{"id":110,"date":"2013-05-07T21:12:41","date_gmt":"2013-05-07T19:12:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/Blog\/?p=110"},"modified":"2019-11-26T18:47:25","modified_gmt":"2019-11-26T17:47:25","slug":"anwendung-individueller-homoopathischer-medikamente-bei-adhs-studie-von-h-frei-et-al-universitat-bern-2005-2006","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=110","title":{"rendered":"Anwendung individueller hom\u00f6opathischer Medikamente bei ADHS &#8211; Studie von H. Frei et al., Universit\u00e4t Bern (2005 \/ 2006)"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook%7Ctwitter\" data-url=\"http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D110\" data-timestamp=\"1574794045\" data-hidezero=\"1\" data-backendurl=\"?rest_route=\/shariff\/v1\/share_counts&\"><ul class=\"shariff-buttons theme-default wcag_colors orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D110\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#38548F; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<span data-service=\"facebook\" style=\"color:#38548F\" class=\"shariff-count\"> 58<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D110&text=Anwendung%20individueller%20hom%C3%B6opathischer%20Medikamente%20bei%20ADHS%20%E2%80%93%20Studie%20von%20H.%20Frei%20et%20al.%2C%20Universit%C3%A4t%20Bern%20%282005%20%2F%202006%29\" title=\"Bei Twitter teilen\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#115A92; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 30 32\"><path fill=\"#55acee\" d=\"M29.7 6.8q-1.2 1.8-3 3.1 0 0.3 0 0.8 0 2.5-0.7 4.9t-2.2 4.7-3.5 4-4.9 2.8-6.1 1q-5.1 0-9.3-2.7 0.6 0.1 1.5 0.1 4.3 0 7.6-2.6-2-0.1-3.5-1.2t-2.2-3q0.6 0.1 1.1 0.1 0.8 0 1.6-0.2-2.1-0.4-3.5-2.1t-1.4-3.9v-0.1q1.3 0.7 2.8 0.8-1.2-0.8-2-2.2t-0.7-2.9q0-1.7 0.8-3.1 2.3 2.8 5.5 4.5t7 1.9q-0.2-0.7-0.2-1.4 0-2.5 1.8-4.3t4.3-1.8q2.7 0 4.5 1.9 2.1-0.4 3.9-1.5-0.7 2.2-2.7 3.4 1.8-0.2 3.5-0.9z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">twittern<\/span>&nbsp;<span data-service=\"twitter\" style=\"color:#115A92\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button rss shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?feed=rss\" title=\"RSS-feed\" aria-label=\"RSS-feed\" role=\"button\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#aa2e00; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#fe9312\" d=\"M4.3 23.5c-2.3 0-4.3 1.9-4.3 4.3 0 2.3 1.9 4.2 4.3 4.2 2.4 0 4.3-1.9 4.3-4.2 0-2.3-1.9-4.3-4.3-4.3zM0 10.9v6.1c4 0 7.7 1.6 10.6 4.4 2.8 2.8 4.4 6.6 4.4 10.6h6.2c0-11.7-9.5-21.1-21.1-21.1zM0 0v6.1c14.2 0 25.8 11.6 25.8 25.9h6.2c0-17.6-14.4-32-32-32z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">RSS-feed<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><\/ul><\/div><p><b>Zusammenfassung:<\/b><\/p>\n<p>Die Autoren haben in den Jahren 2002 bis 2005 an der Universit\u00e4t Bern \/ Schweiz eine Untersuchung durchgef\u00fchrt mit dem Ziel, die Wirkung hom\u00f6opathischer Medikamente bei ADHS (Aufmersamkeits-Defizit \/ Hyperaktivit\u00e4ts-St\u00f6rung) nachzuweisen. Dazu wurden 62 Kinder im Alter zwischen 6 und 16 Jahren in zwei Gruppen mit einem individuell verordneten hom\u00f6opathischen Medikament beziehungsweise mit einem Placebo behandelt. Nach Ansicht der Forscher haben sie im Ergebnis nachweisen k\u00f6nnen, dass die Hom\u00f6opathie eine wissenschaftliche Methode sei, ADHS bei Kindern zu behandeln. Diese Auffassung ist nach meiner Ansicht nicht gerechtfertigt. Gr\u00fcnde:<\/p>\n<ul>\n<li>Die ohne Zweifel vorhandenen Verbesserungen w\u00e4hrend der unverblindeten Einnahme des hom\u00f6opathischen Mittels k\u00f6nnen auch auf eine ganze Reihe anderer positiv wirkender Effekte zur\u00fcckgef\u00fchrt werden.<\/li>\n<li>Von den vier Verl\u00e4ufen unter der veblindeten Einnahme von Verum oder Placebo w\u00e4hrend der Crossover-Phase entspricht nur einer der Annahme, dass Verum ein wirksames Medikament sei, die anderen drei Verl\u00e4ufe stehen hingegen im Widerspruch hierzu.<\/li>\n<li>Die Aussagen in der Fernsehsendung des Bayerischen Rundfunks zu dieser Untersuchung erscheinen gewollt positiv verf\u00e4lschend.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wenn man in der Studie schon einen Nachweis sehen will, dann eher daf\u00fcr, dass hom\u00f6opathische Medikamente bei Bef\u00fcrwortern der Hom\u00f6opathie eine Wirkung aus\u00fcben, sofern diese sicher sind, das ihnen verordnete Medikament zu erhalten. Bestehen Zweifel hinsichtlich der Zusammensetzung des Medikaments, dann ist keine eindeutige Wirkung mehr feststellbar. Man kann das Studienergebnis folglich eher gegen als f\u00fcr die Hom\u00f6opathie verwenden.<\/p>\n<p>Erg\u00e4nzung vom 2.12.2013:<br \/>\nAn diese Studie schloss sich eine Langzeitstudie an, die in <a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?page_id=1297\">diesem<\/a> Beitrag betrachtet wird.<\/p>\n<p>Edit 18.12.2014<br \/>\n&#8211; Irrtum meinerseits korrigiert: Kein Wechsel der Vergleichsbasis in den Daten<br \/>\n&#8211; Betrachtung zur Signifikanz und Relevanz des Ergebnisses eingef\u00fcgt<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><b>Einf\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Der Studie liegt eine sehr aufw\u00e4ndige Untersuchung zu Grunde, die an der Universit\u00e4t Bern in den Jahren 2002 bis 2005 an Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 16 Jahren (bei Studienbeginn) durchgef\u00fchrt wurde. Die Studie wurde 2005 in einer englischsprachigen Fachzeitschrift ver\u00f6ffentlicht [1]. Ein Jahr sp\u00e4ter wurde \u00fcber die Untersuchung in abgewandelter Form in deutscher Sprache berichtet [2]. Beide Versionen sind im Internet als Volltext verf\u00fcgbar, siehe die im Quellenverzeichnis angegebenen Links. In keiner der Zeitschriften konnten Diskussionsbeitr\u00e4ge zu der Ver\u00f6ffentlichung gefunden werden. Die englische Version wird wegen ihrer fr\u00fcheren Ver\u00f6ffentlichung im Folgenden als das Original betrachtet, die deutsche Version gelegentlich zur Erg\u00e4nzung dieser Betrachtungen herangezogen.<\/p>\n<p><b>Studiendesign<\/b><\/p>\n<p>Untersuchungen\u00a0zur Wirksamkeit von Arzneimitteln werden \u00fcblicherweise in placebokontrollierten doppeltblinden klinischen Studien durchgef\u00fchrt. Dabei erh\u00e4lt eine Gruppe das wirksame Arzneimittel (&#8218;Verum&#8216; = das Wahre), die andere Gruppe ein Placebo ohne Wirkstoff. Dabei wei\u00df keiner der Teilnehmer, welcher Gruppe er angeh\u00f6rt. Nach Auffassung der Hom\u00f6opathen ist dieses Vorgehen aber zum Nachweis der Wirkung hom\u00f6opathischer Mittel ungeeignet, denn ein wirksames Mittel muss individuell f\u00fcr den einzelnen Patienten ausgew\u00e4hlt werden. Da dies auch mehrere Versuche beinhalten kann, kommt\u00a0der Patient\u00a0zwangsl\u00e4ufig mit einem wirksamen Mittel in Ber\u00fchrung.<\/p>\n<p>Diese Schwierigkeit wollten die Schweizer Forscher in ihrem Vorgehen ber\u00fccksichtigen. Der Grundgedanke dabei war, nicht zu messen, was passiert, wenn man der Verum-Gruppe ein wirksames Medikament zuf\u00fchrt, sondern zu beobachten, was passiert, wenn man w\u00e4hrend der Behandlung mit einem wirksamen Medikament dieses durch ein wirkungsloses Placebo ersetzt.<\/p>\n<p>Hieraus ergab sich das folgende Vorgehen: man hat zun\u00e4chst f\u00fcr alle Patienten, bei denen ADHS zweifelsfrei festgestellt werden konnte, ein wirksames Medikament bestimmt, das von den Patienten eingenommen wurde. Zur Teilnahme an der weiteren Studie wurden die Patienten ausgew\u00e4hlt, die in dieser Screening genannten Phase ein bestimmtes Mindestma\u00df an Verbesserung erzielt haben. Diese Patienten wurden in zwei Gruppen eingeteilt. In der folgenden Crossover-Phase erhielt die Gruppe A f\u00fcr sechs Wochen weiterhin ihre hom\u00f6opathische Arznei und anschlie\u00dfend f\u00fcr 6 Wochen ein Placebo. Die Gruppe B erhielt zuerst f\u00fcr sechs Wochen ein Placebo, danach f\u00fcr 6 Wochen wieder das Verum. Beide Gruppen wurden dann nochmals offen f\u00fcr 6 Wochen mit ihrem hom\u00f6opathischen Medikament behandelt, woran sich dann eine langfristige Nachbeobachtung anschloss.<\/p>\n<p>Letztendlich nahmen zum Beginn der Crossover-Phase 62 Kinder an der Untersuchung teil.<\/p>\n<p>Die Kinder und Jugendlichen wurden zu Anfang, im Verlauf und am Ende der Studie ausgiebigen Untersuchungen unterzogen, die zum einen die ADHS-Diagnose best\u00e4tigen sollten. Dar\u00fcber hinaus wurden eine Reihe neuropsychologischer Daten aufgenommen und ausgewertet. Das wesentliche Bewertungskriterium, an dem die Entwicklung der Patienten fortlaufend zu verschiedenen definierten Zeitpunkten gemessen wurde, war jedoch ein bestimmter Index (Conners\u00a0Global Index, CGI), der von den Eltern per Fragebogen festgestellt wurde. Dieser Index liefert Zahlen zwischen 0 (keine Auff\u00e4lligkeit) und 30 (extrem auff\u00e4lliges Verhalten).<\/p>\n<p><b>Der CGI &#8211; Index<\/b><\/p>\n<p>Immer, wenn man etwas misst, dann muss man sich dar\u00fcber Gedanken machen, ob das Messinstrument und die Art, wie es angewendet wird, auch daf\u00fcr geeignet sind, den gew\u00fcnschten Messwert in der gew\u00fcnschten Genauigkeit zu ermitteln. Im t\u00e4glichen Leben tun wir das zwar eher nicht, aber wir haben es auch zumeist mit vergleichsweise einfachen Messaufgaben zu tun. Aber hier ist das anders. Es gibt kein Messinstrument, keine Waage, Meterma\u00df oder Thermometer, mit dem man direkt messen kann, wie stark ADHS bei dem einzelnen Kind ausgepr\u00e4gt ist und wie sich das im Laufe einer Behandlung eventuell ver\u00e4ndert. Daher muss man auf eine indirekte Methodik zur\u00fcckgreifen, hier den CGI-Fragebogen, um die St\u00e4rke des ADHS beim jeweiligen Patienten zu ermitteln. Es d\u00fcrfte ohne Weiteres klar sein, dass der Fragebogen f\u00fcr diesen Zweck mehr oder weniger gut geeignet sein kann. Auch die Einsicht, dass es kein besseres und f\u00fcr die vorliegende Aufgabe praktikableres Verfahren gibt als das hier Gew\u00e4hlte, \u00e4ndert nichts daran, dass es notwendig ist, sich zu vergewissern, wie weit man den Werten &#8218;trauen&#8216; kann.<\/p>\n<p>Der Prozess, die Aussagekraft eines Messverfahrens zu ermitteln, hei\u00dft in der Analytik &#8218;Validierung&#8216; des Messverfahrens. Frei gibt in [1] an, die Eignung des CGI sei f\u00fcr seine Zwecke bereits in vorliegenden Arbeiten hinreichend validiert und verweist dazu auf eine Arbeit von Snyder et al. [3]. Dieses Zitat verweist aber nur auf einen Diskussionsbeitrag zu einer gr\u00f6\u00dferen Arbeit von Collet et. al. [4], der darin eine Reihe gebr\u00e4uchlicher Ma\u00dfst\u00e4be und Indices f\u00fcr die Diagnose von ADHS untersucht. Erstaunlicherweise wird in keiner dieser Quellen der CGI auch nur erw\u00e4hnt. Auch keiner von den anderen betrachteten Indices ist dem CGI auch nur n\u00e4herungsweise \u00e4hnlich (10 Fragepunkte, von den Eltern zu bewerten). Quintessenz: Im Gegensatz zu den Aussagen von Frei haben wir keine Informationen \u00fcber die Aussagekraft des CGI im Allgemeinen, schon gar nicht f\u00fcr die Art und Weise, wie er hier in der Studie gehandhabt wird.<\/p>\n<p>Da uns keine Angaben vorliegen, m\u00fcssen wir uns selbst mit der Zuverl\u00e4ssigkeit der mit dem CGI ermittelten Aussagen befassen. Wir k\u00f6nnen dabei allerdings nur die Plausibilit\u00e4t daf\u00fcr pr\u00fcfen, ob die erzielten Messwerte tats\u00e4chlich die Aussagekraft haben, die Frei ihnen zumisst.<\/p>\n<p>Bez\u00fcglich ADHS sei auf den ausf\u00fchrlichen Artikel in der Wikipedia [5] hingewiesen.<\/p>\n<p>Der CGI, wie ihn Frei verwendet, bildet die DSM IV Kriterien zur Diagnose von ADHS ab und erfordert, dass die Eltern bewerten, wie h\u00e4ufig ihr Kind das folgende Verhalten zeigt:<\/p>\n<ul>\n<li>unruhig oder \u00fcberm\u00e4\u00dfig aktiv<\/li>\n<li>st\u00f6rt andere Kinder<\/li>\n<li>erregbar, impulsiv<\/li>\n<li>bringt angefangene Dinge nicht zu einem Ende, kurze Aufmerksamkeitsspanne<\/li>\n<li>st\u00e4ndig zappelig<\/li>\n<li>unaufmerksam, leicht abgelenkt<\/li>\n<li>Erwartungen m\u00fcssen umgehend erf\u00fcllt werden, leicht frustriert<\/li>\n<li>weint leicht und h\u00e4ufig<\/li>\n<li>schneller und ausgepr\u00e4gter Stimmungswechsel<\/li>\n<li>Wutausbr\u00fcche, explosives, unvorhersagbares Verhalten.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Verhaltensweisen sind zu bewerten, ob sie nie (0), ein wenig (1), ziemlich stark (2), oder sehr stark (3) auftreten. Was mit den jeweils in den Klammern angegebenen Punkten bewertet wird. Die Summe der Punkte aus allen zehn Fragen ist der ermittelte Indexwert.<\/p>\n<p>Die Schwierigkeit ist, wie ersichtlich, dass wir es mit Handlungsweisen zu tun haben, die bestimmt jedes Kind irgendwann einmal zeigt oder gezeigt hat. Die Eltern m\u00fcssen bewerten, ob das Kind beispielsweise leicht abgelenkt werden kann, oder ob es normal ist, dass ein Kind von einem gro\u00dfen Vogel vor dem Fenster abgelenkt wird. Wie weit ist es normal, bei dem Schmerz oder der Entt\u00e4uschung, die das Kind gerade erlebt, zu weinen und wo f\u00e4ngt &#8218;leicht und h\u00e4ufig&#8216; an? Wo ist die Grenze beispielsweise zwischen &#8218;ziemlich stark&#8216; und &#8217;sehr stark&#8216; zu ziehen? Selbst wenn die Eltern Strichlisten f\u00fchren w\u00fcrden, bliebe immer noch ein erheblicher Ermessensspielraum.<\/p>\n<p>Die Folgen sind f\u00fcr die Aussagekraft gravierend. In der Technik hat sich eine bestimmte Betrachtungsweise herausgebildet, wie man sich mit m\u00f6glichen Problemen auseinandersetzt. Diese auf das vorliegende Problem angewendet, bringt etwa folgendes Bild:<\/p>\n<p>Was gesucht wird, ist, wie stark ADHS gegenw\u00e4rtig bei dem betrachteten Kind ausgepr\u00e4gt ist, \u00fcbernehmen wir hier der Zweckm\u00e4\u00dfigkeit halber die Skala von 0 bis 30 Indexpunkten.<\/p>\n<p>Kinder sind lebende Wesen, die, genau wie alle anderen Menschen auch, Stimmungsschwankungen unterworfen sind, gute und schlechte Tage haben. Machen wir einen Fehler, wenn wir annehmen, dass dies sich auch auf das f\u00fcr den Fragebogen relevante Verhalten auswirken wird? Es wird sicher eine gewisse Bandbreite des Verhaltens geben, das ein &#8217;20-Punkte- ADHS-Kind&#8216; im Laufe der Zeit an den Tag legt, auch ohne dass dies eine \u00c4nderung in dem Ausma\u00df darstellt, an dem es an ADHS leidet. Demzufolge m\u00fcsste\u00a0man eigentlich mehrere Beobachtungen \u00fcber eine l\u00e4ngere Zeit heranziehen, um die Streuungen ausfiltern zu k\u00f6nnen und den Mittelwert als den eigentlichen Messwert weiter zu verwenden. In dieser Untersuchung wurde der CGI aber genutzt, eine Ver\u00e4nderung darzustellen, eine Betrachtung \u00fcber eine lange Zeit und Mittelung der Werte ist da unm\u00f6glich. Wir m\u00fcssen mangels n\u00e4herer Angaben daher davon ausgehen, dass solche Zufallsschwankungen der Stimmungslage voll in die Messwerte eingeflossen sind.<\/p>\n<p>Das n\u00e4chste Problem: Treten denn die Ursachen, die Trigger f\u00fcr die jeweiligen Handlungsmuster, immer in gleichem Umfang auf? Wahrscheinlich eher nicht. Bei einer Crossover-Phase von sechs Wochen f\u00e4llt wahrscheinlich entweder deren Beginn in oder zumindest in die N\u00e4he der Schulferien oder deren Ende. Mehr oder weniger Stress in der Familie sowie f\u00fcr das Kind selbst sind die Folge, auf die es mit Sicherheit auch reagiert und dabei die ihm zur Verf\u00fcgung stehenden Handlungsweisen mehr oder weniger intensiv zeigt. Hierzu geh\u00f6rt sicher auch, dass das Leben f\u00fcr die Eltern weitergeht, es mehr oder weniger Spannung in der Partnerschaft, im Beruf, in Sachen Geld, mit den Nachbarn und so weiter und so fort geben wird, das ganze Spektrum dessen, was man Leben nennt. Insbesondere d\u00fcrfte Streit um Erziehungsfragen zur Regel geh\u00f6ren. Dabei k\u00f6nnen wir sicher sein, dass eine Familie, die mit einem hyperaktiven Kind schlie\u00dflich den Weg zum Kinderarzt findet, schon unter einem erheblichen Stress und Leidensdruck steht und nicht alle F\u00e4hrnisse des Lebens souver\u00e4n mit gro\u00dfer Gelassenheit wegsteckt. Also wird das Zusammenleben nicht durch eine gleichf\u00f6rmige ruhige Gangart gekennzeichnet sein, sondern sehr wohl auch noch durch mehr oder weniger heftige Wechsel in den Lebensumst\u00e4nden, die auch das Verhalten des Kindes beeinflussen.<\/p>\n<p>Als dritten Punkt ist die subjektive Bewertung des Verhaltens des Kindes durch die Eltern zu sehen. Auch da d\u00fcrfte es in einem hohen Ma\u00dfe von der augenblicklichen psychischen Verfassung abh\u00e4ngen, wie ein bestimmtes Verhalten gewertet wird. Das gleiche Verhalten des Kindes wird sicher abh\u00e4ngig von der Verfassung der Eltern in einem mehr oder weniger gro\u00dfen Spektrum bewertet, ob man entspannt ist oder unter einem irgendwie gearteten Druck steht.<\/p>\n<p>Quintessenz dieser Betrachtung: Die Messung der Auspr\u00e4gung des ADHS mit dem CGI d\u00fcrfte eine erhebliche Messunsicherheit zeigen, die wir hier allerdings mangels geeigneter M\u00f6glichkeiten nicht beziffern k\u00f6nnen. Ich neige dazu, die Skala von 0 bis 30 entsprechend den \u00fcblichen Schulnoten in sechs Bereiche einzuteilen, und mit den Noten von 1 bis 6 zu unterlegen, aber dies ist eine rein willk\u00fcrliche Festlegung. Dies erg\u00e4be eine Spannweite von 5 Punkten, innerhalb der der Messwert schwanken kann, ohne dass dies auch zwangsl\u00e4ufig auf eine \u00c4nderung im Befund des Kindes hindeutet.<\/p>\n<p>Vergegenw\u00e4rtigt man sich aber, dass es dann nur bei f\u00fcnf der obigen zehn Fragen nur einer Verbesserung oder Verschlechterung um einen einzigen Schritt bedarf, um den Notenwert um einen Z\u00e4hler zu \u00e4ndern, dann erscheint diese Einteilung sogar noch eher zu fein. Wenn man nur f\u00fcnfmal die Bewertung zwischen &#8218;ein wenig&#8216; und &#8218;ziemlich stark&#8216; \u00e4ndert, ergibt dies einen solchen Sprung. Oder f\u00fcnfmal von &#8217;sehr stark&#8216; zu &#8218;ziemlich stark&#8216;.<\/p>\n<p>Mangels besserer Angaben werden wir die Studienergebnisse aber an diesen Erkenntnissen spiegeln.<\/p>\n<p>Anmerkung:<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich scheint dieser Index ein Hilfsmittel bei der Diagnose zu sein, etwa 0 bis 10 Punkte sind sicher unauff\u00e4llig, 20 bis 30 Punkte deuten auf eine m\u00f6gliche ADHS hin und 10 bis 20 Punkte sind unbestimmt. Dann w\u00e4re es f\u00fcr die Diagnose auch egal, ob sich nun 23 oder 27 Punkte ergeben, um weitere Ma\u00dfnahmen, die Diagnose zu erh\u00e4rten, gerechtfertigt erscheinen zu lassen. F\u00fcr solche (Vor-)Untersuchungen scheint der CGI durchaus gen\u00fcgend empfindlich zu sein.<\/p>\n<p>Nachtrag (12. 5. 2013)<br \/>\nWie Herr Ulrich Berger in seinem Kommentar vom 9. 5. richtig bemerkt, ist unter dem Begriff CGI der &#8218;Conners Global Index&#8216; zu verstehen und nicht, wie weiter oben irrt\u00fcmlich ausgef\u00fchrt, ein &#8218;Conners General Index&#8216;. Die fragliche Textstelle wurde zwischenzeitlich korrigiert. In [7] unterziehen Faries et al. verschiedene Bewertungsskalen f\u00fcr ADHS einer f\u00f6rmlichen Validierung, darunter auch den CGI. F\u00fcr diesen Artikel\u00a0von Interesse ist die Wiederholgenauigkeit einer Messung (&#8218;Test-Retest Reliability&#8216;). F\u00fcr den CGI wird ein Korrelationskoeffizient von 0,73 angegeben. Dies ist eine Kennzahl, wie gut Datenpunkte auf einer Geraden liegen, f\u00fcr uns also, wie gut bei einer Wiederholung des Tests die urspr\u00fcnglichen Werte getroffen werden. Im Idealfall w\u00fcrde diese Kennzahl bei 1 liegen, siehe das folgende Bild aus [8]:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Correlation_examples.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-181\" src=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Correlation_examples-300x98.png\" alt=\"Correlation_examples\" width=\"300\" height=\"98\" srcset=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Correlation_examples-300x98.png 300w, http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Correlation_examples.png 339w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Es ist zwar nicht m\u00f6glich, aus diesem Wert auszurechnen, ob wir mit der Annahme von 5 Punkten als Aufl\u00f6sung genau richtig liegen. Dass aber mit einer recht deutlichen Streuung zu rechnen ist, wird hier best\u00e4tigt.<\/p>\n<p><b>Studienergebnisse:<\/b><\/p>\n<p>Das Ergebnis der Studie kann man grob in zwei Bereiche einteilen. Zum Einen gibt es die langfristige unverblindete Behandlung der Kinder mit ihren individuell zugeordneten hom\u00f6opathischen Medikamenten, von der ersten Untersuchung zur Best\u00e4tigung der ADHS-Diagnose bis zur Nachuntersuchung zum Ende der Studie. Zum Anderen gibt es die dazwischen liegende Crossover Phase, die wir hier gesondert betrachten wollen. Dabei betrachten wir in der Hauptsache die CGI Werte. Die in erheblichem Umfang erhobenen und berichteten weiteren Daten, etwa die neuropsychologischen Daten, betrachten wir nicht. Auch benutzen wir der Einfachheit halber nur die Mittelwerte, die hier als Mediane dargestellt sind. Unter einem Median versteht man den Wert, der von der einen H\u00e4lfte der Teilnehmer unterschritten (oder erreicht) wird, von der anderen H\u00e4lfte aber \u00fcbertroffen (oder erreicht wird). Bei einer Gruppenst\u00e4rke von beispielsweise 31 Kindern ist dies also der CGI-Wert des 16. Kindes.<\/p>\n<p><b>Ergebnisse der langfristigen Behandlung:<\/b><\/p>\n<p>Bei 83 Kindern im Alter von 6 bis 16 Jahren konnte die ADHS-Diagnose best\u00e4tigt werden. Daraufhin wurde das Medikament ausgew\u00e4hlt und eingenommen, bis der CGI-Wert um mindestens 50 % oder um mindestens 9 Punkte reduziert war. Allen Teilnehmern war bekannt, dass sie das Medikament erhielten.<\/p>\n<p>13 Kinder erreichten die erforderliche Verbesserung nicht, davon zeigten drei gar keine Reaktion, f\u00fcnf eine zu geringe, bei f\u00fcnf gab es Probleme mit dem Einhaltung der Verordnung, die aber auch die erforderliche Verbesserung nicht erreichten. Folglich zeigten nur 70 Kinder bis zum Beginn der Crossover-Phase die erforderliche Verbesserung des Befindens. Von diesen 70 Kindern nahmen wiederum nur 62 an der weiteren Untersuchung teil, f\u00fcnf weigerten sich teilzunehmen, drei erreichten die Verbesserung nicht rechtzeitig.<\/p>\n<p>Insgesamt lag der CGI als Mittelwert (Median) der sp\u00e4teren Teilnehmer in der Crossoverphase zu Anfang bei 19 Punkten und sank auf 8 Punkte. Die Zeitdauer dieser Phase betrug im Schnitt 5,1 Monate, im Extrem bis 18 Monate. Im gesamten weiteren Verlauf schwankten die CGI au\u00dferhalb der Crossover-Phase nur wenig.<\/p>\n<p>11 der 62 Kinder, die an der Crossover-Studie teilnahmen, waren vorher mit Stimulanzien behandelt worden, eine Behandlung, die zu Beginn der Studie eingestellt werden musste.<\/p>\n<p>So, das sieht zun\u00e4chst ja mal recht eindrucksvoll aus. Unter der hom\u00f6opathischen Behandlung wurde mit einer Verbesserung von im Mittel 11 CGI-Punkten eine Verbesserung erzielt, die sicher weit oberhalb unserer oben definierten Messunsicherheit liegt. Es hat also sp\u00fcrbare Verbesserungen gegeben, im Mittel von Schulnote 4 auf Schulnote 2. Sehr sch\u00f6n. Nur: ist das zwangsl\u00e4ufig auf das hom\u00f6opathische Mittel zur\u00fcckzuf\u00fchren?<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen verschiedene Effekte betrachten, die das Ergebnis zu positiven Werten hin beeinflussen.<\/p>\n<p>&#8211; Einfluss des Vergleichsbasis<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst ist zu konstatieren, dass, wie oben bereits dargestellt, nicht alle Patienten bewertet wurden, die am Anfang der Screeningphase teilnahmen. Auch wenn dies keinen Einfluss auf den berichtete Verbesserung der Studienteilnehmer hat, so ist doch festzuhalten, dass die berichtete gro\u00dfe Verbesserung nur dadurch zsutande kommt, dass man die Kinder mit nur geringem Fortschritt aus der Betrachtung ausgeklammert hat. Mangels ausreichender Informationen kann die Gr\u00f6\u00dfe des Einflusses auf die Medianwerte allerdings nicht zuverl\u00e4ssig\u00a0abgesch\u00e4tzt werden.<\/p>\n<p>&#8211; Einstellung zur Hom\u00f6opathie &#8211; Placeboeffekt<\/p>\n<p>Die Eltern wussten, dass sie sich einem Versuch mit hom\u00f6opathischen Arzneimitteln unterwerfen. Welches Risiko w\u00e4ren die Eltern bereit zu akzeptieren? Sie hatten immerhin gen\u00fcgend Leidensdruck aufgebaut, mit ihren Kindern \u00e4rztlichen Rat zu suchen. Ist es dann wahrscheinlich, dass jemand bewusst das Risiko einging, \u00fcber lange Zeit keine Verbesserung der Situation zu erzielen? Doch wohl eher nicht. Das hei\u00dft, dass die Eltern der Hom\u00f6opathie zumindest zutrauten, dass sie ihren Kindern weiterhilft, dass sie von einer m\u00f6glichen Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie \u00fcberzeugt waren. Ein Skeptiker h\u00e4tte sein Kind und seine Familie nicht dem Risiko ausgesetzt, \u00fcber lange Zeit mit wahrscheinlich unwirksamen Mitteln behandelt zu werden &#8211; und entsprechend l\u00e4nger mit der inzwischen unertr\u00e4glichen h\u00e4uslichen Situation leben zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Vielleicht hatte sogar ein betr\u00e4chtlicher Anteil der Eltern bewusst eine hom\u00f6opathische Behandlung gew\u00e4hlt. Frei gibt an, dass die Kinder entweder \u00fcber lokale ADHS-Selbsthilfegruppen an die Studie vermittelt wurden, oder \u00fcber die behandelnden Kinder\u00e4rzte. Welche Art von Kinderarzt vermittelt seine Patienten zur Teilnahme an einer hom\u00f6opathischen Studie &#8211; ein konventioneller Mediziner oder ein Hom\u00f6opath?<\/p>\n<p>Wenn wir also unterstellen k\u00f6nnen, dass die Eltern der an der Studie teilnehmenden Kinder weitgehend von einer Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie ausgingen, dann liegt der Schluss nahe, dass sehr viele von ihnen der konventionellen medikament\u00f6sen Therapie eher ablehnend gegen\u00fcberstanden. Man kann durchaus ein gewisses Interesse daran unterstellen, f\u00fcr das Kind hier einen Erfolg zu erzielen &#8211; man h\u00e4tte sich ja sonst doch der konventionellen Medizin zuwenden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Wenn in dieser Konstellation die Einnahme von individuell verordneten hom\u00f6opathischen Medikamenten keinen starken Placebo-Effekt hervorruft &#8211;\u00a0wann denn sonst?<\/p>\n<p>&#8211; Nat\u00fcrlicher Verlauf nach Erstdiagnose<\/p>\n<p>Einen weiteren Aspekt kann man noch hinzuf\u00fcgen: 11 der 62 Kinder, die sich f\u00fcr die Crossover-Phase qualifiziert hatten, waren zuvor mit Stimulanzien (&#8218;Ritalin&#8216;) behandelt worden. Das hei\u00dft, mindestens 51 der 83 Kinder, die vorher an der Screening-Phase teilgenommen hatten, waren es nicht. Warum nicht? Wenn die Kinder vorher bei einem Nicht-Hom\u00f6opathen in Behandlung gewesen w\u00e4ren, w\u00e4re sicher ein sehr hoher Prozentsatz von ihnen medikament\u00f6s behandelt worden. Dass das nicht der Fall ist, l\u00e4\u00dft darauf schlie\u00dfen, dass es eine betr\u00e4chtliche Anzahl von Patienten gegeben haben muss, bei denen anl\u00e4sslich dieser Untersuchung erstmalig ADHS diagnostiziert und therapiert wurde. Frei macht hierzu keine Angaben, obwohl dieser Punkt vermutlich sehr stark auf das Ergebnis durchschl\u00e4gt. Dass es Erstdiagnosen im Rahmen dieser Studie gegeben haben m\u00fcsste, ist auch angesichts des Mindestalters der Patienten von 6 Jahren naheliegend.<\/p>\n<p>Vergegenw\u00e4rtigen wir uns:<\/p>\n<p>Kinder, die bereits vor der hier betrachteten Untersuchung in einer Behandlung waren, haben m\u00f6glicherweise nur ein Medikament gegen ein anderes ausgetauscht, sonst ging die Sache weiter wie gehabt.<\/p>\n<p>Neupatienten aber durchlaufen eine ganz andere Entwicklung: Wir haben es bei ADHS mit Verhaltensauff\u00e4lligkeiten zu tun, die f\u00fcr die Familie sehr belastend sind. S\u00e4mtliche Versuche, auf das Kind erzieherisch einzuwirken, schlagen fehl. Die Kinder werden als aufs\u00e4ssig, aggressiv, faul und was auch immer sonst noch empfunden. Es ist sehr schwer, sie anzunehmen und ihnen die Zuwendung zukommen zu lassen, die sie brauchen. Wenn sie sie nicht bekommen, fordern die Kinder sie mit weiter \u00fcbersteigertem Verhalten ein, was als noch gr\u00f6\u00dfere Verfehlung auf Seiten des Kindes gewertet wird. Zwischen Eltern und Kind kann sich kaum eine liebevolle Beziehung aufbauen, erhebliche Spannungen mit allen ihren Folgeerscheinungen sind sehr wahrscheinlich. Auch zwischen den Eltern d\u00fcrfte Streit \u00fcber Erziehungsfragen zum Alltag geh\u00f6ren. Irgendwann ist das Ma\u00df voll, im positiven Fall sucht man \u00e4rztlichen Rat.<\/p>\n<p>Und erst jetzt erf\u00e4hrt man, dass das Kind irgendwie krank ist, dass es gar nicht anders kann, als sich zu verhalten, wie es das tut. Es ist kein Ungehorsam oder sonstige Bosheit des Kindes, die das Familienleben so schwer belastet hat, sondern eine k\u00f6rperliche Erkrankung, die sogar einen Namen hat und an der noch mehr Kinder leiden. Auch wenn wir keine hollywoodm\u00e4\u00dfige tr\u00e4nenreiche Vers\u00f6hnung und Reue aller Beteiligten anzunehmen brauchen, k\u00f6nnen wir uns gut vorstellen, dass sich das Familienleben erheblich entspannen kann, dass Situationen, auf die das Kind reaktiv in bekanntem Verhaltenmuster reagiert hat, seltener werden, die Eltern einen wohlwollenderen Blick auf ihr Kind haben, sich die Eltern-Kind-Beziehung deutlich verbessern wird. Selbst wenn nichts weiter passiert, h\u00e4tte dies eine ganz erhebliche Auswirkung auf die Bewertung des kindlichen Verhaltens durch die Eltern im CGI.<\/p>\n<p>&#8211; parallele Therapien<\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise, sogar ziemlich wahrscheinlich, werden parallel zur Behandlung mit dem Medikament auch Verhaltenstherapien aufgenommen, Stressbew\u00e4ltigung, Deeskalationsstrategien, \u00fcberhaupt wird ein besserer Umgang mit der Situation einge\u00fcbt. Frei macht hierzu keine Angaben, in welchem Umfang solche Paralleltherapien durchgef\u00fchrt worden sind. Er stellt zwar fest, dass keine andere Behandlung durchgef\u00fchrt wurde als die Hom\u00f6opathie, es bleibt aber unklar, ob sich dies nur auf den medikament\u00f6sen Teil bezieht oder nicht. Es ist f\u00fcr mich aber schlicht nicht vorstellbar, dass den Kindern und Eltern diese psychologische Hilfe zum besseren Umgang mit dem Problem f\u00fcr die Dauer der Untersuchung &#8211; immerhin \u00fcber eineinhalb Jahre &#8211; entzogen worden sein soll. Dem k\u00f6nnte doch keine Ethikkommission der Welt zugestimmt haben (was aber zur Genehmigung einer solchen Untersuchung unbedingt erforderlich ist).<\/p>\n<p>Wie gesagt, Frei macht zu allen diesen Punkten keine Angaben, daher k\u00f6nnen wir dies nur als Vermutungen sehen. Wir k\u00f6nnen aber ohne Weiteres drei Einflussfaktoren feststellen, die das Studienergebnis positiv beeinflusst haben<\/p>\n<ul>\n<li>Placeboeffekt<\/li>\n<li>nat\u00fcrlicher Verlauf nach der erstmaligen Diagnose<\/li>\n<li>parallel durchgef\u00fchrte Therapien<\/li>\n<\/ul>\n<p>Damit ist es dann sehr fragw\u00fcrdig, die ohne Zweifel vorhandene Verbesserung der Situation auf die Wirkung des hom\u00f6opathischen Mittels zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Bez\u00fcglich der in hohem Umfang ermittelten neuropsychologischen Daten r\u00e4umen die Forscher selbst ein, dass es fragw\u00fcrdig ist, die Entwicklung auf die Wirkung des hom\u00f6opathischen Medikaments zur\u00fcckzuf\u00fchren, so dass wir uns hier eine weitergehende Er\u00f6rterung sparen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><b>Ergebnis der Crossover-Phase<\/b><\/p>\n<p>Eigentlich sollte man vermuten, dass in der Crossover-Phase das wesentliche Ergebnis der Studie erzielt worden ist, letztendlich zielt das ganze Studiendesign ja darauf ab, dass man probeweise das vermutlich erfolgreiche Medikament absetzt und die Reaktionen beobachtet. Da m\u00fcsste sich die volle Wirksamkeit der hom\u00f6opathischen Medikamente ja ganz deutlich zeigen.<\/p>\n<p>Erstaunlicherweise f\u00e4llt die Darstellung des Ergebnisses aber recht knapp aus, in der deutschsprachigen Studie besonders:<\/p>\n<p>&#8218;Der Vergleich des Behandlungseffekts (within-patient differences) zeigt, dass der CGI unter Verum gegen\u00fcber Placebo durchschnittlich um 1,67 Punkte abnimmt.&#8216;<\/p>\n<p>Das soll alles sein, was das wirksame hom\u00f6opathische Medikament vom Placebo unterscheidet? Bei ein bis zwei Fragen im Fragebogen wurde die Bewertung um einen Punkt zur\u00fcckgenommen? Das Kind war also beispielsweise nicht mehr &#8218;ziemlich stark&#8216; impulsiv sondern nur noch &#8218;ein wenig&#8216; und weinte auch nicht mehr so stark, aber sonst blieb alles beim Alten? Wir hatten oben postuliert, dass erst eine Ver\u00e4nderung von\u00a0mehr als 5 Punkten auf eine Ver\u00e4nderung beim Kind schlie\u00dfen l\u00e4sst. Dieses Ergebnis liegt erheblich darunter. Daher k\u00f6nnen wir es durchaus als belanglos bewerten.<\/p>\n<p>Die offensichtliche Zur\u00fcckhaltung in der Darstellung des eigentlichen Hauptergebnisses hat einen Grund: die Messung ist n\u00e4mlich gr\u00fcndlich danebengegangen. Aus Bild 2 der englischen Version kann man die CGI-Werte f\u00fcr die verschiedenen Gruppen zu den markanten Zeitpunkten der Studie herauslesen. Aus Gr\u00fcnden des Copyrights kann das Diagramm selbst aber hier nicht eingef\u00fcgt werden.<\/p>\n<p>Der Grundgedanke dieser Studie war ja, dass man bewertet, wie der Patient darauf reagiert, dass er nach einer gewissen erfolgreichen Behandlungsdauer auf einmal nur noch Placebo und kein Medikament mehr erh\u00e4lt. Wenn das Medikament tats\u00e4chlich die beim Screening erzielten Verbesserungen bewirkt h\u00e4tte, dann sollten diese unter Placebo weitgehend zur\u00fcckgehen, unter Verum jedoch die erzielte Verbesserung widerspiegeln. Hier ergibt sich aber folgendes Bild:<\/p>\n<ul>\n<li>Die eine Gruppe (wir nennen sie im Folgenden Placebogruppe) erh\u00e4lt anstatt des Verums pl\u00f6tzlich Placebo. Man sollte erwarten, dass die im Screening erzielte Verbesserung von 19 auf 9 CGI-Punkte weitgehend zur\u00fcckgeht. Entgegen dieser Erwartung ergibt sich nach sechs Wochen nur eine Zunahme des Index um drei Punkte, die Verbesserung geht gerade mal um ein Drittel zur\u00fcck, bleibt sogar noch unterhalb der Aufl\u00f6sung des Messverfahrens.<\/li>\n<li>Die andere Gruppe (Verumgruppe) erhielt zun\u00e4chst weiterhin Verum. Man sollte erwarten, dass die erzielte Verbesserung in etwa beibehalten wird. Entgegen dieser Erwartung verschlechtert sich das Befinden um vier Punkte, also noch um einen Punkt mehr als unter Placebo, was den Erwartungen v\u00f6llig zuwider l\u00e4uft.<\/li>\n<li>Nachdem die Verumgruppe im zweiten Schritt ebenfalls Placebo erhielt, sollte man erwarten, dass sich das Befinden der Patienten ebenfalls in Richtung auf die 19 Punkte verschlechtert. Dies geschieht aber nicht, das Befinden verbessert sich sogar noch geringf\u00fcgig um einen halben Punkt.<\/li>\n<li>Erst die Placebogruppe, die im zweiten Teil wieder Verum erhielt, verhielt sich dann wie erwartet, indem sie unter Verum wieder den CGI-Wert erreichte, der zuvor beim Screening erzielt wurde.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Um es noch einmal deutlich zu sagen: von den vier beobachteten Reaktionen der Patienten stimmte nur eine mit dem \u00fcberein, was man erwarten sollte, wenn das hom\u00f6opathische Medikament wirklich wirksam gewesen w\u00e4re, die \u00fcberwiegende Mehrzahl widerspricht dieser Annahme mehr oder weniger deutlich.<\/p>\n<p>Noch einmal aus einem etwas anderen Blickwinkel:<\/p>\n<p>Im Mittel ergab sich das oben bereits angegebene Ergebnis, dass die jeweilige Verumgruppe w\u00e4hrend der Crossoverphase im Mittel um 1,67 Punkte besser lag als die Placebogruppe. Dies sei statistisch signifikant. Eine statistische Signifikanz bedeutet allerindgs nur, dass das Ergebnis unwahrscheinlich ist, wenn beide Gruppen gleich w\u00e4ren. Dies kann man je nach Art der ermittelten Daten mit verschiedenen Testverfahren \u00fcberpr\u00fcfen, hier kam man mit einem t-Test auf eine Wahrscheinlichkeit von 4,8 %. Dies liegt unterhalb einer Schranke von 5 %, die man definitionsgem\u00e4\u00df als Signifikanznieveau ansieht. Somit gilt das Ergebnis als hinreichend unwahrscheinlich, also (wahrscheinlich) durch Unterschiede zwischen den Gruppen verursacht, die wiederum aus der unterschiedlichen Einnahme von Placebo und Hom\u00f6opathikum resultierten.<\/p>\n<p>So weit so gut, aber ist das Ergebnis auch bedeutsam, also relevant?<\/p>\n<p>Dies kann man in zwei Richtungen betrachten. Zum einen ist die Frage, ob die Eltern einen derart kleinenUnterschied von im Mittel 1,67 Punkten \u00fcberhaupt merken. Andererseits h\u00e4tte unter Placebo die Wirkung der hom\u00f6opathischen Mittel zur\u00fcckgehen m\u00fcssen, in etwa um die in der Screeningphase erreichten 11 Punkte. Dies ist aber, wie man sieht, bei weitem nicht der Fall. Trotz der statistischen Signifikant des Ergebnisses ist aus dem Vergleich der Zahlen (11 vs. 1,67) eher zu schlie\u00dfen, dass es nicht die medikament\u00f6se Wirkung des Hom\u00f6opathikums war, die die Verbesserung der Screeningphase herbeigef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnten jetzt diese Ergebnisse einfach als Zufallsresultate abtun, denn dies alles spielt sich innerhalb von nur vier CGI-Punkten ab, also unterhalb der 5 Punkte, die wir als aussagekr\u00e4ftig postuliert hatten. Allein, ich w\u00fcrde den Lesern etwas vorenthalten, wenn ich hier nicht auf die Aussagen der Autoren einginge, wie sie den Versuchsausgang erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Die unerwartete Verschlechterung des Befindens in der Verumgruppe bei der Fortf\u00fchrung der Einnahme von Verum zu Beginn der Crossoverphase wird damit erkl\u00e4rt, dass die Patienten eine Erwartungshaltung gehabt h\u00e4tten, als Erstes Placebo zu erhalten und das diese Erwartungshaltung das Ergebnis negativ beeinflusst h\u00e4tte. Warum hatten dann die Eltern der Placebogruppe diese Erwartungshaltung nicht auch? H\u00e4tten sie sie gehabt, dann m\u00fcsste das ja den Effekt des tats\u00e4chlich entzogenen Verums verst\u00e4rkt haben, was in den Daten aber nicht zu erkennen ist. Die Eltern der Verumgruppe haben nicht gemerkt, dass sie weiter Verum erhielten, so wenig \u00fcberzeugend war die Wirkung. Wenn die Erwartungshaltung der Eltern das Ergebnis in diesem Ma\u00df beeinflussen konnte, best\u00e4tigt das durchaus unsere Zweifel an der Validit\u00e4t des Messverfahrens.<\/p>\n<p>Zudem haben die Eltern m\u00f6glicherweise auch den CGI so ausgef\u00fcllt, vermutet Frei, wie sie glaubten, dass es f\u00fcr die Studie n\u00fctzlich sei. Dies sei m\u00f6glicherweise in der ersten Crossover-Phase der Verumgruppe passiert &#8211; da, wo die Ergebnisse nicht den Erwartungen der Forscher entsprechen &#8211; kann aber in Phase 2 &#8211; dort, wo die Ergebnisse mit den Erwartungen der Forscher\u00a0\u00fcbereinstimmten &#8211; sicher ausgeschlossen werden. Warum dieses aber so gewesen sein soll und woraus sich die Vermutung ableitet, dass die Eltern der Kinder der Verumgruppe genau nach sechs Wochen damit aufh\u00f6rten, oder warum das die Eltern der Placebogruppe wohl nicht taten, erf\u00e4hrt der Leser nicht.<\/p>\n<p>Man stelle sich mal vor, da macht die Universit\u00e4tsklinik Bern einen s\u00fcndhaft teuren Versuch, der unter anderem Hunderte von neuropsychologischen Untersuchungen, \u00fcber tausend Frageb\u00f6gen und deren Auswertungen, eine Vielzahl von Elterngespr\u00e4chen und noch viel mehr umfasst &#8211; und hat den Eltern nicht dringend nahegelegt und sie darin unterwiesen, wie sie ihrerseits ihre Daten ermitteln und berichten sollen? Man hat die Eltern nicht darauf hingewiesen, dass es unbedingt notwendig ist, die Frageb\u00f6gen nach bestem Verm\u00f6gen korrekt auszuf\u00fcllen und ist damit das Risiko eingegangen, dass man diese sicher mehrere Hunderttausend Franken teure Studie in den Sand setzt &#8211; wie letztendlich geschehen? Das ist schon starker Tobak.<\/p>\n<p>Dass die Verschlechterung unter Placebo hingegen nicht so stark ausf\u00e4llt wie erwartet, hat nach Frei andere Gr\u00fcnde: Weil die Wirkung der hom\u00f6opathischen Medikamente so stark und langanhaltend war, h\u00e4tte es einen Carryover-Effekt gegeben, das heisst, das hom\u00f6opathische Medikament hat l\u00e4nger nachgewirkt als gedacht und hat zum Ende der Placebophase, also sechs Wochen nach dem Absetzen, als der CGI gemessen wurde, noch immer seine positive Wirkung getan.<\/p>\n<p>Also, wir halten fest, das Medikament ist so stark, dass es auch sechs Wochen nachdem es abgesetzt wurde, noch seine heilsame Wirkung tut, wenn man es jedoch einfach weiter einnimmt, dann kann man die Wirkung nicht so leicht feststellen, dann kann man es schon mal mit Placebo verwechseln. Wer soll das verstehen?<\/p>\n<p>Man fragt sich, wie in den Augen der Forscher eigentlich der Versuch noch mehr h\u00e4tte daneben gehen k\u00f6nnen? Was braucht es\u00a0denn noch, dass sie aus dem Versuchsergebnis ablesen k\u00f6nnen, dass die dem Medikament zugeschriebene Wirkung schlicht und einfach Fiktion ist?<\/p>\n<p><b>Zusammenfassung der Ergebnisse<\/b><\/p>\n<p>Frei kommt zu dem Schluss, dass die Versuchsergebnisse auf eine Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie bei ADHS hinweisen, einen Schluss, den man nach diesen Betrachtungen hier nicht nachvollziehen kann:<\/p>\n<p>Die ohne Zweifel aufgetretenen Verbesserungen im Befund der Kinder sind nicht zwangsl\u00e4ufig dem hom\u00f6opathischen Medikament zuzuschreiben, es gibt mindestens drei Effekte, die ebenfalls wesentlich dazu beigetragen haben k\u00f6nnen, zusammen mit der nur geringen Aussagekraft des Messverfahrens f\u00fcr kleine Ver\u00e4nderungen k\u00f6nnte es durchaus auch ohne eine Wirkung der Hom\u00f6opathie zu einer solchen Verbesserung gekommen sein. Die Crossover-Phase der Studie lieferte \u00fcberhaupt nur in einem von vier Zweigen ein Ergebnis, das mit der Annahme eines wirksamen Medikaments \u00fcbereinstimmt. Auch spielt sich das Ganze unterhalb der Aufl\u00f6sung des Messverfahrens ab.<\/p>\n<p>Man kann sich jetzt aussuchen, wie man das Ergebnis werten will. Man k\u00f6nnte zu dem Schluss kommen, dass die ganze Studie wegen der sehr fraglichen Eignung des Messverfahrens, kleine \u00c4nderungen deutlich zu registrieren, \u00fcberhaupt nur sehr wenig Aussagekraft hat.<\/p>\n<p>Wenn man ihr aber eine Beweiskraft zubilligt, dann k\u00e4me man etwa auf diese Aussage:<\/p>\n<p>Die Studie zeigt klar, dass sich bei Bef\u00fcrwortern dann eine Wirkung hom\u00f6opathischer Mittel zeigt, wenn ihnen bekannt ist, dass sie ein solches einnehmen. Wenn aber Zweifel auftreten, ob das verabreichte Medikament wirklich das verordnete hom\u00f6opathische Pr\u00e4parat ist, dann ist die Wirkung nicht mehr eindeutig zu identifizieren. Das w\u00e4re dann ein deutlicher Nachweis gegen die Hom\u00f6opathie und nicht daf\u00fcr.<\/p>\n<p>Egal, wof\u00fcr man sich entscheidet: Freis Schlussfolgerungen sind auf keinen Fall gerechtfertigt.<\/p>\n<p><b>Die Fernsehsendung im BR vom 22. 4. 2013<\/b><\/p>\n<p>Der Bayerische Rundfunk hat in seinem Dritten Programm am 22. 4. 2013 in seiner Reihe &#8218;Faszination Wissen&#8216; eine Sendung zur Hom\u00f6opathie mit dem Titel &#8218;Medizin oder Mogelpackung&#8216; ausgestrahlt, in der auch \u00fcber diese Studie berichtet wurde.<\/p>\n<p>Unter diesem Link kann diese Sendung abgerufen und betrachtet werden. Diese Untersuchung wird vom Zeitpunkt 11.02 bis 15.34 vorgestellt.<\/p>\n<p>(Link zum BR nicht mehr aktiv)<\/p>\n<p>Alternativ auf YouTube:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=LjhFjqjiT2w\">http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=LjhFjqjiT2w<\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr den Fall, dass diese Links irgendwann nicht mehr funktionieren, werden hier die wesentlichen Aussagen wiederholt.<\/p>\n<p>Zeitpunkt 12.20,<\/p>\n<p>Sprecher: &#8218;&#8230; [Die] Wirkung [der hom\u00f6opathsichen Medikamente] zeigt sich \u00fcberdeutlich, zum Erstaunen der \u00c4rzte an der Universit\u00e4t Bern.<\/p>\n<p>Frau Dr. Steinlin: &#8218;Also in dieser ersten Screening-Phase konnten ganz klar die Symptome der Aufmerksamkeit sowohl in den Fragebogen, die wir den Eltern gegeben haben, als auch in unseren neuropsychologischen Tests, die wir am Schluss dann noch durchgef\u00fchrt haben, signifikant und deutlich vermindert werden.&#8216;<\/p>\n<p>Bis hierhin k\u00f6nnen wir dem Bericht noch zustimmen, die deutlichen Verbesserungen der Kinder sind nicht in Zweifel zu ziehen. Danach wird das Vorgehen die Crossover-Phase beschrieben (allerdings mit jeweils vier Wochen Dauer der einzelnen Abschnitte und nicht mit sechs wie in der ver\u00f6ffentlichten Arbeit). Aber dann wird es interessant:<\/p>\n<p>Zeitpunkt 13.20:<\/p>\n<p>Sprecher: Das Ergebnis [der Crossover-Phase] ist wiederum verbl\u00fcffend.<\/p>\n<p>Dass das Ergebnis die Forscher verbl\u00fcfft haben m\u00fcsste, ist nach den obigen Betrachtungen verst\u00e4ndlich.\u00a0Als Anlass\u00a0sehen wir\u00a0allerdings genau das Gegenteil von dem, was der Sprecher suggeriert.<\/p>\n<p>Zeitpunkt 13.25<\/p>\n<p>Frau Dr. Steinlin: &#8218;Wenn wir mit dieser Studie h\u00e4tten beweisen wollen, dass Hom\u00f6opathie nicht wirkt, dann w\u00e4ren wir ganz klar gescheitert, dann m\u00fcssten wir sagen, das kann man mit dieser Studie nicht beweisen, sondern man muss eher sagen, wir haben Anhaltspunkte daf\u00fcr, dass diese Hom\u00f6opathie doch wirkt.&#8216;<\/p>\n<p>Diese Aussage verdient einige Beachtung. Die Forscherin macht hier einen rechten Umweg, um zur Aussage der Studie Stellung zu nehmen. Sie sagt nicht, dass die Studie eine Wirkung nachgewiesen h\u00e4tte, sondern dass sie die Nicht-Wirkung nicht nachweisen k\u00f6nne. Warum?<\/p>\n<p>Normalerweise leben wir in einer zweigeteilten Welt, es gibt richtig und falsch, gut und schlecht, hoch und niedrig und so weiter. Dies kennen wir auch von der Schule: Eine Rechenaufgabe ist falsch oder richtig gel\u00f6st. Wenn die L\u00f6sung nicht falsch ist, dann ist sie zwangsl\u00e4ufig richtig und umgekehrt. In der Wissenschaft gibt es aber drei M\u00f6glichkeiten: (1) die Richtigkeit einer Aussage ist bewiesen oder (2) die Richtigkeit einer Aussage ist widerlegt oder (3) keins von beidem.<\/p>\n<p>Auf diese Weise kann Steinlin also eine korrekte Aussage treffen, die Studie weist nicht die Nicht-Wirksamkeit nach. Unterstellen wir, dass sich die meisten Zuschauer noch nicht mit dieser Fragestellung besch\u00e4ftigt haben. Dann erzeugt\u00a0dies bei\u00a0den Zuschauern den Eindruck, dass daraus zwangsl\u00e4ufig folgt, dass die Wirksamkeit nachgewiesen sei. Dies hat sie aber nicht explicit gesagt, mit exakter Logik folgt ja aus ihrer Aussage nur die M\u00f6glichkeit (3) von oben. Bescheiden nimmt sie dann noch die Aussage etwas zur\u00fcck und spricht nur von Anhaltspunkten f\u00fcr eine Wirksamkeit, die dieser Zuh\u00f6rer dann als freundliche Untertreibung verstehen muss.<\/p>\n<p>Wem immer das eingefallen ist: Toll gemacht, diese Suggestion ohne Falschaussage. Schade nur, dass die Studie &#8211; siehe oben &#8211; tats\u00e4chlich eher als Nachweis f\u00fcr die Nicht-Wirksamkeit der verwendeten Mittel herangezogen werden kann es sei denn, man spr\u00e4che ihr jede Bedeutung ab.<\/p>\n<p>In der Folge f\u00fchrt Frei selbst aus, dass es mehrerer Versuche bedurft h\u00e4tte, bis das richtige Arzneimittel gefunden worden sei.<\/p>\n<p>Zeitpunkt: 14.11<\/p>\n<p>Frei: &#8230; und wir haben gesehen, dass die vorausgehenden Arzneimittel, die haben kaum etwas bewirkt, obschon meine Zuwendung [an das Kind] immer genau gleich war, w\u00e4hrend dem dann das bestpassende Arzneimittel einen Sprung in der Besserung gemacht hat, der hochsignifikant war. Das ist eigentlich der Beweis, dass es nicht meine Zuwendung ist, sondern eben das Arzneimittel.&#8216;<\/p>\n<p>Auch diese Aussage deckt sich nicht mit den Angaben der Ver\u00f6ffentlichung. Dort wird ausdr\u00fccklich betont, dass der behandelnde Kinderarzt den Patienten nur einmal gesehen hat und die weiteren Kontakte nur zwischen Arzt und den Eltern stattfanden, um eine psychologische Beeinflussung zu vermeiden.<\/p>\n<p>In der Arbeit wird ebenfalls nicht dar\u00fcber berichtet, dass es h\u00e4ufig mehrerer Versuche bedurfte, das richtige Medikament zu bestimmen. Es sei am Rande darauf hingewiesen, dass in der Studie dieser Beweis folglich nicht angef\u00fchrt wurde und er auch somit, ohne aussagekr\u00e4ftige Daten, wie h\u00e4ufig das aufgetreten ist, nicht gepr\u00fcft werden kann.<\/p>\n<p>Allerdings sollte der Nachweis der Wirksamkeit nach dem Design der Studie ganz anders gef\u00fchrt werden &#8230;.<\/p>\n<p>Zeitpunkt 14.35:<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Ansage des Sprechers r\u00fcckt ein\u00a0PC-Monitor ins Bild, auf dem eine Grafik immer deutlicher zu erkennen ist. Auf dieser Grafik ist der zeitliche Verlauf der Crossover-Phase dargestellt, und zwar der Verlauf, wie man ihn erwartet h\u00e4tte, wenn das hom\u00f6opathische Medikament tats\u00e4chlich wirksam gewesen w\u00e4re. Frei betrachtet dieses Bild sehr intensiv und scheint nachzudenken. Das Bild muss eine wichtige Erkenntnis enthalten. Was soll der Zuschauer daraus schlie\u00dfen? Dass das tats\u00e4chliche Ergebnis der Untersuchung v\u00f6llig anders aussah, erf\u00e4hrt er nicht.<\/p>\n<p>Wir wollen einmal wohlwollend annehmen, dass die Redakteure vom Bayerischen Rundfunk einfach nur die deutsche Version der Ver\u00f6ffentlichung gelesen hatten, denn dort ist das wirkliche Studienergebnis der Crossover-Phase mit keinem Wort erw\u00e4hnt. Allerdings scheinen sie sich \u00fcber das Fehlen dieser Angaben auch nicht gewundert zu haben. Frei h\u00e4tte das aber wissen m\u00fcssen. Warum hat er zugelassen, dass da ein falscher Eindruck vom Studienergebnis entsteht?<\/p>\n<p>Zeitpunkt: 14.46<\/p>\n<p>Sprecher: Von dem Ergebnis motiviert, versuchten die Mediziner die Studie ebenfalls im Lancet zu ver\u00f6ffentlichen. Die Pr\u00fcfer der Zeitschrift aber lehnten ab.<\/p>\n<p>Frei: Wir hatten dann nach zehn Tagen den Bescheid, die Arbeit ist sehr gut, aber sie ist nicht geeignet f\u00fcr unser Journal. Unsere Leser wollen Anderes. Offensichtlich wollen die nicht, dass Studien mit einer positiven Wirkung der Hom\u00f6opathie ver\u00f6ffentlicht werden.<\/p>\n<p>Da haben wir es wieder. Die gro\u00dfe Lobby der klassischen Mediziner schl\u00e4gt zu und unterdr\u00fcckt die positiven Ergebnisse. Diese Wirkung entfaltet diese Passage besonders stark, da im vorangehenden Beitrag berichtet wurde, dass der Lancet eine Studie gegen die Hom\u00f6opathie ver\u00f6ffentlicht hatte.<\/p>\n<p>The Lancet ist eine der renommiertesten medizinischen Fachzeitschriften der Welt. Die Fachartikel, die dort zur Ver\u00f6ffentlichung eingereicht werden, werden durch anerkannte Wissenschaftler auf diesem Gebiet gepr\u00fcft, ob sie dem wissenschaftlichen Standard, dem sich das Lanzet verpflichtet f\u00fchlt, auch entsprechen (&#8218;peer review&#8216;). Wenn diese Wissenschaftler zu dem gleichen Schluss gekommen sind wie wir hier &#8211; die Studienergebnisse und ihre Bewertung durch die Autoren passen einfach nicht zusammen &#8211; dann w\u00e4re genau dieser freundliche Brief, wie ihn Frei in seiner Aussage beschreibt, an die Autoren gesendet worden. Das h\u00e4tte dann nichts mit Hom\u00f6opathie zu tun.<\/p>\n<p>Zeitpunkt 15.17<\/p>\n<p>Sprecher: F\u00fcnf Jahre nach der Studie steht fest, 90 % der ADHS-Patienten nehmen weiterhin nur hom\u00f6opathische Arzneimittel oder k\u00f6nnen auf eine Behandlung ganz verzichten. Die \u00dcbrigen stiegen wieder auf konventionelle Medikamente um, bei ihnen verschlechterten sich die Symptome.<\/p>\n<p>Das Alter der Patienten lag bei Beginn der Untersuchungen zwischen 6 und 16 Jahren, die dann im Mittel 1,5 Jahre dauerte. F\u00fcnf Jahre nach der Studie liegt das Alter dieser Gruppe folglich zwischen 13 und 23 Jahren. Wie hoch ist der Prozentsatz der Patienten, bei denen sich die ADHS- Symptomatik nach der Pubert\u00e4t zur\u00fcckbildet? Hierf\u00fcr gibt es unterschiedliche Zahlen, die Bundes\u00e4rztekammer geht in ihrer Stellungnahme [6] von etwa zwei Dritteln aus. Damit ist mindestens die H\u00e4lfte der betrachteten Patienten der Studie aus dem ADHS herausgewachsen, was den zitierten langfristigen Erfolg deutlich relativiert.<\/p>\n<p>Besonders den letzten Satz sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen. Wann wechselt man eine Therapie: Wenn sie gut wirkt und wenn man richtig Fortschritte macht oder wenn man weniger damit zufrieden ist? Wie muss man folglich den zitierten Effekt sehen: So wie der Sprecher suggeriert, dass man zu konventionellen Medikamenten gewechselt hat und dies der Grund daf\u00fcr ist, dass es den Betroffenen heute schlechter geht? Oder ist anders herum nicht irgendwie plausibler: weil es den Patienten unter der Hom\u00f6opathie immer schlechter erging, hat man schlussendlich zu einer konventionellen Therapie gewechselt?<\/p>\n<p>Es ist zwar nicht klar, wer f\u00fcr den suggestiv positiv \u00fcberzeichneten Bericht innerhalb der Sendung verantwortlich war, ob die Wissenschaftler oder die Redaktion des BR, es soll hier der Hinweis gen\u00fcgen, dass der Bericht bei Kenntnis der Studienergebnisse schlicht und einfach nur sehr schwer zu ertragen ist.<\/p>\n<p><b>Literatur:<\/b><\/p>\n<p>[1] Frei, H., Everts, R., v. Ammon, K., Kaufmann, F. Walther, D. et al..:<br \/>\n&#8218;Homeopathic treatment of children with attention-deficit hyperactivity disorder: A randomised, double blind, placebo controlled crossover trial&#8216;, in: European Journal of Pediatrics (2005) 164: 758-767. Link zum <a href=\"https:\/\/static1.squarespace.com\/static\/520f6c38e4b01b013b22f419\/t\/52bf228be4b0410823c26e36\/1388257931775\/ADHDRCT+EurJPaed.pdf\">Volltext<\/a><\/p>\n<p>[2] Frei, H., Everts, R., v. Ammon, K., Thurneyson, A.:<br \/>\n&#8218;Hom\u00f6opathische Behandlung von hyperaktiven Kindern: Ergebnisse einer randomisierten, placebo-kontrollierten Doppelblindstudie mit Crossover&#8216;, in: Zeitschrift f\u00fcr klassische Hom\u00f6opathie, 2006; 50:5-12, Link zum <a href=\"http:\/\/www.heinerfrei.ch\/s\/HomBeiHyperaktivenKindernZKH.pdf\">Volltext<\/a><\/p>\n<p>[3] Snyder, SM, Drozd, JF, Xenakis, SN:<br \/>\n&#8218;Validation of ADHD rating scales&#8216; in: J Am Acad Child Adolesc Psychiatry (2004) 43: 1189-1190<\/p>\n<p>[4] Collett BR, Ohan JL, Myers KM:<br \/>\n&#8218;Ten-year review of rating scales. V: scales assessing attention-deficit\/hyperactivity disorder. &#8218; in: J Am Acad Child Adolesc Psychiatry (2003) 42: 1015 &#8211; 1037<\/p>\n<p>[5] Wikipedia, Stichwort ADHS, abgerufen 5. Mai 2013<\/p>\n<p>[6] Bundes\u00e4rztekammer &#8218;Sellungnahme zur Aufmerksamkeitsdefizit- \/ Hyperaktivit\u00e4tsst\u00f6rung (ADHS) &#8211; Langfassung -&#8218; , 2005, Kapitel 7.1.<br \/>\nlink zum <a href=\"http:\/\/www.bundesaerztekammer.de\/downloads\/ADHSLang.pdf\" class=\"broken_link\">Volltext<\/a><\/p>\n<p>[7] Faries DE, Yalcin I, Harder D, Heiligenstein JH: &#8218;Validation of the ADHD Rating Scale as a clirlician administered and scored instrument&#8216;, in:\u00a0J Atten Disord 2001; 5; p. 107,\u00a0Link zum <a title=\"Volltext\" href=\"https:\/\/notendur.hi.is\/~sbs5\/Greinar_ADHD\/validation_of_the_ADHD_rating_scale_as_a_clinican_administreed_and_scored_isntrument.pdf\" class=\"broken_link\">Volltext<\/a><\/p>\n<p>[8] Wikipedia, Stichwort Korrelationskoeffizient, abgerufen 12. 5. 2013<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zusammenfassung: Die Autoren haben in den Jahren 2002 bis 2005 an der Universit\u00e4t Bern \/ Schweiz eine Untersuchung durchgef\u00fchrt mit dem Ziel, die Wirkung hom\u00f6opathischer Medikamente bei ADHS (Aufmersamkeits-Defizit \/ Hyperaktivit\u00e4ts-St\u00f6rung) nachzuweisen. Dazu wurden 62 Kinder im Alter zwischen 6 &hellip; <a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=110\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13,9],"tags":[18,14,16,15,17],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/110"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=110"}],"version-history":[{"count":29,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/110\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5368,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/110\/revisions\/5368"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=110"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=110"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=110"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}