{"id":2025,"date":"2014-08-03T17:02:12","date_gmt":"2014-08-03T15:02:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2025"},"modified":"2017-08-14T13:20:18","modified_gmt":"2017-08-14T11:20:18","slug":"homoeopathie-zur-prophylaxe-von-grippesymptomen-rottey-1995","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=2025","title":{"rendered":"Hom\u00f6opathie zur Prophylaxe von Grippesymptomen &#8211; Rottey (1995)"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook%7Ctwitter\" data-url=\"http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2025\" data-timestamp=\"1502716818\" data-hidezero=\"1\" data-backendurl=\"?rest_route=\/shariff\/v1\/share_counts&\"><ul class=\"shariff-buttons theme-default wcag_colors orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2025\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#38548F; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<span data-service=\"facebook\" style=\"color:#38548F\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D2025&text=Hom%C3%B6opathie%20zur%20Prophylaxe%20von%20Grippesymptomen%20%E2%80%93%20Rottey%20%281995%29\" title=\"Bei Twitter teilen\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#115A92; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 30 32\"><path fill=\"#55acee\" d=\"M29.7 6.8q-1.2 1.8-3 3.1 0 0.3 0 0.8 0 2.5-0.7 4.9t-2.2 4.7-3.5 4-4.9 2.8-6.1 1q-5.1 0-9.3-2.7 0.6 0.1 1.5 0.1 4.3 0 7.6-2.6-2-0.1-3.5-1.2t-2.2-3q0.6 0.1 1.1 0.1 0.8 0 1.6-0.2-2.1-0.4-3.5-2.1t-1.4-3.9v-0.1q1.3 0.7 2.8 0.8-1.2-0.8-2-2.2t-0.7-2.9q0-1.7 0.8-3.1 2.3 2.8 5.5 4.5t7 1.9q-0.2-0.7-0.2-1.4 0-2.5 1.8-4.3t4.3-1.8q2.7 0 4.5 1.9 2.1-0.4 3.9-1.5-0.7 2.2-2.7 3.4 1.8-0.2 3.5-0.9z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">twittern<\/span>&nbsp;<span data-service=\"twitter\" style=\"color:#115A92\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button rss shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?feed=rss\" title=\"RSS-feed\" aria-label=\"RSS-feed\" role=\"button\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#aa2e00; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#fe9312\" d=\"M4.3 23.5c-2.3 0-4.3 1.9-4.3 4.3 0 2.3 1.9 4.2 4.3 4.2 2.4 0 4.3-1.9 4.3-4.2 0-2.3-1.9-4.3-4.3-4.3zM0 10.9v6.1c4 0 7.7 1.6 10.6 4.4 2.8 2.8 4.4 6.6 4.4 10.6h6.2c0-11.7-9.5-21.1-21.1-21.1zM0 0v6.1c14.2 0 25.8 11.6 25.8 25.9h6.2c0-17.6-14.4-32-32-32z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">RSS-feed<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><\/ul><\/div><p>Einmal zur\u00fcck zu den Urspr\u00fcngen&#8230; Dieser Blog wurde gestartet, um \u00fcber die angeblich vorliegenden Wirkungsnachweise der Hom\u00f6opathie zu informieren. Diese Aufgabe soll mit dem folgenden Beitrag wieder aufgenommen werden.<img title=\"More...\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" alt=\"\" data-mce-resize=\"false\" data-mce-placeholder=\"1\" \/><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Nach den eher spannenden Themen der Vergangenheit, allen voran die Hom\u00f6oakademie in Traunstein, sollen auch die vielleicht etwas weniger spektakul\u00e4ren Betrachtungen zu den Studien zur Hom\u00f6opathie nicht vernachl\u00e4ssigt werden. Dabei will ich jetzt mit diesem Artikel damit beginnen, auf die Art und Weise vorzugehen, wie ich es in meinem Vortrag auf der Skeptikerkonferenz in M\u00fcnchen vorgetragen habe (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Wsn2vaWCFHo\">Link<\/a>). Das wird zwar l\u00e4nger, aber daf\u00fcr findet sich am Anfang eine Zusammenfassung &#8218;in K\u00fcrze&#8216;.<\/p>\n<p>Dieser Artikel behandelt eine Arbeit von Rottey et al. \u00fcber die Vorbeugung gegen Grippesymptome mittels hom\u00f6opathisch aufbereiteter Krankheitskeime, einer sogenannten Nosode [1].<\/p>\n<p><strong>In K\u00fcrze<\/strong><\/p>\n<p>In der Arbeit wird untersucht, ob ein aus verschiedenen Krankheitserregern gewonnenes hom\u00f6opathisches Mittel gegen die allj\u00e4hrlich auftretenden Grippesymptome Husten, Schnupfen, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen etc. als Prophylaxe eingesetzt werden kann. Eine erfolgreiche Prophylaxe mit einem Mittel, das Grippe heilen kann, st\u00fcnde im Widerspruch zum \u00c4hnlichkeitsprinzip. Die Autoren, die mit dem Hersteller des Mittels in Verbindung stehen, berichten nur auszugsweise \u00fcber ihre Ergebnisse, etwa die H\u00e4lfte bleibt unerw\u00e4hnt. Es liegt die Vermutung nahe, dass man da die vorteilhaftesten Zahlen herausgesucht hat und die anderen Daten, die vielleicht genau das Gegenteil beinhalten, verschweigt. Die von den Autoren reklamierte Signifikanz der Ergebnisse ist hingegen nicht gegeben. Zudem ist es angesichts der selbst bei den dargestellten Resultaten eher kleinen Effektst\u00e4rken sehr fraglich, ob der Patient f\u00fcr sich \u00fcberhaupt einen Vorteil registrieren kann. Diese Studie kann nicht als Nachweis gelten, dass mit dem erprobten Mittel eine sinnvolle Prophylaxe m\u00f6glich w\u00e4re.<\/p>\n<p><strong>Allgemein<\/strong><\/p>\n<p>Die Arbeit wurde auf Niederl\u00e4ndisch (oder ist das Fl\u00e4misch?) ver\u00f6ffentlicht, mein Artikel beruht auf diesem Text. Die Sprache ist in ihrer Schriftform recht gut verst\u00e4ndlich, Online-W\u00f6rterb\u00fccher helfen \u00fcber die meisten Schwierigkeiten hinweg. Es bleibt aber durchaus ein gewisses Restrisiko, dass Einzelheiten nicht korrekt wiedergegeben werden. Bei Ausdr\u00fccken, m\u00f6glicherweise Fachausdr\u00fccken, bei denen ich mir \u00fcber die Bedeutung nicht ganz schl\u00fcssig bin, findet sich hier dann auch der originale Wortlaut aus dem Text.<\/p>\n<p>Der Arbeit kommt deshalb eine \u00fcber den eigentlichen Untersuchungsgegenstand hinausreichende Bedeutung zu, da sie die gr\u00f6\u00dfte Studie darstellt, die in das Endergebnis der ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigten Metaanalyse von Shang et al. aus dem Jahr 2005 eingeflossen ist [2]. Dort hat man ein Quotenverh\u00e4ltnis von 0,75 dieser Studie zugeordnet, das Ergebnis ist also f\u00fcr die Hom\u00f6opathie positiv bewertet worden. Zur Natur des Quotenverh\u00e4ltnisses habe ich mich in <a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?page_id=1952\">diesem Artikel<\/a> \u00fcber die Metaanalyse von Shang et al. schon einmal ge\u00e4u\u00dfert.<\/p>\n<p>Die Arbeit erschien 1995 in der &#8218;Tijdschrift voor Integrale Geneeskunde&#8216;, die, soweit auf der Webseite ersichtlich, kein System des Peer-Reviews unterh\u00e4lt. F\u00fcr diese Einsch\u00e4tzung spricht auch, dass die Faculty of Homeopathy (<a href=\"http:\/\/facultyofhomeopathy.org\/research\/\" class=\"broken_link\">Link<\/a>) diese Arbeit nicht in ihrem Verzeichnis der Studien auflistet, die unter einem Peer-Review-System ver\u00f6ffentlicht worden sind. Auch die Ver\u00f6ffentlichung auf Holl\u00e4ndisch spricht eher f\u00fcr eine begrenzte Zielgruppe und weniger f\u00fcr einen internationalen Anspruch. Gleichwohl wird die Arbeit sowohl von Shang als auch in einem Cochrane Review [3] als Quelle benutzt (s. unten).<\/p>\n<p>Es sei noch erw\u00e4hnt, dass der Hauptautor, Rottey, zum Zeitpunkt der Ver\u00f6ffentlichung der Arbeit den wissenschaftlichen Dienst der Firma Labo Vanda in Nieuvpoort \/ Belgien geleitet hat, die auch die zu testende Substanz bereitgestellt hat.<\/p>\n<p><strong>Untersuchungsgegenstand, zu pr\u00fcfende Hypothese<\/strong><\/p>\n<p>Am Anfang einer wissenschaftlichen Arbeit steht eine Hypothese, die im Verlauf der Studie \u00fcberpr\u00fcft und best\u00e4tigt werden soll. Hier, bei dieser Arbeit, geht es um die Vorbeugung gegen die oft l\u00e4stigen Grippesymptome, unter denen in Herbst und Fr\u00fchjahr sehr viele Menschen leiden. Ausdr\u00fccklich geht es nicht um die wirkliche Grippe, sondern eher um das, was man im Deutschen mit dem Begriff des &#8218;grippalen Infekts&#8216; umschreibt.<\/p>\n<p>Das zu untersuchende Mittel war eine hom\u00f6opathische Zubereitung aus einer ganzen Reihe von inaktivierten Viren und abget\u00f6teten Erregern, die als Verursacher solcher Symptome in Frage kommen. Neben vier Virenst\u00e4mmen, beispielsweise H1N1 und H3N2, finden sich auch Streptokokken und Staphylokokken sowie weitere Erreger. Diese waren in einer Korsakoff-Potenz K200 verabreicht worden.<\/p>\n<p>Beim Korsakoff-Verfahren erfolgt die Potenzierung in einem einzigen Beh\u00e4lter. F\u00fcr einen Potenzierungsschritt wird der Inhalt des Beh\u00e4lters aus dem vorherigen Schritt weggesch\u00fcttet. Der kleine Rest, der dann wieder zusammenl\u00e4uft, also die Fl\u00fcssigkeitsmenge, die zun\u00e4chst an den W\u00e4nden haften geblieben ist und sich dann wieder am Boden sammelt, wird wieder durch Zugabe von L\u00f6sungsmittel im Verh\u00e4ltnis 1 : 100 verd\u00fcnnt und durch zehn Sch\u00fcttelschl\u00e4ge potenziert. Nominell entspricht K200 also einer C200-Potenz, wobei es allerdings durchaus sein k\u00f6nnte, dass sich winzigste Wirkstoffmengen in die h\u00f6heren Potenzen hin\u00fcberretten. Allerdings \u00e4hnelt die K200-Potenzierung auffallend einem gr\u00fcndlichen Sp\u00fclen eines Glases, zweihundert Mal wurde frisches Wasser zugegeben und in Summe 2000 Mal gesch\u00fcttelt.<\/p>\n<p>Gegen Ende der Arbeit wird angedeutet, dass die Testsubstanz ein Bestandteil eines Mittels namens &#8218;Polyinfluenzinum&#8216; sei. Googelt man dies, findet man sowohl Mittel von Boiron als auch von Heel mit diesem Namen, allerdings wird dieses Produkt nicht auf den eigenen Firmenwebseiten angeboten. Andererseits scheint die Firma Labo Vanda, die die Testsubstanz geliefert hat, keine eigene Vertriebsstruktur zu haben, zumindest findet man keine entsprechende Webseite. Ob es sich um einen Lohnfertiger handelt, der ein solches Mittel im Auftrag herstellt, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Die Arbeit scheint aber mit einem tats\u00e4chlich am Markt platzierten Hom\u00f6opathikum in Verbindung zu stehen.<\/p>\n<p>Hom\u00f6opathische Prophylaxe &#8211; geht das \u00fcberhaupt? Vergegenw\u00e4rtigen wir uns eine der Grunds\u00e4ulen der Hom\u00f6opathie, das \u00c4hnlichkeitsprinzip. Demnach ist ein hom\u00f6opathisches Medikament in der Lage, die Symptome zu heilen, die es bei einem Gesunden hervorrufen kann. Das w\u00fcrde bedeuten, dass man f\u00fcr die Vorbeugung kein hom\u00f6opathisches Mittel nehmen kann, mit dem man Grippe erfolgreich behandeln k\u00f6nnte. Solange man keine Grippe hat, man also gesund ist, w\u00fcrde dieses Mittel ja gerade die Grippe hervorrufen.<\/p>\n<p>Hahnemann hatte bei seinen Arzneimittelpr\u00fcfungen C30-Potenzen verwendet, nach den heutigen Richtlinien f\u00fcr Arzneimittelpr\u00fcfungen werden auch C200-Potenzen \u00fcberpr\u00fcft, um deren Wirkungen zu erfassen. Eine Arzneimittelpr\u00fcfung erfolgt also nicht notwendigerweise mit hohen Konzentrationen des zu pr\u00fcfenden Mittels &#8211; obwohl immer gerne anders behauptet. Eine vorbeugende Einnahme eines hom\u00f6opathischen Grippemittels in hoher Potenz \u00fcber l\u00e4ngere Zeit &#8211; in dieser Untersuchung erfolgte dies immerhin 12 Wochen lang &#8211; k\u00f6nnte demnach die Situation einer Arzneimittelpr\u00fcfung hervorrufen, w\u00fcrde also Grippesymptome erzeugen.<\/p>\n<p>Zur Vorbeugung m\u00fcsste man demzufolge, wenn das \u00c4hnlichkeitsprinzip eine Rolle spielt, ein Mittel nehmen, das geeignet ist, bei einem Kranken die Grippesymptome zu verst\u00e4rken.<\/p>\n<p>Nur, welches kann das sein? Die Verfasser w\u00e4hlen eine Nosode, die nach dem \u00c4hnlichkeitsprinzip bei einem Gesunden die Grippesymptome hervorrufen kann, bei einem Kranken also wirksam bek\u00e4mpft. Folge: Wenn eine hom\u00f6opathische Prophylaxe theoretisch \u00fcberhaupt m\u00f6glich sein sollte, dann haben die Autoren sicher das falsche Mittel gew\u00e4hlt. Sie m\u00fcssten eines w\u00e4hlen, das den Gesunden noch ges\u00fcnder macht, was schwer festzustellen sein d\u00fcrfte, denn gesund gleich &#8218;keine Grippesymptome&#8216; ist nicht steigerbar, etwa in ges\u00fcnder gleich &#8218;weniger als keine Grippesymptome&#8216;.<\/p>\n<p>Eine erfolgreiche Prophylaxe mit diesem Mittel w\u00e4re demnach ein Nachweis, dass das \u00c4hnlichkeitsprinzip nicht stimmt. Aus dem Fehlen einer vorbeugenden Wirkung kann allerdings nicht auf die G\u00fcltigkeit des \u00c4hnlichkeitsgesetzes geschlossen werden. Bei v\u00f6lliger Unwirksamkeit der Prophylaxe, z. B. wegen eines grunds\u00e4tzlich falschen Ansatzes, erg\u00e4be sich n\u00e4mlich auch keine dahingehende Wirkung.<\/p>\n<p>Was soll die Studie also? Mein Verdacht: entweder die Kompetenz der Lieferfirma untermauern, wirksame Hom\u00f6opathika herzustellen oder Verkaufsargumente f\u00fcr ein solches Hom\u00f6opathikum zu liefern. Beides muss nicht notwendigerweise zu einer zweifelhaften Studie f\u00fchren, aber Vorsicht scheint durchaus geboten, ob die Ergebnisse auch tats\u00e4chlich so angefallen sind, dass eine positive Schlussfolgerung gerechtfertigt ist.<\/p>\n<p><strong>Beurteilungskriterien<\/strong><\/p>\n<p>Sind die Beurteilungskriterien passend gew\u00e4hlt, damit die Fragestellung auch beurteilt werden kann? Die Schwierigkeit hier ergibt sich daraus, dass die Autoren die Beurteilungskriterien nicht explizit benennen, man dies also nur aus den gemessenen Daten schlie\u00dfen kann.<\/p>\n<p>Ermittelt wird das Auftreten von insgesamt acht verschiedenen Erk\u00e4ltungs- bzw. Grippesymptomen: Fieber, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Sch\u00fcttelfrost, Schniefnase, Ohrenentz\u00fcndung, Lungenprobleme (&#8218;pneumopathieen&#8216;) und Husten. Aus diesen Symptomen wird aber nur \u00fcber die ersten drei berichtet, bei denen sich deutliche Unterschiede zugunsten der zu verifizierenden Wirksamkeit ergaben. Dies geschieht einerseits \u00fcber die Bewertung der Intensit\u00e4t des Auftretens sowie \u00fcber dessen H\u00e4ufigkeit. Letztere wird als Mittelwert (mit Standardabweichung) der Anzahl dargestellt, wie h\u00e4ufig das jeweilige Symptom pro Fall genannt wurde (&#8218;De gemiddelde waarde is het gemiddelde aantal rapporteringen per geval&#8216;). Hinzu kommt noch die gemittelte Anzahl der Grippesymptome pro Person (&#8218;&#8230; het gemiddelde aantal gerapporteerde griepsymptomen per persoon&#8216;).<\/p>\n<p>So, da d\u00fcrfen wir jetzt spekulieren, was damit wohl gemeint ist. In beiden Gruppen gibt es sicher eine Anzahl von Patienten, die keine Symptome haben, der Rest hat dann ein oder mehrere Symptome. Nimmt man es w\u00f6rtlich, dann ist die Anzahl pro Person der Gruppe gerechnet, also bezogen auf alle 250 bzw. 251 Gruppenmitglieder, die H\u00e4ufigkeit des Auftretens aber offenbar nur auf die F\u00e4lle bezogen, also auf die Anzahl der Gruppenmitglieder, die zu einem Fall geworden sind, also Grippesymptome zeigten. Wenn das tats\u00e4chlich stimmt: Warum macht man diesen Unterschied?<\/p>\n<p>Wesentlicher als die Unklarheit der Bedeutung der erfassten Daten scheint mir allerdings, dass aus meiner Sicht wichtige Informationen nicht erhoben wurden.<\/p>\n<p>Zum Einen bleibt v\u00f6llig im Dunkeln, wie die Teilnehmer rekrutiert wurden. Wir wissen nur, dass dies durch \u00c4rzte erfolgte &#8211; aber nicht den Anlass dazu. Kamen die Patienten mit dem Wunsch, gegen Grippe vorzubeugen? Hatten sie da schon erste Anzeichen? Dazu w\u00e4re sicher die Vorgeschichte der Patienten wichtig. Sind sie anf\u00e4llig f\u00fcr Grippe, trat vielleicht in den Vorjahren regelm\u00e4\u00dfig eine Infektion auf? Haben sich die Patienten erstmalig einer solchen Prozedur unterzogen? Alles dies wissen wir nicht, weil die Daten nicht erhoben wurden.<\/p>\n<p>Als Zweites fehlt jedwede Erfassung von Therapien, die der jeweilige Arzt m\u00f6glicherweise durchgef\u00fchrt hat, wenn ein Patient in der Folge tats\u00e4chlich erkrankt war. Wenn die Patienten erkrankt waren, dann ist es nicht unwahrscheinlich, dass sie sich auch Erleichterung verschafft haben, eben dass die Nase nicht mehr so l\u00e4uft oder das Kopfweh nicht ganz so heftig ausf\u00e4llt. Diese Symptombek\u00e4mpfung w\u00fcrde aber genau die Ma\u00dfzahlen beeinflussen, die hier ausgewertet wurden, n\u00e4mlich Dauer und Heftigkeit des Auftretens. Demzufolge w\u00e4re es eine wichtige Information, ob der Gebrauch von irgendwelchen Suppressiva in beiden Gruppen gleich war, wenn dies nicht sogar als eine Bewertungszahl getaugt h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Ein dritter Punkt betrifft eine Schwierigkeit, die bei \u00dcberpr\u00fcfungen der Wirksamkeit in der Vorbeugung m\u00f6glicherweise unausweichlich ist, die aber bei geringen Gruppenunterschieden durchaus eine Rolle spielen k\u00f6nnte: Die Wahrscheinlichkeit zu erkranken setzt sich aus zwei Faktoren zusammen, n\u00e4mlich die Wahrscheinlichkeit, eine erfolgte Infektion unbeschadet zu \u00fcberstehen und der Wahrscheinlichkeit, dass es \u00fcberhaupt zu einer Infektion kommt. Jemand, der w\u00e4hrend der Grippesaison die \u00f6ffentlichen Verkehrsmittel benutzen muss, m\u00f6glichst noch im Berufsverkehr, hat sicher ein h\u00f6heres Ansteckungsrisiko als jemand, der seinen Alltag mit weniger Kontakt zu fremden Menschen einrichten kann. Eltern von Kindern im Kindergarten haben da sicher auch ein gr\u00f6\u00dferes Risiko als Alleinstehende.<\/p>\n<p>Hinzu kommt als Letztes noch eine zeitliche Problematik. Die gesamte Studiendauer betrug acht Monate, von September 1992 bis April 1993. \u00dcber die Beobachtungsdauer schweigen sich die Autoren zwar aus, aber es ist wahrscheinlich, dass diese mit der Dauer der Einnahme des Hom\u00f6opathikums &#8211; 12 Wochen entsprechend drei Monate &#8211; zusammenf\u00e4llt. Da die Wahrscheinlichkeit des Auftreten der Erk\u00e4ltungssymptome w\u00e4hrend der achtmonatigen Studienzeit nicht gleich war &#8211; im Herbst und im Fr\u00fchjahr mit den wechselnden Temperaturen vielleicht eher schlimmer als mitten im Winter &#8211; w\u00e4re es interessant zu wissen, wie sich die Gruppen \u00fcber den Beobachtungszeitraum verteilt hatten. Stimmt die Annahme nicht, dass die Beobachtungszeit mit der Einnahme zusammenfiel, dann hatten Probanden, die sp\u00e4ter mit der Einnahme begannen, eine k\u00fcrzere \u00dcberwachungszeit und folglich ein geringeres Risiko der Infektion. Auch dann w\u00e4re eine Darstellung \u00fcber die zeitliche Verteilung notwendig.<\/p>\n<p>Wir sehen, dass zwar sicher sinnvolle Daten in Form von Auftreten und Intensit\u00e4t der Grippesymptome gesammelt wurden, aber einige wesentliche Informationen eben nicht, zumindest nicht berichtet wurden. W\u00e4re der gemessene Effekt von \u00fcberzeugender St\u00e4rke gewesen, dann h\u00e4tte man dar\u00fcber hinwegsehen k\u00f6nnen. Im Vorgriff sei aber gesagt, dass das Ergebnis recht knapp ausf\u00e4llt &#8211; dann w\u00e4re es eventuell entscheidend, ob es sich nicht vollends auf die skizzierten Einfl\u00fcsse zur\u00fcckf\u00fchren l\u00e4sst.<\/p>\n<p><strong>Studiendesign<\/strong><\/p>\n<p>War das Studiendesign geeignet, die Beurteilungskriterien zuverl\u00e4ssig zu ermitteln? Ein paar Aspekte sind schon angeklungen. Die Patienten und die sie behandelnden \u00c4rzte waren verblindet und die Gruppeneinteilung erfolgte nach einem Zufallsverfahren. Es wird allerdings keine Information \u00fcber Studienabbrecher und deren Gr\u00fcnde geliefert. Vordergr\u00fcndig hat man es, so sahen es auch Shang et al. [2], mit einer qualitativ guten Studie zu tun.<\/p>\n<p>Die Studie wurde an 40 Arztpraxen in Flandern, dem n\u00f6rdlichen Teil Belgiens, durchgef\u00fchrt, was durchaus ein positives Merkmal ist. Auf diese Weise ergibt sich das Resultat einer realen Behandlungssituation. Zus\u00e4tzlich sind eventuell regional bedingte Unterschiede &#8211; Gro\u00dfstadt oder Land &#8211; wahrscheinlich ausgeglichen verteilt. Als einziges Ausschlusskriterium wurde genannt, wenn die Patienten sich einer Grippeschutzimpfung unterzogen hatten. Einschlusskriterien werden aber nicht genannt. Die \u00c4rzte konnten offenbar ansprechen, wen sie wollten. Entsprechend haben wir auch keinerlei Hinweise darauf, ob die ausgew\u00e4hlten Patienten auch f\u00fcr die Untersuchung passend ausgew\u00e4hlt waren. Wer im Extremfall Herbst und Fr\u00fchjahr nie Probleme mit Grippe gehabt hat, ist einigerma\u00dfen unsensibel hinsichtlich der Wirkung einer Prophylaxe. Wer zum Arzt kommt, die &#8218;Grippe&#8216; schon im Anflug, d\u00fcrfte auch hinreichend unempfindlich f\u00fcr die Wirkung einer Vorbeugung sein &#8211; nur in die andere Richtung eben. Es gibt nichts, was eine Einordnung zwischen diesen beiden Extremen erm\u00f6glicht. Dies ist vielleicht weniger f\u00fcr den Vergleich zwischen den Gruppen von Bedeutung, w\u00e4re jedoch hinsichtlich der \u00dcbertragbarkeit auf die Wirksamkeit in der Bev\u00f6lkerung recht wichtig.<\/p>\n<p>Es werden keine Angaben gemacht, wie lange die Patienten beobachtet wurden. Ab Behandlungsbeginn w\u00e4hrend der ganzen Saison? Nur w\u00e4hrend der Zeit der Einnahme? Wurde nach dem ersten Auftreten einer Infektion die Beobachtung eingestellt &#8211; der Patient hatte schlie\u00dflich gezeigt, dass es bei ihm nichts gebracht hat? Wie wurde bewertet, wenn mehrere Episoden auftraten? Oder unterschiedliche Zeitdauern? Alles Fragen, die nicht beantwortet werden, die aber zur Bewertung des Ergebnisses und zur \u00dcbertragbarkeit wichtig w\u00e4ren.<\/p>\n<p><strong>Ablauf<\/strong><\/p>\n<p>Die 40 \u00c4rzte erhielten jeder 25 Satz der Probesubstanz, unkenntlich, ob sie das zu testende Mittel oder das Placebo enthielten. Am Ende der Studie, im April 1993, wurden die Frageb\u00f6gen bei den \u00c4rzten eingesammelt. Was dazwischen geschah, wird nicht berichtet, au\u00dfer, dass man die \u00c4rzte regelm\u00e4\u00dfig telefonisch kontaktiert und sich nach dem Verlauf erkundigt hatte.<\/p>\n<p>Die Patienten sollten einmal w\u00f6chentlich, immer zum gleichen Wochentag, morgens auf n\u00fcchternen Magen eine Dosis des Mittels unter der Zunge zergehen lassen. Weitere Anweisungen gab es offensichtlich nicht.<\/p>\n<p>\u00dcber irgendwelche Abweichungen vom vorgesehenen Studienprotokoll &#8211; sofern es denn eines gab &#8211; gibt es keine Angaben.<\/p>\n<p><strong>Datenerfassung<\/strong><\/p>\n<p>Ein wesentlicher Punkt bei der Bewertung von Studienergebnissen ist die Frage, ob denn die Art und Weise, wie gemessen wurde, auch geeignet war, die Studiendaten unverf\u00e4lscht zu ermitteln. Wundert es, dass die Autoren auch hier keine belastbare Aussage machen?<\/p>\n<p>Die Patienten erhielten offenbar einen Fragebogen und f\u00fcllten darin aus, ob sie die Medikamente nach Vorschrift eingenommen hatten, und berichteten als Antworten auf teils geschlossene teils offene Fragen \u00fcber ihr Befinden. Geschlossene Fragen sind solche &#8211; zumindest verstehe ich das so &#8211; auf die man eine einfache Antwort gibt, vielleicht sogar als Auswahl aus einer Liste von vorgegebenen Optionen (ja\/nein oder gut\/mittel\/schlecht). Eine offene Frage w\u00e4re eine, bei deren Antwort frei formuliert werden kann und muss. Beispiele geben die Autoren nicht an, weder f\u00fcr Fragen, egal ob offen oder geschlossen, noch f\u00fcr Antworten. Die behandelnden \u00c4rzte wurden ebenfalls mittels Fragebogen um Auskunft gebeten, darin auch zu den Arztbesuchen und allgemeinen Daten sowie zum Befinden der Patienten. Auch hier werden keine weiteren Einzelheiten beschrieben.<\/p>\n<p>Wir erfahren aber nicht, ob die Patienten irgendwelche weiteren Anweisungen erhielten, ob sie die Frageb\u00f6gen t\u00e4glich oder w\u00f6chentlich im R\u00fcckblick ausf\u00fcllen sollten.<\/p>\n<p>Irgendwie ist dieser Teil der Arbeit besonders unbefriedigend.<\/p>\n<p><strong>Auswertung<\/strong><\/p>\n<p>Wenn ich eben sagte, dass die Datenerfassung besonders unbefriedigend beschrieben ist, dann trifft das f\u00fcr die Auswertung in noch h\u00f6herem Ma\u00dfe zu.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst wird genannt, dass insgesamt 501 Patienten in die Auswertung aufgenommen wurden, 251 erhielten das zu pr\u00fcfende Mittel, 250 das Placebo. Wir erfahren allerdings nicht, wie viele Pakete denn an Patienten ausgegeben wurden und wie viele infolge mangelnder Beachtung der Anweisungen ausgesondert wurden.<\/p>\n<p>Die Angabe zu den Ausgangsdaten beschr\u00e4nkt sich alleine auf Lebensalter, Geschlecht und Gewicht. Diese Daten zeigen nichts Besonderes in der Verteilung zwischen den Gruppen. Dass es einiger weiterer Daten bedurft h\u00e4tte, die Ergebnisse zu interpretieren und einzuordnen, haben wir weiter oben schon betrachtet.<\/p>\n<p>Es werden die folgenden Untersuchungsergebnisse berichtet:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Anzahl der aufgetretenen Symptome betrug in der Hom\u00f6opathiegruppe im Mittel 1,69 pro Person, in der Placebogruppe 2,04. Zur Signifikanz wird p = 0,10 angegeben. Als Standardabweichungen werden 2,32 bzw. 2,51 angegeben.<\/li>\n<li>Die Patienten h\u00e4tten in der Hom\u00f6opathiegruppe die Intensit\u00e4t auf einer vierstufigen Skala (kein \/ wenig \/ mittel \/ viel) g\u00fcnstiger bewertet als in der Placebogruppe, ein Zahlenwert wird nicht berichtet, zur Signifikanz wird p = 0,05 genannt.<\/li>\n<li>Von drei der betrachteten acht Symptome wird die H\u00e4ufigkeit des Auftretens angegeben mit Angabe der p-Werte (s. Tabelle) sowie die Intensit\u00e4t dieser Symptome ebenfalls auf einer vierstufigen Skala.<\/li>\n<li>Die \u00c4rzte meldeten auf einer Skala von 0 (sehr schlecht) bis 10 (sehr gut) einen nicht n\u00e4her definierten &#8217;score&#8216; von 8,07 f\u00fcr die Hom\u00f6opathie und 7,01 f\u00fcr die Placebogruppe, p = 0,001. Was dieser allerdings beinhaltet, bleibt im Dunkeln.<\/li>\n<li>Letzterer Befund werde noch verst\u00e4rkt durch die Analyse der spontanen Bemerkungen der \u00c4rzte, in der Hom\u00f6opathiegruppe g\u00e4be es 21 % mehr Meldungen mit &#8217;sehr gut&#8216;, in der Kontrollgruppe 123 % mehr Meldungen &#8218;kein Effekt&#8216;. Auch hier wird ein p-Wert von 0,001 berichtet.<\/li>\n<li>\u00dcber die anderen erfassten Grippesymptome wird nichts ausgesagt, au\u00dfer, dass dort die Unterschiede nicht signifikant gewesen seien.<\/li>\n<\/ul>\n\n<table id=\"tablepress-15\" class=\"tablepress tablepress-id-15\" aria-describedby=\"tablepress-15-description\">\n<thead>\n<tr class=\"row-1 odd\">\n\t<th class=\"column-1\">&nbsp;<\/th><th class=\"column-2\">Hom\u00f6opathie<\/th><th class=\"column-3\">Placebo<\/th><th class=\"column-4\">p<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr class=\"row-2 even\">\n\t<td class=\"column-1\">H\u00e4ufigkeit:<\/td><td class=\"column-2\"><\/td><td class=\"column-3\"><\/td><td class=\"column-4\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-3 odd\">\n\t<td class=\"column-1\">Fieber<\/td><td class=\"column-2\">0,1474<\/td><td class=\"column-3\">0,2440<\/td><td class=\"column-4\">0,026<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-4 even\">\n\t<td class=\"column-1\">Gliederschmerzen<\/td><td class=\"column-2\">0,0717<\/td><td class=\"column-3\">0,1560<\/td><td class=\"column-4\">0,009<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-5 odd\">\n\t<td class=\"column-1\">Kopfschmerzen<\/td><td class=\"column-2\">0,0956<\/td><td class=\"column-3\">0,1560<\/td><td class=\"column-4\">0,077<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-6 even\">\n\t<td class=\"column-1\">0-Intensit\u00e4t:<\/td><td class=\"column-2\"><\/td><td class=\"column-3\"><\/td><td class=\"column-4\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-7 odd\">\n\t<td class=\"column-1\">Fieber<\/td><td class=\"column-2\">88,0 %<\/td><td class=\"column-3\">80,0 %<\/td><td class=\"column-4\">0,05<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-8 even\">\n\t<td class=\"column-1\">Gliederschmerzen<\/td><td class=\"column-2\">93,2 %<\/td><td class=\"column-3\">86,4 %<\/td><td class=\"column-4\">0,05<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-9 odd\">\n\t<td class=\"column-1\">Kopfschmerzen<\/td><td class=\"column-2\">91,6 %<\/td><td class=\"column-3\">86,8 %<\/td><td class=\"column-4\">0,08<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<span id=\"tablepress-15-description\" class=\"tablepress-table-description tablepress-table-description-id-15\">H\u00e4ufigkeit: Mittlere Anzahl Nennungen pro Fall (Orig. Tab. 3)<br \/>\n0-Intensit\u00e4t: Anteil der Patienten mit Intensit\u00e4t 'keine' (Orig. Tab. 4, Auszug)<\/span>\n<!-- #tablepress-15 from cache -->\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da stehen wir jetzt und sollen irgendwie glauben, dass die nicht berichteten Antworten auf die nicht berichteten Fragen diese Ergebnisse rechtfertigen. Es werden noch nicht einmal Beispiele genannt oder irgendwie umschrieben, dass man sich plastisch vorstellen k\u00f6nnte, um was f\u00fcr Fragen es sich handelte. Aber das ist Kleinkram.<\/p>\n<p>Wirklich auff\u00e4llig ist, dass nur \u00fcber drei der acht Symptome berichtet wird. Warum werden die Zahlenwerte der anderen f\u00fcnf Symptome nicht genannt? Ermittelt hatte man die Daten, zweifellos, sie tauchen im Text allerdings nicht auf. Es werden keine Kriterien f\u00fcr die Auswahl genannt, au\u00dfer dass es sich hier um die Symptome mit signifikanten Ergebnissen handele (was nicht zutrifft, s. unten).<\/p>\n<p>Diese drei Symptome sind noch nicht einmal besonders h\u00e4ufig aufgetreten. Nehmen wir an, das Ergebnis w\u00e4re so zu verstehen, dass die durchschnittlichen H\u00e4ufigkeiten der Symptome in der Addition die gesamten Symptomzahlen ergeben m\u00fcssten &#8211; jedenfalls nehme ich an, dass die Ergebnisse so zu verstehen sind. In Summe betr\u00e4gt die durchschnittliche Anzahl bei den drei Symptomen in der Hom\u00f6opathiegruppe 0,315, in der Placebogruppe 0,556. Vergleicht man dies mit der als Ergebnis genannten Gesamtzahl der Symptome, bleiben f\u00fcr die anderen f\u00fcnf Symptome zusammen 1,375 in der Hom\u00f6opathiegruppe bzw. 1,484 in der Placebogruppe. Jeweils auf diese f\u00fcnf restlichen Symptome gleichm\u00e4\u00dfig verteilt bleiben also 0,275 bzw. 0,297. Diese Symptome traten also im Schnitt wesentlich h\u00e4ufiger auf als die drei berichteten, die Ergebnisse werden aber nicht dargestellt. Sie haben durchaus das Potenzial, das vermeintlich positive Studienergebnis umzukehren: H\u00e4tte man die tats\u00e4chlich wichtigsten Symptome betrachtet, dann w\u00e4re wom\u00f6glich ein ganz anderes Ergebnis herausgekommen.<\/p>\n<p>Das sieht sehr stark danach aus, als w\u00e4ren hier nach dem Vorliegen der Ergebnisse selektiv die positivsten Werte herausgefischt worden.<\/p>\n<p>Hier setzt der erste massive Kritikpunkt ein: Dass ein Unternehmen seine Produkte erproben l\u00e4sst, ist normal. Wenn positive Ergebnisse dabei herauskommen, dann kann man diese auch werbewirksam ver\u00f6ffentlichen, kein Problem. Nur dass das Unternehmen selbst eine Untersuchung durchgef\u00fchrt hat, rechtfertigt f\u00fcr sich alleine noch nicht die Annahme, dass die Ergebnisse mit unlauteren Mitteln zustande gekommen w\u00e4ren. Es muss den Autoren aber klar sein, dass genau dieser Verdacht sofort auftaucht &#8211; und dass man dann gut daran t\u00e4te, in vorbildlicher Weise einwandfrei \u00fcber die Ergebnisse zu berichten. Das tun die Autoren hier aber nicht. Facit: Da stimmt etwas nicht.<\/p>\n<p>Schauen wir weiter, durch diesen Befund mit einem Anfangsverdacht ausgestattet, die anderen Ergebnisse an.<\/p>\n<p>Es f\u00e4llt auf, dass die am besten den Erfolg einer Prophylaxe wiedergebende Kennzahl nicht genannt wird. Diese w\u00e4re, wie viele Patienten denn tats\u00e4chlich keine Symptome erlebt haben. Stattdessen werden Durchschnittswerte von H\u00e4ufigkeiten der Symptome genannt, was wesentlich weniger plastisch ist, zumal man sich auch noch Symptome herausgesucht hat, die vergleichsweise selten vorgekommen sind.<\/p>\n<p>Ein Durchschnittswert wird durch Extreme stark beeinflusst. Dies kann auch hier der Fall sein, dass z.B. der Mittelwert der Placebogruppe (2,04) durch ein paar wenige Patienten mit einer hohen Anzahl an Symptomen beeinflusst wurde. Die gr\u00f6\u00dfere Standardabweichung (2,51 anstatt 2,31) k\u00f6nnte dies best\u00e4tigen.<\/p>\n<p>Bei den drei betrachteten Einzelsymptomen waren jeweils \u00fcber 80 % der Patienten ohne Befund. Die Differenzen lagen nur zwischen jeweils 5 und 8 %. Kann es sein, dass der Vergleich der Anzahlen derjenigen, die unbeschadet durch die Saison gekommen sind, sich ebenfalls nur wenig unterscheidet &#8211; und man dann mit viel M\u00fche eine Auswertem\u00f6glichkeit hat finden m\u00fcssen, die eine positive Aussage erm\u00f6glicht?<\/p>\n<p>Beim letzten Punkt, den Bewertungen durch die \u00c4rzte, werden nur Prozentzahlen zum Vergleich genannt. Was sagen die aus?<\/p>\n<p>Richtig: nicht allzu viel.<\/p>\n<p>Wenn nur Prozentwerte vorliegen, ist die Aussage n\u00e4mlich sehr stark damit verbunden, wie gro\u00df die Vergleichsbasis ist. 2 ist 200 % von 1, aber eben auch nur 1 mehr. Die Autoren halten es noch nicht einmal f\u00fcr n\u00f6tig, darzustellen, was denn die Basis dieses Vergleichs war, geschweige denn, dass ein Wert berichtet wird: Mehr als was denn? Man vermutet zwar instinktiv, dass das Ergebnis der jeweils anderen Gruppe die Vergleichsgrundlage darstellt, das muss aber nicht sein. Wer wei\u00df, was man sich alles ausdenken kann, um ein Ergebnis zu sch\u00f6nen.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen festhalten, dass die Ergebnisse offensichtlich selektiv berichtet werden, und dann steht zu vermuten, dass es nur die besten Zahlen sind, die dargestellt werden. Andere Zahlen scheinen so weit verfremdet, dass sie kaum mit einer verl\u00e4sslichen Bedeutung unterlegt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Signifikanz<\/strong><\/p>\n<p>Prinzipiell stellt auch eine gro\u00dfe Anzahl von Testpersonen nur eine Stichprobe dar, das Ergebnis ist also mehr oder weniger vom Zufall abh\u00e4ngig. Um zu bewerten, ob das Ergebnis zuf\u00e4llig zustande gekommen sein kann, berechnet man mit einem statistischen Pr\u00fcfverfahren die Wahrscheinlichkeit, mit der das Ergebnis zustande gekommen w\u00e4re, wenn die beiden Gruppen gleich gewesen w\u00e4ren. Dies wird in dem oben schon teilweise angegebenen p-Wert ausgedr\u00fcckt. Je kleiner der Wert ist, desto unwahrscheinlicher ist es, dass das Ergebnis auf einem Zufall beruht. \u00dcblicherweise wird die Grenze auf p = 0,05 gelegt, unterhalb derer man von einem statistisch signifikanten Ergebnis spricht.<\/p>\n<p>Hier wurden ja eine ganze Reihe signifikanter Ergebnisse erzielt &#8211; sagen die Autoren.<\/p>\n<p>Genau das ist das Problem. Die Autoren hatten sich nicht auf ein eindeutiges Bewertungskriterium festgelegt. Je mehr Ergebniskriterien man betrachtet, desto h\u00f6her ist die Wahrscheinlichkeit, dass man auch eigentlich unwahrscheinliche Ergebnisse vorfindet. Daher muss man eine Korrektur anwenden. \u00dcblicherweise wird der Zahlenwert des Signifikanzniveaus, hier waren das 0,05 entsprechend 5 %, durch die Zahl der betrachteten unabh\u00e4ngigen Ergebnisse dividiert.<\/p>\n<p>Hier ist die Zahl der Ergebnisse recht hoch, n\u00e4mlich die acht Symptome, die ja offenbar alle bewertet wurden &#8211; sonst w\u00fcsste man nicht, dass sie nicht signifikant waren. Hier wurde jeweils die Signifikanz der H\u00e4ufigkeit des Auftretens und der Intensit\u00e4t gepr\u00fcft. Hinzu kamen die vier anderen oben bereits genannten Ergebnisse, mithin gab es nicht weniger als 20 Einzelergebnisse. Folge: Erst wenn ein Ergebnis einen p-Wert von weniger als 0,0025 aufweist, kann es als unwahrscheinlich, das hei\u00dft signifikant, angesehen werden.<\/p>\n<p>Liegt ein solches Ergebnis vor, was hier der Fall ist, dann ergibt sich die n\u00e4chste Schwelle durch die Division durch 19, dann durch 18 etc. Dies ergibt eine Reihe der folgenden Grenzwerte:<\/p>\n<p>0,05 \/ 20 = 0,0025 &#8211; wird erreicht &#8211; Arztscore, p = 0,001<\/p>\n<p>0,05 \/ 19 = 0,0026 &#8211; wird erreicht &#8211; spontane Bewertung durch den Arzt, p = 0,001<\/p>\n<p>0,05 \/ 18 = 0,0028 &#8211; dieser Grenzwert wird von keinem weiteren Ergebnis erreicht.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft, im Gegensatz zu den Aussagen der Autoren sind nur die etwas obskuren Bewertungen durch die \u00c4rzte als signifikante Ergebnisse anzusehen. Ergebnisse, von denen noch nicht einmal berichtet wird, auf welche Fragen genau eigentlich geantwortet wurde und welche Vergleichsbasis gilt. Das ist mehr als fragw\u00fcrdig.<\/p>\n<p><strong>Relevanz<\/strong><\/p>\n<p>Die Frage hier ist, ob der Patient, der die Behandlung im Normalfall ja bezahlen und daf\u00fcr ggf. gewisse Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen muss, auch einen vern\u00fcnftigen Gegenwert bekommt. Dies umfasst die Frage der statistischen Effektgr\u00f6\u00dfe, das hei\u00dft, ob der Unterschied zwischen den beiden Gruppen wirklich gro\u00df ist, denn das sagt eine statistische Signifikanz n\u00e4mlich genau nicht aus. Wenn man eine gen\u00fcgende Anzahl von Versuchsteilnehmern hat, dann werden auch kleine Unterschiede zwischen den Gruppen signifikant. Das bedeutet nur, dass man die Verteilungen, in denen die Merkmale in den Gruppen vorliegen, mit nur einer kleinen Unsicherheit erfasst hat, aber nicht wie gro\u00df diese Unterschiede sind.<\/p>\n<p>Prinzipiell haben wir hier jetzt den Umstand, dass die einzigen signifikanten Ergebnisse die Einsch\u00e4tzungen der behandelnden \u00c4rzte sind, wobei wir nicht wissen, wie die \u00fcberhaupt zustande gekommen sind. Das sind also noch nicht einmal die Patienten, die das merken. Noch dazu ist der Unterschied eher klein, denn er betr\u00e4gt noch nicht einmal 10 % der gesamten Skalenbreite, w\u00fcrde also noch nicht einmal einem Schulnotensprung entsprechen. Statistisch kann man eine Bewertungszahl ermitteln, genannt &#8218;Cohens d&#8216;, das sich hier zu 0,37 ergibt, was auf einen kleinen bis mittleren Effekt hindeutet. Bei den angegebenen Anzahlen der Symptome ist der Effekt noch kleiner, Cohens d liegt bei 0,14, noch unterhalb dessen was als &#8218;kleiner Effekt&#8216; angesehen wird &#8211; das w\u00e4ren 0,2. Man kann sich dies vielleicht so vorstellen, dass nur wenige Patienten aus dem Verlauf des Befindens sicher zuordnen k\u00f6nnten, zu welcher Gruppe sie geh\u00f6rten.<\/p>\n<p>Was merkt der Patient selbst?<\/p>\n<p>Er bemerkt, ob er Erk\u00e4ltungssymptome entwickelt oder nicht und wie stark diese sind. Aus der obigen Tabelle ist ersichtlich, dass bei den drei Symptomen der Unterschied zwischen den Vergleichsgruppen nur 5 bis 8 % betrug. Das hei\u00dft, dass je nach Symptom nur einer von zwanzig bzw. einer von zw\u00f6lf Patienten einen Gegenwert erhielt. Die anderen h\u00e4tten auch ohne Prophylaxe das Symptom nicht entwickelt (s. Ergebnis Placebogruppe) oder h\u00e4tten trotz dieser Ma\u00dfnahme Symptome entwickelt, wie die Hom\u00f6opathiegruppe zeigt.<\/p>\n<p>Das sind sicher sehr kleine Unterschiede, zwar jeweils zugunsten der Hom\u00f6opathie, aber da liegt ja der Verdacht nahe, dass dies gerade das Auswahlkriterium daf\u00fcr war, \u00fcber genau diese Symptome zu berichten. Erinnern wir uns noch an die obigen Betrachtungen zu den Bewertungskriterien, insbesondere zu den nicht ermittelten Einflussfaktoren, dann liegen die Effekte durchaus in dem Rahmen, die eventuell darauf zur\u00fcckf\u00fchrbar w\u00e4ren. Selbst wenn hier eine statistische Signifikanz gegeben w\u00e4re, ist doch sehr fraglich, ob der Patient von den nominellen Verbesserungen seiner Situation \u00fcberhaupt k\u00f6rperlich etwas merkt.<\/p>\n<p><strong>Diskussion und Schlussfolgerung<\/strong><\/p>\n<p>Eine regelrechte Diskussion der Ergebnisse erfolgt nicht, es wird nicht untersucht und diskutiert, ob sie \u00fcbertragbar sind, ob sie geeignet sind, den gesuchten Nachweis zweifelsfrei zu liefern. Ganz im Gegenteil:<\/p>\n<p>Das Ergebnis wird so zusammengefasst und gedeutet, dass die Hom\u00f6opathiegruppe weniger Probleme mit den Grippesymptomen gehabt h\u00e4tte, bei den drei berichteten Symptomen w\u00e4re dies eben nur besonders ausgepr\u00e4gt. Da eine vereinfachte Version der Pr\u00fcfsubstanzen noch nie auf eine \u00e4hnliche Weise \u00fcberpr\u00fcft worden sei, k\u00f6nne man mit einiger Vorsicht unterstellen, dass der festgestellte vorbeugende Schutz aus einem gleichzeitigen Effekt aller Bestandteile des getesteten Pr\u00e4parats resultiert. (&#8218;Daar nooit een gesimplifieerde versie van de studiemedicatie, &#8230;, op een analoge wijze werd getest, kan met einige voorzichtigheid verondersteld worden dat de verkregen preventieve bescheerming het resultaat is van een synergisch effect van alle bestanddelen in het geteste praparat&#8216;.)<\/p>\n<p>Diese Logik verschlie\u00dft sich mir komplett.<\/p>\n<p><strong>Umfeld<\/strong><\/p>\n<p>Diese Arbeit ist die klinische Studie, die mit der gr\u00f6\u00dften Anzahl der Teilnehmer in das Endergebnis der qualitativ hochwertigen Studien in die Metaanalyse von Shang et al. [2] eingeflossen ist. Dort hat man ein Quotenverh\u00e4ltnis (&#8218;odds ratio&#8216;) von 0,75 festgestellt, was sich offenbar auf die H\u00e4ufigkeit der beobachteten Symptome bezieht. Da die Autoren selbst eine Auftretenswahrscheinlichkeit von p = 0,1 angeben, ist die statistische Signifikanz dort nicht erreicht.<\/p>\n<p>Es gibt einen Cochrane-Review zum Thema Therapie und Vorbeugung grippaler Infekte [3], in den diese Arbeit ebenfalls eingeflossen ist. Auch dort wird bem\u00e4ngelt, dass nicht alle Ergebnisse dargestellt werden und dass die Ergebnisse nicht signifikant sind. Die Autoren des Reviews kommen in der Gesamtschau mit zwei weiteren Arbeiten (dann mit insgesamt 2265 Teilnehmern) zu dem Schluss, dass keine Nachweise daf\u00fcr festgestellt werden konnten, dass die hom\u00f6opathische Pr\u00e4vention einen vorbeugenden Effekt bewirkt h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Zum Schluss sei noch darauf hingewiesen, dass sowohl in der gro\u00df angelegten \u00dcbersichtsarbeit von Dean [4] als auch in der Datenbank der Carstens-Stiftung (<a href=\"http:\/\/archiv.carstens-stiftung.de\/core-hom\/login.php\" class=\"broken_link\">Link<\/a>) die Studie mit Ergebnissen zitiert wird, die ich im Text nicht finden kann. Dean nimmt einfach den Durchschnitt der Teilnehmeranzahl als die Zahl der symptomfreien Patienten, bei denen die drei berichteten Symptome nicht aufgetreten waren (Hom\u00f6opathiegruppe 90,93 %, Placebogruppe 84,4 %). Das gibt das Ergebnis bei Weitem nicht wieder, denn, wie oben angedeutet, traten die Symptome, \u00fcber die nicht berichtet wurde, wesentlich h\u00e4ufiger auf, die Zahl der symptomfreien Patienten d\u00fcrfte deutlich kleiner sein. Zudem ist ohnehin fraglich, ob zu der Aussage von Dean \u00fcberhaupt Durchschnitte gebildet werden d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>In der Carstens-Datenbank werden Zahlen berichtet, die g\u00e4nzlich unerkl\u00e4rbar sind (8,1 % der Hom\u00f6opathiegruppe h\u00e4tten Grippesymptome entwickelt, hingegen 15,6 % der Placebogruppe).<\/p>\n<p><strong>Zusammenfassung<\/strong><\/p>\n<p>Es ist eigentlich nicht nachvollziehbar.<\/p>\n<p>So wie es aussieht, untersucht ein Unternehmen sein Produkt und w\u00e4hlt die Ergebnisse aus, die am besten aussehen, ver\u00f6ffentlicht diese in einer offenbar auf den im Inland ganzheitlich praktizierenden Arzt gerichteten Zeitschrift &#8211; und diese Arbeit wird an vielen Stellen zitiert und als belastbare Evidenz herangezogen.<\/p>\n<p>Es ist, als w\u00fcrde man die Aussagen eines Verkaufsprospekts f\u00fcr ein Auto als wissenschaftlichen Nachweis daf\u00fcr zitieren wollen, dass der Stra\u00dfenverkehr die Umwelt nicht belastet. In der Publikation der renommierten Cochrane Library geschieht das wenigstens mit dem angebrachten geh\u00f6rigen Bauchweh.<\/p>\n<p><strong>Danke<\/strong><\/p>\n<p>Vielen Dank an Dr. Robert Mestel f\u00fcr die Unterst\u00fctzung bei der Beschaffung der Arbeit.<\/p>\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p>[1] Rottey EED, Verleye GB, Liagre RLP: Het effect van een homeopathische bereiding van micro-organismen bij de preventie van griepsymptomen. Een gerandomiseerd dubbel-blind onderzoek in de huisartspraktijk. Tidschrift Int. Geneeskunde (1995); 11(1):54-58<\/p>\n<p>[2] Shang A et al.: Are the clinical effects of homoeopathy placebo effects? Comparative study of placebo-controlled trials of homoeopathy and allopathy, Lancet 2005; 366: 726-32, Link zum Volltext: <a href=\"http:\/\/www.homeovet.cl\/Libros\/Are%20the%20clinical%20effects%20of%20homoeopathy%20placebo%20effects%20Comparative%20study%20of%20placebo-controlled%20t.pdf\" class=\"broken_link\">Hier<\/a><\/p>\n<p>[3] Vickers A, Smith C: Homoeopathic Oscillococcinum for preventing and treating influenza and influenza-like syndromes (Review), Cochrane Database of Systematic Reviews 2006, Issue 3. Art. No. CD001957. DOI 10.1002\/14651858.CD00157.pub3.<\/p>\n<p>[4] Dean ME: The Trials of Homeopathy, KVC-Verlag, Essen, 2004.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einmal zur\u00fcck zu den Urspr\u00fcngen&#8230; Dieser Blog wurde gestartet, um \u00fcber die angeblich vorliegenden Wirkungsnachweise der Hom\u00f6opathie zu informieren. Diese Aufgabe soll mit dem folgenden Beitrag wieder aufgenommen werden.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2025"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2025"}],"version-history":[{"count":14,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2025\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3162,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2025\/revisions\/3162"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2025"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2025"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2025"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}