{"id":2387,"date":"2015-03-03T23:19:06","date_gmt":"2015-03-03T21:19:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2387"},"modified":"2017-08-15T18:54:54","modified_gmt":"2017-08-15T16:54:54","slug":"erkenntnistheorie-auf-homoeopathisch","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2387","title":{"rendered":"Erkenntnistheorie auf Hom\u00f6opathisch?"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook%7Ctwitter\" data-url=\"http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2387\" data-timestamp=\"1502823294\" data-hidezero=\"1\" data-backendurl=\"?rest_route=\/shariff\/v1\/share_counts&\"><ul class=\"shariff-buttons theme-default wcag_colors orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2387\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#38548F; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<span data-service=\"facebook\" style=\"color:#38548F\" class=\"shariff-count\"> 3<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2387&text=Erkenntnistheorie%20auf%20Hom%C3%B6opathisch%3F\" title=\"Bei Twitter teilen\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#115A92; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 30 32\"><path fill=\"#55acee\" d=\"M29.7 6.8q-1.2 1.8-3 3.1 0 0.3 0 0.8 0 2.5-0.7 4.9t-2.2 4.7-3.5 4-4.9 2.8-6.1 1q-5.1 0-9.3-2.7 0.6 0.1 1.5 0.1 4.3 0 7.6-2.6-2-0.1-3.5-1.2t-2.2-3q0.6 0.1 1.1 0.1 0.8 0 1.6-0.2-2.1-0.4-3.5-2.1t-1.4-3.9v-0.1q1.3 0.7 2.8 0.8-1.2-0.8-2-2.2t-0.7-2.9q0-1.7 0.8-3.1 2.3 2.8 5.5 4.5t7 1.9q-0.2-0.7-0.2-1.4 0-2.5 1.8-4.3t4.3-1.8q2.7 0 4.5 1.9 2.1-0.4 3.9-1.5-0.7 2.2-2.7 3.4 1.8-0.2 3.5-0.9z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">twittern<\/span>&nbsp;<span data-service=\"twitter\" style=\"color:#115A92\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button rss shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?feed=rss\" title=\"RSS-feed\" aria-label=\"RSS-feed\" role=\"button\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#aa2e00; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#fe9312\" d=\"M4.3 23.5c-2.3 0-4.3 1.9-4.3 4.3 0 2.3 1.9 4.2 4.3 4.2 2.4 0 4.3-1.9 4.3-4.2 0-2.3-1.9-4.3-4.3-4.3zM0 10.9v6.1c4 0 7.7 1.6 10.6 4.4 2.8 2.8 4.4 6.6 4.4 10.6h6.2c0-11.7-9.5-21.1-21.1-21.1zM0 0v6.1c14.2 0 25.8 11.6 25.8 25.9h6.2c0-17.6-14.4-32-32-32z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">RSS-feed<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><\/ul><\/div><p>Auf der Tagung &#8218;Science meets Homeopathy&#8216; vom 12. bis 14. Februar 2015 setzte sich Marc-Alexander Brysch in seinem Vortrag &#8218;Hom\u00f6opathie zwischen Zweifel und Dogma&#8216; auch mit einem Text auseinander, zumindest mit ein paar Zeilen davon, der von Frau Ute Parsch auf Amazon im Rahmen einer Rezension verfasst wurde. Im folgenden Artikel setzt sie sich damit auseinander. Ein Einblick in Wissenschaftsphilosophie&#8230;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Da nicht unbedingt davon auszugehen ist, dass Herr Brysch diesen Blog verfolgt, werde ich ihm den Artikel per Email zukommen lassen, um ihm wiederum anzubieten, hierzu Stellung zu nehmen.<\/p>\n<p>Hier also die Ausarbeitung von Ute Parsch:<\/p>\n<p><span style=\"color: #0d0d0d;\"><b>In K\u00fcrze<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0d0d0d;\">Auf der Tagung \u201eScience meets Homeopathy\u201c im Februar 2015 in Berlin nannte Marc-Alexander Brysch die Aufforderung an die Hom\u00f6opathen, ihre Behauptungen zu belegen, eine diskreditierende Abkehr vom erkenntnistheoretischen Hintergrund aller modernen Wissenschaft, dem kritischen Rationalismus. Wer aus dem Prinzip<\/span><span style=\"color: #0d0d0d;\"><i>, <\/i><\/span><span style=\"color: #0d0d0d;\">man m\u00fcsse k\u00fchne Theorien dahingehend untersuchen, wo man sich geirrt hat, ableitet, dass man denjenigen, der eine Hypothese aufstellt, auch nach Belegen f\u00fcr deren Richtigkeit frage, der habe seinen Popper nicht verstanden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0d0d0d;\">Anlass f\u00fcr die \u00c4u\u00dferung war ein Zitat aus einer kritischen Rezension des Buches &#8218;Hom\u00f6opathie f\u00fcr Skeptiker&#8216;, die auf Amazon.de (<a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/cdp\/member-reviews\/AKFAZPORNH5D9\/ref=pdp_new_read_full_review_link?ie=UTF8&amp;page=2&amp;sort_by=MostRecentReview#R2GKSPRV3F8WLU\" class=\"broken_link\">Link<\/a>) erschienen ist. Die Autorin der Rezension, Frau Ute Parsch, nimmt hier die Gelegenheit wahr, die kritisierten Passagen n\u00e4her zu beleuchten und sich der Diskussion zu stellen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0d0d0d;\">Das Fazit ist: Nein, es ist vielmehr der Standpunkt des Skeptikers, der dem kritischen Rationalismus entspricht: Die Erkenntnis, dass unser Wissen eben nicht letztbegr\u00fcndbar und immer fehlerbehaftet sein kann.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0d0d0d;\">Gerade wenn man sich der M\u00f6glichkeit eines Irrtums auf der einen oder der anderen Seite <\/span><span style=\"color: #000000;\">einer Debatte aber bewusst ist, ist es konsequent, das Gegen\u00fcber danach zu fragen, ob und wie er\/sie seine \u00dcberzeugung und Aussage getestet hat. Bestand die Behauptung kritische Tests, so ist die Frage nach diesen Belegen sogar Ausdruck und erste Voraussetzung der Bereitschaft des Fragers, einen eigenen Irrtum als m\u00f6glich anzuerkennen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0d0d0d;\">Erfolgte keinerlei kritischer Test, so ist eine Behauptung spekulativ \u2013 und nicht abgesichertes Wissen. Auch im kritischen Rationalismus muss man sich von reiner Spekulation nicht \u00fcberzeugen lassen, erst recht nicht, wenn es Argumente im gesicherten Wissen gegen diese Behauptung gibt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0d0d0d;\"><b>In L\u00e4nge<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><b>Hintergrund<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Wie sicher ist unser Wissen? Besser: Was ist wissenschaftliche Arbeit? Im Laufe der langen Zeit, in der der Mensch Wissenschaft betreibt, wurden diese Fragen unterschiedlich beantwortet.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Im Altertum bis in die fr\u00fche Neuzeit war man \u00fcberzeugt, dass es m\u00f6glich ist, sicheres und beweisbares Wissen \u00fcber die Vorg\u00e4nge der Welt anzusammeln. Man beobachtete die Vorg\u00e4nge in der Natur und leitete daraus vermeintlich allgemeing\u00fcltige Naturgesetze ab. Die Mathematik schien hier das Vorbild zu sein. Und so ging man davon aus, dass es verschiedene Quellen f\u00fcr sicheres Wissen geben kann: Logik, Deduktion oder Evidenz.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0d0d0d;\">Diese Denkrichtung wird als &#8218;Positivismus&#8216; bezeichnet &#8211; und ist heute weitestgehend \u00fcberholt und antiquiert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0d0d0d;\">Warum?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Erkenntnistheoretiker \u2013 also Philosophen \u2013 die es sich zur Aufgabe machten, solches Wissen zu untersuchen und seine Sicherheit nachzuweisen, erkannten nach und nach, dass jeder der vermeintlichen Wege zum letztbegr\u00fcndeten Wissen br\u00fcchig ist. Absolutes, sicheres Wissen \u00fcber die Welt gibt es nicht &#8211; und kann es nicht geben, denn: Die M\u00f6glichkeit des Irrtums ist in die menschliche Erkenntnis immer eingebaut.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Dies ber\u00fccksichtigt die heute nun \u00fcbliche Betrachtungsweise des sogenannten \u201e<\/span><span style=\"color: #000000;\"><i>kritischen Rationalismus<\/i><\/span><span style=\"color: #000000;\">\u201c. Sie geht urspr\u00fcnglich auf den \u00f6sterreichisch-britischen Philosophen Karl Popper (1902 &#8211; 1994) zur\u00fcck.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Nach Popper steht dem Wissenschaftler immer nur ein begrenztes Untersuchungsfeld zur <\/span><span style=\"color: #0d0d0d;\">Verf\u00fcgung, f\u00fcr das er Hypothesen und Theorien aufstellen kann. Diese Hypothesen und Theorien k\u00f6nnen aber jederzeit durch eine sp\u00e4tere erweiterte Betrachtung oder neue Ergebnisse widerlegt werden. Genau dies ist die Grundlage der modernen Sichtweise auf die Wissenschaft:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0d0d0d;\">Wissenschaftliche Erkenntnis kann nur aus Aussagen bestehen, deren Widerlegbarkeit theoretisch m\u00f6glich ist, und sie gelten nur solange als gesichertes Wissen, wie genau dies <\/span><span style=\"color: #000000;\">nicht erfolgt ist. Wissen besteht nicht mehr aus &#8218;bewiesenen&#8216;, das hei\u00dft f\u00fcr alle Zeit als zutreffend anerkannten Naturgesetzen, sondern aus Erkenntnissen, die trotz sch\u00e4rfster \u00dcberpr\u00fcfung an der Beobachtung bisher nicht widerlegt (&#8218;falsifiziert&#8216;) werden konnten. Aber genau morgen kann der Fall eintreten, dass dies geschieht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><b>Ist Skepsis eine positivistische Sichtweise?<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Die Frage der Pflicht, eine Hypothese zu belegen, und wer die nun tr\u00e4gt, der Autor oder der Kritiker, die Frage, was nachweisbar ist oder nicht und ob Skeptiker nun r\u00fcckst\u00e4ndige <\/span><span style=\"color: #0d0d0d;\">Positivisten sind, ist eine immer wiederkehrende Frage in der Diskussion um die <\/span><span style=\"color: #000000;\">Hom\u00f6opathie. Der Vorwurf des Wissenschaftspositivismus an Skeptiker und die GWUP allgemein steht so im Buch \u201eHom\u00f6opathie f\u00fcr Skeptiker\u201c und darauf spielt nat\u00fcrlich auch dieser Anschnitt aus dem Vortrag von Marc Alexander Brysch an:<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #000000;\">\u201e<i>Man brauche [von der Rezension] aber nur zwei S\u00e4tze zu lesen, um zu sehen, wes Geistes Kind die Skeptiker sind. Schreibt die doch glatt, dass Popper sagt, man m\u00fcsse k\u00fchne Theorien dahingehend untersuchen, wo man sich geirrt hat, um dann <\/i><\/span><span style=\"color: #0d0d0d;\"><i>daraus zu folgern, dass derjenige, der eine Hypothese aufstellt, diese auch belegen m\u00fcsse. So ein Quatsch. Mehr k\u00f6nne man sich ja als Skeptiker gar nicht diskreditieren. Wer Popper, so wie er (Brysch jr.) als Historiker, richtig verstanden h\u00e4tte, w\u00fcsste doch, dass eine Theorie so lange Bestand haben m\u00fcsse, bis nachgewiesen sei, dass sie nicht zutr\u00e4fe. Ich frage nach, ob das denn wirklich so sein kann, dass auch verr\u00fcckte Ideen als richtig gelten k\u00f6nnten, bis das Gegenteil bewiesen sei, was ja gelegentlich nicht m\u00f6glich sei. Er best\u00e4tigt dies\u2026\u201c<\/i><\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #0d0d0d;\"><i>(Zitat aus dem zusammenfassenden Tagungsbericht, <a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?page_id=2362\">Link<\/a>)<\/i><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Ich w\u00fcrde gerne eine kleine erkenntnistheoretische Betrachtung dazu nachreichen und zitiere deshalb erst einmal den exakten Wortlaut aus meiner Rezension des Buches &#8218;Hom\u00f6opathie f\u00fcr Skeptiker&#8216; von I. Schlingensiepen und M.-A. Brysch, auf den sich die Aussagen im Vortrag von M.-A. Brysch beziehen. (<a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/cdp\/member-reviews\/AKFAZPORNH5D9\/ref=pdp_new_read_full_review_link?ie=UTF8&amp;page=2&amp;sort_by=MostRecentReview#R2GKSPRV3F8WLU\" class=\"broken_link\">Link<\/a>)<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">\u201e<i>Fazit: Wissenschaft ist kein Weltbild, wie uns die Autoren weismachen wollen. Sie ist eine Methode. \u201eEs ist die Methode, k\u00fchne Hypothesen aufzustellen und sie der sch\u00e4rfsten Kritik auszusetzen, um herauszufinden, wo wir uns geirrt haben.&#8220; \u2013 So schreibt Karl Popper in \u201eAusgangspunkte. Meine intellektuelle Entwicklung. Deutsch von Friedrich Griese. Piper, 2. Aufl. 2006, S. 118\u201c<\/i><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Da wir Poppers Meinung zur Hom\u00f6opathie nicht kennen, k\u00f6nnen wir seine Definition der \u201eWissenschaft\u201c getrost als \u201eneutral\u201c ansehen. Und Popper gibt uns mit seiner Definition der wissenschaftlichen Methode den Auftrag, jeden, der eine spektakul\u00e4re <span style=\"color: #000000;\">Behauptung aufstellt, um stichhaltige Belege zu bitten, bevor wir ihm glauben; umso mehr, wenn bestens gesicherte naturwissenschaftliche Erkenntnisse f\u00fcr unseren Standpunkt sprechen. Nicht umgekehrt.\u201c<\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Herr Brysch fordert in seinem Vortrag: &#8218;<em>Doch, es ist umgekehrt<\/em>.&#8216; \u2013 Und umgekehrt bedeutet hier: Wer eine spektakul\u00e4re Behauptung aufstellt, stehe nicht in der Belegpflicht, sondern d\u00fcrfe das Behauptete auch ohne stichhaltige Belege als richtig verkaufen &#8211; so lange, bis ihn <\/span>jemand widerlegt hat.<\/p>\n<p>Leider muss ich Herrn Brysch hier widersprechen: Dieser Abschnitt der Rezension l\u00e4uft keineswegs auf den mir unterstellten Wechsel zum Positivismus hinaus. Und die Umkehrung entspricht nicht mehr Poppers Verst\u00e4ndnis von Wissenschaftlichkeit.<\/p>\n<p>Das wird schnell klar, wenn wir uns ein wenig mit den Unterschieden von Allaussagen und Existenzaussagen, von Beweisen und Belegen, sowie von gesichertem Wissen und Spekulation besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte das zuerst allgemein begr\u00fcnden, dann die Situation der Hom\u00f6opathie betrachten und zuletzt auch die Frage aufwerfen, ob sich denn die Hom\u00f6opathieforschung nicht selbst den Vorwurf des Positivismus gefallen lassen muss.<\/p>\n<p><span style=\"color: #0d0d0d;\">Zum besseren Verst\u00e4ndnis f\u00fcr alle, denen diese Begriffe neu sind, eine kurze Definition: Allaussagen sind allgemeing\u00fcltige Aussagen, also S\u00e4tze, die f\u00fcr alle Gegenst\u00e4nde mit einer bestimmten Eigenschaft gemacht werden. Beispiele sind \u201ealle Massen ziehen sich an\u201c oder \u201ealle Schw\u00e4ne sind wei\u00df\u201c. Existenzaussagen sind S\u00e4tze \u00fcber die grunds\u00e4tzliche Existenz eines Ph\u00e4nomens oder Objektes. Beispiele w\u00e4ren \u201ees gibt Einh\u00f6rner\u201c oder \u201ees gibt mindestens einen schwarzen Schwan\u201c.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0d0d0d;\"><b>Allgemeine Betrachtung<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Popper benutzt zur Verdeutlichung seiner Sichtweise ein einleuchtendes Beispiel: Aus der Beobachtung an einem Teich k\u00f6nnte man zu der Schlussfolgerung kommen, dass alle Schw\u00e4ne wei\u00df seien. Doch auch wenn man diese Beobachtung immer wieder best\u00e4tigt findet, auch an anderen Teichen, auch an allen Teichen einer ganzen Region oder eines ganzen Landes, ist die Schlussfolgerung nicht sicher zutreffend. Denn man kann sich nie sicher sein, ob man nicht irgendwo und irgendwann doch einen schwarzen Schwan ausfindig machen kann. Es ist unm\u00f6glich, alle Schw\u00e4ne im Universum zu beobachten, daher ist es unm\u00f6glich zu wissen, dass alle ohne Ausnahme wei\u00df sind.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0d0d0d;\">Poppers ber\u00fchmtes Beispiel der wei\u00dfen Schw\u00e4ne soll uns zeigen, dass Allaussagen (&#8218;Alle Schw\u00e4ne sind &#8230;&#8216;) nicht als allgemeing\u00fcltig wahr und zutreffend beweisbar sind. Selbst wenn wir immer nur wei\u00dfe Schw\u00e4ne beobachtet haben, k\u00f6nnen wir doch nicht sicher sein, dass <\/span>der Satz \u201ealle Schw\u00e4ne sind wei\u00df\u201c wahr ist. Es k\u00f6nnte irgendwo schwarze Schw\u00e4ne geben. Oder rosafarbene mit gr\u00fcnen Sternen.<\/p>\n<p>Die Schlussfolgerung daraus ist, dass Theorien, die Allaussagen machen, niemals vollst\u00e4ndig bewiesen werden k\u00f6nnen. Wir k\u00f6nnen in der Naturwissenschaft niemals abschlie\u00dfend beweisen, dass eine bestimmte Theorie \u201ewahr\u201c ist, wir k\u00f6nnen nur \u2013 und m\u00fcssen dies auch, um wissenschaftlich zu bleiben &#8211; \u00fcberpr\u00fcfen, ob sie falsch ist.<\/p>\n<p>Das ist das Ende des absolut sicheren Wissens. Letzte Sicherheit wird man \u00fcber die allgemeine G\u00fcltigkeit einer naturwissenschaftlichen Theorie niemals haben k\u00f6nnen, weil wir sie immer nur an endlich vielen Testf\u00e4llen und immer nur mit einer bestimmten Messgenauigkeit best\u00e4tigen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #0d0d0d;\">Unserem Wissen muss deshalb der unvermeidbare Makel anh\u00e4ngen, dass wir, wenn wir rational bleiben wollen, stets f\u00fcr m\u00f6glich halten m\u00fcssen, dass auch im bestens best\u00e4tigten Wissen Fehler sein k\u00f6nnen und Theorien irgendwann durch bessere ersetzt werden m\u00fcssen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0d0d0d;\">Genau <\/span><span style=\"color: #000000;\">diese Erkenntnis Poppers ist die Abkehr vom Positivismus.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Der Wissenschaftler tr\u00e4gt dieser Tatsache oft mit Formulierungen Rechnung in der Art von &#8218;Nach Allem, was wir heute wissen&#8230;&#8216; oder &#8218;Nach dem gegenw\u00e4rtigen Stand der Wissenschaft&#8230;\u2019 Mit derartigen Formulierungen deutet der Wissenschaftler also keineswegs bereits experimentell begr\u00fcndete Zweifel an \u2013 oder gar, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis die eine oder andere heute im Widerspruch zum gesicherten Wissen stehende Behauptung \u201abewiesen\u2018 sei. <\/span><\/p>\n<p>V<span style=\"color: #000000;\">ielmehr kann ich, wie oben gezeigt, nichts \u00fcber alle Schw\u00e4ne sagen, denn ich habe nicht alle Schw\u00e4ne beobachtet. Die Aussage \u201eEs gibt nur wei\u00dfe Schw\u00e4ne\u201c ist daher nicht beweisbar, sond<\/span><span style=\"color: #0d0d0d;\">ern nur widerlegbar.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0d0d0d;\">Allein: Auf diesen Punkt zielt der zweite Satz aus meiner Rezension, \u00fcber den Herr Brysch sich so freut<\/span>, weil er mir hier Positivismus unterstellen kann, gar nicht ab.<\/p>\n<p><span style=\"color: #0d0d0d;\">Dort ging es darum, dass man jemanden, der eine spektakul\u00e4re Behauptung aufstellt, um stichhaltige Belege bitten darf. Und im ganz speziellen Falle nat\u00fcrlich um die Frage, ob es ein hom\u00f6opathisches Ph\u00e4nomen \u00fcber die reinen Kontexteffekte der Behandlung hinaus gibt. Die Aussage \u201eEs gibt eine Wirksamkeit der Hom\u00f6opathika \u00fcber Placebo hinaus\u201c ist aber keine Allaussage, sondern eine Existenzaussage.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0d0d0d;\">Eine Existenzaussage ist n\u00e4mlich aus demselben Grund wie eben erl\u00e4utert nur belegbar, nicht widerlegbar<\/span><\/p>\n<p>Letzteres stellt keinen(!) Wechsel zum Positivismus dar, im Gegenteil. Poppers Falsifikationskriterium beruht auf der Unm\u00f6glichkeit, Allaussagen zu beweisen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #0d0d0d;\">Um eine Existenzaussage \u201eEs gibt mindestens einen schwarzen Schwan\u201c abschlie\u00dfend zu <\/span><span style=\"color: #0d0d0d;\"><i>widerlegen<\/i><\/span><span style=\"color: #0d0d0d;\">, m\u00fcsste es mir ebenso gelingen, alle Schw\u00e4ne zu beobachten, wie beim Versuch, die Aussage \u201eEs gibt <\/span><span style=\"color: #0d0d0d;\"><i>nur<\/i><\/span><span style=\"color: #0d0d0d;\"> wei\u00dfe Schw\u00e4ne\u201c abschlie\u00dfend zu <\/span><span style=\"color: #0d0d0d;\"><i>beweisen<\/i><\/span><span style=\"color: #0d0d0d;\">. Und daher ist beides nach Popper nicht m\u00f6glich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Es ist einfach nicht m\u00f6glich, zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob wirklich nie ein hom\u00f6opathisches Mittel in allen m\u00f6glichen Potenzierungsarten und -stufen tats\u00e4chlich bei keinem der vielen verschiedenen Krankheitsbilder und bei keinem Patienten eine minimalste Wirksamkeit \u00fcber Placebo hinaus zeigte. Wir m\u00fcssen also nach Belegen fragen, am besten reproduzierbaren Belegen, daf\u00fcr dass solche Wirkungen \u00fcber Placeboeffekt hinaus tats\u00e4chlich vorliegen. Und zwar auch noch in der von Hom\u00f6opathen ihren Patienten gegen\u00fcber behaupteten beeindruckenden St\u00e4rke \u2013 nicht etwa am Rande der Messgrenze.<\/span><\/p>\n<p>Poppers Kriterium zielt also auf die Kombination zweier Aspekte ab: unsere Unm\u00f6glichkeit, Allaussagen abschlie\u00dfend zu beweisen und die Erf\u00fcllbarkeit der \u00dcberpr\u00fcfungspflicht.<\/p>\n<p>Keinesfalls gibt Popper einen Freibrief f\u00fcr ungepr\u00fcfte Existenzaussagen aus, sie m\u00fcssten als richtig gelten, bis sie widerlegt sind.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Existenzbehauptungen m\u00fcssen (nicht bewiesen, aber wenigstens) belegt werden. Erst eine Messung bzw. der grunds\u00e4tzliche Beleg f\u00fcr die Existenz des behaupteten Ph\u00e4nomens macht aus der blanken Spekulation gesichertes (nicht sicheres) Wissen und schafft die Notwendigkeit der Erkl\u00e4rung des Ph\u00e4nomens.<\/span><\/p>\n<p>Im konkreten Beispiel bedeutet dies:<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Die Aussage \u201eEs gibt rosafarbene Schw\u00e4ne mit gr\u00fcnen Sternen\u201c bleibt eine Spekulation, bis wenigstens ein solcher Schwan vorgewiesen ist. Und es ist unlauter, zu behaupten, die Tiere w\u00e4ren die besten Haustiere \u00fcberhaupt, um dann in der Folge schon einmal Spezialfutter f\u00fcr rosafarbene Schw\u00e4ne mit gr\u00fcnen Sternen zu verkaufen, oder teure Fachzeitschriften \u00fcber deren optimierte Haltungsbedingungen zu vertreiben, bevor nachgewiesen ist, dass diese <\/span>Tiere \u00fcberhaupt existieren.<\/p>\n<p>Die Belegpflicht liegt hier keinesfalls bei der Kundschaft, die das sch\u00f6ne \u201erosa Schwanenfutter\u201c nicht kaufen will \u2013 und zwar nicht trotz, sondern wegen Poppers Erkenntnis, dass wir unm\u00f6glich alle Schw\u00e4ne im Universum beobachten k\u00f6nnen. Der Kunde ist also noch lange kein Positivist, wenn er ohne Belege des Verk\u00e4ufers daran zweifelt, dass sich der Kauf des Futters und der Fachzeitschrift auch lohnen. Oder wenn er zumindest erst einmal Belege daf\u00fcr haben m\u00f6chte, dass die Biester nicht bei\u00dfen oder exotische Krankheiten \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Alles andere w\u00e4re ein sinnloses Besch\u00e4ftigungsprogramm f\u00fcr Wissenschaftler, denn man <span style=\"color: #0d0d0d;\">m\u00fcsste nur heute behaupten, es g\u00e4be rosa Schw\u00e4ne mit gr\u00fcnen Sternen; morgen, es g\u00e4be gelb-blau karierte und \u00fcbermorgen rot-gr\u00fcn gestreifte. Jeder einzelne halbwegs der Sprache <\/span><span style=\"color: #000000;\">m\u00e4chtige Mensch schafft es ohne Weiteres, mindestens ein Dutzend solcher Behauptungen pro Tag zu kreieren. L\u00e4ge nun wirklich die Belegpflicht nicht beim Behaupter, so k\u00f6nnte man auf diese Weise s\u00e4mtliche Wissenschaftler mit einer unm\u00f6glichen weil nie enden wollenden Beobachtung aller Schw\u00e4ne besch\u00e4ftigen &#8211; um dann eine neue Farbschattierung vorzuschlagen. \u00dcberall in der Naturwissenschaft wird deshalb von demjenigen, der eine Behauptung, eine Hypothese aufstellt, erwartet, dass er gute Gr\u00fcnde vorlegt, warum wir uns von ihm \u00fcberzeugen lassen sollten.<\/span><\/p>\n<p>Einstein legte beispielsweise gleichzeitig mit der Vorstellung seiner Allgemeinen Relativit\u00e4tstheorie (\u201eART\u201c) auch vor, dass seine Formeln mit denen der Newtonschen Mechanik im klassischen Grenzfall korrespondieren \u2013 also im Rahmen der Messgenauigkeiten f\u00fcr den bew\u00e4hrten G\u00fcltigkeitsbereich der klassischen Theorie dieselben Ergebnisse liefern. Und zus\u00e4tzlich belegte er, dass die neuen Formeln die Periheldrehung des Merkurs, die im Rahmen der Newtonschen Mechanik unverst\u00e4ndlich blieb, erkl\u00e4ren und korrekt berechnen konnten. Und dar\u00fcber hinaus bot er mit konkreten Vorhersagen zu erwartender Raumkr\u00fcmmungseffekte bei einer Sonnenfinsternis einen weiteren Test an, der schnell zu einer Falsifikation gef\u00fchrt h\u00e4tte, w\u00e4ren die vorhergesagten Effekte nicht so eingetroffen wie vorher berechnet.<\/p>\n<p>Wichtig ist, dass es f\u00fcr das Erz\u00e4hlen dieser Geschichte der ART vollkommen unerheblich ist, zu erw\u00e4hnen, dass die allermeisten Physiker erst einmal in h\u00f6chsten Ma\u00dfe skeptisch waren, als sie h\u00f6rten, der junge Einstein habe eine neue Theorie der Gravitation vorgelegt. Entscheidend ist, dass Einstein m\u00fchelos die Skepsis seiner Kollegen \u00fcberwinden konnte, indem er nicht nur spekulative Behauptungen aufstellte, sondern gleichzeitig erste Belege und exakt <span style=\"color: #000000;\">falsifizierbare Vorhersagen vorlegte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><b>Fazit der erkenntnistheoretischen Betrachtung<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Richtig ist, dass Popper meint, wir sollen uns von dem Gedanken verabschieden, wer eine Hypothese aufstellt, muss sie auch beweisen k\u00f6nnen. Aber nicht, weil Popper die Verpflichtung zur \u00dcberpr\u00fcfung aufgibt, sondern den Gedanken des allumfassenden und auf Dauer end-g\u00fcltigen Beweises. Die Belegpflicht, dass es sich um eine prinzipiell nicht falsche Hypothese handelt, besteht nach wie vor.<\/span><\/p>\n<p>Erst durch eine Messung, die die Behauptung reproduzierbar best\u00e4tigt, holt der Naturwissenschaftler die Spekulation ins gesicherte Wissen. Erst durch reproduzierbare \u00dcbereinstimmung der gemachten Vorhersagen mit dem Experiment best\u00e4tigt sich, dass die Behauptung zumindest nicht v\u00f6llig daneben ist. Damit behaupten wir keinen Wahrheitsanspruch. Die neue Theorie bleibt genauso falsifizierbar &#8211; wie alle anderen best\u00e4tigten Theorien. Wir halten es aber mit Shakespeare: \u201eDie guten Gr\u00fcnde m\u00fcssen den besseren weichen.\u201c \u2013 Und bleiben offen f\u00fcr noch bessere.<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Aus einer Hypothese wird eine best\u00e4tigte Theorie, wenn es f\u00fcr diese neue Hypothese anerkannte Belege gibt, dass sie zumindest f\u00fcr das betrachtete Arbeitsfeld zutrifft und eventuelle Widerspr\u00fcche zu den bisherigen Erkenntnissen ausger\u00e4umt sind, entweder indem man fr\u00fchere Theorien angepasst oder verworfen hat oder die neue Hypothese solange umgeformt hat bis sich wieder ein widerspruchsfreies Erkenntnisgeb\u00e4ude ergeben hat.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Eine solche best\u00e4tigte Theorie hat wieder so lange Bestand, bis es uns gelungen ist, sie zu widerlegen. Das bedeutet aber nicht, dass wir blanke, unbelegte Spekulation nicht auch so nennen d\u00fcrfen. Eine reine Hypothese ist weder belegt noch widerlegt, denn sie ist (noch) nicht an der Natur \u00fcberpr\u00fcft. Wir d\u00fcrfen sie sogar unwissenschaftlich nennen, wenn sie sich der Verpflichtung zu testbaren Vorhersagen entzieht. Und falsch, wenn sie dem vorhandenen belegten Wissen widerspricht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Nein, damit erheben wir das belegte Wissen nicht zur absoluten Wahrheit; wir erkennen aber an, dass es bessere Gr\u00fcnde gibt, f\u00fcr richtig zu halten, was sich tagt\u00e4glich bew\u00e4hrt, als <\/span><span style=\"color: #0d0d0d;\">etwas, was den sich bew\u00e4hrenden Aussagen widerspricht, selbst aber keine Best\u00e4tigungen vorzuweisen hat.<\/span><\/p>\n<p>Wer eine Hypothese vorlegt, den d\u00fcrfen wir fragen: Warum sollte mich das \u00fcberzeugen?<\/p>\n<p>Gerade, indem wir das Gegen\u00fcber bitten, seine Belege vorzulegen, zeigen wir uns bereit, unsere bisherigen Aussagen zu \u00fcberdenken \u2013 und gegebenenfalls eine Falsifikation <span style=\"color: #000000;\">einzur\u00e4umen. Gerade unsere Frage \u201eWie hast Du Deine Aussage getestet?\u201c zeigt, dass wir die M\u00f6glichkeit einr\u00e4umen, dass es Dinge geben k\u00f6nnte, die uns bisher unbekannt waren. Man zeige ein Einhorn vor, lasse zu, dass \u00fcberpr\u00fcft wird, dass es sich nicht um eine F\u00e4lschung sondern um eine eigene Spezies handelt &#8211; und ab sofort wird niemand mehr daran zweifeln, dass es Einh\u00f6rner gibt.<\/span><\/p>\n<p>W\u00e4re man \u00fcberzeugt, bereits im unumst\u00f6\u00dflichen Besitz der Wahrheit zu sein, dann machte es keinen Sinn, das Gegen\u00fcber nach Belegen zu fragen. Und genau deshalb ist die Aufforderung, die Belege, die der Andere hat, zu zeigen, kein Positivismus.<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Poppers Erkenntnis bedeutet aber nicht, dass wir als notwendigerweise kritische Zuh\u00f6rer die \u00dcberzeugungsarbeit des Behaupters selbst zu \u00fcbernehmen h\u00e4tten. Er hat zu zeigen, dass er sich ebenso bewusst ist, dass er sich irren k\u00f6nnte, indem er vorlegt, dass er seine Behauptung sch\u00e4rfstm\u00f6glich getestet hat. Denn genau so gelangt er zu den Belegen, nach denen wir fragen. Indem wir ihm die M\u00f6glichkeit geben, diese Belege vorzulegen, kann er zeigen, ob oder dass es bessere Gr\u00fcnde f\u00fcr seinen neuen Standpunkt gibt als f\u00fcr unseren alten. Oder er kann zumindest konkrete Testm\u00f6glichkeiten benennen, anhand derer wir dies selbst leicht feststellen k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p>Bessere Gr\u00fcnde und konkrete Testm\u00f6glichkeiten. Nicht mehr, nicht weniger. Damit bleiben beide diskutierten Standpunkte falsifizierbar \u2013 und wir damit im kritischen Rationalismus.<\/p>\n<p>Der Positivismusvorwurf des Herrn Brysch an dieser Stelle ist schlicht falsch.<\/p>\n<p><b>Betrachten wir nun die Hom\u00f6opathie<\/b><\/p>\n<p>Die Hom\u00f6opathie ist 200 Jahre nach ihrer Erfindung keineswegs in der Situation einer frisch vorgelegten, noch nie \u00fcberpr\u00fcften Hypothese.<\/p>\n<p>\u00c4hnlichkeitsprinzip und Potenzierung basieren auf einem Naturverst\u00e4ndnis von vor 200 Jahren. In diesen 200 Jahren hat die Naturwissenschaft eine Menge Erkenntnisse in das <span style=\"color: #0d0d0d;\">Netz naturwissenschaftlicher Aussagen aufgenommen, die sich tagt\u00e4glich bestens best\u00e4tigen. Wenn die behauptete Wirksamkeit hochpotenzierter hom\u00f6opathischer Mittel real w\u00e4re, dann m\u00fcssten Stoffe in ihrer Abwesenheit eine durch sie determinierte Wirksamkeit kausal hervorrufen k\u00f6nnen. Dies steht in komplettem Widerspruch zur gegenw\u00e4rtigen wissenschaftlichen Erkenntnis.<\/span><\/p>\n<p>Keineswegs m\u00fcssen wir f\u00fcr den Hinweis auf diese Widerspr\u00fcche unser Theoriengeb\u00e4ude als \u201ewahr\u201c oder \u201efehlerfrei\u201c annehmen. Wir m\u00fcssen also nicht dem Positivismus verfallen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Wir d\u00fcrfen aber mit Fug und Recht auf die hohe Zuverl\u00e4ssigkeit der Modelle aus Atom- und Quantentheorie hinweisen, von denen Hahnemann naturgem\u00e4\u00df keine Ahnung haben konnte. Gerade aus diesen Modellen ergeben sich heute aber Probleme f\u00fcr die Vorstellung einer gezielten Wirksamkeit von Stoffen in ihrer Abwesenheit. Deshalb darf ich nach der Qualit\u00e4t der Belege fragen, ja \u00fcberhaupt nach ihrer Existenz, die mich davon \u00fcberzeugen sollen, dass der &#8222;Irrtum&#8220; eher im sich tagt\u00e4glich bew\u00e4hrenden Gef\u00fcge der Naturwissenschaften liegt <\/span>\u2013 und nicht in der Annahme, Hom\u00f6opathie sei mehr als ein Placebo.<\/p>\n<p>Wir d\u00fcrfen weiter darauf hinweisen, dass es innere Widerspr\u00fcche im Gedankengeb\u00e4ude der Hom\u00f6opathie gibt, sowie einander widersprechende Richtungen, die sich aber alle <span style=\"color: #000000;\">gleicherma\u00dfen auf \u201eErfahrung\u201c berufen. Nur h\u00e4tte man bei der Erfahrung eines echten Naturph\u00e4nomens \u00fcberall bei in etwa denselben Regeln ankommen m\u00fcssen, nicht bei komplett widerspr\u00fcchlichen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Zwei Beispiele f\u00fcr solche Widerspr\u00fcche innerhalb der Hom\u00f6opathie:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Tats\u00e4chlich verbietet Hahnemann im Organon explizit, mehr als nur ein einziges <\/span><span style=\"color: #0d0d0d;\">Hom\u00f6opathikum auf einmal zu geben, eben das Simile. (Siehe \u00a7273 <em>\u201eIn keinem Falle von Heilung ist es n\u00f6thig und de\u00dfhalb allein schon unzul\u00e4ssig, mehr als eine einzige, einfache Arzneisubstanz auf einmal beim Kranken anzuwenden.\u201c<\/em>); dennoch gibt es auf dem Markt <\/span><span style=\"color: #000000;\">zahlreiche erfolgreich vertriebene Komplexmittel, die nicht einmal individuell nach den Symptomen des einzelnen Patienten zusammengestellt werden, sondern wie normale Medikamente auch nach einer einheitlichen Indikation empfohlen werden. Nicht nur, dass hier keinerlei \u201einnerdisziplin\u00e4re Diskussion\u201c zu erkennen ist, die Hom\u00f6opathie zitiert durchaus auch Studien zu diesen Komplexmitteln ganz allgemein als Nachweis f\u00fcr ihre Wirksamkeit an sich (<a href=\"http:\/\/www.pharmazeutische-zeitung.de\/index.php?id=28113\">Link<\/a>), gibt sich also nach au\u00dfen als \u201edie Hom\u00f6opathie\u201c.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0d0d0d;\">Ein anderes <\/span><span style=\"color: #000000;\">Beispiel w\u00e4re die Tatsache, dass Hom\u00f6opathika Umfragen zufolge zum \u00fcberwiegenden Teil nicht nach Anamnese auf die individuellen Symptome abgestimmt eingenommen werden, sondern in Selbstmedikation nach Empfehlung aus dem Bekanntenkreis, Erfahrungsberichten aus Zeitschriften oder \u00c4hnlichem. (<a href=\"http:\/\/www.aerztezeitung.de\/politik_gesellschaft\/arzneimittelpolitik\/article\/872045\/alternative-medizin-homoeopathie-immer-beliebter.html\">Quelle<\/a>). Nach hom\u00f6opathischer Lehre m\u00fcsste die Wahrscheinlichkeit, das passende Simile auf diese Weise zu erwischen, drastisch sinken. Es m\u00fcsste fast unm\u00f6glich sein, per Zufall das richtige, das einzig wirksame Medikament auf diese Weise auszuw\u00e4hlen. Die Kunden merken aber offenbar keinen Unterschied, sonst w\u00fcrden sie es ja nicht so machen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0d0d0d;\">Zuletzt d\u00fcrfen wir darauf verweisen, <\/span><span style=\"color: #000000;\">dass die Hom\u00f6opathie umfangreich getestet ist. Wir haben sie fast 200 Jahre lang getestet. Mit dem N\u00fcrnberger Kochsalzversuch im Jahr 1835 haben wir eine der ersten verblindeten Testsituationen <\/span><span style=\"color: #0d0d0d;\">\u00fcberhaupt. <\/span>Die Naturwissenschaften haben sich also offen gezeigt f\u00fcr die M\u00f6glichkeit eines unbekannten Ph\u00e4nomens. Wir haben getestet, nicht unbesehen verworfen. Wir haben unseren Standpunkt damit hinterfragt.<\/p>\n<p><span style=\"color: #0d0d0d;\">Aber dennoch schreibt Claudia Witt 2010 (<a href=\"http:\/\/epidemiologie.charite.de\/fileadmin\/user_upload\/microsites\/m_cc01\/epidemiologie\/downloads\/Informationen_Homoeopathie.pdf\" class=\"broken_link\">Quelle<\/a>): <em>&#8222;Bisher ist nicht eindeutig belegt, dass sich hom\u00f6opathische Arzneimittel von Placebo unterscheiden&#8220;<\/em>. In allen diesen Tests ist eben gerade kein stabil reproduzierbarer Effekt nachweisbar gewesen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Und genau deshalb ist es nicht positivistisch, das sich tagt\u00e4glich best\u00e4tigende Netz der naturwissenschaftlichen Erkenntnis f\u00fcr das bessere Modell zu halten \u2013 und die Annahme, Hom\u00f6opathie sei mehr als ein Placebo, die dieses Modell in weiten Teilen obsolet machen w\u00fcrde, gerade im Popperschen Sinne zu verwerfen.<\/span><\/p>\n<p>M\u00f6chte die Hom\u00f6opathieforschung also unter diesen Gegebenheiten ernst genommen werden und sich nicht auf d\u00fcnnem Eis wiederfinden, dann muss sie vor allen Dingen eines tun: Sie muss belegen, dass sie sich seri\u00f6s \u2013 also im Popperschen Sinne \u2013 mit der vorliegenden Situation besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>Und damit bin ich bei der letzten Frage, die ich stellen m\u00f6chte:<\/p>\n<p><b>Wie wissenschaftlich ist die Hom\u00f6opathieforschung?<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>Wird hier sauberes Bem\u00fchen um Erkennen und Verwerfen falscher Aussagen im Gedankengeb\u00e4ude der Hom\u00f6opathie betrieben?<\/li>\n<li>Gibt es eine Bereitschaft zur Falsifikation?<\/li>\n<li>Besch\u00e4ftigen sich die ver\u00f6ffentlichten Arbeiten mit den dringlichsten Fragen der Hom\u00f6opathie, also den inneren und \u00e4u\u00dferen Widerspr\u00fcchen?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Was bedeutet es beispielsweise, wenn am Ende einer Arbeit, die keinen Unterschied <span style=\"color: #000000;\">zwischen den verblindeten Gruppen findet, ausschlie\u00dflich folgende Schlussfolgerung gezogen wird (<a href=\"http:\/\/www.hindawi.com\/journals\/tswj\/2011\/432505\/abs\/\" class=\"broken_link\">Quelle<\/a><\/span><span style=\"color: #000000;\">):<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #000000;\">\u201e\u2026<span lang=\"en-US\"><i>In this study with yeast, no significant effects were found for any outcome parameter or <\/i><\/span><\/span><span lang=\"en-US\"><i>any homeopathic treatment. Since in parallel experiments arsenic-stressed duckweed showed highly significant effects after application of potentized Arsenicum album and duckweed nosode preparations from the same batch as used in the present study, some <\/i><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span lang=\"en-US\"><i>specific properties of this experimental setup with yeast must be responsible for the lacking response.\u201d<\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Also: Wenn man im Versuch keinen Unterschied zwischen Hom\u00f6opathie- und <\/span>Placebogruppe findet, dann sagt das \u00fcber die Hom\u00f6opathie selbst nichts aus, sondern dar\u00fcber, dass der Test unbrauchbar war. Treten dagegen Gruppenunterschiede auf, so sollen diese etwas \u00fcber die gezielte Wirksamkeit der Mittel aussagen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #0d0d0d;\">Welches Testrisiko besteht denn bitte f\u00fcr die Hom\u00f6opathie in so einer Arbeit?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0d0d0d;\">Was macht die Hypothese \u201eHom\u00f6opathie ist mehr als ein Placebo\u201c denn k\u00fchn, wenn sie sich gar nicht dem Risiko der Falsifikation aussetzt &#8211; wenn kein Effekt auftritt, hei\u00dft es ja, das Verfahren zur \u00dcberpr\u00fcfung sei eben ungeeignet. Es gibt offensichtlich aus Sicht der Hom\u00f6opathie nur zwei verschiedene Arten von Pr\u00fcfverfahren: Solche, die die Hom\u00f6opathie best\u00e4tigen und solche, die unzutreffende Ergebnisse liefern.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0d0d0d;\">Warum gibt es keinen Aufschrei in der hom\u00f6opathischen Welt, wenn eine Arbeit als Ergebnis hat<\/span>, der Effekt werde sogar verst\u00e4rkt, wenn das Hom\u00f6opathikum nicht eingenommen wird, sondern in einer Phiole verbleibt?<\/p>\n<p>W\u00fcrde ein solches Ergebnis doch nahezu die gesamte hom\u00f6opathische Praxis falsifizieren. \u2013 Aber man ignoriert <span style=\"color: #0d0d0d;\">das, macht weiter, wie bisher. Was sagt das \u00fcber die Bereitschaft zur Falsifikation?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0d0d0d;\">Und das ist <\/span><span style=\"color: #000000;\">kein Einzelfall: Warum gibt es keinen Aufschrei, wenn bei mehreren getesteten Substanzen eine andere die Effekte erzielt als nach dem \u00c4hnlichkeitsprinzip zu erwarten (<a href=\"http:\/\/www.researchgate.net\/publication\/51035889_Development_of_a_test_system_for_homeopathic_preparations_using_impaired_duckweed_(Lemna_gibba_L.)\/file\/9fcfd51384bde00836.pdf\" class=\"broken_link\">Link<\/a>)? Und was falsifiziert dieses Ergebnis?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Und wenn es nichts <\/span><span style=\"color: #0d0d0d;\">falsifiziert \u2013 was testet der Test dann?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0d0d0d;\">Die Carstens-Stiftung nennt in einer \u00dcberblicksarbeit von 2006 mehrere Indikationen, bei denen die Studienlage recht eindeutig keine \u00dcberlegenheit gegen Placebo ergab. Darunter den Muskelkater. Ganz Deutschland &#8211; au\u00dfer seinen Hom\u00f6opathen &#8211; h\u00e4lt sich an dieses Ergebnis. <\/span><span style=\"color: #000000;\">Hom\u00f6opathie wird weiter als gezielt wirksam bei Muskelkater angeboten. (z.B. <a href=\"http:\/\/homoeopathie-liste.de\/anwendungs-gebiete\/muskelkater.htm\">hier<\/a> oder <a href=\"http:\/\/lexikon-der-homoeopathie.de\/krankheiten\/muskelkater.htm\" class=\"broken_link\">hier<\/a>\u00a0 oder <a href=\"http:\/\/www.experto.de\/b2c\/gesundheit\/homoeopathie\/mit-homoeopathie-gegen-den-muskelkater.html\">hier<\/a>)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Welche These stand also zur Falsifikation auf dem Pr\u00fcfstand bzw. welche Konsequenz wurde aus der offenbar erfolgreichen Falsifikation gezogen?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">In Diskussionen frage ic<\/span><span style=\"color: #0d0d0d;\">h mitunter mein <\/span>Gegen\u00fcber: Was w\u00fcrde Sie davon \u00fcberzeugen, dass die Hom\u00f6opathie nicht \u00fcber Kontexteffekte hinaus kommt? Ich muss sagen, dass ich noch nie eine konkrete und sinnvolle Antwort bekommen habe. Meist kommt etwas in der Art \u201ewenn ich keine Besserungen unter Hom\u00f6opathie erleben w\u00fcrde.\u201c<\/p>\n<p>Doch genau das ist g\u00e4nzlich unm\u00f6glich: Auch unter einem Placebo k\u00f6nnen Besserungen vorkommen. Diese Beobachtung wird man daher niemals machen. Der eigene Standpunkt kann mit diesem Kriterium also nicht als Irrtum erkannt werden. Oder anders gesagt: Dieser Test erf\u00fcllt in keiner Weise Poppers Forderung nach sch\u00e4rfstm\u00f6glicher \u00dcberpr\u00fcfung unserer Hypothesen. <span style=\"color: #0d0d0d;\">Dabei w\u00e4re dies die erste und grundlegende Voraussetzung aller seri\u00f6sen wissenschaftlichen T\u00e4tigkeit: Sich Tests zu \u00fcberlegen, anhand derer man falsifizieren kann.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0d0d0d;\">Die 6. Auflage des Organons wurde um 1840 verfasst. Nach einem so langen Zeitraum darf man auch einmal fragen, welche der Paragraphen dieses alten Buches denn heute unter Hom\u00f6opathen allgemein als falsifiziert gelten? Erstaunlicherweise, trotz allen erweiterten Wissens der Medizin offenbar kein einziger, denn genau dieses Buch ist auch heute noch Grundlage der Ausbildung zum Hom\u00f6opathen (<a href=\"https:\/\/www.homoeopathie-zertifikat.de\/phocadownload\/Broschuere%20Ausbildungsinhalte%2012_2013.pdf\" class=\"broken_link\">Link<\/a> &#8211; Seite 5).<\/span><\/p>\n<p>Welche Pr\u00fcfsymptome wurden aus den Arzneimittelbildern denn wieder entfernt, weil man sie falsifiziert hat?<\/p>\n<p>Welche Stoffe wurden als Arzneimittel verworfen?<\/p>\n<p>Welche Dosierungsvorschriften wurden als falsch erkannt? Und wie?<\/p>\n<p>Wo ist die Liste der von Hom\u00f6opathen falsifizierten und verworfenen Aussagen ihres Gedankengeb\u00e4udes?<\/p>\n<p>Und was sagt es \u00fcber die Hom\u00f6opathieforschung und ihre Bereitschaft zur Falsifikation aus, wenn es bis heute eben keine \u00fcberarbeitete 7. Auflage des Organons gibt, in dem alle als falsch <span style=\"color: #0d0d0d;\">erkannten <\/span><span style=\"color: #000000;\">Paragraphen fehlen? Oder eben keine Paragraphen als \u00fcberholt erkannt wurden?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0d0d0d;\"><b>Schlussfolgerung \/ Quintessenz<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0d0d0d;\">Die Hom\u00f6opathie selbst ist einem Positivismus unterlegen, nicht deren Kritiker. Sie hat sich niemals von innen heraus einer kritisch-rationalen \u00dcberpr\u00fcfung unterzogen, die Werke des gro\u00dfen Meisters und Propheten schon gar nicht. Falsifikationen, also Hinweise auf Widerspr\u00fcche innerhalb der Hom\u00f6opathie als auch im Zusammenhang zu den Naturwissenschaften, stammen von Wissenschaftlern und Skeptikern, also von au\u00dfen. Kritische Einw\u00e4nde werden nicht selten mit dem Hinweis auf eine gro\u00dfe Zahl zufriedener Anwender, die in dieser Menge ja gar nicht irren k\u00f6nnten (!), verworfen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0d0d0d;\">Eine wirklich kritische innerdisziplin\u00e4re Diskussion fehlt v\u00f6llig. Forschung dient in der Hom\u00f6opathie nicht dazu, den eigenen Kenntnisstand durch den Versuch von Falsifizierung zu \u00fcberpr\u00fcfen und damit zu besserer Erkenntnis zu gelangen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0d0d0d;\">Wer dagegen <\/span>um Belege bittet, bevor er ein sich bestens bew\u00e4hrendes Gef\u00fcge naturwissenschaftlicher Aussagen \u00fcber Bord wirft, behauptet damit keineswegs, bereits im Besitz einer letztbegr\u00fcndeten Wahrheit zu sein.<\/p>\n<p>Wenn das der Standpunkt w\u00e4re, br\u00e4uchte man nicht um Belege zu bitten.<\/p>\n<p><span style=\"color: #0d0d0d;\">Also, das Fazit ist: Wer selbst im Glashaus sitzt\u2026<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf der Tagung &#8218;Science meets Homeopathy&#8216; vom 12. bis 14. Februar 2015 setzte sich Marc-Alexander Brysch in seinem Vortrag &#8218;Hom\u00f6opathie zwischen Zweifel und Dogma&#8216; auch mit einem Text auseinander, zumindest mit ein paar Zeilen davon, der von Frau Ute Parsch &hellip; <a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2387\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1,13,4],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2387"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2387"}],"version-history":[{"count":9,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2387\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3182,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2387\/revisions\/3182"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2387"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2387"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2387"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}