{"id":1072,"date":"2013-10-22T19:59:37","date_gmt":"2013-10-22T17:59:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=1072"},"modified":"2013-10-24T09:15:37","modified_gmt":"2013-10-24T07:15:37","slug":"bei-tieren-kann-es-keinen-placeboeffekt-geben-ein-beweis-fuer-die-homoeopathie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=1072","title":{"rendered":"Bei Tieren kann es keinen Placeboeffekt geben &#8211; ein Beweis f\u00fcr die Hom\u00f6opathie ?"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook%7Ctwitter\" data-url=\"http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D1072\" data-timestamp=\"1382606137\" data-hidezero=\"1\" data-backendurl=\"?rest_route=\/shariff\/v1\/share_counts&\"><ul class=\"shariff-buttons theme-default wcag_colors orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D1072\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#38548F; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<span data-service=\"facebook\" style=\"color:#38548F\" class=\"shariff-count\"> 127<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=http%3A%2F%2Fwww.beweisaufnahme-homoeopathie.de%2F%3Fp%3D1072&text=Bei%20Tieren%20kann%20es%20keinen%20Placeboeffekt%20geben%20%E2%80%93%20ein%20Beweis%20f%C3%BCr%20die%20Hom%C3%B6opathie%20%3F\" title=\"Bei Twitter teilen\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#115A92; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 30 32\"><path fill=\"#55acee\" d=\"M29.7 6.8q-1.2 1.8-3 3.1 0 0.3 0 0.8 0 2.5-0.7 4.9t-2.2 4.7-3.5 4-4.9 2.8-6.1 1q-5.1 0-9.3-2.7 0.6 0.1 1.5 0.1 4.3 0 7.6-2.6-2-0.1-3.5-1.2t-2.2-3q0.6 0.1 1.1 0.1 0.8 0 1.6-0.2-2.1-0.4-3.5-2.1t-1.4-3.9v-0.1q1.3 0.7 2.8 0.8-1.2-0.8-2-2.2t-0.7-2.9q0-1.7 0.8-3.1 2.3 2.8 5.5 4.5t7 1.9q-0.2-0.7-0.2-1.4 0-2.5 1.8-4.3t4.3-1.8q2.7 0 4.5 1.9 2.1-0.4 3.9-1.5-0.7 2.2-2.7 3.4 1.8-0.2 3.5-0.9z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">twittern<\/span>&nbsp;<span data-service=\"twitter\" style=\"color:#115A92\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button rss shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#000\"><a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?feed=rss\" title=\"RSS-feed\" aria-label=\"RSS-feed\" role=\"button\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#aa2e00; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#fe9312\" d=\"M4.3 23.5c-2.3 0-4.3 1.9-4.3 4.3 0 2.3 1.9 4.2 4.3 4.2 2.4 0 4.3-1.9 4.3-4.2 0-2.3-1.9-4.3-4.3-4.3zM0 10.9v6.1c4 0 7.7 1.6 10.6 4.4 2.8 2.8 4.4 6.6 4.4 10.6h6.2c0-11.7-9.5-21.1-21.1-21.1zM0 0v6.1c14.2 0 25.8 11.6 25.8 25.9h6.2c0-17.6-14.4-32-32-32z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">RSS-feed<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><\/ul><\/div><p>Wenn man \u00fcber Hom\u00f6opathie diskutiert, deren Wirksamkeit bezweifelt, dann kommt fr\u00fcher oder sp\u00e4ter das Argument, dass Hom\u00f6opathie schlie\u00dflich auch bei Tieren wirke. Dort k\u00f6nne es mangels Phantasie und Vorstellungsverm\u00f6gen keinen Placeboeffekt geben. Damit sei dann erwiesen, dass hom\u00f6opathische Medikamente doch eine Wirksamkeit entfalten. Dies wird durchaus auch in der einschl\u00e4gigen Ratgeberliteratur so gehandhabt, Beispiel:<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"padding-left: 30px;\"><em>Da es nicht recht m\u00f6glich ist, die positive Wirkung eines Hom\u00f6opathikums bei Tieren als Placeboeffekt zu interpretieren, wurden diese &#8230;. [1]<\/em><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"padding-left: 30px;\"><!--more--><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Vernachl\u00e4ssigen wir einfach den der Argumentation zu Grunde liegenden Zirkelschluss, sonst brauchte man sich damit \u00fcberhaupt nicht erst zu besch\u00e4ftigen. Schlie\u00dflich ist es nur bedingt zielf\u00fchrend, die Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie mit der Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie begr\u00fcnden zu wollen. Betrachten wir nur den Aspekt des Placeboeffekts.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>Was ist der Placeboeffekt?<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">F\u00fcr unsere Zwecke wollen wir uns auf Placebos als Arzneimittel beschr\u00e4nken und Scheinbehandlungen nicht weiter betrachten. Dann handelt es sich bei einem Placebo um ein Arzneimittel, das eigentlich keines ist, denn es enth\u00e4lt keine arzneilich wirksame Substanz. Au\u00dfer in manchen Therapien kommen Placebos zum Einsatz, um in klinischen Untersuchungen den Patienten zu verheimlichen, ob sie ein wirksames Medikament erhalten oder zur Kontrollgruppe geh\u00f6ren.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Auch Placebos k\u00f6nnen Effekte hervorrufen, eben den besagten Placeboeffekt. In der Wikipedia (<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Placebo\">hier<\/a>) findet man beispielsweise diese Definition:<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"padding-left: 30px;\"><em>Placeboeffekte sind positive Ver\u00e4nderungen des subjektiven Befindens und von objektiv messbaren k\u00f6rperlichen Funktionen, die der symbolischen Bedeutung einer Behandlung zugeschrieben werden.<\/em><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Hiernach setzt der Placeboeffekt tats\u00e4chlich beim behandelten Patienten ein Erkennen der Symbolik voraus, damit es zu den beobachteten Ver\u00e4nderungen kommt. Etwa dahingehend, dass der Patient zu der \u00dcberzeugung gelangt, &#8218;Jetzt wird mir geholfen!&#8216; Dadurch verliert er\u00a0seine \u00c4ngste und Sorgen und in der dann wesentlich entspannteren Situation k\u00f6nnen\u00a0seine Selbstheilungskr\u00e4fte in h\u00f6herem Ma\u00dfe wirksam werden. Dies ist sicher eine etwas laienhafte Darstellung eines h\u00f6chst komplexen Zusammenhangs, aber f\u00fcr die Betrachtungen hier ist sie v\u00f6llig ausreichend.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Weiter unten im gleichen Wikipedia-Artikel findet man jedoch diese Erkl\u00e4rung:<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"padding-left: 30px;\"><em>Enck unterscheidet zwischen den Begriffen, indem er &#8218;Placeboeffekt&#8216; im Sinne des Placeboeffektes bei klinischen Studien definiert, wo unter dem Begriff alle Fakten subsumiert sind, die neben der spezifischen Wirksamkeit eines untersuchten Medikaments Einfluss auf das Untersuchungsergebnis haben.<\/em><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Das ist etwas v\u00f6llig anderes. Zur Unterscheidung von der ersten Definition wollen wir diesen Begriffsinhalt als &#8218;erweiterten Placeboeffekt&#8216; bezeichnen. Der oben beschriebene auf die Symbolik aufbauende Placeboeffekt wird im Folgenden &#8218;eigentlicher Placeboeffekt&#8216; genannt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Der Unterschied wird klar, wenn man sich \u00fcberlegt, welche Effekte zu einer Heilung oder zumindest zu einer Verbesserung des Befindens f\u00fchren k\u00f6nnen. Au\u00dfer der pharmakologischen Wirksamkeit eines Medikaments und des eigentlichen Placeboeffekts kommen daf\u00fcr in Frage:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\">Nat\u00fcrlicher Krankheitsverlauf: Hierbei gehen die Beschwerden von selbst zur\u00fcck, ohne dass es einer \u00e4u\u00dferen Einwirkung bedarf. Man denke an die vielen Erk\u00e4ltungskrankheiten, Verstauchungen, oberfl\u00e4chliche Verletzungen, die ohne weiteres Zutun \u00fcberwunden werden.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\">Regression zur Mitte: Dies ist der Effekt, dass extreme Situationen in der Natur selten lange aufrechterhalten werden. Auf Krankheiten bezogen bedeutet das: Entweder die Beschwerden eskalieren weiter und nehmen einen tragischen Verlauf, oder sie gehen auf ein Mittelma\u00df zur\u00fcck. Wenn man eine Behandlung erst dann beginnt, wenn die Situation unertr\u00e4glich ist, hat man oft das Meiste schon hinter sich, und die Situation w\u00fcrde sich ohne weiteres Zutun von au\u00dfen bessern.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\">Begleitende Therapien oder Ma\u00dfnahmen: Die Verbesserungen k\u00f6nnen auch darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren sein, dass nebens\u00e4chlich erscheinende Ma\u00dfnahmen oder Ratschl\u00e4ge befolgt werden, beim Menschen etwa weniger rauchen oder trinken, mehr Sport, bessere Ern\u00e4hrung etc. Oder es sind die nebens\u00e4chlichen Begleittherapien, die wirksam sind, ohne als\u00a0Ursache erkannt zu werden, wie z. B. Krankengymnastik, Massagen oder \u00e4hnliches. Auch ein psychologischer Effekt durch die Zuwendung durch den Therapeuten f\u00e4llt hierunter.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\">Indirekte Effekte: Durch die Aufnahme der neuen Therapie wird eventuell eine vorherige beendet, und die Heilung ist eine Folge der nun nicht mehr auftretenden Nebenwirkungen der alten Therapie. Oder der Patient wird den krankmachenden Einfl\u00fcssen entzogen, etwa weil er wegen seiner Beschwerden nicht mehr zur Arbeit geht oder durch einen Ortswechsel sonstigen krankmachenden Bedingungen nicht mehr ausgesetzt wird. Hier sind sehr viele M\u00f6glichkeiten denkbar.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\">Gew\u00f6hnung: Der Patient gew\u00f6hnt sich an die Situation, lernt damit umzugehen und empfindet seinen Zustand dann nicht mehr als so unangenehm.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\">Unbekannte Ursachen: Letztendlich kann die Heilung auch durch Ursachen herbeigef\u00fchrt werden, die damit nicht in Verbindung gebracht werden, entweder weil sie \u00fcbersehen werden oder deren Einfluss auf das Befinden g\u00e4nzlich unbekannt ist und infolgedessen niemand auf diese Dinge achtet.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p lang=\"de-DE\">Dies soll hier als \u00dcbersicht gen\u00fcgen, die mit Sicherheit noch weiter erg\u00e4nzt werden k\u00f6nnte. Alle diese Effekte sind nach der obigen Beschreibung in dem erweiterten Placeboeffekt enthalten, denn sie geh\u00f6ren nicht zur spezifischen Wirkung des Arzneimittels. Sie werden nicht durch das Medikament selbst hervorgerufen, sie w\u00fcrden auch eintreten, wenn ein anderes Mittel angewandt w\u00fcrde. Der eigentliche Placeboeffekt beinhaltet diese Effekte aber nicht, denn sie sind unabh\u00e4ngig von der Symbolhaftigkeit, die der Patient dem verabreichten Medikament zuordnet.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">So ger\u00fcstet k\u00f6nnen wir uns jetzt wieder dem Argument zuwenden, dass es einen Placeboeffekt bei Tieren nicht geben kann, eine beobachtete Heilung also auf eine Wirkung des hom\u00f6opathischen Medikaments zur\u00fcckzuf\u00fchren sein muss.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Wie ersichtlich, werden in dieser einen Aussage die beiden Begrifflichkeiten des Placeboeffekts gleichzeitig verwendet und damit eine unzutreffende Schlussfolgerung getroffen:<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Im ersten Teil, mit der Feststellung, dass bei einem Tier kein Placeboeffekt auftreten k\u00f6nne, wird auf den eigentlichen Placeboeffekt Bezug genommen, der ein Erkennen einer Symbolik voraussetzt. Die Schlussfolgerung, dass aus dem Fehlen des Placeboeffekts eine Wirksamkeit des Arzneimittels zu folgern ist, setzt voraus, dass es nur die beiden Effekte gibt, Placeboeffekt oder Wirksamkeit des Arzneimittels. Dies ist begrifflich der erweiterte Placeboeffekt, in dem definitionsgem\u00e4\u00df alles enthalten ist, was nicht Arzneimitteleffekt ist. Der Fehlschluss entsteht durch die undifferenzierte Verwendung des Begriffs des Placeboeffekts, ohne zu ber\u00fccksichtigen, dass ihm verschiedene Inhalte innewohnen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>Eine aufschlussreiche Studie bei Hunden<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Bleibt die Frage offen, ob es die obigen aufgez\u00e4hlten Effekte auch bei Tieren gibt. Unabh\u00e4ngig davon, dass jemand, der dieser Annahme widerspricht, ein geh\u00f6riges Problem haben wird, zu erkl\u00e4ren, wie es den verschiedenen Spezies sonst gelungen sein soll, die Jahrtausende vor der Veterin\u00e4rmedizin zu \u00fcberstehen, wollen wir hierzu die Ergebnisse einer Studie betrachten.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">In dieser Arbeit geht es um Hunde, die unter erheblicher Angst bei L\u00e4rm leiden, insbesondere bei den j\u00e4hrlichen zu Silvester stattfindenden Feuerwerken [2]. Die Autoren kommen zu einem sehr interessanten Ergebnis, das wir uns hier etwas eingehender anschauen wollen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">In der Studie wurden insgesamt 75 Hunde betrachtet, die bei von Feuerwerken verursachtem L\u00e4rm starke Angstreaktionen zeigten. Die Tiere wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt, die eine erhielt eine Mischung aus verschiedenen hom\u00f6opathischen Mitteln in mittleren (C6 entsprechend D12) und hohen Potenzen (C30 entsprechend D60), die andere ein Placebo. Veterin\u00e4re und Halter wussten nicht, welcher Hund zu welcher Gruppe geh\u00f6rte. Da es in England offenbar \u00fcblich ist, nicht nur zu Silvester Feuerwerksk\u00f6rper zu z\u00fcnden, sondern ab etwa Mitte November dies mehr oder weniger kontinuierlich zu tun, wurde die aus der Medikamentengabe bestehende Behandlung \u00fcber mehrere Wochen ausgedehnt. Gleichzeitig erhielten die Halter bestimmte Vorgaben, wie sie w\u00e4hrend der kritischen Phasen mit ihren Hunden umzugehen h\u00e4tten, um eine gewisse Vergleichbarkeit zu erzielen. Beispielsweise sollte der Hund nicht f\u00fcr sein Angstverhalten und die Folgen davon bestraft werden, die Halter sollten selbst Ruhe bewahren etc.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die \u00c4ngstlichkeit der Hunde wurde anhand ihres Verhaltens bestimmt, das die Hundehalter bewerten und in einem Versuchstagebuch aufzeichnen sollten. Es gab einen Katalog von 15 Verhaltensweisen (z. B. Herumrennen, Bellen, Sch\u00fctteln oder Zittern etc.) und die Halter mussten sowohl Intensit\u00e4t als auch H\u00e4ufigkeit\u00a0des Auftretens\u00a0bewerten. Daraus wurde eine Punktzahl gebildet, die den jeweiligen Messwert f\u00fcr das betrachtete Tier darstellte. Hinzu kamen noch einige andere Einsch\u00e4tzungen der Hundehalter zur Verbesserung oder Verschlechterung der Situation. Insgesamt war die ganze Untersuchung recht aufw\u00e4ndig, und diese Beschreibung liefert nur einen sehr groben \u00dcberblick.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>Wesentliches Ergebnis:<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Von den 35 Tieren in der Hom\u00f6opathiegruppe konnte bei 71 % eine generelle Verbesserung gemessen werden, in allen 15 Kriterien f\u00fcr das \u00e4ngstliche Verhalten konnten Verbesserungen erzielt werden. 25 Hundehalter stellten insgesamt fest, dass sich die Furcht bei ihren Tieren gebessert h\u00e4tte. Lediglich 9 Besitzer bemerkten keine Ver\u00e4nderung, bei einem Tier kam es nach Einsch\u00e4tzung des Halters eher zu einer Verschlechterung.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">So weit das Ergebnis der Behandlung mit dem hom\u00f6opathischen Medikament, das man sicher \u00fcberall als einen Nachweis daf\u00fcr verwenden k\u00f6nnte, dass die Hom\u00f6opathie doch den Hunden hilft &#8211; wenn es nur die Kontrollgruppe nicht gegeben h\u00e4tte. Dort hat man n\u00e4mlich ziemlich das Gleiche gemessen. Von den 40 Tieren in der Kontrollgruppe gab es bei 65 % eine generelle Verbesserung, es wurden in 14 der 15 Kriterien Verbesserungen erzielt, 26 Halter sahen eine Verbesserung bei ihrem Tier, 13 sahen keine Ver\u00e4nderung, und auch hier sah ein Halter eine Verschlechterung der Situation.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Angesichts der Subjektivit\u00e4t der Bewertungen sind die Unterschiede zwischen den Gruppen nicht signifikant, das hei\u00dft, die geringen Unterschiede zwischen den Gruppen k\u00f6nnen mit hoher Wahrscheinlichkeit rein zuf\u00e4llig zustande gekommen sein. Das hei\u00dft weiterhin, diese Studie gibt keinen Hinweis darauf, dass das hom\u00f6opathische Medikament besser gewirkt h\u00e4tte als das wirkungslose Placebo.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Aus dieser Studie k\u00f6nnen wir aber eine wesentliche Schlussfolgerung ziehen. Sie zeigt n\u00e4mlich sehr deutlich, wie wichtig es ist, eine Kontrollgruppe in die Studie mit einzubeziehen, die eine Arznei mit bekannter Wirksamkeit erh\u00e4lt, hier ein Placebo ohne Wirkung.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">H\u00e4tte es nur die Hom\u00f6opathiegruppe gegeben, dann w\u00e4re wahrscheinlich sehr naheliegend, dass die Ver\u00e4nderungen bei den Hunden ausschlie\u00dflich durch das hom\u00f6opathische Medikament hervorgerufen wurden, denn Placeboeffekte gibt es ja angeblich bei Tieren nicht. Erst die Kontrollgruppe zeigt, dass dieser Schluss falsch ist. Da dort im Gro\u00dfen und Ganzen der gleiche Effekt aufgetreten ist, kann es nicht das Medikament gewesen sein, sondern irgendein anderer Effekt, der auf alle Hunde gewirkt hat. In Frage k\u00e4men etwa:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\">Das Befolgen der Ratschl\u00e4ge zum Verhalten des Hundehalters\u00a0hat die Verbesserung bewirkt<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\">Die Hunde haben sich im Lauf der Zeit an den mehr oder weniger regelm\u00e4\u00dfigen L\u00e4rm gew\u00f6hnt<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\">Die Intensit\u00e4t der Feuerwerke nahm im Laufe der Zeit ab<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\">Die Halter haben sich selbst an das Verhalten der Hunde gew\u00f6hnt<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\">Eine generell gr\u00f6\u00dfere Zuversicht der Hundehalter hat sich auf das Tier ausgewirkt<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p lang=\"de-DE\">Man findet mit ein wenig Phantasie sicher noch weitere Effekte, die das Ergebnis herbeigef\u00fchrt haben k\u00f6nnten. In der Studie sind keine Anhaltspunkte f\u00fcr irgendeine solche generelle Wirkung vorhanden. Alleine daraus, dass mit einem Scheinmedikament die gleichen Ergebnisse erzielt wurden wie mit der vermeintlich wirksamen Arznei, l\u00e4sst sich schlie\u00dfen, dass es eine &#8211; oder mehrere &#8211; solche Ursachen gegeben haben muss. Ohne die Kontrollgruppe w\u00fcrde jeder Hinweis darauf fehlen. Das Ergebnis der Studie s\u00e4he, wie schon beschrieben, ganz anders aus.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Bei der Kontrollgruppe ist, wie gesagt, sicher keine spezifische Arzneiwirkung aufgetreten, sie haben schlie\u00dflich keine Arznei erhalten. Dann sind diese Effekte dem erweiterten Placeboeffekt zuzuordnen &#8211; womit bewiesen ist, was kaum jemand ernsthaft bezweifeln kann, n\u00e4mlich dass es den (erweiterten) Placeboeffekt bei Tieren gibt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Diese Studie ist \u00fcbrigens auch ein gutes Beispiel daf\u00fcr, dass es wichtig war, dass die Patienten &#8211; oder in diesem Falle ihre Halter &#8211; nicht wussten, zu welcher Gruppe sie geh\u00f6rten. H\u00e4tten Hundehalter, denen bekannt gewesen w\u00e4re, dass sie ein unwirksames Mittel erhielten, tats\u00e4chlich so viele positive Effekte berichtet &#8211; die &#8218;ja eigentlich nicht sein k\u00f6nnen!&#8216; ?<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Am Rande sei vermerkt, dass es bei Tieren auch den eigentlichen Placeboeffekt gibt. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen sie die Symbolik erst erlernen, aber das ist beim Menschen auch nicht anders, siehe den schon zitierten Wikipediaartikel. Das bekannteste wissenschaftliche Experiment dazu d\u00fcrfte der &#8218;Pawlow&#8217;sche Hund sein [3]. Hatten die Hunde erst gelernt, dass ein bestimmtes Zeichen (&#8218;Stimulus&#8216;), beispielsweise der Klang einer Glocke, in zeitlichem Zusammenhang mit der F\u00fctterung stand, dann reagierten sie darauf.\u00a0Auch ohne dass es das Futter gab, zeigten sie entsprechende k\u00f6rperlichen Ver\u00e4nderungen, beispielsweise vermehrten Speichelfluss und Reaktionen im Verdauungssystem. Noch einpr\u00e4gsamer ist\u00a0Pawlows Experiment, dass ein Hund sich regelm\u00e4\u00dfig nach dem Spritzen einer Morphiuml\u00f6sung \u00fcbergeben musste. Sp\u00e4ter erbrach er sich auch dann, als er eine Kochsalzl\u00f6sung injiziert bekam . Wie ersichtlich, reagierten die Tiere mit k\u00f6rperlichen Reaktionen auf immaterielle Reize.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>Quintessenz:<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die eingangs zitierte Argumentation, dass die Wirkung hom\u00f6opathischer Arzneimittel bei Tieren ein Beweis daf\u00fcr sei, dass den hom\u00f6opathischen Arzneien eine Wirksamkeit zukomme, entbehrt aus mehreren Gr\u00fcnden jedweder Grundlage:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\">Prinzipiell handelt es sich um einen Zirkelschluss, bei dem die Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie mit der Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie bewiesen wird.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\">Die Argumentation beruht auf einer sprachlichen Doppeldeutigkeit des Begriffs Placeboeffekt. Wird er als das Gegenst\u00fcck zur Arzneimittelwirkung verstanden, dann umfasst er sehr wohl Mechanismen zur Genesung, die nicht auf dem Erkennen einer Symbolik beruhen und daher auch bei Tieren zu finden sind.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\">Tiere k\u00f6nnen sehr wohl lernen, auf einen Stimulus mit k\u00f6rperlichen Reaktionen zu antworten.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p lang=\"de-DE\">Was bleibt also von diesem Argument \u00fcbrig?<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Nichts.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">[1] Sommer S: Hom\u00f6opathie &#8211; warum und wie sie wirkt. Mankau Verlag, Murnau 2011, ISBN 978-3-938396-73-5, Seite 61<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">[2] Cracknell NR, Mills DS: A double-blind placebo-controlled study into the efficacy of a homeopathic remedy for fear of firework noises in the dog (Canis familiaris)&#8216; in: The Veterinary Journal 177 (2008) 80 &#8211; 88, <a href=\"http:\/\/www.omeopatia.org\/upload\/Image\/my_operatori\/dogs%20fireworks.pdf\">Link zum Volltext<\/a><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">[3] Wikipedia-Artikel <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pawlowscher_Hund\">&#8218;Pawlowscher Hund&#8216; <\/a>\u00a0und &#8218;Klassische Konditionierung&#8216; sowohl in der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Klassische_Konditionierung\">deutschen<\/a> als auch in der <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Classical_conditioning \">englischen<\/a> Wikipedia<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\u00a0<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man \u00fcber Hom\u00f6opathie diskutiert, deren Wirksamkeit bezweifelt, dann kommt fr\u00fcher oder sp\u00e4ter das Argument, dass Hom\u00f6opathie schlie\u00dflich auch bei Tieren wirke. Dort k\u00f6nne es mangels Phantasie und Vorstellungsverm\u00f6gen keinen Placeboeffekt geben. Damit sei dann erwiesen, dass hom\u00f6opathische Medikamente doch &hellip; <a href=\"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/?p=1072\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13,4,9,8],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1072"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1072"}],"version-history":[{"count":13,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1072\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3561,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1072\/revisions\/3561"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1072"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1072"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.beweisaufnahme-homoeopathie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1072"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}