{"id":1782,"date":"2014-04-02T13:23:20","date_gmt":"2014-04-02T11:23:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=1782"},"modified":"2019-11-25T22:16:39","modified_gmt":"2019-11-25T21:16:39","slug":"sandoz-foerderpreis-fuer-homoeopathieforschung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=1782","title":{"rendered":"Sandoz-F\u00f6rderpreis f\u00fcr Hom\u00f6opathieforschung"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook%7Ctwitter\" data-url=\"http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D1782\" data-timestamp=\"1574720199\" data-hidezero=\"1\" data-backendurl=\"?rest_route=\/shariff\/v1\/share_counts&\"><ul class=\"shariff-buttons theme-default wcag_colors orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D1782\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#38548F; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<span data-service=\"facebook\" style=\"color:#38548F\" class=\"shariff-count\"> 128<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D1782&text=Sandoz-F%C3%B6rderpreis%20f%C3%BCr%20Hom%C3%B6opathieforschung\" title=\"Bei Twitter teilen\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#115A92; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 30 32\"><path fill=\"#55acee\" d=\"M29.7 6.8q-1.2 1.8-3 3.1 0 0.3 0 0.8 0 2.5-0.7 4.9t-2.2 4.7-3.5 4-4.9 2.8-6.1 1q-5.1 0-9.3-2.7 0.6 0.1 1.5 0.1 4.3 0 7.6-2.6-2-0.1-3.5-1.2t-2.2-3q0.6 0.1 1.1 0.1 0.8 0 1.6-0.2-2.1-0.4-3.5-2.1t-1.4-3.9v-0.1q1.3 0.7 2.8 0.8-1.2-0.8-2-2.2t-0.7-2.9q0-1.7 0.8-3.1 2.3 2.8 5.5 4.5t7 1.9q-0.2-0.7-0.2-1.4 0-2.5 1.8-4.3t4.3-1.8q2.7 0 4.5 1.9 2.1-0.4 3.9-1.5-0.7 2.2-2.7 3.4 1.8-0.2 3.5-0.9z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">twittern<\/span>&nbsp;<span data-service=\"twitter\" style=\"color:#115A92\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button rss shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?feed=rss\" title=\"RSS-feed\" aria-label=\"RSS-feed\" role=\"button\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#aa2e00; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#fe9312\" d=\"M4.3 23.5c-2.3 0-4.3 1.9-4.3 4.3 0 2.3 1.9 4.2 4.3 4.2 2.4 0 4.3-1.9 4.3-4.2 0-2.3-1.9-4.3-4.3-4.3zM0 10.9v6.1c4 0 7.7 1.6 10.6 4.4 2.8 2.8 4.4 6.6 4.4 10.6h6.2c0-11.7-9.5-21.1-21.1-21.1zM0 0v6.1c14.2 0 25.8 11.6 25.8 25.9h6.2c0-17.6-14.4-32-32-32z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">RSS-feed<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><\/ul><\/div><p>Wer h\u00e4tte das gedacht?! Wer ist das gr\u00f6\u00dfte Feindbild, das die Hom\u00f6opathen in Diskussionen immer wieder anf\u00fchren &#8211; au\u00dfer uns Skeptikern versteht sich? Nat\u00fcrlich die p\u00f6hse Pharmaindustrie, bei der wir Kritiker auf der Gehaltsliste stehen. Was ist jetzt davon zu halten, dass ausgerechnet die Sandoz AG, einer der ganz gro\u00dfen Global Player der Pharmaindustrie, einen Preis f\u00fcr hom\u00f6opathische Forschung verleiht? Noch dazu f\u00fcr eine Studie, die von den Hom\u00f6opathen gerne als einer DER Nachweise f\u00fcr die Wirksamkeit ins Feld gef\u00fchrt wird? Die aufrechten Hom\u00f6opathen auf der Payroll von BigPharma?<\/p>\n<p><!--more-->Dass die Schweizer Forschergruppe um Frei und von Ammon, die sich mit der hom\u00f6opathischen Behandlung von ADHS besch\u00e4ftigt, einen Preis gewonnen hatte, wurde schon im September 2013 in der Zeitschrift Ars Medici berichtet (<a href=\"http:\/\/www.tellmed.ch\/include_php\/previewdoc.php?file_id=11310\">hier<\/a>). Dort hatte man dann auch auf meinen Blogartikel zum Thema hingewiesen (<a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=110\">diesen hier<\/a>), und die Welt schien in Ordnung. Dem GWUP-Blog war es <a href=\"http:\/\/blog.gwup.net\/2013\/10\/01\/homoopathie-wirkt-auch-dann-nicht-wenn-man-ihr-einen-preis-verleiht\/\">hier<\/a> einen kurzen Artikel wert und die Welt drehte sich weiter.<\/p>\n<p>Jetzt, rund ein halbes Jahr sp\u00e4ter, wird\u00a0in einer kurzen Notiz auf dem &#8218;Naturheilkunde und Naturheilverfahren Fachportal&#8216; von heilpraxis.net\u00a0nochmals dar\u00fcber berichtet\u00a0(<a href=\"http:\/\/www.heilpraxisnet.de\/naturheilpraxis\/preis-fuer-homoeopathische-adhs-forschung-9018534197.php\" class=\"broken_link\">hier<\/a>). Der User Sweeper hatte dann in\u00a0seinem Kommentar den <a href=\"https:\/\/primary-hospital-care.ch\/de\/?type=7479858270737669&amp;tx_ezmjournal_file%5Bresource%5D=pc-d-00466.pdf&amp;tx_ezmjournal_file%5Bidentifier%5D=pc-d.2013.00466&amp;tx_ezmjournal_file%5Btype%5D=article&amp;tx_ezmjournal_file%5Baction%5D=view&amp;tx_ezmjournal_file%5Bcontroller%5D=File\" class=\"broken_link\">Link<\/a> zum zugeh\u00f6rigen Bericht zur Preisverleihung gepostet (danke daf\u00fcr) &#8211; und was sich dahinter verbirgt, ist schon erstaunlich.<\/p>\n<p>Da findet man dann,\u00a0dass ausgerechnet die &#8211; Gott sei bei uns! &#8211; Sandoz AG den Preis finanziert hat. Immerhin hatte man einen &#8218;General Manager&#8216; von &#8218;Sandoz Pharmaceuticals AG&#8216; f\u00fcr die Preisverleihung abgestellt. Da dies f\u00fcr gew\u00f6hnlich eine h\u00f6here Position im Management des Unternehmens bezeichnet, kann man davon ausgehen, dass die Sandoz recht bewusst an der Preisverleihung beteiligt war &#8211; und nicht nur als stiller Finanzier des Instituts f\u00fcr Hausarztmedizin an der Universit\u00e4t Basel, das offenbar die Preistr\u00e4ger bestimmt hat.<\/p>\n<p>Sei es wie es sei:<\/p>\n<p>Auch hier bekommt die Hom\u00f6opathie einen Ritterschlag in Gestalt eines Preises durch eine der evidenzbasierten Medizin zugeh\u00f6rige Organisation, die ohne Zweifel etwas von Forschung, Medikamenten und deren Wirksamkeit versteht. Dass die Information dann auch noch in gro\u00dfem Umfang bei den praktizierenden Haus\u00e4rzten der Schweiz landet, ist dazu geeignet, die Grenzen zwischen wirksamer Medizin und Hokuspokus weiter zu verwischen.<\/p>\n<p>Daher habe ich mich entschlossen, die Beteiligten \u00fcber den tats\u00e4chlichen Inhalt der Arbeit zu informieren, denn, wie man weiter unten nachlesen kann, beruht die Preisvergabe ja m\u00f6glicherweise auf anderen Informationen, als man aus den entsprechenden Ver\u00f6ffentlichungen herauslesen kann.<\/p>\n<p>Daher werde ich das folgende Schreiben an folgende Adressaten absetzen:<\/p>\n<ul>\n<li>Herrn Dr. Zeller vom Institut f\u00fcr Hausarztmedizin der Uni Basel, das letztendlich f\u00fcr die Vergabe des Preises verantwortlich zeichnete.<\/li>\n<li>Redaktion des \u00c4rztemagazins PrimaryCare, das sowohl \u00fcber die Preisverleihung berichtete als auch den Abstract der Arbeit ver\u00f6ffentlicht hatte.<\/li>\n<li>Redaktion des \u00c4rztemagazins Ars Medici, das schon im September \u00fcber die Preisverleihung berichtet hatte.<\/li>\n<li>Redaktion des Portals &#8218;Naturheilkunde und Naturheilverfahren&#8216;, dort wurde\u00a0jetzt \u00fcber die Preisverleihung berichtet.<\/li>\n<li>Letztendlich auch die Sandoz Phamaceuticals AG, die sicher nicht daran interessiert ist, ihren Namen mehr als vermeidbar mit problematischen Themen zu belasten.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Es ist zwar auch wieder nur ein Brief, aber dies ist das Beste, das mir derzeit einf\u00e4llt, um \u00fcber die Sachzusammenh\u00e4nge zu informieren.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-\u00a0 Text<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: small;\">Betrifft<\/span><\/strong>: Preis f\u00fcr Hom\u00f6opathische ADHS-Forschung<\/p>\n<p>Sehr geehrte Damen und Herren,<\/p>\n<p>wie dieser Tage dem Fachportal &#8218;Naturheilkunde und Naturheilverfahren&#8216; [7] zu entnehmen war, hat das Institut f\u00fcr Hausarztmedizin schon vor geraumer Zeit einen von der Sandoz AG finanzierten Preis an eine Forschergruppe der Universit\u00e4t Bern verliehen, die sich mit der hom\u00f6opathischen Therapie von ADHS besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>Es\u00a0kommt hierbei\u00a0auch eine Studie zur Sprache,\u00a0in der zun\u00e4chst die Wirksamkeit der hom\u00f6opathischen Behandlung von ADHS nachgewiesen worden sein soll. Diese Darstellung trifft jedoch nicht zu, denn die reklamierten Verbesserungen sind w\u00e4hrend der unverblindeten Screeningphase ohne Vergleichsgruppe ermittelt worden. Des Weiteren wurde als Ergebnis der Crossoverphase eine Grafik ver\u00f6ffentlicht, der nicht die tats\u00e4chlichen Messdaten zu entnehmen sind, sondern deren im Idealfall zu erwartender Verlauf, was aus dem begleitenden Text nicht ersichtlich ist. Inwieweit die Preisvergabe hierauf beruht, sei offengelassen, auf jeden Fall aber handelt es sich um Fehlinformationen, die in einem Fachmagazin, das sich an die Haus\u00e4rzte in der Schweiz wendet, ver\u00f6ffentlicht wurden.<\/p>\n<p><strong>Zu meiner Person<\/strong><\/p>\n<p>Bevor ich im Einzelnen darlege, warum diese Preisvergabe aus meiner Sicht nicht gerechtfertigt ist, m\u00f6chte ich mich kurz vorstellen. Wie Sie meinem Briefkopf entnehmen k\u00f6nnen, bin ich kein Mediziner. Ich habe mich vielmehr als promovierter Ingenieur in verschiedenen leitenden Positionen in Forschung und Entwicklung sowie im Qualit\u00e4tsmanagement in der Industrie sehr intensiv mit Versuchsgestaltung, Messtechnik\u00a0sowie Auswertung und Interpretation von Versuchsergebnissen besch\u00e4ftigt. Gerade die Nachweisverfahren f\u00fcr die Wirksamkeit von qualit\u00e4tssichernden Ma\u00dfnahmen weisen deutliche Parallelen zu klinischen Vergleichsstudien auf.<\/p>\n<p>Seit Ende meiner aktiven Berufst\u00e4tigkeit besch\u00e4ftige ich mich aufgrund negativer Erfahrungen aus dem famili\u00e4ren Umfeld sehr intensiv mit den naturwissenschaftlichen Grundlagen der Hom\u00f6opathie. Ich komme dabei zu dem Schluss, dass es f\u00fcr die Wirkungsweise hom\u00f6opathischer Pr\u00e4parate keine naturwissenschaftliche Erkl\u00e4rung gibt. Die vorliegenden experimentellen Nachweise zur Wirksamkeit halten einer kritischen \u00dcberpr\u00fcfung nicht stand. Dar\u00fcber berichte ich in lockerer Folge in meinem Blog [5]. Ich bin Mitglied der Gesellschaft f\u00fcr die wissenschaftliche Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP), habe ein Buch zum Thema ver\u00f6ffentlicht und betreibe den schon genannten Blog, in dem ich \u00fcber meine Ergebnisse berichte &#8211; und in dem auch dieser Brieftext ver\u00f6ffentlicht wird.<\/p>\n<p><strong>Allgemeines<\/strong><\/p>\n<p>Auch die mit einem Forschungspreis bedachten Arbeiten der Forschungsgruppe um Frei und von Ammon weisen grobe methodische M\u00e4ngel auf, die sie als Nachweis f\u00fcr eine Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie bei ADHS wertlos machen. Es entbehrt zwar nicht einer gewissen Komik, dass eine auf dem Gebiet der Hom\u00f6opathie t\u00e4tige Forschergruppe einen ausgerechnet von einem Global Player der Pharmaindustrie finanzierten Preis erh\u00e4lt, wo doch gerade diese Therapierichtung einen guten Teil ihrer Existenzberechtigung daher ableitet, dass man im Gegensatz zur Pharmaindustrie nicht deren zum Teil in Verruf geratenen Gesch\u00e4ftspraktiken folge &#8211; und\u00a0den Kritikern regelm\u00e4\u00dfig vorwirft, sie seien von der Pharmaindustrie bezahlt.<\/p>\n<p>Dennoch ist dieser Preis ungerechtfertigt, da die Ergebnisse von Frei und von von Ammon, die Berner ADHS-Studie und die anschlie\u00dfende Langzeitstudie in Ermangelung interner Validit\u00e4t und dem Fehlen von Vergleichsdaten die gezogenen positiven Schlussfolgerungen nicht rechtfertigen.<\/p>\n<p>Der verliehene Forscherpreis wird in den Augen der potenziellen Patienten und bei deren Haus\u00e4rzten hingegen sicher als offizielle Anerkennung der Ergebnisse gewertet, ein Umstand, der geeignet ist, den betroffenen Personenkreis zu Fehlentscheidungen zu veranlassen. Angesichts der bei einer hom\u00f6opathischen Behandlung involvierten langen Zeitr\u00e4ume, bis das Versagen der Therapie offensichtlich wird, ist von einem deutlichen Sch\u00e4digungspotenzial auszugehen.<\/p>\n<p><strong>Begr\u00fcndung:<\/strong><\/p>\n<p>Ich beziehe mich in der Darstellung auf die in der Zeitschrift Primary Care erschienene Zusammenfassung [1], deren Originalquelle jedoch nicht angegeben ist. Ich beziehe daher die in [2] dargestellten Ergebnisse des gleichen Autorenkollektivs in die Betrachtungen mit ein. Dies ist zwar auch nur ein Abstract, dem ebenfalls keine vollst\u00e4ndige Quellenangabe zu entnehmen ist, es liegen mir aber keine aussagekr\u00e4ftigeren Unterlagen vor. Bez\u00fcglich der am Anfang stehenden &#8218;Berner ADHS-Studie&#8216; beziehe ich mich auf die auf Englisch und die auf Deutsch ver\u00f6ffentlichten Berichte [3] und [4].<\/p>\n<p><strong>Die Vergleichsstudie<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Eine ausf\u00fchrliche Analyse der Berner ADHS-Studie [3] und [4] findet sich auf meinem Blog [5], so dass hier eine Zusammenfassung gen\u00fcgt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\">In [1] wird dargestellt, dass eine Verbesserung der ADHS-Symptomatik um 50 % in Folge der hom\u00f6opathischen Therapie nachgewiesen sei. Dies trifft aber nicht zu. Die ohne Zweifel vorliegenden Verbesserungen nach der Aufnahme der hom\u00f6opathischen Behandlung wurden in einer unverblindeten Screeningphase und der sp\u00e4teren unverblindeten Langzeitbeobachtung ohne Vergleichsgruppe erzielt. Zwar wird die Studie, z.B. im deutschen Titel, als &#8218;randomisierte placebo-kontrollierte\u00a0Doppelblindstudie\u00a0mit Crossover&#8216; bezeichnet, oder man vergleiche gar den englischen Titel [3], aber die Hauptergebnisse zur zitierten Verbesserung des Befundes um 50% [1] sind nicht unter PCT-Bedingungen ermittelt worden. Damit handelt es sich um keinen belastbaren Nachweis.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\">Infolge der unverblindeten Einnahme sind folgende Effekte vielleicht nicht einzeln, aber m\u00f6glicherweise in Kombination, als Erkl\u00e4rungen f\u00fcr die ermittelten Verbesserungen denkbar:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p align=\"left\">Wechsel der statistischen Vergleichsbasis: Die Verbesserung bezieht sich alleine auf die Untergruppe der &#8218;Good Responders&#8216;. Wie der deutschen Version zu entnehmen ist [4],\u00a0begannen 83 Kinder das Screening und erhielten hom\u00f6opathische Medikamente, der Durchschnittswert von 8 Punkten bezieht sich aber nur auf die Teilmenge von 62 Kindern, die eine Verbesserung von mindestens 50% erzielt haben, wobei mindestens 11 Kinder ausschieden, weil sie dieses Kriterium nicht oder versp\u00e4tet erreichten. H\u00e4tte man das Intent-to-treat-Prinzip beachtet und den Behandlungserfolg am Resultat aller Kinder gespiegelt, w\u00e4re demzufolge ein deutlich schlechteres Resultat zu verzeichnen gewesen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"left\">Placeboeffekt: Die Eltern, die sich f\u00fcr\u00a0die Teilnahme an dem\u00a0Versuch entschieden, standen der Hom\u00f6opathie sicher zumindest aufgeschlossen gegen\u00fcber, ein Teil wird dem Trend der Zeit folgend eine konventionelle Medikation sogar abgelehnt haben. Leider fehlen n\u00e4here Angaben, die weiteren Aufschluss hierzu geben k\u00f6nnten. Eine unverblindete Teilnahme an der Wunschtherapie d\u00fcrfte einen erheblichen Placeboeffekt zur Folge gehabt haben.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"left\">Nat\u00fcrlicher Verlauf nach der Erstdiagnose: Nach der Erstdiagnose erfolgt innerhalb der Familie eine gewisse Umorientierung und man bringt mehr Verst\u00e4ndnis f\u00fcr das Kind auf. Ich kenne diesen Effekt aus eigener Erfahrung. Wie hoch der Anteil der Erstdiagnosen war, ist allerdings nicht angegeben. Die notgedrungen subjektive Bewertung des kindlichen Verhaltens durch die Eltern im CGI wird davon nicht unbeeinflusst sein.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"left\">Parallele nichtmedikament\u00f6se Ma\u00dfnahmen: Die Autoren machen keine Angaben hinsichtlich eventuell parallel stattfindender nichtmedikament\u00f6ser Behandlungen und Trainings, beispielsweise zum Vermeiden kritischer Situationen oder zur Deeskalation bei akuten Problemen. Es w\u00e4re aber h\u00f6chst unethisch gewesen und daher unwahrscheinlich, dass den betroffenen Familien solcher Support vorenthalten worden w\u00e4re. Der positive Effekt solcher Ma\u00dfnahmen wird sich ebenfalls im CGI niedergeschlagen haben.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\">Dass der Erfolg bei einem gro\u00dfen Teil der Probanden offenbar nicht von langfristiger Natur war, siehe unten, spricht f\u00fcr einen starken Einfluss des Placeboeffekts.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\">Die Angabe, unter Verum zeige sich ein Vorteil gegen\u00fcber der Einnahme vom Placebo, kann sich nur auf die Crossoverphase beziehen, sonst waren keine Vergleichsgruppen definiert. Der durchschnittliche Vorteil (1,67 Punkte) von noch nicht einmal zwei CGI-Punkten mag rechnerisch als signifikant erscheinen, ist aber angesichts der Subjektivit\u00e4t des Bewertungsverfahrens und dessen nur m\u00e4\u00dfigen Test-Retest-Reliability deutlich unterhalb der Messaufl\u00f6sung.\u00a0Dass von zehn Kriterien zur Beurteilung\u00a0noch nicht einmal bei zweien die Bewertung um einen Schritt unterschiedlich ist (von &#8218;gelegentlich&#8216; nach &#8217;selten&#8216; etwa), ist\u00a0sicher kein sehr entscheidender Vorteil.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\">Drei der vier Arme der Crossover-Phase zeigen Ergebnisse, die der Annahme wirksamer hom\u00f6opathischer Medikamente zuwiderlaufen. Insofern ist die in [1] gezeigte Grafik v\u00f6llig unzutreffend. Sie zeigt den Verlauf, der im Idealfall zu erwarten gewesen w\u00e4re, wenn die Hom\u00f6opathika tats\u00e4chlich eine Wirksamkeit entfaltet h\u00e4tten. Es ist weder dem Text noch der Grafik zu entnehmen, dass es sich hier nicht um Versuchsergebnisse handelt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\"><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Ammon_Image.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-1792\" src=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Ammon_Image.jpg\" alt=\"Ammon_Image\" width=\"685\" height=\"430\" srcset=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Ammon_Image.jpg 685w, http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Ammon_Image-300x188.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 685px) 100vw, 685px\" \/><\/a><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\">Das tats\u00e4chliche Ergebnis der Crossoverphase wurde nur in [3] ver\u00f6ffentlicht, aus Gr\u00fcnden des Copyrights wird hier eine erg\u00e4nzte Nachzeichnung der dortigen Fig. 2 wiedergegeben.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\"><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Frei_Image_korr.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-1805\" src=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Frei_Image_korr.jpg\" alt=\"Frei_Image_korr\" width=\"691\" height=\"397\" srcset=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Frei_Image_korr.jpg 691w, http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Frei_Image_korr-300x172.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 691px) 100vw, 691px\" \/><\/a><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\">Wie ersichtlich, zeigen sich ganz erhebliche Unterschiede zur in [1] ver\u00f6ffentlichten Grafik. Besonders f\u00e4llt auf, dass bei der Gruppe A, die ab der Randomisierung zum Zeitpunkt 2 zun\u00e4chst weiter Verum erh\u00e4lt, eine Verschlechterung um vier Punkte eintritt, die sogar die Verschlechterung der Gruppe\u00a0B mit drei Punkten \u00fcbertrifft, die ab dem Zeitpunkt 2 ein Placebo erhielt. Erh\u00e4lt die Gruppe\u00a0A im Anschluss ab Zeitpunkt 3 tats\u00e4chlich Placebo, verschlechtert sich das Ergebnis nicht etwa, was zu erwarten w\u00e4re, sondern es tritt sogar eine leichte Besserung um einen halben Punkt ein. Die Verschlechterung bei Gruppe\u00a0B unter Placebo ab dem Zeitpunkt 2 bleibt weit hinter den Erwartungen zur\u00fcck, nach denen sich bei Punkt 3 in etwa der Anfangswert (19 Punkte) zumindest n\u00e4herungsweise wieder einstellen m\u00fcsste, wie es auch im Ablaufschema dargestellt ist.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\">Dass das Vorgehen, die im Idealfall zu erwartenden Daten anstatt der tats\u00e4chlich ermittelten Messergebnisse anzugeben, noch dazu mit den Quellenangaben zur Originalarbeit versehen, h\u00f6chst fragw\u00fcrdig ist, braucht wohl nicht weiter betont zu werden.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\">Die Autoren f\u00fchren zur Erkl\u00e4rung der Ergebnisse der Crossoverphase zwei sich gegenseitig widersprechende Effekte ein &#8211; einen Carry-Over-Effekt des Medikaments und die Auswirkungen\u00a0der Erwartung einer Placebogabe bei den Eltern. Diese Effekte h\u00e4tten\u00a0aber gruppen- und phasenspezifisch immer in die Richtung gewirkt, dass die Auswirkungen von Gabe oder Wegnahme der Medikamente zu kleineren Werten verf\u00e4lscht worden w\u00e4ren. Der vierte Arm &#8211; Gruppe\u00a0B wieder unter Verum &#8211; erreichte zum Zeitpunkt 4 (wahrscheinlich zuf\u00e4llig) das erwartete Ergebnis, so dass hier die in allen drei anderen Armen zur Erkl\u00e4rung herangezogenen Effekte nicht in Betracht gezogen wurden. Eine Begr\u00fcndung f\u00fcr das Vorhandensein dieser Effekte, oder gar ein plausibler Nachweis daf\u00fcr, sind in der Studie nicht gegeben. Ohne diese Effekte\u00a0spricht das Ergebnis der Crossover-Phase deutlich gegen eine Wirksamkeit der hom\u00f6opathischen Behandlung. Man muss sich fragen, wie ein Nachweis der Unwirksamkeit der hom\u00f6opathischen Therapie denn noch aussehen muss, bevor dies erkannt wird.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\">Bei einer unvoreingenommenen Bewertung der Studie lassen sich im Crossover-Teil somit eher Belege f\u00fcr eine Unwirksamkeit der hom\u00f6opathischen Behandlung ermitteln als f\u00fcr eine Wirksamkeit. Damit ist eine entsprechende Aussage, die Studie weise eine Wirksamkeit der hom\u00f6opathischen ADHS-Behandlung nach, nicht gerechtfertigt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\"><strong>Die Langzeitstudie<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\">In [1] wird angef\u00fchrt, dass es Subgruppen gegeben h\u00e4tte, die zu vergleichbaren Ergebnissen gekommen seien, n\u00e4mlich keine Behandlung, konventionell und hom\u00f6opathisch. Es wird berichtet, dass es keine signifikanten Unterschiede zwischen den drei Gruppen gegeben h\u00e4tte. Au\u00dfer, dass diese Aussagen wenig Sinn machen &#8211; denn demnach w\u00e4re jede Behandlung sinnlos &#8211; entsprechen sie nicht den in [2] berichteten Sachverhalten.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\">Hiernach handelte es sich nicht um von Anfang an getrennt beobachtete Subgruppen, sondern um den Befund am Ende der 10-j\u00e4hrigen Beobachtungszeit. Ich beziehe mich im Folgenden daher auf die vermutlich zuverl\u00e4ssigere Darstellung in [2]. Hiernach wird offenbar als Erfolg gewertet, dass 38 der Kinder (61% bezogen auf 62 Teilnehmer in der Crossoverphase) keine Therapie mehr erhielten, weitere 6 (10%) erzielten Erfolge mit Hom\u00f6opathie, 9 (15%) mit Methylphenidat (MPH) und 3 (5%) mit beidem. Es wird gefolgert, dass die hom\u00f6opathische Behandlung vergleichbar gute Ergebnisse erziele wie eine Behandlung mit MPH.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\">Zun\u00e4chst ist es prinzipiell fragw\u00fcrdig, aus einer Verlaufsstudie ohne Kontrollgruppe eine Aussage zur Wirksamkeit der eingesetzten Therapie abzuleiten. Es braucht wohl nicht weiter erl\u00e4utert zu werden, dass bei Unkenntnis des nat\u00fcrlichen Krankheitsverlaufs nicht darauf geschlossen werden kann, welchen Anteil die Therapie an den Geschehnissen hat.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\">F\u00fcr den Fall der ADHS liegen allerdings Vergleichsdaten vor: Einer Ver\u00f6ffentlichung der Bundes\u00e4rztekammer aus dem Jahre 2005 [6] kann entnommen werden (Kapitel 7.1), dass bei 60 bis 70 % der F\u00e4lle eine Remission der Beschwerden bis zum Eintritt in das Erwachsenenalter so weit erfolgt, dass die diagnostischen Kriterien nicht mehr erf\u00fcllt werden. Diese Aussage st\u00fctzt sich auf insgesamt vier Studien aus den Jahren 2002 bis 2004 ab.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\">Nach den Angaben in [3] waren die Kinder bei Start der Studie durchschnittlich 10 Jahre alt (Bereich 7 bis 15 Jahre). Folglich waren die Studienteilnehmer zum Berichtszeitpunkt durchschnittlich 20 Jahre alt, der allergr\u00f6\u00dfte Teil d\u00fcrfte die Pubert\u00e4t zumindest weitgehend \u00fcberwunden haben.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\">Man kann sicherlich dar\u00fcber diskutieren, ob die Kriterien &#8218;es erfolgt keine Therapie mehr&#8216; und &#8218;die Diagnosekriterien liegen nicht mehr vor&#8216; gleichwertig sind. Im ersteren Fall k\u00f6nnte es durchaus sein, dass die Betreffenden lediglich gelernt haben, mit der Symptomatik umzugehen, oder durch ein ge\u00e4ndertes Umfeld vielleicht der Leidensdruck nicht mehr in dem Ma\u00dfe besteht, dass eine Therapie erforderlich w\u00e4re. Wie immer man dies auch wertet &#8211; dass 61 % der fr\u00fcheren Teilnehmer in einem Durchschnittsalter von 20 Jahren als mehr oder weniger &#8218;problemfrei&#8216; betrachtet werden k\u00f6nnen, liegt durchaus in dem Rahmen, den man offenbar beim nat\u00fcrlichen Verlauf der Beschwerden erwarten w\u00fcrde.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\">Dies w\u00e4re ein Widerspruch zur Aussage,\u00a0dass\u00a0mit dem Ergebnis eine\u00a0langfristige Wirksamkeit der hom\u00f6opathischen Behandlung nachgewiesen w\u00e4re.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\">Wie von Frei et al. in [3] beschrieben, sollten mit Aufnahme der hom\u00f6opathischen Therapie alle weiteren parallelen Therapien unterbleiben. In der Folge wurden dann in unverblindeter Einnahme durchaus betr\u00e4chtliche Verbesserungen erzielt. In [2] erfahren wir jedoch, dass inzwischen mindestens 12 der Kinder wieder konventionell mit\u00a0Methylphenidat behandelt werden, die Eltern also im Verlauf der Studie zumindest teilweise auf konventionelle Behandlung umgestellt hatten. Diese Angaben sind jedoch nicht vollst\u00e4ndig, beziehen sie sich doch ausschlie\u00dflich auf die Gruppe der 18 Kinder, die noch therapiert wurden. \u00dcber die Therapien der Kinder, bei denen eine Remission eingetreten ist, wird nicht berichtet.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\">Man wird davon ausgehen k\u00f6nnen, dass es einen Ausdruck der Unzufriedenheit mit den Erfolgen der Therapie darstellt, wenn die Eltern zus\u00e4tzlich zur Hom\u00f6opahie auf die konventionelle Medikamentengabe zur\u00fcckgriffen oder gar ganz darauf umgestellt haben. Mithin haben also mindestens 12 Kinder nicht oder nicht in befriedigendem Umfang von der hom\u00f6opathischen Behandlung profitiert.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\">Die Autoren berichten nicht, ob sich in der Gruppe der nicht mehr therapierten Testpersonen auch\u00a0solche befanden, die ebenfalls zus\u00e4tzlich oder komplett konventionell behandelt wurden. Da es jedoch keinen Anlass gibt, eine Remission bei konventioneller Behandlung auszuschlie\u00dfen, k\u00f6nnen wir davon ausgehen, dass sich auch hier solche Testpersonen finden.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\">Mithin ist zu konstatieren, dass bei 12 + X Kindern die Hom\u00f6opathie alleine langfristig keinen Erfolg brachte. Bezogen auf die 56 Kinder, die tats\u00e4chlich in der Langzeitstudie betrachtet wurden, ist das ein Anteil von (21 + X) %. Da es, wie oben bereits gesagt, keine Veranlassung gibt, eine Remission bei konventioneller Medikamentierung auszuschlie\u00dfen, wird X deutlich gr\u00f6\u00dfer als Null sein, wenn auch in unbekanntem Ma\u00dfe.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\">Die Aussage, dass 74 % der Probanden von der Hom\u00f6opathiebehandlung profitiert h\u00e4tten, wie die Studie in [8] zitiert wird, ist somit nicht haltbar, weil 21% der Patienten es vorzogen, zus\u00e4tzlich eine konventionelle Therapie aufzunehmen und bei weiteren 61% der Patienten nicht berichtet wird, welcher Natur die Behandlung tats\u00e4chlich war, bevor es zu einer sehr wahrscheinlich dem nat\u00fcrlichen Krankheitsverlauf entsprechenden Remission kam.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\"><strong>Schlussfolgerung<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\">Wie ersichtlich, weisen beide Studien gravierende handwerkliche M\u00e4ngel auf, die sie als Nachweis f\u00fcr einen erfolgreichen Einsatz hom\u00f6opathischer Therapien bei ADHS ungeeignet machen. Dass die Studie von Frei \u00fcberhaupt als aussagekr\u00e4ftige RCT angesehen wird, ist befremdlich, denn die angeblich erzielten Verbesserungen wurden w\u00e4hrend der unverblindeten Einnahme des Hom\u00f6opathikums ohne Vergleichsgruppe erzielt. In der Crossoverphase ergaben sich in drei von vier Armen Ergebnisse, die der Annahme einer Wirksamkeit der Medikamentierung glatt widersprechen. Das ideale Diagramm des zu erwartenden Verlaufs anstatt der realen Ergebnisse in [1] zu publizieren ohne dass der Leser das auf Anhieb erkennen kann, noch dazu versehen mit den Literaturangaben zu [3], entspricht sicher nicht den \u00fcblichen Gepflogenheiten beim Ver\u00f6ffentlichen von Studienergebnissen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\">In der Langzeitstudie zeigte sich der bei nat\u00fcrlichem Verlauf zu erwartende Anteil an Remissionen der Beschwerden, wie er beim Durchlaufen der Pubert\u00e4t bei einem gro\u00dfen Teil der Kinder quasi von selbst auftritt. Auch hier ist kein spezieller Erfolg der hom\u00f6opathischen Behandlung erkennbar, es ist noch nicht einmal ersichtlich, in welchem Umfang diese zum Ende der Langzeitstudie hin \u00fcberhaupt noch stattgefunden hat.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\">Bei diesen Betrachtungen habe ich mich nicht um die Ergebnisse zu den Kosten der Therapie gek\u00fcmmert. Diese w\u00e4ren nur f\u00fcr wirksame Therapiemethoden von Belang.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\">Somit ist die Frage zu stellen, wof\u00fcr die Preistr\u00e4ger eigentlich geehrt wurden. Eine herausragende wissenschaftliche Leistung oder gar eine belastbare neue Erkenntnis liegt nicht vor. Es erscheint durchaus angebracht, dass die Jury die Preisverleihung noch einmal \u00fcberdenkt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\">Ich m\u00f6chte zum Abschluss meiner Ausf\u00fchrungen darauf hinweisen, dass ich selbstverst\u00e4ndlich bereit bin, meine Ansichten auch pers\u00f6nlich zu vertreten. Da ich in Schopfheim ans\u00e4ssig bin, nur eine gute halbe Autostunde von Basel entfernt, stehe ich jederzeit auch kurzfristig zu einem pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\">Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\">Dr. Norbert Aust<\/p>\n<p><strong>Quellen<\/strong><\/p>\n<p>[1] von Ammon K, Frei-Erb M, Sauter U, Kretschmar S, Thurneysen A, Frei H. &#8218;Klassische Hom\u00f6opathie ist wirksam und kosteng\u00fcnstig bei hyperaktiven Kindern \u2013 10-Jahres-Ergebnisse aus einer Kinderarztpraxis [abstract]. PrimaryCare. 2013;13(14):251.<br \/>\nLink: https:\/\/boris.unibe.ch\/47802\/ (nur mit Registrierung einsehbar).<\/p>\n<p>[2] v. Ammon K, Sauter U, Kretschmar S, Frei H, Thurneyson A, Frei-Erb M: &#8218;Long-term effects of homeopathic treatment in children suffering from attention deficit disorder with and without hyperactivity&#8216;, in: Int J High Dilution Res 2013; 12 [44]: 119-120<br \/>\nLink: http:\/\/www.feg.unesp.br\/~ojs\/index.php\/ijhdr\/article\/view \/681\/660<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">[3] Frei, H., Everts, R., v. Ammon, K., Kaufmann, F. Walther, D. et al..:<br \/>\n&#8218;Homeopathic treatment of children with attention-deficit hyperactivity disorder: A randomised, double blind, placebo controlled crossover trial&#8216;, in: European Journal of Pediatrics (2005) 164: 758-767<br \/>\nLink: http:\/\/www.heinerfrei.ch\/s\/ADHDRCT-EurJPaed.pdf<\/p>\n<p>[4] Frei, H., Everts, R., v. Ammon, K., Thurneyson, A.:<br \/>\n&#8218;Hom\u00f6opathische Behandlung von hyperaktiven Kindern: Ergebnisse einer randomisierten, placebo-kontrollierten Doppelblindstudie mit Crossover&#8216;, in: Zeitschrift f\u00fcr klassische Hom\u00f6opathie, 2006; 50:5-12,<br \/>\nLink: http:\/\/www.heinerfrei.ch\/s\/HomBeiHyperaktivenKindernZKH.pdf<\/p>\n<p>[5] Aust, N: &#8218;Anwendung individueller hom\u00f6opathischer Medikamente bei ADHS &#8211; Studie von H. Frei et al., Universit\u00e4t Bern (2005 \/ 2006)&#8216;, Blog &#8218;Beweisaufnahme in Sachen Hom\u00f6opathie&#8216;,<br \/>\nLink: http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?page_id=110<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">[6] Bundes\u00e4rztekammer &#8218;Sellungnahme zur Aufmerksamkeitsdefizit- \/ Hyperaktivit\u00e4tsst\u00f6rung (ADHS) &#8211; Langfassung -&#8218; , 2005, Kapitel 6.1.<br \/>\nhttp:\/\/www.bundesaerztekammer.de\/downloads\/ADHSLang.pdf<\/p>\n<p>[7] Naturheilkunde &amp; Naturheilverfahren Fachprotal, &#8218;Preis f\u00fcr hom\u00f6opathische ADHS-Forschung&#8216; vom 26.3.2014,<br \/>\nLink http:\/\/www.heilpraxisnet.de\/naturheilpraxis\/preis-fuer-homoeopathische-adhs-forschung-9018534197.php<\/p>\n<p>[8] LMU Klinikum der Universit\u00e4t M\u00fcnchen: &#8218;Langzeitstudie zeigt Wirksamkeit der klassichen Hom\u00f6opathischen Behandlung von AD(H)S bei Kindern&#8216;, abgerufen 30.3.2014, Link: http:\/\/www.klinikum.uni-muenchen.de\/de\/das_klinikum\/zentrale-bereiche\/weitere-informationen-presse\/pressemeldungen\/131129_homoeopathie_adhs\/index.html<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer h\u00e4tte das gedacht?! 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