{"id":1559,"date":"2014-01-26T15:37:15","date_gmt":"2014-01-26T13:37:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=1559"},"modified":"2019-01-01T14:09:24","modified_gmt":"2019-01-01T13:09:24","slug":"forschung-an-zwergerbsen-auf-homoeopathisch","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=1559","title":{"rendered":"Forschung an Zwergerbsen auf Hom\u00f6opathisch"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook%7Ctwitter\" data-url=\"http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D1559\" data-timestamp=\"1546351764\" data-hidezero=\"1\" data-backendurl=\"?rest_route=\/shariff\/v1\/share_counts&\"><ul class=\"shariff-buttons theme-default wcag_colors orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D1559\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#38548F; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<span data-service=\"facebook\" style=\"color:#38548F\" class=\"shariff-count\"> 82<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D1559&text=Forschung%20an%20Zwergerbsen%20auf%20Hom%C3%B6opathisch\" title=\"Bei Twitter teilen\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#115A92; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 30 32\"><path fill=\"#55acee\" d=\"M29.7 6.8q-1.2 1.8-3 3.1 0 0.3 0 0.8 0 2.5-0.7 4.9t-2.2 4.7-3.5 4-4.9 2.8-6.1 1q-5.1 0-9.3-2.7 0.6 0.1 1.5 0.1 4.3 0 7.6-2.6-2-0.1-3.5-1.2t-2.2-3q0.6 0.1 1.1 0.1 0.8 0 1.6-0.2-2.1-0.4-3.5-2.1t-1.4-3.9v-0.1q1.3 0.7 2.8 0.8-1.2-0.8-2-2.2t-0.7-2.9q0-1.7 0.8-3.1 2.3 2.8 5.5 4.5t7 1.9q-0.2-0.7-0.2-1.4 0-2.5 1.8-4.3t4.3-1.8q2.7 0 4.5 1.9 2.1-0.4 3.9-1.5-0.7 2.2-2.7 3.4 1.8-0.2 3.5-0.9z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">twittern<\/span>&nbsp;<span data-service=\"twitter\" style=\"color:#115A92\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button rss shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?feed=rss\" title=\"RSS-feed\" aria-label=\"RSS-feed\" role=\"button\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#aa2e00; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#fe9312\" d=\"M4.3 23.5c-2.3 0-4.3 1.9-4.3 4.3 0 2.3 1.9 4.2 4.3 4.2 2.4 0 4.3-1.9 4.3-4.2 0-2.3-1.9-4.3-4.3-4.3zM0 10.9v6.1c4 0 7.7 1.6 10.6 4.4 2.8 2.8 4.4 6.6 4.4 10.6h6.2c0-11.7-9.5-21.1-21.1-21.1zM0 0v6.1c14.2 0 25.8 11.6 25.8 25.9h6.2c0-17.6-14.4-32-32-32z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">RSS-feed<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><\/ul><\/div><p>Bei allen Aktivit\u00e4ten in Richtung Traunstein soll\u00a0doch der eigentliche Zweck dieses Blogs, die Analyse der Studienlage zur Hom\u00f6opathie, nicht in Vergessenheit geraten. Ute Parsch besch\u00e4ftigt sich in diesem Gastbeitrag mit einer Studie, die geradezu beispielhaft zeigt, wie man aus einem Nichts doch Ergebnisse erzeugen kann &#8211; und wie dies obendrein in der einschl\u00e4gigen Ratgeberliteratur \u00fcber Geb\u00fchr positiv vermarktet werden kann. Diese Analyse ist viel zu schade, um nur bei Amazon zu erscheinen!<\/p>\n<p><!--more-->&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<p>Der folgende Text entstand im Rahmen einer Rezension des Buches \u201eHom\u00f6opathie: Nichts drin &#8211; nichts dran?\u201c. Autoren des im Haug-Verlag erschienenen B\u00fcchleins sind der hom\u00f6opathisch arbeitende Arzt Dr. med. Matthias Wischner (<a href=\"https:\/\/www.hausarzt-stade.de\/die-praxis\/\">Link<\/a>) und Iris Hammelmann.<\/p>\n<p>Im Vorwort versprechen die Autoren \u00fcber das Buch &#8222;Es zeigt den Stand der Dinge, was Beweise und Studien angeht, redet nichts sch\u00f6n und verschweigt auch nichts.&#8220;<\/p>\n<p>Besonders umfangreich ist der Blick in die Studienlage trotz dieser Ank\u00fcndigung nicht. An f\u00fcr die Hom\u00f6opathie negativen Studien wird gerade einmal die Shang\/Egger-Studie aus dem Jahr 2005 erw\u00e4hnt \u2013 und mit bekannten und l\u00e4ngst \u00fcberholten Einw\u00e4nden kritisiert. Danach werfen die Autoren die Frage auf:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>\u201eGibt es \u00fcberhaupt Studien, die f\u00fcr die Wirksamkeit von K\u00fcgelchen &amp; Co sprechen?<\/em><br \/>\n<em>Tats\u00e4chlich gibt es eine sehr interessante Studie aus dem Jahr 2004 von Dr. Stephan Baumgartner, Universit\u00e4t Bern. Er hat untersucht, ob Zwergerbsen (&#8230;) auf hom\u00f6opathisch potenzierte Pflanzenwuchsstoffe reagieren. (&#8230;) Das Ergebnis war, dass in mehreren unabh\u00e4ngigen Versuchen wiederholt die gleichen Reaktionen auf die Potenzen aufgetreten sind.\u201c (S.53)<\/em><\/p>\n<p>Um den Vorwurf zu entkr\u00e4ften, Kritiker der Hom\u00f6opathie w\u00fcrden solche Arbeiten einfach nur ignorieren, habe ich mir sofort diese Studie herausgesucht. Im Laufe dieser Besprechung wird sich jedoch zeigen, dass Dr. Wischner die Ergebnisse dieser Studie nicht korrekt, sondern viel zu positiv beschreibt.<\/p>\n<p>Das ist ein ganz allgemeines Problem mit Hom\u00f6opathiestudien (und leider nicht nur diesen): In Zeitschriften findet man oft die Aussage &#8222;eine Studie belege&#8230;&#8220;. In aller Regel hat der Autor des Artikels die Studie nicht gelesen. Er zitiert nur aus einer anderen Quelle. Und wie bei der \u201estillen Post\u201c Geschichten immer gerne etwas ausgeschm\u00fcckt werden, erz\u00e4hlen Hom\u00f6opathen gerne von angeblich eindeutigen Studienergebnissen, die man beim Blick in die Studie nicht zu finden vermag &#8211; wie wir gleich sehen werden.<\/p>\n<p>Daneben ist die erw\u00e4hnte Baumgartnerstudie ein wundervolles Beispiel f\u00fcr &#8222;Studien auf Hom\u00f6opathisch&#8220; &#8211; oder wie erzeuge ich positive Ergebnisse mit einem Nichts?<\/p>\n<p>Es geht hier um folgende Studie:<\/p>\n<p>&#8222;Growth Stimulation of Dwarf Peas (Pisum sativum L.) through Homeopathic Potencies of Plant Growth Substances&#8220;, (&#8222;Anregung des Wachstums von Zwergerbsen durch hom\u00f6opathische Potenzen von Pflanzenwuchsmitteln&#8220;) Baumgartner et al. (<a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/profile\/Stephan_Baumgartner\/publication\/8154463_Growth_Stimulation_of_Dwarf_Peas_Pisum_sativum_L_through_Homeopathic_Potencies_of_Plant_Growth_Substances\/links\/02bfe513765164f779000000\/Growth-Stimulation-of-Dwarf-Peas-Pisum-sativum-L-through-Homeopathic-Potencies-of-Plant-Growth-Substances.pdf\" class=\"broken_link\">Link<\/a> zum Volltext). Dies ist ein Vorl\u00e4ufer der ber\u00fchmteren\/ber\u00fcchtigteren Studie an Wasserlinsen, die hier auf dem Blog bereits <a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?page_id=280\">hier<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?page_id=724\">hier<\/a> untersucht wurde)<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>Anmerkung:<\/strong> Im Folgenden wird \u00f6fters auf Tabellen und Bilder der\u00a0Studie verwiesen, die wir aus Gr\u00fcnden des Copyrights hier allerdings nicht wiedergeben k\u00f6nnen. Es ist daher empfehlenswert, die Arbeit in einem zweiten Fenster zu \u00f6ffnen.<\/p>\n<p>Was wurde in der Studie gemacht?<\/p>\n<p>Zwergerbsen sind deshalb so klein, weil sie einen genetischen Unterschied zu normalen Erbsen haben: Ihnen fehlt ein Gen, so dass sie einen bestimmten, zum Wachstum notwendigen Biosyntheseschritt nicht durchf\u00fchren k\u00f6nnen: Sie k\u00f6nnen Gibberellins\u00e4ure &#8222;GA20&#8220; nicht in Gibberellins\u00e4ure &#8222;GA1&#8220; umwandeln. Fehlt der Pflanze GA1, bleibt sie eine <strong>Zwerg<\/strong>erbse (siehe <a href=\"http:\/\/6e.plantphys.net\/app03.html\">hier<\/a>).<\/p>\n<p>Nun wei\u00df man, dass man den Pflanzen durch Zusetzen von Gibberellins\u00e4ure &#8222;GA3&#8220; helfen kann. Diese Form der Gibberellins\u00e4ure kann die Erbse in GA1 umwandeln, was zu einem \u00fcberzeugenden Wachstumsschub um das 3- bis 4-fache der sonst erreichten Werte f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Soweit, so Standard.<\/p>\n<p>In der vorliegenden Studie hat Baumgartner aber die Wirkung des GA3 statt in der Konzentration, in der es den eben beschriebenen Effekt ausl\u00f6st &#8211; etwa D3 \u2013 auch in erheblich h\u00f6heren Potenzen zwischen D12 und D30 untersucht.<\/p>\n<p>Baumgartner ist dabei in seiner Arbeit klug genug, sich beide Optionen offen zu halten.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8222;Based on the results discussed above, we raised the hypothesis that dwarf peas might be sensitive to treatment with homeopathic potencies of gibberellin.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Er spricht im einleitenden Text erst mal nur vom Aufstellen der Hypothese, &#8222;die Zwergerbsen seien &#8218;empfindlich&#8216; f\u00fcr eine Behandlung mit Gibberellin.&#8220;<\/p>\n<p>Was hei\u00dft das?<\/p>\n<p>Baumgartner legt sich nicht fest: Wenn sich zwischen den Pfl\u00e4nzchen im Wasser und in der GA3-Potenz auch nur der geringste Unterschied findet, kann er hinterher &#8222;Hurra!&#8220; rufen. Egal, ob die Zwergerbsen hinterher in GA3- Potenzen\u00a0tats\u00e4chlich gr\u00f6\u00dfer oder vielleicht auch kleiner als die Wasserkontrollen sind, man verkauft\u00a0beides als Erfolg f\u00fcr die Hom\u00f6opathie!<\/p>\n<p>Das bedeutet aber, dass er seine Chancen auf ein positives Ergebnis der Studie an dieser Stelle locker mal verdoppelt: Was hier passiert, ist <strong>nicht<\/strong>, eine Behauptung zu testen, sondern seine Behauptung den Daten anzupassen. Eine saubere Hypothese w\u00e4re es gewesen, das \u00c4hnlichkeitsprinzip zu befragen. Baumgartner h\u00e4tte also vor dem Experiment festlegen m\u00fcssen, welche Folgerung er aus dem \u00c4hnlichkeitsprinzip zieht, um diese als eindeutige Hypothese zu formulieren und dann im Versuch zu \u00fcberpr\u00fcfen. Diese Unsauberkeit unterschlagen sowohl Dr. Baumgartner als auch Dr. Wischner.<\/p>\n<p>Wie wurde gearbeitet?<\/p>\n<p>Die Erbsen legte man f\u00fcr einige Stunden in verschiedene Potenzen von GA3 und drei anderen Pflanzenwachstumssubstanzen. Randomisiert wurde auch reines, unpotenziertes Wasser als Kontrolle verwendet.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>\u201eAfter 24 h of immersion, peas were rinsed with tap water. 25 well-swollen grains were selected from each dish and planted into the 5 pots of one tray (5 grains per pot) at a depth of about 3 cm. (\u2026) Two weeks after the start of an experiment, peas had an average length of about 10 cm. At this stage all plants were cut at the surface level of the cultivation substrate. The length of all plants was measured by stretching them carefully on a sheet of millimeter graph paper. The upper end of a plant was defined as the end of the uppermost leaf; \u201d<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8218;Nach 24 Stunden in der Fl\u00fcssigkeit wurden die Erbsen mit Leitungswasser abgesp\u00fclt. 25 gut aufgegangene K\u00f6rner wurden aus jeder Schale ausgew\u00e4hlt und in f\u00fcnf T\u00f6pfen auf einem Tablett in einer Tiefe von etwa 3 cm eingepflanzt (f\u00fcnf pro Topf). (&#8230;) Zwei Wochen nach Beginn eines Versuchs waren die Erbsen im Durchschnitt ca. 10 cm lang. In diesem Stadium wurden die Erbsen an der Oberfl\u00e4che des Pflanzsubstrats abgeschnitten. Die L\u00e4nge aller Pflanzen wurde ermittelt, indem sie sorgf\u00e4ltig auf einem St\u00fcck Millimeterpapier ausgestreckt wurden.\u00a0Das obere Ende der Pflanze\u00a0war als\u00a0das Ende des obersten Blattes definiert.&#8216;<\/em><\/p>\n<p>Also: Die Zwergerbsen wurden etwa 3 cm tief eingetopft, durften 2 Wochen wachsen und waren dann rund 10 cm gro\u00dfe Pfl\u00e4nzchen. Sie wurden dann \u00fcber dem Substrat abgeschnitten, auf Millimeterpapier ausgestreckt und gemessen.<\/p>\n<p>An dieser Stelle sollte man sich ansehen, dass Baumgartners Messwerte in mm auf zwei Nachkommastellen genau angegeben sind (z.B. in Tabellen 2, 5 und 6). Haben Sie schon einmal eine Erbse eingetopft? Schaffen Sie das auf den Millimeter genau immer exakt in 3 cm Tiefe? Oder gar auf den hundertstel Millimeter genau??<\/p>\n<p>Das h\u00e4tte Baumgartner aber tun m\u00fcssen! Denn wenn die Pfl\u00e4nzchen unterschiedlich tief eingepflanzt sind,\u00a0man hinterher aber \u00fcber dem Substrat (nicht an der gekeimten Erbse) abschneidet, dann geht die schwankende Einpflanztiefe zu 100% in die Messungenauigkeit!<\/p>\n<p>War eine kleinere Pflanze vielleicht einfach nur 1 \u2013 2 Millimeter tiefer eingepflanzt?<\/p>\n<p>Warum schneidet Baumgartner die Erbsen ab? Man k\u00f6nnte nach 2 Wochen die gekeimte Erbse sehr wohl ausbuddeln und die ganze L\u00e4nge messen.<\/p>\n<p>Warum handelt er sich hier freiwillig eine gr\u00f6\u00dfere Messungenauigkeit ein?<\/p>\n<p>Richtig: Gr\u00f6\u00dfere Ungenauigkeit, gr\u00f6\u00dfere Chancen auf zuf\u00e4llige Unterschiede zwischen Kontrollen und GA3. Zuerst wird also eine Hypothese so formuliert, dass jeder zuf\u00e4llige Unterschied als \u201eNachweis\u201c gefeiert werden kann, dann benutzt man eine Methode, die dazu f\u00fchrt, dass die\u00a0Daten auch sch\u00f6n streuen, um solche Ergebnisse auch sicher zu erhalten.<\/p>\n<p>Auch die anderen Substanzen sollten der Kontrolle dienen:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8222;Based on our working hypothesis we expected that homeopathic potencies of gibberellin ought to influence the plant\u2019s growth, whilst potencies of the other three substances ought not to.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8218;Auf Grundlage unserer Arbeitshypothese erwarteten wir, dass die hom\u00f6opathischen Potenzen von Gibberilin einen Einfluss auf das Wachstum der Pflanzen haben sollten, w\u00e4hrend die Potenzen der drei anderen Substanzen dies nicht zeigen sollten.&#8216;<\/em><\/p>\n<p lang=\"en-US\">Also: Baumgartners hier einmal eindeutig erkl\u00e4rte Erwartung: Bei den GA3-Potenzen wird das Wachstum irgendwie beeinflusst, bei den anderen nicht.<\/p>\n<p lang=\"en-US\">Und: Was waren die Ergebnisse?<\/p>\n<p lang=\"en-US\"><strong>Erstens:<\/strong><\/p>\n<p lang=\"en-US\">Gerade einmal 4 der untersuchten 17 GA3-Potenzen zeigten signifikante Abweichungen von den Wasserkontrollen. Und zwar 13x, 15x, 17x und 23x \u2013 keinesfalls also die h\u00f6chsten Potenzen. (Siehe Tabelle 4 und Figure 2) &#8211;\u00a0was aber nach hom\u00f6opathischem Grundverst\u00e4ndnis h\u00e4tte der Fall sein m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Wie erkl\u00e4rt Baumgartner diese Abweichung von seinen Erwartungen?<\/p>\n<p>Gar nicht:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>\u201eThe data obtained do not provide an empirical basis for an action of ultra-molecular homeopathic potencies below the Avogadro limit. This question will be the topic of forthcoming investigations\u2026\u201c<\/em><\/p>\n<p lang=\"en-US\">Hallo? \u201eDie erhaltenen Daten liefern keinen empirischen Beleg f\u00fcr eine Wirkung der wirkstofffreien hom\u00f6opathischen Potenzen unterhalb des Avogadrolimits. Da m\u00fcssen wir noch mal ran\u2026\u201c<\/p>\n<p>Das klingt doch schon einmal ganz anders als im B\u00fcchlein bei Dr. Wischner. Bereits hier k\u00f6nnen wir also das Fazit ziehen, dass in der an den Laien gerichteten \u201eInfo-Brosch\u00fcre, die \u201enichts verschweigen\u201c wollte, die Information komplett unterschlagen wird, dass die einzige zitierte Studie den Satz beinhaltet \u201eThe data obtained do not provide an empirical basis for an action of ultra-molecular homeopathic potencies below the Avogadro limit.\u201c<\/p>\n<p>Klar festzuhalten ist, dass Baumgartner hier in seinen Daten eigentlich einen schwerwiegenden Einwand gegen eine zentrale Aussage der Hom\u00f6opathie findet: Das Potenzieren soll die Wirksamkeit der Arzneien ja verst\u00e4rken oder vertiefen. Die Abbildung 2 in Baumgartners Studie zeigt aber klar: Gerade die h\u00f6heren Potenzen haben keine signifikanten Effekte erzeugt. Das Potenzieren zeigt in den Messdaten also definitiv nicht die vorhergesagte Wirkung.<\/p>\n<p>Baumgartner redet das Ergebnis also genau genommen bereits sch\u00f6n, wenn er lediglich sagt, er habe unterhalb des Avogadrolimits keine Wirkung empirisch nachweisen k\u00f6nnen. In der Naturwissenschaft bedeutet das Ausbleiben eines von der Theorie vorhergesagten Ph\u00e4nomens, dass die Theorie falsch ist. Nicht mehr, nicht weniger. Und genau so m\u00fcsste es in einer wissenschaftlichen Studie auch behandelt werden.<\/p>\n<p>Baumgartners lapidares Vertagen dieses zentralen Problems erinnert eher an die Lebenshaltung der Scarlett O\u2018 Hara aus \u201eVom Winde verweht\u201c als an einen seri\u00f6sen Wissenschaftler. Dr. Wischner unterschl\u00e4gt diesen Punkt daher gleich lieber ganz.<\/p>\n<p><strong>Zweitens:\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Entgegen Baumgartners Erwartung gab es auch bei dem Kontrollstoff Kinetin signifikante Unterschiede zu den Wasserkontrollen bei einzelnen Potenzen.<\/p>\n<p>Wie erkl\u00e4rt sich denn Baumgartner diese Ergebnisse, die seinen Erwartungen widersprechen?<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>\u201cContrary to our hypothesis, some potencies of kinetin also enhanced pea shoot growth (table 4, fig. 2). Chemistry and physiology of gibberellin and kinetin are quite different [38]. In contrast to gibberellin, substantial doses of kinetin do not induce pea shoot growth stimulation (fig. 1). We do not want to speculate much about possible reasons for the similarity of the action of potencies of gibberellin and kinetin. Further investigations and data are needed\u2026\u201d<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8218;Im Widerspruch zu unserer Hypothese haben einige Potenzen von Kinetin ebenfalls das Wachstum der Erbsenkeimlinge angeregt (Tabelle 4, Bild 2). Chemisch und physiologisch\u00a0sind Gibberilin und Kinetin \u00a0sehr verschieden [38]. Im Gegensatz zu Gibberilin verursachen\u00a0messbare Dosen von Kinetin kein Wachstum der Keimlinge (Bild 1). Wir wollen nicht viel \u00fcber m\u00f6gliche Ursachen f\u00fcr die \u00c4hnlichkeit der Wirkungen von Potenzen von Gibberilin und Kinetin spekulieren. Weitere Forschung und Daten sind erforderlich.&#8216;<\/em><\/p>\n<p>\u00a0Hei\u00dft \u201e\u00fcbersetzt\u201c: Es ist was anderes rausgekommen, als wir erwartet hatten. Aber da wollen wir jetzt gar nicht dr\u00fcber spekulieren. Vielleicht f\u00e4llt uns ein anderes Mal etwas dazu ein (und vielleicht fragt ja auch keiner. Dr. Wischner fragt jedenfalls nicht\u2026)<\/p>\n<p>Ein seri\u00f6ser Forscher m\u00fcsste hier erkennen: Eine widerlegte Hypothese ist eine widerlegte Hypothese: Also noch einmal nachdenken gehen. Zumindest h\u00e4tte er aus diesem Ergebnis\u00a0die \u00dcberlegung ableiten\u00a0m\u00fcssen, dass sein Messverfahren offensichtlich eine erhebliche Streuung aufweist, die durchaus die Gr\u00f6\u00dfe seiner Ergebnisse erreicht &#8211; sie also wertlos macht.<\/p>\n<p>Ein \u201eforschender\u201c Hom\u00f6opath ruft: \u201eHurra, wir haben was gemessen, also passen wir unsere Hypothese den Daten an!\u201c Und stellt \u2013 schwupps \u2013 in der Diskussion eine neue Hypothese auf. Glauben Sie nicht? Dann lesen Sie mal, was Dr. Baumgartner schreibt:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>\u201ewe assumed the hypothesis that active and inactive potency levels do not differ for gibberellin and kinetin potencies. We thus dared to construct a common \u2018curve\u2019 of both gibberellin and kinetin potencies (fig. 3, 4). If this assumption is right, the pooled data set should be less distorted through experimental noise. The data of the gibberellin and kinetin pool correspondingly shows much greater shoot length stimulation\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8218;wir nahmen als Hypothese an, dass aktive und inaktive\u00a0Potenzgrade zwischen Gibberilin- und Kinetin-Potenzen keine Unterschiede aufweisen.\u00a0Wir waren dadurch ermutigt, sowohl f\u00fcr Gibberillin- als auch Kinetin-Potenzen eine gemeinsame &#8218;Kurve&#8216; aufzustellen (Bild 3, 4). Wenn diese Annahme zutreffend w\u00e4re, dann sollten die zusammengefassten Daten weniger durch die Streuungen im Experiment beeinflusst sein. Die zusammengefassten Daten\u00a0von Gibberilin und Kinetin ergeben entsprechend eine st\u00e4rkere Anregung des Wachstums.&#8216;<\/em><\/p>\n<p>Auf gut Deutsch: Baumgartner verwirft ohne Begr\u00fcndung einfach seine erste Hypothese (GA3 zeigt Effekte, Kinetin nicht) und stellt flugs aus der \u201c\u00c4hnlichkeit der Kurve f\u00fcr die Potenzen (unter uns: Wer die \u00c4hnlichkeit in Figure 2 hier entdeckt, hat schon sehr viel von \u201ekreativer Messtechnik\u201c gelernt und k\u00f6nnte in die Hom\u00f6opathieforschung gehen) eine neue Hypothese auf: \u201eDie Substanzen wirken total gleich! Und weil wir jetzt diese Hypothese annehmen, kombinieren wir einfach einmal die Messdaten, damit wir eine viel sch\u00f6nere Signifikanz sehen als mit den Einzeldaten.\u201c<\/p>\n<p>In der seri\u00f6sen Forschung nennt man so etwas einen Texas Sharpshooter Fehler. Warum? Was macht der Cowboy, der echt lausig schie\u00dft, das aber nicht zeigen will? Er ballert mit der Kanone w\u00fcst auf eine Scheune. Die trifft ja schlie\u00dflich jeder. Dann schaut er, an welcher Stelle der Scheune die meisten Kugeln eingeschlagen haben. Dorthin malt er dann seine Zielscheibe.<\/p>\n<p>Und genauso wenig, wie diese Treffer ins Schwarze jetzt etwas \u00fcber die Schie\u00dfk\u00fcnste des Cowboys verraten, verr\u00e4t Baumgartners neue, so sch\u00f6n signifikante Kurve etwas \u00fcber die Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie\u2026<\/p>\n<p>Dass seine Ergebnisse auch einfach nur zeigen k\u00f6nnten, dass die Gibberilin-Potenz genauso unwirksam ist wie Kinetin und damit auch dessen Potenzen, auf diese naheliegende Idee kommt Baumgartner hingegen nicht.<\/p>\n<p>Ich hoffe, Ihnen mit diesem Beispiel ungef\u00e4hr erkl\u00e4ren zu k\u00f6nnen, wieso es in der echten Forschung wichtig ist, klare Behauptungen zu formulieren und diese seri\u00f6s zu \u00fcberpr\u00fcfen. Man darf nicht einfach drauf los messen und hinterher behaupten, die Ergebnisse w\u00fcrden genau das zeigen, was man erwartet hat.<\/p>\n<p>Zumindest sollte man so schlau sein, die erste Behauptung aus dem Paper zu entfernen. Oder wie Dieter Nuhr es sagte: \u201eIch lass&#8216; mich gern besch&#8230;, aber man soll sich M\u00fche geben..\u201c<\/p>\n<p>Waren das jetzt alle Highlights der Arbeit?<\/p>\n<p>Nein, wir m\u00fcssen uns ja noch mit Dr. Wischners erkl\u00e4rter Aussage besch\u00e4ftigen, dass \u201ein mehreren unabh\u00e4ngigen Versuchen wiederholt die gleichen Reaktionen auf die Potenzen aufgetreten sind.\u201c Das hat Baumgartner n\u00e4mlich untersucht an der Potenz\u00a0D17 von Gibberellin:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>\u201eWe decided to investigate the question of whether gibberellin 17x can be distinguished from pure dilution medium (water) in its action on pea shoot growth. Potency level 17x was chosen because of its position in the center of a broad peak (15x\u201319x).\u201d<\/em><\/p>\n<p lang=\"en-US\">Also: Ob die Potenz 17x (unser D17) von der Wasserkontrolle unterscheidbare Wirksamkeit zeigt, sollte in einer Messreihe untersucht werden. D17 wurde explizit gew\u00e4hlt, weil es einen positiven ersten Messwert hat &#8211; D17 war einer der 4 signifikanten Werte aus Baumgartners Experiment mit den h\u00f6heren Potenzen bis D30.<\/p>\n<p>Wenn Sie das mit dem Texas Sharpshooter verstanden haben, dann<\/p>\n<ul>\n<li>erkennen Sie sofort, dass Baumgartner hier denselben Trick wieder anwendet: Erst mal mit einem ordentlich positiv signifikantem Wert die Messreihe anfangen. Der erste zuf\u00e4llige Ausrei\u00dfer in die falsche Richtung ist dann schon mal kein Problem. Seri\u00f6s w\u00fcrde man den ersten Messwert genau deshalb <strong>nicht<\/strong> mit in die neue Messreihe aufnehmen\u2026<\/li>\n<li>stellt man sich sofort die Frage, warum Baumgartner das nur bei einem von 4 signifikanten Werten macht, nicht bei allen 4. So gro\u00df ist der Mehraufwand nicht \u2013 immerhin hatte er vorher fast 20 verschiedene Potenzen gleichzeitig.<\/li>\n<li>landet man postwendend bei der Frage, ob er es nicht doch tats\u00e4chlich gemacht hat \u2013 und uns nur das in seinem Sinne beste Ergebnis zeigt\u2026 Wissen wir nicht, richtig. Aber ohne eine bessere Begr\u00fcndung und einen bereits 2x enthaltenen Texas Sharpshooter darf man auch mal spekulieren\u2026<\/li>\n<\/ul>\n<p>Baumgartner nennt keine weitere Begr\u00fcndung f\u00fcr seine Wahl und nirgends in der Arbeit werden Einzelmessdaten genannt. Weder kann man seine Werte nachrechnen, noch sehen wir, ob es zum Beispiel auch bei den Wasserproben einzelne Ausrei\u00dfer gibt. Wir sehen nicht, wie stark die Werte streuen. Das aber ist zur Beurteilung der Ergebnisse essentiell.<\/p>\n<p>In einer seri\u00f6sen wissenschaftlichen Arbeit d\u00fcrfen solche Fragen nicht offen bleiben.<\/p>\n<p>Egal: Das Ergebnis ist in jedem Falle wieder ern\u00fcchternd f\u00fcr Baumgartner \u2013 und g\u00e4nzlich anders, als es Wischner beschreibt: Im Laufe der Wiederholungen verschwand der Effekt.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>\u201eall six experiments peas treated with gibberellin 17x had longer shoots than the control plants treated with water (fig. 5, p &lt; 0.05). However, the effect size (+4.4%) was smaller than expected (+16% according to fig. 2). (\u2026) In the drift investigation series (series III, exp. 14\u201317, tables 2, 6) the effect of gibberellin 17x on pea shoot growth was negligible (+0.1%) and statistically not significant (fig. 6). The effect size was again smaller than in the screening (+16%) or in the main series (+4%).\u201d<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8218;In allen sechs Versuchen\u00a0hatten die mit Gibberilin D17 behandelten Erbsen l\u00e4ngere Triebe als die Kontrollpflanzen in Wasser (Bild 5, p &lt; 0,05). Jedoch war die Effektst\u00e4rke (+ 4,4 %) geringer als erwartet (+16 % entsprechend Bild 2). (&#8230;) In den Experimenten zur Drift (Serie III, Exp. 14-17, Tabellen 2, 6) war der Effekt von Gibberilin D17 auf das Wachstum der Triebe vernachl\u00e4ssigbar (+ 0,1 %) und statistisch nicht signifikant (Bild 6). Die Effektst\u00e4rke war wieder kleiner als w\u00e4hrend des Screenings (+16 %) oder in der Hauptserie (+4 %).&#8216;<\/em><\/p>\n<p lang=\"en-US\">Ein seri\u00f6ser Forscher, dem sein Effekt bei wiederholten Messungen verschwindet, der muss selber(!) die Frage aufwerfen, ob sein urspr\u00fcnglicher Effekt nur ein Ausrei\u00dfer in den Daten war. Der muss die Frage aufwerfen, ob er hier einem statistischen Zufall aufgesessen war.<\/p>\n<p>Denken Sie an das Experiment: \u201eIch werfe eine M\u00fcnze \u2013 Kopf oder Zahl\u201c.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich wird man erwarten, bei einer fairen (also nicht schiefen M\u00fcnze) etwa in der H\u00e4lfte der F\u00e4lle \u201eKopf\u201c zu erhalten. Wenn wir aber nur 10 Mal werfen, haben wir gute Chancen, nicht genau 5 Mal\u00a0\u201eKopf\u201c geworfen zu haben, sondern vielleicht 6 Mal\u00a0oder auch nur 3 Mal.<\/p>\n<p>Aber je \u00f6fter wir werfen, desto besser stehen unsere Chancen, dass wir an die 50%- Wahrscheinlichkeit f\u00fcr \u201eKopf\u201c ganz gut herankommen. Werfen wir hingegen nur ein einziges Mal, ist es schlicht unm\u00f6glich, die 50% gut im Ergebnis abzubilden.<\/p>\n<p>Nehmen wir an, wir h\u00e4tten im ersten Experiment &#8218;die M\u00fcnze 10x werfen&#8216; ein besonders \u00fcberraschendes Ergebnis erzielt, vielleicht 2x Kopf und 8x Zahl. Bei den n\u00e4chsten W\u00fcrfen wird sich das Ergebnis nicht wiederholen (wenn es, wie gesagt, mit der M\u00fcnze mit rechten Dingen zugeht).\u00a0 Je mehr Versuche wir machen, desto mehr wird sich das Gesamtergebnis der zu erwartenden Verteilung ann\u00e4hern, dass &#8218;Kopf&#8216; in 50% der W\u00fcrfe auftritt. So werden bei der ersten Durchf\u00fchrung vielleicht beobachtete Abweichungen\u00a0zu den 50% ganz von selbst immer mehr im Gesamtergebnis verschwinden.<\/p>\n<p>Deshalb ist Reproduktion von Messergebnissen so wichtig: Verschwinden Ergebnisse bei immer gr\u00f6\u00dferer Datenbasis immer mehr im Rauschen, dann wurden sie zun\u00e4chst sehr wahrscheinlich nur durch zuf\u00e4llige Ausrei\u00dfer in zu wenigen Messdaten hervorgerufen. Da muss man als Forscher schon ein sehr gutes Argument bringen, warum es sich nicht um einen anf\u00e4nglichen zuf\u00e4lligen Ausrei\u00dfer handeln soll, wenn ein Ergebnis nicht reproduzierbar ist.<\/p>\n<p>Und: Was f\u00fcr ein Argument bringt Baumgartner?<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>\u201eThis phenomenon can be interpreted as a learning effect of the organism treated. If a similar phenomenon is responsible for the observed decline effect in homeopathically treated peas, it would be necessary to invoke an entity common to all peas which is able to learn from past experiences.\u201d<\/em><\/p>\n<p lang=\"en-US\" style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8218;Dieses Ph\u00e4nomen kann man als einen Lerneffekt des behandelten Organismus interpretieren. Wenn ein \u00e4hnliches Ph\u00e4nomen f\u00fcr den beobachteten Effekt der abnehmenden Wirksamkeit bei den hom\u00f6opathisch behandelten Erbsen verantwortlich ist, dann erscheint es notwendig, eine Wesenheit in die Betrachtung aufzunehmen, die allen Erbsen gemein ist, und aus vergangenen Erfahrungen lernen kann.&#8216;<\/em><\/p>\n<p lang=\"en-US\">Autsch! Die gro\u00dfe gr\u00fcne Muttererbse, die zwar nicht gleich das Universum erschaffen hat, aber immerhin aus den Experimenten \u201clernt\u201d.<\/p>\n<p>Nur was??? Dass die Erbsen klein bleiben? Die Hom\u00f6opathika sind doch so sanft und heilen \u2013 wenn die gro\u00dfe gr\u00fcne Muttererbse also etwas lernt in diesen Experimenten, dann dass die Globuli nicht mehr wirken. Dass die armen kleinen Erbschen also krank bleiben.<br \/>\nWo, bitte, soll denn da der Nutzen f\u00fcr die Erbsen sein??<\/p>\n<p>Baumgartner zitiert hier zwar hemmungslos auch noch Sheldrakes morphische Felder oder Steiners geistige Welten \u2013 unterschl\u00e4gt aber eben mal munter, dass beide Vorstellungen <span style=\"text-decoration: underline;\">positive<\/span> Lerneffekte sehen wollen. Passt also nicht, so dass wir uns g\u00e4nzlich sparen k\u00f6nnen, auch noch zu pr\u00fcfen, ob an diesen Vorstellungen denn etwas dran sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>In jedem Falle verl\u00e4sst das Paper sp\u00e4testens hier jedwedes wissenschaftliche Niveau, wenn man zwar gro\u00dfe gr\u00fcne Muttererbsen postuliert, bekannte statistische Effekte aber nicht einmal erw\u00e4hnt, geschweige denn ausr\u00e4umt. Man fragt sich, was eigentlich noch passieren muss, bis Baumgartner erkennen kann, dass sein Versuch schlicht und einfach misslungen ist, und die Effekte, die er sucht, nicht existieren.<\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><\/p>\n<p>Entgegen Wischners Beschreibung wiederholen sich die Ergebnisse in Baumgartners Paper gerade nicht. Sie verschwinden bei erneuter Durchf\u00fchrung der Experimente. Gleichzeitig bedient sich Baumgartner hemmungslos dem \u201enachtr\u00e4glichen Anpassen der Hypothese\u201c und st\u00f6rt sich auch nicht im Geringsten daran, wenn die Ergebnisse den Grunds\u00e4tzen der Hom\u00f6opathie widersprechen. Nirgends werden solche \u201e\u00dcberraschungen\u201c hinterfragt oder kritisch diskutiert.<\/p>\n<p>Und genau deshalb ist diese Studie ein gutes Beispiel f\u00fcr \u201eforschende Hom\u00f6opathie\u201c und vor allem f\u00fcr die Art, wie der Laie von hom\u00f6opathischer Seite meist dar\u00fcber informiert wird. \u2013 So auch durch Dr. Wischner\u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei allen Aktivit\u00e4ten in Richtung Traunstein soll\u00a0doch der eigentliche Zweck dieses Blogs, die Analyse der Studienlage zur Hom\u00f6opathie, nicht in Vergessenheit geraten. 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