{"id":2152,"date":"2014-10-08T20:09:32","date_gmt":"2014-10-08T18:09:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2152"},"modified":"2019-03-25T22:25:53","modified_gmt":"2019-03-25T21:25:53","slug":"vortraege-zur-homoeopathie-taeuschen-den-verbraucher","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2152","title":{"rendered":"Vortr\u00e4ge zur Hom\u00f6opathie t\u00e4uschen den Verbraucher &#8230;"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook%7Ctwitter\" data-url=\"http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2152\" data-timestamp=\"1553552753\" data-hidezero=\"1\" data-backendurl=\"?rest_route=\/shariff\/v1\/share_counts&\"><ul class=\"shariff-buttons theme-default wcag_colors orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2152\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#38548F; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<span data-service=\"facebook\" style=\"color:#38548F\" class=\"shariff-count\"> 195<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2152&text=Vortr%C3%A4ge%20zur%20Hom%C3%B6opathie%20t%C3%A4uschen%20den%20Verbraucher%20%E2%80%A6\" title=\"Bei Twitter teilen\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#115A92; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 30 32\"><path fill=\"#55acee\" d=\"M29.7 6.8q-1.2 1.8-3 3.1 0 0.3 0 0.8 0 2.5-0.7 4.9t-2.2 4.7-3.5 4-4.9 2.8-6.1 1q-5.1 0-9.3-2.7 0.6 0.1 1.5 0.1 4.3 0 7.6-2.6-2-0.1-3.5-1.2t-2.2-3q0.6 0.1 1.1 0.1 0.8 0 1.6-0.2-2.1-0.4-3.5-2.1t-1.4-3.9v-0.1q1.3 0.7 2.8 0.8-1.2-0.8-2-2.2t-0.7-2.9q0-1.7 0.8-3.1 2.3 2.8 5.5 4.5t7 1.9q-0.2-0.7-0.2-1.4 0-2.5 1.8-4.3t4.3-1.8q2.7 0 4.5 1.9 2.1-0.4 3.9-1.5-0.7 2.2-2.7 3.4 1.8-0.2 3.5-0.9z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">twittern<\/span>&nbsp;<span data-service=\"twitter\" style=\"color:#115A92\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button rss shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?feed=rss\" title=\"RSS-feed\" aria-label=\"RSS-feed\" role=\"button\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#aa2e00; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#fe9312\" d=\"M4.3 23.5c-2.3 0-4.3 1.9-4.3 4.3 0 2.3 1.9 4.2 4.3 4.2 2.4 0 4.3-1.9 4.3-4.2 0-2.3-1.9-4.3-4.3-4.3zM0 10.9v6.1c4 0 7.7 1.6 10.6 4.4 2.8 2.8 4.4 6.6 4.4 10.6h6.2c0-11.7-9.5-21.1-21.1-21.1zM0 0v6.1c14.2 0 25.8 11.6 25.8 25.9h6.2c0-17.6-14.4-32-32-32z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">RSS-feed<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><\/ul><\/div><p>&#8230; und niemand interessiert sich daf\u00fcr. Es ist eigentlich ein Skandal! <em>&#8218;Wir m\u00fcssen Sie darauf hinweisen, dass im Fisch Gr\u00e4ten vorkommen k\u00f6nnen&#8216;<\/em> muss ein Fischgesch\u00e4ft in Hamburg Altona entsprechend der Auflage des Amtsgerichts seine Kunden informieren (Der Spiegel, Nr. 40 \/ 2014, S. 28). Auf Tabakprodukten muss der Kunde gewarnt werden, dass Rauchen sch\u00e4dlich ist. Als wenn das nicht jeder w\u00fcsste, der nicht gerade erst unter einem Stein hervorgekrochen ist!<\/p>\n<p>Gilt diese staatliche F\u00fcrsorge f\u00fcr den Verbraucher auch im Gesundheitswesen? Besonders bei der Alternativmedizin?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8230; Denn legt man Studien \u00fcber das tats\u00e4chliche Verbraucherverhalten zugrunde, so wird deutlich, dass der Verbraucher nicht nur auf Informationen des Unternehmers angewiesen ist, sondern auch nur eine bestimmte Menge an Information verarbeiten kann (information overload) und zudem auch nicht immer rational handelt. Diese Erkenntnisse nutzt die Anbieterseite, indem sie in ihrer Werbung nicht umfassend und objektiv \u00fcber ihre Produkte informiert, sondern unter Nutzung psychologischer Erkenntnisse bestrebt ist, sachlich nicht begr\u00fcndete Kaufanreize unterschwellig zu transportieren.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Aus Sicht des Verbraucherschutzes begr\u00fcndet sich das Leitbild des schutzbed\u00fcrftigen Verbrauchers, weil dieser den Anbietern von Produkten und Dienstleistungen strukturell unterlegen sei. Dieses Leitbild hat sich auch in der Arbeit des Gesetzgebers weitgehend durchgesetzt (siehe unten). (Wikipedia, Stichwort &#8218;<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Verbraucherschutz\">Verbraucherschutz<\/a>&#8218;)<\/em><\/p>\n<p>Sch\u00f6n w\u00e4rs ja.<\/p>\n<p>Die Hom\u00f6opathie ist bekanntlich eine Heilslehre, die sich auf ein Verst\u00e4ndnis der Abl\u00e4ufe im menschlichen K\u00f6rper abst\u00fctzt, das zu Zeiten der franz\u00f6sischen Revolution vor \u00fcber 200 Jahren entwickelt wurde. Sie stammt aus einer Zeit, lange bevor man auch nur Puls, K\u00f6rpertemperatur oder Blutdruck messen konnte, geschweige denn, deren Bedeutung f\u00fcr die Beurteilung des Gesundheitszustandes erkannt h\u00e4tte.<\/p>\n<p>In der Hom\u00f6opathie werden Wirkstoffe aus den Mitteln schrittweise entfernt und durch rituelle Prozeduren einfachen mechanischen Sch\u00fcttelns ersetzt, was das am Ende vorhandene reine Wasser noch wirkungsvoller machen soll als die Ausgangssubstanz selbst. Wenn den verwendeten Ausgangsstoffen \u00fcberhaupt eine therapeutische Heilwirkung innewohnt.\u00a0 Denn selbst dies ist in der Hom\u00f6opathie nicht selbstverst\u00e4ndlich der Fall, werden doch Allerweltsstoffe wie beispielsweise Kochsalz (<a href=\"http:\/\/www.remedia-homoeopathie.de\/de\/homoeopathie\/Natrium-muriaticum\/a300656.html\" class=\"broken_link\">Link<\/a>) oder Bad Gasteiner Wasser (<a href=\"http:\/\/www.remedia-homoeopathie.de\/de\/homoeopathie\/Bad-Gasteiner-Wasser\/a102375.html\" class=\"broken_link\">Link<\/a>) als solche verwendet. Das w\u00e4re im Prinzip nicht schlimm, wenn man dies nur bei nicht ernstzunehmenden von selbst vor\u00fcbergehenden Bagatellen einsetzen w\u00fcrde. Dies ist aber nicht der Fall, denn die Hom\u00f6opathie wird sehr eifrig auf allen Kan\u00e4len als wirksame Alternative zur evidenzbasierten Medizin beworben. Es gibt sogar Vertreter, die eine genau auf diesen kruden Grundlagen basierende Therapie auch f\u00fcr ernsthafteste Beschwerden empfehlen.<\/p>\n<p>Einige Schlaglichter m\u00f6gen das verdeutlichen:<\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">Jens Wurster ist bekannterma\u00dfen ein Mitarbeiter der Clinica Santa Croce in der Schweiz, die sich auf die hom\u00f6opathische Behandlung von Krebserkrankungen spezialisiert hat. Er hat auch ein Buch zum Thema verfasst, das den vielsagenden Titel tr\u00e4gt &#8218;Die <\/span><strong><span lang=\"de-DE\">hom\u00f6opathische<\/span><\/strong><span lang=\"de-DE\"> Behandlung und <\/span><strong><span lang=\"de-DE\">Heilung von Krebs<\/span><\/strong><span lang=\"de-DE\"> und metastasierter Karzinome&#8216; (Hervorhebung von mir). Nein, ich gebe hier keine Bezugsquellen an, denn ich m\u00f6chte keinen Anteil daran haben, dass sich dieser Inhalt weiter verbreitet. <\/span><\/p>\n<p>Genau mit diesem Thema, <em>&#8218;Die hom\u00f6opathische Behandlung von Krebs- und Tumorerkrankungen&#8216;<\/em> ist Dr. med. Jens Wurster am 6. Juni 2014 auf einem Patienteninformationsabend der<em> &#8218;Akademie der Klassischen Hom\u00f6opathie&#8216;<\/em> aufgetreten. Beim Publikum d\u00fcrfte es sich demnach in hohem Ma\u00dfe um Betroffene gehandelt haben, wohl kaum um medizinisch vorgebildete Fachleute auf diesem Gebiet. Ein Foto auf der Webseite des Veranstalters zeigt in der \u00fcberwiegenden Mehrzahl Frauen aller Altersstufen als Zuh\u00f6rer (01.05.2015: Link erloschen). Am folgenden Wochenende fand dann eine Weiterbildungsveranstaltung f\u00fcr Therapeuten statt. Jens Wurster hat auch dort vorgetragen, denn er ist nicht nur f\u00fcr einen Info-Abend den weiten Weg vom Lago Maggiore nach Unterfranken gereist. Daraus folgt, dass es jetzt ein paar mehr Heilpraktiker gibt als zuvor, die meinen, Krebs sei mittels Hom\u00f6opathie heilbar.<\/p>\n<p>Inhaber und fachlicher Leiter der Akademie ist Michael Leisten, ein Heilpraktiker, der nach eigenen Angaben (<strong>Edit 27.10.2015<\/strong>: Auf der offenbar \u00fcberarbeiteten Webseite findet sich diese Angabe nicht mehr, Link daher erloschen) \u00fcber eine mehrj\u00e4hrige medizinische Ausbildung (also nicht Studium, sondern Heilpraktikerschule?) sowie \u00fcber einen Hochschulabschluss als Religionsp\u00e4dagoge verf\u00fcgt, nat\u00fcrlich auch in Hom\u00f6pathie ausgebildet ist.<\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">Ausz\u00fcge dieser Veranstaltung sind im September 2014 auf YouTube hochgeladen worden (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=CiCw0GThWgY\">Link<\/a>). Nach einer langen Vorrede von Michael Leisten kommt Wurster ab Minute 4.14 zu Wort. Wegen des Schnittes fehlt die Einleitung und er kommt gleich auf eine Studie zu sprechen, die hier auf dem Blog bereits besprochen worden ist (<a title=\"Behandlung von Krebspatienten mit Hom\u00f6opathie \u2013 Studie von Rostock (2011)\" href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=461\">Link<\/a>), n\u00e4mlich der Studie von Rostock et al. zur hom\u00f6opathischen Krebsbehandlung. Er f\u00fchrt sinngem\u00e4\u00df aus:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li>Wegen der dort erfolgten spektakul\u00e4ren Tumorheilungen sei man an die Clinica Santa Croce mit dem Wunsch herangetreten, eine gro\u00dfe Vergleichsstudie durchzuf\u00fchren.<\/li>\n<li>Man habe die Ergebnisse mit denen einer onkologischen Schwerpunktspraxis in Freiburg verglichen.<\/li>\n<li>Doppelblindstudien seien in der Hom\u00f6opathie nicht m\u00f6glich.<\/li>\n<li>Man habe eine Matched Pair Studie ausgef\u00fchrt, in der die Behandlungserfolge von Patienten mit weitgehend gleichem Krankheitsbild miteinander verglichen wurden.<\/li>\n<li>Als Ergebnis habe sich gezeigt, dass sich speziell in Bezug auf die Lebensqualit\u00e4t gro\u00dfe Vorteile f\u00fcr die hom\u00f6opathisch behandelten Patienten ergeben h\u00e4tten.<\/li>\n<li>Die Studie sei von Schulmedizinern durchgef\u00fchrt worden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Besch\u00e4ftigen wir uns zun\u00e4chst mit diesem Teil des Vortrags. Das l\u00e4sst sich relativ einfach zusammenfassen:<\/p>\n<p>Nichts von dem, was Wurster da sagt, trifft zu. Nicht ein Satz!<\/p>\n<ul>\n<li>Die Studie wurde auf Betreiben der Clinica Santa Croce durchgef\u00fchrt, nicht von au\u00dfen wegen der gro\u00dfen Erfolge vorgeschlagen. Dies ergibt sich aus der Danksagung am Ende des Aufsatzes (<a href=\"http:\/\/www.biomedcentral.com\/1471-2407\/11\/19?utm_source=buffer&amp;utm_campaign=Buffer&amp;utm_content=buffere7b4f&amp;utm_medium=twitter\">Link<\/a>):<br \/>\n<em><span lang=\"de-DE\">&#8218;Wir bedanken uns sehr bei Dr. Dario Spinedi, dem Gr\u00fcnder und Direktor der Clinica Santa Croce, der zu dieser Studie eingeladen hat&#8230;.&#8216;<\/span><span lang=\"de-DE\"> (\u00dcbersetzung von mir).<\/span><\/em><\/li>\n<li>Nicht nur die genannte onkologische Schwerpunktspraxis in Freiburg geh\u00f6rte zum Vergleich, sondern auch die Klinik f\u00fcr Onkologie und H\u00e4motologie in Offenburg. Auf der einen Seite wurde also eine Klinik der hom\u00f6opathischen Nachsorge (Santa Croce) mit einer allgemeinen Klinik verglichen, die das gesamte Spektrum der konventionellen Krebstherapie umfasst.<\/li>\n<li><span lang=\"de-DE\">Entsprechend kam auch der Matched Pair Vergleich nicht zustande. Bei 259 bzw. 380 Patienten in den beiden Gruppen konnten nur 11 Vergleichspaare gebildet werden, zu wenig f\u00fcr eine sinnvolle Auswertung. Es wurde stattdessen ein Gruppenvergleich durchgef\u00fchrt. Dort wurden dann aber \u00c4pfel mit Birnen verglichen, da der Vergleich nicht auf einem aus dem Krankheitsverlauf resultierenden einheitlichen Startpunkt basierte.<\/span><\/li>\n<li>Der angebliche gro\u00dfe Vorteil beruht zum Teil auf Rechenfehlern, die die Ergebnisse &#8218;zuf\u00e4llig&#8216; in Richtung auf Vorteile f\u00fcr die Hom\u00f6opathiegruppe verschoben haben. Selbst dann scheinen die angeblich gro\u00dfen Vorteile durchaus noch in der Gr\u00f6\u00dfenordnung der Messunsicherheit zu liegen. Von einem &#8218;deutlichen Unterschied&#8216; ist nichts zu sehen.<\/li>\n<li><span lang=\"de-DE\">Die Studie ist nicht von reinen Schulmedizinern durchgef\u00fchrt worden. Die Autoren der Studie waren an den folgenden Instituten t\u00e4tig:<br \/>\n(1) Tumor Biology Center at Albert Ludwig&#8217;s University Freiburg, Germany<br \/>\n(2) <\/span><strong><span lang=\"de-DE\">Dept. of Evaluation Research in Complementary Medicine<\/span><\/strong><span lang=\"de-DE\">, University Hospital Freiburg, Germany<br \/>\n(3) <\/span><strong><span lang=\"de-DE\">Institute for Transcultural Health Studies<\/span><\/strong><span lang=\"de-DE\"> and Samueli Institute, European Office, Europa Universit\u00e4t Viadrina, Frankfurt an der Oder, Germany<br \/>\n(4) <\/span><span lang=\"de-DE\"><strong>Institute for Complementary Medicine,<\/strong> University Hospital<\/span><span lang=\"de-DE\"><span lang=\"de-DE\">, Zurich, Switzerland<br \/>\n(5) Institute for General Practice, Johann Wolfgang Goethe University Frankfurt, Germany<\/span><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>Schwarz hervorgehoben die Institute, die sich intensiv mit der Alternativmedizin besch\u00e4ftigen. F\u00fcr die Zugeh\u00f6rigkeit der sechs Autoren zu diesen Instituten wird genannt:<\/p>\n<p>Matthias Rostock: 1 und <strong>4<\/strong><br \/>\nJohannes Neumann: 1 und <strong>2<\/strong><br \/>\nCorina Guethlin: <strong>2<\/strong> und 5<br \/>\nLars G\u00fcnther: <strong>2<\/strong><br \/>\nHans H. Bartsch: 1<br \/>\nHarald Walach:<strong> 3<br \/>\n<\/strong><br \/>\nnAu\u00dfer Herrn Bartsch haben also alle Autoren einen Hintergrund in der Komplement\u00e4r- und Alternativmedizin. Bartsch wird in der Liste der Autoren erst an f\u00fcnfter Stelle genannt, das hei\u00dft, er ist sicher nicht derjenige gewesen, der die Studie inhaltlich gepr\u00e4gt hat. Vielleicht haben wirklich alle Beteiligten (au\u00dfer Walach) ein Medizinstudium abgeschlossen &#8211; aber die Alternativmedizin ist der dominierende Hintergrund der Autoren.<\/p>\n<p>Dass, nebenbei bemerkt, doppelblinde Studien in der Hom\u00f6opathie m\u00f6glich sind, zeigt das Vorliegen von nunmehr fast 200 solcher Studien. \u00dcblicherweise wird das Verfahren immer dann kritisiert, wenn eine solche Studie f\u00fcr die Hom\u00f6opathie zu keinem vorteilhaften Ergebnis gekommen ist, ein Einwand, den man bei Studien mit (vermeintlich) positiven Ergebnissen seltsamerweise nicht h\u00f6rt.<\/p>\n<p>Die \u00c4u\u00dferungen Wursters zu der Studie lassen diese also in einem wesentlich besseren Licht erscheinen, als es ihr tats\u00e4chlich zukommt. Die Zuh\u00f6rer, wie gesagt, vermutlich in gro\u00dfem Umfang von einer Krebserkrankung betroffene Menschen, erhalten hier also ein v\u00f6llig falsches in die positive Richtung verzerrtes Bild von der Studienlage vermittelt.<\/p>\n<p>Zur Studie selbst sei an dieser Stelle nur so viel gesagt, dass dort \u00c4pfel mit Birnen verglichen werden, denn die Messzeitpunkte sind in Bezug auf den Studienbeginn gelegt, nicht auf den Zeitpunkt der Erstdiagnose (ED). Daher werden in der Hom\u00f6opathiegruppe Patienten im Schnitt zehn Monate nach ED mit konventionell behandelten Patienten im Schnitt drei Monate nach ED verglichen. Die konventionelle Gruppe beinhaltet folglich in h\u00f6herem Ma\u00dfe Patienten w\u00e4hrend der evidenz-medizinischen Eingriffe (Bestrahlung, Chirurgie, Chemo) als die Hom\u00f6opathie-Gruppe, mit allen Einfl\u00fcssen auf die Lebensqualit\u00e4t, die diese Rosskuren so mit sich bringen. Die Hom\u00f6opathiegruppe ist mit 54 Jahren auch deutlich j\u00fcnger (konventionell: 60). Das d\u00fcrfte ebenfalls einen erheblichen Einfluss auf den gemessenen Parameter &#8218;Lebensqualit\u00e4t&#8216; gehabt haben. Weitere Details siehe hier (<a title=\"Behandlung von Krebspatienten mit Hom\u00f6opathie \u2013 Studie von Rostock (2011)\" href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=461\">Link<\/a>).<\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">In den n\u00e4chsten knapp 15 Minuten des Videoausschnittes wird der Fall einer einzigen Krebspatientin ausf\u00fchrlich dargestellt und in allen Facetten beleuchtet. Bei ihr waren entgegen der Prognose der konventionellen Medizin die Lungenmetastasen, die von einer Erkrankung an Brustkrebs herr\u00fchrten, zur\u00fcckgegangen und schlie\u00dflich verschwunden. Dies wird auf die hom\u00f6opathische Behandlung zur\u00fcckgef\u00fchrt, die in allen Einzelheiten besprochen wird. Da wird erl\u00e4utert, wie wichtig das Symptom f\u00fcr die richtige Behandlung der Patientin ist, dass sie im Winter Hautrisse auf dem Handr\u00fccken entwickelt oder nichts Beengendes um sich herum ertr\u00e4gt. Auch die Bedeutung des sp\u00e4ter w\u00e4hrend der Behandlung auftretenden Traums von Pferden wird dargestellt. Unterst\u00fctzt wird dies von dem durchaus kompetent wirkenden Auftreten Wursters, garniert durch richtig kompliziert aussehende Grafiken. Da die haupts\u00e4chlich weiblichen Zuh\u00f6rer wahrscheinlich genau von diesem Problem betroffen sind &#8211; Brustkrebs ist bei Frauen die h\u00e4ufigste Krebsart &#8211; d\u00fcrfte dieser Vortrag seine Wirkung nicht verfehlt haben.<\/span><\/p>\n<p>Zum Schluss kann M. Leister noch ein paar F\u00e4lle vortragen. Das gipfelt dann in der Aussage, &#8218;die Schulmedizin kann zwar einen Tumor beseitigen, aber keinen Krebs heilen&#8216; (19:20 min).<\/p>\n<p>Welche Abgr\u00fcnde tun sich auf!<\/p>\n<p>Mit welcher Dreistigkeit werden da Patienten, die ein massives Problem haben, in eine Richtung informiert, die geeignet ist, dass sie eine eventuell folgenreiche Fehlentscheidung treffen? Wieso schreitet da niemand ein? Warum greift da kein Gesundheitsamt ein, kein Verbraucherschutz oder was es sonst so gibt? Vor zu krummen Gurken und zu geraden Bananen werden wir effektiv gesch\u00fctzt, vor Gr\u00e4ten im Fisch muss gewarnt werden &#8211; aber hier werden Menschen, die vermutlich zumeist nicht \u00fcber nennenswerten medizinischen oder naturwissenschaftlichen Hintergrund verf\u00fcgen, in einer Notlage richtiggehend eingeseift. Ihnen wird das Urteilsverm\u00f6gen durch einen Kompetenz heischenden Wortschwall, gespickt mit Fehlinformationen, bei durchaus seri\u00f6s und \u00fcberzeugend wirkendem, sympathischen Auftreten regelrecht zugekleistert und vernebelt.<\/p>\n<p>Herrn Dr. med. Jens Wurster, also einem promovierten Mediziner, muss es doch klar sein, dass aus einem Einzelfall, selbst aus mehreren Einzelf\u00e4llen, kein R\u00fcckschluss auf die Wirksamkeit einer Behandlung m\u00f6glich ist. Hierzu bedarf es auch der Zahl derjenigen Patienten, bei denen die gleiche Behandlung keinen Erfolg hatte &#8211; und nat\u00fcrlich auch einer Vergleichsgruppe von Patienten, wie es ihnen ohne die hom\u00f6opathische Therapie ergangen ist. Ohne diese Angaben ist keine Aussage zu einer Wirksamkeit einer Therapie m\u00f6glich, wie ein Dr. med. eigentlich wissen m\u00fcsste. Mit einem wortreich dargestellten Einzelfall werden Patienten nicht informiert, sondern manipuliert, nicht \u00fcber Chancen und Risiken aufgekl\u00e4rt, sondern einseitig desinformiert.<\/p>\n<p>Die Ver\u00f6ffentlichung dieses Zusammenschnitts auf YouTube wird sicher ebenfalls eine mehr oder weniger gro\u00dfe Anzahl von potenziellen Patienten erreichen.<\/p>\n<p>Also, was tun der Herr Dr. med Jens Wurster und sein Kollege da? Ich darf hier nicht unterstellen, dass sie diese Falschinformationen absichtlich verbreiten, denn das w\u00e4re \u00fcble Nachrede und kann mich vor Gericht bringen. Daher, liebe Anw\u00e4lte, die Ihr das lest, tue ich das nicht. Nein. Ich unterstelle, man hat sich einfach geirrt, hat diese Dinge, die sich zum Teil beim blo\u00dfen Lesen der Studie erschlie\u00dfen, einfach nicht bemerkt. Hoffentlich ist das jetzt keine Beleidigung f\u00fcr einen studierten und promovierten Mann.<\/p>\n<p>Man kann sich auch fragen, wie ein Mann wie Michael Leisten ohne ein medizinisches Studium absolviert zu haben, eine solche Akademie fachlich leiten und solche Aussagen, wie oben zitiert, vor Betroffenen t\u00e4tigen darf. Wieso d\u00fcrfen sich Heilpraktiker \u00fcberhaupt mit dem Thema Krebs besch\u00e4ftigen?<\/p>\n<p>Ist das ein Einzelfall, in dem ein paar Gesch\u00e4ftsleute eine vielleicht etwas anr\u00fcchige Werbung f\u00fcr ihre Unternehmen betreiben?<\/p>\n<p>Ganz, ganz sicher nicht. Leider nicht.<\/p>\n<p>Seit Mitte September 2014 f\u00fchre ich eine kleine Erhebung durch. Google erm\u00f6glicht, dass man sich Alarme setzt. Man kann Stichworte definieren, und wenn die dann im Internet auftauchen, erh\u00e4lt man eine Nachricht. Dies habe ich f\u00fcr das Stichwort &#8218;Hom\u00f6opathie&#8216; getan und sichte seit Mitte September t\u00e4glich die Ergebnisse, ob sie eine Ank\u00fcndigung oder einen Bericht \u00fcber einen Publikumsvortrag zur Hom\u00f6opathie enthalten. Also keine Aus- und Weiterbildungsangebote f\u00fcr Heilpraktiker beziehungsweise \u00c4rzte, sondern nur Informationsveranstaltungen, die sich explizit an das allgemeine (Laien-) Publikum wenden.<\/p>\n<p>Seit Mitte September habe ich bis heute (8. Oktober 2014) 48 solcher Ank\u00fcndigungen f\u00fcr Vortragsveranstaltungen in Deutschland, \u00d6sterreich und der deutschsprachigen Schweiz gesammelt. Vortragende sind<\/p>\n<ul>\n<li>\u00c4rzte und Tier\u00e4rzte: 12 Vortr\u00e4ge<\/li>\n<li>Apotheker: 1<\/li>\n<li>Heilpraktiker und Tierheilpraktiker: 28<\/li>\n<li>sonstige und ohne Angaben: 7<\/li>\n<\/ul>\n<p>Was aber richtig schockiert, ist die Tr\u00e4gerschaft, das hei\u00dft, die jeweiligen Veranstalter, die letztendlich den Rahmen bieten und dem Vortragenden die Glaubw\u00fcrdigkeit ihrer jeweiligen Organisation zugute kommen lassen:<\/p>\n<ul>\n<li>Volkshochschulen und \u00e4hnlich: 18 Vortr\u00e4ge<\/li>\n<li>kirchliche Tr\u00e4ger: 4<\/li>\n<li>Apotheken: 5<\/li>\n<li>Hebammenvereinigungen: 2<\/li>\n<li>Krankenh\u00e4user: 2<\/li>\n<li>Deutsches Rotes Kreuz: 1<\/li>\n<li>Schule: 1<\/li>\n<li>sonstige: 15<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wie man sieht, wird die \u00fcberwiegende Anzahl der Vortr\u00e4ge durchaus von Organisationen gef\u00f6rdert, die ein hohes Ansehen genie\u00dfen, und die eigentlich wichtige Aufgaben f\u00fcr die Bildung der B\u00fcrger wahrnehmen sollten. Volkshochschulen, Apotheken, Krankenh\u00e4user, kirchliche Tr\u00e4ger sind sicher mit einem hohen Vertrauensbonus ausgestattet. Was von dort kommt, genie\u00dft sicher eine gro\u00dfe Glaubw\u00fcrdigkeit, weil es in einem &#8217;neutralen&#8216; Rahmen stattfindet. Sie stehen bestimmt nicht in dem Generalverdacht, der Hom\u00f6opathie alleine aus gesch\u00e4ftlichem Interesse heraus Vorschub zu leisten. Und dort erreicht man auch sein Publikum. Gerade war in der <em>Badischen Zeitung<\/em> zu lesen, dass alleine in Baden W\u00fcrttemberg \u00fcber 4,5 Millionen Menschen im Jahr an Kursen der VHS oder der kirchlichen Tr\u00e4ger teilgenommen haben (<a href=\"http:\/\/www.badische-zeitung.de\/suedwest-1\/kurz-gemeldet-xm6tuevix--92457654.html\">Link<\/a>).<\/p>\n<p>Vortr\u00e4ge, die sich mit den naturwissenschaflichen Aspekten der Hom\u00f6opathie besch\u00e4ftigen, sind in meiner Erhebung nicht aufgetaucht, nicht einer. Es geht um hom\u00f6opathische Haus- und Notfallapotheken, um Hom\u00f6opathie f\u00fcr Kinder aller Altersstufen, um die Anwendung bei bestimmten Krankheitsf\u00e4llen wie Erk\u00e4ltungen, Demenz und Frauenkrankheiten oder auch um Hom\u00f6opathie allgemein oder f\u00fcr die Tiefen des Seins. Sogar f\u00fcr Tiere und Pflanzen gab es Vortr\u00e4ge. Ich halte es nicht f\u00fcr sehr wahrscheinlich, dass irgendeiner der Vortragenden innerhalb seines Vortrages sehr ausf\u00fchrlich darauf eingeht, dass der Hom\u00f6opathie jede naturwissenschaftliche Erkl\u00e4rung der Wirkungsweise fehlt und keine belastbaren Wirkungsnachweise vorliegen. Wenn es denn tats\u00e4chlich erw\u00e4hnt wird, wird dieser doch wichtige Aspekt sicher als belangloser Kleinkram beiseite geschoben. Ich selbst habe mir einmal einen solchen Vortrag angeh\u00f6rt, in dem dies genau so gehandhabt wurde. Die daraus folgenden Betrachtungen k\u00f6nnen <a title=\"Apotheke und Hom\u00f6opathie \u2013 ein Vortrag \u2013 ein Erlebnis\" href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=1984\">hier<\/a> nachgelesen werden.<\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">Zu diesen angek\u00fcndigten Vortr\u00e4gen kommt die ganz normale mehr oder weniger t\u00e4gliche Berieselung in den Medien von Presse, Funk und Fernsehen, den diversen Seiten im Internet, auf denen hom\u00f6opathisch arbeitende Therapeuten ihre Leistungen mit Bildern von sch\u00f6nen Pflanzen und gl\u00fccklichen Menschen bewerben, das Heil einer sanften, ganzheitlichen, ungef\u00e4hrlichen aber dennoch ungemein leistungsf\u00e4higen Heilslehre verk\u00fcnden. Nicht zu reden von den Abertausenden von B\u00fcchern der einschl\u00e4gigen Verlage. Nicht umsonst scheint die Hom\u00f6opathie gerade bei den gebildeteren Schichten besonders Anklang zu finden, n\u00e4mlich offenbar bei Leuten, die sich informieren wollen &#8211; und auf die dann die ganze Phalanx von positiven Informationen herabregnet, mit klingenden Titeln und beeindruckenden akademischen Weihen gesegnet. Kritische Stimmen zur Hom\u00f6opathie sind da doch nur einzelne Tropfen im Ozean. Bis jemand, der sich informieren will, die in der Werbung nicht zur Sprache kommenden Aspekte wahrnimmt, sind 100 andere Quellen konsumiert, ist die Meinungsbildung bereits abgeschlossen.<\/span><\/p>\n<p>Wundern wir uns da wirklich, dass die Hom\u00f6opathie auf dem offensichtlich unaufhaltsamen Vormarsch ist?<\/p>\n<p>Wer k\u00fcmmert sich hier eigentlich um Verbraucherschutz? Gerade auf dem Gebiet der Medizin und Scheinmedizin geht es um eventuell nicht mehr umkehrbare Entscheidungen, gerade wenn man den seri\u00f6s, aber mit falschen Informationen auftretenden Scharlatanen ausgesetzt ist. Gerade hier hat auch der Verbraucher normalerweise sehr wenig Hintergrundwissen, um sich mit den Argumenten auseinanderzusetzen. Dort braucht er professionelle Unterst\u00fctzung, nicht mit d\u00fcmmlichen Warnhinweisen, dass Hei\u00dfgetr\u00e4nke hei\u00df sind und man sich daran verbr\u00fchen kann.<\/p>\n<p>Kann es au\u00dferdem eine gute und erstrebenswerte gesellschaftliche Entwicklung sein, die sich da vollzieht? Ist es f\u00fcr ein Land, das sich so gerne auf seine Dichter und Denker bezieht, das f\u00fcr sich in Anspruch nimmt, in vielen wissenschaftlichen und technischen Gebieten die Vorreiterrolle zu spielen, wirklich sinnvoll, wenn die Wissenschaft diskreditiert wird, sie geradezu ein versponnener Unsinn zu sein scheint, den man zwar irgendwie betreiben kann, der mit dem richtigen Leben aber nichts zu tun hat? Sollen weitgehend gef\u00fchlte Erfahrungen wichtiger und aussagekr\u00e4ftiger werden als rationale \u00dcberlegung und von vielen Forschern zusammengetragenes nachvollziehbares und belastbares Wissen? Sollen wirklich die unter harter Arbeit und sicher auch mit Irrt\u00fcmern erarbeiteten Fortschritte der Medizin und der Wissenschaft einfach weggeworfen werden, soll es so sein, dass die Pharmaindustrie grunds\u00e4tzlich b\u00f6se ist, Schulmediziner grunds\u00e4tzlich geldgierige Schurken sind, Medikamente sich in der Hauptsache durch furchtbare Nebenwirkungen auszeichnen und Impfungen sowieso nur f\u00fcr Impfsch\u00e4den gut sind?<\/p>\n<p>Wollen wir das?<\/p>\n<p>Es ist sicher nicht zu vermeiden, dass irgendwelche Scharlatane und Quacksalber auch in Zukunft ihre Produkte bewerben. M\u00fcssen wir aber akzeptieren, dass Institutionen, die prinzipiell mit hohem \u00f6ffentlichen Ansehen ausgestattet sind, sich dazu hergeben, dies auch noch zu unterst\u00fctzen? Warum m\u00fcssen diese Einrichtungen nicht verpflichtet werden, einem Esoterik-Vortrag auch die reale Seite entgegenzustellen? Sicher gibt es da ein Personalproblem. Heilpraktiker, Apotheker und \u00c4rzte werben mit ihren Aktivit\u00e4ten f\u00fcr ihre Praxen und Gesch\u00e4fte. Mit der Skepsis kann man leider kein Gesch\u00e4ft machen &#8211; und so furchtbar viele Idealisten gibt es offensichtlich nicht. Aber wieso muss da kein Aufdruck drauf:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Achtung: Wenn Sie diesen Ratschl\u00e4gen folgen, kann das f\u00fcr Ihre Gesundheit unangenehme Auswirkungen haben, denn das, was hier zur Sprache kommt, ist nicht wissenschaftlich belegt.<\/em><\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">Wir leben in einem Zeitalter der Meinungs- und Informationsfreiheit. Jeder darf seine Weltsicht publizieren und mit den zur Verf\u00fcgung stehenden Mitteln verbreiten, sofern bestimmte Mindeststandards eingehalten werden. Dies soll bestimmt nicht eingeschr\u00e4nkt werden &#8211; aber die Mitglieder der Gesellschaft einfach dem werbenden Trommelfeuer der Interessengruppen ausgesetzt zu lassen, kann auch keine L\u00f6sung sein. Verbraucherschutz ist eigentlich nirgendwo wichtiger als in Gesundheitsfragen, wo aus Laienmeinung, Scharlatanerie und Wissenschaft ein f\u00fcr den Laien undurchschaubares Gemenge entsteht.<\/span><\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">Gerade in Gesundheitsfragen muss es doch M\u00f6glichkeiten geben, dem Interessenten zuverl\u00e4ssige Informationsquellen zur Verf\u00fcgung zu stellen, aus denen er sich informieren kann &#8211; und die nicht wie der Beipackzettel zu einem Instrument der Risikominimierung f\u00fcr den Hersteller verkommen. Dass die Apotheken vermutlich aus wirtschaftlichen Interessen heraus dies nicht tun, obwohl der Gesetzgeber ihnen genau diese Aufgabe zugeteilt hat, ist an anderer Stelle auf diesem Blog nachzulesen. Dass auch andere Institutionen dies ebenfalls nicht tun, ist in der Vergangenheit deutlich geworden: <\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span lang=\"de-DE\">Hom\u00f6opathieanh\u00e4nger sind auch W\u00e4hler, daher wird die Politik nicht aktiv, zumal wenn Meinungsumfragen die Grundlagen der politischen Weichenstellungen sind.<\/span><\/li>\n<li><span lang=\"de-DE\">Hom\u00f6opathieanh\u00e4nger zahlen ihre Krankenkassenbeitr\u00e4ge dort, wo man ihre W\u00fcnsche auch finanziell unterst\u00fctzt, deshalb haben die Krankenkassen dieses Leistungsmerkmal als Merkmal erkannt, sich vom Wettbewerb abzuheben &#8211; daher besteht auch hier kein Interesse zum Handeln. <\/span><\/li>\n<li><span lang=\"de-DE\">Die \u00c4rzteschaft hat zumindest zu einem kleinen Teil erkannt, dass man mit dem Angebot der Hom\u00f6opathie den Zw\u00e4ngen der Kostend\u00e4mpfung im Gesundheitswesen entgehen kann.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>Wer also vertritt die Interessen der Verbraucher und Patienten und sorgt daf\u00fcr, dass sie zumindest die M\u00f6glichkeit haben, sich die Informationen gezielt zu verschaffen, die sie als m\u00fcndige Patienten f\u00fcr ihre Entscheidungsgrundlagen ben\u00f6tigen, und von dieser M\u00f6glichkeit auch wissen?<\/p>\n<p>Ich habe leider keine Antwort.<\/p>\n<p>Ich habe hier nur wieder einen kleinen Tropfen im gro\u00dfen Ozean liefern k\u00f6nnen. Schade, es fehlt das Versch\u00fctteln&#8230;<\/p>\n<p><strong>Erratum (28.07.2015):<\/strong><\/p>\n<p>Die Studie von Rostock ist 2011 tats\u00e4chlich mit dem Hufeland Forschungspreis ausgezeichnet worden, worauf mich jetzt ein Leser aufmerksam gemacht hat. Entsprechend wurden die Textstellen korrigiert, an denen ich aufgrund einer Verwechslung mit dem &#8218;Hufeland-Preis&#8216; dies f\u00e4lschlicherweise in Abrede gestellt hatte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; und niemand interessiert sich daf\u00fcr. 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