{"id":1984,"date":"2014-07-08T20:08:55","date_gmt":"2014-07-08T18:08:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=1984"},"modified":"2014-07-10T22:33:29","modified_gmt":"2014-07-10T20:33:29","slug":"apotheke-und-homoeopathie-ein-vortrag-ein-erlebnis","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=1984","title":{"rendered":"Apotheke und Hom\u00f6opathie &#8211; ein Vortrag &#8211; ein Erlebnis"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook%7Ctwitter\" data-url=\"http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D1984\" data-timestamp=\"1405031609\" data-hidezero=\"1\" data-backendurl=\"?rest_route=\/shariff\/v1\/share_counts&\"><ul class=\"shariff-buttons theme-default wcag_colors orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D1984\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#38548F; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<span data-service=\"facebook\" style=\"color:#38548F\" class=\"shariff-count\"> 197<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D1984&text=Apotheke%20und%20Hom%C3%B6opathie%20%E2%80%93%20ein%20Vortrag%20%E2%80%93%20ein%20Erlebnis\" title=\"Bei Twitter teilen\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#115A92; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 30 32\"><path fill=\"#55acee\" d=\"M29.7 6.8q-1.2 1.8-3 3.1 0 0.3 0 0.8 0 2.5-0.7 4.9t-2.2 4.7-3.5 4-4.9 2.8-6.1 1q-5.1 0-9.3-2.7 0.6 0.1 1.5 0.1 4.3 0 7.6-2.6-2-0.1-3.5-1.2t-2.2-3q0.6 0.1 1.1 0.1 0.8 0 1.6-0.2-2.1-0.4-3.5-2.1t-1.4-3.9v-0.1q1.3 0.7 2.8 0.8-1.2-0.8-2-2.2t-0.7-2.9q0-1.7 0.8-3.1 2.3 2.8 5.5 4.5t7 1.9q-0.2-0.7-0.2-1.4 0-2.5 1.8-4.3t4.3-1.8q2.7 0 4.5 1.9 2.1-0.4 3.9-1.5-0.7 2.2-2.7 3.4 1.8-0.2 3.5-0.9z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">twittern<\/span>&nbsp;<span data-service=\"twitter\" style=\"color:#115A92\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button rss shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?feed=rss\" title=\"RSS-feed\" aria-label=\"RSS-feed\" role=\"button\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#aa2e00; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#fe9312\" d=\"M4.3 23.5c-2.3 0-4.3 1.9-4.3 4.3 0 2.3 1.9 4.2 4.3 4.2 2.4 0 4.3-1.9 4.3-4.2 0-2.3-1.9-4.3-4.3-4.3zM0 10.9v6.1c4 0 7.7 1.6 10.6 4.4 2.8 2.8 4.4 6.6 4.4 10.6h6.2c0-11.7-9.5-21.1-21.1-21.1zM0 0v6.1c14.2 0 25.8 11.6 25.8 25.9h6.2c0-17.6-14.4-32-32-32z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">RSS-feed<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><\/ul><\/div><p>&#8218;Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!&#8216; Kann man sich darauf verlassen, hier eine kompetente Beratung zu erhalten? Offenbar nicht, wenn es um Hom\u00f6opathie geht.<\/p>\n<p><strong>10.7.2014, 22.25 Uhr: Nachtrag: Telefongespr\u00e4ch mit der Leiterin der Apotheke.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><img title=\"Read More...\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" alt=\"\" data-wp-more=\"\" data-mce-resize=\"false\" data-mce-placeholder=\"1\" \/><\/p>\n<p>In der lokalen Presse wurde ein kostenloser Vortrag zur Hom\u00f6opathie angek\u00fcndigt. Eine Apotheke wollte \u00fcber hom\u00f6opathische Mittel f\u00fcr Reisen und Notf\u00e4lle informieren.\u00a0 Wir, meine Frau und ich, fanden uns in einem Auditorium von etwa 25 zumeist \u00e4lteren Zuh\u00f6rern (&gt; 60) wieder, weit \u00fcberwiegend Frauen. Vorgetragen wurde von einer Angestellten der Apotheke, deren Beruf als Apothekerin und Heilpraktikerin angegeben worden war.<\/p>\n<p>Nach einem kurzen Abriss \u00fcber die Hom\u00f6opathie als Therapieform und \u00fcber Hahnemann kam man recht schnell zur Sache und es wurden 16 verschiedene hom\u00f6opathische Mittel vorgestellt, die unter den Rubriken &#8218;Reisevorbereitung&#8216;, &#8218;Erste Hilfe&#8216;, &#8218;Verletzungen&#8216; und &#8218;Durchfall, Erbrechen, \u00dcbelkeit&#8216; besprochen wurden. Angereichert wurde die Wohlf\u00fchlaktion dadurch, dass die Blumen, die das Ausgangsmaterial bildeten, soweit sie ungiftig waren, durch die Reihen gegeben wurden.<\/p>\n<p>Kritische Aspekte wurden fast nicht angesprochen, und wenn, dann in einer Form, die bei den Zuh\u00f6rern das &#8218;Nein, wie kann man nur&#8216;-Raunen hervorrief. Kritische Fragen wurden nur von uns gestellt, die Antworten fielen recht unbefriedigend aus. Eine Dame fragte noch zum Schluss, wie es bei h\u00f6heren Potenzen zur Wirkung kommen k\u00f6nnte. Ihr wurde einfach die Antwort verweigert.<\/p>\n<p>Interessant war auch der Hinweis, dass Ledum\u00a0 D200 bei Hunden (2 Globuli pro Monat, je nach Gr\u00f6\u00dfe) eine wirksame Prophylaxe gegen Zeckenbisse darstellen soll. Auch tr\u00f6stlich, dass die Biene f\u00fcr Apis mellifica bei lebendigem Leib ganz vorsichtig zerrieben wird.<\/p>\n<p>In Summe haben wir uns m\u00e4chtig dar\u00fcber ge\u00e4rgert, wie hier die Zuh\u00f6rer verschaukelt wurden. Daher habe ich den folgenden Brief formuliert, der morgen zur Post gehen wird. Zur Minimierung des Risikos, wegen gesch\u00e4ftssch\u00e4digenden Verhaltens in Probleme zu geraten, wurde der Text jedoch anonymisiert.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<\/p>\n<p>Sehr geehrte Frau zzz,<\/p>\n<p>ich habe am dd.mm.jjj Ihren Vortrag zum Thema &#8218;Hom\u00f6opathische Mittel f\u00fcr Reisen und Notf\u00e4lle&#8216; in yyy geh\u00f6rt. Ich war derjenige, der Sie fragte, wie denn eine hom\u00f6opathische Arzneipr\u00fcfung funktionieren kann, wenn, wie Sie ausf\u00fchrten, eine Falscheinnahme eines Hom\u00f6opathikums folgenlos bleibt. Es sei am Rande erw\u00e4hnt, dass Ihre Antwort, bei einer Arzneimittelpr\u00fcfung werde das zu pr\u00fcfende Mittel \u00fcber Wochen eingenommen, bis sich bei den gesunden Probanden Symptome zeigten, nicht zutrifft. Dies k\u00f6nnen Sie stellvertretend f\u00fcr viele den Arbeiten M\u00f6llingers aus 2004 bzw. 2009 entnehmen, die leicht im Internet aufzufinden sind.<\/p>\n<p>Wenn also die wesentlichen Arbeitsgrundlagen der Hom\u00f6opathie einen realen Gehalt h\u00e4tten, dann w\u00e4re Ihre Aussage falsch, dass eine prophylaktische Einnahme eines Mittels nicht schaden k\u00f6nne. Ganz offenbar m\u00fcssten Hom\u00f6opathika auch nach kurzzeitiger Einnahme bei gesunden Probanden Pr\u00fcfsymptome hervorrufen, die man in einem anderen Kontext als Nebenwirkungen bezeichnen w\u00fcrde. Sie h\u00e4tten also Ihre Zuh\u00f6rer zu deren Nachteil falsch beraten.<\/p>\n<p>Sie sind offensichtlich im Namen der x-Apotheke in y aufgetreten. Sie sind dort Mitarbeiterin und ausweislich der Webseite sowohl Heilpraktikerin als auch Apothekerin. Als approbierte Apothekerin m\u00fcssen Sie ein wissenschaftliches Studium der Pharmazie abgeschlossen haben. Ihrem Berufsstand kommt innerhalb des Gesundheitswesens eine besondere Funktion zu, die sich unter anderem in der zum Allgemeingut gewordenen Forderung ausdr\u00fcckt, Arzt oder Apotheker bei Fragen zu Risiken und Nebenwirkungen von Medikamenten anzusprechen. Ein Patient oder Kunde darf mit Fug und Recht darauf vertrauen, in einer Apotheke objektiv informiert zu werden.<\/p>\n<p>In diesem Umfeld ist es sehr befremdlich, dass Sie v\u00f6llig einseitig die Hom\u00f6opathie f\u00fcr Reisen und Notf\u00e4lle empfehlen, ohne auch nur im Mindesten darauf hinzuweisen, dass diese Therapieform h\u00f6chst umstritten ist. Sie sprechen zwar an, dass man die Wirkungsweise der Hom\u00f6opathie nicht erkl\u00e4ren k\u00f6nne, stellen diese aber als eine auf unbezweifelbaren Erfahrungen beruhende Wissenschaft dar. Sie zitieren sogar Albert Einstein dahingehend, dass alles Wissen von der Erfahrung ausgehe, vers\u00e4umen es aber sinnentstellend, sich damit auseinanderzusetzen, welche Begrifflichkeit ein hervorragender Physiker und Naturwissenschaftler mit dem Wort &#8218;Erfahrung&#8216; verbinden k\u00f6nnte. Wir d\u00fcrfen sicher sein, dass Einstein in ganz erheblichem Umfang daran gearbeitet hat, kognitive Irrt\u00fcmer und Fehlschl\u00fcsse zu vermeiden &#8211; ganz im Gegensatz zu den von Ihnen ausschlie\u00dflich als Beleg der Wirksamkeit herangezogenen eigenen anekdotischen Erfahrungen, bei denen unklar ist, wie der Post-hoc-ergo-propter-hoc-Fehlschluss vermieden worden sein soll.<\/p>\n<p>Es ist unfassbar, wie man trotz einer wissenschaftlichen Ausbildung einzig und allein die eigene Erfahrung als Nachweis einer Wirksamkeit anf\u00fchren kann. Viele Ihrer Empfehlungen haben Sie mit entsprechenden Angaben untermauert. Mir ist im Ged\u00e4chtnis geblieben, dass Sie den Fall eines Mannes anf\u00fchrten, der nach der Extraktion von vier Weisheitsz\u00e4hnen die ihm verordneten Schmerzmittel kaufen wollte, und dem zus\u00e4tzlich zu hom\u00f6opathischen Arnika geraten wurde. Den Erfolg, dass dem Patienten gr\u00f6\u00dfere Schmerzen erspart geblieben sind, ordneten Sie alleine der Wirkung der Arnika zu, auf Nachfrage aus dem Publikum begr\u00fcndet mit dem Hinweis, dass Sie nicht w\u00fcssten, ob der Patient die Schmerzmittel \u00fcberhaupt noch genommen h\u00e4tte. Hier fehlen mir schlichtweg die Worte ob der Naivit\u00e4t der Argumentation.<\/p>\n<p>An anderer Stelle f\u00fchrten Sie an, Sie h\u00e4tten zwei Ibuprofen genommen, die nichts gebracht h\u00e4tten, nach Einnahme entsprechender Hom\u00f6opathika h\u00e4tte sich nach 20 Minuten eine Besserung ergeben. Ob Sie eine angemessene Zeit nach der ersten Einnahme gewartet haben, haben Sie allerdings nicht berichtet.<\/p>\n<p>Sie stellen eine Kausalit\u00e4t zwischen der Einnahme der Hom\u00f6opathika und einer Besserung des Befindens her, die nur auf Ihren anekdotenhaften Erfahrungen beruht. Es muss Ihnen doch bekannt sein, dass dies methodisch v\u00f6llig unzureichend ist, da sie in Unkenntnis sind, was ohne die Einnahme geschehen w\u00e4re. Nicht umsonst geh\u00f6rt es zum Wirkungsnachweis eines Medikaments, dass eine Kontrollgruppe gebildet wird, die als Vergleich ein Mittel bekannter Wirksamkeit bzw. ein Placebo erh\u00e4lt und sonst gleich behandelt wird. Ohne die Kenntnis, was passiert w\u00e4re, wenn das Mittel nicht eingenommen worden w\u00e4re, und zus\u00e4tzlich, wie viele Patienten trotz der Einnahme der empfohlenen Therapeutika keinen Erfolg erzielt haben, ist eine Absch\u00e4tzung einer Wirksamkeit nicht m\u00f6glich, eine entsprechende Behauptung folglich falsch. Einem Heilpraktiker mit seinem nur eher begrenzten Wissen \u00fcber derartige Zusammenh\u00e4nge und wissenschaftliche Arbeitsweisen kann man einfache Unkenntnis unterstellen. Aber einem Apotheker mit abgeschlossenem wissenschaftlichen Pharmaziestudium?<\/p>\n<p>Ihren Zuh\u00f6rern empfehlen Sie hom\u00f6opathische Mittel in den Potenzen D3 bis D12. Sie f\u00fchren zwar an, was diese Zahlenangaben formal bedeuten, vers\u00e4umen es aber str\u00e4flich, Ihren zumeist schon \u00e4lteren Zuh\u00f6rern die tiefere Bedeutung vor Augen zu f\u00fchren. Dass es sp\u00e4testens ab D6 statt der Urtinktur im Wesentlichen nur noch die nicht fl\u00fcchtigen Verdunstungsr\u00fcckst\u00e4nde des L\u00f6sungsmittels sind, die auf den Zucker verteilt werden, und sonst nichts, erf\u00e4hrt man nicht. Bei D6 stehen die Verunreinigungen (!) zum Wirkstoff in einem Verh\u00e4ltnis von 25 : 1, bei D12 dann 25.000.000 : 1. Diese Problematik muss Ihnen als approbierte Apothekerin gel\u00e4ufig sein. Dennoch empfehlen Sie ohne Vorbehalt die Anwendung von Arsenicum album D12 bei heftigem Brechdurchfall und brennenden Schmerzen sowie Veratrum album D6 bei w\u00e4ssrigen Durchf\u00e4llen, Erbrechen, Bauchkr\u00e4mpfen, Kreislaufschw\u00e4che, Ohnmachtsneigung. Wohlgemerkt, f\u00fcr Reisen und Notf\u00e4lle.<\/p>\n<p>Ich behaupte, dass sich jeder Ihrer Zuh\u00f6rer in Lebensgefahr begibt, wenn er diesen Empfehlungen unbesehen folgt, zu lange auf die Wirksamkeit der Hom\u00f6opathika vertraut und auf eine Besserung wartet. Gerade diese Symptome, die hier genannt sind, k\u00f6nnen in w\u00e4rmeren oder tropischen L\u00e4ndern die Vorboten ernsthaftester Beschwerden sein, deren Behandlungsm\u00f6glichkeiten durch eine zeitliche Verz\u00f6gerung des Therapiebeginns sicher nicht gef\u00f6rdert werden. Dies insbesondere, wenn man das durchweg h\u00f6here Lebensalter Ihrer Zuh\u00f6rer mit ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Letztendlich bin ich ersch\u00fcttert, dass eine gro\u00dfe Apotheke wie die x-Apotheke in y die Hom\u00f6opathika nicht nur auf besonderen Wunsch des Kunden verkauft, sondern, im Gegenteil, sogar mit einigem Kostenaufwand aktiv Werbung f\u00fcr diese Mittel betreibt. Dabei wird den Zuh\u00f6rern auch noch ganz deutlich herausgestellt, dass es sich bei der Hom\u00f6opathie nicht um eine Placebo-Medizin handle, sondern dass es eine ganze Reihe von wissenschaftlichen Nachweisen f\u00fcr die Wirksamkeit g\u00e4be.<\/p>\n<p>Ich kann nicht verstehen, dass Ihnen die internen Widerspr\u00fcche der Hom\u00f6opathie entgangen sein k\u00f6nnen, beispielsweise, dass es entweder hom\u00f6opathische Arzneimittelpr\u00fcfungen geben kann oder die Hom\u00f6opathie keine Nebenwirkungen zeigt. Oder dass eine hom\u00f6opathische Prophylaxe unm\u00f6glich ist: Wenn ein Mittel in einem gesunden Patienten das Auftreten bestimmter Symptome verhindern kann, dann m\u00fcsste es in einem Patienten, der bereits diese Symptome zeigt, diese verst\u00e4rken. Eine Prophylaxe k\u00e4me mithin einer Trapeznummer ohne Netz gleich, bei der es auf optimales Timing ankommt. Auch scheint es Sie nicht zu st\u00f6ren, dass man zur Auswahl des richtigen Mittels beim Hom\u00f6opathen eine umfangreiche Anamnese durchf\u00fchren muss, dass die Mittel individuell ausgew\u00e4hlt und verordnet werden m\u00fcssen, um wirksam zu sein. Dies h\u00e4lt Sie jedenfalls nicht davon ab, in Summe 16 verschiedene Mittel f\u00fcr bestimmte Einzelsymptome zu empfehlen, ohne dass es auf den Rest der Pers\u00f6nlichkeit im Mindesten anzukommen scheint. Mit welchen kruden Glaubenss\u00e4tzen haben Sie sich die Erkenntnisse so zurechtgebogen, dass alles dies in ein stimmiges Weltbild passt, das zudem noch mit den Ihnen gel\u00e4ufigen Grundlagen der Pharmazie \u00fcbereinstimmt?<\/p>\n<p>Ich bin auf jeden Fall ersch\u00fcttert, wie im Namen einer gro\u00dfen Apotheke von einer ausgebildeten und approbierten Apothekerin unkritisch diese den wissenschaftlichen Erkenntnissen widersprechende Heilslehre aktiv mit einigem Kostenaufwand beworben wird. Ist dies eine gewissenlose Maximierung des Umsatzes, bei der mein Wohl als Patient weitestgehend keine Rolle spielt, oder herrscht hier eine unverst\u00e4ndliche Ignoranz vor? Eine andere Erkl\u00e4rung scheint mir nicht m\u00f6glich. Beides ist f\u00fcr mich Grund genug, Ihre Apotheke in Zukunft zu meiden.<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p>Dr.-Ing. Norbert Aust<\/p>\n<p><strong>Nachtrag 10.7.2014, 22.25 Uhr<\/strong><\/p>\n<p>Als Reaktion auf meinen Brief erhielt ich heute einen Anruf von der Betreiberin der fraglichen Apotheke, also der Chefin der Vortragenden, \u00fcber die ich den Brief geleitet hatte. Wir haben etwa eine dreiviertel Stunde telefoniert. Frau X verf\u00fcgt \u00fcber eine sehr lange Berufspraxis im Betrieb einer Apotheke.<\/p>\n<p>Quintessenz: Die Leiterin der Apotheke ist fest von der Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie und ihrer Mittel \u00fcberzeugt und h\u00e4lt den Vortragsinhalt f\u00fcr v\u00f6llig gerechtfertigt. Genau genommen ist ihr nicht verst\u00e4ndlich, wieso man da etwas anderes h\u00e4tte sagen k\u00f6nnen, wieso ich eine andere Erwartung gehabt h\u00e4tte. Schlie\u00dflich ginge es um die Anwendung der Hom\u00f6opathie und nicht um den Vergleich zur Schulmedizin. Aus dem Vortragstitel ging klar hervor, dass es um Hom\u00f6opathie f\u00fcr Reisen und Notf\u00e4lle gehe, und nichts Anderes.<\/p>\n<p>Ich kann den Inhalt des Gespr\u00e4chs nicht im Einzelnen wiedergeben, daf\u00fcr war die sich ergebende Diskussion zu wenig strukturiert und ergebnisorientiert. Es lief so, wie alle Argumentationen im Internet auch ablaufen, es wurde auch kein vertrautes Argument ausgelassen. Wer heilt hat halt Recht, man wisse aus Erfahrung \u00fcber die Wirksamkeit, die b\u00f6se Pharmaindustrie und die unpers\u00f6nliche Apparatemedizin von heute, alles wurde ins Feld gef\u00fchrt. Dass Logik und Wissenschaft nicht Alles sein kann, sehe man ja auch an der Wirkung des Schamanismus und der Sch\u00fc\u00dfler-Salze.<\/p>\n<p>Ich hatte unter Anderem angesprochen, dass die ausgesprochenen Empfehlungen doch recht gef\u00e4hrlich sein k\u00f6nnen, wenn man heftigen Brechdurchfall, brennende Schmerzen, w\u00e4ssrige Durchf\u00e4lle, Kreislaufschw\u00e4che und Ohnmachtsneigung durch Hom\u00f6opathika behandeln will, schlie\u00dflich seien dies in w\u00e4rmeren L\u00e4ndern die Vorboten einer ganzen Reihe von schweren Komplikationen bis m\u00f6glicherweise hin zum Ebolafieber. Sie entgegnete mir, dass wohl kaum damit zu rechnen sei, dass die Zuh\u00f6rer in solche L\u00e4nder reisen w\u00fcrden, in denen diese Krankheiten auftreten, auch D\u00e4nemark sei schlie\u00dflich schon Ausland und da trete dies nicht auf. (F\u00fcr Ebola hat sie wahrscheinlich sogar Recht, Kongo und Uganda sind nicht gerade die typischen Tourismusl\u00e4nder, aber auch ganz normale Tropenkrankheiten w\u00e4ren mit der Hom\u00f6opathie wohl kaum zu bek\u00e4mpfen.)<\/p>\n<p>Sie sieht in ihrer Apotheke nicht mehr nur eine Institution zur Versorgung der Bev\u00f6lkerung mit Arzneimitteln, sondern mehr den Wohlf\u00fchlort f\u00fcr die ganze Familie. Und da habe die Hom\u00f6opathie eben auch ihren Platz. Die Frage, ob dies im Widerspruch zu ihren pharmazeutischen Kenntnissen stehe, schien keiner weiteren \u00dcberlegung wert.<\/p>\n<p>Bei den Kunden handele es sich schlie\u00dflich um m\u00fcndige B\u00fcrger, die selbst entscheiden k\u00f6nnten, ob sie Hom\u00f6opathika vertrauen oder nicht. Der Hinweis, dass gerade sie als Apothekerin mit solchen Veranstaltungen einen nicht unerheblichen Beitrag zu der entsprechenden Meinungsbildung liefert, konnte sie nicht nachvollziehen. Schlie\u00dflich seien es ja \u00e4ltere, lebenserfahrene Menschen, die sich den Vortrag angeh\u00f6rt und sicher auch schon mehr solcher Vortr\u00e4ge geh\u00f6rt h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Am Ende f\u00fchlte ich mich ziemlich ratlos. Das sind die Vertrauenspersonen, an die ich mich wenden soll, wenn ich Fragen zu Risiken und Nebenwirkungen von Arzneimitteln habe? Hoffentlich brauche ich das nicht oder finde einen der bisherigen Kommentatoren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8218;Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!&#8216; Kann man sich darauf verlassen, hier eine kompetente Beratung zu erhalten? 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