e4tigt werden und geeignet sein k\u00f6nnten, die Entscheidung eines Patienten f\u00fcr oder gegen eine gesundheitliche Ma\u00dfnahme zu beeinflussen<\/li>\n<li>Einf\u00fchrung einer Dokumentationspflicht f\u00fcr Diagnosen und Therapien mit einer angemessenen Aufbewahrungspflicht der Aufzeichnungen<\/li>\n<li>Einf\u00fchrung der Pflicht zu einer dokumentierenden Information der Patienten \u00fcber Inhalt und Stand der wissenschaftlichen Anerkennung der vorgeschlagenen Therapien, insbesondere, wenn diese umstritten sind oder gar als unwirksame Placebomedizin in der Kritik stehen<\/li>\n<li>Schaffung einer Institution &#8211; dies kann eine Kammer oder auch das Gesundheitsamt sein &#8211; die \u00fcber die Einhaltung der Vorgaben wacht, und die die T\u00e4tigkeitserlaubnis entziehen kann, wenn diese nicht eingehalten werden<\/li>\n<\/ul>\n<p lang=\"de-DE\">Dies ist naturgem\u00e4\u00df noch kein vollst\u00e4ndiges Konzept, sondern es sind erste \u00dcberlegungen, die sich aus diesem und dem vorherigen Blogbeitrag ergeben haben. Weitergehende Vorschl\u00e4ge k\u00f6nnen Sie, lieber Leser, gerne als Kommentar hinterlassen. Ich habe durchaus vor, diese Vorschl\u00e4ge den zust\u00e4ndigen Institutionen zu unterbreiten, also den Gesundheitsministerien des Bundes und der L\u00e4nder, den gesundheitspolitischen Sprechern der politischen Parteien.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Vielleicht kann man da ja doch etwas bewegen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon in meinem letzten Blogbeitrag (Link) klang das Thema Heilpraktiker an. Obwohl dieses Thema nicht direkt in meinen Blog passt, m\u00f6chte ich es hier doch eingehender beleuchten. 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