{"id":2240,"date":"2014-11-24T22:45:48","date_gmt":"2014-11-24T20:45:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2240"},"modified":"2015-02-18T13:47:45","modified_gmt":"2015-02-18T11:47:45","slug":"leben-krebspatienten-mit-homoeopathischer-zusatzbehandlung-laenger","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2240","title":{"rendered":"Leben Krebspatienten mit hom\u00f6opathischer Zusatzbehandlung l\u00e4nger?"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook%7Ctwitter\" data-url=\"http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2240\" data-timestamp=\"1424267265\" data-hidezero=\"1\" data-backendurl=\"?rest_route=\/shariff\/v1\/share_counts&\"><ul class=\"shariff-buttons theme-default wcag_colors orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2240\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#38548F; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<span data-service=\"facebook\" style=\"color:#38548F\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2240&text=Leben%20Krebspatienten%20mit%20hom%C3%B6opathischer%20Zusatzbehandlung%20l%C3%A4nger%3F\" title=\"Bei Twitter teilen\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#115A92; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 30 32\"><path fill=\"#55acee\" d=\"M29.7 6.8q-1.2 1.8-3 3.1 0 0.3 0 0.8 0 2.5-0.7 4.9t-2.2 4.7-3.5 4-4.9 2.8-6.1 1q-5.1 0-9.3-2.7 0.6 0.1 1.5 0.1 4.3 0 7.6-2.6-2-0.1-3.5-1.2t-2.2-3q0.6 0.1 1.1 0.1 0.8 0 1.6-0.2-2.1-0.4-3.5-2.1t-1.4-3.9v-0.1q1.3 0.7 2.8 0.8-1.2-0.8-2-2.2t-0.7-2.9q0-1.7 0.8-3.1 2.3 2.8 5.5 4.5t7 1.9q-0.2-0.7-0.2-1.4 0-2.5 1.8-4.3t4.3-1.8q2.7 0 4.5 1.9 2.1-0.4 3.9-1.5-0.7 2.2-2.7 3.4 1.8-0.2 3.5-0.9z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">twittern<\/span>&nbsp;<span data-service=\"twitter\" style=\"color:#115A92\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button rss shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?feed=rss\" title=\"RSS-feed\" aria-label=\"RSS-feed\" role=\"button\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#aa2e00; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#fe9312\" d=\"M4.3 23.5c-2.3 0-4.3 1.9-4.3 4.3 0 2.3 1.9 4.2 4.3 4.2 2.4 0 4.3-1.9 4.3-4.2 0-2.3-1.9-4.3-4.3-4.3zM0 10.9v6.1c4 0 7.7 1.6 10.6 4.4 2.8 2.8 4.4 6.6 4.4 10.6h6.2c0-11.7-9.5-21.1-21.1-21.1zM0 0v6.1c14.2 0 25.8 11.6 25.8 25.9h6.2c0-17.6-14.4-32-32-32z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">RSS-feed<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><\/ul><\/div><p lang=\"de-DE\">Vor ein paar Tagen besuchten zwei Mitglieder der GWUP-Ortsgruppe Freiburg eine Informationsveranstaltung eines Freiburger Hom\u00f6opathen, der \u00fcber die Behandlung von Krebs mittels klassischer Hom\u00f6opathie informierte (<a href=\"http:\/\/gwup-freiburg.blogspot.com\/2014\/11\/homoopathie-zur-krebsbehandlung-beim.html\">Link<\/a>). Dort wurde nat\u00fcrlich auch erw\u00e4hnt, dass es Studien g\u00e4be, in denen die Wirksamkeit wissenschaftlich nachgewiesen sei.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><!--more--><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Insgesamt wurden an diesem Abend zwei Arbeiten als Beleg f\u00fcr die Wirksamkeit hom\u00f6opathischer Behandlungen zitiert. Als Erste die Studie von Rostock et al. aus dem Jahre 2011, die auf diesem Blog bereits <a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?page_id=461\">hier <\/a>untersucht worden ist. Bei der anderen, die Gegenstand dieses Blogbeitrags ist, handelt es sich um eine ziemlich neue Arbeit von Gaertner et al. [1], die an der Medizinischen Universit\u00e4t Wien durchgef\u00fchrt und im Januar 2014 ver\u00f6ffentlicht wurde. Eigentlich h\u00e4tte die Studie das Zeug zu einer Sensation &#8211; und es ist daher zu bef\u00fcrchten, dass man in Zukunft des \u00d6fteren auf sie verweisen wird. Letztendlich will man herausgefunden haben, dass Krebspatienten mit ung\u00fcnstiger Prognose mit einer hom\u00f6opathischen Begleittherapie je nach Befund doppelt so lange oder noch l\u00e4nger leben k\u00f6nnen als zu erwarten w\u00e4re. Die Autoren geben zwar selbst an, dass aus den Studienergebnissen nicht auf die Wirksamkeit der hom\u00f6opathischen Behandlung geschlossen werden kann &#8211; aber welchen Hom\u00f6opathen haben solche Lappalien je gest\u00f6rt, zumal dies im im Internet frei verf\u00fcgbaren Abstract nicht so ohne Weiteres ersichtlich ist.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Edit (25.11.2014): Wie einer der Koautoren, der den Lesern dieses Blogs sicherlich nicht unbekannte Professor Frass, diese Arbeit in einem Vortrag darstellt, kann man auf Feuerw\u00e4chters Blog nachlesen, hier der <a href=\"http:\/\/www.feuerwaechter.org\/2014\/05\/lebenszeitverlaengerung-durch-homoeopathie-teil-2\">Link<\/a>. Danke, Dottore, f\u00fcr den Hinweis.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>In K\u00fcrze<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">In dieser Studie sollte untersucht werden, ob eine zus\u00e4tzliche hom\u00f6opathische Behandlung bei Krebspatienten die \u00dcberlebenszeit verl\u00e4ngert. Dazu werden vorhandene Krankendaten mit aus der Literatur bezogenen statistischen Angaben verglichen. Neben der Fragw\u00fcrdigkeit solcher Vergleiche selbst k\u00f6nnte ein positives Ergebnis in verschiedene Richtungen gedeutet werden.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Mittels ihrer Ein- und Ausschlusskriterien entfernen die Autoren jedoch diejenigen Patienten aus dem betrachteten Kollektiv, die nur eine kurze \u00dcberlebenszeit erreicht hatten, und schlie\u00dfen solche Patienten mit ein, die die Zusatzbehandlung erst aufgenommen hatten, nachdem sie ihre prognostizierte \u00dcberlebenszeit \u00fcberschritten hatten. Dies ist eine Methode, um sehr sicher ein positives Ergebnis zu erreichen. Korrigiert man dies anhand der in der Arbeit gegebenen Daten, zeigt sich, dass die hom\u00f6opathische Zusatzbehandlung bei den \u00dcberlebensraten keinen Vorteil erbracht hat.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>In L\u00e4nge<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>Zu untersuchende Hypothese<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Viele Krebspatienten entscheiden sich unter anderem daf\u00fcr, sich zus\u00e4tzlich zur konventionellen Therapie einer hom\u00f6opathischen Behandlung zu unterziehen. F\u00fchrt eine solche Behandlung zu einer Verl\u00e4ngerung der \u00dcberlebenszeit? Diese Frage ist sicher genauso relevant, wenn nicht sogar bedeutsamer, als die Verbesserung der Lebensqualit\u00e4t, die (angeblich) in der schon angesprochenen Rostock-Studie nachgewiesen worden sein soll.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>Testkriterium<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Zur Beurteilung der Frage wird die \u00dcberlebensdauer von Patienten betrachtet, die sich zus\u00e4tzlich zur konventionellen Therapie einer hom\u00f6opathischen Behandlung unterzogen hatten, also Patienten, die inzwischen verstorben sind. Soweit ist das ja sicher sinnvoll, aber womit w\u00e4ren die ermittelten Daten zu vergleichen? Letztendlich ben\u00f6tigt man ja auch Daten dar\u00fcber, was ohne diese Zusatztherapie passiert w\u00e4re. Naheliegend w\u00e4re nat\u00fcrlich, dass man hierzu Patienten heranzieht, die sich im gleichen Krankenhaus zur gleichen Zeit alleine der konventionellen Therapie unterzogen hatten. Man h\u00e4tte dann wenigstens gewusst, dass diese Vergleichsgruppe in etwa nach den gleichen Therapiegrunds\u00e4tzen und Vorgehensweisen behandelt wurde. Diesen naheliegenden Weg der Bildung einer Vergleichsgruppe ist man aber aus nicht genannten Gr\u00fcnden nicht gegangen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die Autoren ermittelten sich ihre Vergleichsdaten aus Literaturangaben, aus Studien der konventionellen Onkologie also, in denen verschiedene Behandlungsmethoden miteinander verglichen wurden. Somit stammen die Vergleichsdaten, je nach Krebsart, aus Lausanne (Schweiz), New York (USA), Wien (\u00d6sterreich), Hannover (Deutschland), Galveston (USA), Montreal (Kanada) und Tampa (USA). Ich vermag nicht zu beurteilen, wie stark heutzutage die Krebsbehandlungen international vereinheitlicht sind, oder ob sich in den verschiedenen L\u00e4ndern unterschiedliche Lehrmeinungen und Verfahren herausgebildet haben, die auch die f\u00fcr diese Studie relevanten Ergebnisse beeinflusst haben k\u00f6nnten. Quintessenz: Es ist nicht nachvollziehbar, warum die Autoren nicht auf die viel n\u00e4herliegenden Daten der Uniklinik in Wien zur\u00fcckgegriffen haben, was sicher nicht unm\u00f6glich gewesen sein d\u00fcrfte, waren sie doch in der Mehrzahl genau dort angestellt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die Vergleichszahlen werden f\u00fcr die verschiedenen in der Studie vorkommenden Krebsarten also aus statistischen Angaben erzeugt, die an Untersuchungen mit jeweils mehreren Hundert Patienten ermittelt wurden. In der Arbeit hier sind die Gruppen dagegen recht klein. Insgesamt nur 54 Patienten sind in die Auswertung eingeflossen, aufgeteilt auf sechs Gruppen (in manchen Darstellungen sieben), die sich durch die diagnostizierte Art der Krebserkrankung unterscheiden. Eine Gruppe lag bei 16 Teilnehmern, die anderen hatten zwischen 3 und 10 Mitglieder. Bei so kleinen Patientenzahlen kann angesichts der m\u00f6glichen gro\u00dfen Bandbreite der individuellen Gegebenheiten der Patienten das &#8218;Gesetz der gro\u00dfen Zahl&#8216; nicht greifen, wonach der Mittelwert der Stichprobe sich dem Mittelwert der Gesamtheit immer weiter ann\u00e4hert. Der Vergleich mit den auf gr\u00f6\u00dferen Kollektiven beruhenden statistischen Daten ist daher sehr fragw\u00fcrdig, denn zuf\u00e4llige individuelle starke Abweichungen beeinflussen das Ergebnis in kleinen Gruppen wesentlich st\u00e4rker als in gro\u00dfen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Wenn man Daten von Patienten mit theoretisch ermittelten Prognosewerten vergleicht, dann gibt es schlussendlich noch ganz verschiedene M\u00f6glichkeiten, was die Ursache f\u00fcr ein besseres Abschneiden sein k\u00f6nnte:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\">Die Patienten waren im Mittel in besserer Verfassung als es dem statistischen Durchschnittswert entspricht.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\">Die Qualit\u00e4t der Prognose war schlecht, das hei\u00dft, das Stadium des Patienten war nicht richtig zugeordnet und vielleicht zu ung\u00fcnstig bewertet.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\">Die konventionelle Behandlung, die die Patienten erfahren hatten, war besser als normal, schlie\u00dflich erfolgte die Behandlung an einer renommierten Universit\u00e4tsklinik und nicht in einem Kreiskrankenhaus.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\">Ach ja, fast h\u00e4tte ich es vergessen, es k\u00f6nnte auch die zus\u00e4tzliche Behandlung eine Rolle gespielt haben, wobei immer noch offen w\u00e4re, ob es sich dabei um einen unspezifischen Effekt (&#8218;Placeboeffekt&#8216;) oder eine spezifische Wirkung der verabreichten Mittel handelte.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p lang=\"de-DE\">Ein Teil dieser Vorbehalte h\u00e4tte sich ausr\u00e4umen lassen, wenn man Vergleichsdaten aus der gleichen Umgebung und der gleichen Zeit herangezogen h\u00e4tte.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>Studiendesign<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die Autoren untersuchten die vorliegenden Krankenakten von Krebspatienten, die sich zwischen M\u00e4rz 2004 und M\u00e4rz 2008 erstmals einer zus\u00e4tzlich zur konventionellen Krebstherapie durchgef\u00fchrten hom\u00f6opathischen Behandlung unterzogen, entweder parallel oder im Nachgang zur akuten Therapie. Damit entsteht eine retrospektive Beobachtungsstudie ohne eine Kontrollgruppe.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Beobachtungsstudien sind wichtige Instrumente, um in der medizinischen Forschung mit vergleichsweise geringem Aufwand herauszufinden, ob es bestimmte Effekte gibt, die eine aufw\u00e4ndigere Untersuchung gerechtfertigt erscheinen lassen. Man beobachtet einfach eine Gruppe von Versuchspersonen und bewertet den Verlauf bestimmter Merkmale, um dies herauszufinden. Genau das scheint auch die Motivation der Autoren zu sein, die diese Studie durchf\u00fchrten. Man kam aufgrund von einzelnen F\u00e4llen zu der Vermutung, dass es den Effekt der Verl\u00e4ngerung der \u00dcberlebenszeit durch die hom\u00f6opathische Behandlung geben k\u00f6nnte. Man entschloss sich, dies anhand bereits vorliegender Patientendaten zu \u00fcberpr\u00fcfen. Bei einem positiven Ausgang m\u00fcsste dann die Untersuchung mit einem Verfahren fortgesetzt werden, das einen R\u00fcckschluss darauf zul\u00e4sst, ob die hom\u00f6opathische Behandlung auch die Ursache f\u00fcr die Verbesserung sein k\u00f6nnte. Eine Beobachtungsstudie, insbesondere ohne eine Vergleichsgruppe wie hier, kann letzteres nicht leisten, da nicht sicher festgestellt werden kann, dass der beobachtete Effekt nicht doch von anderen nicht betrachteten Ursachen herr\u00fchrt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Insofern handeln die Studienautoren v\u00f6llig logisch und folgerichtig und weisen auch in ihrer Schlussfolgerung darauf hin, dass aus den erzielten Ergebnissen nicht abgeleitet werden kann, die hom\u00f6opathische Behandlung sei auch die Ursache des erzielten Erfolges gewesen. Leider steht dies nicht so klar und deutlich in der Zusammenfassung (&#8218;Abstract&#8216;) der Arbeit, die im Internet frei verf\u00fcgbar ist. Dies findet sich nur im Volltext, der etwas schwieriger zu beschaffen ist. (Ich danke demjenigen, der wei\u00df, dass er gemeint ist, f\u00fcr die Unterst\u00fctzung bei der Beschaffung.) Wer den Abstract nicht mit hinreichend kritischer Aufmerksamkeit liest, dem erschlie\u00dfen sich die berechtigten Vorbehalte der Autoren nicht unbedingt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Damit ist die positive Einsch\u00e4tzung der Autoren und ihrer Arbeit aber auch schon zu Ende. Die Arbeit vermag in keiner Hinsicht irgendwie zu befriedigen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Zun\u00e4chst ist anzumerken, dass die zahlenm\u00e4\u00dfigen Angaben in der Arbeit nicht konsistent sind, es ergeben sich Widerspr\u00fcche zwischen den Angaben im Text, in den verschiedenen Tabellen und den grafischen Darstellungen. Gl\u00fccklicherweise haben die Autoren in sehr vielen Tabellen die Zahlenwerte bis herunter auf den einzelnen Patienten angegeben, so dass ein Nachvollziehen der Auswertung m\u00f6glich ist. Ich habe mich daher konsequent an die in den Einzeltabellen angegebenen Daten gehalten und im Widerspruch stehende Textangaben ignoriert. Die folgenden Zahlenangaben entstammen daher den Tabellen beziehungsweise beruhen auf meiner eigenen Auswertung, die den Angaben der Autoren folgt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Wie bereits angedeutet, werden in der Arbeit Zeitangaben miteinander verglichen, n\u00e4mlich die \u00dcberlebenszeit der Patienten mit einer Prognose. Was leider fehlt, ist eine genaue Definition der Zeitpunkte: Ab welchem Zeitpunkt z\u00e4hlt die \u00dcberlebenszeit in der Prognose und der tats\u00e4chlichen Messung und zu welchem Zeitpunkt erfolgte die Prognose? Das klingt zun\u00e4chst trivial, f\u00fchrt aber schon in die Irre. Ich vermute aus anderen Quellen, dass es \u00fcbliche Praxis ist, die \u00dcberlebenszeiten ab Erstdiagnose (ED) zu betrachten, also ab dem Zeitpunkt zu dem der Befund des Patienten feststand. Das kann aber hier nicht in vollem Umfang der Fall sein, denn es gibt drei Patienten (Nrn. 18, 19 und 24), deren \u00dcberlebenszeit k\u00fcrzer angegeben ist als die Zeit zwischen Erstdiagnose und Beginn der hom\u00f6opathischen Behandlung. Wenn die Angaben stimmten und die Zeitr\u00e4ume sich wie vermutet auf die Erstdiagnose beziehen, dann waren diese drei Patienten bei Beginn der hom\u00f6opathischen Behandlung bereits seit 14, 45 oder 10 Monaten tot.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Oder ist der Anfangspunkt f\u00fcr die \u00dcberlebenszeit der Beginn der Therapie? Dann macht die Angabe der Zeit zwischen Beginn der hom\u00f6opathischen Therapie und der Erstdiagnose keinen Sinn, es sei denn, man setzt voraus, dass die hom\u00f6opathische Behandlung gleichzeitig mit der konventionellen Akutbehandlung zu einem wesentlich sp\u00e4teren Zeitpunkt nach der Erstdiagnose eingesetzt h\u00e4tte. Aber auch dies trifft nicht zu, denn nach den Tabellenangaben haben viele Patienten erst einige Zeit nach Abschluss der konventionellen Behandlung mit der Hom\u00f6opathie begonnen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Mit etwas Bauchweh gehe ich bei meinen Betrachtungen davon aus, dass die \u00dcberlebenszeit sowohl in der Prognose als auch in der Messung auf den Zeitpunkt der Erstdiagnose bezieht &#8211; und hoffe, dass die drei erw\u00e4hnten Patienten nicht allzu st\u00f6rend ins Gewicht fallen. F\u00fcr diese Annahme spricht auch, dass \u00dcberlebenszeiten von bis zu 144 Monaten angegeben werden, was sich nur auf die Erstdiagnose und nicht auf den Beginn der hom\u00f6opathischen Therapie beziehen kann. Dieser Patient hat die hom\u00f6opathische Behandlung erst 81 Monate nach der Erstdiagnose begonnen, aber parallel zur konventionellen Behandlung durchgef\u00fchrt. Da zwischen Beginn der Studie im M\u00e4rz 2004 (= erste hom\u00f6opathische Konsultation) und der Ver\u00f6ffentlichung im Januar 2014 weniger als 144 Monate liegen, gibt es keine andere Art, die Zahlenangaben unter einen Hut zu bekommen, als die Angaben auf die Erstdiagnose zu beziehen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Ein Kriterium daf\u00fcr, dass die Daten eines Patienten in die Studie aufgenommen wurden, ist nat\u00fcrlich, dass sich dieser Patient einer hom\u00f6opathischen Therapie unterzogen hatte. Das ist unvermeidlich. Problematisch ist aber, dass die hom\u00f6opathische Behandlung im Mittel bei einer prognostizierten \u00dcberlebenszeit von 12 Monaten erst 6,5 Monate nach der Erstdiagnose begonnen wurde. Damit sind im Vergleich zu den Statistiken aus der Literatur die Patienten unterrepr\u00e4sentiert, die nur eine kurze \u00dcberlebenszeit erreichten. Schon von daher ist eine Verschiebung der Ergebnisse in die positive Richtung zu erwarten.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Wof\u00fcr man jedoch in der Arbeit keine rechte Begr\u00fcndung findet, ist der Punkt, dass nur solche Patienten in der Auswertung ber\u00fccksichtigt wurden, die mindestens drei hom\u00f6opathische Konsultationen absolviert hatten. Die Autoren geben an, dass die hom\u00f6opathische Therapie mit der Erstanamnese begonnen wurde und die Nachfolgetreffen im Abstand von jeweils zwei bis drei Monaten stattfanden. Somit sind nur die Patientendaten in die Auswertung eingeflossen, bei denen der Beginn der Zusatztherapie um vier bis sechs Monate \u00fcberlebt wurde. Dies schneidet ganz glatt die in den ersten Monaten nach dem Beginn der hom\u00f6opathischen Behandlung aufgetretenen Todesf\u00e4lle aus dem betrachteten Kollektiv heraus. Da bleibt man einfach sprachlos zur\u00fcck! Dies l\u00e4uft ganz klar darauf hinaus, dass man im Gegensatz zu den statistischen Vergleichswerten die ersten f\u00fcnf Monate des Geschehens einfach nicht betrachtet. Kann die Studie dann \u00fcberhaupt noch negative Ergebnisse zeigen?<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Quintessenz:<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die Einschlusskriterien, um in die Endauswertung zu gelangen, f\u00fchren dazu, dass \u00fcberproportional viele Patienten mit kurzer \u00dcberlebenszeit nicht ausgewertet werden. Selbst wenn die Zusatzbehandlung \u00fcberhaupt keinen Effekt hat, ergeben sich aus dieser Konstellation gegebenenfalls deutliche Verf\u00e4lschungen zur positiven Seite hin.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>Ergebnisse<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\u00dcber irgendwelche Abweichungen vom Versuchsplan wird nicht berichtet, was angesichts des Patientenkollektivs auch nicht zu erwarten w\u00e4re. Die Datenerfassung selbst ist auch nicht sonderlich problematisch, weswegen wir uns gleich dem Ergebnis zuwenden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">In der Studie werden die in die Auswertung eingeflossenen Patientendaten auf sechs Krebsarten aufgeteilt, die zum Teil in den einzelnen Zahlenwerten erheblich Unterschiede aufweisen. Mir geht es hier jedoch um die Problematik der statistischen Auswertung in der Arbeit, nicht so sehr um aussagekr\u00e4ftige Werte f\u00fcr eine einzelne Indikation. Ich habe daher der Einfachheit halber, um nicht in eine Diskussion \u00fcber die Besonderheiten bestimmter Krankheitsbilder zu geraten, die Daten aller Patienten zusammengefasst. Die gemittelten Zahlenwerte treffen somit f\u00fcr keinen Befund wirklich exakt zu. Es geht mir darum, die Problematik der Auswertung aufzuzeigen &#8211; nicht um Perspektiven f\u00fcr Krebspatienten darzulegen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">In dem betrachteten Zeitraum von M\u00e4rz 2004 bis M\u00e4rz 2008 konsultierten insgesamt 538 Krebspatienten die Spezialambulanz f\u00fcr Hom\u00f6opathie bei malignen Erkrankungen. Diese Patienten erhielten entweder parallel oder vor der Hom\u00f6opathie eine nach dem jeweils neuesten Stand des Wissens ausgef\u00fchrte konventionelle Therapie. Unter diesen 538 Patienten befanden sich 113 Patienten, bei denen ein Krebs nach Art und Stadium diagnostiziert worden war, wie sie bei den Patienten in der Endauswertung auch vorlagen,n\u00e4mlich:<\/p>\n<ul>\n<li lang=\"de-DE\">Glioblastom (Hirntumor)<\/li>\n<li lang=\"de-DE\">Metastasierter Nierenkrebs<\/li>\n<li lang=\"de-DE\">Metastasiertes Sarcom<\/li>\n<li lang=\"de-DE\">Gallengangskarzinom<\/li>\n<li lang=\"de-DE\">Bauchspeicheldr\u00fcsenkrebs<\/li>\n<li lang=\"de-DE\">Lungenkrebs<\/li>\n<\/ul>\n<p lang=\"de-DE\">Von diesen 113 Patienten hatten nur 76 die f\u00fcr den Einschluss in die Auswertung ben\u00f6tigten drei Sitzungen beim Hom\u00f6opathen absolviert, 37 Patienten sind offenbar abhanden gekommen. Was ist mit ihnen geschehen? Die Studie gibt dar\u00fcber keinen Aufschluss. Nat\u00fcrlich kann es sein, dass sich diese Menschen dazu entschlossen hatten, die Zusatzbehandlung aufzugeben. Aber ist das plausibel? Patienten, die in einem sehr prek\u00e4ren Zustand waren und sich entschlossen hatten, die Ambulanz aufzusuchen, die Erstanamnese \u00fcber sich ergehen zu lassen, h\u00f6ren dann einfach mit der wenig beschwerlichen Therapie auf? Oder ist es plausibler anzunehmen, dass, wenn nicht alle, so doch ein sehr gro\u00dfer Teil in den vier bis sechs Monaten Behandlungszeit verstorben waren? Immerhin hatten sie nach den statistischen Vergleichsdaten im Mittel nur eine \u00dcberlebenszeit von 12 Monaten zu erwarten und begannen erst im Mittel nach 6,5 Monaten mit der Zusatzbehandlung. Mithin war die prognostizierte \u00dcberlebensdauer zur dritten hom\u00f6opathischen Konsultation bei vielen Patienten bereits abgelaufen. Ich denke, die Annahme, dass die allermeisten dieser 37 Patienten verstorben sind, ist gerechtfertigt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Welche Gr\u00fcnde kann es daf\u00fcr geben, dass die Daten dieser Patienten in der Auswertung nicht ber\u00fccksichtigt werden, denn letztendlich sind sie ja unter der hom\u00f6opathischen Behandlung gestorben. Die Risiken einer hom\u00f6opathischen Behandlung sind, selbst wenn man von einer spezifischen Wirkung ausgeht, eben die langen damit verbundenen Zeitr\u00e4ume, bis das richtige Mittel gefunden ist. Warum soll dies von der Betrachtung ausgeschlossen werden?<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Von den 76 Patienten, die mindestens drei hom\u00f6opathische Konsultationen \u00fcberlebt hatten, wurden weitere 22 ausgeschlossen. Als Grund kann man einer Grafik entnehmen, dass in diesem Schritt die Patienten ausgeschlossen wurden, deren Diagnose eine Krebsart ergeben h\u00e4tte, die gute \u00dcberlebenschancen bietet. Das kann hier nicht zutreffend sein, denn alle 76 Patienten verzeichneten einen der sechs verschiedenen Befunde, die am Ende weiter betrachtet wurden. Fehlende Daten spielten im gesamten Kollektiv keine gro\u00dfe Rolle. Insgesamt, f\u00fcr alle 287 Krebspatienten, die die dritte Konsultation erreicht hatten, gab es nur 15 unvollst\u00e4ndige Datens\u00e4tze, weniger als alleine in der Endgruppe ausgeschieden wurden. Ich bef\u00fcrchte, wir werden nie erfahren, was mit den 22 Patienten geschehen ist.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Bleiben also zum Schluss Datens\u00e4tze von 54 Patienten \u00fcbrig, von denen die Einzeldaten in umfangreichen Tabellen angegeben werden. Daraus lie\u00dfen sich dann sechs Untergruppen mit verschiedenen Krebsarten mit t\u00f6dlicher Prognose bilden. In allen sechs Gruppen ergaben sich &#8211; oh Wunder &#8211; mehr oder minder deutliche \u00dcberschreitungen der prognostizierten Lebenserwartungen &#8211; was f\u00fcr die Patienten sicherlich eine sehr erfreuliche Tatsache w\u00e4re. Und so kann man erfreut verk\u00fcnden:<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8218;Die Analyse aller F\u00e4lle von Krebspatienten mit einer negativen Prognose, die sich zus\u00e4tzlich zu ihrer konventionellen Krebsbehandlung noch mindestens dreimal hom\u00f6opathischen Behandlungen unterzogen, ergab im Vergleich zu den Prognosen von Krebsspezialisten und Literaturangaben eine l\u00e4ngere \u00dcberlebensrate.&#8216; <\/em>(\u00dcbersetzung von mir)<em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Als Beispiel f\u00fcr die vielen verschiedenen Angaben seien die \u00dcberlebensraten genannt, die ich hier mit den Zahlen der Patienten gewichtet arithmetisch gemittelt habe. Demnach betrug der Anteil der noch lebenden Patienten:<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Ein Jahr nach ED: Erwartete \u00dcberlebensrate: 46,8 % &#8211; mit Hom\u00f6opathie: 88,9 %<br \/>\nZwei Jahre nach ED: Erwartete \u00dcberlebensrate: 28,6 % &#8211; mit Hom\u00f6opathie: 59,2 %<br \/>\nDrei Jahre nach ED: Erwartete \u00dcberlebensrate: 11,9 % &#8211; mit Hom\u00f6opathie: 40,7 %<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Da kann man in der Zusammenfassung noch so oft schreiben, dass es nicht m\u00f6glich ist, aus dem Studienergebnis zu schlie\u00dfen, ob die hom\u00f6opathische Behandlung mehr oder weniger hilfreich war. Die Fakten der doppelt so hohen \u00dcberlebenswahrscheinlichkeit stehen erst einmal da. Da kann die Anzahl der Probanden noch so klein gewesen sein, dies vermittelt Hoffnung auf ein etwas l\u00e4ngeres Leben.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Wenn Sie jetzt glauben, dass mittels einer Zusatzbehandlung, die auf Zucker mit etwas Verdunstungsr\u00fcckst\u00e4nden von L\u00f6sungsmitteln basiert, solche Ergebnisse doch gar nicht m\u00f6glich sein k\u00f6nnen &#8211; dann haben Sie vollkommen Recht. Das geht auch nicht mit rechten Dingen zu.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Zun\u00e4chst kann es nicht richtig sein, die oben erw\u00e4hnten 37 Patienten aus der Betrachtung auszuschlie\u00dfen, die wahrscheinlich zum gro\u00dfen Teil an den Folgen ihrer Krankheit verstorben sein d\u00fcrften, ohne das dritte Hom\u00f6opathiegespr\u00e4ch erreicht zu haben.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Des weiteren ist zu ber\u00fccksichtigen, dass 16 der 54 Patienten mit ihrer Hom\u00f6opathie-Behandlung \u00fcberhaupt erst nach Ende ihrer prognostizierten \u00dcberlebenszeit begonnen hatten. Mithin kann die Hom\u00f6opathie hier nicht die Ursache f\u00fcr die positive Entwicklung gewesen sein. Dar\u00fcber hinaus gab es zwei Patienten, die erst l\u00e4nger als ein Jahr nach ihrer Erstdiagnose mit der Zusatzbehandlung begannen, also f\u00fcr den Erfolg der Hom\u00f6opathie im ersten Jahr irrelevant waren. Beide Kategorien, mithin 18 Patienten, haben in dem betrachteten Kollektiv nichts zu suchen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Somit betr\u00e4gt die Anzahl der Patienten, die in meine Auswertung eingeflossen sind, nicht 54, sondern 54 + 37 &#8211; 18 = 73. Davon verstarben im ersten Jahr 43 Patienten, einschlie\u00dflich der genannten 37. Nach zwei Jahren waren 59 Patienten verstorben, nach drei Jahren 65.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Daraus ergibt sich dann das folgende Ergebnis:<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Ein Jahr nach ED: Erwartete \u00dcberlebensrate: 46,8 % &#8211; mit Hom\u00f6opathie: 41,1 %<br \/>\nZwei Jahre nach ED: Erwartete \u00dcberlebensrate: 28,6 % &#8211; mit Hom\u00f6opathie: 19,2 %<br \/>\nDrei Jahre nach ED: Erwartete \u00dcberlebensrate: 11,9 % &#8211; mit Hom\u00f6opathie: 10,9%<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Wie man sieht, ergibt sich unter einer zutreffenderen Sichweise, dass die Patienten mit der hom\u00f6opathischen Zusatztherapie tendenziell eher schlechter fuhren als aufgrund von Vergleichsstatistiken zu erwarten war. Darin ist jetzt noch nicht ber\u00fccksichtigt, dass die Patienten mit einer erreichten kurzen \u00dcberlebenszeit unterrepr\u00e4sentiert waren, weil die hom\u00f6opathische Behandlung im Mittel erst einige Zeit nach der Erstdiagnose aufgenommen wurde. Auch die 22 aus unerfindlichen Gr\u00fcnden nicht aufgenommenen Patienten sind nicht ber\u00fccksichtigt. Daf\u00fcr ist die Annahme, die 37 Personen seien alle innerhalb des ersten Jahres verstorben, vielleicht etwas zu radikal &#8211; aber in der Gr\u00f6\u00dfenordnung d\u00fcrfte das schon passen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Mithin ist der Vorteil der hom\u00f6opathischen Zusatzbehandlung bei Korrektur der Zahlentricksereien nicht mehr existent, was sich in den Ergebnisse aller hier betrachteten Krebsarten sehr deutlich zeigt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>Edit (25.11.2014):<\/strong> Diagramm mit Erl\u00e4uterung angef\u00fcgt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">In den Einzelbefunden sieht das Ergebnis dann so aus:<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Gaertner.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-2255\" src=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Gaertner.jpg\" alt=\"Gaertner\" width=\"1056\" height=\"594\" srcset=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Gaertner.jpg 1056w, http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Gaertner-300x168.jpg 300w, http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Gaertner-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1056px) 100vw, 1056px\" \/><\/a><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Erl\u00e4uterung:<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">In diesem Diagramm sind die Angaben aus der Studie meinen Rechenwerten gegen\u00fcbergestellt. Die blauen S\u00e4ulen sind die in der finalen Ergebnisdarstellung genannten statistisch erwarteten \u00dcberlebenszeiten (die sich von den Angaben in den Patiententabellen unterscheiden). Die roten S\u00e4ulen zeigen die ermittelten \u00dcberlebenszeiten, wenn man das Patientenkollektiv wie beschrieben erweitert und die grauen zeigen das in der Studie berichtete Ergebnis.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die einzelnen Gruppen sind folgender Aufstellung zu entnehmen (mit Korrekturrechnung der Teilnehmerzahl, s. Text):<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">GBM &#8211; Glioblastom Stadium IV (7 &#8211; 0 + 9 =16)<br \/>\nMRCC &#8211; Metastasierter Nierenkrebs (8 &#8211; 6 + 4 = 6)<br \/>\nMSARC &#8211; Metastsiertes Sarcom (16 &#8211; 8 + 6 = 14)<br \/>\nCCC &#8211; Gallengangskarzinom (5 &#8211; 1 + 2 = 6)<br \/>\nPC &#8211; Bauchspeicheldr\u00fcsenkrebs (8 &#8211; 3 + 5 = 10)<br \/>\nNSCLC, SCLC &#8211; Lungenkrebs, klein-und gro\u00dfzellig (10 &#8211; 0 + 11 = 21)<br \/>\nSumme Teilnehmer (54 &#8211; 18 + 37 = 73)<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Bei den Zahlenwerten handelt es sich um Medianwerte, das ist das Ergebnis des jeweils mittleren Patienten. F\u00fcr die 37 Fr\u00fchverstorbenen wurde eine \u00dcberlebenszeit von im Mittel drei Monaten angenommen zuz\u00fcglich der mittleren Zeit bis zum Beginn der hom\u00f6opathischen Therapie von 6,5 Monaten.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Man erkennt den sehr starken Einfluss der Ein- und Ausschlusskriterien &#8211; und dass die erwartete \u00dcberlebensdauer f\u00fcr keine Indikation erreicht wurde.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Quintessenz:<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Der im Ergebnis berichtete positive Ausgang f\u00fcr die Patienten beruht auf einem Rechentrick, genauer, aus einer passenden Wahl von Ein- und Ausschlusskriterien. Nichts weiter. Wenn man eine gro\u00dfe Anzahl von fr\u00fch Verstorbenen per Ausschlusskriterium einfach nicht mitbetrachtet, daf\u00fcr aber Patienten einschlie\u00dft, die die Zusatztherapie erst aufgenommen haben, nachdem die prognostizierte \u00dcberlebenszeit vorbei war &#8211; dann kann man sich nat\u00fcrlich ein Ergebnis hinrechnen, wie immer man es haben will.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Ein Witz am Rande ist die statistische Auswertung bzw. die Ermittlung der statistischen Signifikanz, also die Bewertung, ob es sich bei dem Ergebnis um Zufall handeln k\u00f6nnte. W\u00e4hrend alle Einzeldaten, die angegeben werden, sich auf einen Vergleich mit Literaturdaten beziehen, die gleichm\u00e4\u00dfig auf alle Patienten des gleichen Befundes angewandt wurden, ist dies bei der Signifikanzpr\u00fcfung nicht der Fall. Dort steht n\u00e4mlich pl\u00f6tzlich, die \u00dcberlebensraten seien mit <em>&#8218;individuell gesch\u00e4tzten \u00dcberlebensraten entsprechend Erhebungen von Experten<\/em>&#8218; ermittelt worden. Die Grundlagen dieser Ermittlung (wer, wann, was, auf welcher Grundlage?) oder gar die Zahlen selbst sucht man vergebens.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Auch dass die H\u00e4ufigkeit der hom\u00f6opathischen Behandlung mit der \u00dcberlebensdauer zusammenh\u00e4ngt, ist den Autoren eine Bemerkung wert. Was aber ist Ursache, was ist Wirkung? Haben die Patienten l\u00e4nger gelebt, weil sie \u00f6fter beim Hom\u00f6opathen waren? Wird ein Mensch \u00e4lter, WEIL er mehr Geburtstage hat als andere? Oder kann es einfach sein, dass l\u00e4nger \u00fcberlebende Patienten einfach l\u00e4nger und damit \u00f6fter Gelegenheit hatten, den Hom\u00f6opathen aufzusuchen?<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Sei es wie es sei. Man wundert sich einmal mehr, dass eine solche Arbeit das Peer review der Fachzeitschrift \u00fcberstanden hat, aber bei den &#8218;<em>Complementary Therapies in Medicine<\/em>&#8218; ist die Hemmschwelle offensichtlich recht niedrig, irgendwelche Jubelpapers zu ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Lassen wir es dabei bewenden. Das Paper ist so schwach, dass eine weitergehende Betrachtung der Schlussfolgerungen und der Diskussion m\u00fc\u00dfig ist. Diese, bereits oben zitiert, k\u00f6nnten ja in ein paar Punkten erg\u00e4nzt werden:<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8218;Die Analyse aller F\u00e4lle von Krebspatienten mit einer negativen Prognose, <strong>die lange genug lebten, um sich<\/strong> zus\u00e4tzlich zu ihrer konventionellen Krebsbehandlung noch mindestens dreimal hom\u00f6opathischen Behandlungen <strong>zu unterziehen<\/strong>, ergab<strong> zusammen mit den Patienten, die auch ohne diese Behandlung l\u00e4nger lebten,<\/strong> im Vergleich zu den Prognosen von<strong> nicht n\u00e4her genannten<\/strong> Krebsspezialisten, <strong>von denen wir aber nicht angeben, wie sie zustande gekommen sind,<\/strong> und Literaturangaben eine l\u00e4ngere \u00dcberlebensrate.&#8216;<br \/>\n<\/em>(\u00dcbersetzung und Einf\u00fcgungen in Fettschrift von mir).<em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Klingt nicht nur unsinnig, ist es auch.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>Literatur:<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">[1] Gaertner K, M\u00fcllner M, Friehs H, Schuster E, Marosi C, Muchitsch I, Frass M, Kaye AD: Additive homeopathy in cancer patients: Retrospective survival data from a homeopathic outpatient unit at the Medical University of Vienna, Complementary Therapies in Medicine (2014) 22, 320-332 <a href=\"http:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0965229913002124\" class=\"broken_link\">Link<\/a> zum Abstract<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor ein paar Tagen besuchten zwei Mitglieder der GWUP-Ortsgruppe Freiburg eine Informationsveranstaltung eines Freiburger Hom\u00f6opathen, der \u00fcber die Behandlung von Krebs mittels klassischer Hom\u00f6opathie informierte (Link). Dort wurde nat\u00fcrlich auch erw\u00e4hnt, dass es Studien g\u00e4be, in denen die Wirksamkeit wissenschaftlich &hellip; <a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2240\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13,11,8],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2240"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2240"}],"version-history":[{"count":19,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2240\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2355,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2240\/revisions\/2355"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2240"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2240"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2240"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}