{"id":1576,"date":"2014-02-03T21:27:54","date_gmt":"2014-02-03T19:27:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=1576"},"modified":"2017-02-03T14:09:43","modified_gmt":"2017-02-03T13:09:43","slug":"metaanalysen-in-der-homoeopathie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=1576","title":{"rendered":"Metaanalysen in der Hom\u00f6opathie"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook%7Ctwitter\" data-url=\"http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D1576\" data-timestamp=\"1486130983\" data-hidezero=\"1\" data-backendurl=\"?rest_route=\/shariff\/v1\/share_counts&\"><ul class=\"shariff-buttons theme-default wcag_colors orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D1576\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#38548F; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<span data-service=\"facebook\" style=\"color:#38548F\" class=\"shariff-count\"> 17<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D1576&text=Metaanalysen%20in%20der%20Hom%C3%B6opathie\" title=\"Bei Twitter teilen\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#115A92; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 30 32\"><path fill=\"#55acee\" d=\"M29.7 6.8q-1.2 1.8-3 3.1 0 0.3 0 0.8 0 2.5-0.7 4.9t-2.2 4.7-3.5 4-4.9 2.8-6.1 1q-5.1 0-9.3-2.7 0.6 0.1 1.5 0.1 4.3 0 7.6-2.6-2-0.1-3.5-1.2t-2.2-3q0.6 0.1 1.1 0.1 0.8 0 1.6-0.2-2.1-0.4-3.5-2.1t-1.4-3.9v-0.1q1.3 0.7 2.8 0.8-1.2-0.8-2-2.2t-0.7-2.9q0-1.7 0.8-3.1 2.3 2.8 5.5 4.5t7 1.9q-0.2-0.7-0.2-1.4 0-2.5 1.8-4.3t4.3-1.8q2.7 0 4.5 1.9 2.1-0.4 3.9-1.5-0.7 2.2-2.7 3.4 1.8-0.2 3.5-0.9z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">twittern<\/span>&nbsp;<span data-service=\"twitter\" style=\"color:#115A92\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button rss shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?feed=rss\" title=\"RSS-feed\" aria-label=\"RSS-feed\" role=\"button\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#aa2e00; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#fe9312\" d=\"M4.3 23.5c-2.3 0-4.3 1.9-4.3 4.3 0 2.3 1.9 4.2 4.3 4.2 2.4 0 4.3-1.9 4.3-4.2 0-2.3-1.9-4.3-4.3-4.3zM0 10.9v6.1c4 0 7.7 1.6 10.6 4.4 2.8 2.8 4.4 6.6 4.4 10.6h6.2c0-11.7-9.5-21.1-21.1-21.1zM0 0v6.1c14.2 0 25.8 11.6 25.8 25.9h6.2c0-17.6-14.4-32-32-32z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">RSS-feed<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><\/ul><\/div><p lang=\"de-DE\"><strong>(\u00dcberarbeitet 15.2.2014)<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Vor einiger Zeit erschien eine Ver\u00f6ffentlichung von einem Professor Hahn zum Thema Metaanalysen in der Hom\u00f6opathie [1]. Im Internet ist nur die Zusammenfassung verf\u00fcgbar. Darin wird die Metaanalyse von Shang [2] wieder einmal kritisiert. Nichts wirklich aufregend Neues also, warum sich \u00fcberhaupt mit dieser Arbeit weiter besch\u00e4ftigen? In der letzten Zeit beziehen sich die Bef\u00fcrworter der Hom\u00f6opathie allerdings gerne auf diese Arbeit, Grund genug, sie sich doch n\u00e4her anzusehen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><!--more-->Eigentlich erschien es mir nicht der M\u00fche wert, mir die soundsovielte Kritik an der Arbeit von Shang auch noch anzutun, aber in der Diskussion um das Faltblatt\u00a0(<a href=\"http:\/\/blog.gwup.net\/2014\/01\/07\/kritische-homoopathie-info-der-gwup-erschienen\/\">Link<\/a>) der Gesellschaft f\u00fcr die wissenschaftliche Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) zur Hom\u00f6opathie bezieht sich der DZVh\u00c4, die Interessenvertretung der hom\u00f6opathisch arbeitenden \u00c4rzte, auf genau diese Arbeit (<a href=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/?p=6043\">hier<\/a>, Kommentar Nr. 17). &#8218;Der gr\u00f6\u00dfte Anteil aller Hom\u00f6opathie-Studien zeigt signifikant positive Effekte&#8216; wird das Fazit der Arbeit zitiert.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Der im Internet frei verf\u00fcgbaren Zusammenfassung der Arbeit (<a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/24200828\">Link<\/a>) ist diese angebliche Schlussfolgerung nicht zu entnehmen. Da wird Kritik an der Metaanalyse von Shang et al. [2] ge\u00fcbt: Das Endergebnis st\u00fctze sich auf zu wenig Studien ab, die Kriterien zur Auswahl erscheinen fragw\u00fcrdig, ebenso die angewandten statistischen Methoden. Alles schon mal da gewesen. Auch dass sich die Hom\u00f6opathen darauf st\u00fcrzen, dass jemand, der bislang noch nichts mit der Hom\u00f6opathie zu tun hatte, diese bereits sehr kontrovers diskutierte Metaanalyse einmal mehr kritisiert &#8211; ebenfalls nicht weiter aufregend. Mir selbst ist die Shang-Metaanalyse bislang\u00a0gleichfalls etwas suspekt, weshalb ich sie in meinem <a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?page_id=72\">Buch<\/a> auch nur auf einer halben Seite kurz gestreift hatte.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die vollst\u00e4ndige Arbeit von Hahn enth\u00e4lt allerdings einige Aspekte und Denkanst\u00f6\u00dfe, die es lohnen, dass man sich intensiver damit auseinandersetzt. Dabei geht es nicht um die angeblich gezogene Schlussfolgerung, sondern darum, wie er seine Kritik an den Metaanalysen begr\u00fcndet.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><b>Ausgangslage<\/b><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Wenn man noch nie von Hom\u00f6opathie geh\u00f6rt hat, nichts dar\u00fcber wei\u00df, dass sie nach dem heutigen Stand der Naturwissenschaft nicht wirken kann, dann erscheint die Situation durchaus merkw\u00fcrdig. Es gibt (Stand 2011) \u00fcber 160 randomisierte klinische Vergleichsstudien, von denen knapp die H\u00e4lfte zu einem positiven Ergebnis kam [3]. Hahn geht zwar offensichtlich von etwas anderen Zahlen aus, ohne diese konkret zu benennen bzw. seine Quellen hierzu anzugeben, aber dem auf den ersten Blick widerspr\u00fcchlichen Bild k\u00f6nnen wir zustimmen:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<div lang=\"de-DE\">Es liegen recht viele Studien vor &#8211; dennoch wird behauptet, die Hom\u00f6opathie sei zu wenig erforscht.<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\">Eine ganze Reihe der vorliegenden Studien &#8211; nach Hahn mehr als die H\u00e4lfte &#8211; zeige ein positives Ergebnis &#8211;\u00a0trotzdem wird behauptet, es l\u00e4gen keine positiven Nachweise vor.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p lang=\"de-DE\">Dennoch kommen einige gro\u00dfe Metaanalysen, in denen das Gesamtgebiet der Hom\u00f6opathie betrachtetet wird, zu einem negativen Ergebnis, darunter auch die bereits erw\u00e4hnte Analyse von Shang et al [2]. Dieser Sachverhalt ist in der Tat auf den ersten Blick sehr verwunderlich.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Hahn hat offenbar diese verbl\u00fcffende Situation zum Anlass genommen, zu untersuchen, warum das so ist, dass die Metaanalysen die aktuelle Studienlage anscheinend\u00a0nicht wiedergeben. Hier m\u00fcssen wir schon den ersten Einwand an den DZVh\u00c4 richten. Hahn besch\u00e4ftigt sich in der Arbeit nicht mit den einzelnen Studien zur Hom\u00f6opathie und kann von daher auch nicht zu dem Schluss gelangen, dass die meisten davon signifikant positive Effekte zeigten. Ganz im Gegenteil: Dass es viele positive Studien geben soll, ist die Eingangsvoraussetzung der Betrachtungen der Metaanalysen, nicht deren Ergebnis.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><b>Inhalt der Arbeit: Metaanalysen und deren Kritik<\/b><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Als Ausgangspunkt sieht Hahn die Metaanalyse von Linde [5] aus dem Jahr 1997. Von den damals vorgefundenen 119 randomisierten placebokontrollierten Vergleichsstudien wurden 89 in die Analyse aufgenommen, woraus dann, so Hahn, ein f\u00fcr die Hom\u00f6opathie recht vorteilhaftes Gesamtergebnis resultierte. Auch die nachfolgenden weiteren Untersuchungen innerhalb dieser Arbeit und weitere Analysen des gleichen Forscherteams konnten daran nichts durchgreifend \u00e4ndern.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die Autoren nachfolgender Metaanalysen, Cucherat [6], Ernst [4] und Shang [2], kamen hingegen zu negativen Ergebnissen, indem sie eine Vielzahl, eigentlich die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit, der vorliegenden Studien in ihrem jeweiligen Endergebnis nicht ber\u00fccksichtigten. Gerade wenn 90 bis 95% der verf\u00fcgbaren Studien aufgrund von vergleichsweise geringen Unterschieden in der Bewertung ausgeschlossen worden sind, sinkt die Wahrscheinlichkeit daf\u00fcr, dass sich die reale \u00dcberlegenheit der Wirksamkeit\u00a0der Hom\u00f6opathie gegen\u00fcber Placebo auch erkennen l\u00e4sst. Au\u00dferdem stelle dies eine sehr gro\u00dfe Versuchung dar, die Auswahlkriterien so lange anzupassen, bis die missliebigen Studien ausgeschlossen sind. Im Einzelnen betrachtet Hahn die folgenden Metastudien:<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><b>Ernst et al. <\/b><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die Metaanalysen von Ernst aus 1998 und 2000 werden dahingehend kritisiert, dass sie nur auf recht wenigen Studien beruhen. Diese Arbeiten liegen mir nicht vor, im Internet ist noch nicht einmal eine Zusammenfassung verf\u00fcgbar, daher kann ich die Aussagen von Hahn nicht verifizieren. Die dritte Studie jedoch [4] wird bei Hahn nur recht kurz abgehandelt, praktisch als eine Sammlung von Zitaten dargestellt, was sie vom Titel her durchaus auch ist. Ich m\u00f6chte auf diesen Teil der Kritik Hahns nicht weiter eingehen, eben weil mir die Informationen hierzu fehlen. Letztendlich sind die Anmerkungen Hahns zu den n\u00e4chsten beiden Analysen wesentlich schwerwiegender und auch besser nachvollziehbar.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><b>Cucherat et al.(2000) [6]<\/b><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Von den 118 randomisierten kontrollierten Studien, die das Team vorgefunden hatte, wurden alle bis auf 17 &#8211; also 86% &#8211; ausgeschlossen. Begr\u00fcndet wurde dies damit, dass das Hauptkriterium (&#8218;primary outcome&#8216;) nicht eindeutig benannt worden war.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Schlie\u00dflich schloss man, schreibt Hahn, auch noch die Studien aus der Betrachtung aus, die nicht verblindet ausgef\u00fchrt wurden, und\u00a0dann die,\u00a0bei denen mehr als 5 % der Patienten w\u00e4hrend der Laufzeit der Studie ausgeschieden waren. Erst bei diesem letzten Schritt, nach dem nur noch f\u00fcnf Studien in der zusammenfassenden Bewertung enthalten waren, ergab sich ein Ergebnis, das gegen eine signifikante Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie sprach.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><b>Shang et al. (2005) [2]<\/b><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Auch in der Metaanalyse von Shang werden die allermeisten Studien ausgeschlossen, und das Ergebnis beruht nach Hahn nur auf einer recht geringen Anzahl. Obwohl man 165 ver\u00f6ffentlichte Studien gefunden hat, wurde eine gro\u00dfe Anzahl deshalb ausgeschlossen, sagt Hahn, weil man f\u00fcr sie keine Studien zu vergleichbaren konventionellen Therapien fand. Dies war zwar das Thema der Arbeit &#8211; Vergleich zwischen konventioneller Therapie und Hom\u00f6opathie &#8211; aber es blieben auf diese Weise nur 105 Studien \u00fcbrig, in denen \u00fcber 110 einzelnen Vergleichsuntersuchungen berichtet wird. In Summe h\u00e4tten diese Studien ein nicht n\u00e4her quantifiziertes positives Ergebnis zur Hom\u00f6opathie ergeben.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Von den verbliebenen Studien wurden alle bis auf 21 wegen unzureichender Qualit\u00e4t ausgesondert. Danach wurde ohne Angabe von Gr\u00fcnden ein weiteres Kriterium &#8211; die Gr\u00f6\u00dfe der Studie, d. h. die Zahl der Teilnehmer &#8211; benutzt, um weitere Studien auszuschlie\u00dfen, so dass am Ende nur noch acht Studien \u00fcbrig blieben. Aus diesen acht Studien ergab sich dann kein signifikanter Vorteil f\u00fcr die Hom\u00f6opathie mehr.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Letztendlich wirft Hahn den Autoren vor, mit den Daten so lange herumgefummelt zu haben, bis man endlich einen Weg gefunden hatte, wie man auf ein f\u00fcr die Hom\u00f6opathie negatives Ergebnis kommt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><b>Hahns Schlussfolgerungen<\/b><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die sehr ausf\u00fchrliche Diskussion in der Arbeit l\u00e4sst sich schlicht und einfach zusammenfassen zu der Tatsache, dass die nach Linde ver\u00f6ffentlichten Metaanalysen von Gegnern der Hom\u00f6opathie durchgef\u00fchrt wurden, die nach Ansicht Hahns so lange Studien aus ihren Betrachtungen ausgeschlossen haben, bis das gew\u00fcnschte Ergebnis der Unwirksamkeit der Hom\u00f6opathie dabei herauskam. Nat\u00fcrlich, das ist Hahn auch klar, m\u00fcssen Studien extrem schlechter Qualit\u00e4t ausgeschlossen werden, genauso wie solche, in denen notwendige Daten fehlen. Jedoch besteht die Herausforderung an denjenigen, der die Analyse ausf\u00fchrt, darin, die \u00fcbrig gebliebenen Studien angemessen zu bewerten und nicht einfach weitestgehend auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Letztendlich wird empfohlen, keine weiteren gro\u00df angelegten Metaanalysen mehr durchzuf\u00fchren, die alle verf\u00fcgbaren Studien zur Hom\u00f6opathie ber\u00fccksichtigen, sondern sich darauf zu beschr\u00e4nken, nur noch solche f\u00fcr einzelne Krankheiten oder Gruppen \u00e4hnlicher Krankheiten durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><b>Kritik<\/b><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Diese Arbeit stellt eine gro\u00dfe Abrechnung mit den Methoden dar, mit denen die Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie in den bekannten Metaanalysen als nicht vorhanden bewertet wurde. Wir k\u00f6nnen dabei durchaus annehmen, dass Hahn der Hom\u00f6opathie mehr als aufgeschlossen gegen\u00fcber steht, wie sich gelegentlich in seiner etwas abenteuerlichen Zitierweise zeigt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Shang hatte beispielsweise die ersten 60 Studien nicht zumeist deshalb ausgeschlossen, wie Hahn schreibt, weil man keine passenden Studien zu konventionellen Therapien fand, was nach irgendeinem unangemessenen Vorgehen klingt. Sechzig gute Studien, viele davon sicherlich f\u00fcr die Hom\u00f6opathie positiv, nur deshalb nicht in die Betrachtung einzuschlie\u00dfen, weil man keine passenden Vergleiche findet, das w\u00fcrde das Bild doch sicher verf\u00e4lschen. Aber: Shang gibt folgende Gr\u00fcnde f\u00fcr den Ausschluss von Studien an, hier geordnet nach der Anzahl:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<div lang=\"de-DE\">17 Studien enthielten nicht die erforderlichen Informationen zur Auswertung<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div lang=\"de-DE\">14 waren keine placebokontrollierten randomisierte Studien<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div lang=\"de-DE\">9 Studien konnten nicht gefunden werden<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div lang=\"de-DE\">8 Studien waren Mehrfachver\u00f6ffentlichungen<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div lang=\"de-DE\"><b>7 Studien fehlte ein passender konventioneller Vergleich<\/b><\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div lang=\"de-DE\">3 Studien zeigten kein klinisches Ergebnis<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div lang=\"de-DE\">2 Studien untersuchten keine hom\u00f6opathische Behandlung.<\/div>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p lang=\"de-DE\">Wie man sieht, der fehlende Vergleich ist nur ein Punkt unter vielen, und mit sieben F\u00e4llen noch nicht mal einer der gr\u00f6\u00dferen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Ist &#8218;das Ergebnis&#8216; der Metaanalyse nur dasjenige, so wie Hahn es darstellt, das aus der stark reduzierten Studienzahl gewonnen wurde? Mitnichten. Shang stellt in den Funnelplots alle aus den einzelnen Studien gewonnenen Kennzahlen (&#8218;Odds ratio&#8216;) dar, verzichtet lediglich auf eine Mittelwertbildung zugunsten einer Regressionsgeraden. Es ist in der Grafik klar erkennbar, dass alle Studien zusammengenommen einen postiven Effekt der Hom\u00f6opathie zeigen. Hahns dahingehende Kritik ist also unberechtigt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\u00c4hnlich unpassend ist die Zitierweisen der anderen Arbeiten. Beispielsweise schlie\u00dft Cucherat aus seiner Analyse, was der Leser bei Hahn allerdings nicht erf\u00e4hrt:<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8218;Es gibt einige Nachweise, dass hom\u00f6opathische Behandlungen effektiver sind als Placebo, jedoch ist die Aussagekraft dieser Nachweise wegen der geringen methodischen Qualit\u00e4t der Studien nur gering.&#8216;<\/em><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Auch dass Linde die folgende Schlussfolgerung aus seiner Analyse zieht, teilt Hahn seinen Lesern nicht mit:<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8218;Die Ergebnisse unserer Metaanalyse entsprechen nicht der Hypothese, die klinischen Effekte der Hom\u00f6opathie beruhten alleine auf der Placebowirkung. Jedoch fanden wir in den Studien nur ungen\u00fcgende Nachweise daf\u00fcr, dass Hom\u00f6opathie f\u00fcr irgendeinen klinischen Befund eine deutliche Wirksamkeit entfalte.&#8216;<\/em><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Jetzt d\u00fcrfen wir aber raten, warum Hahn die allererste verf\u00fcgbare Metastudie von Kleijnen aus dem Jahr 1991 [6a] gar nicht erst in seine Betrachtung mit einbezieht. Liegt das vielleicht daran, dass man dort zu der folgenden Schlussfolgerung kam, basierend auf der Auswertung von 107 Studien:<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8218;Schlussfolgerung: Derzeit sind die aus klinischen Studien gewonnenen Belege positiv, aber nicht ausreichend, um endg\u00fcltige Schlussfolgerungen zu ziehen, da die Methodik der meisten Studien von geringer Qualit\u00e4t ist&#8230;&#8216;?<\/em><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Hahn gibt zwar im Anhang der Arbeit an, dass er noch nie mit der Hom\u00f6opathie in Ber\u00fchrung gekommen sei, durch die einseitig und demagogisch verf\u00e4lschende Zitierweise outet er sich jedoch als jemand, der der Hom\u00f6opathie mehr als nur einfach aufgeschlossen gegen\u00fcbersteht, wesentlich mehr jedenfalls als man bei jemandem erwarten sollte, der sich nur \u00fcber die Diskrepanz der vermeintlichen Studienlage und der Metaanalysen wundert.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><b>&#8230; und Anerkennung<\/b><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Der vielleicht eher formalen Kritik daran, dass die pers\u00f6nliche Haltung des Autors etwas zu offensichtlich in die Darstellung der Metaanalysen eingeflossen ist, steht gegen\u00fcber, dass Hahn nachvollziehbare und nicht einfach zu verwerfende Kritik an der Methodik der Metaanalysen \u00e4u\u00dfert. Zumindest bei den beiden Studien, der von Cucherat und der von Shang, erscheint mir die Kritik durchaus begr\u00fcndet. (Wie gesagt, bei der Kritik an den Arbeiten von Ernst kann ich dies so nicht \u00fcberpr\u00fcfen &#8211; die Originalarbeiten liegen mir noch nicht einmal als Zusammenfassung vor &#8211; weshalb ich mich dazu nicht \u00e4u\u00dfern will).<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Zum Einen weist er auf eine m\u00f6gliche Verzerrung der Ergebnisse hin, wenn man sich auf Studien mit gro\u00dfen Teilnehmerzahlen beschr\u00e4nkt. Es ist \u00fcblich &#8211; und auch hinsichtlich der Kosten sinnvoll &#8211; die Zahl der Studienteilnehmer nicht zu gro\u00df zu w\u00e4hlen. \u00dcblicherweise\u00a0ermittelt man\u00a0in Voruntersuchungen bzw. wei\u00df man aus der Literatur, mit welcher Effektgr\u00f6\u00dfe man rechnen muss, also wie gro\u00df der Vorteil der Hom\u00f6opathiegruppe gegen\u00fcber Placebo vermutlich ist, etwa ob 30 oder 50 % der Patienten eine Verbesserung sp\u00fcren sollten. Hieraus wird mathematisch die Anzahl der Teilnehmer bestimmt, die notwendig ist, damit man den Effekt im Versuch auch sicher identifizieren kann. Je kleiner die Effektgr\u00f6\u00dfe &#8211; beispielsweise je geringer der Anteil der Patienten ist, die von der Einnahme des Medikaments profitieren &#8211; desto h\u00f6her muss die Zahl der Teilnehmer sein, um diesen Effekt mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit auch als signifikantes Ergebnis zu erkennen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Wenn sich die Zahl der Studienteilnehmer in der Hauptsache aus diesen \u00dcberlegungen ergibt, folgt hieraus, dass Studien, bei denen mit einer hohen Teilnehmerzahl gearbeitet wird, tendenziell kleinere Effektst\u00e4rken zu verzeichnen haben als Studien mit kleinerer Teilnehmerzahl. Wenn man f\u00fcr die Hom\u00f6opathie starke Effekte erwartete, diese dann in Studien mit geringer Teilnehmerzahl erfolgreich nachgewiesen worden w\u00e4ren &#8211; w\u00e4ren diese bei der Betrachtung\u00a0alleine von gro\u00dfen Studien herausgefallen. Nat\u00fcrlich gilt dies nur, wenn man voraussetzt, dass die Studien auch in etwa die projektierte Teilnehmerzahl erreichten. Es ist somit systembedingt, dass Studien an unterschiedlichen Krankheitsbildern tendenziell kleinere Effekte zeigen, je mehr Teilnehmer sie haben.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Daraus ist nicht zu schlie\u00dfen, dass eine nachgewiesene Wirksamkeit bei kleinerer Teilnehmerzahl zwangsl\u00e4ufig abnehmen wird, wenn man die Teilnehmerzahl vergr\u00f6\u00dfert. Die Schlussfolgerung einer Metastudie \u00fcber eine Vielzahl von Befunden, nach der die Effektst\u00e4rke mit der Gr\u00f6\u00dfe der Studie abnimmt, hat folglich keine Aussagekraft. Eine Aussage &#8218;dieser positive Effekt der Hom\u00f6opathie zeigte sich nur an einer kleinen Teilnehmerzahl, bei einer gr\u00f6\u00dferen Teilnehmerzahl wird er sicher verschwinden&#8216; ist also nicht zwangsl\u00e4ufig richtig. Der Gedankengang Hahns erscheint mir plausibel. Hahn l\u00e4sst es aber dabei bewenden, aufzuzeigen, dass es diesen Effekt geben kann. Er untersucht nicht, etwa anhand von post-hoc\u00a0Analysen der Testst\u00e4rken,\u00a0ob er auch tats\u00e4chlich in der Metaanalyse von Shang auftritt &#8211; ganz zu schweigen von einem Versuch, die Gr\u00f6\u00dfenordnung des Einflusses abzusch\u00e4tzen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die am h\u00e4ufigsten zitierten Ergebnisse der angef\u00fchrten Metaanalysen jeweils nur auf einer kleinen Anzahl von Studien basieren &#8211; und die Autoren gelegentlich ganz sch\u00f6n herumeiern, um die Kriterien f\u00fcr diese Auswahl festzulegen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die Qualit\u00e4t einer Studie wird normalerweise nach drei Kriterien beurteilt, die je nach Z\u00e4hlweise auch auf f\u00fcnf Punkte erweitert werden kann, was dann die Jadad-Skala ergibt:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<div lang=\"de-DE\">Ist die Gruppeneinteilung nach einem Zufallsprinzip erfolgt (Randomisierung) und war das dazu verwendete Verfahren angemessen, also z.B. die Reihenfolge sicher nicht zu erraten?<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div lang=\"de-DE\">Sind die Patienten und das sie behandelnde Personal in Unkenntnis der Gruppeneinteilung, und ist das Verfahren sachgerecht, diese Verblindung auch w\u00e4hrend der Studiendauer aufrechtzuerhalten?<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\">Werden die Ergebnisse aller randomisierten Studienteilnehmer analysiert?<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p lang=\"de-DE\">Dies sind zweifelsohne wichtige Kriterien, um auszuschlie\u00dfen, dass durch R\u00fcckkopplungseffekte das Ergebnis verf\u00e4lscht wird, etwa dadurch, dass die Patienten wissen, ob sie ein wirksames Medikament oder ein Placebo erhalten haben. Auch der letzte Punkt wird gerne untersch\u00e4tzt: Man stelle sich vor, eine Therapie habe so starke Nebenwirkungen, dass die eine H\u00e4lfte der Patienten stirbt, die andere aber gesund wird. Wird nur \u00fcber Patienten berichtet, die das Ende der Studie \u00fcberleben, w\u00fcrde ein deutlich verzerrtes Bild der Wirksamkeit des Medikaments gezeichnet.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Nach Anwendung dieser Kriterien blieben bei Cucherat 16 und bei Shang 21 Studien \u00fcbrig. Bei Cucherat war in dieser Gruppe das Ergebnis f\u00fcr die Hom\u00f6opathie noch positiv. Shang macht selbst keine Angaben zum zusammengefassten Ergebnis dieser 21 Teilnehmer. In der auf die Ver\u00f6ffentlichung hin erfolgten Diskussion zeigte sich aber, dass dies auch hier der Fall war [7].<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Und jetzt?<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Jetzt werden weitere Kriterien eingef\u00fchrt. Bei Shang ist es die Gr\u00f6\u00dfe der Studie gemessen an der Anzahl der Teilnehmer,\u00a0was, wie oben gesehen, das Ergebnis tendenziell zu kleineren Effektst\u00e4rken verf\u00e4lschen kann. Cucherat benutzt die Anzahl der Patienten, die im Lauf der Studie ausgeschieden sind &#8211; ohne allerdings dar\u00fcber aufzukl\u00e4ren, warum Studien, bei denen mehr als 10 % der Patienten vorzeitig ausgeschieden sind, qualitativ wesentlich schlechter sein sollen als solche, bei denen weniger als 10 % oder sogar weniger als 5 % verloren gingen. Aber die Effekte auf die zu betrachtende Studienzahl waren jeweils enorm: bei Cucherat verblieben schlie\u00dflich nur noch f\u00fcnf Studien, bei Shang nur noch acht, die dann jeweils zu einem f\u00fcr die Hom\u00f6opathie nachteiligen Ergebnis f\u00fchrten. Es liegt in der Natur der Sache, dass diese Ergebnisse am meisten zitiert werden. Von den Gegnern als Untermauerung ihrer Ansicht, die Hom\u00f6opathie entfalte keine \u00fcber Placebo hinausgehende Wirksamkeit, von den Bef\u00fcrwortern als Zielscheibe f\u00fcr Kritik an der angewandten Methodik.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Dass dieses Vorgehen die Kritik Hahns auf sich zieht, ist somit nachvollziehbar.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><b>Schlussfolgerungen<\/b><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Wie man sieht, konzentriert sich die Kritik darauf, dass der Ausschluss der Studien aus der Betrachtung nicht einsichtig ist. Dabei ist schon die Bewertung der Qualit\u00e4t einer Studie alleine nach der Jadad-Skala nicht unproblematisch, wie folgendes Beispiel illustrieren soll:<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die solideste Studie zum Thema Hom\u00f6opathie, die ich bisher gelesen und analysiert habe (<a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?page_id=926\">hier<\/a>), ist die Untersuchung Oberbaums bei der Anwendung von Traumeel bei der Krebsbehandlung von Kindern. Er f\u00fchrt alle ermittelten Daten auf, seine Auswertung ist nachvollziehbar und sinnvoll, das Ergebnis wird nicht \u00fcberinterpretiert. Anschlie\u00dfend an diese Pilotstudie wurde eine Untersuchung mit h\u00f6herer Teilnehmerzahl ausgef\u00fchrt, um den vermuteten Effekt zu best\u00e4tigen &#8211; in der der gemessene positive Effekt sich allerdings nicht reproduzieren lie\u00df. Das \u00e4ndert aber nichts daran, dass, soweit erkennbar, bei der Pilotstudie eine grundsolide wissenschaftliche Arbeitsweise\u00a0an den Tag gelegt\u00a0wurde.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die Studie geht inklusive Literaturverzeichnis \u00fcber sieben Seiten und Oberbaum beschreibt alles, auch dass die Gruppenzuordnung per Zufall erfolgte &#8211; nur nicht das Verfahren, mit dem er dies ausgef\u00fchrt hat. Diese, sagen wir f\u00fcnf bis zehn Zeilen fehlen. Dies ist der einzige m\u00f6gliche Grund, den ich finden konnte, warum diese Studie von Shang nicht als qualitativ hochwertig eingestuft wurde. Alle anderen Qualit\u00e4tskriterien waren erf\u00fcllt, er h\u00e4tte vier von f\u00fcnf Punkten auf der Jadad Skala erreicht. Da die Autoren zwar die gleichen Kriterien, aber ihr eigenes Bewertungsschema verwendeten, wurde diese Studie als von minderer Qualit\u00e4t eingestuft. Dabei kann man sich allerdings fragen: Hat Oberbaum tats\u00e4chlich ein unangemessenes Verfahren der Randomisierung angewendet, oder hat er nur vergessen, dies ausf\u00fchrlich darzustellen? Und wenn es tats\u00e4chlich nicht genau den Anforderungen entsprochen h\u00e4tte &#8211; welchen Einfluss h\u00e4tte das auf das Ergebnis gehabt? Schlie\u00dflich sehen die Gruppen durchaus vergleichbar aus, wie den ver\u00f6ffentlichten Ausgangsdaten zu entnehmen ist.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Eher das Gegenteil der Oberbaum-Studie ist die Studie von Schmidt \u00fcber die Wirkung eines hom\u00f6opathischen Pr\u00e4parats bei der Reduktion des K\u00f6rpergewichts (hier). Dort wird lang und breit erkl\u00e4rt, wie das Medikament oder Placebo in nummerierte Fl\u00e4schchen gef\u00fcllt und den Patienten zugeordnet wurde. Toll. Sehr hohe Qualit\u00e4t. Dass man aber dann zwischen den Gruppen Unterschiede in der Gewichtsreduktion von 17 g gemessen hat, mit einer Waage, die das Messergebnis nur in Schritten von 100 g anzeigen konnte, geht ohne Weiteres durch. Validierung des Messmittels im Hinblick auf die Problematik &#8218;Kleine Differenzen gro\u00dfer Zahlen&#8216;? Betrachtung der Fehlerfortpflanzung? Beides Fehlanzeige. Klinische Relevanz der Reduktion, die nur (!) am zweiten Tag signifikante Gr\u00f6\u00dfen erreichte (92 g), allerdings zun\u00e4chst in die verkehrte Richtung und von daher erst mal weg- und anders herum wieder hindiskutiert werden musste? Unbedeutend. Die Qualit\u00e4t ist unersch\u00fctterlich hoch, wenn man die richtigen Codew\u00f6rter im Text erw\u00e4hnt hat &#8211; egal welchen Unsinn man sonst so anstellt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Letztendlich l\u00e4uft die Beurteilung der Studienqualit\u00e4t bisher auf die Suche nach bestimmten Codew\u00f6rtern im Text der Studie hinaus &#8211; und wenn ein Autor eines dieser Codew\u00f6rter vor lauter Begeisterung \u00fcber seine tollen Ergebnisse vergisst zu erw\u00e4hnen &#8211; Pech. Die Studie taugt nichts. Wenn man hingegen von den anderen zahllosen M\u00f6glichkeiten, ein falsches Ergebnis zu erzeugen, heftig Gebrauch macht &#8211; f\u00e4llt das niemandem auf.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Schlicht und unergreifend: Die Vorbehalte, die Hahn den Metaanalysen entgegenbringt, sind aus meiner Sicht nachvollziehbar und berechtigt. Die Problematik liegt allerdings nicht darin, dass Studien ausgeschlossen wurden, sondern dass hierf\u00fcr die falschen Kriterien verwendet wurden. Die Richtigkeit der Studienausf\u00fchrung, insbesondere Datenermittlung und -auswertung, flie\u00dft bislang nicht in die Bewertung der Qualit\u00e4t ein. W\u00fcrde man das tun, h\u00e4tte man einige sehr handfeste und nicht so einfach angreifbare Argumente, warum man diese oder jene Studie nicht in die Metaanalyse mit einbezieht.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><b>Konsequenzen aus Hahns Arbeit &#8211; f\u00fcr Wissenschaftler<\/b><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Hahn betrachtet die Situation der Hom\u00f6opathie vom Ergebnis her: In den Metaanalysen kommt man zu dem Schluss, dass die Hom\u00f6opathie keine Wirksamkeit habe &#8211; was bei der wahrgenommenen Studienlage tats\u00e4chlich nicht zutreffen kann. Damit sind\u00a0allerdings keine weitergehenden Schlussfolgerungen m\u00f6glich: Es wurde gezeigt, dass die Metaanalysen eigentlich die Situation wiedergeben m\u00fcssten, die aus der Studienlage folgt &#8211; aber die Frage ist weiterhin offen, ob denn die Studienlage die tats\u00e4chlichen Eigenschaften homo\u00f6pathischer Therapien zutreffend wiedergibt. Hierzu liefert die Arbeit Hahns keine Antwort, auch wenn der DZVh\u00c4 das gerne anders sieht.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die Konsequenz f\u00fcr weitere Untersuchungen zu den Grundlagen der Hom\u00f6opathie kann daher nur in die Richtung erfolgen, dass man angemessene Kriterien in die Bewertung der Qualit\u00e4t einer Studie einf\u00fchrt: Es ist nachvollziehbar zu bewerten, ob die Ergebnisse belastbar sind oder nicht.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Ich glaube, es d\u00fcrfte unmittelbar einleuchten, dass die Scientabilit\u00e4t nicht zum Ziel f\u00fchrt, nach der man Hahn jetzt entgegnen m\u00fcsste, dass alle positiven Studien zur Hom\u00f6opathie nicht gelten, denn die Hom\u00f6opathie sei ja schlie\u00dflich nicht scientabel. Ich jedenfalls k\u00f6nnte dies nicht vertreten.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Wie schon gesagt, bisher war mir die Metaanalyse von Shang eher suspekt, da mir von Anfang an die Ein- und Ausschlusskriterien nicht so ganz schl\u00fcssig vorkamen und die darauffolgende Diskussion f\u00fcr mich keine Klarheit brachte. In meinem Buch beschr\u00e4nke ich mich deshalb auch darauf, die Existenz dieser Analyse einfach nur zu erw\u00e4hnen. Inzwischen habe ich aber alle Studien analysiert, die bei Shang als von hoher Qualit\u00e4t bewertet wurden und die f\u00fcr die Hom\u00f6opathie positive Ergebnisse erzielten. Das Ergebnis wird in eineVer\u00f6ffentlichung einflie\u00dfen, auch mein Vortrag auf der n\u00e4chsten Skepkon im Mai 2014\u00a0wird sich um dieses Thema drehen. Zum Ergebnis soweit vorab: Von den dreizehn positiven Studien sind mir nur elf zug\u00e4nglich. Davon\u00a0\u00fcbersteht nur eine die Analyse &#8211; die anderen sind nichts weiter als eine Sammlung von Mess- und Auswertefehlern. Einige der Ergebnisse k\u00f6nnen meinem Blog entnommen werden (<a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?page_id=404\">hier<\/a>\u00a0und <a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?page_id=844\">hier<\/a>\u00a0und <a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?page_id=885\">hier<\/a>). Ich hoffe, dass diese Arbeit einiges an Aufmerksamkeit erregen wird, denn man kann sie geradezu als Antwort auf die Hahn-Ver\u00f6ffentlichung ansehen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><b>Konsequenzen aus Hahns Arbeit &#8211; f\u00fcr Hom\u00f6opathen<\/b><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Auch wenn man Hahns Kritik an den Metaanalysen akzeptiert, das, was die Hom\u00f6opathen aus der Arbeit herauslesen, steht aber ganz offensichtlich nicht drin. Dass die Arbeit zu dem <span style=\"text-decoration: underline;\">Fazit<\/span> k\u00e4me, dass die meisten Studien zu einem positiven Ergebnis k\u00e4men, ist schlicht nicht zutreffend. Hahn hat sich mit keiner Zeile seiner Arbeit mit irgendeiner einzelnen Studie besch\u00e4ftigt, also kann er nicht selbst bewerten, ob die Studien per se die Wirksamkeit tats\u00e4chlich nachweisen oder nicht. In seiner Schlussfolgerung behauptet er zwar durchaus, dass die Mehrzahl der Studien zur Hom\u00f6opathie zu einem positiven Ergebnis gekommen w\u00e4re, aber dies wiederholt nur die vorgefundene Voraussetzung seiner Betrachtung und ist auf keinen Fall ein Ergebnis, das er in seiner Arbeit ermittelt h\u00e4tte. Er weist lediglich nach, dass die Auswertung der wenigen in den Metaanalysen als qualitativ hochwertig betrachteten Studien die Gesamtlage nicht korrekt wiedergibt. Mehr nicht.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Aber auch daraus, dass die Metaanalysen die aktuelle Studienlage nicht korrekt wiedergeben, kann man nichts weiter schlie\u00dfen. Wollte man das, dann m\u00fcsste man voraussetzen, dass in den einzelnen der Metaanalyse zugrundeliegenden Studien die tats\u00e4chliche Wirksamkeit der hom\u00f6opathischen Behandlung richtig ermittelt worden ist. Ein Beweis f\u00fcr diese Annahme ist aber nirgendwo sichtbar. Ganz im Gegenteil! Mein Blog und mein Buch enthalten eine Vielzahl von Studien, die seitens der Hom\u00f6opathie als positive Nachweise gesehen werden, sich aber bei genauerem Hinsehen als fehlerhaft entpuppt haben.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">So gesehen ist die Aufregung um die Arbeit Hahns einigerma\u00dfen unverst\u00e4ndlich. Hier hat jemand Kritik an der Methodik der vorliegenden Metaanalysen ge\u00fcbt, soweit erkennbar mit durchaus nachvollziehbaren Argumenten &#8211; aber mehr auch nicht. Es ist noch nicht einmal der Versuch unternommen worden, die Gr\u00f6\u00dfenordnung des Einflusses abzusch\u00e4tzen. Genausowenig ist bislang eine Neubewertung der Metaanalysen erfolgt, die zu anderen Schlussfolgerungen gef\u00fchrt h\u00e4tte als bisher. Auch Hahn liefert dies nicht, sieht sogar erstaunlicherweise davon ab, dies in seinem Schlusswort zu fordern.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">So gesehen hat sich eigentlich nichts ge\u00e4ndert, au\u00dfer dass die Shang-Metaanalyse einen Kritiker mehr hat, wenn auch mit ein paar neuen Argumenten. So what?<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><b>Literatur:<\/b><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">[1] Hahn RG: &#8218;Homeopathy: Meta-Analyses of Pooled Clinical Data&#8216;, Forsch. Komplement\u00e4rmedizin 2013; 20: 376-381, DOI 10.1159\/000355916, <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/24200828\">Link<\/a> zum Abstract<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">[2] Shang A, Huwiler-M\u00fcntener K, Nartay L, J\u00fcni P et al.: &#8218;Are the clinical effects of homoeopathy placebo effects? Comparative study of placebo-controlled trials of homoeopathy and allopathy&#8216;, Lancet 2005; 366:726-32, <a href=\"http:\/\/www.homeopathonline.net\/library\/Are%20the%20clinical%20effects%20of%20homoeopathy%20placebo%20effects.pdf\">Link<\/a> zum Volltext<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">[3] Faculty of Homeopathy, website &#8218;http:\/\/www.facultyofhomeopathy.org\/research\/&#8216;, Luton \/ England, abgerufen 2. Februar 2014<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">[4] Ernst E: A systematic review of systematic reviews of homeopathy. Br J Clin Pharmacol 2002; 54:577-582, <a href=\"http:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1046\/j.1365-2125.2002.01699.x\/full\" class=\"broken_link\">Link<\/a> zum Volltext<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">[5] Linde K, Clausius N, Ramirez G, Melchart D et al.: &#8218;Are the clinical effects of homeopathy placebo effects? A meta analysis of placebo controlled trials&#8216;. Lancet 1997; 350:834-843, <a href=\"http:\/\/www.thelancet.com\/journals\/lancet\/article\/PIIS0140-6736(97)02293-9\/abstract?version=printerFriendly\" class=\"broken_link\">Link<\/a> zum Volltext<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">[6] Cucherat M, Haugh MV, Gooch M, Boissel JP: &#8218;Evidence for clinical efficacy of homeopathy: A meta-analysis of clinical trials. Eur J Clin Pharmacol 2000; 56:27-33, <a href=\"http:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s002280050716#\">Link<\/a> zum Abstract<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">[6a] Kleijnen J, Knipschild P, terRiet G: &#8218;Clinical trials of homeopathy&#8216;, British Medical Journal, 1991; 302: 316-323, <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pmc\/articles\/PMC1668980\/pdf\/bmj00112-0022.pdf\">Link<\/a> zum Volltext<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">[7] Rutten ALB, Stolper CF: The 2005 meta-analysis of homeopathy: the importance of post-publication data&#8216;, Homeopathy (2008) 97: 169-177, <a href=\"http:\/\/www.anthromed.org\/UploadedDocuments\/RuttenStolperHomeopathyarticle.pdf\" class=\"broken_link\">Link<\/a> zum Volltext<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(\u00dcberarbeitet 15.2.2014) Vor einiger Zeit erschien eine Ver\u00f6ffentlichung von einem Professor Hahn zum Thema Metaanalysen in der Hom\u00f6opathie [1]. Im Internet ist nur die Zusammenfassung verf\u00fcgbar. Darin wird die Metaanalyse von Shang [2] wieder einmal kritisiert. 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