{"id":2283,"date":"2014-12-20T15:20:08","date_gmt":"2014-12-20T13:20:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2283"},"modified":"2017-08-15T18:23:11","modified_gmt":"2017-08-15T16:23:11","slug":"homoeopathie-fuer-skeptiker-und-neugierige","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2283","title":{"rendered":"Hom\u00f6opathie f\u00fcr Skeptiker und Neugierige&#8230;"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook%7Ctwitter\" data-url=\"http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2283\" data-timestamp=\"1502821391\" data-hidezero=\"1\" data-backendurl=\"?rest_route=\/shariff\/v1\/share_counts&\"><ul class=\"shariff-buttons theme-default wcag_colors orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2283\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#38548F; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<span data-service=\"facebook\" style=\"color:#38548F\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2283&text=Hom%C3%B6opathie%20f%C3%BCr%20Skeptiker%20und%20Neugierige%E2%80%A6\" title=\"Bei Twitter teilen\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#115A92; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 30 32\"><path fill=\"#55acee\" d=\"M29.7 6.8q-1.2 1.8-3 3.1 0 0.3 0 0.8 0 2.5-0.7 4.9t-2.2 4.7-3.5 4-4.9 2.8-6.1 1q-5.1 0-9.3-2.7 0.6 0.1 1.5 0.1 4.3 0 7.6-2.6-2-0.1-3.5-1.2t-2.2-3q0.6 0.1 1.1 0.1 0.8 0 1.6-0.2-2.1-0.4-3.5-2.1t-1.4-3.9v-0.1q1.3 0.7 2.8 0.8-1.2-0.8-2-2.2t-0.7-2.9q0-1.7 0.8-3.1 2.3 2.8 5.5 4.5t7 1.9q-0.2-0.7-0.2-1.4 0-2.5 1.8-4.3t4.3-1.8q2.7 0 4.5 1.9 2.1-0.4 3.9-1.5-0.7 2.2-2.7 3.4 1.8-0.2 3.5-0.9z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">twittern<\/span>&nbsp;<span data-service=\"twitter\" style=\"color:#115A92\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button rss shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?feed=rss\" title=\"RSS-feed\" aria-label=\"RSS-feed\" role=\"button\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#aa2e00; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#fe9312\" d=\"M4.3 23.5c-2.3 0-4.3 1.9-4.3 4.3 0 2.3 1.9 4.2 4.3 4.2 2.4 0 4.3-1.9 4.3-4.2 0-2.3-1.9-4.3-4.3-4.3zM0 10.9v6.1c4 0 7.7 1.6 10.6 4.4 2.8 2.8 4.4 6.6 4.4 10.6h6.2c0-11.7-9.5-21.1-21.1-21.1zM0 0v6.1c14.2 0 25.8 11.6 25.8 25.9h6.2c0-17.6-14.4-32-32-32z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">RSS-feed<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><\/ul><\/div><p>&#8230; lautete der Titel eines Vortrages mit anschlie\u00dfender Diskussion, der am 12.12.2014 in der Berliner Urania stattfand. Au\u00dfer mir hatten sich auch einige Berliner Skeptiker eingefunden. Hier ein kommentierter Bericht.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>In K\u00fcrze<\/strong><\/p>\n<p>Der Vortrag versprach mit seinem Titel wesentlich mehr, als er inhaltlich bieten konnte. Wer Argumente erwartete, die dem nach Evidenz suchenden Skeptiker neue Denkanst\u00f6\u00dfe bieten k\u00f6nnten, oder die zumindest die Kritik an der Hom\u00f6opathie h\u00e4tten in der Sache widerlegen k\u00f6nnen, sah sich entt\u00e4uscht. Neben der ausufernden Darlegung von in dieser Hinsicht wenig relevanten Sachverhalten wie die Auseinandersetzung mit dem Begriff des Skeptizismus oder dem Verlesen einer Fallstudie aus dem von den Vortragenden in diesem Jahr ver\u00f6ffentlichten Buch, gab es nur Ergebnisse aus einer seit L\u00e4ngerem bekannten Studie zur hom\u00f6opathischen Behandlung von ADHS. Hierzu wesentliche Informationen, wie zum Beispiel einfach den Zahlenwert des Ergebnisses, waren auch auf Nachfrage nicht verf\u00fcgbar. Einige Angaben erwiesen sich als v\u00f6llig unzutreffend, etwa, dass die generelle Studienlage klar die Wirksamkeit hom\u00f6opathischer Behandlungen bei ADHS zeige oder dass die zitierte Studie mehrere Forschungspreise erhalten h\u00e4tte. Es wurden sogar Ergebnisse pr\u00e4sentiert, die es augenscheinlich nie gegeben hat. Glaubte man wirklich, damit ein skeptisches Publikum, das man mit dem Vortragstitel eingeladen hatte, \u00fcberzeugen zu k\u00f6nnen? Oder haben die Vortragenden den Realit\u00e4tsbezug verloren?<\/p>\n<p>Letztendlich hat man hiermit der Hom\u00f6opathie einen B\u00e4rendienst erwiesen. Oder was ist davon zu halten, dass man dies offenbar f\u00fcr das \u00dcberzeugendste h\u00e4lt, das man den Argumenten der Kritiker entgegenstellen kann?<\/p>\n<p><strong>In L\u00e4nge<\/strong><\/p>\n<p>Der Vortrag bot in erstaunlich gro\u00dfer Zahl Ansatzpunkte zur Kritik. Ich beschr\u00e4nke mich im Folgenden auf die wesentlichen Punkte, die sich direkt auf die Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie oder die Studien beziehen. Dennoch sind das sehr viele Punkte und man l\u00e4uft etwas Gefahr, dass in der Auseinandersetzung damit der eigentliche Vortragsinhalt nicht mehr erkennbar ist. Daher sei eine Inhaltsangabe vorangestellt.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbersicht und Vortragsinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Prinzipiell ist es ja sehr erfreulich, dass jemand aus der Hom\u00f6opathenszene den Dialog mit den Kritikern sucht und sich in Wort und Schrift an die Hom\u00f6opathie-Skeptiker wendet. Insbesondere, wenn in der Ank\u00fcndigung auch die M\u00f6glichkeit zur Diskussion extra betont wird. Eine sachliche Auseinandersetzung zum Thema kann eigentlich nur dazu f\u00fchren, die aufgeladene Emotionalit\u00e4t zu entspannen, mit der dieses Thema \u00fcblicherweise diskutiert wird. Also habe ich die durchaus betr\u00e4chtlichen Kosten einer Reise von der S\u00fcdwestecke Deutschlands nach Berlin nicht gescheut, um mir am 12.12.2014 den Vortrag &#8218;Hom\u00f6opathie f\u00fcr Skeptiker und Neugierige&#8216; in der Berliner Urania anzuh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Der Vortrag wurde von Frau Dr. Schlingensiepen-Brysch und ihrem Sohn, Mark-Alexander Brysch gehalten. In diesem Jahr war bereits ein Buch der gleichen Autoren mit \u00e4hnlichem Titel erschienen (&#8218;Hom\u00f6opathie f\u00fcr Skeptiker &#8211; Wie sie wirkt, warum sie heilt, was belegt ist&#8216;), das einige inhaltliche Kritik erregt hatte (<a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/review\/R2GKSPRV3F8WLU\/ref=cm_cr_pr_viewpnt#R2GKSPRV3F8WLU\">hier<\/a> und <a href=\"http:\/\/blog.gwup.net\/2014\/04\/06\/eine-uble-mogelpackung-homoopathie-fur-skeptiker\/\">hier<\/a>). Frau Dr. Schlingensiepen trat auch in der Fernsehsendung &#8218;Hart aber Fair&#8216; vom 31.3.2014 auf, die ebenfalls ein kritisches Echo hervorrief (<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/tv\/homoeopathie-debatte-bei-hart-aber-fair-a-961827.html\">hier<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/medien\/tv-kritik\/tv-kritik-hart-aber-fair-mit-mauerresten-heilt-man-nicht-12873916.html\">hier<\/a>).<\/p>\n<p>Zum Vortrag selbst fanden sich etwa 60 Zuh\u00f6rer in der Urania ein, darunter auch eine Reihe von Mitgliedern der Berliner Gruppe der Gesellschaft f\u00fcr die wissenschaftliche Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) und des skeptisch eingestellten Umfeldes. Auf der B\u00fchne fand sich eine Sitzgruppe, von der aus der Vortrag gehalten wurde, ohne jede weitere visuelle Unterst\u00fctzung durch Grafiken oder sonstige Hilfsmittel.<\/p>\n<p>Die Ziele, die die Vortragenden erreichen wollten, blieben etwas im Unklaren. Ich gehe davon aus, dass es darum ging, den Kritikern der Hom\u00f6opathie \u00fcberzeugende Argumente f\u00fcr die Wirksamkeit dieser Methode zu liefern oder die Gegenargumente zu entkr\u00e4ften. Allerdings erschien nicht der ganze Vortrag auf eine solche Zielvorstellung ausgerichtet.<\/p>\n<p>Es wurde abgefragt, wie viele der Zuh\u00f6rer sich als Skeptiker und Neugierige sahen, soweit erkennbar meldete sich die weit \u00fcberwiegende Mehrzahl der Zuh\u00f6rer, auch Frau Schlingensiepen selbst, was angesichts des weiteren Verlaufs doch etwas verwundert. Es folgte einer Betrachtung zu den Begrifflichkeiten der Skeptik und des Skepizismus &#8211; &#8218;Anerkennung der Fehlbarkeit allen Wissens&#8216;, man m\u00f6chte hinzuf\u00fcgen &#8218;folglich auch des eigenen&#8216;. &#8218;Alle Schw\u00e4ne sind wei\u00df&#8216;, dieses Beispiel, an dem Karl Popper das Prinzip der Falsifikation darstellte, wurde ausf\u00fchrlich betrachtet, wobei aber der Sinn nicht ganz klar wurde, auch nicht der Poppers.<\/p>\n<p>Ausgehend von der Einsicht, dass sich die Kritik an der Hom\u00f6opathie haupts\u00e4chlich auf die Tatsache abst\u00fctzt, dass in den besonders wirksamen Mitteln keine Betandteile der Ausgangsstoffe enthalten sind, wurde angef\u00fchrt, dass es neuere Untersuchungen gibt, in denen mit Hilfe der NMR-Spektroskopie unterschiedliche Strukturen in Hochpotenzen und gleich behandeltem reinen Wasser gefunden wurden.<\/p>\n<p>Der Zweck der danach aus dem Buch vorgelesenen Fallstudie (&#8218;Noah ohne Arche&#8216;, S. 36 ff) blieb etwas im Dunkeln, denn bekannterma\u00dfen sind Fallstudien als Nachweise einer Wirksamkeit nicht belastbar, was auch die Vortragenden so darstellten.<\/p>\n<p>Danach kam man auf Studien zu sprechen, zun\u00e4chst darauf, dass eine gro\u00dfe Studie mit vielen Teilnehmern eher auf einen kleinen zu untersuchenden therapeutischen Effekt hindeute. Wenn es jedoch gelingt, einen Effekt mit einer kleinen Studie zu erzielen, dann deute das auf einen starken Effekt hin.<\/p>\n<p>Dann endlich wurde auf eine Studie eingegangen, aus der nach Ansicht der Vortragenden die Wirksamkeit der hom\u00f6opathischen Behandlung ganz klar hervorginge. Dabei handelte es sich um die hier auf diesem Blog schon betrachtete Studie von Frei et al. aus dem Jahr 2005, in der die Wirksamkeit bei ADHS untersucht wurde. Ebenso die angeschlossene Langzeitstudie, in der die Teilnehmer \u00fcber weitere zehn Jahre betrachtet wurden.<\/p>\n<p>Insgesamt sei Forschung ja ungemein wichtig, ein Konzept wie die Scientabilit\u00e4t k\u00f6nne da nur kontraproduktiv sein. Letztendlich sind die Quantenphysiker sich offenbar einig, dass man die Naturgesetze erst zu einem kleinen Teil kenne. Deshalb sei es recht skurril, wenn man weitere \u00f6ffentlich finanzierte Forschung zur Hom\u00f6opathie davon abh\u00e4ngig machen wolle, ob es f\u00fcr die Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie ein naturwissenschaftlich plausibles Erkl\u00e4rungsmodell oder entsprechende Grundlagenversuche gibt.<\/p>\n<p>In der Diskussion schlie\u00dflich wurden einige der dargestellten Punkte weiter vertieft.<\/p>\n<p>Insgesamt bleibt man etwas ratlos zur\u00fcck. Das war es jetzt? Dies sind die Antworten auf die Argumente der Kritiker? Mit dieser Sammlung von leicht \u00fcberpr\u00fcfbaren Fehlinformationen und unzutreffenden Behauptungen haben die Vortragenden nicht nur ihre eigene Glaubw\u00fcrdigkeit nachhaltig ersch\u00fcttert, sondern auch der Hom\u00f6opathie einen B\u00e4rendienst erwiesen. Wenn dies die besten Argumente sind &#8211; wie sehen dann erst die weniger starken aus? Gerade dass man offenbar auf derartig windige Vorgehensweisen zur\u00fcckgreifen muss, um zu \u00fcberzeugen, best\u00e4tigt den Zweifel an der Hom\u00f6opathie als einer wirksamen Therapieform.<\/p>\n<p><strong>Kritikpunkte<\/strong><\/p>\n<p>Einen Vortrag im Nachhinein zu kritisieren, insbesondere Aussagen aus einer Diskussion, ist vielleicht ein etwas zweifelhaftes Vorgehen. Schlie\u00dflich hat der Kritiker beliebig lange Zeit, die Aussagen akribisch zu pr\u00fcfen und auf Widerspr\u00fcche hin zu untersuchen und vielleicht nicht ganz so gelungene Formulierungen und Irrt\u00fcmer gen\u00fcsslich zu zerpfl\u00fccken. Andererseits haben die Vortragenden vor dem Ereignis gen\u00fcgend Zeit, ihre Aussagen mit den vorhandenen Belegen zu \u00fcberpr\u00fcfen und zu optimieren. Hier in diesem Fall war auch die Diskussion nicht so hitzig, dass gr\u00f6\u00dfere Probleme zu erwarten gewesen w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich hatte ich angestrebt, mit Frau Schlingensiepen die Kritikpunkte zu ihrem Buch in einem Interview zu besprechen, ebenso die Kritikpunkte am Vortrag, die vermutlich hinzukommen w\u00fcrden. Ich hatte meinen Aufenthalt in Berlin extra recht lang gestaltet, um hier die M\u00f6glichkeit eines Termins zu bieten. Ein solcher Termin kam jedoch nicht zustande. Nachdem ich bereits lange vor dem Vortrag den Kontakt gesucht hatte, zum Schluss mehrfach und nachdr\u00fccklich, wurde ich telefonisch auf die Zeit nach der im Februar stattfindenden Tagung verwiesen. Dass eine von mir angestrebte Stellungnahme der Vortragenden zu meinen Kritikpunkten nicht erfolgte, war also nicht in meinem Sinne.<\/p>\n<p>Sollte sich also hier ein Irrtum eingeschlichen haben, dann kann ich nur noch auf die Kommentarfunktion des Blogs verweisen.<\/p>\n<p><strong>Selbstdarstellung der Vortragenden<\/strong><\/p>\n<p>Im Vortrag wurde des \u00d6fteren von den &#8217;selbsternannten&#8216; oder &#8217;sogenannten&#8216; Skeptikern gesprochen, die mit angelesenem Halbwissen meinen, die tollen Ergebnisse der Hom\u00f6opathieforscher kritisieren zu k\u00f6nnen. Wer sind aber diejenigen, die da vortragen?<\/p>\n<p>Wer sagt &#8218;Wir gehen oft den Weg der Studie&#8216; und spricht in der ersten Person dar\u00fcber weiter? Oder wer hatte &#8218;w\u00e4hrend seiner Ausbildung&#8216; Kinder mit ADHS betreut? Ein Mediziner, wie es aus dem Vortrag zu schlie\u00dfen w\u00e4re? Mitnichten. Herr Brysch hat, so ist dem Klappentext des bereits angesprochenen Buches &#8218;Hom\u00f6opathie f\u00fcr Skeptiker&#8216; zu entnehmen, Germanistik und Geschichte studiert. Ist er damit wirklich so viel n\u00e4her an Fragen von Datenauswertung, Statistik und Logik als beispielsweise ein Ingenieur oder Naturwissenschaftler? Ist es wirklich richtig, mit diesem Hintergrund so zu tun, als sei man medizinischer Experte?<\/p>\n<p>Auch Frau Schlingensiepen l\u00e4sst durchaus den Eindruck entstehen, in der Durchf\u00fchrung medizinischer Studien auf erprobtes Wissen zur\u00fcckzugreifen. Auf den Datenbanken der Carstens-Stiftung zur klinischen Forschung in der Hom\u00f6opathie (CORE-Hom) und zur Grundlagenforschung (HomBRex) sucht man ihren Namen allerdings vergeblich. Diese Datenbanken enthalten alle Forschungsarbeiten, die irgendwie mit der Hom\u00f6opathie in Verbindung stehen. Konsequenz: Frau Schlingensiepen hat zwar neben ihrer Dissertation einige B\u00fccher zur Hom\u00f6opathie ver\u00f6ffentlicht, als Autorin oder Co-Autorin einer klinischen Studie oder einer anderen Forschungsarbeit zur Hom\u00f6opathie ist sie aber bislang noch nicht in Erscheinung getreten. Wie es aussieht, ist sie zwar ohne Zweifel Medizinerin, aber hinsichtlich klinischer Studien scheint sie auch nicht \u00fcber mehr als angelesenes Wissen zu verf\u00fcgen.<\/p>\n<p><strong>Studiengr\u00f6\u00dfe und Effektst\u00e4rke<\/strong><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Hier und in den folgenden Abschnitten sind meine nachtr\u00e4glichen Kommentare zum Vortrag zur besseren Unterscheidung einger\u00fcckt und kursiv dargestellt.<\/em><\/p>\n<p>Es wird in den Raum gestellt, dass es sich bei der Aussage &#8218;Je gr\u00f6\u00dfer die Anzahl der Probanden desto besser das Ergebnis&#8216; um einen Fehlschluss handele. Letztendlich werde die Anzahl der Probanden nach der Gr\u00f6\u00dfe des erwarteten Effekts ausgew\u00e4hlt. Dadurch soll vermieden werden, dass ein kleiner Effekt nicht durch wenige Ausrei\u00dfer \u00fcberdeckt wird. Eine gro\u00dfe Studie sei mithin ein Hinweis darauf, dass das betrachtete Mittel kaum etwas bewirke. Wenn man also mit einer kleinen Studie ein Ergebnis zeigen kann, dann folgt hieraus eine starke Wirkung des gepr\u00fcften Medikaments.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Das bedarf der Klarstellung, wie sich auch bei der pers\u00f6nlichen Diskussion &#8218;vor der T\u00fcr&#8216; zeigte. In der Tat ist es so, dass die Anzahl der Teilnehmer einer Studie dahingehend ausgew\u00e4hlt wird, dass sich bei der zu erwartenden St\u00e4rke des Effekts ein statistisch signifikantes Ergebnis ergibt. Bei den beiden Gruppen, von denen eine das zu pr\u00fcfende Mittel, die andere das Placebo erh\u00e4lt, handelt es sich um zuf\u00e4llig aus der Gesamtheit aller Patienten zusammengestellte Stichproben. Je gr\u00f6\u00dfer eine Stichprobe ist, desto genauer wird sie (wahrscheinlich) die Situation in der Gesamtheit aller Patienten wiedergeben. Wenn man einen kleinen Unterschied erwartet, etwa, weil eine entsprechende Vorstudie das zeigte, dann ben\u00f6tigt man eine hohe Anzahl von Probanden, damit der Stichprobenfehler im Vergleich zum Effekt hinreichend klein ist. Das hat relativ wenig mit &#8218;Ausrei\u00dfern&#8216; zu tun, also mit Einzelwerten, die aus dem Spektrum der Daten herausfallen.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Demzufolge ist es tats\u00e4chlich so, dass eine hohe Anzahl von Teilnehmern einer Studie daf\u00fcr spricht, dass der von den Forschern erwartete Effekt, also der Unterschied zwischen den Behandlungsergebnissen der Verum- und der Placebogruppe, nur klein ist. So weit so richtig.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Das Ergebnis einer kleinen Studie hingegen kann auf zwei Ursachen hindeuten. Es k\u00f6nnte nat\u00fcrlich tats\u00e4chlich sein, dass ein starker Effekt vorliegt. Es ist aber ebenso m\u00f6glich, dass die Gruppen zu klein gew\u00e4hlt sind und dadurch die oben genannten zuf\u00e4lligen statistischen Fehler (Standardabweichung oder Standardfehler) recht gro\u00df sind, was das Gesamtergebnis erheblich verf\u00e4lschen kann. Welcher von beiden F\u00e4llen vorliegt, kann normalerweise nicht aus der einen vorliegenden Studie alleine geschlossen werden.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Zur Verdeutlichung: Man stelle sich einen Sack mit 100 roten und 50 schwarzen Kugeln vor. Je mehr Kugeln man als Stichprobe entnimmt, desto sicherer kann man auf die tats\u00e4chlich vorliegende Verteilung von 2 : 1 schlie\u00dfen. Entnimmt man zu wenige, zum Beispiel nur zwei, dann findet man entweder zwei schwarze, zwei rote oder eine schwarze und eine rote Kugel. Man w\u00fcrde dann den Anteil von schwarzen Kugeln entweder zu 100 % sch\u00e4tzen, zu 0 % oder zu 50 %. In zwei von drei F\u00e4llen w\u00fcrde man einen zu gro\u00dfen Anteil sch\u00e4tzen.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Quintessenz: bei einer niedrigen Teilnehmerzahl bleibt immer unklar, ob man einen tats\u00e4chlichen Effekt gemessen hat oder ein Messfehler aufgetreten ist.<\/em><\/p>\n<p><strong>Studienlage zur Hom\u00f6opathie<\/strong><\/p>\n<p>An einer Stelle wird ausgef\u00fchrt, dass es eine gewisse Anzahl Studien g\u00e4be, die eine Wirksamkeit hom\u00f6opathischer Mittel nachwiesen, dass dies aber seitens der Kritiker mit dem Placeboeffekt erkl\u00e4rt und damit vom Tisch gewischt w\u00fcrde. Die betrachtete Studie h\u00e4tte daher den Placeboeffekt n\u00e4her untersucht.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Da verwechselt Brysch etwas. Eine Studie, hier gemeint eine placebokontrollierte Vergleichsstudie, vergleicht den Behandlungserfolg einer Gruppe, die das Mittel erhielt, mit dem Behandlungserfolg einer Gruppe, die ein Mittel bekannter Wirksamkeit erhalten hatte. In den meisten Untersuchungen zur Hom\u00f6opathie ist dieses Vergleichsmittel ein Placebo, also ein Mittel ohne jeden Wirkstoff. Sofern eine solche Studie verblindet durchgef\u00fchrt wurde und sich ein Unterschied zwischen beiden Gruppen ergab, dann enth\u00e4lt das Studienergebnis, eben dieser Unterschied der beiden Gruppen, den Placeboeffekt gerade nicht.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Ein Placeboeffekt kann dann vorliegen, wenn der Patient annimmt, dass er ein wirksames Mittel erhalten h\u00e4tte, was in den meisten Einzelfallberichten und Fallstudien der Fall ist.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Was Brysch allerdings damit meint, die hier betrachtete Studie zu ADHS sei der Frage des Placeboeffekts nachgegangen, ist nicht nachvollziehbar. W\u00e4hrend der Crossover-Phasen waren zwei Vergleichsgruppen definiert, die abwechselnd ihr Hom\u00f6opathikum bzw. Placebo erhielten &#8211; das war es dann auch.<\/em><\/p>\n<p><strong>ADHS-Studie von Frei et al.<\/strong><\/p>\n<p>Es wird das Ergebnis einer Studie vorgestellt, hierzu hatte man die Studie von Frei et al. ausgew\u00e4hlt, bei der in Zusammenarbeit mit der Universit\u00e4t Bern die Wirkung einer hom\u00f6opathischen Therapie bei Kindern mit ADHS untersucht wurde. Diese Studie wurde selbst schon auf diesem Blog untersucht (<a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?page_id=110\">Link<\/a>), ebenso wurde die daran anschlie\u00dfende Langzeitstudie von v. Ammon et al. bereits <a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?page_id=1297\">hier<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?page_id=1782\">hier<\/a> betrachtet.<\/p>\n<p>Die Studie begann mit 83 Kindern mit einer Screening-Phase und die Kinder mussten eine Verbesserung von 50 % erreichen, um in die n\u00e4chste Phase zu kommen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Das ist nicht ganz korrekt. Es musste eine Verbesserung von 50 % oder 9 Punkten erreicht werden. Damit ergab sich beileibe nicht in jedem Fall eine Verbesserung von 50 %. Zu Beginn der Screening-Phase lagen in den beiden Gruppen Werte bis zu 16 bzw. 20 Punkten vor, was auf einer Skala bis maximal 30 Punkten keine 50 %ige Verbesserung sein kann. Von daher sieht die Behandlung nicht ganz so erfolgreich aus wie aus dem dauernden Hinweis auf die 50 % Verbesserung zu schlie\u00dfen w\u00e4re.<\/em><\/p>\n<p>70 Kinder haben diese Screening-Phase \u00fcberstanden, das hei\u00dft, die geforderte Verbesserung des Befundes ist eingetreten. In der darauffolgenden doppelt verblindeten Crossover-Phase wurden zwei Gruppen gebildet, bei denen abwechselnd das vermeintlich wirksame Hom\u00f6opathikum durch ein Placebo ersetzt wurde. Es wurde ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Befunden unter Placebo und Hom\u00f6opathikum festgestellt, sp\u00e4ter sogar noch als &#8218;hochsignifikant&#8216; beschrieben. Auf meine in der Diskussion gestellte Frage, wie gro\u00df denn der Unterschied zahlenm\u00e4\u00dfig gewesen war, erhielt ich von Brysch zur Antwort, dass er nicht alle Details der vorliegenden Studien im Kopf habe und dies nicht beantworten k\u00f6nne.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Das muss man sich jetzt einmal bildlich vorstellen. Die Vortragenden bringen als einzigen Beleg f\u00fcr die Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie eine bestimmte Studie, die von ihrem ganzen Design darauf ausgelegt ist, in der Crossover-Phase den Unterschied zwischen Verum und Placebo zu ermitteln, der in der Arbeit zu einer einzigen Zahl verdichtet wird. Die Vortragenden haben sich doch sicher auch auf die Diskussion vorbereitet &#8211; und wissen dann diese einzelne Zahl nicht und haben sie auch nicht verf\u00fcgbar. Wie merkw\u00fcrdig ist das denn?<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Nat\u00fcrlich spart man sich auf diese Weise die l\u00e4stige Diskussion \u00fcber die Aussagekraft. Die vorgetragene statistische Signifikanz bedeutet ja nur, dass das Ergebnis wahrscheinlich kein Zufall ist, sagt aber nichts \u00fcber dessen Bedeutung und Relevanz aus. Diese w\u00fcrde sich in diesem Falle etwa daraus erschlie\u00dfen, wenn man die viel dargestellte Verbesserung w\u00e4hrend der Screening-Phase von 50 %, entsprechend 11 Indexpunkten zum Vergleich heranzieht. Man w\u00fcrde erwarten, dass diese Verbesserung zum gr\u00f6\u00dften Teil wieder zur\u00fcckgeht, wenn man das Hom\u00f6opathikum durch ein Placebo ersetzt &#8211; wenn denn das Hom\u00f6opathikum die Ursache f\u00fcr die Verbesserung war. Den 11 Punkten an Verbesserung steht aber nur ein Zahlenwert von 1,67 Punkten gegen\u00fcber, was die durchschnittliche Verschlechterung von Placebo gegen\u00fcber den hom\u00f6opathischen Mitteln darstellt. Trotz aller statistischen Signifikanz liefert die Studie daher eher eine Evidenz gegen eine Wirksamkeit der hom\u00f6opathischen Therapie als daf\u00fcr.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Am Rande sei vermerkt, dass das Ergebnis bei Weitem nicht hochsignifikant war. F\u00fcr die Spezialisten: Mit einem p-Wert von 4,8 % hat es gerade mal eben so den Grenzwert von 5 % erreicht. Hochsignifikant w\u00e4re anders, n\u00e4mlich etwa p &lt; 0,1%.<\/em><\/p>\n<p>Nach der Crossover-Phase gab es noch eine Nachbetrachtungs-Phase und danach konnten sich die Kinder freiwillig noch \u00fcber viele Jahre, bis jetzt etwa 10 Jahre, weiter beobachten lassen. Eine Nachfolgestudie sei auch in Planung, &#8218;was manchen \u00fcberhaupt nicht gef\u00e4llt&#8216;.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Wem sollte das nicht gefallen? Sind wieder wir b\u00f6sen Skeptiker gemeint?<\/em><\/p>\n<p>Danach geht Frau Schlingensiepen selbst auf die Vermutungen ein, es k\u00f6nne sich bei den Effekten um die Wirkungen paralleler Therapien handeln. Einer der Versuchsleiter habe ihr best\u00e4tigt, dass nur Kinder, die keine parallelen Therapien erhalten h\u00e4tten, in die Crossover-Phase aufgenommen werden durften. Es h\u00e4tten also alle parallelen Therapien aufgegeben werden m\u00fcssen. Dass dies ethische Probleme ergeben haben k\u00f6nnte, wurde mit der Begr\u00fcndung verworfen, es sei bei solchen Studien immer so, dass man nur eine Therapie betrachte.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Ich habe den Eindruck, dass sich diese Aussagen auf die in meinem Blog ge\u00e4u\u00dferte Kritik an dieser Studie beziehen. Darin werden andere denkbare Effekte genannt, die einzeln oder in Kombination die Verbesserung der Symptome w\u00e4hrend der Screening-Phase verursacht haben k\u00f6nnten. Au\u00dfer den hier angesprochenen m\u00f6glichen parallelen Therapien hatte ich den in der offenen Phase sicher wirksamen Placeboeffekt angef\u00fchrt, sinngem\u00e4\u00df auch einen nat\u00fcrlichen Verlauf, wenn die Familie nach der Diagnose das Kind anders wahrnimmt und lernt, mit dem Problem zu leben.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Zudem ist es die Frage, was man unter &#8218;Therapie&#8216; oder &#8218;Behandlung&#8216; versteht. Frei hat im Text der Studie allgemein nur parallele Behandlungen ausgeschlossen, ohne dies weiter zu spezifizieren. Klar ist damit gemeint, dass keine parallele medikament\u00f6se Behandlung mit Ritalin stattfand, aber ob auch nicht- medikament\u00f6se (Verhaltens-)Therapien gemeint sind, ist offen. <\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Wenn unter dem Begriff &#8218;Therapie&#8216; nur die Einwirkung auf die betroffene Person verstanden wird, die die Verbesserung des Zustandes zum Ziel hat, dann sind ganz sicher keine Ma\u00dfnahmen darin enthalten, die darauf zielen, dass die Umgebung mit dem Problem besser umgehen kann. Also wenn die Familie lernt, den verbundenen Stress besser abzubauen oder die Anl\u00e4sse f\u00fcr einen Wutausbruch zu vermeiden und dazu Hilfe von au\u00dfen in Anspruch nimmt. Zugegeben, ich hatte den Begriff &#8218;Therapie&#8216; in meinem Blogbeitrag vielleicht nicht ganz klar definiert. Ich halte es aber nach wie vor f\u00fcr unethisch, wenn man der betroffenen Familie auf Jahre hinaus (die Studie zog sich \u00fcber mehrere Jahre hin) die Unterst\u00fctzung verweigern w\u00fcrde, mit dem Problem besser umzugehen. Dass solche Ma\u00dfnahmen sich dann auch in der Bewertung der Situation des Kindes niederschlagen w\u00fcrden, d\u00fcrfte wohl unstrittig sein.<\/em><\/p>\n<p>Die Skeptiker m\u00fcssten sich mit den Studienlagen zu ADHS oder auch allgemein einmal n\u00e4her mit Studien besch\u00e4ftigen, wird vorgetragen. Im Verlauf der sp\u00e4teren Diskussion wird noch darauf hingewiesen, dass dies ja nicht die einzige Studie sei, die sich mit der hom\u00f6opathischen Therapie bei ADHS besch\u00e4ftige, sondern dass es eben eine ganze Reihe g\u00e4be, die eine erfolgreiche hom\u00f6opathische Behandlung belegten.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Da h\u00e4tten die Vortragenden sich wohl mal besser selbst mit der Studienlage besch\u00e4ftigt:<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Zur hom\u00f6opathischen Behandlung von ADHS gibt es ein Cochrane-Review aus dem Jahr 2007 [1], das alle bis dahin ver\u00f6ffentlichten Studien zum Gegenstand hat. Cochrane-Reviews sind zusammenfassende und systematische Betrachtungen und Bewertungen der zu einem bestimmten Thema vorliegenden Studien. Sie stellen nach allgemeiner \u00dcbereinkunft die beste und zuverl\u00e4ssigste Information dar, die die Medizin weltweit zu bieten hat. In das Review zu ADHS sind insgesamt vier Studien eingeflossen, darunter auch die hier betrachtete Studie von Frei et al. Man kommt zu folgendem Ergebnis:<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><em><strong>&#8222;Wesentliche Ergebnisse<\/strong><br \/>\nDie bis heute betrachteten Formen der Hom\u00f6opathie lassen bei ADHS nicht auf signifikante Wirkungen einer Behandlung der generellen Symptomatik, der wesentlichen Einzelsymptome wie Unaufmerksamkeit, Hyperaktivit\u00e4t oder Impulsivit\u00e4t oder der damit verbundenen Erscheinungen wie \u00c4ngstlichkeit schlie\u00dfen.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><em><strong>Schlussfolgerung des Autors<\/strong><br \/>\nGegenw\u00e4rtig gibt es wenig Evidenz f\u00fcr eine Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie bei ADHS. Bevor weitere randomisierte kontrollierte Studien durchgef\u00fchrt werden, sollten optimale Vorgehensweisen f\u00fcr die Behandlung entwickelt werden.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><em>(\u00dcbersetzung von mir).<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Nach 2007 ist nach den Angaben der CORE-Hom Datenbank der Carstens-Stiftung nur noch eine Arbeit zur hom\u00f6opathischen Behandlung von ADHS in einem Fachjournal mit Peer-Review erschienen. Dabei handelt es sich um eine Pilotstudie von Razlog et al. aus dem Jahr 2012 mit sehr kleiner Teilnehmerzahl, deren Ergebnisse zwar positiv sind, aber der \u00dcberpr\u00fcfung durch eine gro\u00dfe Studie bed\u00fcrfen.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Quintessenz: Die Studienlage ist bei weitem nicht so positiv, wie hier vorgetragen wurde.<\/em><\/p>\n<p>Frau Schlingensiepen erg\u00e4nzt, dass es mehrfache Crossovers, also Wechsel zwischen Placebo und Verum, gegeben h\u00e4tte, wobei die festgestellten Unterschiede immer signifikanter geworden seien. Beim ersten Crossover sei es noch so gewesen, dass es allen Kindern schlechter ging, dies sei aber bei den n\u00e4chsten Wechseln weniger geworden. Dieser Nocebo-Effekt sei darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass die Kinder eben wussten, dass jetzt die Corssover-Phase begann. Im Laufe der verschiedenen Crossovers sei es aber den Kindern gelungen, zu unterscheiden, ob sie Placebo oder Verum erhielten. Zwei Drittel der Kinder h\u00e4tten mit dieser Aussage richtig gelegen. Im Verlauf der Diskussion hatte ich nachgefragt, wo denn \u00fcber diese anderen Crossover-Phasen berichtet wird, in der Arbeit von Frei taucht nur eine Crossover-Phase auf, also beide Gruppen erhielten je nur einmal Verum und nur einmal Placebo. Ich erhielt zur Antwort (Brysch), dass es tats\u00e4chlich nur ein Crossover gegeben h\u00e4tte.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Erstaunlich, nicht? Frau Schlingensiepen berichtet also recht ausf\u00fchrlich und mit recht konkreten Zahlenangaben \u00fcber Ergebnisse, die es offensichtlich gar nicht gibt. Das ist unfassbar, mir fehlen die passenden Worte das zu kommentieren. Bin ich jetzt auch &#8218;zu polemisch&#8216;, wie Frau Schlingensiepen die Skeptiker sieht, wenn ich daraus auf die Glaubw\u00fcrdigkeit der gesamten Ausf\u00fchrungen schlie\u00dfe? Irren kann sich jeder, das ist kein Problem. Aber \u00fcber offenbar nicht existente Ergebnisse detailliert zu berichten, geht weit \u00fcber das akzeptable Ma\u00df eines Irrtums hinaus.<\/em><\/p>\n<p>Ein Crossover-Design, also eine Studie, bei der Placebo- und Verumgruppe im Verlauf der Untersuchung die Rolle tauschen, sei der wahre Gold-Standard der Studien zum Wirkungsnachweis, noch h\u00f6her zu bewerten als die immer wieder geforderte placebokontrollierte verblindete Vergleichsstudie, mithin der h\u00f6chste Standard, den es f\u00fcr medizinische Untersuchungen gibt.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Dem ist eher nicht so.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Eine Crossover-Studie hat den Vorteil, dass jede Versuchsperson beide Therapiem\u00f6glichkeiten durchl\u00e4uft, die Behandlung der Gruppen unterscheidet sich nur in der Reihenfolge, in der Verum und Placebo eingenommen werden. Somit kann im Idealfall jeder einzelne Patient seine eigene Kontrollgruppe sein, was die Testst\u00e4rke erh\u00f6ht. Allerdings ist das nur der Fall, wenn sich die Umgebungsbedingungen nicht sonderlich \u00e4ndern, also wenn die Crossover-Phasen nur kurz sind. Im Gegensatz zur normalen placebokontrollierten Studie ergibt sich \u00fcberdies das Problem, dass die Nachwirkung des Medikaments die n\u00e4chste Phase beeinflusst (&#8218;Carry-Over-Effekt&#8216;), wie die Studienautoren dies auch hier als eine Erkl\u00e4rung f\u00fcr die nur geringen Unterschiede anf\u00fchren.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>In der Literatur (Edit 15.08.2017: Link erloschen) wird die Crossoverstudie daher nur f\u00fcr die Phase I der Medikamentenzulassung empfohlen, wenn es darum geht, Vertr\u00e4glichkeiten zu \u00fcberpr\u00fcfen und pharmazeutische Daten zu ermitteln. F\u00fcr den Wirkungsnachweis (Phase III) wird die verblindete und randomisierte Vergleichsstudie gefordert.<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Dann berichtet Frau Schlingensiepen \u00fcber die nachfolgende Langzeitstudie, die ebenfalls hier auf dem Blog schon angesprochen wurde. Etwa f\u00fcnfzig Kinder w\u00fcrden sich immer noch regelm\u00e4\u00dfig der Kontrolle unterziehen, nunmehr 15 Jahre nach Beginn der Studie, und es ginge ihnen immer noch besser. Frage: Besser als was? Das Ergebnis sei sehr, sehr gut.<\/p>\n<p>Neben den oben schon angeklungenen Fragen zur Anzahl der Crossover-Phasen und dem Zahlenwert des Ergebnisses wollte ich dann von den Vortragenden wissen, was in der Studie gemessen worden ist, und warum in den Nachfolgestudien berichtet wird, dass relativ viele Kinder die hom\u00f6opathische Behandlung zugunsten der konventionellen Medizin aufgegeben haben.<\/p>\n<p>Es wurde erkl\u00e4rt, dass selbst heute noch 50 Kinder in der Nachbeobachtungs-Phase w\u00e4ren und viele Kinder total ausgeheilt seien. Dagegen finde man, dass Kinder mit Ritalin nicht ausheilen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Wie in <a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?page_id=1297\">diesem<\/a> Blogbeitrag n\u00e4her erl\u00e4utert, wurden 10 Jahre nach Ende der Crossover-Phase 56 der Teilnehmer einer Nachbetrachtung unterzogen. Man fand, dass 38 davon keine Behandlung mehr ben\u00f6tigten, von den \u00fcbrigen 18 Probanden waren 12 ganz oder teilweise zur Behandlung mit Ritalin zur\u00fcckgekehrt. Ob bzw. bei wie vielen der 38 nicht mehr behandlungsbed\u00fcrftigen Probanden dies ebenfalls der Fall war, wird nicht berichtet.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Zu Beginn der grundlegenden ADHS-Studie waren die Kinder 7 bis 15, im Schnitt 10 Jahre alt. Zum Zeitpunkt der Nachbetrachtung waren die Probanden demzufolge mindestens 18 bis 26 Jahre alt (ein Jahr Grundstudie, zehn Jahre Nachbeobachtung). Die allermeisten d\u00fcrften damit die Pubert\u00e4t durchlaufen haben. Die Bundes\u00e4rztekammer gibt in einer 2005 erschienenen Ver\u00f6ffentlichung an, dass beim Durchlaufen der Pubert\u00e4t bei 60 bis 70 % der F\u00e4lle eine Remission eintritt, die Krankheit also &#8218;ausheilt&#8216; (Quellenangaben s. Blogbeitrag).<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Mithin sind die durch die hom\u00f6opathische Behandlung reklamierten langfristigen Erfolge, dass die Beschwerden nur bei der Hom\u00f6opathie ausheilen, nicht stichhaltig. Da Ritalin ADHS nur symptomatisch behandelt und nicht heilt, ist darin, dass rund zwei Drittel der Kinder inzwischen herausgewachsen sind, ein nat\u00fcrlicher Krankheitsverlauf zu sehen &#8211; und kein besonderer Behandlungserfolg.<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Meine Kritik an dem Messverfahren sei unberechtigt, denn der verwendete Index (CGI) werde auch bei Studien mit Ritalin angewandt. Die Studie sei vom Design und vom Ergebnis her Studien, die Ritalin untersuchten, sehr \u00e4hnlich. Die Kritik an den Hom\u00f6opathiestudien anhand von Detailfragen generell sei unter anderem auch deshalb nicht nachvollziehbar, weil in den schulmedizinischen Studien die gleichen Probleme auftreten. Man m\u00fcsse sich an den Standards der evidenzbasierten Medizin orientieren.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Es gibt einen ganz betr\u00e4chtlichen Unterschied zwischen Studien, die Ritalin untersuchen, und der hier betrachteten Untersuchung zur hom\u00f6opathischen Behandlung. Dieser liegt in der Gr\u00f6\u00dfe des gemessenen Effekts. Wenn Ritalin gegen Placebo untersucht wird, dann treten ganz erhebliche Unterschiede auf, etwa wie hier in der Screening-Phase mit 11 Punkten. W\u00e4hrend der Crossover-Phase aber ging es um recht geringe Unterschiede, genau um 1,67 Punkte auf einer Skala von 0 bis 30. Der CGI-Index, der zum Messen verwendet wurde, ist aber f\u00fcr kleine Differenzen von sch\u00e4tzungsweise weniger als 5 Punkten ziemlich ungeeignet. \u00c4hnlich wie ein Zollstock sich absolut bew\u00e4hrt, wenn man Balken auf den Zentimeter genau zuschneiden will. F\u00fcr einen Uhrmacher aber, der auf einen Hundertstel Millimeter genau arbeiten muss, ist er nicht zu gebrauchen. Details, warum der CGI-Index f\u00fcr kleine Differenzen wenig geeignet ist, finden sich im genannten Blogbeitrag.<\/em><\/p>\n<p>Zudem sei diese Studie anders als \u00fcbliche Studien f\u00fcnffach verblindet, nicht nur doppelt, wie es dem Standard entspricht. Dies sind die Kinder, die Eltern, die Therapeuten, die Auswerter und die Neuropsychologen, die die Kinder untersuchten.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Ja und wenn der Stra\u00dfenbahn- oder Busfahrer das auch nicht wusste, alle Onkel Tanten, Lehrer, Br\u00fcder, Schwestern, dann war die Studie hundertfach verblindet oder was?<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Quark.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Es gibt in einer klinischen Studie drei Gruppen von Menschen: die am Test teilnehmenden Personen (hier Kinder und deren Eltern), das sie betreuende klinische Personal und diejenigen, die die Studie auswerten. Je nachdem, welche der Gruppen in Unkenntnis dar\u00fcber ist, wer Placebo oder Verum erh\u00e4lt, spricht man von einfacher, zweifacher, oder im Maximum dreifacher Verblindung. Die hier betrachtete Studie von Frei et al. tr\u00e4gt im Titel die Bezeichnung einer doppelt verblindeten Studie, was allerdings nur f\u00fcr die Crossover-Phase zutrifft. W\u00e4hrend der bei Weitem l\u00e4ngsten Zeitdauer waren aber Alle informiert, dass die hom\u00f6opathischen Mittel eingenommen wurden &#8211; die Studie war also zumeist unverblindet.<\/em><\/p>\n<p>Ja, und als es um die Ergebnisse der Neuropsychologischen Untersuchungen ging, dann kam das Killerargument, ich sei ja schlie\u00dflich kein Mediziner. Schlie\u00dflich habe die Studie ja lauter Preise gewonnen, ganz frisch sogar einen Preis von der Pharmazeutischen Industrie, die schlie\u00dflich etwas von Wirkungsnachweisen versteht. Halbwissen reiche da einfach nicht aus, das zu beurteilen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Gut, dann schauen wir mal, was ein Nicht-Mediziner mit seinem Halbwissen so zuwege bringt, mit seinem Wissen \u00fcber Forschungspreise zum Beispiel, oder seinem Wissen dar\u00fcber, wie man solche Aussagen \u00fcberpr\u00fcft.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Das Institut f\u00fcr Komplement\u00e4rmedizin der Universit\u00e4t Bern unterh\u00e4lt eine Webseite, auf der die Preise pr\u00e4sentiert werden, die man f\u00fcr die Forschungsarbeiten erhalten hat (<a href=\"http:\/\/www.ikom.unibe.ch\/content\/forschung\/preise_und_ehrungen\/index_ger.html\">Link<\/a>). Darin findet man folgende in diesem Zusammenhang relevanten Preise aufgelistet:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li style=\"padding-left: 30px;\"><em><span lang=\"de-DE\">Klaus von Ammon, Heiner Frei et al., 2001, <\/span>Studienkonzeption zur Untersuchung der Wirksamkeit hom\u00f6opathischer Arzneimittel bei Kindern und Jugendlichen mit Aufmerksamkeitsst\u00f6rungen und Hyperaktivit\u00e4t (Attention Deficit Hyperactivity Disorder ADHD)<\/em><\/li>\n<li style=\"padding-left: 30px;\"><em><span lang=\"de-DE\">Klaus von Ammon, 2008, &#8218;<\/span>Langzeitverlauf und Kosten hom\u00f6opathischer Therapie bei aufmerksamkeitsgest\u00f6rten Kindern mit und ohne Hyperaktivit\u00e4t&#8216;<\/em><\/li>\n<li style=\"padding-left: 30px;\"><em>Klaus von Ammon, 2011, &#8218;Bildgebung bei Kindern mit ADHS&#8216;<\/em><\/li>\n<li style=\"padding-left: 30px;\"><em><span lang=\"de-DE\">Klaus von Ammon und alle Autoren, 2013, <\/span>&#8222;Klassische Hom\u00f6opathie ist wirksam und kosteng\u00fcnstig bei hyperaktiven Kindern \u2013 10-Jahres-Ergebnisse aus einer Kinderarztpraxis&#8220; <span lang=\"de-DE\">, vergeben vom Institut f\u00fcr Hausarztmedizin der Uni Basel und finanziert von der Sandoz AG. Dass Wissenschaftler, die auf dem Gebiet der Hom\u00f6opathie forschen, einen Preis erhalten, der ausgerechnet von einem wirklichen Global Player von Big Pharma finanziert wird, entbehrt nicht einer gewissen Komik, denn genau dies ist es ja, was man uns Hom\u00f6opathiegegnern immer gerne vorwirft. Genaueres in diesem Blogbeitrag <a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?page_id=1782\">hier<\/a>.<\/span><\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>So weit das Auge reicht, kein F\u00f6rder- oder Forschungspreis f\u00fcr die ADHS-Studie von Frei et al., die hier besprochen wurde. Dass das mit den Preisen selbst auch so eine Sache zu sein scheint, ergibt sich aus der Tatsache, dass man von den hier pr\u00e4mierten Arbeiten keine Langfassungen findet, auch bei intensiver Suche auf Google Scholar und in den Datenbanken der Carstens-Stiftung nicht. Scheinbar wurden sie nicht in einem der einschl\u00e4gigen Fachmagazine ver\u00f6ffentlicht. Auch auf der institutseigenen Ver\u00f6ffentlichungsliste sucht man diese Arbeiten vergebens (<a href=\"http:\/\/www.ikom.unibe.ch\/content\/forschung\/publikationen\/artikel_in_peer_reviewed_journals\/index_ger.html\">Link<\/a>).<\/em><\/p>\n<p>Die Studie sei ja nun auch nicht in irgendeinem Blog ver\u00f6ffentlicht worden, sondern in einem renommierten Fachmagazin. Dass man dies geschafft habe, spreche f\u00fcr die Qualit\u00e4t der Studie. Und dann berief sich Frau Schlingensiepen auf ihren Lehrer Otto Creutzfeld, der strenge Forschungsma\u00dfst\u00e4be angelegt h\u00e4tte. Solch hohe Anspr\u00fcche an sich selbst finde man heute nur noch bei den richtig guten Hom\u00f6opathieforschern.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Nun ja. Dem ist dann nichts mehr hinzuzuf\u00fcgen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Erfolgsquote<\/strong><\/p>\n<p>Ein Zuh\u00f6rer wollte wissen, welche Erfolgsquote Frau Schlingensiepen in ihrer Praxis erreicht. Sie f\u00fchrte aus, dass die Behandlungsdauer in der Regel bei acht bis zehn, ja bis zu zw\u00f6lf Jahren liege. Bei der Quartalsabrechnung werte sie regelm\u00e4\u00dfig ihre F\u00e4lle aus. Sie k\u00e4me im Schnitt in 80 bis 85 % der F\u00e4lle zu einer Verbesserung, wobei sie heute nur sehr schwere F\u00e4lle behandle.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Nehmen wir an, diese Angaben stimmen tats\u00e4chlich, das hei\u00dft, dass Frau Schlingensiepen bei den von ihr ausschlie\u00dflich angenommenen sehr schweren Erkrankungen in einer mehrj\u00e4hrigen Laufzeit in \u00fcber 80 % der F\u00e4lle Verbesserungen feststellt. Bedeutet dies, dass es die hom\u00f6opathische Behandlung war, die den Erfolg herbeigef\u00fchrt hat?<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Wir wissen nicht genug dar\u00fcber, um welche &#8217;sehr schweren Erkrankungen&#8216; es sich handelt. Aber gerade hier gibt es den Effekt der Regression zur Mitte, das hei\u00dft, dass extreme Zust\u00e4nde nicht auf Dauer aufrecht erhalten werden. Entweder der Patient verstirbt oder es kommt irgendwann zu einer Verbesserung der Situation. Gerade wenn die hom\u00f6opathische Anamnese &#8211; sofern Frau Schlingensiepen in ihrer Form der Hom\u00f6opathie dies \u00fcberhaupt vornimmt &#8211; nur verbale Beschreibungen der Symptome umfasst, kann es schon alleine aufgrund eines Gew\u00f6hnungseffekts des Patienten zu einer subjektiv empfundenen Verbesserung kommen. Insbesondere, wenn man den Patienten lange genug beobachtet. Ich glaube gerne, dass ein Therapeut dies zwangsl\u00e4ufig auf seine Therapie bezieht und demzufolge von der Wirksamkeit \u00fcberzeugt ist &#8211; es kann sich aber durchaus um einen Fehlschluss handeln, wenn man andere denkbare Effekte nicht in die Betrachtung einbezieht.<\/em><\/p>\n<p><strong>Schlussfolgerung<\/strong><\/p>\n<p>Kein einziges Argument der Vortragenden zur Studienlage und zu den Studienergebnissen h\u00e4lt einer \u00dcberpr\u00fcfung stand. In erstaunlich hohem Umfang erweisen sich die Angaben als unzutreffend, sei es die generelle Studienlage betreffend oder auch die Ergebnisse der ohnehin schon fragw\u00fcrdigen Arbeiten von Frei und von v. Ammon. Irgendwie ist es schwierig, sich vorzustellen, dass man sich mit der Veranstaltung an &#8218;die Skeptiker&#8216; wendet, die ohnehin recht hohe Anspr\u00fcche an \u00fcberzeugende Fakten stellen, um dann bewusst Fehlinformationen zur Argumentation zu verwenden. Dann bleibt nur als Konsequenz, dass die Vortragenden in recht hohem Ma\u00dfe den Realit\u00e4tsbezug verloren haben und in einer eigenen Scheinwelt leben.<\/p>\n<p>\u00dcberzeugend war das jedenfalls nicht.<\/p>\n<p><strong>Danke&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>&#8230; an die Berliner Skeptiker f\u00fcr den freundlichen Empfang und die intensive Diskussion zum Thema, die mir wertvolle Impulse f\u00fcr diesen Beitrag geliefert hat.<\/p>\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p>[1] Heirs M, Dean ME. Homeopathy for attention deficit\/hyperactivity disorder or hyperkinetic disorder. Cochrane Database of Systematic Reviews 2007, Issue 4. Art. No.: CD005648. DOI: 10.1002\/14651858.CD005648.pub2. (Edit 24.09.2015 Link zum Volltext erloschen; <a href=\"http:\/\/www.inimh.org\/libdocuments\/Homeopathy_ADHD_CochReview.pdf\" class=\"broken_link\">Link<\/a> zum aktualisierten Volltext)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; lautete der Titel eines Vortrages mit anschlie\u00dfender Diskussion, der am 12.12.2014 in der Berliner Urania stattfand. Au\u00dfer mir hatten sich auch einige Berliner Skeptiker eingefunden. Hier ein kommentierter Bericht.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13,6,9,8],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2283"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2283"}],"version-history":[{"count":15,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2283\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3179,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2283\/revisions\/3179"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2283"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2283"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2283"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}