{"id":1495,"date":"2014-01-07T21:53:50","date_gmt":"2014-01-07T19:53:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=1495"},"modified":"2017-08-15T23:01:46","modified_gmt":"2017-08-15T21:01:46","slug":"homoeopathische-arzneimittelpruefung-scheinbare-wissenschaft","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=1495","title":{"rendered":"Hom\u00f6opathische Arzneimittelpr\u00fcfung &#8211; scheinbare Wissenschaft"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook%7Ctwitter\" data-url=\"http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D1495\" data-timestamp=\"1502838106\" data-hidezero=\"1\" data-backendurl=\"?rest_route=\/shariff\/v1\/share_counts&\"><ul class=\"shariff-buttons theme-default wcag_colors orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D1495\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#38548F; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<span data-service=\"facebook\" style=\"color:#38548F\" class=\"shariff-count\"> 3<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D1495&text=Hom%C3%B6opathische%20Arzneimittelpr%C3%BCfung%20%E2%80%93%20scheinbare%20Wissenschaft\" title=\"Bei Twitter teilen\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#115A92; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 30 32\"><path fill=\"#55acee\" d=\"M29.7 6.8q-1.2 1.8-3 3.1 0 0.3 0 0.8 0 2.5-0.7 4.9t-2.2 4.7-3.5 4-4.9 2.8-6.1 1q-5.1 0-9.3-2.7 0.6 0.1 1.5 0.1 4.3 0 7.6-2.6-2-0.1-3.5-1.2t-2.2-3q0.6 0.1 1.1 0.1 0.8 0 1.6-0.2-2.1-0.4-3.5-2.1t-1.4-3.9v-0.1q1.3 0.7 2.8 0.8-1.2-0.8-2-2.2t-0.7-2.9q0-1.7 0.8-3.1 2.3 2.8 5.5 4.5t7 1.9q-0.2-0.7-0.2-1.4 0-2.5 1.8-4.3t4.3-1.8q2.7 0 4.5 1.9 2.1-0.4 3.9-1.5-0.7 2.2-2.7 3.4 1.8-0.2 3.5-0.9z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">twittern<\/span>&nbsp;<span data-service=\"twitter\" style=\"color:#115A92\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button rss shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?feed=rss\" title=\"RSS-feed\" aria-label=\"RSS-feed\" role=\"button\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#aa2e00; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#fe9312\" d=\"M4.3 23.5c-2.3 0-4.3 1.9-4.3 4.3 0 2.3 1.9 4.2 4.3 4.2 2.4 0 4.3-1.9 4.3-4.2 0-2.3-1.9-4.3-4.3-4.3zM0 10.9v6.1c4 0 7.7 1.6 10.6 4.4 2.8 2.8 4.4 6.6 4.4 10.6h6.2c0-11.7-9.5-21.1-21.1-21.1zM0 0v6.1c14.2 0 25.8 11.6 25.8 25.9h6.2c0-17.6-14.4-32-32-32z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">RSS-feed<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><\/ul><\/div><p>Ist die Hom\u00f6opathie eine Wissenschaft? Wird dort Forschung betrieben? Nur wenn man diese Fragen vollumf\u00e4nglich mit &#8218;ja&#8216; beantworten k\u00f6nnte, nur dann w\u00e4re es gerechtfertigt, Hom\u00f6opathie als eigenst\u00e4ndiges Studienfach zu etablieren, in dem Bachelor of Science oder Master of Science als akademische Grade verliehen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><!--more-->In <a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=1400\">diesem<\/a> Artikel wurde bereits dargestellt, dass die Grundlagen der Hom\u00f6opathie denjenigen einer dogmatischen Heilslehre oder Religion entsprechen, bei der s\u00e4mtliches Wissen auf den Erkenntnissen eines prophetischen Gr\u00fcndervaters basiert, und das ein f\u00fcr alle Mal in einem heiligen Buch niedergelegt ist. F\u00fcr die Hom\u00f6opathie hei\u00dft der Prophet Samuel Hahnemann und die heilige Schrift ist der vor nunmehr 200 Jahren erstmals publizierte Organon der Heilkunst. Analog einer Bibel oder eines Koran wird der Organon heute noch vollumf\u00e4nglich als g\u00fcltig erachtet. Moderne Abhandlungen zur Wirkungsweise beschr\u00e4nken sich analog zur Theologie darauf, ob man nicht die eine oder andere Passage aus dem Heiligen Buch auf die zu untersuchende Fragestellung anwenden kann. Gelingt dies, dann gilt das Problem als gel\u00f6st, denn wie auch die Bibel braucht der Organon keinen weiteren Nachweis seiner G\u00fcltigkeit.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Ein weiteres Merkmal einer Wissenschaft ist, dass dort st\u00e4ndig versucht wird, das vorhandene Wissen zu \u00fcberpr\u00fcfen und zu erweitern. Es ist absehbar, dass in der Diskussion um die Wissenschaftlichkeit der Hom\u00f6opathie irgendwann angef\u00fchrt werden\u00a0wird, dass man genau dies betreibe, indem man im Rahmen der Arzneimittelpr\u00fcfungen st\u00e4ndig neue Wirkstoffe erforsche. Was es mit dieser anwendungsbezogenen Forschung auf sich hat, soll in diesem Artikel untersucht werden.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Jede Wissenschaftsdisziplin verf\u00fcgt \u00fcber einen allgemein akzeptierten Wissensstand. Ebenfalls gibt es in jedem wissenschaftlichen Arbeitsgebiet akzeptierte Verfahren zur \u00dcberpr\u00fcfung von neuen Hypothesen oder Theorien und zur Bereinigung von eventuell auftretenden Widerspr\u00fcchen zum bisherigen Kenntnisstand. Die Verfahren sind zwar h\u00f6chst verschieden, aber egal, ob Geschichts- oder Sprachwissenschaften, Jura oder Mathematik, Philosophie oder Medizin, Wirtschafts- und Naturwissenschaften, sie alle verf\u00fcgen \u00fcber Untersuchungsmethodiken, um festzustellen, ob bestimmte Wirkmechanismen tats\u00e4chlich vorhanden sind, und ob eine vorgeschlagene Hypothese geeignet ist, diese zutreffend zu beschreiben. Wichtig ist dabei, dass diese \u00dcberpr\u00fcfungen jederzeit wiederholbar sind.\u00a0\u00a0T\u00e4uschungen und Fehlschl\u00fcsse der Autoren m\u00fcssen soweit als m\u00f6glich ausgeschlossen werden.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Im Bereich der Medizin und der Pharmazie ist die doppelt oder dreifach verblindete klinische Studie das akzeptierte Verfahren, die Wirksamkeit eines Medikaments oder einer Therapie nachzuweisen. Hierbei wird eine Anzahl Studienteilnehmer nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine erh\u00e4lt das zu untersuchende Medikament, die andere wird gleich behandelt, au\u00dfer dass das verabreichte Medikament ein Placebo ist und\u00a0keinen Wirkstoff enth\u00e4lt &#8211; oder ein Wirkstoff, dessen Wirksamkeit bekannt ist. Alle Teilnehmer, die behandelnden \u00c4rzte, sowie m\u00f6glichst auch die Personen, die die Ergebnisse auswerten, sind in Unkenntnis \u00fcber die Gruppenzuordnung der jeweiligen Testpersonen, um auf diese Weise eine Gleichbehandlung aller Studienteilnehmer sicherzustellen. Der einzige Unterschied zwischen den Gruppen besteht dann darin, dass die eine mit dem Wirkstoff in Ber\u00fchrung kam, die andere nicht. Sofern das Ergebnis so deutlich ist, dass es sich wahrscheinlich nicht um einen reinen Zufall handelt, kann der Unterschied der Ergebnisse der Wirksamkeit des Medikaments als Ursache zugeordnet werden. Sofern dieses Ergebnis unabh\u00e4ngig wiederholt wurde, kann es als gesichert angesehen werden.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Das entsprechende Verfahren in der Hom\u00f6opathie ist die Arzneimittelpr\u00fcfung. Diese beruht auf dem von Hahnemann postulierten \u00c4hnlichkeitsprinzip. Hiernach ist ein Wirkstoff in der Lage, die Leiden zu heilen, deren Symptome er bei einem gesunden Menschen hervorrufen kann. Genau dies wird in einer hom\u00f6opathischen Arzneimittelpr\u00fcfung untersucht: Gesunde Menschen nehmen die Wirkstoffe ein und die beobachteten Symptome werden aufgezeichnet und in sogenannten Arzneimittelbildern gesammelt. Sie dienen sp\u00e4ter dem behandelnden Hom\u00f6opathen als Grundlage f\u00fcr die Verordnung von Medikamenten.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Es sei am Rande vermerkt, dass sich in diesem Vorgehen einer der vielen Widerspr\u00fcche der Hom\u00f6opathie offenbart. Zum einen hei\u00dft es, Hom\u00f6opathie sei ohne Nebenwirkungen, wirke also nur in dem Fall, in dem der Patient an den Symptomen leidet, die das Medikament behandeln kann. Dann kann eine Arzneimittelpr\u00fcfung nicht funktionieren, denn ein gesunder Mensch zeigt keine entsprechenden Symptome. Rufen die Medikamente hingegen bei einem Gesunden Symptome hervor, dann kann ein hom\u00f6opathisches Medikament nicht nebenwirkungsfrei sein, denn es w\u00fcrde ja dann bei einem Kranken die Symptome hervorrufen k\u00f6nnen, an denen er noch nicht leidet. Es sei denn, dem Wirkstoff wohnt eine intelligente Wesenheit inne, die das zum Nutzen des Kranken irgendwie steuert.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Zur\u00fcck zur Arzneimittelpr\u00fcfung.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">F\u00fcr die moderne Form der Arzneimittelpr\u00fcfung hat das ECCH kraft welcher Autorisierung auch immer im Jahre 2009 in zweiter Auflage eine Richtlinie (&#8218;Guidelines&#8216;) f\u00fcr die Durchf\u00fchrung herausgegeben, die wir im Folgenden betrachten wollen. Das ECCH (&#8218;European Council for Classical Homeopathy&#8216; oder &#8218;European Central Council of Homeopaths&#8216;, so richtig schl\u00fcssig ist man sich \u00fcber den Namen offenbar nicht) wurde 1990 gegr\u00fcndet, hat seinen Sitz in England und hat eine ganze Reihe solcher Schriften herausgegeben. (Edit 18.02.2017: Der urspr\u00fcngliche Link ist erloschen. Auf der Webseite des ECCH wird ein Dokument &#8218;ECCH Guidelines for provings&#8216; angesprochen, das aber nicht mehr zug\u00e4nglich ist (<a href=\"http:\/\/www.homeopathy-ecch.org\/documents\/proving\/\">hier<\/a>). Das urspr\u00fcngliche Dokument, auf das ich mich beziehe, ist hier zu finden: (Edit 15.08.2017: Link zwischenzeitlich erloschen). Ob es sich dabei um das gleiche Dokument handelt, ist ungewiss.)<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">In der Richtlinie zur Arzneimittelpr\u00fcfung wird die Vorgehensweise recht detailliert dargestellt. Uns interessiert hier im Wesentlichen die Konzeption sowie die Analyse und Verarbeitung der gewonnenen Daten. Dazu wird ausgesagt:<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Es wird empfohlen, dass 10 bis 30 % der Probanden ein Placebo erhalten, denn dies w\u00fcrde die Aufmerksamkeit der Probanden erh\u00f6hen und die Zuverl\u00e4ssigkeit der Ergebnisse verbessern. Wie, auf welche Weise dies geschehen soll, bleibt zun\u00e4chst im Dunkeln. Dabei wird darauf hingewiesen, dass auch Probanden, die Placebo erhalten haben, Pr\u00fcfsymptome entwickeln k\u00f6nnen. Wir d\u00fcrfen gespannt sein, wie man mit diesem Umstand umzugehen gedenkt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Alle Teilenehmer, die sie unterst\u00fctzenden Betreuer (&#8218;Supervisors&#8216;) sowie der Studienleiter selbst sollen im Unklaren dar\u00fcber sein, welches Mittel gerade getestet wird, ebenfalls \u00fcber die Zuordnung der Probanden zu Verum oder Placebo.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Sieben Tage vor Einnahme des zu pr\u00fcfenden Mittels, das in mehreren verschiedenen Potenzierungen verabreicht wird, sollen die Probanden beginnen, ihre Symptome aufzuzeichnen. Sie sollen ihre normalen Lebensgewohnheiten beibehalten &#8211; oder auch, als Alternative,\u00a0alle m\u00f6glicherweise die Wirkung aufhebenden Substanzen meiden, etwa Kaffee, Partydrogen, Kampher, Eukalyptus, Menthol und Minze sowie jeden Stoff, auf den sie empfindlich sind. Der Genuss dieser Stoffe soll rechtzeitig vor der Pr\u00fcfung eingestellt werden. Was ist &#8218;rechtzeitig&#8216;?<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die Richtlinie schweigt sich jedoch dar\u00fcber aus, welche der Alternativen zu w\u00e4hlen ist. Was macht jemand, zu dessen Lebensgewohnheiten der Genuss von Kaffee geh\u00f6rt? Ist ein Leben ohne Kaffee \u00fcberhaupt m\u00f6glich?<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die zu pr\u00fcfende Substanz soll so lange eingenommen werden, bis sich klare Symptome entwickeln, offenbar auch bei den Placebos. Die Probanden sollen alle Symptome notieren, sowie die Bedingungen, unter denen sie auftreten, sich verst\u00e4rken oder abschw\u00e4chen. Solange Symptome vorhanden sind, soll es einen t\u00e4glichen Kontakt zwischen dem Betreuer und dem Probanden geben, bei dem man die Aufzeichnungen durchgeht und\u00a0offene Punkte\u00a0kl\u00e4rt. Die Aufgabe des Betreuers ist es ausdr\u00fccklich, alle Regungen und Befindlichkeiten des Probanden herauszuarbeiten (&#8218;elicit&#8216;).<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Wenn die meisten der Symptome eines Probanden wieder abgeklungen sind, sch\u00e4tzungsweise vier bis sechs Wochen nach Einnahme, beginnt das Extrahieren der Ergebnisse, wobei die Ausdrucksweise des Probanden beibehalten wird. Die Aufnahme der Symptome erfolgt nach folgenden Kriterien:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<div lang=\"de-DE\">Neue Symptome, die bei dem Teilnehmer sonst nicht auftreten<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div lang=\"de-DE\">Normale oder aktuelle Symptome, die f\u00fchlbar intensiviert worden sind<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div lang=\"de-DE\">Aktuelle Symptome, die sich ver\u00e4ndert haben (mit einer deutlichen Beschreibung der gegenw\u00e4rtigen und ver\u00e4nderten Bestandteile)<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div lang=\"de-DE\">Alte Symptome, die wenigstens ein Jahr lang nicht aufgetreten waren (mit Zeitangabe zum letzten Auftreten)<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div lang=\"de-DE\">Gegenw\u00e4rtige Symptome, die w\u00e4hrend der Pr\u00fcfung abgeklungen sind (Heilung)<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div lang=\"de-DE\">Die Tageszeit, zu der ein Symptom aufgetreten ist, soll nur dann angegeben werden, wenn sie sich bei einem oder mehreren Teilnehmern wiederholt<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div lang=\"de-DE\">Wenn es Zweifel hinsichtlich eines Symptoms gibt, dann ist es in Klammern anzugeben. Wenn es auch bei einem anderen Teilnehmer aufgetreten ist, wird es ber\u00fccksichtigt, sonst nicht<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div lang=\"de-DE\">Ein Symptom, das wegen einer \u00c4nderung im Lebenswandel oder aufgrund besonderer Umst\u00e4nde (&#8218;exciting cause&#8216;) aufgetreten sein k\u00f6nnte, soll nicht ber\u00fccksichtigt werden.<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\">Symptome aus einer beil\u00e4ufigen Pr\u00fcfung (&#8218;casual proving&#8216;) sollen nur dann ver\u00f6ffentlicht und in Repertorien aufgenommen werden, wenn die strengsten Einschlusskriterien beachtet werden.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p lang=\"de-DE\">Im n\u00e4chsten Schritt werden die extrahierten Symptome aller Probanden zusammengefasst und in die Sprache und Ausdrucksweise der Materia Medica \u00fcbertragen, und das Ganze wird protokolliert.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Das war alles.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Es wird zwar noch kurz angesprochen, dass eine klinische Best\u00e4tigung der Ergebnisse sinnvoll w\u00e4re, dass dies aber im vorliegenden Dokument nicht behandelt wird. Eine Richtlinie, wie eine Studie zur klinischen Best\u00e4tigung zu gestalten w\u00e4re, liegt aber bis heute, \u00fcber drei Jahre nach der Publikation des hier betrachteten Dokuments, nicht vor.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Im Vorwort der Richtlinie wurde erw\u00e4hnt, dass man hiermit zwar Kriterien f\u00fcr eine hochwertige Arzneimittelpr\u00fcfung festlegen wolle &#8211; aber Ergebnisse, die aus anderen Pr\u00fcfungen stammen, die nicht diesen Standards gen\u00fcgen, sollen deshalb nicht abgewertet werden. Dieser Ansatz ist zwar irgendwie verst\u00e4ndlich &#8211; man m\u00fcsste ja sonst den gr\u00f6\u00dften Teil der Arzneimittelbilder, insbesondere die von Hahnemann selbst, aussondern &#8211; zeugt aber nicht von einem besonders ausgepr\u00e4gten Problembewusstsein.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Zusammengefasst hei\u00dft das etwa: &#8218;Nur die Ergebnisse, die in Arzneimittelpr\u00fcfungen ermittelt wurden, die diesen Richtlinien gen\u00fcgen, sind wirklich verl\u00e4sslich &#8211; aber die anderen gelten auch weiterhin.&#8216; Was soll das Ganze also?<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Neue Ergebnisse hingegen, die nicht nach diesen Regeln, sondern mittels eher zweifelhafter Vorgehensweisen ermittelt wurden, d\u00fcrfen nur verwendet werden, wenn sie den strengsten Kriterien entsprechen. Welcher Art sind diese &#8217;strengsten Einschlusskriterien&#8216;? Dar\u00fcber schweigt sich die Richtlinie wieder aus. Wahrscheinlich muss man die aufgef\u00fchrten Kriterien anwenden, wobei der Pr\u00fcfungsleiter ein besonders strenges Gesicht macht oder sonstwie ausdr\u00fcckt, dass er im Begriff ist, die aufgef\u00fchrten Einschlusskriterien besonders streng anzuwenden.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Aber, wenden wir uns einmal den ernsthaften Vorbehalten zu:<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Frage: Was passiert eigentlich mit den Ergebnissen aus der Placebogruppe?<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Antwort: Absolut nichts.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Das ist schon erstaunlich. Man treibt einigen Aufwand und l\u00e4sst eine Handvoll Probanden die Ergebnisse aufschreiben, unterst\u00fctzt von den Betreuern, treibt das Ganze weiter bis zum nicht n\u00e4her definierten Zeitpunkt,\u00a0zu dem\u00a0die Gruppenzuordnung offenbart wird &#8211; und wirft die Ergebnisse dann offenbar einfach weg.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Normalerweise besteht das Ergebnis einer Vergleichsuntersuchung aus dem Unterschied der Resultate beider Gruppen. Gedanklich etwa dadurch, dass man von dem Erfolg der Verumgruppe den Erfolg der Placebogruppe abzieht, denn letzterer ist ja offensichtlich auch von alleine ohne das Medikament eingetreten. Bei der hom\u00f6opathischen Arzneimittelpr\u00fcfung kommt dieser Gedankengang aber nicht vor. Man w\u00fcrde etwa erwarten, dass die Symptome bei Einnahme des zu pr\u00fcfenden Mittels mit den Symptomen unter Placebo verglichen werden. Wenn ein Symptom ganz \u00e4hnlich in beiden Gruppen vorkommt &#8211; dann kann es kein Symptom sein, das durch das Mittel hervorgerufen wurde, und h\u00e4tte folglich in einem Arzneimittelbild nichts zu suchen. Allein, die oben vollst\u00e4ndig aufgef\u00fchrten Bewertungskriterien sehen einen solchen Vergleich nirgendwo vor.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Bei diesem merkw\u00fcrdigen Vorgehen handelt es sich auch nicht um ein Versehen, das es wie auch immer durch alle Revisionen und Diskussionen in die zweite Auflage geschafft hat. Eine US-amerikanische Vereinigung von Hom\u00f6opathen hat 2013 ebenfalls Richtlinien zur Arzneimittelpr\u00fcfung herausgegeben [2]. Auch dort werden die Befunde aus der Placebogruppe nicht weiter beachtet. Immerhin wird vorgegeben, dass die Symptome der Probanden aus der Placebogruppe nicht in die Materia Medica einflie\u00dfen sollen. Irgendwie erscheint das selbstverst\u00e4ndlich &#8211; in den europ\u00e4ischen Richtlinien wird dazu allerdings nichts ausgesagt. So gesehen, kann ich eigentlich nur hoffen, dass die Feststellung &#8218;absolut nichts&#8216; auch wirklich zutrifft.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Wenn die Befunde der Placebogruppe auf keine Art und Weise im Ergebnis Ber\u00fccksichtigung finden, wozu sind sie dann gut? Wie soll dann die behauptete Verbesserung der Zuverl\u00e4ssigkeit der Ergebnisse entstehen? Das ist mit einfachen Mitteln nicht nachvollziehbar. Was mir dazu einf\u00e4llt, ist eine Art gef\u00fchlte, man k\u00f6nnte auch sagen, eine vorget\u00e4uschte Validit\u00e4t. Niemand kann f\u00fcrderhin behaupten, dass die hom\u00f6opathischen Arzneimittelpr\u00fcfungen ohne Placebogruppe stattfinden. Damit wird der Anschein erweckt, eine hom\u00f6opathische Arzneimittelpr\u00fcfung sei den klinischen Studien der evidenzbasierten Medizin vergleichbar. Dass die ermittelten Daten schlicht und einfach auf Nimmerwiedersehen im Orcus verschwinden, so als w\u00e4ren sie nie entstanden, erkennt man erst auf den zweiten Blick &#8211; den vermutlich nicht allzu viele Leute tun. F\u00fcr den interessierten Laien wird die Auskunft ihre beeindruckende Wirkung nicht verfehlen, man f\u00fchre die Arzneimittelpr\u00fcfungen ebenfalls randomisiert in doppelter Verblindung mit einer Placebo-Kontrollgruppe durch, folge also prinzipiell dem Standard klinischer Studien der evidenzbasierten Medizin.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Da die Ergebnisse der Verumgruppe nicht anhand der Kontrollgruppe \u00fcberpr\u00fcft werden, f\u00fchrt dies dazu, dass, wie seit Anbeginn der Hom\u00f6opathie \u00fcblich, alle \u00c4nderungen, die sich bei einem Probanden ergeben haben, in vollem Umfang auf die Einnahme des Hom\u00f6opathikums zur\u00fcckgef\u00fchrt werden. Genau so, als w\u00e4re eine zeitliche Abfolge von Ereignissen auch ein ausreichender Beweis daf\u00fcr, dass das fr\u00fchere das sp\u00e4tere Ereignis verursacht hat. So wie die H\u00e4hne durch ihr Kr\u00e4hen auch die Sonne zum Aufgehen bringen. Oder wir durch Abendessen die Tagesschau hervorrufen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die Auswirkungen davon k\u00f6nnen wir anhand des Berichts einer Arzneimittelpr\u00fcfung nachvollziehen, die zwischen Februar und Mai 2012 im italienischen Verona durchgef\u00fchrt wurde [3], wobei die Einnahme des Mittels zum 1. M\u00e4rz erfolgte und die Symptome den ganzen Monat \u00fcber gesammelt wurden. In dem Bericht wird zwar nicht auf die ECCH-Richtlinie Bezug genommen, soweit erkennbar folgte man aber einer zumindest sehr \u00e4hnlichen Vorgehensweise.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die Pr\u00fcfung wurde an 16 Probanden, alles Teilnehmer einer Hom\u00f6opathie-Ausbildung, durchgef\u00fchrt, vier erhielten Placebo, zw\u00f6lf das Medikament in drei verschiedenen Potenzen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Getestet wurde ein Medikament &#8218;Streptococcinum&#8216;, das aus den bekannten Krankheitserregern Streptococcus pyogenes gewonnen wurde, die beim Menschen Scharlach, Mandelentz\u00fcndung, als Folgeerkrankungen auch Niereninsuffizienz oder rheumatisches Fieber verursachen k\u00f6nnen. Aber, keine Sorge, in den Medikamenten, die in den Potenzen C30, C200 und C1000 verabreicht wurden, war kein einziges Bakterium oder auch nur ein Molek\u00fcl davon mehr vorhanden. Zumindest nicht aus der Ursubstanz, aus den Verunreinigungen des L\u00f6sungsmittels schon. Aber dies ist ja die normale Belastung und irgendeine dem Medikament innewohnende Intelligenz hat ja gelernt, zwischen den Wirkungen des nicht mehr vorhandenen Wirkstoffes und den Wirkungen der sehr wohl vorhandenen Verunreinigungen gleicher Art zu unterscheiden. Sonst w\u00e4ren Hom\u00f6opathika bekanntlich ja nicht herstellbar (s. <a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?page_id=72\">hier<\/a>).<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">In dieser Arzneimittelpr\u00fcfung wurden insgesamt 88 Symptome gefunden, die vermutlich jetzt in das offizielle Arzneimittelbild einflie\u00dfen werden. Hier ein paar willk\u00fcrlich herausgegriffene Beispiele:<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"padding-left: 30px;\"><em>(1) Ich sehe nur die schlechten Seiten von Dingen. Diesen Nachmittag f\u00fchlte ich mich niedergeschlagen und \u00e4rgerte mich \u00fcber die kleinste Bemerkung. Ich f\u00fchle mich lustlos, ich verschiebe Dinge, die ich eigentlich erledigen m\u00fcsste, und vertr\u00f6dle meine Zeit.<\/em><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"padding-left: 30px;\"><em>(15) Ich f\u00fchle mich extrem m\u00fcde und teilnahmslos. Ich will einfach nur schlafen gehen. Ich muss Dinge erledigen, habe aber keine Lust mich damit zu besch\u00e4ftigen. Ich f\u00fchle mich bereits m\u00fcde, bevor ich anfange. Ich bin so m\u00fcde, dass ich mich einfach ins Bett schleppen m\u00f6chte. Ich schlafe halb. Ich muss irgendwohin fahren, bin aber \u00fcber diese Schl\u00e4frigkeit sehr besorgt. Steifheit und Schmerz im linken Teil des Nackens.<\/em><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"padding-left: 30px;\"><em>(25) Ich habe weniger und weniger intensive Tr\u00e4ume. Ich tr\u00e4ume nicht mehr von Katzen.<\/em><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"padding-left: 30px;\"><em>(29) Sehr fettiges Haar.<\/em><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"padding-left: 30px;\"><em>(33) Ich f\u00fchlte mich beim Erwachen etwas m\u00fcde und erlebte ein wiederkehrendes Zittern der Unterlippe, das drei\u00dfig Minuten lang anhielt.<\/em><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"padding-left: 30px;\"><em>(45) Nach dem Mittagessen f\u00fchle ich mich elend und mein Bauch f\u00fchlt sich schwer an. Es ist, als w\u00e4re eine Flasche hei\u00dfen Wassers in meinem Unterbauch. Ich kann das Gef\u00fchl, wie mein G\u00fcrtel auf meinen Bauch dr\u00fcckt, nicht aushalten.<\/em><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"padding-left: 30px;\"><em>(60) Pl\u00f6tzliche Hungerattacken mit einem leeren Gef\u00fchl im Bauch.<\/em><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"padding-left: 30px;\"><em>(73) Gestern Abend hatte ich Probleme, im Bett warm zu werden. Ich habe ebenfalls einen rauen Hals; ich empfinde einen leichten weit verbreiteten Muskelschmerz und ein wenig Steifheit. Besonders mein linkes Knie tut weh und Schmerz und Steifheit wurden bei Bewegung schlimmer.<\/em><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die Autoren fassen die Symptomatik insgesamt als Hinweise auf Stimmungsschwankungen, Lustlosigkeit und\u00a0M\u00fcdigkeit zusammen, hinzu kommen Unduldsamkeit, Hautprobleme, Muskel- und Gliederschmerzen, Augenreizungen sowie vielf\u00e4ltige Schmerzen im ganzen K\u00f6rper. Was die vier Probanden erlebt haben, die Placebo eingenommen hatten, wird nicht berichtet.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Kann man glauben, dass die Symptome ausschlie\u00dflich von dem verabreichten Medikament herr\u00fchren? Das w\u00e4re dann der Fall, wenn sich das Befinden von Menschen innerhalb eines Monats normalerweise nicht oder nur sehr wenig \u00e4nderte. Das ist aber sicher nicht der Fall, wie jeder Leser sich anhand seiner eigenen Person \u00fcberlegen kann. Es ist doch wohl ausgeschlossen, dass es auch nur einen einzigen Monat im Leben eines Menschen gibt, an dessen Ende man sich genauso\u00a0f\u00fchlt wie am Anfang.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Normalerweise unterliegt man vielf\u00e4ltigen und sich rasch \u00e4ndernden Einfl\u00fcssen aus dem t\u00e4glichen Leben, aus Beruf oder Ausbildung, aus Partnerschaft und Familie, aus den verschiedenen sozialen Geschehnissen. Sport, Feiertage, das Auf und Ab von Beziehungen, sonstige Umwelteinfl\u00fcsse, alles dies ist doch bei keinem Menschen \u00fcber einen ganzen Monat hin soweit konstant, dass dies keine Auswirkungen auf das Befinden h\u00e4tte. Man bedenke, die Hom\u00f6opathie betrachtet ja den ganzen Menschen, seinen Geist, seine Psyche und seinen K\u00f6rper.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Alle diese Einflussm\u00f6glichkeiten werden durch das Vorgehen der hom\u00f6opathischen Arzneimittelpr\u00fcfung schlicht und einfach ignoriert, indem den K\u00fcgelchen als einzigem Agens unterstellt wird, \u00c4nderungen in den Befindlichkeiten der Probanden herbeif\u00fchren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Betrachten wir den M\u00e4rz, den Monat, in dem die Pr\u00fcfung stattfand:<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"padding-left: 30px;\"><em>Unter der Fr\u00fchjahrsm\u00fcdigkeit versteht man eine verringerte Leistungsbereitschaft und Mattigkeit, die viele Menschen im Fr\u00fchling erleben. Es handelt sich hierbei um keine Krankheit im eigentlichen Sinne, sondern um eine durch den Jahreszeitenwechsel hervorgerufene Erscheinung.<\/em><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"padding-left: 30px;\"><em>Die Symptome treten meist ab Mitte M\u00e4rz bis Mitte April auf und sind bei den Menschen unterschiedlich ausgepr\u00e4gt. Am h\u00e4ufigsten treten M\u00fcdigkeit (trotz ausreichender Schlafdauer), Wetterf\u00fchligkeit, Schwindelgef\u00fchl, Kreislaufschw\u00e4che, Gereiztheit, Kopfschmerzen, z. T. Gliederschmerzen und Antriebslosigkeit auf<br \/>\n(Quelle: Wikipedia, Stichwort &#8218;Fr\u00fchjahrsm\u00fcdigkeit&#8216;, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fr%C3%BChjahrsm%C3%BCdigkeit\">Link<\/a>).<\/em><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Dazu gibt es eine ganze Reihe von Pollen als Allergenen, die im M\u00e4rz erstmals auftreten: Die Wikipedia nennt Ulme, Weide, Pappel, Esche, Birke und Hainbuche. (Wikipedia, Stichwort &#8218;Allergische Rhinitis&#8216;, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Allergische_Rhinitis\">Link<\/a>) Auch Menschen, die sich nicht als Allergiker sehen, werden davon &#8211; wie der Verfasser dieser Zeilen &#8211; gelegentlich behelligt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Alleine mit diesen beiden Ph\u00e4nomenen, Fr\u00fchjahrsm\u00fcdigkeit und einsetzendem Pollenflug, w\u00e4re eine ganze Menge der Symptome dieser Arzneimittelpr\u00fcfung erkl\u00e4rbar. Ob dies tats\u00e4chlich so war, lie\u00dfe sich anhand der Kontrollgruppe feststellen. Wenn dort ebenfalls solche Symptome wie M\u00fcdigkeit, Gliederschmerzen und Augenreizungen aufgetreten sind, dann d\u00fcrften diese nicht in das Arzneimittelbild aufgenommen werden. Alleine, diese Pr\u00fcfung erfolgte nicht. Hierzu m\u00fcsste nat\u00fcrlich die Placebogruppe auch ausreichend gro\u00df sein, damit beide Gruppen mit einiger Wahrscheinlichkeit gleichm\u00e4\u00dfig mit Personen besetzt sind, die zur Fr\u00fchjahrsm\u00fcdigkeit oder zu einer Pollenempfindlichkeit neigen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Nach Lage der Dinge k\u00f6nnen wir davon ausgehen, dass das Ergebnis dieser Arzneimittelpr\u00fcfung wahrscheinlich wesentlich anders ausgefallen w\u00e4re, wenn sie zu einer anderen Jahreszeit stattgefunden h\u00e4tte. Im Mai w\u00e4ren wahrscheinlich die \u00fcblichen Fr\u00fchlingsgef\u00fchle in das Arzneimittelbild eingeflossen, im Hochsommer die Lust auf Speiseeis und das unangenehme Empfinden von W\u00e4rme, im Dezember die Suche nach derselben und die Lust auf Gl\u00fchwein, gutes Essen, auf Zimt und Lebkuchengew\u00fcrz.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Kann mit der Methode der Arzneimittelpr\u00fcfung eine Hypothesenpr\u00fcfung durchgef\u00fchrt werden?<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Auf gar keinen Fall.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Nehmen wir an, ich behaupte, das Medikament Streptococcinum C200 steigert die Lust auf Nussschokolade.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Sollte dieses Symptom tats\u00e4chlich w\u00e4hrend einer Arzneimittelpr\u00fcfung auftreten, dann ist, wie bereits ausgef\u00fchrt, auf keinen Fall sichergestellt, dass dies auch von dem untersuchten Medikament herr\u00fchrt. Da es Nussschokolade zu kaufen gibt, ist zu vermuten, dass man damit Umsatz machen kann. Dies bedeutet, dass es viele Menschen gibt, die auch ohne die Einnahme des Medikaments einen entsprechenden Appetit entwickeln k\u00f6nnen. Es gibt schlie\u00dflich ganze Berufszweige, die sich damit besch\u00e4ftigen, genau dies zu bewirken. Da man die Schl\u00fcsselreize f\u00fcr das Auftreten\u00a0des Appetits auf Nussschokolade\u00a0bei der Arzneimittelpr\u00fcfung nicht ausschlie\u00dfen kann, ist es nicht zutreffend, das Hom\u00f6opathikum als Ursache festzulegen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Tritt dieses Symptom nicht auf, hat das auch keine Aussagekraft. Schon Hahnemann hat darauf hingewiesen, das nicht jeder Proband alle Symptome eines Arzneimittels erleben wird. Angesichts der in die Hunderte,\u00a0ja bis in die Tausende gehenden Zahl von Symptomen eines einzelnen Medikaments ist es unumg\u00e4nglich, dass bei einer beliebigen Arzneimittelpr\u00fcfung ein sehr gro\u00dfer Anteil der bisher festgestellten Symptome nicht auftritt. Damit ist die Abwesenheit eines Symptoms in einem Arzneimittelbild und in einer Arneimittelpr\u00fcfung kein Beweis f\u00fcr die Nichtexistenz.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Folgerung: Die hom\u00f6opathische Arzneimittelpr\u00fcfung ist kein geeignetes Instrument, zutreffende von unzutreffenden Aussagen zu unterscheiden. Als eine wissenschaftliche Methodik also v\u00f6llig ungeeignet. Eine Kontrollgruppe schafft da keine Abhilfe, solange durch die Teilnehmerzahl nicht sichergestellt ist, dass die bisherigen Symptome in hoher Wahrscheinlichkeit auch in der Pr\u00fcfung auftreten. Ohne das berechnet zu haben, d\u00fcrfte die Gruppenst\u00e4rke damit bei einigen Tausend Teilnehmern liegen. Die in den Richtlinien empfohlenen Teilnehmerzahlen von um die 20 sind auf jeden Fall um einige Gr\u00f6\u00dfenordnungen zu niedrig.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><b>Schlussfolgerung:<\/b><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Auch heute ist die Realit\u00e4t der Arzneimittelpr\u00fcfung nicht anders als zu Zeiten Hahnemanns, der die Vorgehensweise schon im Organon der Heilkunst in den Paragraphen 121-145 beschrieben hat [4]. Insbesondere die Paragraphen 138 und 139\u00a0beschreiben, wie die Symptome der Probanden zu ermitteln und auszuwerten sind, ohne merklich an Aktualit\u00e4t eingeb\u00fc\u00dft zu haben.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">In den hier betrachteten Regeln zur Arzneimittelpr\u00fcfung wird zwar die Bildung einer Kontrollgruppe empfohlen, die nur Placebo erh\u00e4lt. Deren Befunde haben jedoch auf das Ergebnis der Pr\u00fcfung keinen wie auch immer gearteten Einfluss, es handelt sich wohl eher um ein Deckm\u00e4ntelchen, um eine moderne Versuchsf\u00fchrung vorzut\u00e4uschen. Ber\u00fccksichtigt man dies bei der Bewertung der Richtlinie &#8211; dann reduziert sich die Vorgehensweise weitestgehend nur auf das bereits vor zweihundert Jahren von Hahnemann beschriebene Verfahren, allenfalls im Stil der\u00a0Gegenwart\u00a0durch eine\u00a0recht aufgebl\u00e4hte Projektorganisation erg\u00e4nzt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Dabei ist und bleibt dieses Vorgehen von Grund auf unbrauchbar, weil es trotz der involvierten Betrachtungszeitr\u00e4ume von mehreren Wochen alleine den eingenommenen Medikamenten die F\u00e4higkeit unterstellt, \u00c4nderungen im Befinden der Patienten herbeizuf\u00fchren. Das ist v\u00f6lliger Humbug, wenn man sich vergegenw\u00e4rtigt, welchen vielf\u00e4ltigen und rasch wechselnden Einfl\u00fcssen der Mensch in seiner sozialen, wirtschaftlichen und physischen Lebensumwelt ausgesetzt ist, auf die er ohne Zweifel auf vielf\u00e4ltige Art und Weise in seinem Befinden reagiert. Aber dieser Fehler geh\u00f6rt zu den Grundfesten der Hom\u00f6opathie, schon deren Anf\u00e4nge in Form des Chinarindenversuchs basieren auf einem \u00e4hnlichen Irrtum Hahnemanns.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Aus dem gleichen Grunde ist die hom\u00f6opathische Arzneimittelpr\u00fcfung auch keine zuverl\u00e4ssige wissenschaftliche Methodik, zutreffende Aussagen von unzutreffenden zu unterscheiden. Taucht ein Symptom auf, ist nicht belegbar, ob auch das Medikament die Ursache daf\u00fcr war. Angesichts der hohen Anzahlen verzeichneter Symptome ist nicht zu erwarten, dass eine Arzneimittelpr\u00fcfung ein vollst\u00e4ndiges Bild liefern kann &#8211; womit auch aus dem Nicht-Auftreten eines Symptoms keine Schlussfolgerung m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Ergo: Die Hom\u00f6opathie verf\u00fcgt \u00fcber keine geeignete wissenschaftliche Methodik, ihren Kenntnisstand zu \u00fcberpr\u00fcfen und sich verl\u00e4ssliches neues Wissen zu erschlie\u00dfen &#8211; was eine dogmatische Religion allerdings auch nicht braucht.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><b>Literatur:<\/b><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">[1] European Council for Classical Homeopathy: ECCH Guidelines for Homeopathic Provings, 2nd Edition April 2009, <a href=\"http:\/\/www.homeopathy-ecch.org\/documents\/proving\/\">Link<\/a> zum Volltext<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">[2] Homoeopathic Pharmacopoeia Convention of the United States: HPCUS Proving Guidelines, April 14, 2013, Link zum Volltext ist erloschen (25.05.2015)<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">[3] Dominici G, Allergi F, Andreotti MC, Calieri R, Mariani I, Pomposelli R, Tonini E, Lnaza L: Streptococcinum Proving 2012 conducted by the school of Homeopathy, Verona, <a href=\"http:\/\/www.omeopatia-roma.it\/en\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/02\/Streptococcinum_proving_eng.pdf\" class=\"broken_link\">Link<\/a> zum Volltext<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">[4] Hahnemann s: Organon der Heilkunst, 6. Auflage, Burgdorf Verlag, 2001, <a href=\"http:\/\/www.wisshom.de\/dokumente\/upload\/6554a_organon_burgdorfverlag.pdf\" class=\"broken_link\">Link<\/a> zum Volltext<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ist die Hom\u00f6opathie eine Wissenschaft? Wird dort Forschung betrieben? Nur wenn man diese Fragen vollumf\u00e4nglich mit &#8218;ja&#8216; beantworten k\u00f6nnte, nur dann w\u00e4re es gerechtfertigt, Hom\u00f6opathie als eigenst\u00e4ndiges Studienfach zu etablieren, in dem Bachelor of Science oder Master of Science als &hellip; <a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=1495\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13,4],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1495"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1495"}],"version-history":[{"count":21,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1495\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3194,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1495\/revisions\/3194"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1495"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1495"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1495"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}