{"id":1910,"date":"2014-05-15T17:14:24","date_gmt":"2014-05-15T15:14:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=1910"},"modified":"2018-12-19T19:06:51","modified_gmt":"2018-12-19T18:06:51","slug":"homoeopathie-in-der-bahandlung-von-fruehgeborenen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=1910","title":{"rendered":"Hom\u00f6opathie in der Behandlung von Fr\u00fchgeborenen"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook%7Ctwitter\" data-url=\"http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D1910\" data-timestamp=\"1545246411\" data-hidezero=\"1\" data-backendurl=\"?rest_route=\/shariff\/v1\/share_counts&\"><ul class=\"shariff-buttons theme-default wcag_colors orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D1910\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#38548F; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<span data-service=\"facebook\" style=\"color:#38548F\" class=\"shariff-count\"> 4<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D1910&text=Hom%C3%B6opathie%20in%20der%20Behandlung%20von%20Fr%C3%BChgeborenen\" title=\"Bei Twitter teilen\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#115A92; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 30 32\"><path fill=\"#55acee\" d=\"M29.7 6.8q-1.2 1.8-3 3.1 0 0.3 0 0.8 0 2.5-0.7 4.9t-2.2 4.7-3.5 4-4.9 2.8-6.1 1q-5.1 0-9.3-2.7 0.6 0.1 1.5 0.1 4.3 0 7.6-2.6-2-0.1-3.5-1.2t-2.2-3q0.6 0.1 1.1 0.1 0.8 0 1.6-0.2-2.1-0.4-3.5-2.1t-1.4-3.9v-0.1q1.3 0.7 2.8 0.8-1.2-0.8-2-2.2t-0.7-2.9q0-1.7 0.8-3.1 2.3 2.8 5.5 4.5t7 1.9q-0.2-0.7-0.2-1.4 0-2.5 1.8-4.3t4.3-1.8q2.7 0 4.5 1.9 2.1-0.4 3.9-1.5-0.7 2.2-2.7 3.4 1.8-0.2 3.5-0.9z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">twittern<\/span>&nbsp;<span data-service=\"twitter\" style=\"color:#115A92\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button rss shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?feed=rss\" title=\"RSS-feed\" aria-label=\"RSS-feed\" role=\"button\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#aa2e00; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#fe9312\" d=\"M4.3 23.5c-2.3 0-4.3 1.9-4.3 4.3 0 2.3 1.9 4.2 4.3 4.2 2.4 0 4.3-1.9 4.3-4.2 0-2.3-1.9-4.3-4.3-4.3zM0 10.9v6.1c4 0 7.7 1.6 10.6 4.4 2.8 2.8 4.4 6.6 4.4 10.6h6.2c0-11.7-9.5-21.1-21.1-21.1zM0 0v6.1c14.2 0 25.8 11.6 25.8 25.9h6.2c0-17.6-14.4-32-32-32z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">RSS-feed<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><\/ul><\/div><p>Das Ende der Hom\u00f6opathie-Akademie in Traunstein nimmt der M\u00fcnchner Merkur zum Anlass, in seiner Ausgabe vom 9.5.2014 \u00fcber die Hom\u00f6opathie zu berichten (<a href=\"http:\/\/www.merkur-online.de\/service\/gesundheit\/allgemein\/homoeopathie-globuli-hilft-alternative-medizin-pro-contra-wirkung-infos-studien-meta-3540423.html\" class=\"broken_link\">Link<\/a>). Hier wird Frau Dr. Sigrid Kruse dahingehend zitiert, sie s\u00e4he, dass die Hom\u00f6opathie wirke, unter Anderem auch bei Fr\u00fchgeborenen. Als Fach\u00e4rztin f\u00fcr Kinderheilkunde an der Universit\u00e4tsklinik in M\u00fcnchen wird ihren \u00c4u\u00dferungen sicher eine hohe Glaubw\u00fcrdigkeit beigemessen. Nur &#8211; worauf beruht ihre Behauptung?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Frau Dr. Kruse ist als Kinder\u00e4rztin am Dr. von Haunerschen Kinderspital der Ludwig-Maximilian-Universit\u00e4t M\u00fcnchen t\u00e4tig, also durchaus in einer der Forschung und Wissenschaft verpflichteten Umgebung. Sie fungiert dort als Leiterin des Modellprojekts &#8218;Hom\u00f6opathie in der P\u00e4diatrie&#8216;.<\/p>\n<p>Frau Dr. Kruse ist f\u00fcr Leser meines Blogs keine Unbekannte, denn sie war Ansprechpartnerin f\u00fcr eine Veranstaltung der LMU, auf der auch \u00fcber eine Langzeitstudie zur hom\u00f6opathischen Behandlung von Kindern vorgetragen wurde. Die Kritik an dieser Studie hatte ich in einem Brief an sie zusammengestellt (<a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=1297\">Link<\/a>), der jedoch bis heute unbeantwortet blieb. Die Kritik wurde \u00fcbrigens mit<a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=1782\"> diesem Artikel<\/a> fortgef\u00fchrt, der aus Anlass der Vergabe des Sandoz-Forschungspreises 2013 an dieses Forschungsteam entstand.<\/p>\n<p>Das Projekt &#8218;Hom\u00f6opathie in der Pediatrie&#8216; startete 1995 mit den Zielen<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">(a) die Hom\u00f6opathie in die Universit\u00e4ts-Kinderklinik zu integrieren<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">(b) Forschung zur Hom\u00f6opathie mit klinischen Studien zu betreiben.<\/p>\n<p>Anfangs, bis zum Jahr 2001, wurde das Projekt von der Carl-und-Veronica-Carstens- Stiftung mit \u00fcber \u20ac 500.000,- finanziert, anschlie\u00dfend \u00fcbernahmen wechselnde Finanziers ganz oder teilweise die Kosten einer Assistenzarztstelle (<a href=\"http:\/\/www.carstens-stiftung.de\/artikel\/modellprojekt-homoeopathie-in-der-paediatrie.html\">Link<\/a>).<\/p>\n<p>Zum ersten Ziel, Integration der Hom\u00f6opathie in die Kinderklinik, kann von au\u00dfen nicht viel gesagt werden. Das zweite Ziel, Forschung mit klinischen Studien zu betreiben, war hingegen nur in sehr beschr\u00e4nktem Umfang erfolgreich.<\/p>\n<p>Eigentlich, genau gesehen, war das Forschungsprojekt gar nicht erfolgreich, denn nach nunmehr fast 20 Jahren liegen ausweislich der Suche in Google Scholar keine klinischen Studien vor. Dabei wurde nach der Autorin &#8218;Kruse&#8216; und den Begriffen &#8218;Hom\u00f6opathie&#8216; bzw. &#8218;Homeopathy&#8216; gesucht. Zus\u00e4tzlich wurde nach dem Begr\u00fcnder des Projekts nur mit dem Namen &#8218;Dorcsi&#8216; gesucht. Auch die Datenbank der Carstens-Stiftung ist \u00e4hnlich unergiebig. Unter &#8218;Dorcsi&#8216; ist eine Studie zur Veterin\u00e4rmedizin aus dem Jahre 1980 verzeichnet, f\u00fcr S. Kruse findet man nur sechs Eintr\u00e4ge. Vier davon aus den Jahren 1996 bis 1998 befassen sich offenbar immer mit der gleichen Untersuchung zum Thema Mittelohrentz\u00fcndung, die schlie\u00dflich in ihre Dissertation m\u00fcndeten. Die anderen zwei Eintr\u00e4ge aus dem Jahr 2009 beziehen sich auf Hirnblutungen bei Fr\u00fchgeborenen. Es handelt sich offenbar in beiden F\u00e4llen wieder nur um eine Untersuchung, die allerdings nicht in einer Fachzeitschrift ver\u00f6ffentlicht wurde, sondern einmal zu einem Kongressbeitrag und einmal zu einer Posterpr\u00e4sentation f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Insgesamt also recht wenig handfeste Forschung in Anbetracht der vergangenen Zeit.<\/p>\n<p>Was sich jedoch findet, sind im Wesentlichen Beitr\u00e4ge f\u00fcr Jahrb\u00fccher und \u00e4hnliche Ver\u00f6ffentlichungen, in denen die Autoren \u00fcber die geleistete Arbeit der vorangegangenen Jahre zusammenfassend berichten. Der neueste dieser Beitr\u00e4ge wurde zum zehnj\u00e4hrigen Jubil\u00e4um des Projektes ver\u00f6ffentlicht, der als Grundlage der folgenden Betrachtungen dient [1].<\/p>\n<p>Dort wird unter der \u00dcberschrift &#8218;Therapeutische Schwerpunkte in der Klinik&#8216; berichtet, die Schwerpunkte der Therapien auf der S\u00e4uglingsstation seien die Behandlung von Hirnblutungen und deren Folgen, wie sie oft bei Fr\u00fchgeburten auftreten. Da dies anscheinend das einzige Krankheitsbild bei Fr\u00fchgeburten ist, das irgendwie untersucht wurde, kann sich die in der Zeitung wiedergegebene Aussage zur Wirksamkeit bei Fr\u00fchgeburten eigentlich nur hierauf beziehen. Betrachten wir die Angaben, die hierzu gemacht werden:<\/p>\n<p>In der Zeit von August 1997 bis Juni 2001, also fast vier Jahre lang, wurden alle Fr\u00fch- und Neugeborenen beobachtet, die in engem zeitlichen Zusammenhang mit der Geburt (&#8218;perinatal&#8216;) eine Gehirnblutung dritten Grades erlitten. Dies ist eine schwere Komplikation, die bei den betroffenen Kindern h\u00e4ufig zu mittleren bis schweren Entwicklungsst\u00f6rungen f\u00fchrt. Die Schwere ist in drei Grade eingeteilt, die kleinen Patienten hier hatten also die schlechteste Prognose in diesem Krankheitsbild. N\u00e4heres zum Erscheinungsbild siehe den Eintrag in der Wikipedia (<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fr%C3%BChgeburt#Hirnblutungen\">Link<\/a>).<\/p>\n<p>Es wurden zwei Gruppen gebildet, der ersten wurden insgesamt sieben Kinder zugeordnet, die w\u00e4hrend des ersten Jahres von August 1997 bis Juli 1998 eine Hirnblutung erlitten hatten. Diese Kinder wurden ausschlie\u00dflich konventionell behandelt. Der zweiten Gruppe wurden w\u00e4hrend der anschlie\u00dfenden drei Jahre insgesamt neun Kinder zugeordnet, die zus\u00e4tzlich zur konventionellen Versorgung mit hom\u00f6opathischen Medikamenten behandelt wurden. Als Ergebnis wurde betrachtet, ob eine Ableitung der Fl\u00fcssigkeit aus dem Kopf notwendig wurde (&#8218;ventrikuloperitonealer Shunt&#8216;) und ob nach 12 Monaten Entwicklungsst\u00f6rungen feststellbar waren.<\/p>\n<p>Ergebnisse:<\/p>\n<p>In der nur konventionell behandelten Gruppe wurde bei 6 von 7 Kindern eine Entlastung notwendig, in der Hom\u00f6opathiegruppe bei 6 von 9. In der nur konventionell behandelten Gruppe zeigten alle Kinder nach zw\u00f6lf Monaten Entwicklungsst\u00f6rungen, 4 davon m\u00e4\u00dfig und 3 stark. Bei der Hom\u00f6opathie waren 3 der Kinder unauff\u00e4llig, 4 zeigten eine m\u00e4\u00dfige St\u00f6rung, 2 zeigten schwere St\u00f6rungen.<\/p>\n<p>Betrachten wir die Angaben zun\u00e4chst einmal bis hierher.<\/p>\n<p>Als Erstes ist zu betonen, dass es sich bei der hom\u00f6opathischen Behandlung um eine zus\u00e4tzliche Therapie handelte, die parallel zur konventionellen Behandlung durchgef\u00fchrt wurde. Des Weiteren f\u00e4llt die extrem geringe Gruppengr\u00f6\u00dfe ins Auge, die nur mit einem exakten Fisher-Test statistisch auswertbar w\u00e4re, aber hierzu fehlt mir die Software, die eine 3 x 2 Matrix auswerten k\u00f6nnte. Auch die Autorin hat davon abgesehen, die Signifikanz zu ermitteln und darzustellen.<\/p>\n<p>Prinzipiell erscheinen die statistischen Unterschiede zwischen den Gruppen aber recht gering. Wie erkennbar, treten auch mit der hom\u00f6opathischen Behandlung in hohem Ma\u00dfe Entwicklungsst\u00f6rungen auf, auch solche schwerer Natur. Mithin ist die Wirkung nicht so durchschlagend und \u00fcberzeugend, wie man nach dem Zitat im Zeitungsbericht vermuten k\u00f6nnte (&#8218;Hom\u00f6opathie wirkt auch bei Fr\u00fchgeborenen&#8216;), wobei eine Bewertung der Wahrscheinlichkeit hierf\u00fcr an der niedrigen Anzahl der Patienten scheitert. Damit ist es nicht m\u00f6glich, aus diesen Angaben eine Wirksamkeit der hom\u00f6opathischen Behandlung nachzuweisen. Waren die Ergebnisse also Zufall &#8211; oder gibt es sogar noch andere denkbare Ursachen f\u00fcr das etwas bessere Abschneiden der Hom\u00f6opathiegruppe?<\/p>\n<p>Dazu ist es beachtenswert, dass die beiden Gruppen nicht nach einem Zufallsprinzip zusammengestellt wurden, sondern aufgrund des Datums, an dem die Komplikationen aufgetreten sind. Vor August 1998 erfolgte keine Zusatzbehandlung, danach jedoch bei allen Kindern. Ist dann sichergestellt, wie es f\u00fcr eine klinische Untersuchung eigentlich erforderlich w\u00e4re, dass die Patienten beider Gruppen die gleiche Behandlung erhielten?<\/p>\n<p>Ganz sicher nicht.<\/p>\n<p>Selbst wenn wir Einfl\u00fcsse von Personalwechseln vernachl\u00e4ssigen, kann die Behandlung in so wenigen F\u00e4llen \u00fcber einen so langen Zeitraum keine Routine aufkommen lassen, hier positiv im Sinne von gleichbleibenden Automatismen und Verfahren gemeint. Es w\u00e4re verwunderlich, wenn nicht jede konventionelle Therapie h\u00f6chst individuell festgelegt und durchgef\u00fchrt worden w\u00e4re. Damit w\u00e4re schon ein wichtiger Punkt einer aussagekr\u00e4ftigen Vergleichsstudie nicht gegeben, auch wenn es nicht m\u00f6glich ist, den Einfluss auf das Ergebnis zu benennen.<\/p>\n<p>Aber der wichtigste Punkt liegt wohl in der Natur der Klinik. Es handelt sich um eine Universit\u00e4tsklinik, die neben der Versorgung der Patienten die Aufgabe hat, zu forschen und die Behandlungsmethoden zu verbessern. Dies wird sicherlich auch f\u00fcr die Behandlung der mit einem hohen Risiko behafteten Komplikation der Hirnblutung der Fall sein.<\/p>\n<p>Dass die Medizin auf dem hier betrachteten Gebiet Fortschritte gemacht hat, kann einem Aufsatz in Medscape Deutschland entnommen werden (Edit 15.08.2017: Dieser Link scheint nicht direkt zu funktionieren. Daher copy &amp; paste in die Adresszeile des Browsers: deutsch.medscape.com\/artikel\/4900855). Dort wird eine neuere Studie aus den USA betrachtet, die im Gegensatz zur fr\u00fcheren Situation \u00fcber g\u00fcnstigere Prognosen f\u00fcr leichte F\u00e4lle berichtet. In der Diskussion wird Frau Dr. Felderhoff-M\u00fcser, Direktorin der Kinderklinik am Universit\u00e4tsklinikum Essen, zitiert:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8222;(Sie) f\u00fchrt gleich zahlreiche plausible Gr\u00fcnde an. Dazu z\u00e4hlen unter Anderem die ver\u00e4nderten Therapien, die M\u00f6glichkeiten des antenatalen Transports der M\u00fctter in Perinatalzentren mit der h\u00f6chsten Versorgungsstufe, die Steroidapplikation zur Lungenreifung des Kindes bei drohender Fr\u00fchgeburt und die Vermeidung von Blutdruckschwankungen. Auch die Tatsache, dass die Kinder heute besser und schonender, z. B. bei der Beatmung, versorgt werden, spiele bei der Beurteilung der durchaus unterschiedlichen Ergebnisse eine Rolle.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Was davon f\u00fcr die zwischen 1997 und 2001 in M\u00fcnchen behandelten Kinder bei einer Hirnblutung dritten Grades eine Rolle spielte, ist sicher ungewiss, und als Laie w\u00e4re es fatal, dies beurteilen zu wollen. Aber, man kann unterstellen, dass es Fortschritte gegeben hat und dass die \u00c4rzte im Universit\u00e4tsklinikum jeweils auf der H\u00f6he der Zeit waren und den Kindern die beste denkbare Therapie haben zukommen lassen.<\/p>\n<p>Demzufolge kann man sicher nicht ausschlie\u00dfen, dass es im Laufe der Zeit Verbesserungen in der Therapie gegeben hat. Wenn das so war, dann sind diese Verbesserungen den Kindern der zweiten Gruppe vermehrt zugute gekommen, denn es w\u00e4re h\u00f6chst unethisch gewesen, ihnen eventuelle neue Erkenntnisse wegen einer laufenden Studie vorzuenthalten. Selbst wenn die Fortschritte nur gering gewesen sein sollten, wird die zweite Gruppe mit der zus\u00e4tzlichen hom\u00f6opathischen Therapie grunds\u00e4tzlich auch (etwas) bessere Bedingungen in der konventionellen Therapie vorgefunden haben als die ausschlie\u00dflich konventionell behandelten Kinder. Mithin besteht dieM\u00f6glichkeit, dass die als Erfolg der hom\u00f6opathischen Behandlung wahrgenommenen besseren Ergebnisse richtiger der verbesserten konventionellen Behandlung zuzuschreiben w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Ein anderer Aspekt sind die unterschiedlichen Geburtszeitpunkte der Kinder. Die Kinder in der ausschlie\u00dflich konventionell behandelten Gruppe kamen zwischen der 24. und der 33. Schwangerschaftswoche zur Welt, die der sp\u00e4teren in der 25. bis zur 39. Schwangerschaftswoche, der Durchschnitt beider Gruppen lag bei jeweils 28 Wochen. W\u00e4hrend das \u00e4lteste Kind in der ersten Gruppe also f\u00fcnf Wochen zu fr\u00fch geboren wurde, kam das \u00e4lteste bei der Hom\u00f6opathiegruppe durchaus zum erwarteten Geburtszeitpunkt zur Welt und war demnach wahrscheinlich voll entwickelt und wohl keine Fr\u00fchgeburt. Unabh\u00e4ngig von der sonstigen Altersstruktur hatte also mindestens eins der Kinder der Hom\u00f6opathiegruppe einen m\u00f6glicherweise entscheidenden Entwicklungsvorsprung vor den ausschlie\u00dflich konventionell behandelten Kindern. Auch dies kann das Ergebnis verf\u00e4lscht haben, indem der vermeintliche Erfolg der Hom\u00f6opathie eigentlich den g\u00fcnstigeren Startbedingungen zuzuschreiben ist.<\/p>\n<p>Man darf also getrost davon ausgehen, dass &#8211; wenn das erzielte Ergebnis tats\u00e4chlich statistisch signifikant gewesen sein sollte, angesichts des statistisch geringen Unterschiedes kaum anzunehmen &#8211;\u00a0 man mit Recht bezweifeln darf, dass die hom\u00f6opathische Behandlung daf\u00fcr der Grund war. Letztendlich k\u00f6nnten die verbesserten Rahmenbedingungen und die unterschiedliche Dauer der Schwangerschaft einzeln oder in Kombination diese Unterschiede ebenfalls herbeigef\u00fchrt haben.<\/p>\n<p>Im Anschluss liefert Frau Dr. Kruse noch eine Fallstudie, die ich hier im vollen Wortlaut wiedergeben will:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8222;Bei einem Fr\u00fchgeborenen aus der 29. Schwangerschaftswoche (2. Zwilling, Geburtsgewicht 1270 g) trat am 3. Lebenstag eine Hirnblutung 3. Grades beidseitig auf. Fast zeitgleich kam es zu einer Lungenblutung, so dass das Kind reanimiert werden musste. Danach kam es zun\u00e4chst zu einer Stabilisierung, allerdings entwickelte sich bald ein posth\u00f6morrhagischer Hydrocephalus [&#8218;Wasserkopf&#8216;, Autor] mit akuten Hirndruckzeichen wie vorgew\u00f6lbter Fontanelle, Bradykardien beim Trinken und ein dramatisches Kopfwachstum von 1 cm pro Tag. In dieser Situation erfolgte die Verlegung ins Dr. von Haunersche Kinderspital, wo die Anlage eines ventrikuloperitonealen Shunts zur Durckentlastung erfolgen sollte (Abbildung hier nicht wiedergegeben).<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Nach der hom\u00f6opathischen Anamnese wurde eine begleitende hom\u00f6opathische Therapie mit Arnica C 200 ( 1 x 3 Globuli an drei aufeinanderfolgenden Tagen) begonnen. Nach der Gabe entspannte sich die Situation: die Fontanelle kehrte ins Hautniveau zur\u00fcck, die Bradykardien wurden seltener, das dramatische Kopfwachstum stagnierte und normalisierte sich schlie\u00dflich im Lauf der n\u00e4chsten Wochen. Eine Woche nach Beginn der hom\u00f6opathischen Therapie wurde die Begleitbehandlung mit Lactodectus mactans C12 (2 x 3 Globuli t\u00e4glich) fortgesetzt. Diese Arznei hat sich bei Kindern mit Hirnblutungen sehr bew\u00e4hrt, vor Allem, wenn im weiteren Verlauf vermehrt Unruhephasen auftreten. Am errechneten Geburtstermin konnte das Kind gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder ohne Shunt nach Hause entlassen werden. Zur Unterst\u00fctzung der weiteren Entwicklung wurde die Therapie zun\u00e4chst mit Helleborus C6 (3 x 3 Globuli t\u00e4glich f\u00fcr 4 Wochen) fortgesetzt. Anschlie\u00dfend erfolgte eine konstitutionelle Therapie mit Calcium carbonicum C30 in seltenen Gaben alle sechs Wochen. Im Alter von korrigiert 8 Monaten wurden beide Zwillinge entwicklungsneurologisch als unbedenklich eingestuft. Diese erfreuliche Entwicklung h\u00e4lt bis heute an.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Ist es nicht sch\u00f6n? Sicher ist das f\u00fcr das Kind und die beteiligten Eltern eine Entwicklung, die sehr zu begr\u00fc\u00dfen ist und zu der man sie aus vollem Herzen begl\u00fcckw\u00fcnschen kann. Aber, lieber Leser, Hand aufs Herz, ist Ihnen in dieser ausf\u00fchrlichen Fallstudie beim ersten Lesen auch das eine ganz entscheidende Wort aufgefallen, das vor lauter Detailinformation fast untergeht?<\/p>\n<p>Wirklich nicht?<\/p>\n<p>&#8230; wurde eine <span style=\"text-decoration: underline;\"><b>begleitende<\/b><\/span> hom\u00f6opathische Therapie&#8230;<\/p>\n<p>Das Kind erhielt demnach die Druckentlastung f\u00fcr den Kopf, durch die die \u00fcbersch\u00fcssige Fl\u00fcssigkeit abflie\u00dfen konnte. <span style=\"text-decoration: underline;\"><b>Zus\u00e4tzlich<\/b><\/span> erhielt es auch ein paar K\u00fcgelchen von Irgendwas. Hat jetzt das R\u00f6hrchen daf\u00fcr gesorgt, dass die \u00fcbersch\u00fcssige Fl\u00fcssigkeit abflie\u00dfen konnte oder haben die K\u00fcgelchen die Fl\u00fcssigkeit irgendwie verschwinden lassen (Wie? Wohin?)? Woher wei\u00df die \u00c4rztin, dass es die K\u00fcgelchen waren und nicht das R\u00f6hrchen, die so segensreich gewirkt haben?<\/p>\n<p>Diese Fallstudie zeigt schon fast in prototypischer Perfektion, wie m\u00f6gliche Fehlschl\u00fcsse genau nicht betrachtet und ausger\u00e4umt werden, diese den Autoren anscheinend noch nicht einmal als M\u00f6glichkeiten ins Auge fallen. Anderenfalls h\u00e4tte man erwartet, dass es eine logische Begr\u00fcndung daf\u00fcr gibt, dass man die Wirkung alleine der hom\u00f6opathischen Medikation zuschreiben kann und das R\u00f6hrchen nicht in Betracht gezogen werden muss. Aber genau dies ist das Wesen aller hom\u00f6opathischer Untersuchungen: Alleine, dass etwas nacheinander passiert, ist ein ausreichender Beweis daf\u00fcr, dass das erste das zweite Ereignis hervorgerufen hat. (Verursache ich jetzt die Tagesschau, indem ich zu Abend esse?)<\/p>\n<p>Zusammengefasst:<\/p>\n<p>Also, liebe Frau Dr. Kruse, sollten Sie diesen Artikel lesen, mit der von Ihnen postulierten Wirksamkeit einer hom\u00f6opathischen Behandlung auf Fr\u00fchgeborene ist es nicht allzu weit her. Jedenfalls scheint es keine aussagekr\u00e4ftigen Untersuchungen hierzu zu geben. Die von Ihnen aufgezeigten ausbauf\u00e4higen Resultate haben innerhalb der folgenden bis jetzt 13 Jahre nicht zu einer aussagekr\u00e4ftigen Vergleichsstudie gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Genau genommen deuten die in Ihrer eigenen Ver\u00f6ffentlichung vorhandenen Hinweise an, dass eine solche Wirksamkeit wahrscheinlich eher nicht existiert. W\u00e4re ein solcher Nachweis m\u00f6glich, w\u00e4re er in den vergangenen 19 Jahren sicher publiziert worden. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnte es auch einfach nicht genug F\u00e4lle einer Hirnblutung dritten Grades gegeben haben, um eine solche Studie durchzuf\u00fchren &#8211; dann aber w\u00e4re die Relevanz der Aussage, Hom\u00f6opathie wirke bei Fr\u00fchgeborenen, auch nicht gegeben.<\/p>\n<p>Das Fehlen eines Nachweises der Wirksamkeit darf unter diesen Umst\u00e4nden sicher als Nachweis des Fehlens der Wirksamkeit gesehen werden, denn schlie\u00dflich war genau dies das Ziel der Einrichtung des Hom\u00f6opthieprojekts im Dr. von Haunerschen Kinderspital.<\/p>\n<p><strong>Literatur:<\/strong><\/p>\n<p>[1] Kruse S, Dorcsi-Ulrich M, Lucae C: 10 Jahre Hom\u00f6opathie am Dr. von Haunerschen Kinderspital, in: AHZ 2006; 251: 11-20<\/p>\n<p>[2] Laabs A: &#8218;Hirnblutung nach Fr\u00fchgeburt ist nicht immer eine Hypothek f\u00fcrs Leben&#8216;, medscape Deustchland Paediatrie vom 8. M\u00e4rz 2013 (Link login erforderlich)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Ende der Hom\u00f6opathie-Akademie in Traunstein nimmt der M\u00fcnchner Merkur zum Anlass, in seiner Ausgabe vom 9.5.2014 \u00fcber die Hom\u00f6opathie zu berichten (Link). Hier wird Frau Dr. Sigrid Kruse dahingehend zitiert, sie s\u00e4he, dass die Hom\u00f6opathie wirke, unter Anderem auch &hellip; <a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=1910\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13,6],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1910"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1910"}],"version-history":[{"count":18,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1910\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5033,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1910\/revisions\/5033"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1910"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1910"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1910"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}