{"id":1730,"date":"2014-03-04T13:48:39","date_gmt":"2014-03-04T11:48:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=1730"},"modified":"2014-03-05T10:29:29","modified_gmt":"2014-03-05T08:29:29","slug":"an-den-senat-ueberpruefen-sie-die-freigabe-des-homoeo-studiengangs","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=1730","title":{"rendered":"An den Senat: \u00dcberpr\u00fcfen Sie die Freigabe des Hom\u00f6o-Studiengangs!"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook%7Ctwitter\" data-url=\"http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D1730\" data-timestamp=\"1394015369\" data-hidezero=\"1\" data-backendurl=\"?rest_route=\/shariff\/v1\/share_counts&\"><ul class=\"shariff-buttons theme-default wcag_colors orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D1730\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#38548F; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<span data-service=\"facebook\" style=\"color:#38548F\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D1730&text=An%20den%20Senat%3A%20%C3%9Cberpr%C3%BCfen%20Sie%20die%20Freigabe%20des%20Hom%C3%B6o-Studiengangs%21\" title=\"Bei Twitter teilen\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#115A92; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 30 32\"><path fill=\"#55acee\" d=\"M29.7 6.8q-1.2 1.8-3 3.1 0 0.3 0 0.8 0 2.5-0.7 4.9t-2.2 4.7-3.5 4-4.9 2.8-6.1 1q-5.1 0-9.3-2.7 0.6 0.1 1.5 0.1 4.3 0 7.6-2.6-2-0.1-3.5-1.2t-2.2-3q0.6 0.1 1.1 0.1 0.8 0 1.6-0.2-2.1-0.4-3.5-2.1t-1.4-3.9v-0.1q1.3 0.7 2.8 0.8-1.2-0.8-2-2.2t-0.7-2.9q0-1.7 0.8-3.1 2.3 2.8 5.5 4.5t7 1.9q-0.2-0.7-0.2-1.4 0-2.5 1.8-4.3t4.3-1.8q2.7 0 4.5 1.9 2.1-0.4 3.9-1.5-0.7 2.2-2.7 3.4 1.8-0.2 3.5-0.9z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">twittern<\/span>&nbsp;<span data-service=\"twitter\" style=\"color:#115A92\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button rss shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?feed=rss\" title=\"RSS-feed\" aria-label=\"RSS-feed\" role=\"button\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#aa2e00; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#fe9312\" d=\"M4.3 23.5c-2.3 0-4.3 1.9-4.3 4.3 0 2.3 1.9 4.2 4.3 4.2 2.4 0 4.3-1.9 4.3-4.2 0-2.3-1.9-4.3-4.3-4.3zM0 10.9v6.1c4 0 7.7 1.6 10.6 4.4 2.8 2.8 4.4 6.6 4.4 10.6h6.2c0-11.7-9.5-21.1-21.1-21.1zM0 0v6.1c14.2 0 25.8 11.6 25.8 25.9h6.2c0-17.6-14.4-32-32-32z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">RSS-feed<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><\/ul><\/div><p>\u00a0Vorab: Auch an die Petition gegen die Hom\u00f6o-Akademie gedacht? &#8211;&gt; <a href=\"https:\/\/www.openpetition.de\/petition\/online\/gegen-die-akkreditierung-des-bsc-msc-homoeopathie-studiengangs-der-homoeo-akademie-traunstein\">hier<\/a><\/p>\n<p>In meinem letzten Beitrag (<a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?page_id=1700\">hier<\/a>) hatte ich die Antwort der Berliner Senatsverwaltung betrachtet, wonach man den Studiengang Hom\u00f6opathie der Steinbeis Hochschule genehmigt habe. Es ergab sich, dass f\u00fcr diese Entscheidung offenbar wesentliche Punkte nicht ber\u00fccksichtigt worden sind. Daher habe ich das folgende Schreiben an die zust\u00e4ndige Senatorin und den f\u00fcr die Hochschulen zust\u00e4ndigen Staatssekret\u00e4r in der Berliner Senatsverwaltung geschrieben. Je mehr Menschen \u00e4hnlich reagieren, desto eher wird die Berliner Senatsverwaltung geneigt sein, ihre Entscheidung zu \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n<p><!--more-->Schreiben an<\/p>\n<p>Berliner Landesregierung<br \/>\nFrau Sandra Scheeres<br \/>\nSenatorin f\u00fcr Bildung, Jugend und Wissenschaft<br \/>\n<a href=\"mailto:senbuero@senbjw.berlin.de\">senbuero@senbjw.berlin.de<\/a><\/p>\n<p>Senatsverwaltung f\u00fcr Bildung, Jugend und Wissenschaft<br \/>\nHerrn Dr. Knut Nevermann<br \/>\nStaatssekret\u00e4r f\u00fcr Wissenschaft<br \/>\n<a href=\"mailto:stwsbuero@senbjw.berlin.de\">stwsbuero@senbjw.berlin.de<\/a><\/p>\n<p><b>Genehmigung des Landes Berlin zum Studiengang Hom\u00f6opathie der Steinbeis Hochschule Berlin<\/b><\/p>\n<p>Sehr geehrte Frau Scheers,<br \/>\nsehr geehrter Herr Dr. Nevermann,<\/p>\n<p>mit\u00a0meinem Anliegen beziehe ich mich auf ein auf den 25.2.2014 datiertes Antwortschreiben, unterzeichnet von Frau Bering, worin mir mitgeteilt wird, dass das Land Berlin den von der Steinbeis Hochschule Berlin (SHB) geplanten Studiengang &#8218;Complementary Medicine and Management, Vertiefungsrichtung Hom\u00f6opathie EUH&#8216; genehmigt h\u00e4tte. Sie f\u00fchrt aus, dass meine in meinem Schreiben vom 21.12.2013 ge\u00e4u\u00dferten Bedenken hinsichtlich des Studienganges gegenstandslos seien. Ich m\u00f6chte Ihnen hiermit darlegen, dass dies <span style=\"text-decoration: underline;\">nicht<\/span> der Fall ist.<\/p>\n<p>Ich bitte Sie\u00a0daher darum, diese Entscheidung zu \u00fcberpr\u00fcfen und zu korrigieren. Wie nachfolgend erl\u00e4utert wird, kann diese Entscheidung nur durch Ausnutzung bestehender Gesetzesl\u00fccken zustande gekommen sein. Wenn diese Entscheidung Bestand h\u00e4tte, w\u00e4re mit erheblichen nachteiligen Auswirkungen f\u00fcr den Wissenschaftsstandort Deutschland zu rechnen, f\u00fcr das Gesundheitssystem und nicht zuletzt f\u00fcr die Studenten, die Zeit und Geld in ein solches Studium investieren.<\/p>\n<p>Diese Entscheidung darf wegen ihrer Tragweite keinen Bestand haben!<\/p>\n<p><b>Zur Begr\u00fcndung:<\/b><\/p>\n<p>Das Berliner Hochschulrecht macht ganz bestimmte Vorgaben, auf welchen Entscheidungswegen Beschl\u00fcsse zustande kommen m\u00fcssen, die die akademische Forschung und Lehre beeinflussen:<\/p>\n<ul>\n<li>Die jeweilige Hochschule erarbeitet in ihren Gremien Vorschl\u00e4ge zur Ausgestaltung von Forschung und Lehre in ihrem Bereich, die dem Hochschulkuratorium zur Genehmigung pr\u00e4sentiert werden. Fachbereichsr\u00e4te und akademischer Senat haben ein ureigenstes Interesse an dem guten Ruf ihrer Hochschule. Letztendlich h\u00e4ngt die wissenschaftliche Reputation jedes einzelnen der in diesen Gremien mehrheitlich vertretenen Professoren auch vom Renomm\u00e9e ihrer Lehranstalt ab, von den Auswirkungen auf personelle und materielle Ausstattung und der Teilhabe an bedeutenden Forschungsauftr\u00e4gen ganz zu schweigen. Es versteht sich von selbst, dass man keinen &#8218;wissenschaftlichen Unsinn&#8216; zum Arbeitsgebiet erheben w\u00fcrde.<\/li>\n<li>Das Hochschulkuratorium repr\u00e4sentiert die \u00d6ffentlichkeit, die letztendlich f\u00fcr die Finanzierung der Vorhaben zu sorgen hat und dazu nat\u00fcrlich bewerten muss, ob den Kosten der vorgeschlagenen Ma\u00dfnahmen auch ein ad\u00e4quater gesellschaftlicher Nutzen gegen\u00fcbersteht.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Auf diese Weise ist sichergestellt, dass die Hochschulen nach h\u00f6chstm\u00f6glicher Qualit\u00e4t in Forschung und Lehre streben und dies in einem gesellschaftlichen Konsens geschieht. Die bisherige anerkannte hohe Qualit\u00e4t der deutschen akademischen Ausbildung und der deutschen Forschung zeigen, dass dieses Vorgehen seinen Zweck erf\u00fcllt.<\/p>\n<p><b>Erster Kritikpunkt: Steinbeis Hochschule<\/b><\/p>\n<p>Die Einrichtung von Fachbereichen und Studieng\u00e4ngen erfolgt im Regelfall genau in diesen Gremien. Bei der hier kritisierten Genehmigung des Studiengangs der SHB war dies aber nicht der Fall:<\/p>\n<p>Die Steinbeis Hochschule Berlin f\u00fchrt zwar die Bezeichnung &#8218;Hochschule&#8216; im Namen, verf\u00fcgt aber anscheinend nicht \u00fcber die f\u00fcr eine staatlich anerkannte private Bildungseinrichtung erforderliche institutionelle Akkreditierung, wie den einschl\u00e4gigen Verzeichnissen des Wissenschaftsrates zu entnehmen ist.<\/p>\n<p>Es sei hier nur am Rande gefragt, wie es eigentlich sein kann, dass eine Bildungseinrichtung nach eigenen Angaben derzeit 5000 Studenten ausbilden kann, akademische Bachelor- und Mastergrade verleihen kann, ja sogar ein Promotionsrecht hat, ohne \u00fcber eine institutionelle Akkreditierung zu verf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Die SHB ist mithin ein am wirtschaftlichen Erfolg orientiertes Unternehmen, das auf dem Markt der Erwachsenenbildung agiert. Folglich fehlen die an staatlichen Hochschulen vorgeschriebenen Gremien, die eine hochwertige Forschung und Lehre sicherstellen und deren Vorhandensein durch eine institutionelle Akkreditierung sichergestellt werden w\u00fcrde. Es gibt zwar ausweislich der Homepage der SHB einen Pr\u00e4sidenten und einen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, beides in Personalunion von Herrn Prof. L\u00f6hn wahrgenommen, sowie einen recht umfangreichen Hochschulrat, aber \u00fcber die Zusammenarbeit und Verantwortlichkeiten dieser Organe gibt es keine Informationen.<\/p>\n<p>Es sei nicht in Abrede gestellt, dass auch unter diesen Umst\u00e4nden hervorragende Leistungen erzielt werden k\u00f6nnen. Dies ist insbesondere anzunehmen, wenn die Ausbildung in ingenieurtechnischen oder wirtschaftswissenschaftlichen F\u00e4chern in Zusammenarbeit mit erfolgreich am Markt agierenden Unternehmen stattfindet und Fehlentwicklungen auf diesem Wege durch Erfolg oder Misserfolg rasch erkennbar werden.<\/p>\n<p>Es ist aber ebenfalls in Betracht zu ziehen, dass Fachbereiche, Institute und Studieng\u00e4nge aus rein wirtschaftlichen \u00dcberlegungen heraus gegr\u00fcndet und angeboten werden. Hierbei steht nicht automatisch die wissenschaftliche Qualit\u00e4t und der gesellschaftliche Nutzen im Vordergrund, sondern sehr wahrscheinlich das wirtschaftliche Eigeninteresse der Bildungseinrichtung als gewinnorientiertem Wirtschaftsunternehmen.<\/p>\n<p>Es sieht so aus, als sei dem Umstand nicht Rechnung getragen worden, dass unter diesen\u00a0Bedingungen der wissenschaftliche Sinngehalt eines neuen Studiengangs eine eher nachrangige Wichtigkeit haben k\u00f6nnte. Folglich h\u00e4tte man genau dies vor einer eventuellen Genehmigung des Studiengangs seitens der Genehmigungsbeh\u00f6rde pr\u00fcfen m\u00fcssen. Dass dies in den einschl\u00e4gigen Gesetzen nicht vorgesehen ist, ist vermutlich darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass der Gesetzgeber seinerzeit diese Konstellation nicht in Betracht gezogen hatte.<\/p>\n<p><b>Zweiter Kritikpunkt: Hom\u00f6opathie als Wissenschaft<\/b><\/p>\n<p>Genau die beschriebene Problematik, dass ein Wirtschaftsunternehmen einen voraussichtlich wirtschaftlich profitablen Studiengang unabh\u00e4ngig von seinem wissenschaftlichen Gehalt anbietet, scheint hier vorzuliegen. Die Hom\u00f6opathie als medizinische Therapieform erfreut sich zwar einer immer weiter steigenden Beliebtheit &#8211; also eines wachsenden Marktpotenzials &#8211; aber ist wissenschaftlich h\u00f6chst umstritten.<\/p>\n<p>Die Hom\u00f6opathie fu\u00dft auch heute noch praktisch ausschlie\u00dflich auf den Vorgaben des Begr\u00fcnders, die aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts stammen. Diese Lehre steht in fundamentalem Widerspruch zu den seither gewonnenen Erkenntnissen der Naturwissenschaft. Schon einfachste Erkl\u00e4rungsversuche zur Herstellung und Wirkungsweise der angeblich wirksamen Arzneimittel sto\u00dfen auf eine Vielzahl von Widerspr\u00fcchen zu Physik, Chemie, Physiologie und anderen Naturwissenschaften. Der Begr\u00fcnder der Hom\u00f6opathie, Samuel Hahnemann, verf\u00fcgte noch nicht \u00fcber die heutigen Kenntnisse \u00fcber Bakterien, Viren, Hormone etc., sondern postulierte eine geistartige Wirkung seiner Arzneien. Aber diese Aussage wird bei den Hom\u00f6opathen auch heute noch als Erkl\u00e4rung akzeptiert &#8211; ungeachtet aller Fortschritte in den einschl\u00e4gigen Wissenschaften. Hahnemanns Werke aus dem 19. Jahrhundert sind immer noch die Grundlagen der Ausbildung zum Hom\u00f6opathen &#8211; und w\u00e4ren es auch in dem in Frage stehenden Studiengang.<\/p>\n<p>Es sind keine Aktivit\u00e4ten erkennbar, in einer Grundlagenforschung die Widerspr\u00fcche zu untersuchen und zu einem wissenschaftlich akzeptablen Erkl\u00e4rungsmodell zu kommen. Das, was in der Hom\u00f6opathie als Forschung bezeichnet wird, ist nichts anderes als der kontinuierliche Versuch, den Vorwurf der Unwirksamkeit zu widerlegen. Zeigt ein klinischer Versuch an Patienten vermeintlich eine Wirkung einer hom\u00f6opathischen Therapie &#8211; und sei diese auch noch so unbedeutend &#8211; dann wird dies vollmundig in den Medien und auf Kongressen berichtet, z. B. die sogenannte Berner ADHS-Studie von H. Frei. Gegenteilige Ergebnisse werden hingegen nicht als Widerlegung der Theorie gewertet oder zur Verfeinerung einer\u00a0Lehre genutzt, nein, sie werden einfach ignoriert und totgeschwiegen, z. B. die M\u00fcnchner Kopfschmerzstudie von H. Walach.<\/p>\n<p>Noch dazu verf\u00fcgt die Hom\u00f6opathie \u00fcber keinerlei eigene Verfahren und Vorgehensweisen, zwischen vorteilhaften und nachteiligen Verfahrensschritten zu unterscheiden, da ihr eine Methodik der Erfolgsbewertung fehlt. Genau genommen ist v\u00f6llig unklar, woran ein Hom\u00f6opath merken soll, ob seine Therapie anschl\u00e4gt oder nicht, Stichwort &#8218;Erstverschlechterung&#8216;.<\/p>\n<p>In der Quintessenz besteht der Studiengang der Hom\u00f6opathie aus einem schlichten Auswendiglernen von lexikalischen Fakten, deren Quellen \u00e4hnlich zuverl\u00e4ssig sind wie die Anfangs des 19. Jahrhunderts postulierte geistartige Wirkung, sowie dem Ein\u00fcben von sinnlosen Ritualen.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig davon, ob man pers\u00f6nlich davon \u00fcberzeugt ist, dass die Hom\u00f6opathie eine \u00fcber den reinen Placeboeffekt hinausgehende Wirksamkeit entfalten kann oder nicht, zeigt sich, dass die Hom\u00f6opathie keine anderen Grundlagen hat als Kartenlegen, Hexerei, Wahrsagen, Astrologie und was der Lehren mehr sind, mit denen die Aufkl\u00e4rung aufger\u00e4umt hat.<\/p>\n<p><b>Dritter Kritikpunkt: Pr\u00e4zedenzfall<\/b><\/p>\n<p>Entsprechend ihrem Status als Un-Wissenschaft ist die Hom\u00f6opathie entgegen der Darstellung von Frau Bering bisher in keinster Weise in die deutsche Hochschullandschaft integriert. Die Approbationsordnung f\u00fcr \u00c4rzte sieht zwar vor, dass die Hom\u00f6opathie als ein Wahlfach studiert werden kann, und es gibt in der Tat Universit\u00e4ten, die dies auch anbieten, aber die Lehre wird weitestgehend durch externe Lehrbeauftragte wahrgenommen. Die Universit\u00e4ten selbst betreiben auf dem Gebiet der Hom\u00f6opathieweder weder ernsthafte Forschung\u00a0in nennenswertem Umfang noch sind sie tiefer als unvermeidbar in die Lehre involviert. Es existieren schon gar keine medizinischen Lehrst\u00fchle oder Institute, die sich mit der Lehre der Hom\u00f6opathie gezielt\u00a0wissenschaftlich auseinandersetzen. Auch das in diesem Zusammenhang immer wieder zitierte Institut f\u00fcr transkulturelle Gesundheitswissenschaften in Frankfurt an der Oder ist kein medizinischer Lehrstuhl, sondern geh\u00f6rt zur Kulturwissenschaftlichen Fakult\u00e4t der Europa-Universit\u00e4t Viadrina. Dabei steht v\u00f6lig au\u00dfer Zweifel, dass die Hom\u00f6opathie durchaus als gesellschaftliches Ph\u00e4nomen erforscht werden k\u00f6nnte, nicht jedoch als eine Wissenschaft gelehrt werden kann.<\/p>\n<p>Mithin w\u00e4re ein Hochschulstudiengang zur Hom\u00f6opathie ein Novum, ein Pr\u00e4zedenzfall, der in den deutschen Hochschulen noch nicht vorgekommen ist. Als solcher h\u00e4tte der Antrag der SHB besonders gr\u00fcndlich gepr\u00fcft werden m\u00fcssen, wobei insbesondere auch die mittel- und langfristigen Auswirkungen zu betrachten gewesen w\u00e4ren:<\/p>\n<ul>\n<li>Studenten werden viel Geld, Zeit und Energie in ein Studium legen, das trotz des akademischen Grades keine wissenschaftliche Qualifikation vermittelt, den Tr\u00e4ger sogar in akademischen Kreisen eher der L\u00e4cherlichkeit aussetzt.<\/li>\n<li>Das Gesundheitswesen nimmt Schaden, weil die Anerkennung der Hochschule letztendlich die Grenzen zwischen wirksamer Medizin und unwirksamem Humbug weiter verwischt. Die Folgen, wenn z.B. auf wirksame Impfungen zugunsten einer hom\u00f6opathischen Prophylaxe verzichtet wird,\u00a0w\u00e4ren unabsehbar.<\/li>\n<li>Der Nachfolgeeffekt w\u00e4re immens. Mit welchen Argumenten will man die Anerkennung eines Studiums des Kartenlegens, der Magie, des Wahrsagens und all der anderen aus den Harry-Potter-B\u00fcchern bekannten &#8218;Wissenschaften&#8216; verweigern? K\u00f6nnten in Zukunft sogar einfache Fertigkeiten akademisch werden, etwa das Kochen, das Kartenspielen oder das Modelleisenbahnbauen, weil man deren Gehalt an Wissenschaftlichkeit nicht pr\u00fcft?<\/li>\n<li>Deutschland macht sich als Wissenschaftsstandort international l\u00e4cherlich, wenn wissenschaftlicher Humbug hier zu einem staatlich anerkannten akademischen Grad f\u00fchren kann. Welche Qualifikation stellt ein Bachelor oder Master of Science noch dar, wenn man ihn durch blo\u00dfes Auswendiglernen von Inhalten aus dem 19. Jahrhundert erreichen kann? Noch dazu, wenn die Abschlusspr\u00fcfungen wahrscheinlich recht wohlwollend ausfallen und die Durchfallraten bei der Endpr\u00fcfung nach wirtschaftlichen Kriterien optimiert werden?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Alle diese m\u00f6glichen Folgen h\u00e4tten bedacht und bewertet werden m\u00fcssen, bevor man der SHB den Studiengang genehmigt. Dies h\u00e4tte einer breiten gesellschaftlichen und politischen Diskussion bedurft. Stattdessen scheint diese Genehmigung auf einem unteren Niveau in der Senatsverwaltung gefallen zu sein. Angesichts der m\u00f6glichen Tragweite ist dies nicht akzeptabel.<\/p>\n<p><b>Quintessenz<\/b><\/p>\n<p>Offensichtlich haben die Hochschulgesetze der L\u00e4nder den Fall nicht vorgesehen, dass ein auf wirtschaftlichen Erfolg orientiertes Unternehmen abstruse unwissenschaftliche Studieng\u00e4nge anbieten will und daf\u00fcr eine staatlich Anerkennung anstrebt. Das bedeutet aber nicht, dass das Ausn\u00fctzen dieser Gesetzesl\u00fccke zugelassen werden darf, vielmehr muss es Ansporn sein, eine solche Fehlentwicklung zu erkennen und durch geeignete Ma\u00dfnahmen gegenzusteuern!<\/p>\n<p>Ich bitte Sie, die Genehmigung des Studienganges der SHB in diesem Sinne einer intensiven Pr\u00fcfung zu unterziehen, deren Ergebnis aus meiner Sicht nur darauf hinauslaufen kann, dass die Genehmigung zur\u00fcckgezogen wird.<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p>\u00a0Dr.-Ing. Norbert Aust<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0Vorab: Auch an die Petition gegen die Hom\u00f6o-Akademie gedacht? &#8211;&gt; hier In meinem letzten Beitrag (hier) hatte ich die Antwort der Berliner Senatsverwaltung betrachtet, wonach man den Studiengang Hom\u00f6opathie der Steinbeis Hochschule genehmigt habe. 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