{"id":1931,"date":"2014-05-25T16:11:02","date_gmt":"2014-05-25T14:11:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=1931"},"modified":"2019-01-02T18:12:15","modified_gmt":"2019-01-02T17:12:15","slug":"homoeopathie-auf-hochschulniveau-schlussbetrachtung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=1931","title":{"rendered":"Hom\u00f6opathie auf Hochschulniveau &#8211; Schlussbetrachtung"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook%7Ctwitter\" data-url=\"http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D1931\" data-timestamp=\"1546452735\" data-hidezero=\"1\" data-backendurl=\"?rest_route=\/shariff\/v1\/share_counts&\"><ul class=\"shariff-buttons theme-default wcag_colors orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D1931\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#38548F; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<span data-service=\"facebook\" style=\"color:#38548F\" class=\"shariff-count\"> 58<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D1931&text=Hom%C3%B6opathie%20auf%20Hochschulniveau%20%E2%80%93%20Schlussbetrachtung\" title=\"Bei Twitter teilen\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#115A92; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 30 32\"><path fill=\"#55acee\" d=\"M29.7 6.8q-1.2 1.8-3 3.1 0 0.3 0 0.8 0 2.5-0.7 4.9t-2.2 4.7-3.5 4-4.9 2.8-6.1 1q-5.1 0-9.3-2.7 0.6 0.1 1.5 0.1 4.3 0 7.6-2.6-2-0.1-3.5-1.2t-2.2-3q0.6 0.1 1.1 0.1 0.8 0 1.6-0.2-2.1-0.4-3.5-2.1t-1.4-3.9v-0.1q1.3 0.7 2.8 0.8-1.2-0.8-2-2.2t-0.7-2.9q0-1.7 0.8-3.1 2.3 2.8 5.5 4.5t7 1.9q-0.2-0.7-0.2-1.4 0-2.5 1.8-4.3t4.3-1.8q2.7 0 4.5 1.9 2.1-0.4 3.9-1.5-0.7 2.2-2.7 3.4 1.8-0.2 3.5-0.9z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">twittern<\/span>&nbsp;<span data-service=\"twitter\" style=\"color:#115A92\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button rss shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?feed=rss\" title=\"RSS-feed\" aria-label=\"RSS-feed\" role=\"button\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#aa2e00; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#fe9312\" d=\"M4.3 23.5c-2.3 0-4.3 1.9-4.3 4.3 0 2.3 1.9 4.2 4.3 4.2 2.4 0 4.3-1.9 4.3-4.2 0-2.3-1.9-4.3-4.3-4.3zM0 10.9v6.1c4 0 7.7 1.6 10.6 4.4 2.8 2.8 4.4 6.6 4.4 10.6h6.2c0-11.7-9.5-21.1-21.1-21.1zM0 0v6.1c14.2 0 25.8 11.6 25.8 25.9h6.2c0-17.6-14.4-32-32-32z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">RSS-feed<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><\/ul><\/div><p>Andreas Beck und ich hatten am 9. Mai 2014 Gelegenheit, mit der Berliner Senatsverwaltung \u00fcber die Genehmigung des Traunsteiner Hom\u00f6opathie-Studiengangs zu reden. Dieses Gespr\u00e4ch &#8211; und auch die Antwort der Kultusministerkonferenz &#8211; l\u00e4sst Zweifel daran aufkommen, ob eine Neuauflage zuk\u00fcnftig ausgeschlossen ist.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>In K\u00fcrze:<\/strong><\/p>\n<p>Alle M\u00f6glichkeiten, Hom\u00f6opathie auf einem akademischen Niveau zu studieren, sind offenbar vom Tisch &#8211; k\u00f6nnten aber jederzeit neu eingerichtet werden. Werden die formalen Kriterien eingehalten, kann niemand ein solches Projekt verhindern. Gerade bei den privaten Hochschulen scheint eine Tendenz zu bestehen, wirtschaftlich lukrative Studieng\u00e4nge anzubieten &#8211; und die Politik sieht keinen Handlungsbedarf. Die Freiheit von Forschung und Lehre wendet sich gegen die Wissenschaft.<\/p>\n<p><strong>R\u00fcckblick<\/strong><\/p>\n<p>Neben dem Projekt in Traunstein konnte man im Internet folgende Angebote finden, die letztendlich auf die Steinbeis Hochschule Berlin zur\u00fcckzuf\u00fchren sind:<\/p>\n<ul>\n<li>einen bereits l\u00e4nger bestehenden Studiengang, der am Standort Kitzingen in Bayern angeboten wurde (Akademie f\u00fcr komplement\u00e4re Medizin und Medizinp\u00e4dagogik AMM), auf die auch von anderen Bildungseinrichtungen zur Hom\u00f6opathie verlinkt wurde<\/li>\n<li>einen f\u00fcr das Fr\u00fchjahr 2012 angek\u00fcndigten Studiengang am Institute for Complementary Medicine (INCOM), gleiche Adresse wie die SHB in Berlin, das aber auch vom Angebot in Kitzingen verlinkt wurde<\/li>\n<li>eine &#8218;Akademie f\u00fcr Hom\u00f6opathie&#8216; im Landkreis Starnberg in Bayern, das ebenfalls auf die AMM verlinkt (Beachten: Diese Organisation hei\u00dft &#8218;Akademie f\u00fcr Hom\u00f6opathie&#8216;, Link: <a href=\"http:\/\/www.homoeopathie-akademie.de\">www.homoeopathie-akademie.<strong>de<\/strong><\/a>)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Bei der Suche nach &#8218;Hom\u00f6opathie Bachelor&#8216; oder &#8218;Hom\u00f6opathie Hochschule&#8216; im Google fand sich pl\u00f6tzlich auch eine Heilpraktikerschule, die &#8218;Deutsche Akademie f\u00fcr Hom\u00f6opathie M\u00fcnchen&#8216;, die mit einer Ausbildung auf universit\u00e4rem Niveau warb und aussagte, ihre Abschlusszertifikate nach vier bzw. sechs Semestern w\u00fcrden einem Bsc (Bachelor of Science) und einem M.A. (Master of Arts) entsprechen (Beachten: Diese Organisation hei\u00dft &#8218;Akademie f\u00fcr Hom\u00f6opathie <b>M\u00fcnchen<\/b>&#8218;, Link: www.homoeopathie-akademie.<b>com<\/b>) Edit 24.02.2014: Der Link funktioniert nicht mehr, die Webseite ist nicht mehr erreichbar. Hat diese Schule Ihren betrieb eingestellt?<\/p>\n<p>Dabei ist es nicht ganz einfach, die \u00dcbersicht zu behalten, denn viele ganz normale Heilpraktikerschulen nennen sich &#8218;Akademie&#8216;, &#8218;Institut&#8216; oder tragen \u00e4hnliche mit einem wissenschaftlichen Studium zu assoziierenden Namen. Das, was die Sch\u00fcler dort tun, wird in den meisten F\u00e4llen auch als &#8218;Studium&#8216; bezeichnet, das in Semestern organisiert ist, was anscheinend ebenfalls mit einer akademischen Ausbildung assoziiert werden soll &#8211; aber alle diese Begriffe stellen keine gesetzlich gesch\u00fctzten Bezeichnungen dar. Jeder kann sie verwenden, und das Papier, das am Ende steht, kann ein &#8218;Zertifikat&#8216;, ein &#8218;Zeugnis&#8216; oder gar ein &#8218;Diplom&#8216; sein. Letzteres darf aber nicht in Zusammenhang mit einer Berufsbezeichnung gef\u00fchrt werden (&#8218;Diplomhom\u00f6opath&#8216;), weil diese Kombination mit akademischen Graden verwechselt werden kann (&#8218;Diplomingenieur&#8216;). Also, einer &#8218;Ikarus-Akademie f\u00fcr Drachenbau und Papierfliegerfalten&#8216; steht nichts im Wege, dort kann studieren wer will und sich am Ende \u00fcber ein &#8218;Diplom&#8216; freuen, wenn er sich nicht &#8218;Diplompapierfalter&#8216; nennt.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu diesen Schulen, die wissenschaftlich-akademische Begriffe nur zur semantischen Aufwertung benutzen, haben die oben genannten, auf die SHB zur\u00fcckgehenden Bildungseinrichtungen einen direkten staatlich anerkannten akademischen Grad verleihen wollen, beziehungsweise behauptet, auf einem entsprechenden universit\u00e4ren Niveau zu lehren.<\/p>\n<p>Die gute Nachricht ist: Von allen diesen Aktivit\u00e4ten, die auf einen akademischen Grad abzielten oder ein universit\u00e4res Niveau behaupteten, ist nicht mehr viel \u00fcbrig:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Webseite der Hom\u00f6o-Akademie in Traunstein enth\u00e4lt nur noch ein Statement, das \u00fcber das Ende der Aktivit\u00e4ten hier informiert (<a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20170922022342\/http:\/\/homoeo-akademie.com\/\">Link<\/a>)<\/li>\n<li>Die Webseite der AMM in Kitzingen ist offenbar ganz vom Netz genommen worden, der fr\u00fchere Link www.sti-akademie.de f\u00fchrt jetzt ins Leere. Eine Google-Suche nach dem Institut in Kitzingen (amm Kitzingen) f\u00f6rdert noch einen Flyer zu Tage, telefonische Anfragen dort verhallen jedoch weitgehend ohne R\u00fcckmeldung (Danke, Ute).<\/li>\n<li>Auf der Webseite der INCOM taucht zwar immer noch ein Studiengang Hom\u00f6opathie auf, aber die Informationen beschr\u00e4nken sich darauf, dass in K\u00fcrze n\u00e4here Informationen vorliegen werden und dass der Studienbetrieb voraussichtlich im Fr\u00fchjahr 2012 beginnen wird.<\/li>\n<li>Auf der Webseite der SHB (Link entfallen) sind s\u00e4mtliche Hinweise auf ein Hom\u00f6opathiestudium, ob Bachelor oder Master, entfernt worden und die Genehmigung des Studiengangs durch den Berliner Senat &#8218;wurde zur\u00fcckgegeben&#8216;.<\/li>\n<li>Nach einem kurzen Disput per Email hat die Hom\u00f6opathie-Akademie M\u00fcnchen s\u00e4mtliche Anspielungen und Behauptungen von ihrer Webseite entfernt, die den angebotenen Ausbildungsgang mit einem universit\u00e4ren Anspruch in Verbindung gebracht hatten<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ein kleiner Wermutstropfen ist vielleicht, dass dies nur f\u00fcr die Hom\u00f6opathie als reine Lehre gilt &#8211; Studienm\u00f6glichkeiten im restlichen Bereich der Komplement\u00e4rmedizin gibt es unbeschadet dieser Aktivit\u00e4ten weiter. Sogar die SHB bietet solche Studieng\u00e4nge an, die aber nicht im Hochschulkompass verzeichnet sind, dem quasi amtlichen, auf die Kultusministerkonferenz zur\u00fcckgehenden Verzeichnis der akkreditierten Studieng\u00e4nge.<\/p>\n<p><strong>Strukturen<\/strong><\/p>\n<p>Die schlechte Nachricht ist: An den Strukturen hat sich nichts ge\u00e4ndert, die beh\u00f6rdlichen Entscheidungswege und Entscheidungskriterien sind ebenfalls noch die gleichen wie zuvor. Das hat zur Folge, dass jederzeit ein neues Projekt von der SHB oder einer anderen privaten &#8211; oder vielleicht sogar auch staatlichen &#8211; Hochschule gestartet werden kann. Noch dazu ist damit zu rechnen, dass man nach den Erfahrungen in Traunstein wahrscheinlich geschickter agiert und die Aktivit\u00e4ten nicht mehr so vollmundig in der Presse ank\u00fcndigt, sich Landr\u00e4te und B\u00fcrgermeister mit dem Bejubeln des Projekts wohl eher zur\u00fcckhalten. Einzig der Umstand, dass eine solche Hochschule Studenten braucht, die heutzutage auch \u00fcber Werbeauftritte im Internet angesprochen werden, kann voraussichtlich noch dazu f\u00fchren, dass man davon Kenntnis bekommen kann.<\/p>\n<p>Auf der Webseite der Homoeo-Akademie in Traunstein klingt es an, dass die Sache nicht ganz vom Tisch ist:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8218;Weiterhin werden wir unser Ziel verfolgen, die Hom\u00f6opathie auf hohem Niveau zu lehren und unn\u00f6tigen Grabenk\u00e4mpfen zwischen Hom\u00f6opathie und &#8218;Schulmedizin&#8216; entgegentreten.&#8216; (<a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20170922022342\/http:\/\/homoeo-akademie.com\/\">Link<\/a>)<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Lassen wir mal au\u00dfer Acht, dass das Entgegentreten in der Vergangenheit nicht unbedingt deutlich zum Ausdruck kam &#8211; aber, auch wenn das Niveau nun nicht mehr an eine Hochschule erinnert &#8211; das prinzipielle Ziel ist nicht aufgegeben worden. Auch der zweite Tr\u00e4ger der Hom\u00f6o-Akademie, die EUH besteht weiter. Deren Ziele sind vor wie nach in deren Charta festgehalten:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8218;Die EUH hat zum Ziel, den Berufsstand des Hom\u00f6opathen in das europ\u00e4ische Gesundheitssystem einzuf\u00fchren, um die Hom\u00f6opathie als eigenst\u00e4ndigen Heilberuf aus\u00fcben zu k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n<p><em>Der Hom\u00f6opath soll innerhalb des Gesundheitssystems die Kompetenz haben, gem\u00e4\u00df den Prinzipien der Hom\u00f6opathie frei zu arbeiten.&#8216; (<a href=\"http:\/\/europunion.euh.eu\/euh_charta.html\" class=\"broken_link\">Link<\/a>)<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Um die Bedeutung dieser Ziele zu erfassen, muss man wissen, dass in Deutschland die Aus\u00fcbung der Heilkunde nur Angeh\u00f6rigen eines akademischen Heilberufs (Arzt, Zahnarzt, Psychotherapeut, Tierarzt und Apotheker) gestattet ist, sowie Heilpraktikern. Letzteren jedoch nur, nachdem sie in einer vor dem Gesundheitsamt abzulegenden Pr\u00fcfung nachgewiesen haben, dass sie keine Gefahr f\u00fcr ihre Patienten darstellen. Heilpraktiker d\u00fcrfen aber nicht &#8218;frei&#8216; arbeiten, sondern d\u00fcrfen beispielsweise keine verschreibungspflichtigen Medikamente verordnen oder d\u00fcrfen auch bestimmte Krankheiten nicht behandeln (z. B. meldepflichtige Krankheiten, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heilpraktiker\">Link<\/a>). Zudem verbietet das \u00e4rztliche Standesrecht, dass\u00a0 \u00c4rzte bei der Behandlung von Patienten mit Heilpraktikern zusammenarbeiten (<a href=\"http:\/\/www.bundesaerztekammer.de\/fileadmin\/user_upload\/downloads\/pdf-Ordner\/MBO\/MBO_02.07.2015.pdf\" class=\"broken_link\">Link<\/a>, \u00a729 a).<\/p>\n<p>Wenn ein Hom\u00f6opath also einen Heilberuf aus\u00fcben und dabei &#8218;frei&#8216; arbeiten und zusammenarbeiten k\u00f6nnen soll, dann muss er ein Studium absolviert haben. Das ist immer noch Ziel der EUH.<\/p>\n<p>Und, was macht die EUH jetzt?<\/p>\n<p>Obwohl die Steinbeis Hochschule alle Hom\u00f6opathiestudieng\u00e4nge von ihrer Liste der Bachelor bzw. Masterstudieng\u00e4nge gestrichen hat &#8211; die EUH firmiert immer noch als ein Transferinstitut mit Adressen im gleichen Haus wie die SHB in Berlin und in M\u00fcllheim in Baden unter der Leitung von Herrn Urs Rentsch. Ausweislich der entsprechenden Seite (Link entfallen) besch\u00e4ftigt man sich auch mit der &#8218;Entwicklung und Realisierung komplement\u00e4rmedizinischer Studieng\u00e4nge&#8216; sowie mit der &#8218;Entwicklung dualer Bildungsprogramme in der Gesundheitswirtschaft&#8216; und bietet dies als Dienstleistungen an. Dass das nicht eine vergessene Seite ist, zeigt der \u00c4nderungsstand, der den 15. Mai 2014 als letztes \u00c4nderungsdatum nennt.<\/p>\n<p><b>Genehmigung durch die Senatsverwaltung<\/b><\/p>\n<p>Wenn sich die beiden Akteure wieder zusammenfinden und erneut versuchen w\u00fcrden, einen Hom\u00f6opathie-Studiengang zu installieren, m\u00fcsste die Berliner Senatsverwaltung dem wieder zustimmen. Dass dies keine allzu gro\u00dfe H\u00fcrde ist, hat das Gespr\u00e4ch mit der Berliner Senatsverwaltung gezeigt.<\/p>\n<p>Am Freitag, den 9. Mai hatten wir, das sind Andreas Beck aus Berlin und ich, Gelegenheit, ein solches Gespr\u00e4ch zu f\u00fchren. Wir sprachen mit der f\u00fcr die privaten Hochschulen verantwortlichen Gruppenleiterin im Referat IV C der Senatsverwaltung f\u00fcr Bildung, Jugend und Wissenschaft, die somit auch den Traunsteiner Studiengang genehmigt hat. Wir danken f\u00fcr dieses sehr kooperativ gef\u00fchrte und sehr informative Gespr\u00e4ch. Uns wurden alle Fragen offen und ohne Vorbehalte beantwortet. Insofern ist dieser Vorgang durchaus geeignet, das Vorurteil einer selbstherrlichen und den B\u00fcrger ignorierenden B\u00fcrokratie zu widerlegen.<\/p>\n<p>Rein formal war das Hom\u00f6opathie-Studium der SHB jedoch nur als eine Erweiterung eines bereits im Jahre 2009 genehmigten Studiengangs Complementary Medicine IV zu sehen. Prinzipiell ist der Ablauf allerdings bei Neuantrag oder \u00c4nderung recht \u00e4hnlich: Die betreffende Hochschule stellt einen Antrag, dem sie die neue Studien- und Pr\u00fcfungsordnung des Studiengangs beilegt. Die Genehmigung erfolgt durch ein formloses Schreiben des Inhalts, dass dieser Studiengang so wie beantragt genehmigt sei. Insofern war die Einsichtnahme in die Akten recht unergiebig, denn sie bestehen weitestgehend aus den auch im Internet auf der Seite der Steinbeis Hochschule Berlin (SHB) ver\u00f6ffentlichten Studien- und Pr\u00fcfungsordnungen (Link entfallen) nebst einigen recht kurzen und nicht sehr inhaltsreichen Begleitbriefen.<\/p>\n<p>Die Senatsverwaltung sieht ihre Verantwortung darin, sicherzustellen, dass den Studenten angemessene Studienbedingungen zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Es erfolgt jedoch keine inhaltliche Pr\u00fcfung hinsichtlich des wissenschaftlichen Gehaltes, was angesichts der Breite der m\u00f6glichen Studienf\u00e4cher auch nicht geleistet werden kann &#8211; zumal dies auch der grundgesetzlich verankerten Freiheit von Forschung und Lehre widersprechen w\u00fcrde. Man sieht diese Aufgabe bei den Akkreditierungsagenturen, die zur Beurteilung eines Studienangebots bedarfsgerecht fachkompetente Teams zusammenstellen. Die Angaben zum Inhalt dienen der Senatsverwaltung ausschlie\u00dflich der Information, worum es sich bei dem beantragten Studiengang handelt.<\/p>\n<p>Der Antrag wird hinsichtlich der Einhaltung der Vorgaben durch das Berliner Hochschulgesetz gepr\u00fcft. Dies sind <span style=\"text-decoration: underline;\">heute<\/span> im Wesentlichen<\/p>\n<ul>\n<li>Vorliegen von Studienordnung und Modulbeschreibungen<\/li>\n<li>Projektierte Anzahl der Studenten als Planungsgrundlage<\/li>\n<li>Abdeckung der Lehre zu mindestens 50% durch hauptamtliche Professoren<\/li>\n<li>Mindestens ein hauptberuflicher im angebotenen Studienfach ausgewiesener Professor vor Ort<\/li>\n<li>Finanzplanung, Sachausstattung<\/li>\n<li>Vorliegen eines Forschungskonzeptes<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Punkte werden auf Plausibilit\u00e4t gepr\u00fcft, woraufhin der Studiengang genehmigt wird. Die diesbez\u00fcglichen internen Planungsunterlagen der SHB waren nicht Gegenstand der Akteneinsicht.<\/p>\n<p>Es verwundert auf den ersten Blick, dass der Studiengang in Traunstein freigegeben wurde, denn schlie\u00dflich waren sowohl die Qualifikation des Lehrpersonals und die fehlenden Forschungsm\u00f6glichkeiten die Hauptkritikpunkte, wie hier im Blog in verschiedenen Beitr\u00e4gen herausgearbeitet worden war. Das Problem liegt darin, dass in der Zeit, als der zugrundeliegende Studiengang &#8218;Complementary Medicine&#8216; genehmigt wurde, sich die Pr\u00fcfung im Wesentlichen lediglich auf die Studien- und Pr\u00fcfungsordnung bezogen hatte. Entsprachen diese den hochschulrechtlichen Vorgaben, dann wurde eine befristete Genehmigung ausgesprochen, mit der Auflage, eine Akkreditierung des Studiengangs durchzuf\u00fchren. In Berlin bedeutet dies &#8211; anders als in Bayern &#8211; dass die Akkreditierung sp\u00e4testens dann vorliegen muss, wenn die ersten Studenten ihr Studium beenden. In der Vergangenheit war die Steinbeis Hochschule diesen Forderungen auch immer ohne gro\u00dfe Probleme nachgekommen.<\/p>\n<p>Am Rande wurde bemerkt, dass die Steinbeis Hochschule die gr\u00f6\u00dfte private Hochschule in Berlin darstellt, mit der man bereits seit vielen Jahren erfolgreich zusammenarbeitet, insbesondere in den betriebswirtschaftlichen und technischen Fachgebieten. Man sch\u00e4tzt besonders, dass die SHB auch Bildungsg\u00e4nge anbietet, die bei staatlichen Hochschulen nicht gegeben sind, insbesondere in der beruflichen und berufsbegleitenden Weiter- und H\u00f6herqualifizierung. Insofern sind die komplement\u00e4rmedizinischen Studieng\u00e4nge im Angebot der SHB nur als Randgebiete zu sehen.<\/p>\n<p><strong>Quintessenz zur Genehmigungsprozedur<\/strong><\/p>\n<p>Die Genehmigung eines neuen Studiengangs ist in Berlin heute etwas schwieriger zu erreichen als ehedem, da noch die Abdeckung der Lehrverpflichtungen durch Professoren und ein Forschungskonzept dargelegt werden m\u00fcssen. An letzterem Punkt stellt man allerdings bei einer Fachhochschule keine allzu hohen Anforderungen.<\/p>\n<p>Dennoch ist die Pr\u00fcfung und Freigabe eines Studiengangs kein prinzipieller Stolperstein f\u00fcr die Einf\u00fchrung von randst\u00e4ndigen Studieng\u00e4ngen, sofern es sich nicht um ganz groben Unfug handelt (&#8218;Master of Science in handbagology&#8216;). Die Pr\u00fcfung kann nur die Einhaltung der Forderungen enthalten, die aus dem Hochschulgesetz des Landes resultieren. Nach wie vor erfolgt die Genehmigung in einer fr\u00fchen Projektphase, weshalb sich eine Pr\u00fcfung darauf beschr\u00e4nken muss, festzustellen, ob die Angaben plausibel und in sich schl\u00fcssig sind. Erst in der Programmakkreditierung unmittelbar vor Aufnahme des Lehrbetriebs (Bayern) oder wenn der Studienbetrieb bereits l\u00e4uft (Berlin) w\u00e4re eine inhaltliche Auseinandersetzung m\u00f6glich und es kann bewertet werden, wie weit diese Planungen auch umgesetzt worden sind.<\/p>\n<p><strong>Private Hochschulen als Partner<\/strong><\/p>\n<p>Prinzipiell gibt es also keine allzu hohen H\u00fcrden, dass sich EUH und SHB wieder zu einem Projekt durchringen, einen Bachelor- und Master-Studiengang in Hom\u00f6opathie anzubieten. Mit den jetzigen Erfahrungen wird man auch besser in der Lage sein, genehmigungsf\u00e4hige Vorlagen zu erstellen, die die kritischen Punkte entsprechend abdecken.<\/p>\n<p>Was ist, wenn die SHB einem neuen Versuch ablehnend gegen\u00fcber steht?<\/p>\n<p>Dann geht man eben an eine andere private Hochschule!<\/p>\n<p>Die allermeisten Hochschulen in privater Tr\u00e4gerschaft sind heutzutage vom Wissenschaftsrat einer institutionellen Akkreditierung unterzogen worden. F\u00fcr neu zu gr\u00fcndende private Hochschulen wird dies zumindest von der Berliner Senatsverwaltung gefordert. In einer solchen Akkreditierung wird im Wesentlichen festgestellt, inwiefern die gesetzlichen Anforderungen an staatliche Hochschulen auch f\u00fcr die zu akkreditierende Hochschule eingehalten sind. Dies betrifft die Verantwortlichkeiten und Entscheidungswege, die die Ausgestaltung von Forschung und Lehre betreffen und auf diverse Hochschulgremien aufgeteilt sind, in die alle Gruppen von Hochschulangeh\u00f6rigen Vertreter entsenden, Professoren, Assistenten, Studenten, nichtwissenschaftliches Personal.<\/p>\n<p>Aber zwei wesentliche Problematiken der privaten Hochschulen kann keine Akkreditierung wegzaubern:<\/p>\n<ul>\n<li>Hochschulen in privater Tr\u00e4gerschaft sind Wirtschaftsunternehmen, die \u00f6konomischen Zw\u00e4ngen unterliegen.<\/li>\n<li>Die Hochschullehrer sind Angestellte der Hochschule.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Sicher, wenn man Geld verdienen will, ist die Gr\u00fcndung einer Hochschule nicht unbedingt das Mittel der ersten Wahl, um dieses Ziel zu erreichen. Aber, es geht immer darum, dass die Finanzierung der Hochschule gesichert sein muss &#8211; und ein Tr\u00e4ger dies sicherzustellen hat. Die Hochschule hat auf jeden Fall eine Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung, die dem Tr\u00e4ger auch \u00fcber die Einhaltung des Jahresbudgets Rechenschaft ablegen muss. Klar, ich h\u00f6re schon die Einw\u00e4nde, dies sei bei einer \u00f6ffentlich finanzierten Hochschule auch nicht anders, was prinzipiell durchaus zutrifft &#8211; aber eben auch nur prinzipiell. Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer &#8211; oder wie diese Position auch immer benannt sein mag &#8211; ist ein Angestellter, &#8218;ein abh\u00e4ngig Besch\u00e4ftigter&#8216;, der entlassen werden kann, wenn er die Erwartungen des Tr\u00e4gers nicht erf\u00fcllt. Er tut sicher gut daran, auch wenn Forschung und Lehre der Hauptzweck der Unternehmung sein sollten und der Tr\u00e4ger das Attribut &#8218;gemeinn\u00fctzig&#8216; im Namen f\u00fchrt, keine finanziellen Probleme zu erzeugen. Also immer ein wenig weniger Geld verbrauchen oder etwas mehr Geld abliefern als gedacht.<\/p>\n<p>Kurzum, die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung einer privaten Hochschule steht in dem Zwang, sich Einnahmequellen zu erschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Eine andere Zwangslage ergibt sich in den Professoren. Der Dienstherr ist nicht eine im Wesentlichen anonyme Kultusb\u00fcrokratie, die sich zwar auch als st\u00f6rrisch erweisen kann, aber sich sonst vermutlich wenig in die Personalpolitik einmischt. Anders der Professor einer privaten Hochschule. Auch er ist kein Beamter, sondern vom wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens Hochschule abh\u00e4ngig. Sein Chef hat ein Gesicht und er hat auch, da kann die Grundordnung der Hochschule festlegen, was sie will, die zumindest informelle Macht, seinen Mitarbeiter zu entlassen. Wenn jetzt also formal in den Gremien Entscheidungen anstehen, dann ist ein Professor an einer privaten Hochschule sicher einem st\u00e4rkeren Interessenkonflikt ausgesetzt als an einer staatlichen. Genau so, wie der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer einer privaten Hochschule mehr der Versuchung ausgesetzt ist, zus\u00e4tzliche Finanzierungsquellen zu erschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Das kann durchaus dazu f\u00fchren, dass auch Studieng\u00e4nge aufgebaut und angeboten werden, die im Mainstream des Interesses angesiedelt sind, vom wissenschaftlichen Anspruch her aber eher als randst\u00e4ndig anzusehen sind.<\/p>\n<p><strong>Handlungsbedarf des Staates<\/strong><\/p>\n<p>Aus Sicht einer privaten Hochschule sind alle Studieng\u00e4nge attraktiv, mit denen man Ertr\u00e4ge realisieren kann. Das sind solche, f\u00fcr die die jeweiligen Studenten bereit sind, eine mehr oder weniger hohe Studiengeb\u00fchr zu entrichten &#8211; oder f\u00fcr die man einen anderen externen Sponsor findet. Was f\u00fcr die Studenten wiederum nur dann Sinn macht, wenn man den Abschluss vermarkten, also sich lukrative Gesch\u00e4ftsfelder erschlie\u00dfen kann. Demzufolge findet man in den gegenw\u00e4rtig fast 700 von privaten Hochschulen angebotenen &#8218;grundst\u00e4ndigen&#8216; Studieng\u00e4ngen in einem hohen Ma\u00df solche, die zu einer H\u00f6herqualifikation im industriellen Umfeld (Betriebswirtschaft, Ingenieurwesen) oder\u00a0 zu einer attraktiven Selbstst\u00e4ndigkeit f\u00fchren k\u00f6nnen bzw. die Marktposition des Absolventen st\u00e4rken. &#8218;Grundst\u00e4ndig&#8216; bedeutet hierbei, dass es sich um Studieng\u00e4nge handelt, die direkt nach dem Abitur angetreten werden k\u00f6nnen und zu einem Bachelor f\u00fchren.<\/p>\n<p>Bei Studieng\u00e4ngen, die zu Angestelltent\u00e4tigkeiten in der Wirtschaft qualifizieren, kann im Arbeitsmarkt noch ein gewisses Regulativ f\u00fcr die Qualit\u00e4t der Studieng\u00e4nge gesehen werden, wenn auch hier sicher die Gefahr besteht, dass die Arbeitgeber weniger an einer wissenschaftlichen Qualifikation als an speziellen Kenntnissen und Fertigkeiten interessiert sein k\u00f6nnten. Auf dem Gebiet der Selbstst\u00e4ndigen gibt es noch nicht einmal diese Kontrolle, es kann alles angeboten werden, wof\u00fcr die Kunden bereit sind, Geld auszugeben. Wie ein Blick auf jede Esoterikmesse zeigt, ist hierf\u00fcr eine wissenschaftliche Qualifikation nicht erforderlich &#8211; aber n\u00fctzlich f\u00fcr das Prestige desjenigen, dem der Titel verliehen wurde.<\/p>\n<p>Demzufolge f\u00fchrt das freie Spiel der Marktkr\u00e4fte und die Freiheit von Forschung und Lehre bei den Hochschulen in privater Tr\u00e4gerschaft eher nicht zu einem h\u00f6herwertigen wissenschaftlichen Niveau. Ganz im Gegenteil werden die Anbieter sehen m\u00fcssen, dieses Niveau dahingehend zu optimieren, dass die Durchfallquoten nicht eine Gr\u00f6\u00dfenordnung erreichen, die zahlende Kunden abschrecken k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Unter den gegebenen Umst\u00e4nden scheint die Freiheit von Forschung und Lehre, die vom Ursprungsgedanken her eben daf\u00fcr sorgen sollte, dass sich Wissenschaft frei entfalten kann, indem sie eben nicht den kleingeistigen Gedanken der N\u00fctzlichkeit unterworfen ist, bei den privaten Hochschulen eher genau das Gegenteil zu bewirken. Dass dieser Prozess voll im Gange ist, zeigt sich indem<\/p>\n<ul>\n<li>Wissensgebiete in immer speziellere Studieng\u00e4nge aufgeteilt werden, wobei die Aufteilung wahrscheinlich eher auf dem Vermitteln von sehr speziellem Wissen und spezifischen F\u00e4higkeiten gr\u00fcndet als auf einer vertieften wissenschaftlichen Aufarbeitung (&#8218;Bachelor in General Management &#8211; Aviation Studies&#8216;, &#8218;Fashionmanagement&#8216;, &#8218;Elektrotechnik Energiespeicher und -netze&#8216;, &#8218;Regional vernetzter Gesundheits- und Versorgungsmanager&#8216;, etc.)<\/li>\n<li>Fachgebiete zu einem ganz speziellen Gebilde verwoben werden, das einen wohlklingenden oft englischsprachigen Titel bildet, der aber wenig Aufschluss \u00fcber den Inhalt bietet. Beispiele sind die vielen F\u00e4cher, in denen der Ausdruck Management vorkommt, dies ist fast die H\u00e4lfte der von privaten Hochschulen angebotenen grundst\u00e4ndigen Studieng\u00e4nge (Baubetriebsmanagement, Business Information Management, International Media Management etc.).<\/li>\n<li>Fr\u00fchere Ausbildungsberufe zu einem wissenschaftlichen Studium aufgebaut werden (Ergotheraphie, Hebammenkunde, Logop\u00e4die, Physiotherapie etc.)<\/li>\n<li>oder man akademische Grade in v\u00f6llig abstrusen F\u00e4chern erwerben kann (Eurythmiep\u00e4dagogik, Shiatsu, TouchLife, Hom\u00f6opathie w\u00e4re auch hier angesiedelt). Anmerkung: Die auf der Webseite der SHB angebotenen Studieng\u00e4nge in Komplement\u00e4rmedizin, darin Shiatsu, TouchLife, Kinesiologie sind nicht im Hochschulkompass der akkreditierten Studieng\u00e4nge verzeichnet.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Alle Beispiele von Studienf\u00e4chern sind dem Hochschulkompass entnommen (<a href=\"https:\/\/www.hochschulkompass.de\/home.html\">Link<\/a>)<\/p>\n<p>Dieser Effekt scheint nicht nur auf die privaten Hochschulen beschr\u00e4nkt. Durch die Notwendigkeit, Drittmittel zur Finanzierung von Forschungseinrichtungen heranziehen zu m\u00fcssen, sind auch die \u00f6ffentlichen Hochschulen dem gleichen Druck unterworfen, wie die diversen Stiftungsprofessuren und Bezahl-Studieng\u00e4nge zu komplemement\u00e4rmedizinischen F\u00e4chern zeigen.<\/p>\n<p>Anhand der Problematik des Traunsteiner Studiengangs zur Hom\u00f6opathie hatte ich mit Unterst\u00fctzung des Wissenschaftsrates der GWUP die Kultusministerkonferenz angeschrieben. Die Kultusministerkonferenz\u00a0 &#8211; Bildung, Forschung und Lehre ist L\u00e4ndersache &#8211; ist die h\u00f6chste deutsche Organisation, die sich mit den Universit\u00e4ten und Hochschulen besch\u00e4ftigt und mit dem, was dort passiert (<a href=\"http:\/\/blog.gwup.net\/2014\/04\/01\/traunstein-gwup-schreibt-an-die-kultusministerkonferenz\/\">Link<\/a>). Inzwischen liegt mir die Antwort vor. Kurz gefasst: Man sieht keinen Handlungsbedarf und beruft sich auf die Freiheit von Forschung und Lehre.<\/p>\n<p>Das ist es dann wohl f\u00fcrs Erste.<\/p>\n<p><strong>Zusammenfassung:<\/strong><\/p>\n<p>Heute, zwei Monate nachdem die SHB das Projekt eines Hochschulstudiengangs in Traunstein eingestellt hat, ist die &#8218;Hom\u00f6opathie auf Hochschulniveau&#8216; im Internet kein Thema mehr. Da sich aber an den vorhandenen Strukturen nichts ge\u00e4ndert hat, kann jederzeit ein \u00e4hnliches Projekt gestartet werden, das nicht zu stoppen sein wird, wenn die Beteiligten gewisse organisatorische und formale Vorgaben einhalten. Der Fall Traunstein wird sicher als Lehrbeispiel herangezogen werden. Die privaten Hochschulen &#8211; und l\u00e4ngst nicht nur diese &#8211; haben durchaus ein Interesse daran, durch marktg\u00e4ngige Studienangebote ihre finanzielle Position zu verbessern, was nicht unbedingt einen wissenschaftlichen Gehalt voraussetzt. Freiheit von Forschung und Lehre bewirkt letztendlich das, was sie verhindern sollte &#8211; und die Verantwortlichen in der Politik st\u00f6rt das nicht weiter, entweder weil die Problematik nicht erkannt wurde oder weil man der durchg\u00e4ngigen Qualit\u00e4t der deutschen Hochschulausbildung nicht viel Bedeutung beimisst.<\/p>\n<p>Oder will man die Zahl der Hochschulabsolventen hochtreiben, um im internationalen Vergleich der Bildungssysteme besser abzuschneiden?<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8218;Im internationalen Vergleich ist dadurch der Abstand zwischen den deutschen Absolventenquoten und denjenigen in den anderen OECD-Staaten und zum OECD-Durchschnitt vermindert worden&#8216; (&#8218;<a href=\"http:\/\/www.bildungsbericht.de\/de\/bildungsberichte-seit-2006\/bildungsbericht-2012\">Bildung in Deutschland 2012<\/a>&#8218;, S. 154)<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8218;Deutschland ist Schlusslicht bei der Steigerung der Absolventen&#8216; (11.09.2015: Link\u00a0http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/oecd160.html leider erloschen )<\/em><\/p>\n<p>Kennzahl, Kennzahl \u00fcber alles?<\/p>\n<p>Akademiker aller (Bundes-)L\u00e4nder, vereinigt Euch und protestiert gegen diese Entwertung der Studienabschl\u00fcsse und akademischen Grade!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Hallo, ist da wer?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>H\u00f6rt mich einer \/ eine ?<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong>Edit:<\/strong> S\u00e4mtliche Links zur Steinbeis-Hochschule sind zwischenzeitlich erloschen, da die Webseite dort komplett neu gestaltet wurde. Die Links wurden daher deaktiviert (22.10.2014).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Andreas Beck und ich hatten am 9. Mai 2014 Gelegenheit, mit der Berliner Senatsverwaltung \u00fcber die Genehmigung des Traunsteiner Hom\u00f6opathie-Studiengangs zu reden. 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